Unser „Schulzentrum Nord“

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Schulzentrum Nord
Bild 1: Schulzentrum mit eigener Brücke  (04.11.2017) © Thomas Irlbeck

Schulzentrum Nord, das klingt so nach Münchner Norden, nach Oberföhring oder Freimann vielleicht. Doch der Begriff täuscht: Es ist der Norden Neuperlachs gemeint. Entsprechend liegt das Schulzentrum Nord an der Quiddestraße, genauer in einem Dreieck, das neben der Quiddestraße von der Albert-Schweitzer-Straße und Heinrich-Wieland-Straße gebildet wird. Direkt am Schulzentrum beginnt zudem der Karl-Marx-Ring. Der Kiosk dort, gleich schräg gegenüber auf der anderen Seite der Kreuzung (es gibt ihn heute noch bzw. wieder), war und ist entsprechend bei Schülern beliebt.

Offizieller Name früher wohl „Schulzentrum Perlach Nord“

Das Schulzentrum beherbergt das Werner-von-Siemens-Gymnasium (dort war ich selbst Schüler), die Werner-von-Siemens-Realschule und die Orientierungsstufe. 2007 bis 2009 wurde das Gebäude saniert. Seit 2010 heißt das Gebäude offiziell „Schulzentrum an der Quiddestraße“, was sich auf der Fassade widerspiegelt (siehe Foto), für mich ist es aber weiter das Schulzentrum Nord, wobei der Begriff wohl nie in dieser Form am Gebäude angebracht, aber im Sprachgebrauch verankert war. An der Fassade stand wohl früher gar kein Name, am Eingang, wie ein altes Foto (nicht hier zu sehen) beweist, „Schulzentrum Perlach Nord“ (sic!).

Gebaut wurde das Gebäude Anfang der 1970er-Jahre. Richtfest war am 30.11.1973. Der Schulbetrieb wurde 1975/1976 aufgenommen. Das Werner-von-Siemens-Gymnasium gab es jedoch schon seit dem 10.09.1970. In Ermangelung eines eigenen Gebäudes wurde in der Schule am Strehleranger und später (Schuljahr 1971/1972) an der Schule in der Klabundstraße unterrichtet.

Es wurde und wird im Schulzentrum Nord nicht nur unterrichtet, sondern auch mal ein Spielfilm gedreht, etwa 2017 die Komödie „Fack ju Göhte 3“.

Verbindende Architektur

Interessant am Gebäude ist die für Neuperlach so typische Brücke, die hier die Quiddestraße überspannt. Die Brücke ist derart integriert, dass man direkt ins 1. Stockwerk des Schulgebäudes und in weitere Geschosse gelangen kann. Aber dennoch kann sie von jedermann benutzt werden, auch jetzt etwa von mir, um die Fotos hier zu schießen. Zu meiner Schulzeit waren einzelne Klassen in der Schule an der Albert-Schweitzer-Straße ausgelagert (auch meine Klasse), einzelne Fächer und Stunden fanden aber im Schulzentrum Nord statt. Die Brücke übernahm damals entsprechend eine wichtige Verbindungsfunktion, und die Schule an der Albert-Schweitzer-Straße  hatte damals am Brückenende noch einen eigenen Zugang. Lehrkräfte, die von Gebäude zu „sprangen“, waren entsprechend nicht lange unterwegs, sodass die nächste Stunde zur Enttäuschung der Schüler ohne allzu lange Unterbrechung fortgesetzt werden konnte. Bei den Schülern war das Gebäude des Schulzentrum Nord in einem Punkt nicht so beliebt: Dank der Klimaanlage, die aber meiner Erinnerung nach nicht wirklich zuverlässig funktionierte, gab es offiziell kein Hitzefrei. Meine Erinnerung ist aber hier schwach, aber die Schule war sicherlich bei Eröffnung eine der modernsten Münchens, sodass auch die Klimaanlage ins Bild passt.

Erwähnenswert sind noch die eigene Mensa in einem externen Flachbau (in Bild 2 ansatzweise im Hintergrund zu sehen) sowie der Hochseilgarten (nicht im Bild), der sich auf der anderen Gebäudeseite (Nordseite) befindet. Von dort gelangt man – auch über eine Brücke – direkt zum Ostpark und zum Abenteuerspielplatz Maulwurfshausen.

