Nach dem Krieg gewachsen (Das historische Haus, Folge 16)

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Wittelsbacherstraße, aufgestockt
Bild 1. Das Haus an der Wittelsbacherstraße 15 vor dem Baldeplatz. Die Wittelsbacherbrücke ist auch gleich hier, sie ist hinter dem Fotostandpunkt (31.03.2017) © Thomas Irlbeck

Unserer heutiges Haus in der Wittelsbacherstraße 15 in der Isarvorstadt ist vom Stil der Neurenaissance zuzuordnen. Als Kontrast zu dieser Epoche fällt bereits auf den ersten Blick das oberste Stockwerk auf, das wegen des weit einfacheren Baustils ein wenig wie ein Fremdkörper wirkt. Dies lässt den Schluss zu, dass dieses Geschosss nachträglich und viel später gebaut wurde. Und, richtig, das Haus selbst wurde noch im 19. Jahrhundert fertiggestellt, das vierte Stockwerk (fünfte Geschoss) wurde erst 1954 daraufgesetzt, wodurch das Haus aber auch seine Erkertürmchen verlor. Im Erdgeschoss befindet sich das italienische Restaurant Fugazi N°15.

Zwar befindet sich das Haus an einem verkehrsreichen Punkt, aber die Isar, die fast unmittelbar vor dem Haus fließt und fließt und fließt, entschädigt.

Wittelsbacherstraße, aufgestockt
Bild 2 (31.03.2017) © Thomas Irlbeck
Wittelsbacherstraße, aufgestockt
Bild 3 (31.03.2017) © Thomas Irlbeck

Der Bayerische Denkmal-Atlas weiß zu dem Gebäude Folgendes zu berichten:

Mietshaus, ehemals viergeschossiger Eckbau am Baldeplatz mit Fassadengliederung im Stil der Neurenaissance, Rohbackstein mit Putzgliederungen, mit Eckerkertürmchen, flachen Mittelrisaliten, Balkonen, gebändertem Erdgeschoss und Figurennischen, von P. W. Fitzky, 1889, nach dem Zweiten Weltkrieg um ein Geschoss erhöht.

Noch ein Artikel zum Thema Aufstockung, aber nun aus der Jetzt-Zeit.

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

8 Gedanken zu „Nach dem Krieg gewachsen (Das historische Haus, Folge 16)“

  1. Ich war früher mal ab und zu in einem Haus in der Gegend zu Besuch, da wohnte eine Klassenkameradin. Da war ich in der 1. oder 2. Grundschulklasse. Ich bin ja in der Gegend aufgewachsen, bevor es 1974 nach Neuperlach ging. Aber jetzt das Entscheidende: Ich meine mich erinnern zu können, dass auch das Haus der Klassenkameradin aufgestockt worden war. Es könnte auch das Haus aus dem Bild gewesen sein, aber möglicherweise sind da noch mehrere aufgestockt worden. Mal schauen, vielleicht finde ich da noch ein paar Fotomotive.

  2. Man sieht schon deutlich, dass es ein einfacherer Stil ist. Die Fassade des „Aufstockers“ ist ja im Unterschied zum Rest fast glatt. Aber es wirkt dennoch zumindest akzeptabel harmonisch.

  3. Vermutlich hat man sich in der Nachkriegszeit – 1954 – auch nicht so viele Gedanken gemacht. Man brauchte Wohnraum und hat wohl die erlaubte Bauhöhe nachträglich ausgereizt. Heute würde man so etwas kaum mehr genehmigen.

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