Lidl am Oskar-Maria-Graf-Ring wegen Umbau bis 15.02. geschlossen!

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Wegen Umbauarbeiten hat unser Lidl am Oskar-Maria-Graf-Ring (Handwerkerhof) ab Freitag, den 12.01.2018, geschlossen. Wiedereröffnung ist am Donnerstag, den 15.02.2018, um 7 Uhr. Laut E-Mail-Information soll es dann auch einen Backshop geben.

Als Ersatz stehen die Lidl-Filialen an der Corinthstraße, der Nailastraße und der Nawiaskystraße bereit. Für die meisten Anwohner dürfte aber der Aldi eher als Alternative infrage kommen, da er gleich schräg gegenüber (im Graf-Zentrum) zu finden ist.

Lidl-Umbau, Oskar-Maria-Graf-Ring
Bild 1 (10.01.2018) © Thomas Irlbeck
Lidl-Umbau, Oskar-Maria-Graf-Ring
Bild 2 (10.01.2018) © Thomas Irlbeck

Die Michaelikapelle – Mystische Orte (Teil 7)

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Michaelikapelle
Die Michaelikapelle von der Heinrich-Wieland-Straße aus gesehen (07.03.2012) © Thomas Irlbeck

An der Kreuzung Heinrich-Wieland-Straße/Albert-Schweitzer-Straße/Corinthstraße steht am nordöstlichen Eck die Michaelikapelle. Wer sich hier nicht sofort was darunter vorstellen kann, es ist die riesige Kreuzung zwischen dem Schulzentrum Nord und dem Lidl-Markt an der Corinthstraße. Der Ostpark beginnt dort ebenso. Die Kapelle selbst befindet sich neben eben diesem Lidl-Markt.

Bis jetzt ist Neuperlach.org auf der Suche nach einem mystischen Ort, der auch wirklich zu Neuperlach gehört und nicht nur in der Nähe des Stadtteils liegt. Die Michaelikapelle ist ganz nahe dran. Die stadtauswärts führenden Fahrspuren der Heinrich-Wieland-Straße zählen an dieser Position schon zu Neuperlach, aber die Fahrspuren auf der anderen Seite und damit auch die am rechten Straßenrand (Blick stadteinwärts) befindliche Kapelle wird noch dem Stadtteil Michaeliburg zugerechnet. Schade, aber die wenigen fehlenden Meter (es sind nur rund 50 Meter bis zur Grenze) lassen das Bauwerk gefühlt zu Neuperlach gehören.

Die Kapelle wurde am 7. Oktober 1900 eröffnet und ist St. Michael geweiht. Einmal im Jahr, zum Volkstrauertag, findet in der Kapelle ein Treffen der Vereine der Umgebung statt, die der Opfer der beiden Weltkriege sowie aller danach geführten Kriege gedenken.

Geschichte

Die Kapelle hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In Auftrag gegeben wurde sie den Quellen nach von Michael Obermayer aus Straßtrudering (der als erster Siedler auch Namensgeber für den Stadtteil Michaeliburg ist), der sich der Gemeinde Perlach gegenüber verpflichtet hatte, als Gegenleistung für die Genehmigung seines Wirtshausbetriebs, eine Kapelle zu errichten. Das Gebäude mit dem früheren Wirtshaus wurde im Volksmund wegen des burgähnlichen Aussehens Michaeliburg genannt, erst 2009 wurde es abgerissen.

