Kafkastraße: Danke, Föhn!

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Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Kafkastraße 62/54 Aufstockung (11.09.2017) © Thomas Irlbeck

Blick von meiner Loggia von heute. Man erkennt sogar einzelne Bäume in den Bergen. Mehr zum Thema: Nachverdichtung nach oben: An der Kafkastraße wird aufgestockt

Nachverdichtung nach oben: An der Kafkastraße wird aufgestockt (Update 04.11.2017)

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Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 1: Montage eines Fußbodenelements des neuen Geschosses. Die schwarzen Elemente (Bildmitte) sind Dämmmaterial (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 2 (18.06.2017) © Thomas Irlbeck

Bei Sanierungen kann man meist auf einen Kran verzichten. Doch in Neuperlach Ost ist von weitem schon ein Kran zu sehen. Es scheint sich also um etwas Größeres zu handeln. Nein, es ist kein Neubau. Vielmehr werden in der Kafkastraße, Höhe Tucholsykstraße, gegenüber der Kirche St. Philipp Neri, zwei derzeit achtstöckige Wohnhäuser (Baujahr 1972) um ein Geschoss aufgestockt. Es entstehen insgesamt vier zusätzliche Dachterrassenwohnungen mit jeweils rund 100 m² in gemischter Ziegel- und Betonbauweise. Es gibt dabei auch eine soziale Komponente. Mit der vereinbarten Mietpreisgarantie müssen die Bewohner keine unerwarteten, drastischen Mieterhöhungen befürchten.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 3: Wachsen sollt ihr! Hier wird aufgestockt. Die Häuser links sind schon höher, sie haben 12 Stockwerke (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Vier zusätzliche Wohnungen entstehen

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Bild 4: Die Häuser nebenan kriegen ein wenig Konkurrenz, auch wenn es nur ein Stockwerk ist (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Man darf sich fragen, ob der enorme Aufwand der Aufstockung für nur vier zusätzliche Wohnungen gerechtfertigt ist. Aber da das Dach ohnehin undicht und damit sanierungsbedürftig war, entstand die Idee, die Gelegenheit zu nutzen und noch ein Geschoss aufzusetzen. Schließlich ist der Bedarf an Wohnraum enorm. Da die beiden Häuser damit zu echten Hochhäusern werden (bei der üblichen Neuperlacher Geschosshöhe ist die Grenze in der Regel mit dem 9. Stockwerk, also dem 10. Geschoss, überschritten), sind verschärfte Vorschriften insbesondere beim Brandschutz zu beachten. Auch gibt es inzwischen bei der Wärmedämmung erhöhte Anforderungen. Dies alles bedeutete sehr intensive Verhandlungen. Oft scheitern solche Projekte am Widerstand von Eigentümern, Bewohnern, Nachbarn und Behörden. Doch hier hat es geklappt. Damit findet nun eine der ganz wenigen Aufstockungen statt, die es bislang in Neuperlach gegeben hat.

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Bild 5: Herrlicher Blick von hier oben. Wer genau hinsieht, erkennt auch das Marx-Zentrum links neben dem Fahrstuhl-Maschinenraum (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Das Projekt ist so spannend, dass ich mir das vor Ort mal anschaue. Der Projektleiter der ausführenden Planungsgruppe Hochbau empfängt mich. Auf dem Rasen liegen vormontierte Platten aus Ziegeln. Sie sehen aus wie Wände, doch ich werde aufgeklärt, dass diese der neue Boden des zusätzlichen Geschosses werden.

Mit dem Behelfslift am Gerüst geht es auf das Dach. Die oberste Schicht des alten Daches wurde abgetragen. Das Dach war wie erwähnt undicht und war bereits mehrfach notdürftig geflickt worden. Tragfähig für ein zusätzliches Geschoss wäre es ohnehin nicht gewesen.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 6: Phantastische Sicht auf die Zwillingstürme (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Die Umrisse der Wohnungen sind bereits zu sehen. In die Aussparungen wird schwarzes Dämmmaterial, das an Kohle erinnert, eingefüllt. Tatsächlich handelt es sich um Foamglas (Schaumglas), das extrem leicht ist. Die neuen Böden werden dann darauf gesetzt und mit Beton vergossen. An einigen Stellen ist es bereits passiert, wie die Bilder zeigen. Die bestehende Attika als Abschluss der entstehenden Dachterrassen muss erhöht werden, die Vorschriften wollen das so.

