Marx-Zentrum im Wandel – Rewe-Schließung und Fassadenschäden

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Marx-Zentrum
Bild 1: Wohnhaus im Marx-Zentrum mit Atelierwohnung (01.12.2017) © Thomas Irlbeck

Das Haus mit der Atelierwohnung oben ist immer noch etwas Besonderes, ein Blickfang. Nicht so schön sieht die Fassade an einigen Stellen des Marx-Zentrum aus. Viele der asbesthaltigen Eternit-Platten sind stark in Mitleidenschaft gezogen, und manche von ihnen werden nur noch von dem provisorisch angebrachten Netz gehalten, aber nicht mehr an der Stelle, an der sie eigentlich hingehören.

Marx-Zentrum, defekte Asbestplatten
Bild 2: Marx-Zentrum – Vor der Tiefgarage. Wer genauer hinsieht, erkennt neben der Lampe in der Bildmitte den Schaden. Rechts oben befindet sich eine weitere Schadstelle (01.12.2017) © Thomas Irlbeck
Marx-Zentrum, defekte Asbestplatten
Bild 3: Näher dran. Das sieht nicht gut aus! (01.12.2017) © Thomas Irlbeck

Auch sonst hat sich einiges verändert. Der Rewe-Markt hat ab heute für immer geschlossen (Neuperlach.org berichtete). Doch das hat sich noch nicht bei allen Kunden rumgesprochen, und ein Plakat am Eingang übersieht man schon mal. Entsprechend wollten heute immer wieder Kunden in den Laden rein.

Marx-Zentrum, Rewe
Bild 4: Rewe – letzter Verkaufstag. Es ist kurz vor 20 Uhr (30.11.2017) © Thomas Irlbeck

Neue Platte auflegen: Wiederanbringen von Fassadenplatten nach Treppensanierung

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Faserzementplatten Austausch
Bild 1 (15.11.2017) © Thomas Irlbeck

Vor über einem Jahr startete in meiner Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 die Sanierung der Treppen an den Haupt- und Hofeingängen (Neuperlach.org berichtete: Bretter, die die Welt bedeuten und Winterfest – ein Begriff, zwei Bedeutungen). An der Hofseite mussten dazu auch einige der asbesthaltigen Faserzementplatten (Handelsname Eternit) abgenommen werden. Seitdem klaffen Löcher in der Fassade. Wie gefährlich Asbest ist, ist bekannt. Daher ist laut Asbestgesetz verboten, solche Platten wieder anzubringen. Einmal abgenommene Asbestplatten dürfen nur noch fachgerecht entsorgt werden.

Es werden wieder Faserzementplatten verbaut – aber solche ohne Asbest

Nun gibt es vergleichbare Fassadenplatten auch aus Kunststoff, Keramik und wiederum aus Faserzement. Letztere sind denen der bestehenden Eternit-Platten ähnlich, enthalten aber keinen Asbest.

Also sollte das Problem schnell lösbar sein. Es ist jedoch nicht einfach, geeignete Unternehmen zu finden, die Kapazitäten haben. So hat sich nun der Abschluss der Sanierung lange, lange verzögert.

Nun aber werden endlich die Lücken in der Fassade geschlossen. Es werden nun die bereits erwähnten asbestfreien Faserzementplatten angebracht. Die Fotos zeigen den Zustand der Arbeiten.

Meine Wohnanlage ist dann bald wieder komplett, und der Gedanke der Architekten, mit den schwarzen Fassadenplatten ein Schiefergebirge abzubilden, kann weiterleben. Eines Tages müssen aber sicherlich alle Platten abgenommen werden, denn nichts ist für die Ewigkeit gemacht, auch wenn Eternit von lateinisch aeternitas („Ewigkeit“) abgeleitet ist. Aufgrund der immensen Kosten hoffen die meisten Eigentümer, dass diese Aktion noch ganz weit in der Zukunft liegt.

Solange sich die Platten nicht von alleine lösen, besteht wohl auch noch kein Handlungsbedarf. Der optische Eindruck der Eternit-Platten der Häuser im benachbarten Marx-Zentrum ist dagegen deutlich schlechter (Neuperlach.org berichtete), obwohl die Häuser dort ein paar Jahre jünger sind als die Gebäude hier in meiner Anlage.