Schulzentrum Nord
Bild 2 mit Mensa im Hintergrund (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Schulzentrum Nord
Bild 3 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Schulzentrum Nord
Bild 4 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Schulzentrum Nord
Bild 5: Kunst verbindet – Graffiti-Kunst an der Brücke (04.11.2017) © Thomas Irlbeck

Meine erste Schule (Klenzeschule an der Klenzestraße)

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Schule an der Klenzestraße
Bild 1: Ansicht vom Eck Klenzestraße/Ickstattstraße (18.08.2017) © Thomas Irlbeck

Es gibt Orte, da zieht es einen immer wieder zurück. Das ist nicht nur das alte bzw. erste Wohnhaus, auch an seine alte Schule hat man Erinnerungen. Bei mir ist es die Schule an der Klenzestraße, die Klenzeschule. In diese ging ich die ersten zwei Grundschuljahre, ab der 3. Klasse war ich dann in Neuperlach in der Schule am Karl-Marx-Ring.

Manche Dinge vergisst man nicht. Ich erinnere mich noch an den Namen meiner Grundschullehrerin. An den Pausenhof, in dem wir Wettrennen machten. Auch noch an den einen oder anderen Klassenkameraden. Oft schon wollte ich mal Bilder machen, aber entstanden sind sie erst gestern.

Heute liegt die Schule direkt an der U-Bahnstation Fraunhoferstraße (U1, U2, U7). Beim U-Bahnbau, der erst Jahre nach meiner Zeit dort stattfand, musste die Schule ein kleines Eck des Grundstücks für den U-Bahnzugang abgeben.

Immerhin, die Schule steht noch. Kein Wunder, denn sie befindet sich als Volksschule und Turnhalle unter Denkmalschutz. Der Bayerische Denkmal-Atlas sagt dazu Folgendes:

Volksschule, dreigeschossiger Eckbau mit Turnsaal, mit Fassadengliederung im Stil des klassizistischen Neubarock, von Robert Rehlen, 1910, nach dem Zweiten Weltkrieg vereinfacht.

Friedensreich Hundertwasser

An der Schulmauer haben Kinder als Hommage an den Künstler Friedensreich Hundertwasser eine ganze Reihe an farbenfrohen Werken hinterlassen. Mit einem Wortverschiebespiel erklären sie den Namen Hundertwasser. Sie bitten so nett, die Werke nicht zu zerstören. Vandalen haben sich daran gehalten, aber nicht der Straßendreck, der nun an den Bilder nagt.

Franz Karl Leopold von Klenze

Der Namensgeber von Schule und Straße ist Franz Karl Leopold von Klenze (* 29. Februar 1784 in Buchladen bei Schladen (Niedersachsen); † 27. Januar 1864 in München), der in München als Hofarchitekt von König Ludwig I. viele klassizistische Bauten errichtete.

Schule an der Klenzestraße
Bild 2: Fassade (18.08.2017) Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 3: Logo (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 4: Wortverschiebespiel – Dafür steht also „Hundertwasser“ (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 5 (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 6: Der Blick in den Pausenhof ist durch die Mauer fast vollständig verwehrt. Wer genau hinschaut, erkennt jedoch einen Basketballkorb (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 7: Der Zoom macht aber dann doch mehr möglich (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 8: Noch eine weitere Ansicht – nun aus der Ickstattstraße –, die durch die Baustelle etwa getrübt wird (18.08.2017) © Thomas Irlbeck

Griechische Schule: Ein BER in München (Update 03.05.2017)

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Griechische Schule
Bild 1: Dauerbaustelle der Griechischen Schule in München (01.04.2017). Foto: J. W.

Der BER-Flughafen ist ein Dreck dagegen. Zumindest was die Bauzeit betrifft. Denn die Griechische Schule in unserem Nachbarstadtteil Berg am Laim an der Hachinger-Bach-Straße 14a (einige Quellen sagen abweichend Hausnummer 19) wird voraussichtlich nie fertig werden. 2001 übernahmen die Griechen das Grundstück, das neben dem Michaeli-Gymnasium liegt. Aber erst 2014 begannen nach langen bürokratischen Querelen und Stillständen endlich die Bauarbeiten. Im Juni 2016 sollte der Rohbau stehen, aber der Bau ist bis heute nur wenig über das Erdgeschoss hinausgekommen (Fotos). Da Griechenland sämtliche Fristen überschritten hat, gehört das Grundstück nun wieder der Stadt München. Die Stadt will das Gebäude nun abreißen, was aber nun an einem Schloss scheitert. Den Schlüssel dazu wollen die Griechen nicht rausrücken. Die Griechen sagen, sie hätten das Grundstück so lange in ihrer Hand gehabt, dass es weiterhin zu ihrem Hoheitsgebiet zähle.

Sogar der Bis-vor-kurzem-Außenminister Frank-Walter Steinmeier wurde eingeschaltet, der daraufhin den Griechen als Ersatz das Gelände der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein am Leuchtenbergring angeboten hat.

Quelle: Griechische Schule – Bauruine wird zum Krisengebiet (Abendzeitung, 02.02.2017)

Update April/Mai 2017

Nun drohen die Griechen mit dem Äußersten: vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu gehen. Die Stadt München widerspricht der Auffassung der Griechen, das wäre griechisches Hoheitsgebiet, denn es handle sich nicht um ein Botschafts- oder Konsulatsgelände.