Die Aufzüge werden bis ins neue oberste 9. Stockwerk fahren. Heutige Aufzüge benötigen keinen Maschinenraum mehr, der ein Geschoss über das Dach hinaussteht. Daher muss der bestehende Maschinenraum nur minimal erhöht werden, um ein zusätzliches Geschoss zu bedienen.

Bewohner profitieren: Neuer Aufzug schneller und halbe Treppe im Erdgeschoss entfällt

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 7: Blick auf das Marx-Zentrum (19.06.2017) Thomas Irlbeck

Für die bestehenden Bewohner hat der Umbau Vorteile: Denn es wird ein neuer, schnellerer Lift eingebaut. Und nicht nur das: Bislang musste man im Erdgeschoss ein halbe Treppe nach oben steigen. Erst von dort – im Hochparterre – startete der Lift. Nun wird er auch auf Straßenniveau halten. Gerade für Ältere, Familien mit kleinen Kindern und Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist das eine erhebliche Verbesserung.

Wenn man derzeit das Haus betritt, steht man zunächst vor dem Aufzugschacht, aber letztlich nur vor einer Wand. Man muss erst ein paar Stufen raufsteigen und steigt dann von der gegenüberliegenden Seite in den Lift.

Das bedeutet aber, dass der bestehende Aufzugsschacht wie gemacht ist für einen Umbau, so als hätte der Architekt Visionen gehabt. Man fräst vorne – auf Straßenniveau – eine zusätzliche Türe rein. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, da an dieser Wand das Gegengewicht der Fahrstuhlkabine läuft. Niemand möchte von so etwas geköpft werden. Daher muss das Gegengewicht an die Seite verlegt werden. Die Fahrstuhlkabine bekommt logischerweise zwei gegenüberliegende Türen, die zusätzliche ist dann für den neuen Halt im Erdgeschoss (Straßenniveau) vorgesehen.

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Bild 8 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 9: Blick Richtung Graf-Zentrum (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 10 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 11: Detail Bodenplatte (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 12 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 13: Für die Bewohner geht es nicht ganz ohne Einschränkungen. Der Weg ist hier unterbrochen (18.06.2017) © Thomas Irlbeck

Update (29.06.2017)

Nach nur einer Woche stehen die ersten Mauern in einer Kombination aus Beton (Außenwände) und Ziegel (Innenwände).

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Bild 14 : Flach war gestern – das neue Dach bekommt eine sanfte Schräge. Das Wasser bedankt sich dafür, dass es leichter abfließen kann (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 15 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 16 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 17 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 18 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 19 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 20 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Update (30.06.2017)

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Bild 21: Teleaufnahme von meiner Loggia aus (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Update (10.07.2017)

Das Dach ist inzwischen in großen Teilen gedeckt.

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Bild 22 (10.07.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 23 (10.07.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 24 (10.07.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Fenster werden eingesetzt (19.07.2017)

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Bild 25 (19.07.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 26 (19.07.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Wärmedämmung abgeschlossen (28.08.2017)

Das zusätzliche Geschoss hat nun seine Wärmeplatten erhalten. Der Winter kann kommen.

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Bild 27 (28.08.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 28 (28.08.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Fassade verputzt (04.09.2017)

Die Außenwände sind nach der angebrachten Wärmedämmung nun verputzt.

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Bild 29 (04.09.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Neue Farbe (ab 06.09.2017)

Ein neues Stockwerk kommt, die alte Farbe geht.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 30 (06.09.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 31 (08.09.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 32: Danke an den Föhn! (11.09.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Gerüstabbau, Weitblick aus Neubiberg (04.11.2017)

Das Gerüst wurde bereits teilweise abgebaut:

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 33 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 34 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck

Sogar aus Unterbiberg kann man das aufgesetzte Geschoss sehen. Man muss genau hinschauen, es ist links, oberhalb des weißen Schriftzugs:

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 35: Aufstockung gesehen aus Unterbiberg. Foto: Lesereinsendung (04.11.2017)

In der Vergrößerung ist es besser zu sehen, linker Bildbereich:

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Bild 36: Aufstockung gesehen aus Unterbiberg. Foto: Lesereinsendung (04.11.2017)

Aufgestockt, aber harmonisch (Das historische Haus, Folge 18)

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Wittelsbacherstraße, aufgestockt
Ansicht mit Eingangsbereich  (31.03.2017) © Thomas Irlbeck
Wittelsbacherstraße, aufgestockt
Foto: Rufus46 / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Unser heutiges Objekt ist ein Mietshaus an der Wittelsbacherstraße 20 im Bezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Analog zu seinem naheliegenden Bruder in der Wittelsbacherstraße 15 hat man dem Bau nach dem Zweiten Weltkrieg noch ein zusätzliches Geschoss verpasst. Nun hat er vier Stockwerke. Im Unterschied zu Haus 15 ist die Aufstockung weit harmonischer geschehen und fällt nur bei genauerem Blick auf.