Michaelikapelle
Die Michaelikapelle: Halb unter Bäumen versteckt, vorne umspült von weltlichem Verkehr (07.03.2012) © Thomas Irlbeck
Umgebungskarte Michaelikapelle
Umgebungskarte Michaelikapelle. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Das Grundstück erwarb Obermayer 1898, die Quelle „Trudering – Waldtrudering – Riem: Münchens ferner Osten“ nennt hier als Kaufpreis 60 Mark. 1906 bekam die Kapelle neue Eigentümer, die die Verpflichtung, die Kapelle ausschließlich für römisch-katholische Gottesdienste zu benutzen, ignorierten. Die Kapelle soll als Lagerraum und für landwirtschaftliche Zwecke verwendet worden sein. 1922 erhielt die Kapelle nochmals einen neuen Eigentümer, der wieder Gottesdienste initiierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Kirche in einem erbärmlichen Zustand. Dach, Fenster und Türen fehlten, selbst der Altar war entwendet worden. Die Kirchenbänke wurden offenbar in einem der strengen Nachkriegswinter verheizt. Nachdem es zunächst ernsthafte Überlegungen gab, die Kapelle abzureißen, wurde sie schließlich unter dem Einsatz einiger engagierter Bürger aus dem Stadtteil Michaeliburg aufwändig wiederhergestellt.

Hier noch ein seltenes Bild der Michaelikapelle aus früheren Zeiten (linkes Bild). Es stammt aus dem Video „Altes aus Neuperlach“ von Peter Wahrendorff. Auch im rechten Bild auch ist die Michaelikapelle zu sehen, zwischen der Tram und dem linken Bildrand. Vielen Dank an J. W. für den Tipp:

Michaelikapelle
Michaelikapelle ca. 1975 (Screenshot aus dem Video „Altes aus Neuperlach“)
M/m-Zug der Linie 11 an der Haltestelle Karl-Marx-Ring. Blick ist stadteinwärts. Foto ist vom 12.09.1970 (dem Eröffnungstag!). Die Michaelikapelle ist im linken Bildbereich zu sehen. Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e. V.

Wer gut hinschaut, erkennt in dem rechten Bild auch die Michaeliburg, die Turmspitzen sind zwischen der Tram und dem Kran zu sehen.

Ein Bild vom Inneren der Kapelle findet sich hier: Panoramio

Auf der Suche nach der Michaeliburg (Update)

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Hinweis: Aus gegebenem Anlass habe ich den Artikel erweitert und noch mal veröffentlicht.

Die Michaeliburg. Der Burgfrieden ist dahin (02.07.2009) © Thomas Irlbeck

Schon als Kind habe ich mich gefragt, woher denn der benachbarte Stadtteil Michaeliburg (ein Teil des Stadtbezirks Trudering-Riem) seinen Namen hat. Denn eine Burg hatte ich dort nie gesehen. Noch fast bekannter als der Stadtteil Michaeliburg ist das in der Nähe befindliche Michaelibad, welches das größte Freizeitbad von München darstellt. Es liegt zwar in Neuperlach, sein Name ist aber auch auch von der Michaeliburg abgeleitet.

Ich ging lange Zeit davon aus, dass es früher mal eine Burg gab, die schon lange nicht mehr existiert. Letzte Woche gab es im familiären Umfeld eine Erwähnung des Themas. Anlass waren neu angebotene Wohnungen im Stadtteil Michaeliburg. Damals konnte ich zur Entstehung des Namens Michaeliburg nichts beitragen außer Spekulationen.

Die Michaeliburg hat keine Burgfenster mehr (02.07.2009) © Thomas Irlbeck

Wie es der Zufall will, brachte am Montag der Pizzabote eine tz-Zeitung als Gratisangebot mit. Dort las ich, die Michaeliburg würde noch stehen, würde aber bald abgerissen werden. Das klingt spannend, aber auch traurig. Wie auch immer, es ist eine letzte Gelegenheit für Fotos.

Also machte ich mich auf die Suche. Die Burg sollte nach der Beschreibung in der Zeitung nur einen Steinwurf von meinem Haus entfernt sein. Immerhin befindet sich die Zehntfeldstraße, an der die Burg liegen soll, gleich hinter meinem Haus. Ich nahm den Ausgang in meinem Haus und schritt durch die Parkanlagen. Wenige Minuten später erblickte ich schon die Türme der Burg. Natürlich hatte ich das Gebäude schon mal gesehen, aber dieses nicht als Burg eingestuft. Es ist ja auch eher ein „Bürgchen“ mit „Türmchen“.

