Besichtigung im neuen Pflegeheim Neuperlach

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Die Zimmer haben weit heruntergezogene Fenster, quasi als Ersatz für Balkone, denn die fehlen (11.08.2009) © Thomas Irlbeck

Seit Mai letzten Jahres wird das Pflegeheim „Phönix Seniorenzentrum Neuperlach“ vor meinem Haus hochgezogen. Ich komme dauernd dran vorbei, alle Fenster meiner Wohnung zeigen den Bau, er dominiert folglich den Alltag. Da will man doch auch mal wissen, wie es innen aussieht, natürlich noch vor der offiziellen Eröffnung und bevor die ersten Bewohner einziehen.

Gestern war es dann so weit. Die Pflegedienstleitung erwartet mich schon vor dem Eingang. Die Heimleiterin und der Architekt stoßen dazu. Nun geht es los.

Als Erstes fällt mir auf, dass das Heim innen viel bunter ist als außen. Jedes Stockwerk hat eine Leitfarbe. Nun aber ist so ein Heim einfach ein Heim. Vielleicht wenig spektakulär, aber ein paar Besonderheiten und Interessantes gibt es dann doch im Laufe dieses Berichts.

In einer Wohneinheit integriertes Badezimmer (11.08.2009) © Thomas Irlbeck

Ich schaue mir zunächst eine der Wohneinheiten an. Die Bewohner bringen ihre Möbel mit – Ausnahmen sind lediglich Bett und Nachtkästchen. Entsprechend sind derzeit die Zimmer einfach leer. Aber gewissermaßen „bunt leer“.

Jede Wohneinheit (sprich Zimmer) hat ein angegliedertes Bad. Natürlich barrierefrei und auch generell gut geeignet für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

In der großzügigen Lounge, die sich in jedem Stockwerk findet, sollen alle Bewohner die Mahlzeiten einnehmen. Nur in Ausnahmefällen gibt es das Essen aufs Zimmer.

Lounge mit Stationsküche (11.08.2009) © Thomas Irlbeck

Die Mahlzeiten werden in einer eigenen Großküche im Souterrain bereitet. Hier wird derzeit noch gebaut und daher kein Zutritt gewährt. Also leider keine Fotos. Dafür wird mal ein Blick in den Innenhof geworfen. In diesem wird nun doch kein Teich installiert, aber ein Brunnen. Die Brücke, welche die Souterrain-Abgrabung überspannt, und damit für den Innenhofeingang fundamental wichtig ist, fehlt noch.

Der Innenhof mit Brunnen in Vorbereitung (im Bild unten leicht rechts). Der Eingang (links) kann in Ermangelung der fehlenden Brücke noch nicht benutzt werden, es sei denn, man möchte auf unsanfte Art die Abgrabung kennen lernen (11.08.2009) © Thomas Irlbeck

Demenzkranke laufen gerne im Kreis, und von Medizinern wird dies im Allgemeinen unterstützt. Bedingt durch der U-Form des Gebäudes kann innen kein „richtiger“ Rundkurs angelegt werden. Aber dafür draußen. Denn zur geschlossenen Demenzabteilung gehört ein eigener kleiner Erlebnisgarten mit integriertem Rundkurs. Dort soll noch ein Bereich mit Beeten angelegt werden, in dem die Kranken dann selbst garteln können. Das Bild zeigt im rechten Bereich einen Ausschnitt des Erlebnisgartens.

Blick auf eine der drei Terrassen sowie auf den Erlebnisgarten der Demenzabteilung mit dem Rundkurs (11.08.2009) © Thomas Irlbeck

Schön ist, dass man die bunt bemalte Mauer des alten Kindergartens bzw. des Jugendheims 6-Eck erhalten hat. Sie ist jetzt ein Teil des Erlebnisgartens. Wie ich erfahre, soll die Mauer aber neu gestrichen werden. Die schönen Bilder werden verschwinden. Schade.

So haben die Bewohner – die ersten ziehen am 16. September ein – nichts von diesen Malereien. Aber ein Heim, das innen bunter ist und geräumiger wirkt, als es das Grau außen nahe legt.

Die Besichtigung neigt sich nun dem Ende. Ich stelle noch diverse Fragen, obwohl ich während der Besichtigung schon so viel gefragt habe. Was hier noch erwähnenswert ist: Entgegen vieler Presseberichte wird die Cafeteria sich nicht nach außen öffnen, also keine Gaststättenkonzession erhalten. Sie ist exklusiv für die Heimbewohner und ihre Besucher da. Eine Beatmungsstation wird nicht realisiert. Aber ein Bereich mit jungen Pflegebedürftigen unter 60.

Weitere Bilder von der Besichtigung und auch noch einmal die hier gezeigten Bilder in höherer Auflösung gibt es auf flickr. Einfach hier klicken!

Zur offiziellen Website Phönix Haus Neuperlach

2 Gedanken zu „Besichtigung im neuen Pflegeheim Neuperlach“

  1. Farbige Stockwerke sind dafür, daß man sich nicht so leicht verläuft bzw. aufzugtechnisch verfährt.
    Für die KiGa-Mauer können sie ja eine Wand hinmachen, wo die Heimbewohner selbst was malen können. Oder die Nachbarn. Oder gemeinsam. Ich würd da gern mitmalen, wenn Du keine Lust hast.
    Ich habe gern mit alten Herrschaften zu tun.

  2. Scheinbar ist der 50er Jahre Stil zurzeit wieder sehr Beliebt.
    Die Beleuchtung im Gebäude sieht ja wirklich nach 50er Jahre stil aus.
    Und so Modern siehts in dem Altenheim scheinbar auch nicht aus.

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