Bei dem Bau sticht besonders der Risalit hervor (im großen Foto im linken Bereich), der im 2. und 3. Stockwerk mit Säulen verziert ist. Der obere Abschluss dieses Risalits wurde bei der Aufstockung zum Balkon im obersten Stockwerk, was die ohnehin verträgliche Gebäudeerweiterung unterstreicht. Auch der Eingangsbereich ist aufwändig gestaltet. Der Bayerische Denkmal-Atlas hat über den Bau Folgendes zu berichten:

Mietshaus, ehemals viergeschossiger, repräsentativer Eckbau auf polygonal gebrochenem Grundriss, mit reicher Fassadengliederung im Stil der Neurenaissance mit Barockelementen, mit Erkern, Risalit mit Säulenstellung, Pilastern, Balkonen, Rustizierungen und Stuckdekor, von Albin Lincke und Carl Vent, 1895-97, nach dem Zweiten Weltkrieg um ein Geschoss erhöht; bildet eine Einheit mit Auenstraße 37

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Waschbeton am Funkmast – Langweilige Bauten (Folge 2)

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Waschbeton am Funkmast
Bild 1: Waschbeton am Funkmast. Blick von der Heinrich-Lübke-Straße (30.03.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 2: Ansicht mit dominierendem Funkmasten. Rechts die BLM, im Hintergrund ist ein Stückchen des Waschbeton-Baus zu sehen (02.04.2017) © Thomas Irlbeck

Unser heutiges Objekt in Neuperlach Mitte an der Heinrich-Lübke-Straße 25, Ecke Schumacherring, wurde von der Deutschen Bundespost errichtet. Der Telekommunikationsbereich firmiert ja heute bekanntlich unter „Deutsche Telekom“. Das Halteverbotsschild mit Ausnahmen für Fahrzeuge der Deutschen Telekom bestätigt dies. Der Bau wurde einmal um ein Geschoss aufgestockt, wohl in den 1980er-Jahren. Daneben liegt die BLM (Bayerische Landeszentrale für neue Medien) und der Telekom-Funkmast, der hier vor ein paar Tagen schon einmal vorgestellt wurde (Unser Telekom-Funkmast in Neuperlach Mitte).

Waschbeton am Funkmast
Bild 3: Detailansicht Fassade (02.04.2017) © Thomas Irlbeck

Die einzige Erwähnenswerte des Quaderbaus scheint die Waschbeton-Fassade zu sein). Irgendwelche architektonischen Spielereien hielt man bei Gewerbebauten offenbar nicht für angebracht.

Bei Waschbeton handelt es sich um Beton, dessen Gesteinskörnung durch eine besondere Oberflächenbehandlung erzeugt wird. Er wird vor allem als dekoratives Element für Fassaden eingesetzt. Die Bezeichnung kommt daher, dass nach Entfernung der Gussform die Zementschlämme mit einem starken Wasserstrahl ausgewaschen werden. Die Herstellung ist genauer auf Wikipedia beschrieben.

Nur auf den ersten Blick Langeweile

Ein genauerer Blick zeigt jedoch Außentüren im ersten und zweiten Stockwerk, die offenbar in den Abgrund führen, haben sie doch sogar eindeutig Außengriffe.

Waschbeton am Funkmast
Bild 4: Türen in den Abgrund? (30.03.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 5 (30.03.2017) © Thomas Irlbeck

Funktion des Gebäudes

Die niedrigen Fenster lassen auf ein Betriebsgebäude mit technischen Telekommunikationseinrichtungen schließen, weniger auf Büros. Die Außentüren wurden sehr wahrscheinlich dafür vorgesehen, Telekommunikations-Komponenten im Falle von Defekten oder bei Austausch durch leistungsstärkere Versionen auf einfache Weise – mithilfe eines mobilen Lkw-Krans – an- bzw. abliefern zu können. Das Schild mit der Warnung vor schwebenden Lasten weist darauf hin. Ein fest installierter Kran ist nicht vorhanden, auch zeigt Google Maps keine Reste einer solchen Einrichtung auf dem Dach. Aber für das unterste Stockwerk, für das auch ein paar Zentimeter Höhenunterschied zu bewältigen sind, wurde eine Hebebühne im Boden vor dem Gebäude eingelassen. Dort ist auch die allgemeine Anlieferung.