Streit um Bauruine – Griechenland droht, München vor den Internationalen Gerichtshof zu zerren (Focus, 24.04.2017)

Griechische Schule
Bild 2 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 3 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 4 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 5 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 6 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 7 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 8 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 9 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 10 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 11 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck

Gerhart-Hauptmann-Ring: Aus der Arche werden ein Pflegeheim und eine neue Arche (Update 21.09.2017)

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Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 1: Wieder verschwindet  so ein für Neuperlach typischer eingeschossiger Fertigbau (13.03.2017) © Thomas Irlbeck
Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 2 (13.03.2017) © Thomas Irlbeck

Vielen dürfte es noch in Erinnerung sein: Ein Fertigbau wird abgerissen und durch ein Pflegeheim ersetzt. Damals traf es das 6-Eck am Friedrich-Engels-Bogen (Kindergarten und Jugendclub). Das Phönix-Pflegeheim entstand.

Ein weiterer Fertigbau hat nun das gleiche Schicksal. Die Kinderarche am Gerhart-Hauptmann-Ring (Standort nahe Sudermann-Apotheke) wird abgerissen und durch ein Pflegeheim ersetzt. Die Kinderarche mit ihrer heilpädagogischen Einrichtung kommt aber auch wieder zurück. Beide Einrichtungen sollen am Standort nebeneinander entstehen. Das Pflegeheim, das PerlachStift heißen wird, wird 72 Plätze haben, also etwa die Hälfte wie das Phönix-Pflegeheim.

Kritisiert wird, dass nur fünf Stellplätze geschaffen werden, was zu knapp sein könnte. Wie die Bilder zeigen, wird der Abriss bereits vorbereitet.

Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 3 (13.03.2017) © Thomas Irlbeck
Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 4 (13.03.2017) © Thomas Irlbeck
Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 5 (13.03.2017) © Thomas Irlbeck
Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 6 (13.03.2017) © Thomas Irlbeck

Der traurige Rest nach dem Abriss der Kinderarche (01.05.2017)

Abriss Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 7 (01.05.2017) © Thomas Irlbeck
Abriss Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 8 (01.05.2017) © Thomas Irlbeck

Räumung (22.05.2017)

Die Räumung der Baustelle geht weiter. Dafür, dass nur die Bodenplatte aus Beton war, liegen hier noch ganz schön viele Betonbrocken herum.

Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 9 (22.05.2017) © Thomas Irlbeck
Arche, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 10 (22.05.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Werbetafel (06.07.2017)

Pflegeheim PerlachStift, Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 11: So soll das PerlachStift mal aussehen (06.07.2017) © Thomas Irlbeck

Ab Mitte Juli 2017

Der Kran wurde 1m 14.07.2017 aufgestellt. Zügig starteten dann die Hochbauarbeiten. Auf ein Kellergeschoss wurde verzichtet. Nachdem zunächst das Fundament gegossen wurden, standen am 25.08.2017 bereits die ersten Wände.

Der Bau (Update 21.09.2017)

Pflegeheim PerlachStift
Bild 12: Das Erdgeschoss steht schon im Rohbau, weitere Betonplatten warten auf die Montage (21.09.2017) © Thomas Irlbeck
Pflegeheim PerlachStift
Bild 13 (21.09.2017) © Thomas Irlbeck

Dokumentation über Neuperlach im BR-Fernsehen!

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Im Rahmen der Fernsehreihe des Bayerischen Rundfunks

Schöner Wohnen für Alle
Sozialer Wohnungsbau im Wandel der Geschichte

wird am Sonntag, den 23.10.2016, um 15:15 Uhr im BR-Fernsehen die Folge 2 ausgestrahlt. Das Thema ist „Neuperlach“.

BR-Doku Neuperlach
Wohnring in Neuperlach

Die Planer sind begeistert, Kritiker und Münchner irritiert: Neuperlach, der Münchner Stadtteil vom Reißbrett, polarisiert seit seiner Grundsteinlegung. Zu hässlich, zu anonym, zu monoton, zu grau – so lauten die gängigen Klischees über das Quartier im Osten der bayerischen Metropole, das Ende der 60er Jahre als Deutschlands und Europas größte Wohnsiedlung im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus entstand. Auf dem Höhepunkt der Wohnungsnot sollte hier im boomenden Nachkriegsmünchen eine Heimat für 80.000 Menschen entstehen.f

Geplant war eine neue „Stadt in der Stadt auf der grünen Wiese“, so urban wie das alte München, nur grüner und moderner. Mit 50 Prozent Sozialwohnungen und je einem Viertel freier Miet- und Eigentumswohnungen für die breite Mittelschicht der Angestellten und Beamten. Planer waren die Landeshauptstadt und Europas damals größter Baukonzern, die Neue Heimat. Eine Gesellschaft, die einst die Bundesrepublik zubetonierte und dann in einem spektakulären Skandal zugrunde ging.