Faserzementplatten Austausch
Bild 2: Neue Platten aus Faserzement (15.11.2017) © Thomas Irlbeck
Faserzementplatten Austausch
Bild 3 (15.11.2017) © Thomas Irlbeck
Faserzementplatten Austausch
Bild 4: Schneidmaschine (15.11.2017) © Thomas Irlbeck
Faserzementplatten Austausch
Bild 5: Zumindest die gebogenen Fassadenplatten waren bereits lange vor der Treppensanierung in einem schlechten Zustand, manche haben ihr Farbe fast vollständig verloren und sind schon fast weiß (15.11.2017) © Thomas Irlbeck

Schwarz-rote-Farbspiele ohne Große Koalition (oder: Fassaden-Tetris)

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Marx-Zentrum: Asbestplatten leuchten
Marx-Zentrum: Asbestplatten leuchten (18.10.2017) © Thomas Irlbeck
Tetris
Lizenz: Public Domain

Toller Effekt im Marx-Zentrum: Einige Fassadenplatten scheinen rot zu leuchten und jemand scheint hiermit Tetris zu spielen.

Eine Erklärung gibt es natürlich auch: Einige der Eternit-Asbestplatten wurden durch Kunststoffplatten ausgetauscht, diese sind glänzender.

Vielen Dank an unsere Sonne für dieses herrliche Schauspiel, das im richtigen Moment festgehalten werden konnte!

Marx-Zentrum: Asbestplatten leuchten
Näher dran (18.10.2017) © Thomas Irlbeck

Vom Rohbau zum rohen Bau – das frühe Marx-Zentrum um 1973!

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Marx-Zentrum Rohbau
Bild 1: Das Marx-Zentrum noch teilweise im Rohbau. Um 1973 herum. Foto: Sabine Kroesen

Heute darf ich ein sehr interessantes, durchaus sensationelles Foto präsentieren: das Marx-Zentrum, das sich noch im Bau befindet. Solche Bilder aus den Anfangszeiten Neuperlachs sind sehr rar. Vielen Dank an Sabine Kroesen, die das Bild eingeschickt und mir erlaubt hat, es hier zu zeigen.

Das frühe Marx-Zentrum

Das Foto ist in der Parkanlage am Karl-Marx-Ring entstanden. Wir sehen hier das frühe Marx-Zentrum, das teilweise noch im Rohbau ist. Ein roher Bau ist das Marx-Zentrum aber auch heute noch, wegen seiner von vielen als gnadenlos, rau und düster empfundenen Architektur. Tatsächlich haben sich die Architekten  für schwarze Fassadenplatten entschieden, um ein Schiefergebirge nachzuahmen. Die Bewohner sehen es ohnehin anders. Viele lieben das Marx-Zentrum und wohnen dort gerne. Die Wohnungen sind gut ausgestattet, und die gelungene Mischung aus Wohnen und Einkaufen nebst gastronomischen Angeboten hat sich bewährt.

Marx-Zentrum Rohbau beschriftet
Bild 2: Mit Beschriftung, ein Klick macht groß. Die Zahlen entsprechen den Hausnummern am Peschelanger. Ausnahme: 19 ist an der Max-Kolmsperger-Straße

Wir betrachten nun das Bild von links nach rechts. Ganz links ist das äußerlich bereits fertiggestellte Bürohaus am Peschelanger 3 zu sehen (das inzwischen abgerissen und durch das Studentenwohnheim Home Base) ersetzt wurde. In der Bildmitte lugt ein Teil des Ärztehauses am Peschelanger 11 hervor. Im Hintergrund steht das Haus Peschelanger 7, in dem anfangs eine Apotheke beherbergt war (heute ist es ein ambulanter Pflegedienst). Beide sind noch im Rohbaustadium. Äußerlich fertig ist dagegen das Haus Max-Kolmsperger-Straße 19 mit seiner mächtigen Atelierwohnung ganz oben. Vor dem Haus ist beim genaueren Hinsehen auch noch ein Kran zu erkennen. Ganz rechts schließlich präsentiert sich das Haus Peschelanger 8, in dem heute ein Rewe ansässig ist. Der erste Pächter der Ladenräume war der Deutsche Supermarkt.