Waschbeton am Funkmast
Bild 6: Ladetüre im Erdgeschoss (02.04.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 7: Das Schild warnt vor der Gefahr. Der Aufenthalt bzw. Verkehr unterhalb von schwebenden Lasten ist verboten! (02.04.2017) © Thomas Irlbeck

Über eine heute abweichende Nutzung ist nichts Näheres bekannt. Laut Werbeplakat am Gebäude sind in dem Gebäude Büros/Gewerbeflächen, die alle vermietet sind.

Waschbeton am Funkmast
Bild 8: Das Gebäude vom Anfang des Schumacherring aus gesehen (30.03.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 9: Ein Stückchen dem Schumacherring gefolgt (30.03.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 10: Eingangsbereich (02.04.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 11: Anfahrtsbereich (02.04.2017) © Thomas Irlbeck

Zu den übrigen Folgen „Langweilige Bauten“

Nach dem Krieg gewachsen (Das historische Haus, Folge 16)

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Wittelsbacherstraße, aufgestockt
Bild 1. Das Haus an der Wittelsbacherstraße 15 vor dem Baldeplatz. Die Wittelsbacherbrücke ist auch gleich hier, sie ist hinter dem Fotostandpunkt (31.03.2017) © Thomas Irlbeck

Unserer heutiges Haus in der Wittelsbacherstraße 15 in der Isarvorstadt ist vom Stil der Neurenaissance zuzuordnen. Als Kontrast zu dieser Epoche fällt bereits auf den ersten Blick das oberste Stockwerk auf, das wegen des weit einfacheren Baustils ein wenig wie ein Fremdkörper wirkt. Dies lässt den Schluss zu, dass dieses Geschosss nachträglich und viel später gebaut wurde. Und, richtig, das Haus selbst wurde noch im 19. Jahrhundert fertiggestellt, das vierte Stockwerk (fünfte Geschoss) wurde erst 1954 daraufgesetzt, wodurch das Haus aber auch seine Erkertürmchen verlor. Im Erdgeschoss befindet sich das italienische Restaurant Fugazi N°15.

Zwar befindet sich das Haus an einem verkehrsreichen Punkt, aber die Isar, die fast unmittelbar vor dem Haus fließt und fließt und fließt, entschädigt.

Wittelsbacherstraße, aufgestockt
Bild 2 (31.03.2017) © Thomas Irlbeck
Wittelsbacherstraße, aufgestockt
Bild 3 (31.03.2017) © Thomas Irlbeck

Der Bayerische Denkmal-Atlas weiß zu dem Gebäude Folgendes zu berichten:

Mietshaus, ehemals viergeschossiger Eckbau am Baldeplatz mit Fassadengliederung im Stil der Neurenaissance, Rohbackstein mit Putzgliederungen, mit Eckerkertürmchen, flachen Mittelrisaliten, Balkonen, gebändertem Erdgeschoss und Figurennischen, von P. W. Fitzky, 1889, nach dem Zweiten Weltkrieg um ein Geschoss erhöht.

Noch ein Artikel zum Thema Aufstockung, aber nun aus der Jetzt-Zeit.

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Aus 6 mach 8, das Ergebnis ist erst einmal 0! Teilweiser Baustopp an der Gewofag-Baustelle (Update 17.10.2017)

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Gewofag, Neuperlach Süd
Bild 1: Die Gewofag-Baustelle. Für einen der beiden hier geplanten Gebäudekomplexe (den südlichen) wurde ein Baustopp verhängt. Wir sehen hier vor allem den nördlichen Teil (WA1), der südliche (WA2) ist im Bild ganz links (26.02.2017) © Thomas Irlbeck
GEWOFAG, Neuperlach Süd
Bild 2: Sozialer Wohnungsbau mit gefalteten Fassaden, Loggien, ziegelrotem Kratzputz und Klinkersockel. So soll es einmal aussehen (26.02.2017) © Thomas Irlbeck

