Mit Mitte 40 kann man noch wachsen! (Großes Update 23.11.2015)

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Aufstockung BayWa-Hochhaus
Bild 1 – vom Effnerplatz aus gesehen (27.08.2015) © Thomas Irlbeck

Beim Menschen ist das Körperwachstum etwa mit spätestens 20 Lenzen abgeschlossen. Aber ein Hochhaus ist ja eine Art Supermensch. Das BayWa-Hochhaus in Bogenhausen hat schon 46 Jahre auf dem Buckel (1969 fertiggestellt), aber nun wächst es wieder. Derzeit findet nämlich ein eher ungewöhnlicher Vorgang statt. Das 18-stöckige Haus wird umgebaut, saniert und dabei auch um drei Geschosse plus Technikstockwerk aufgestockt. Aus 61,2 Metern werden 76,1 Meter.

Nicht nur die vergrößerte Höhe wird das Gebäude in Zukunft schlanker erscheinen lassen, auch eine Fassadenneugestaltung soll dem Gebäude zu mehr optischer Schlankheit verhelfen. Gegen die Aufstockung hatte es Proteste vom Bezirksausschuss gegeben, da die Verschattung der Umgebung zunimmt. Eine Studie sieht aber nur eine minimale Zunahme und auch nur in wenigen Monaten – Januar bis März sowie im September und Oktober. Nach Meinung des Bezirksausschusses würde aber auch das Erscheinungsbild der Großskulptur Mae West (in Bild 1 ganz rechts ansatzweise zu sehen) beeinträchtigt werden.

Aufstockung BayWa-Hochhaus
Bild 2 – vom Arabellapark aus gesehen (27.08.2015) © Thomas Irlbeck
Aufstockung BayWa-Hochhaus
Bild 3 (27.08.2015) © Thomas Irlbeck
Aufstockung BayWa-Hochhaus
Bild 4 (27.08.2015) © Thomas Irlbeck

Quellen:

Umbau und Sanierung BayWa-Hochhaus (mit interessanten architektonischen Details)

Etagen-Kampf um das BayWa-Hochhaus (tz)

BayWa-Tower: BA missbilligt Aufstockung (Unser Bogenhausen)

Licht und Schatten – Verdichtungsdebatte wegen der Erhöhung des BayWa-Hauses (Süddeutsche Zeitung)

Update 23.11.2015

Die Pressereferentin der BayWa AG hat mir freundlicherweise Rendering-Grafiken vom geplanten späteren Aussehen der BayWa-Konzernzentrale gesendet (Bild 5 bis 7). Ebenso einen Pressetext, der interessante Details über die Revitialisierung des Sternhauses verrät. Die Bilder und den Text veröffentliche ich im Rahmen eines großen Updates. Vielen Dank!

BayWa-Hochhaus
Bild 5: Rendering-Grafik mit dem geplanten Aussehen der revitalisierten BayWa-Konzernzentrale. Mit freundlicher Genehmigung der BayWa AG
BayWa-Hochhaus
Bild 6: Mit freundlicher Genehmigung der BayWa AG
BayWa-Hochhaus
Bild 7: Mit freundlicher Genehmigung der BayWa AG

Großbaustelle BayWa Hochhaus
Revitalisierung des Sternhauses ein Gewinn für Bogenhausen

München, 23.11.2015 – Zwei weithin sichtbare 100-Meter-Kräne lassen Interessantes vermuten: Das BayWa Hochhaus wandelt sich. Aus dem in die Jahre gekommenen sogenannten Sternhaus am Arabellapark wird ein architektonischer Blickfang für den Osten Münchens. Die Arbeiten dazu sind im vollen Gange: Nach dem Rückbau läuft nun die Hochbauphase an. Gleichzeitig können bis zu 300 Arbeiter von 25 Firmen im Einsatz sein, 20 Einzelgewerke sind umzusetzen. Im Fokus: Ästhetik, Bauqualität, Nachhaltigkeit. Das Ergebnis am Ende der gut zweijährigen Bauzeit soll sein: eine moderne Konzernzentrale für ein internationales Münchner Traditionsunternehmen und ein ansprechendes Bauwerk für die Landeshauptstadt. Im Zuge der Modernisierung und Aufstockung wird der Baukörper höher, schlanker und optisch leichter. Das kreuzförmige Haupthaus gewinnt rund 7.000 Quadratmeter neue Bürofläche. Ergänzend dazu entsteht ein separates vierstöckiges Campusgebäude mit weiteren 5.500 Quadratmetern Platz. Eingebettet sind beide Bauten in einer Grünanlage.

Das Sternhaus, seit über 40 Jahren Konzernzentrale der BayWa, wird für eine Investitionssumme im unteren dreistelligen Mio.-Bereich generalsaniert, modernisiert und erweitert. Das Ganze ist weit mehr als ein Facelift. Es läuft eine umfassende Revitalisierung mit ganz grundlegenden Veränderungen und Verbesserungen. „An unserem angestammten Firmensitz wollen wir eine optisch ansprechende Konzernzentrale schaffen, die sowohl eine moderne Arbeitswelt bietet als auch die Entwicklung der BayWa widerspiegelt und weiter mitträgt“, erläutert Andreas Helber, Finanz- und Immobilienvorstand der BayWa. „Der architektonisch prägnante Gebäudekomplex soll zeigen: Hier ist der Sitz eines bayerischen Unternehmens, das inzwischen weltweit aktiv ist. Er soll uns aber auch Heimat sein für künftige Jahrzehnte“, so Helber.