Zeitliche Einschätzung des Fotos

Home Base
Bild 3: Nach Abriss des Bürohauses sah es hier im September 2015 so aus. Sonst ist hier fast alles wie auf dem historischen Foto geblieben © Thomas Irlbeck

Im November 1973 war laut Chronik das erste Haus im Marx-Zentrum bezugsfertig. Im Herbst 1974 bin ich ins Marx-Zentrum gezogen, genauer in den Peschelanger 12, Stockwerk 4. Nach meiner Erinnerung waren damals auch die Häuser Peschelanger 7, 9 und 11 (Ärztehaus) zumindest äußerlich fertig. Nur die Läden waren noch nicht eröffnet, befanden sich aber bereits im Innenausbau. Offiziell eingeweiht wurde das Marx-Zentrum dann im Juni 1975.

Somit sollte das Foto etwa 1973 entstanden sein. Es scheint Herbst zu sein, es könnte also Herbst 1973 sein. Es bleibt aber ein größerer Unsicherheitsfaktor. Wer glaubt, es genauer oder besser zu wissen, der darf sich gerne melden. Ich bin sehr gespannt!

Was gehört eigentlich zum Marx-Zentrum?

Marx-Zentrum Rohbau Ausschnitt
Bild 4: Weil es so schön ist: Peschelanger 7 (Hintergrund) und 11 mit „vorläufigem“ Sichtbeton in einer Detailvergrößerung

Interessanterweise gehört auch das bereits erwähnte Bürohaus am Peschelanger 3 zum Marx-Zentrum, wie es ein alter Architektenplan (Kochta und Buddeberg) beweist, der für jeden Teil des Marx-Zentrum einen nummerierten Bauabschnitt ausweist. Ebenso zeigt dieser Plan, dass auch die Eigentumswohnanlage Karl-Marx-Ring 52 bis 62 (mit fast identischem Baustil und ebenso einer Fassade mit schwarzen, asbesthaltigen Eternitplatten) als Bestandteil des Marx-Zentrum gebaut wurde, wenngleich diese früher fertiggestellt (1971) und etwa 20 Jahre später zumindest verwaltungsrechtlich vom Marx-Zentrum abgeteilt wurde.

Man könnte sagen: Alles, was in dieser Gegend eine sehr dunkle Fassade hat (beim Bürohaus Peschelanger 3 war es ein ziemlich dunkles Braun), ist dem „Marx-Zentrum“ zuzurechnen. Aber das stimmt nicht so ganz, da das Ärztehaus am Peschelanger 11 sowie auch das Haus Max-Kolmsperger-Straße 11 (das ist das Haus mit dem Schreibwarenladen), die beide ebenso zum Marx-Zentrum gehören, in anderen Farben gehalten sind. Beim Ärztehaus ist es ein helleres Grau. Beim Haus Max-Kolmsperger-Straße 11 dominiert ebenso ein helleres Grau, aber es gibt auch größere gelbe Flächen, und beim Dachaufbau treten dann doch wieder die schwarzen Eternitplatten in Erscheinung. Die Architekten haben also ihr Schiefergebirge zumindest ganz oben auf dem Gipfel nicht vergessen.

Ins Schwarze getroffen: Farbspiele im Marx-Zentrum

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Marx-Zentrum
Marx-Zentrum: noch in Schwarz (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Das Marx-Zentrum und die angrenzende Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 sind mit schwarzen Fassadenplatten verkleidet. Der Architekt wollte damit ein Schiefergebirge darstellen. Bei den Platten handelt es sich um asbesthaltige Eternit-Platten. Nun ist nichts für die Ewigkeit gemacht und eines Tages müssen die Platten ersetzt werden.

Viele finden das Schwarz bedrohlich und fordern nun, das Marx-Zentrum zu kolorieren. Dabei liegen ausgerechnet jetzt schwarze Fassaden im Trend.

Die Designerin und Grafikerin Beatrix Balazs zeigt nun in einem bemerkenswerten Video, wie ein buntes bzw. farblich verändertes Marx-Zentrum aussehen könnte.

Wichtig: Es handelt sich hierbei keineswegs um offizielle Vorschläge oder Planungen. Auch sind die Farbkonzeptionen nicht wirklich ernst gemeint, dennoch haben einige davon meiner Meinung das gewisse Etwas. Ich bin aber dennoch für Schwarz. Was ist eure Meinung?

(Link: YouTube)

Wenn im Neuperlacher Frühjahr die Plätter fallen

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Plattenabsturz
Bild 1 (05.05.2016) © Thomas Irlbeck

Die Eternitplatten aus Asbest im Marx-Zentrum lockern sich wie die Zähne eines Greises und drohen den Abflug zu machen.