Die Wohnungsnot ist in München so groß wie noch nie, vor allem fehlt bezahlbarer Wohnraum. Da sind die Gewofag-Mietwohnungen, die derzeit in Neuperlach Süd an der Carl-Wery-Straße, Höhe Therese-Giehse-Allee, gegenüber dem Leonardo Hotel, entstehen, eine Bereicherung. Die 438 Wohnungen werden sozial gefördert, wobei verschiedene Fördermodelle zum Einsatz kommen. Der größte Teil der Teil der Wohnungen fällt unter den KMB (Konzeptioneller Mietwohnungs-Bau), ein weiterer Teil der Wohnungen basiert auf dem Modell München-Modell-Miete und beim Rest kommt eine einkommensorientierte Förderung zum Tragen. Bei den KMB-Wohnungen gelten keine Einkommensgrenzen, sodass sie für alle Münchner interessant sind, dennoch werden diese Wohnungen über 60 Jahre verhältnismäßig günstig vermietet. Denn in dieser Zeit ist garantiert, dass die Miete nur im Rahmen der Anpassung an den Verbraucherpreisindex erhöht wird.

Baustopp für den Komplex WA2 (südlich)

GEWOFAG, Neuperlach Süd
Bild 3: Mit acht Geschossen schafft man  mehr Wohnraum als mit sechs, dachte sich die Stadt. Dabei sollen aber einige Vorschriften verletzt worden sein (26.02.2017) © Thomas Irlbeck

Doch leider gibt es mit dem Bauvorhaben derzeit mächtig Ärger. Wie die Abendzeitung berichtete, darf der südliche Gebäudekomplex (WA2) vorerst nicht weitergebaut werden. Nachbarn hatten geklagt, weil die Stadt die Gebäude nicht wie ursprünglich geplant bei sechs Geschossen belassen, sondern teilweise auf acht Geschosse aufgestockt hatte. Dabei seien laut Gericht unter anderem Mindestabstände überschritten worden. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wehrt sich gegen Kritik seitens der CSU, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Reiter bringt dabei unter anderem vor, dass die Aufstockung der beiden Gebäude von sechs auf acht Geschosse auch von den CSU-Stadträten im Gewofag-Aufsichtsrat beschlossen worden sei.

GEWOFAG, Neuperlach Süd
Bild 4 (26.02.2017) © Thomas Irlbeck

Der Komplex WA1 (nördlich) ist nicht betroffen. Hier gehen die Bauarbeiten weiter und es bleibt entsprechend bei acht Geschossen.

Hoffen wir einmal, dass der teilweise Baustopp bald aufgehoben werden kann, aber erfahrungsgemäß ziehen sich solche Umplanungen oft stark in die Länge. Etwaige weitere Gerichtsverfahren könnten weiter auf die Bremse treten. Eine etwaig geänderten Planung soll so erfolgen, dass auch der südliche Komplex WA2 mit acht Geschossen errichtet werden kann. Die Fotos zeigen die Baustelle und sind gestern, am Sonntag, den 26.02.2017, entstanden.

Update (24.06.2017)

Es soll nun einen Kompromiss mit gestaffelter Höhe geben. Der Nordbau soll sechs bis acht Geschosse erhalten, der Südbau zwischen zwei uns sieben. Es sollen 376 Wohnungen entstehen statt 422 (anderen Quellen zufolge waren es 438). In den ältesten Planungen mit sechsgeschossiger Bauweise waren es noch 327 Wohnungen.

Update (01.08.2017)

Jetzt wächst der Bau in die Höhe.

Gewofag, Neuperlach Süd
Bild 5 (01.08.2017) © Thomas Irlbeck

Update (29.08.2017)

Gewofag, Neuperlach Süd
Bild 6 (29.08.2017) © Thomas Irlbeck

Update (17.10.2017)

Gewofag, Neuperlach Süd
Bild 7 (17.10.2017) © Thomas Irlbeck
Gewofag, Neuperlach Süd
Bild 8 (17.10.2017) © Thomas Irlbeck

Mit Mitte 40 kann man noch wachsen! (Großes Update 23.11.2015)

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Aufstockung BayWa-Hochhaus
Bild 1 – vom Effnerplatz aus gesehen (27.08.2015) © Thomas Irlbeck

Beim Menschen ist das Körperwachstum etwa mit spätestens 20 Lenzen abgeschlossen. Aber ein Hochhaus ist ja eine Art Supermensch. Das BayWa-Hochhaus in Bogenhausen hat schon 46 Jahre auf dem Buckel (1969 fertiggestellt), aber nun wächst es wieder. Derzeit findet nämlich ein eher ungewöhnlicher Vorgang statt. Das 18-stöckige Haus wird umgebaut, saniert und dabei auch um drei Geschosse plus Technikstockwerk aufgestockt. Aus 61,2 Metern werden 76,1 Meter.