50 Jahre später taucht die Dokumentation in den Alltag von Münchens erster und einziger Satellitenstadt ein. Wie lebt es sich in dem Stein gewordenen Utopia, das einmal für die Radikalität der 60er Jahre stand? Wie urteilt heute die Fachwelt über die in Neuperlach verwirklichte Vision vom menschenwürdigen, sozialen Wohnen?

Antwort darauf geben „Ureinwohner“ wie Christl Magnus und Werner Krappweis, die mit ihren Familien als eine der ersten in die neue Trabantenstadt zogen – angelockt von den praktischen Grundrissen der Wohnungen und der familienfreundlichen Infrastruktur. Tilos Balak hingegen wurde in den 80er Jahren hier geboren und erlebte als Jugendlicher, wie das Viertel als vermeintlicher sozialer Brennpunkt immer öfter in die Schlagzeilen geriet. Drei Neuperlacher, für die hier ihre Heimat ist. Doch das Negativimage belastet den Stadtteil bis heute.

Aus Sicht von Architekten und Städtebauern wie Professorin Sophie Wolfrum sowie dem Architekturkritiker Gerhard Matzig ist Neuperlach bis heute das für München unverzichtbare große Wohnungsreservoir – mit einem Manko: die Retortenstadt hat immer noch kein zu Ende gebautes Zentrum.

Redaktion: Stefanie Baumann, Autorin: Carina Bauer

Einladung zur Preview der BR-Dokumentation „Neuperlach“

Wer es gar nicht erwarten kann, kann die Doku auch eine Woche vorher sehen:

Wann und wo?

Sonntag, 16. Oktober 2016, 19:00 Uhr
Kulturhaus Neuperlach, Hanns-Seidel-Platz 1, 81737 München
Einlass ab 18:30 Uhr / Ende ca. 21:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Im Folgenden noch ein paar Infos über die TV-Reihe des BR.

Schöner Wohnen für Alle
Sozialer Wohnungsbau im Wandel der Geschichte

Eine dreiteilige Reihe ab 16.10.2016 immer sonntags um 15:15 Uhr im BR-Fernsehen

BR-Doku Neuperlach Wohnring
Detailansicht Wohnring in Neuperlach

Vor 500 Jahren stiftete Jakob Fugger die heute älteste Sozialbausiedlung der Welt: Die Fuggerei in Augsburg. Schon damals bewegte ihn die Frage, mit der sich Generationen von Architekten, Städteplanern und Sozialpolitikern nach ihm beschäftigt haben und die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren hat: Wie kann in den städtischen Ballungsräumen günstiger und hochwertiger Wohnraum für finanziell Schwache geschaffen werden? Und wie können möglichst viele Menschen komfortabel auf möglichst engem Raum zusammenleben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die dreiteilige Sendereihe „Schöner Wohnen für Alle“, die ab 16.10.2016 immer sonntags um 15:15 Uhr ausgestrahlt wird.

Heute ist das Thema aktueller denn je: Der starke Bevölkerungszuwachs in den Ballungsgebieten bringt die Mietpreise zum Explodieren und zwingt die Planer, immer dichter zu bauen. Selbst überdurchschnittlich Verdienende können die Mieten kaum noch bezahlen. Und nicht nur in München werden dringend bezahlbare Wohnungen benötigt. Welche Lösungen wurden im Laufe der Geschichte für das Wohnraumproblem gefunden? Die Reihe „Schöner Wohnen für Alle“ zeigt neben der 500 Jahre alten Fuggerei den inzwischen 50 Jahre alten Münchner Stadtteil Neuperlach sowie mit der Messestadt München Riem ein Projekt aus der Gegenwart.

Das Modell Fuggerei funktioniert bis heute. Immer noch finden bedürftige Augsburgerinnen und Augsburger hier Obdach. Zentral gelegen, autofrei, ruhig und grün hat auch die spätmittelalterliche „Armensiedlung“ in der wachsenden Regionalmetropole neue Attraktivität gefunden.

Neuperlach ist das größte westdeutsche Siedlungsprojekt nach dem Zweiten Weltkrieg und symptomatisch für die Sozial-Utopien und den Fortschrittsglauben der Siebziger Jahre. Um der auch damals virulenten Wohnungsnot zu begegnen, scheute man sich nicht, dicht und stark in die Höhe zu bauen. In ganz Europa entstanden ähnliche Satellitenstädte, deren planerische Schwächen sich im Laufe der Jahre manifestierten. Der erneut gestiegene Wohnungsmangel hat Neuperlach heute wieder attraktiv gemacht.