Das Problem ist seit Längerem bekannt. Damit niemand eine Platte auf den Kopf bekommt, wurden zuerst Schutzgerüste vor einigen Eingängen aufgebaut, dann hat man ein Taubennetz über die Platten gespannt und das Schutzgerüst wieder entfernt. Die Maßnahmen wurden auch von einigen kritisiert, die Platten seien dank der Tatsache, dass sie auf einem Metallgerüst und nicht auf einem maroden Holzgerüst montiert seien, gar nicht absturzgefährdet, hieß es. Es zeigt sich aber nun, dass die Schutzmaßnahmen nicht ganz unberechtigt sind.

Plattenabsturz
Bild 2 (05.05.2016) © Thomas Irlbeck

Mehr als nur ein Sprung in der Platte

Mir liegt viel an den Häusern, zumal ich mal im Nebenhaus des hier gezeigten Absturzhauses ein paar Jahre gewohnt habe und den Komfort der Wohnungen und der Anlage mit seinem integrierten Ladenzentrum schätze. Man kann nur hoffen, dass man beim Austausch der Asbestplatten durch Kunststoffplatten bei Schwarz bleibt, denn der Architekt wollte mit der Farbwahl ein Schiefergebirge darstellen, hat sich also dabei etwas gedacht. Angeblich soll es dieses Jahr keinen Austausch der Platten geben.

Plattenabsturz
Bild 3 (05.05.2016) © Thomas Irlbeck
Plattenabsturz
Bild 4 (05.05.2016) © Thomas Irlbeck

Sprung in der Platte

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Das Marx-Zentrum ist bekannt für seine schwarzen Eternitpatten, die asbesthaltig sind. Nach über 40 Jahren (erstes Haus war im November 1973 bezugsfertig) sind die Platten nicht mehr im besten Zustand.

Derzeit finden auf den ersten Blick seltsame Aktionen statt. Nachdem nun am Peschelanger im Sommer 2015 einige Eingänge mit Gerüsten geschützt worden waren, werden nun an den Häusern der Max-Kolmsperger-Straße die Fassadenplatten überprüft und offenbar beschädigte, lockere oder anderweitig marode Platten mit einer gelben Markierung versehen. Man darf gespannt sein. Klar ist, dass der Austausch aller Platten mit einem etwaig ebenfalls notwendigen Ersatz der Isolierwolle sehr teuer werden dürfte. Hoffentlich bleibt man bei dem Schwarz. Der Architekt hat sich damals für schwarze Platten entschieden, um ein Schiefergebirge abzubilden. Natürlich ist auch ein punktueller Austausch durch Kunststoffplatten, wie an einigen Stellen bereits in den letzten Jahren immer wieder geschehen, denkbar und ggf. auch sinnvoll.

An den Häusern am Peschelanger wurden inzwischen Netze über die Fassade gespannt, die ein Herabfallen von Platten verhindern sollen. Inwieweit hier wirklich Gefahr bestand und besteht, da gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Plattenprüfung
Geprüfte Platten (05.01.2016) © Thomas Irlbeck
Plattenprüfung
Geprüfte Platten im Detail (05.01.2016) © Thomas Irlbeck
Plattenprüfung
Plattenprüfung in Aktion (05.01.20156) © Thomas Irlbeck
Plattenprüfung
Plattenprüfung in Aktion (05.01.2016) © Thomas Irlbeck

Absturzgefahr am Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße

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Seit Freitag, den 23. Oktober, ist der Fußweg zwischen Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße und Parkplatz (Thermometer-Uhr) gesperrt. Da das Haus über eine Passage verfügt, kann man dennoch dort entlanggehen, auch wenn es an einigen Stellen ziemlich eng ist. Über diese Passage können auch die Läden erreicht werden.

Bewohner am Plett-Zentrum sind Sperrungen gewohnt. So waren und sind wegen Baustellen – erst des Einkaufszentrums Life, dann des Wohn- und Gewerbehauses LAO (Leben am Ostpark) – immer wieder Verbindungswege unterbrochen.

Die neuerliche Sperrung ist laut Schild durch „herabstürzende Teile“ bedingt. Laut eines Leserkommentars soll hier eine 1,20 Meter lange Metallstange von der Fassade auf den Fußweg gestürzt sein. Zum Glück habe es keine Verletzten gegeben.