Nicht nur die vergrößerte Höhe wird das Gebäude in Zukunft schlanker erscheinen lassen, auch eine Fassadenneugestaltung soll dem Gebäude zu mehr optischer Schlankheit verhelfen. Gegen die Aufstockung hatte es Proteste vom Bezirksausschuss gegeben, da die Verschattung der Umgebung zunimmt. Eine Studie sieht aber nur eine minimale Zunahme und auch nur in wenigen Monaten – Januar bis März sowie im September und Oktober. Nach Meinung des Bezirksausschusses würde aber auch das Erscheinungsbild der Großskulptur Mae West (in Bild 1 ganz rechts ansatzweise zu sehen) beeinträchtigt werden.

Aufstockung BayWa-Hochhaus
Bild 2 – vom Arabellapark aus gesehen (27.08.2015) © Thomas Irlbeck
Aufstockung BayWa-Hochhaus
Bild 3 (27.08.2015) © Thomas Irlbeck
Aufstockung BayWa-Hochhaus
Bild 4 (27.08.2015) © Thomas Irlbeck

Quellen:

Umbau und Sanierung BayWa-Hochhaus (mit interessanten architektonischen Details)

Etagen-Kampf um das BayWa-Hochhaus (tz)

BayWa-Tower: BA missbilligt Aufstockung (Unser Bogenhausen)

Licht und Schatten – Verdichtungsdebatte wegen der Erhöhung des BayWa-Hauses (Süddeutsche Zeitung)

Update 23.11.2015

Die Pressereferentin der BayWa AG hat mir freundlicherweise Rendering-Grafiken vom geplanten späteren Aussehen der BayWa-Konzernzentrale gesendet (Bild 5 bis 7). Ebenso einen Pressetext, der interessante Details über die Revitialisierung des Sternhauses verrät. Die Bilder und den Text veröffentliche ich im Rahmen eines großen Updates. Vielen Dank!

BayWa-Hochhaus
Bild 5: Rendering-Grafik mit dem geplanten Aussehen der revitalisierten BayWa-Konzernzentrale. Mit freundlicher Genehmigung der BayWa AG
BayWa-Hochhaus
Bild 6: Mit freundlicher Genehmigung der BayWa AG
BayWa-Hochhaus
Bild 7: Mit freundlicher Genehmigung der BayWa AG

Großbaustelle BayWa Hochhaus
Revitalisierung des Sternhauses ein Gewinn für Bogenhausen

München, 23.11.2015 – Zwei weithin sichtbare 100-Meter-Kräne lassen Interessantes vermuten: Das BayWa Hochhaus wandelt sich. Aus dem in die Jahre gekommenen sogenannten Sternhaus am Arabellapark wird ein architektonischer Blickfang für den Osten Münchens. Die Arbeiten dazu sind im vollen Gange: Nach dem Rückbau läuft nun die Hochbauphase an. Gleichzeitig können bis zu 300 Arbeiter von 25 Firmen im Einsatz sein, 20 Einzelgewerke sind umzusetzen. Im Fokus: Ästhetik, Bauqualität, Nachhaltigkeit. Das Ergebnis am Ende der gut zweijährigen Bauzeit soll sein: eine moderne Konzernzentrale für ein internationales Münchner Traditionsunternehmen und ein ansprechendes Bauwerk für die Landeshauptstadt. Im Zuge der Modernisierung und Aufstockung wird der Baukörper höher, schlanker und optisch leichter. Das kreuzförmige Haupthaus gewinnt rund 7.000 Quadratmeter neue Bürofläche. Ergänzend dazu entsteht ein separates vierstöckiges Campusgebäude mit weiteren 5.500 Quadratmetern Platz. Eingebettet sind beide Bauten in einer Grünanlage.