Zeitgenössisches Beispiel ist München-Riem: Einst als zukunftsweisend gefeiert, steht der Reißbrettentwurf heute in der Kritik.

Anhand dieser Siedlungen wird in drei Filmen gezeigt, wie sich die Vorstellungen von sozialem Wohnungsbau mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten im Wandel der Zeit verändert haben und was gleich geblieben ist. Neben historischen Rückblicken liegt das Augenmerk vor allem auf der Gegenwart und den heutigen Bewohnern.

Sendetermine im BR Fernsehen:
Schöner Wohnen für Alle
Sozialer Wohnungsbau im Wandel der Geschichte

Folge 1: Die Fuggerei Sendung am 16.10.2016, 15:15 Uhr
Folge 2: München Neuperlach Sendung am 23.10.2106, 15:15 Uhr
Folge 3: Messestadt München Riem Sendung am 30.10.2016, 15:15 Uhr

Redaktion: Stefanie Baumann, Redaktion Kulturberichte und Kulturpolitik

Diese Folge anschauen: Link zur Mediathek, hier klicken

Ausstellung „.ausgestrahlt“ mit Vortrag/Diskussion und Finissage im Kulturhaus Neuperlach

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Geothermie .ausgestrahlt Plakat
Vortrag und Diskussion zur Ausstellung „.ausgestrahlt“ (Anklicken zum Herunterladen)

Vortrag und Diskussion am 4. Mai 2016

Zum 5. Jahrestag von Fukushima und zum 30. Jahrestag von Tschernobyl eröffnete das Kulturhaus am 7. April 2016 die Informationsausstellung „.ausgestrahlt“. Mit dieser Ausstellung will das Kulturhaus den Blick auf erneuerbare Energien richten. Dazu hält Dr. Erwin Knapek, Mitglied des GtV-Bundesverbandes Geothermie und Präsident des Wirtschaftsforums Geothermie, am Mittwoch, den 4. Mai 2016, um 19 Uhr einen Vortrag mit anschließender Diskussion. Die Ausstellung „.ausgestrahlt“ ist bis 13. Mai 2016 jeweils Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, außerdem während aller öffentlichen Veranstaltungen sowie nach Vereinbarung.

Finissage am 13. Mai 2016 mit musikalischer Darbietung

Zur Finissage am Freitag, den 13. Mai 2016, wird Danny Streete um 20 Uhr uns mit seinen musikalischen Balladen der Rock-, Pop- und Folkgeschichte erfreuen. Sie hören Musik und Geschichten von und über Bob Dylan, Cat Stevens, John Denver u. a.

Finissage ausgestrahlt Plakat
Vortrag/Diskussion sowie Finissage zu „.ausgestrahlt“ (Anklicken zum Herunterladen)

Bunte Herbstferien mit Lilalu am Gerhart-Hauptmann-Ring

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Lilalu
Letztjährige Show in Neuperlach. Foto: Mokati
Lilalu
Showfinale in der letzten Woche der Sommerferien. Foto: Achim Schmidt

Hier werden Kinder und Jugendliche zu wagemutigen Luftartisten, lässigen Tänzern oder furchtlosen Stuntmen: Lilalu, das Bildungs- und Ferienprogramm der Johanniter, bietet in den Herbstferien (2. bis 6. November) in Neuperlach fünftägige Workshops für Drei- bis 16-Jährige an. Für Teilnehmer aus einkommensschwächeren Familien gibt es in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München ermäßigte Tickets. Das Spektrum der von Profis angeleiteten Workshops reicht von Basis-Akrobatik in Tierkostümen (für die Jüngsten) bis Luftartistik, von Ballett bis Hip-Hop, von Parkour bis Stunt-Action und von Seiltanz bis Slackline.

Lilalu
Letztjährige Show in Neuperlach. Foto: Mokati

Die Workshops finden in der Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring 15 statt; die Trainingszeiten sind täglich von 9 bis 16 Uhr. Auf Wunsch werden die Teilnehmer täglich von 7 bis 18 Uhr betreut. Alle Informationen zum Programm und zu den ermäßigten Tickets (ab 17,50 Euro/Woche) gibt es unter www.lilalu.org oder Tel. 01801/54 52 58. Reguläre Tickets sind bei München Ticket erhältlich: www.muenchenticket.de, Tel. 0 89 / 54 81 81 81. Schöne Ferien!

Festring Perlach und Ludwig der Bayer

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Festring Perlach – Ludwig der Bayer
Foto: Festring Perlach
Festring Perlach – Ludwig der Bayer
Foto: Festring Perlach

Nach Regensburg zur Bayerischen Landesausstellung „Ludwig der Bayer – Wir sind Kaiser!“ führte die „Klassenfahrt“ des Perlacher Festring in diesem Jahr. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Bischofshof erwartete die Münchner eine unterhaltsame und informative Geschichtsstunde, endend mit der Erkenntnis, dass man immer wieder etwas Neues erfährt.

