Quiddestraße: Barrierefreier (Update 04.11.2017)

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Bushaltestelle Quiddestraße
Bild 1 (31.10.2017) © Thomas Irlbeck

Umbau der Bushaltestelle „Quiddestraße“. Hier zu sehen ist die Haltestelle für die Linie 197 „Außenring“. Der Einstiegsbereich wurde etwas angehoben, damit man noch „barrierefreier“ ein- und aussteigen kann. Kinderwagen oder Rollator schiebende Menschen freuen sich.

Ferner wurde/wird auch sonst alles erneuert, auch das Wartehäuschen, Ampeln und mehr. Bald kann man hier wieder ein- und aussteigen. Derzeit halten die Busse ein paar Meter entfernt Richtung Schulzentrum Nord, das man im Hintergrund schwach erkennen kann.

Bushaltestelle Quiddestraße
Bild 2 (31.10.2017) © Thomas Irlbeck

Update (04.11.2017)

Die provisorische, ein paar Meter Richtung Karl-Marx-Ring versetzte Haltestelle des 197 Innenring live erlebt:

Bushaltestelle Quiddestraße
Bild 3 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Bushaltestelle Quiddestraße
Bild 4 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck

Nett, Google+ hat die beiden Fotos so zusammengeklebt, dass der Eindruck entsteht, unser 197er würde nun alle 30 Sekunden verkehren:

Bushaltestelle Quiddestraße
Der Beitrag bei Google+

Verhüllen, verpixeln, verboten? Wie die Medienhysterie die Jagd auf Fotografen antreibt

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Dieses Schmuckstück „durfte“ ich nicht ablichten (22.08.2010) © Thomas Irlbeck

Heute fotografierte ich eine Hochhausfassade in Neuperlach, ohne dass Menschen im Bild waren. Auf einmal kam eine aufgeregte Frau auf mich zu und rief „Das ist verboten!“. Ich fragte: „Was soll verboten sein?“. Sie: „Das Fotografieren und Filmen von Häusern“. Ich entgegnete, dass das Fotografieren von Häuserfassaden im öffentlichen Raum sehr wohl erlaubt sei. Sie meinte, nein, der Datenschutz, und das böse Google (gemeint hat sie im Besonderen Google Street View; der Verfasser), es sei ja alles so schlimm heutzutage. Es würden Personen fotografiert und diese würden per Software verändert. Ich sagte ihr, ich fotografiere Häuser, keine Personen. Ich wies darauf hin, dass es im Gespräch sei, eventuell eine Veröffentlichung von Häuserfassaden bei gleichzeitiger Beigabe der Geodaten einzuschränken. Jetzt aber sei auch das nicht verboten. Sie fragte: „Was? Geodaten? Was ist das?“

Wie schlecht informiert kann man eigentlich noch sein? Wann wird der erste Hund auf einen Privatfotografen gehetzt, der eine Fassade eines anonymen Wohnhausblockes just for fun fotografiert?

Der Hintergrund ist, dass Google mit seinem Dienst Street View bald in Deutschland online gehen will. Street View zeigt Häuseransichten ganzer Orte, die vom öffentlichen Raum aufgenommen wurden. Da sich auch die geographischen Koordinaten dazu abrufen lassen oder man sich eben von einem bestimmten Ort die Häuseransichten anzeigen lasen kann, kam Kritik auf, die von den Medien, sicherlich auch durch das Sommerloch, erheblich verstärkt wurde.

Google Street View-Auto in Palma de Mallorca. Fährt hier das Böse oder verändert sich die Welt einfach nur und die Leute haben Angst vor Neuerungen – v.a. aus Unkenntnis? Foto: Mark Wiewel / Lizenz siehe: flickr

Wie bei allen Neuerungen gibt es auch hier zwei Seiten. Man kann z.B. überprüfen, ob das anvisierte Hotel wirklich so toll am Strand liegt. Das ist eine positive Seite (für den Hotelbetreiber eher nicht, aber egal). Die negative Seite ist, dass ein jeder, der ggf. auch nichts Gutes im Schilde führt, schauen kann, in welcher Gegend man wohnt, ohne aufwändig anreisen zu müssen. Mehr sieht man aber nicht als über ein Foto, das ggf. in den gigantischen Bilderbeständen, z.B. flickr, veröffentlicht ist. Oft sind auch diese mit Geodaten und Straßennamen verknüpft. Die Bilderbestände zeigen inzwischen auch schon deutschlandweit einen beträchtlichen Anteil aller Häuser. Man suche z.B. mal bei flickr nach seiner Straße und überprüfe das.

Obwohl es gesetzlich nicht erforderlich ist, pixelt Google auf Wunsch Häuserfassaden. Dies geschieht noch vor dem Start des deutschen Street View. Personen und Autokennzeichen werden generell unkenntlich gemacht. Vermutlich will Google mit der Einspruchsmöglichkeit einer möglichen gesetzlichen Änderung vorgreifen. Google sollte mit dem Einspruchsrecht leben können und die Eigentümer auch. Der einzige Knackpunkt ist hierbei, dass es noch weitere Dienste wie Street View bereits gibt und sicher noch geben wird. Bei diesen müsste man dann separat um eine Unkenntlichmachung bitten. Wenn diese Dienste alle einem Einspruch nachkommen, braucht es dazu auch kein Gesetz, das im schlimmsten Fall die Pressefreiheit gefährdet. Man stelle sich einen Außenreporter vor, der von einem Ereignis berichtet und unter Nennung des Straßennamens filmt. Das alles könnte durch entsprechende Interpretation eines im schönsten Bürokratendeutsch formulierten Gesetzes mit viel Rechtsverdreherei dann mindestens zu einer strittigen Handlung werden.

Kommen wir zurück zu unserer aufgeregten Frau, die vermutlich in der obigen herrlichen Wohnmaschine gerade ihre Socken stopft. Es ist selbstredend erlaubt, Google und Street View zu kritisieren. Ein bisschen wissen, um was es geht, sollte man aber schon. Es gibt ja Leute, die meinen, man könne sie in Zukunft live unter der Dusche beobachten. Noch aber gibt es zu wenige spritzwassergeschützte Webcams.