Ein Türmchen von der Nähe (02.07.2009) © Thomas Irlbeck

Laut dem tz-Artikel (30.06.2009, Seite 6) sei das Gebäude 1898 „angeblich“ vom Gastwirt Neumeyer errichtet worden (möglicherweise ein Fehler, denn anderen Quellen nach hieß der Knabe Michael Obermayer), der dort eine Gaststätte betrieben haben soll. Das Haus habe Georg Seger gehört, dem Opa von Gabriele Strauß, die die Ex-Frau von Max Strauß ist (der bekanntlich wiederum der Sohn vom berühmten Franz Josef Strauß ist). Später sei das Objekt an Gabriele Strauß, ihren Bruder und eine Cousine gewandert. Vor sechs Monaten sei das Grundstück an den Unternehmer Pöttinger verkauft worden, der nun einen Neubau hinstellen will. Hier gäbe es nun Ärger, denn den Anwohnern ist die vorgesehene Bebauung zu dicht, es gäbe zu viel Beton und zu wenig Freiflächen und Grün. Allerdings sei die Bebauungsdichte bereits reduziert worden. Den Anwohnern ist es aber immer noch zu dicht. Vier Komplexe mit 23 Eigentumswohnungen sollen entstehen. Eine Modernisierung des Gebäudes wäre zu aufwändig. Die Burg sei nun nicht mehr zu retten, da sie nicht unter Denkmalschutz stehe.

Vor dem Haupteingang der Burg (02.07.2009) © Thomas Irlbeck

Gabriele Strauß kenne das Gebäude aus der Kindheit. Die Geschichte mit der Gaststätte sei ein Märchen, meint sie, da sich im Haus lauter Ein-Zimmer-Wohnungen mit Küche und Klo auf dem Gang draußen befinden würden. Ihr Großvater, der Maurer war, habe das Gebäude gekauft und eine Baustoffhandlung aufgebaut. Er habe dann ein Logo entworfen, welches das Haus zeigt und diesem den Namen Michaeliburg gegeben – als eine Art Marketing-Gag.

Das Bad (oder was immer das mal gewesen ist) hat schon bessere Zeiten gesehen (02.07.2009) © Thomas Irlbeck

Als ich die ersten Fotos schoss, sprach mich ein Anwohner an. Er behauptete, vieles, das in dem besagten Artikel stehen würde, würde nicht stimmen. Der Bauherr wäre ein anderer, er könne aber den genauen Bauherrn momentan nicht nennen. Laut dem Anwohner wurde das Gebäude ursprünglich als Jagdschloss errichtet. Die Remise wäre dann später abgerissen worden. Hinter dem Gebäude habe es einen Bauernhof gegeben. An dieser Stelle steht heute ein Lidl-Markt.

Ja, zumindest der Lidl-Markt ist nicht zu übersehen. Im Discounter einkaufen, im Schatten der Burg, das ist noch für kurze Zeit möglich.

Brunnen vor der Michaeliburg (02.07.2009) © Thomas Irlbeck
Dieses Objekt soll als Ersatz für die Burg kommen. Von der Bautafel abfotografiert (02.07.2009) © Thomas Irlbeck

Diese und weitere Bilder in höherer Auflösung gibt es auf flickr

Update

Ex-Michaeliburg
Der Ersatz für die alte Michaeliburg. Würdig? Nicht um die Burg! (28.04.2011) © Thomas Irlbeck

Die Michaeliburg ist Geschichte. Knapp zwei Jahre nach Beginn der Entkernung ist es an der Zeit, mal nachzuschauen, ob das alte Burg einen würdigen Nachfolger erhalten hat. Ich würde sagen, nein, auch wenn das subjektiv ist. Der neue Bau ist ein Allerweltsbau. Schade, dass das historische Gebäude, das dem Stadtteil den Namen gab, ein Opfer der Abrissbirne wurde.