Die genaue Absturzstelle ist Neuperlach.org nicht bekannt. Verdächtig ist aber eine Stelle im zweiten Stockwerk oberhalb des Döner-Restaurants (Bild 5 und 6).

Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 1: Sperrung (23.10.2015) Foto: Lesereinsendung
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 2: Sperrung (23.10.2015) Foto: Lesereinsendung
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 3: Sperrung (23.10.2015) © Thomas Irlbeck
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 4: Bürohaus vom neuen Spielplatz aus gesehen (23.10.2015) © Thomas Irlbeck
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 5: Mögliche Absturzstelle (24.10.2015) © Thomas Irlbeck
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 6: Vergrößerung. Die Stelle sieht verdächtig aus (24.10.2015) © Thomas Irlbeck

Im Marx-Zentrum gibt es eine ähnliche Maßnahme. Dort sind einige Eingangsbereiche mit einem Schutzdach versehen worden. Angeblich würde die Gefahr bestehen, dass die Asbest-Eternit-Platten abstürzen. Diese These hat aber Widersprüche. Denn die Eternit-Platten hängen nicht wie behauptet an einem morschen Holzgerüst, sondern an einem Metallgerüst. Auch wurden nur einige Stellen gesichert. Wenn Absturzgefahr bestünde, müssten eigentlich alle Eingänge gesichert werden.

Asbest: Die tickende Zeitbombe

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Loggiaverglasungen haben sicher eine Menge Vorteile. So viele, dass ein Eigentümer meines Wohnhauses auf meiner gestrigen Eigentümerversammlung eine Genehmigung für eine solche beantragte.

Einen Raum dazugewinnen für lau – mit der Loggiaverglasung!

Als Vorzüge sind zu sehen, dass ein zusätzlicher Lärmschutz für den hinter der Loggia liegenden Raum erreicht wird, ebenso eine bessere Wärmedämmung mit dem Potenzial einer Heizkostenersparnis, ein zusätzlicher Innenraum gewonnen wird und die Gefahr verringert wird, dass Kinder auf die Loggiabrüstung klettern und in den Tod stürzen.

Loggiaverglasung
Loggiaverglasung.  Die Loggia wird zum Aufenthaltsraum oder zu einem herrlichen Wintergarten. Einfach ein Traum. Oder etwa doch nicht? (07.12.2011) © Thomas Irlbeck

In meinem Wohnhaus gibt es zwei verglaste Loggias, eine sehr aufwändige und eine recht billig aussehende. Diese bestehenden Verglasungen werden lediglich geduldet, weitere Verglasungen sind mit einem älteren Beschluss ausgeschlossen. Wenn ein Eigentümer aber eine Mehrheit für seinen Antrag erhält, dann wird der alte Beschluss zumindest für seine Wohnung außer Kraft gesetzt. Der Beschluss ist jedoch bei einfacher Mehrheit anfechtbar. Auf der sicheren Seite wäre man, wenn der Beschluss einstimmig gefasst wird. Schnell wird klar, dass Einstimmigkeit illusorisch ist:

Es wird seitens der Hausverwaltung darauf hingewiesen, dass es eine Gefahr einer Schimmelbildung gebe, da sich der dahinter liegende Raum nicht mehr so gut lüften ließe. Zwar könne das auf in Loggia eingesetzte Fenster natürlich geöffnet werden, aber die Erfahrung zeige, dass die Fenster oft über längere Zeiträume geschlossen blieben. Der antragstellende Eigentümer meldet sich, man habe ihm versichert, dass eine Schimmelbildung ausgeschlossen sei. Die Verwaltung fragt, wer das gesagt habe. Der Eigentümer antwortete, es sei das Unternehmen gewesen, das ihm das Angebot gemacht habe. Darauf die Verwaltung: „Das glaube ich, dass das Unternehmen, das Loggiaverglasungen verkaufen will, das sagt“. Gelächter im Raum macht sich breit.

Ein Eigentümer meint, dass der Wasserabfluss in der Fassade verändert werde. Es würde Wasser an den Scheiben runterlaufen und mindestens die darunter liegende Wohnungen wären mehr Regenwasser ausgesetzt, das sich neue Wege suche. Langzeitschäden an der Fassade seien nicht ausgeschlossen.

Ein anderer Eigentümer weist darauf hin, dass das Erscheinungsbild der Fassade zum Negativen verändert werde.