Die nächste Festring-Veranstaltung: Führung Naturlehrpfad, Samstag, 23. August 2014, Treff 15:00 Uhr, Krehlebogen/Ecke Holzwiesenstraße, Teilnahme kostenlos

Festring Perlach: Wir sind Kaiser

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Ludwig der Bayer

Zur Bayerischen Landesausstellung „Ludwig der Bayer“ fährt der Festring Perlach am Freitag, den 25. Juli 2014.

Treff: 8:55 Uhr am Perlacher Bahnhof (Bayern-Ticket 5 Personen = 38,– Euro)

Info/Anmeldung unter Tel. 089/637 33 11

Das Kruzifix in Trudering – Mystische Orte (Teil 13)

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Kruzifix Trudering
Kruzifix in Trudering (18.10.2013) © Thomas Irlbeck

Viele Orte sind für jeden auffindbar, da man regelrecht darüber stolpert. Bei dem Kruzifix in Trudering an der Friedenspromenade, Höhe Gartenstadtstraße/Markgrafenstraße, ist dies nicht unbedingt der Fall. Wer mit dem Auto vorbeifährt, wird das Kruzifix kaum entdecken, da es hinter Bäumen in einer kleinen Parkanlage versteckt ist. Die Parkanlage befindet sich an der linken Seite der Friedenspromenade, wenn man von Neuperlach kommend Richtung Wasserburger Landstraße fährt (siehe Umgebungskarte). Die Abgeschiedenheit gibt dem Ort etwas Besonderes, Ruhiges, Idyllisches. Durch die Parkanlage führt ein Fuß- und Radweg zur Feldbergstraße. Radfahrer und Fußgänger leben nicht nur gesünder, sondern sie sehen und erleben auch mehr.

Umgebungskarte Trudering
Umgebungskarte Trudering mit dem Kruzifix und dem neuen Gymnasium. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Zur wohl wichtigsten bildlichen Darstellung des Christentums, dem Kruzifix, wurde in Teil 11 der Mystischen Orte schon alles gesagt, daher möchte ich einfach auf diesen Artikel verweisen: Das Kruzifix vor Oedenstockach.

Der Widerspruch mag sein, dass nur wenige Meter vom Kruzifix entfernt das neue Truderinger Gymnasium errichtet wurde. Es befindet sich bezogen auf das Eingangsfoto hinter dem Fotografen. Es sei hier auf den Artikel Die Mauer – das neue Truderinger Gymnasium stellt sich vor verwiesen.

Die Mauer – das neue Truderinger Gymnasium stellt sich vor

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Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 1 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck

Bereits zu Beginn des neuen Schuljahres 2013/2014 wurde das neue Truderinger Gymnasium eröffnet (Neuperlach.org berichtete von der Bauphase). Höchste Zeit also, den Bau an der Markgrafenstraße (Ecke Friedenspromenade) einmal vorzustellen. Obwohl bereits Schüler unterrichtet werden, wird noch an unzähligen Stellen geschraubt und geschaufelt.

Wie eine Mauer

Der Bau ist wie in der Gegend üblich auf drei Etagen begrenzt. Dennoch wirkt das Gebäude durch seine enorme Länge – es reicht die Markgrafenstraße entlang bis fast an den Truderinger Wald – übermächtig, vereinnahmend. Wie eine Mauer. Trotz Weitwinkelbereich gelang es mir nicht, den Bau an einem Stück in voller Länge zu zeigen.

Womöglich wäre es städtebaulich verträglicher gewesen, ein höheres Gebäude hinzustellen. Dann hätten bei gleicher Gebäudekapazität mehr Freiflächen erhalten werden können. Ausnahmen von der Bauhöhe gibt es bei den Wohnhäusern nebenan an der Felicitas-Füss-Straße. Wie das Gelände früher aussah, zeigen die Bilder ganz am Ende der Bilderstrecke.

Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 2 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 3 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 4 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 5 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 6 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 7 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 8 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck

So sah es früher aus

Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände vor Beginn der Bauarbeiten (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände aus einem leicht anderen Blickwinkel. Ganz rechts im Bild ist die bestehende Grundschule zu sehen (04.05.2011) © Thomas Irlbeck

Man spricht Deutsch

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Gerade erlebt: Eine Frau läuft auf dem Neuperlacher Fußwegsystem und redet ziemlich laut in ihr Handy. Es ist kein Deutsch, das da zu vernehmen ist. Ein Herr läuft wenige Meter entfernt von ihr und gibt lautstark von sich: „((Fluch, zensiert.)) In Deutschland wird Deutsch geredet!“.