Das Sternhaus, seit über 40 Jahren Konzernzentrale der BayWa, wird für eine Investitionssumme im unteren dreistelligen Mio.-Bereich generalsaniert, modernisiert und erweitert. Das Ganze ist weit mehr als ein Facelift. Es läuft eine umfassende Revitalisierung mit ganz grundlegenden Veränderungen und Verbesserungen. „An unserem angestammten Firmensitz wollen wir eine optisch ansprechende Konzernzentrale schaffen, die sowohl eine moderne Arbeitswelt bietet als auch die Entwicklung der BayWa widerspiegelt und weiter mitträgt“, erläutert Andreas Helber, Finanz- und Immobilienvorstand der BayWa. „Der architektonisch prägnante Gebäudekomplex soll zeigen: Hier ist der Sitz eines bayerischen Unternehmens, das inzwischen weltweit aktiv ist. Er soll uns aber auch Heimat sein für künftige Jahrzehnte“, so Helber.

Erreicht wird dies durch architektonische Veränderungen, die das Sternhaus aus dem historischen Kontext heraus neu interpretieren, wie es das mit dem Projekt beauftragte Münchner Architekturbüro Hild und K beschreibt. Das bisherige Hochhaus wird um rund 11 Meter aufgestockt. Die Baumaßnahmen im 17. bis 20. Obergeschoss bringen eine zusätzliche Bürofläche von ca. 7.000 Quadratmetern. Dazu wird das 17. Obergeschoss, das im Bestand als Technikgeschoss diente, zurückgebaut und als Vollgeschoss wieder aufgestockt. Die Etagen 18 bis 20 kommen neu hinzu. Dabei handelt es sich um zurückversetzte Staffelgeschosse. Die großzügigen Verglasungen sorgen hier für Helligkeit im Innern und eine leichte Optik von außen. Das 20. Obergeschoss mit Panoramablick auf München und in die Alpen ist für den Konferenzbereich vorgesehen.

Das Hochhaus wird nach Abschluss der Arbeiten eine neue Silhouette haben – deutlich gestreckter und eleganter. „Dies erreichen wir durch entsprechende Rücksprünge und Materialwechsel innerhalb der Gebäudeaußenhaut“, erläutert Prof. Andreas Hild, Lehrstuhlinhaber für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege an der Technischen Universität München, und Mitinhaber des Architekturbüros Hild und K. Die Gestaltung der neuen Fassade setze gezielt auf der vorgefundenen Architektur der 1960er und 1970er Jahre auf und entwickle sie unter heutigen Vorzeichen weiter. „Das Ergebnis ist ein gezacktes Relief aus überlappend angeordneten Glasfaserbetonplatten. Durch die Hinterlegung mit dunklem Metall entsteht ein raffiniertes Licht-Schatten-Spiel“, so der Architekt weiter.

Ergänzt wird der Komplex durch den Bau eines Campusgebäudes: Mit Erdgeschoss und drei Stockwerken gibt es hier weitere 5.500 Quadratmeter Fläche. Eine Esplanade verbindet diesen neuen Bau mit dem Sternhaus, in dem im Erdgeschoss Kantine, Cafeteria und das durch den Umbau stark aufgewertete Foyer untergebracht sind. Zum repräsentativen Charakter der neuen Konzernzentrale sollen auch die Außenanlagen beitragen. Sie werden komplett neu gestaltet und parkähnlich angelegt. Insgesamt werden dies 13.000 Quadratmeter sein, wobei die Grünflächen allein rund 8.000 Quadratmeter umfassen – für den ansonsten stark bebauten Arabellapark eine willkommene grüne Oase für Mitarbeiter ebenso wie für Bewohner im Viertel.

Die bisher oberirdisch angeordneten Parkplätze werden bis auf wenige Buchten unter die Erde verlegt. In der erweiterten Tiefgarage stehen dann mit rund 610 Stellplätzen etwa 150 mehr als bislang zur Verfügung. Ein Park-Sharing-System ermöglicht eine Mehrfachnutzung und sorgt somit für eine optimale Ausnutzung der Parkkapazitäten. Rund 240 Stellplätze, davon 180 überdacht, werden für den Rad fahrenden Teil der Belegschaft eingerichtet. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten legen den Arbeitsweg übrigens mit dem Rad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Hier zahlen sich zentrale Lage und hervorragende Verkehrsanbindung aus.