Ferner ist zu hören, dass bei den eher simplen Verglasungen das Gas zwischen den Scheiben entweichen könne. Die Scheiben werden dann „blind“, was nicht schön aussehe. Erfahrungsgemäß werde das dann so gelassen und nicht repariert.

Hoch sind sie die Auflagen, die im Beschlussvorschlag stehen. Natürlich muss die Anbringung von einem Fachunternehmen ausgeführt werden. Es wird genau festgelegt, was wie wo angebracht werden muss. Auch wird die Möglichkeit eines Widerrufs verankert, der dann erfordern würde, dass die Verglasung entfernt und die Loggia in den Ursprungszustand zurückversetzt wird. Auch kann der Eigentümer keine Ersatzansprüche bei der Wohnungseigentümergemeinschaft geltend machen, sollte die Verglasung nach der Anbringung einer Wärmedämmung an der Fassade nicht mehr passen.

Von der Loggiaverglasung zum Asbest

Chibabu Bubble Tea Marx-Zentrum
Das Marx-Zentrum mit seiner markanten schwarzen Fassadenverkleidung. Meine Nachbarwohnanlage hat die gleiche Verkleidung (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Ein bemerkenswerter Punkt ist aber eine der Auflagen: „Die vorhandenen Faserzementplatten dürfen weder angebohrt noch in irgendeiner Weise beschädigt werden“. Dieser Punkt macht mich an sich schon einmal stutzig. Man fragt sich, warum dieses Verbot existiert. Es liegt nahe, dass dies keine Gängelung ist, sondern dass Gefahr besteht. Vor längerer Zeit teilte mir ein Handwerker mit, dass sich hinter den schwarzen Fassadenplatten (damit sind die gerade erwähnten Faserzementplatten gemeint) asbesthaltiges Isoliermaterial befände. Vor kurzem erfuhr ich von einem Eigentümer, dass die schwarzen Fassadenplatten selbst asbesthaltig seien.

Faserplatten Asbest
Die Eternit-Platten aus der Nähe betrachtet. Hier lauert der gefährliche Asbest (07.12.2011) © Thomas Irlbeck

Ich melde mich und trage meine Vermutung vor. Die Verwaltung räumt ein, dass die schwarzen Fassadenplatten (sogenannte Eternit-Platten) asbesthaltig seien. Dass das Isoliermaterial dahinter mit Asbest versetzt ist, kann man dagegen nicht bestätigen. Laut Verwaltung sind die Fassadenplatten absolut ungefährlich, solange sie nicht angebohrt oder beschädigt werden. Der Asbest sei gebunden und es würden keine Asbestfasern in die Luft gelangen. Nur bei Beschädigung drohe Gefahr. Ich werfe die unangenehme Frage auf, was denn sei, wenn diese Platten einmal erneuert werden müssten, denn für die Ewigkeit* seien diese nicht bestimmt (sie haben inzwischen 40 Jahre auf dem Buckel). So eine Asbestsanierung kann ja extrem aufwändig sein, oft müssen Gebäude komplett verpackt werden und es muss mit Unterdruck im Gebäude gearbeitet werden, damit keine Fasern ins Freie gelangen. Arbeiter tragen dann selbstverständlich Schutzanzüge. Bliebe das Haus dann überhaupt in der Zeit der Sanierung bewohnbar, will ich wissen. Die Verwaltung kann dazu keine Auskunft geben, man wisse auch nicht, welcher Zeitpunkt realistisch sei, an dem eine Erneuerung der Fassadenplatten anstehe.

(* Trotz meines Kommentars ist Eternit ausgerechnet von lateinisch aeternitas („Ewigkeit“) abgeleitet.)