Es wäre mir neu, dass es dafür eine Verpflichtung gäbe.

Einen Kopf kleiner machen – Die Wilhelm-Röntgen-Realschule wird modernisiert und gestutzt (Update 10.09.2012)

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Zu seiner alten Schule hat man im Allgemeinen ein besonderes Verhältnis. Tausende Erinnerungen sind damit verbunden. Wie berichtet, wird meine alte Penne, die Wilhelm-Röntgen-Realschule an der Neuperlacher Klabundstraße, umfassend saniert. Die Besonderheit liegt darin, dass es mehr als nur eine normale Sanierung ist, wo ein paar marode Betonstücke entfernt werden. Nein, es ist ein umfassender Umbau, aber auch ein Rückbau, denn das komplette zweite Stockwerk wird abgetragen. Die nun fehlenden Klassenzimmer werden in das nun frei werdende Treppenhaus verlagert, denn in Zukunft braucht man nur eine Verbindungstreppe ins erste Stockwerk. Das Gebäude erhält auch einen Fahrstuhl, mit dem dann die meisten Räume barrierefrei erreicht werden können. Der Unterricht findet in der Umbauphase in einem auf dem Gelände errichteten Containerdorf statt. Da jetzt die Arbeiten so richtig begonnen haben, ist es Zeit, mal ein paar Bilderchen anzufertigen. Leider versperren überall Bäume und Grünzeug den Blick auf den Gebäudekomplex, ein paar Details konnte ich aber dann doch einfangen.

Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Deutlich zu sehen: Das zweite Stockwerk der Wilhelm-Röntgen-Realschule wird abgetragen (04.08.2011) © Thomas Irlbeck
Wilhelm-Röntgen-Realschule
Auch von dieser Seite hat man leider nicht den besten Blick. aber man sieht hier noch die charakteristische Fassade (04.08.2011) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Das Containerdorf stellt sicher, dass der Unterricht nicht ausfallen muss. Jetzt gerade sind aber ohnehin Sommerferien (04.08.2011) © Thomas Irlbeck

Update 10.09.2012

Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten, das Gebäude gibt sich völlig verändert. Würdet ihr eure alte Schule noch wiedererkennen?

Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck

Schule machen (Update 07.09.2012)

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Gymnasium Markgrafenstraße
Hier an der Markgrafenstraße entsteht das Gymnasium Trudering (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände aus einem leicht anderen Blickwinkel. Ganz rechts im Bild ist die bestehende Grundschule zu sehen (04.05.2011) © Thomas Irlbeck

Im Frühjahr 2011 verschwindet eine der wenigen letzten Freiflächen im Münchner Stadtgebiet. Dieses Mal aber für etwas wirklich sehr Sinnvolles, ein dringend benötigtes Gymnasium in Trudering. Es entsteht an der Markgrafenstraße, einer Querstraße der Friedenspromenade, kurz vor dem Truderinger Wald. Die Bauarbeiten haben eben begonnen. Ab dem Schuljahr 2013/2014 sollen hier rund 1.000 Schüler die wunderbare Welt der komplexen Zahlen und vieles mehr erlernen. Weichen musste auf dem Gelände die Pädagogische Farm von Berufsschullehrer Peter Ruch mit Pony-Farm und Indianerzelt. Die Einrichtung hat an der Thomas-Hauser-Straße in Berg am Laim eine neue Heimat gefunden.

Update 07.09.2012

Jetzt, über ein Jahr später, wird klar, wie eng heutzutage gebaut wird. In der Markgrafenstraße fühlt man sich regelrecht von dem Bau, der nun die endgültige Höhe erreicht hat, erschlagen. Die Anwohner, die aus ihren schmucken Häuschen treten, stehen regelrecht vor einer Betonwand. Alle folgenden Bilder sind in der Markgrafenstraße entstanden, nur das letzte Bild zeigt das Gebäude von der anderen Seite – von der Neubausiedlung an der Friedenspromenade aus.

Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck

Den Waldkindergarten vor lauter Bäumen nicht sehen

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Waldkindergarten Trudering
Hier steht man im Wald. Der liebevoll gestaltete Bauwagen ist der Ausgangspunkt des Waldkindergarten Trudering (22.04.2011) © Thomas Irlbeck

Unweit von Trudering und Neuperlach, aber bereits in einer direkten Waldlage im Truderinger Wald, liegt ein ganz besonderer Kindergarten, der Waldkindergarten Trudering. Genauer muss man sagen, dass es gar keinen wirklichen Ort gibt, denn ein Waldkindergarten ist kein Gebäude, sondern ein Kindergarten ohne Dach und Wände. Mutter Natur, der Wald, ist der Betreuungsort. Die Kinder verbringen die ganze Zeit im Freien. Nur für extreme Wetterbedingungen steht ein Unterschlupf zur Verfügung, beim Waldkindergarten Trudering ist es ein Bauwagen. Auch auf konventionelles Spielzeug wird in einem Waldkindergarten weitestgehend verzichtet. Die Kleinen spielen in der Natur, aber Bastelsachen, Malzeug, Decken, Seile und Werkzeug gibt es schon. Das fehlende Bau- und Spielmaterial spendet der Wald, etwa Äste, Gras, Erde, Schnee. Auch Toiletten sind Fehlanzeige. Nennen wir das Kind ruhig beim Namen: Es wird in den Wald gepinkelt, für das große Geschäft dient eine Grube.