Erreicht wird dies durch architektonische Veränderungen, die das Sternhaus aus dem historischen Kontext heraus neu interpretieren, wie es das mit dem Projekt beauftragte Münchner Architekturbüro Hild und K beschreibt. Das bisherige Hochhaus wird um rund 11 Meter aufgestockt. Die Baumaßnahmen im 17. bis 20. Obergeschoss bringen eine zusätzliche Bürofläche von ca. 7.000 Quadratmetern. Dazu wird das 17. Obergeschoss, das im Bestand als Technikgeschoss diente, zurückgebaut und als Vollgeschoss wieder aufgestockt. Die Etagen 18 bis 20 kommen neu hinzu. Dabei handelt es sich um zurückversetzte Staffelgeschosse. Die großzügigen Verglasungen sorgen hier für Helligkeit im Innern und eine leichte Optik von außen. Das 20. Obergeschoss mit Panoramablick auf München und in die Alpen ist für den Konferenzbereich vorgesehen.

Das Hochhaus wird nach Abschluss der Arbeiten eine neue Silhouette haben – deutlich gestreckter und eleganter. „Dies erreichen wir durch entsprechende Rücksprünge und Materialwechsel innerhalb der Gebäudeaußenhaut“, erläutert Prof. Andreas Hild, Lehrstuhlinhaber für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege an der Technischen Universität München, und Mitinhaber des Architekturbüros Hild und K. Die Gestaltung der neuen Fassade setze gezielt auf der vorgefundenen Architektur der 1960er und 1970er Jahre auf und entwickle sie unter heutigen Vorzeichen weiter. „Das Ergebnis ist ein gezacktes Relief aus überlappend angeordneten Glasfaserbetonplatten. Durch die Hinterlegung mit dunklem Metall entsteht ein raffiniertes Licht-Schatten-Spiel“, so der Architekt weiter.

Ergänzt wird der Komplex durch den Bau eines Campusgebäudes: Mit Erdgeschoss und drei Stockwerken gibt es hier weitere 5.500 Quadratmeter Fläche. Eine Esplanade verbindet diesen neuen Bau mit dem Sternhaus, in dem im Erdgeschoss Kantine, Cafeteria und das durch den Umbau stark aufgewertete Foyer untergebracht sind. Zum repräsentativen Charakter der neuen Konzernzentrale sollen auch die Außenanlagen beitragen. Sie werden komplett neu gestaltet und parkähnlich angelegt. Insgesamt werden dies 13.000 Quadratmeter sein, wobei die Grünflächen allein rund 8.000 Quadratmeter umfassen – für den ansonsten stark bebauten Arabellapark eine willkommene grüne Oase für Mitarbeiter ebenso wie für Bewohner im Viertel.

Die bisher oberirdisch angeordneten Parkplätze werden bis auf wenige Buchten unter die Erde verlegt. In der erweiterten Tiefgarage stehen dann mit rund 610 Stellplätzen etwa 150 mehr als bislang zur Verfügung. Ein Park-Sharing-System ermöglicht eine Mehrfachnutzung und sorgt somit für eine optimale Ausnutzung der Parkkapazitäten. Rund 240 Stellplätze, davon 180 überdacht, werden für den Rad fahrenden Teil der Belegschaft eingerichtet. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten legen den Arbeitsweg übrigens mit dem Rad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Hier zahlen sich zentrale Lage und hervorragende Verkehrsanbindung aus.

Einen deutlichen Schritt nach vorn wird es durch die Generalsanierung in Sachen Energieeffizienz des Gebäudes geben. Nachhaltigkeit wird auch beim Betrieb des Sternhauses groß geschrieben: So werden moderne Kühl- und Heizdecken eingezogen. Ein dezentrales Lüftungssystem sorgt unter anderem für CO2-Einsparungen durch Wärmerückgewinnung. Die Energieversorgung erfolgt mit BayWa Ökostrom und Fernwärme sowie über eine Brunnenanlage, bei der das Grundwasser für Heizen und Kühlen genutzt werden kann

Die Belegschaft räumte im Herbst 2014 das Gebäude für die Revitalisierung und zog in ein Ausweichquartier in der Sankt-Martin-Straße 76 um. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll es im Laufe der ersten Jahreshälfte 2017 in die Arabellastraße zurückgehen. Insgesamt lassen sich in dem neuem Gebäudekomplex aufgrund flexibler Büroflächenstrukturen rund 1.800 Arbeitsplätze einrichten, hochwertig und modern ausgestattet für ein zeitgemäßes Arbeiten.

Das Sternhaus wurde im Zuge der Erschließung des Arabellaparks 1969 errichtet. Die BayWa zog dort im Jahr 1976 ein. Zur Sanierung wurde das BayWa Hochhaus in eine Projektgesellschaft eingebracht, an der die BayWa und die Competo Capital Partners GmbH, München, jeweils 50 Prozent halten. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Haus an einen Investor verkauft und von der BayWa langfristig angemietet werden.

Pressetext zur Revitialisierung. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der BayWA AG.