Asbest
Asbestwarnung. Foto: tdietmut / Lizenz siehe: flickr

Ich erläutere noch mal kurz mein Anliegen. Ich betone, es gehe mir darum, dass jeder das Beschädigungsverbot der Fassadenplatten ernst nehme. Dazu müsse man aber wissen, dass es keine lächerliche Vorschrift sei, für die sich niemand interessiere, sondern dass vielmehr ernsthafte gesundheitliche Gefahr bestehe. Da die Fassadenplatten bei mir früher mehrfach angebohrt oder angeschnitten wurden (etwa beim Einbau neuer Fenster, weil diese nicht passten), ist mir nicht wohl. Richtig gefährlich wird es sicher, wenn man sich dem Ganzen häufiger aussetzt. Handwerker sind besonders gefährdet. Es ist wahrscheinlich, dass hier Sicherheitsvorschriften verletzt wurden, das heißt, es hätte hier Schutzkleidung getragen werden müssen. Damals ahnte ich nicht, dass die Platten asbesthaltig sein könnten. Im Marx-Zentrum sind übrigens auch einige der Loggiabrüstungen (die schräg angebrachten Elemente) asbesthaltig. Konkret handelt es sich um Asbestzement. Solche Elemente gibt es in meiner Wohnanlage nicht.

Ich hätte mir gewünscht, wenn in solchen offiziellen Schreiben wie dem Einladungsschreiben der Hausverwaltung zur Eigentümerversammlung nicht nur Verbote beschrieben werden (die eher zufällig auftauchen, nämlich eben im Rahmen der Loggiaverglasung), sondern ein deutlicher Hinweis wie „Achtung Asbest!“ angebracht wird. Es drängt sich der Verdacht auf, man wollte hier keine schlafenden Hunde wecken. Die Verwaltung verspricht aber, in dem Protokoll der Eigentümerversammlung ausdrücklich auf die Asbestproblematik hinzuweisen.

Die Abstimmung

Nach diesem Exkurs kommt es zur Abstimmung. Eigentlich wollte ich für die Verglasung stimmen, da ich ja vielleicht auch mal eine bauliche Änderung beantragen könnte und dann auf die Ja-Stimmen der Eigentümer angewiesen wäre. Aufgrund der ganzen Haken, die besprochen wurden, entscheide ich mich dafür, mich zu enthalten. Der Antrag wird schließlich mit überraschend großer Mehrheit abgelehnt. Es wird also keine weiteren Loggiaverglasungen geben.

Asbest: Vom Wunderstoff zur tödlichen Gefahr. Einst wegen seiner hervorragenden Hitzebeständigkeit, Festigkeit und Isoliereigenschaft als Wunderstoff gefeiert, ist der Einsatz von Asbest heute wegen seiner großen gesundheitlichen Gefahr in vielen Ländern verboten, darunter in der gesamten EU und in der Schweiz. Seit 2005 unterliegt sogar das Verschenken (!) asbesthaltiger Gegenstände einem EU-weiten Verbot. Die Asbestfasern lagern sich in der Lunge ab und können vom Organismus nicht abtransportiert werden. Daher ist vor allem das Lungenkrebsrisiko beträchtlich erhöht. Arbeiter, die Asbestfasern ausgesetzt sind, haben ein besonders hohes Risiko. 2002 und 2003 wird von jeweils über 1.000 Todesfällen durch Asbestbelastung in Deutschland berichtet. Die Zahl liegt über der Anzahl tödlicher Arbeitsunfälle. Bis in die 1980er-Jahre wurden asbesthaltige Materialien in hohem Umfang beim Hausbau verwendet. Entsprechend stellt sich heute das Problem der Entsorgung, bei der besondere Sicherheitsvorschriften gelten.

Update (06.10.2012)

Asbest-Kacheln
Gealterte Asbest-Kacheln (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Zwar wiegelt die Verwalterin ab, aber es ist deutlich zu sehen, dass die Asbestkacheln in meiner Wohnanlage und im Marx-Zentrum ihre Schutzschicht verlieren. Manche Kacheln sind schon erheblich heller geworden, und es gibt einzelne Kacheln, die bereits praktisch weiß sind, wie im Bild zu sehen ist. Ohne die Schutzschicht können sich die gefährlichen Asbestfasern lösen. Betroffen sind vor allem die gebogenen Platten, die an den Fassadenecken angebracht wurden. Offenbar wurden diese Platten über ein anderes Verfahren hergestellt oder sind anderen Belastungen und Einflüssen ausgesetzt. Jedenfalls scheint ihre Haltbarkeit geringer zu sein.