Waldkindergarten Trudering
Näher dran am Bauwagen (22.04.2011) © Thomas Irlbeck
Baumhaus
Rund um den Ausgangspunkt gibt es eigentlich nur eines: Bäume. Und ein Baumhaus oder so was Ähnliches  (20.04.2011) © Thomas Irlbeck

Das Konzept des Waldkindergartens ist nicht ganz neu. Es wurde bereits in den 1950er-Jahren in Skandinavien entwickelt, der erste deutsche Waldkindergarten wurde 1993 eröffnet. Inzwischen gibt es in Deutschland einige Hundert Waldkindergärten. Diese Kindergartenform steckt also nicht mehr in den Kinderschuhen.

Das Konzept ist sicher interessant: Eine natürliche Umgebung im wahrsten Wortsinn, in der sich die Kinder viel bewegen, viel frische Luft und noch mehr Licht bekommen. Das stärkt die Abwehrkräfte, und der Wald als Spielplatz regt die Phantasie wohl mehr an als so manches Plastikspielzeug. Weitere Informationen zum Konzept finden sich auf der Website des Waldkindergarten Trudering. Dort wird durchaus schlüssig erklärt, dass die „Waldkinder“ später keine Nachteile zu befürchten haben. So sollen sie in der Schule sogar im Vorteil gegenüber den Kindern aus dem Kindergarten Marke Betonbau sein.

Bildung ist alles, ohne Bildung ist alles nichts

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Bildungslokal
Das Bildungslokal im Peschelanger 8. Hier gibt es Bildungsberatung (23.03.2011) © Thomas Irlbeck

Im Ladengeschäft Peschelanger 8 im Marx-Zentrum war lange Zeit eine Reinigung untergebracht, später konnte man dann seine Haut in einem Sonnenstudio bräunen, und das ganz ohne Billigflug nach Malle. Doch das ist nun alles Geschichte. Gestern hat nun ein städtisches Bildungslokal eröffnet, das dritte seiner Art in München, nach den Standorten Hasenbergl und Schwanthalerhöhe. Beratung, Information und fachlichen Austausch in puncto Bildung für den ganzen Stadtteil will man anbieten, wodurch unter anderem Bildungslücken geschlossen und Bildungsbiographien verbessert werden sollen. Ein wesentlicher Grundsatz ist das „Lernen vor Ort“, Bildung soll im Stadtteil gefördert werden, weil sie dort erfahrungsgemäß besonders effektiv und erfolgreich ist. Aber auch als Nachbarschaftseinrichtung und somit als Ort der Begegnung soll das Lokal fungieren. Da das Lokal nicht gewinnorientiert arbeitet, darf man nun auf einen bremsenden Effekt der Lädenfluktuation im Marx-Zentrum hoffen, zumindest an dieser einen Stelle.

Bildungslokal
Früher wurde hier eine künstliche Sonne angeboten (23.03.2011) © Thomas Irlbeck

Eine Nachfrage meinerseits, ob man sich bewusst für Standorte entschieden habe, die häufig mit Migrationsproblemen in Verbindung gebracht werden (mindestens Hasenbergl und Neuperlach legen das nahe, ob zu Recht oder nicht, soll jetzt nicht näher erörtert werden), sodass möglicherweise ein höherer Bildungsbedarf bestehe, wurde von der Bildungsmanagerin entschieden verneint. Jeder kann sich nun seinen Teil denken, ich persönlich fände es nicht schlimm, wenn dies die eigentliche Standortintention wäre.

Wer sich näher von fachlicher Seite für die Einrichtung interessiert, am 30.03.2011, von 17 bis 19 Uhr, stellt sich die Einrichtung in einem „offenen Fachaustausch“ vor. Für alle Interessierten im Stadtteil gibt es außerdem am 12.05.2011, von 15 bis 20 Uhr, einen „Tag der offenen Tür“. Anfahrt per ÖPNV: U5 bis Quiddestraße, dann Ringlinie 197 Innenring bis Peschelanger. Oder U5 bis Neuperlach Zentrum, dann Ringlinie 197 Außenring bis Peschelanger. Das Lokal liegt neben dem Rewe City.