Einen deutlichen Schritt nach vorn wird es durch die Generalsanierung in Sachen Energieeffizienz des Gebäudes geben. Nachhaltigkeit wird auch beim Betrieb des Sternhauses groß geschrieben: So werden moderne Kühl- und Heizdecken eingezogen. Ein dezentrales Lüftungssystem sorgt unter anderem für CO2-Einsparungen durch Wärmerückgewinnung. Die Energieversorgung erfolgt mit BayWa Ökostrom und Fernwärme sowie über eine Brunnenanlage, bei der das Grundwasser für Heizen und Kühlen genutzt werden kann

Die Belegschaft räumte im Herbst 2014 das Gebäude für die Revitalisierung und zog in ein Ausweichquartier in der Sankt-Martin-Straße 76 um. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll es im Laufe der ersten Jahreshälfte 2017 in die Arabellastraße zurückgehen. Insgesamt lassen sich in dem neuem Gebäudekomplex aufgrund flexibler Büroflächenstrukturen rund 1.800 Arbeitsplätze einrichten, hochwertig und modern ausgestattet für ein zeitgemäßes Arbeiten.

Das Sternhaus wurde im Zuge der Erschließung des Arabellaparks 1969 errichtet. Die BayWa zog dort im Jahr 1976 ein. Zur Sanierung wurde das BayWa Hochhaus in eine Projektgesellschaft eingebracht, an der die BayWa und die Competo Capital Partners GmbH, München, jeweils 50 Prozent halten. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Haus an einen Investor verkauft und von der BayWa langfristig angemietet werden.

Pressetext zur Revitialisierung. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der BayWA AG.

Aufgepeppt? Das pep will wachsen

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pep
Einkaufszentrum pep. Bald noch größer und moderner? Foto: Bpp / Lizenz siehe: Wikipedia

Das pep will noch größer werden. Dabei soll das „marode“ Parkhaus Nord (das ist das neuere (!) der beiden Parkhäuser, also das Parkhaus gegenüber der Deutschen Rentenversicherung (DRV)) abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dieser soll um zwei Etagen aufgestockt werden und neben den Parkplätzen auch zusätzliche Ladenflächen aufnehmen. Das berichtet „Hallo“ in der Ausgabe Ramersdorf / Perlach / Berg am Laim vom 29. Januar auf Seite 3.

Die Anzahl der Stellplätze soll sogar leicht erhöht werden, die zusätzliche Verkaufsfläche 8.500 qm betragen. Derzeit weist das pep 42.000 qm Verkaufsfläche auf.

Damit es in der Bauphase nicht zu einem Verkehrschaos kommt, soll ein Behelfsparkhaus auf dem Hanns-Seidel-Platz aufgestellt werden.

Neben der Vergrößerung der Ladenfläche soll auch die Fassade des pep und die Einkaufspassage generell modernisiert werden. Ebenso soll ein Food-Court samt zusätzlicher Gastronomie eingerichtet werden.

Die Bauarbeiten könnten schon Mitte 2015 starten, Im Herbst 2016 könnte dann das neue pep bereits Eröffnung feiern.

Die Pläne müssen noch genehmigt werden.

Kommentar

Ein interessanter Plan. Wenn keine weiteren Grundstücke zur Verfügung stehen, muss man halt auf dem eigenen Grundstück nach oben wachsen. Es ist nicht das erste Mal, dass das pep auf eine ähnliche Weise an Verkaufsfläche gewinnt. So wurde für den Elektromarkt „Saturn“ einfach ein Geschoss des alten Parkhauses geopfert. Dort, wo man heute Gefrierschränke und Flachbildfernseher bewundert, parkten früher Autos.

Vor Jahren waren bereits einmal Expansionsplänen von der Kommunalpolitik eine Abfuhr erteilt worden. Damals wollte das pep einen Erweiterungsbau auf die andere Seite der Thomas-Dehler-Straße hinstellen, also auf dem Hanns-Seidel-Platz. Dabei wollte man dem Stadtteil auch gleich ein Bürgerhaus überlassen, das das heutige Provisorium ersetzt hätte. Doch die Kommunalpolitiker sorgten sich um die alteingesessenen Läden in der Umgebung und in den benachbarten Stadtteilen. Ein zu mächtiges pep wollte man nicht. Diese Argumente mögen auch heute teilweise noch eine Rolle spielen, aber ein Umbau bzw. Neubau bei eher moderater Verkaufsflächenerweiterung ist vermutlich leichter genehmigungsfähig.

Ein Freund, Gebäude bereits nach wenigen Jahrzehnten abzureißen, bin ich nicht, speziell dann, wenn es sich um gewerbliche oder gar Wohnhäuser handelt, die eine besondere Architektur haben. Das trifft hier aber nicht zu, man darf nicht vergessen, es geht hier um ein schnödes Parkhaus, was nicht heißt, dass es nicht an anderer Stelle auch architektonisch interessante Parkhäuser gibt.