Verhüllen, verpixeln, verboten? Wie die Medienhysterie die Jagd auf Fotografen antreibt

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Dieses Schmuckstück „durfte“ ich nicht ablichten (22.08.2010) © Thomas Irlbeck

Heute fotografierte ich eine Hochhausfassade in Neuperlach, ohne dass Menschen im Bild waren. Auf einmal kam eine aufgeregte Frau auf mich zu und rief „Das ist verboten!“. Ich fragte: „Was soll verboten sein?“. Sie: „Das Fotografieren und Filmen von Häusern“. Ich entgegnete, dass das Fotografieren von Häuserfassaden im öffentlichen Raum sehr wohl erlaubt sei. Sie meinte, nein, der Datenschutz, und das böse Google (gemeint hat sie im Besonderen Google Street View; der Verfasser), es sei ja alles so schlimm heutzutage. Es würden Personen fotografiert und diese würden per Software verändert. Ich sagte ihr, ich fotografiere Häuser, keine Personen. Ich wies darauf hin, dass es im Gespräch sei, eventuell eine Veröffentlichung von Häuserfassaden bei gleichzeitiger Beigabe der Geodaten einzuschränken. Jetzt aber sei auch das nicht verboten. Sie fragte: „Was? Geodaten? Was ist das?“

Wie schlecht informiert kann man eigentlich noch sein? Wann wird der erste Hund auf einen Privatfotografen gehetzt, der eine Fassade eines anonymen Wohnhausblockes just for fun fotografiert?

Der Hintergrund ist, dass Google mit seinem Dienst Street View bald in Deutschland online gehen will. Street View zeigt Häuseransichten ganzer Orte, die vom öffentlichen Raum aufgenommen wurden. Da sich auch die geographischen Koordinaten dazu abrufen lassen oder man sich eben von einem bestimmten Ort die Häuseransichten anzeigen lasen kann, kam Kritik auf, die von den Medien, sicherlich auch durch das Sommerloch, erheblich verstärkt wurde.

Google Street View-Auto in Palma de Mallorca. Fährt hier das Böse oder verändert sich die Welt einfach nur und die Leute haben Angst vor Neuerungen – v.a. aus Unkenntnis? Foto: Mark Wiewel / Lizenz siehe: flickr

Wie bei allen Neuerungen gibt es auch hier zwei Seiten. Man kann z.B. überprüfen, ob das anvisierte Hotel wirklich so toll am Strand liegt. Das ist eine positive Seite (für den Hotelbetreiber eher nicht, aber egal). Die negative Seite ist, dass ein jeder, der ggf. auch nichts Gutes im Schilde führt, schauen kann, in welcher Gegend man wohnt, ohne aufwändig anreisen zu müssen. Mehr sieht man aber nicht als über ein Foto, das ggf. in den gigantischen Bilderbeständen, z.B. flickr, veröffentlicht ist. Oft sind auch diese mit Geodaten und Straßennamen verknüpft. Die Bilderbestände zeigen inzwischen auch schon deutschlandweit einen beträchtlichen Anteil aller Häuser. Man suche z.B. mal bei flickr nach seiner Straße und überprüfe das.

Obwohl es gesetzlich nicht erforderlich ist, pixelt Google auf Wunsch Häuserfassaden. Dies geschieht noch vor dem Start des deutschen Street View. Personen und Autokennzeichen werden generell unkenntlich gemacht. Vermutlich will Google mit der Einspruchsmöglichkeit einer möglichen gesetzlichen Änderung vorgreifen. Google sollte mit dem Einspruchsrecht leben können und die Eigentümer auch. Der einzige Knackpunkt ist hierbei, dass es noch weitere Dienste wie Street View bereits gibt und sicher noch geben wird. Bei diesen müsste man dann separat um eine Unkenntlichmachung bitten. Wenn diese Dienste alle einem Einspruch nachkommen, braucht es dazu auch kein Gesetz, das im schlimmsten Fall die Pressefreiheit gefährdet. Man stelle sich einen Außenreporter vor, der von einem Ereignis berichtet und unter Nennung des Straßennamens filmt. Das alles könnte durch entsprechende Interpretation eines im schönsten Bürokratendeutsch formulierten Gesetzes mit viel Rechtsverdreherei dann mindestens zu einer strittigen Handlung werden.

Kommen wir zurück zu unserer aufgeregten Frau, die vermutlich in der obigen herrlichen Wohnmaschine gerade ihre Socken stopft. Es ist selbstredend erlaubt, Google und Street View zu kritisieren. Ein bisschen wissen, um was es geht, sollte man aber schon. Es gibt ja Leute, die meinen, man könne sie in Zukunft live unter der Dusche beobachten. Noch aber gibt es zu wenige spritzwassergeschützte Webcams.