Stadtbibliothek Neuperlach in Zukunft samstags geöffnet, dafür aber nun montags Ruhetag

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Bücher
Lizenz: Public Domain

Die Stadtbibliothek Neuperlach in der Charles-de-Gaulle-Str. 2a öffnet jetzt auch samstags, und zwar von 10:00 bis 15:00 Uhr. Dafür ist in Zukunft am Montag Ruhetag.

Die Öffnungszeiten:
Mo geschlossen
Di bis Fr 10:00 bis 19:00 Uhr
Sa 10:00 bis 15:00 Uhr

 

Requiem – in Erinnerung an das Plett-Zentrum

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Viele sahen und sehen im Plett-Zentrum eine Betonbausünde aus den 1960er-Jahren, der man keine Träne nachweinen sollte. Doch dies wird dem Bau nicht gerecht. Denn der Gebäudekomplex war etwas Besonderes, er war durchdacht, er hatte seine berühmten Vorbilder und nahm Anleihen bei Stararchitekten. Vieles ist jedoch dem Normalsterblichen nicht bekannt und kann auch nicht mehr erkundet werden, da der Bau schlicht nicht mehr existiert – zum Zeitpunkt dieses Artikels liefen bereits die Abrissaktivitäten des verbliebenen Westteils. Speziell für Interessierte, die den ursprünglichen Bau nie oder nur flüchtig gesehen haben, ist es schwer, mehr zu erfahren. Auch hat nicht jeder das erforderliche architektonische Hintergrundwissen, ebenso sind manche Details nur mit aufwändiger Recherche in Erfahrung zu bringen, wenn sie überhaupt öffentlich zugänglich sind. So weist der Bau einige bemerkenswerte Raffinessen auf. Außerdem war das Plett-Zentrum in stärkerer Weise als Zentrum Neuperlachs konzipiert, als es gemeinhin bekannt ist. Bruno Tamborino entführt uns in die Entstehungsgeschichte des Baus und bringt uns in diesem hochinteressanten Artikel dessen Charakteristika und Eigenheiten nahe. Mit dieser Beschreibung liefert der Autor ein Plädoyer für den Erhalt vergleichbarer Gebäude, im Besonderen in Neuperlach.

Neue Heimat/Plett-Zentrum 2007
Bild 1: Das Plett-Zentrum (2007). Foto: Bruno Tamborino

Thomas Irlbeck

Über den Autor Bruno Tamborino (* 1969) lebte von 1974 bis 1987 in Neuperlach und hat mit starkem Interesse sämtliche Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen in Neuperlach Mitte und Nord erlebt, heute lebt er in Italien. Er hat ein kleines Privatarchiv, bestehend aus Fotos, Postkarten, Zeichnungen und Bauplänen, mit persönlichen Aufzeichnungen und war immer daran interessiert, was aus Perlach Nord am besten werden könnte. Er ist ab der 5. Klasse im Werner-von-Siemens-Gymnasium zur Schule gegangen und war deshalb täglich in Perlach Nord unterwegs. 1983 schlug er der Neuen Heimat einen Neuanstrich für ein Haus vor, dieser Vorschlag wurde dann in der lokalen Wochenzeitung „Hallo“ veröffentlicht, aber nicht ausgeführt. Er hat auch ein Modell von einem Haus in Neuperlach gebaut und in Neuperlach 1985 ausgestellt und Daten für weitere Modellgebäude gesammelt.

Der Zweck dieses Beitrages ist, vom Plett-Zentrum eine Erinnerung zu erhalten und die Gründe seines Verschwindens zu verstehen.

Das Plett-Zentrum ist nach zirka 40 Jahren Existenz nur noch Erinnerung und das ist sehr schade. Die Hoffnung dieses Beitrages ist, dass, nachdem dieser Bau lieblos behandelt und recht flott abgebrochen wurde, dies nicht auch anderen Gebäuden in Neuperlach droht. Trotz einer sehr traurigen Indifferenz der Leute, die doch mit und in diesen Bauten aufgewachsen sind, stellen diese für viele ein Stück Heimat dar, das jetzt verschwindet, obschon man es schützen sollte.

Geschichte

Plett-Zentrum Zeichnung
Bild 2: Von oben links zeilenweise nach unten sieht man die Ostfassade, daneben die Westfassade mit Laderampe, die Südfassade mit den Kellerfenstern und die Nordfassade mit den Treppen und den Einfahrten. Alles ist im Ursprungszustand noch ohne Brücke an der Südseite, aber mit der Space Churn. Auch die dunklen Brüstungsabdeckungen gab es anfangs noch nicht. In Rot unterstrichen ganz unten ist der zuletzt noch stehende Bauteil markiert. Zeichnung: Bruno Tamborino

Das Plett-Zentrum war 1967 schon ganz geplant (siehe das Titelbild und Hauptillustration vom Buch „Entlastungsstadt Perlach in München“, herausgegeben 1967 von der Neuen Heimat), es wurde aber erst ein oder zwei Jahre nach den Wohnhäusern in seiner Umgebung zusammen mit dem noch bestehenden gegenüberliegenden Bürohaus eingeweiht. 1971 bezog also die Neue Heimat Bayern ihr neues Verwaltungshaus, es kamen aber auch Geschäfte, ein Restaurant und eine Filiale der Stadtbibliothek München in das Zentrum. Es waren der Ayinger Hof, ein Rewe-Supermarkt, die Papeterie Perlach, ein Solarium mit Kosmetikstudio und andere Geschäfte, die recht bald wieder verschwunden sind oder ihre Identität geändert haben, wie z.B. ein Tapetengeschäft. Der mittlere Teil des Plett-Zentrum bestand aus einem großen, offenen Platz, auf den auf einer Seite der Eingang der Verwaltung der Neuen Heimat schaute, auf der anderen Seite waren Geschäfte. Die Eingänge und Vitrinen aller Geschäfte (auch des Restaurants und der Bibliothek) bildeten drei Fronten, zwei schauten auf eine offene Passage, die andere auf diesen Platz. Der Platz war wie das ganze Hochparterre des Plett-Zentrum zirka 2,60 Meter über dem Straßenniveau. An seinen zwei gegenüberliegenden Seiten grenzten ihn nur zwei schmale Dachstreifen optisch ein und hier stand ab 1972 die Space Churn (Raumspindel, auch als Neuperlach Mobile bekannt), das Wahrzeichen Neuperlachs.

Plett-Zentrum Grundriss Zeichnung
Bild 3: Hochparterre-Grundriss des Plett-Zentrum. Man erkennt in Schwarz die Säulen in versetztem Doppelraster, alle parallelen Säulen stehen in 10,50 Meter Abstand. In Orange die Räume im Hochparterre, in Rot und Violett die Obergeschosse der Büros, rechts die Geschäfte. In Hellblau die Bedachung der Freiflächen im Hochparterre. Die gestrichelten Linien deuten schematisch die Tragebalken der Decke an, alle habe ich nicht rekonstruieren und einzeichnen können. Zeichnung: Bruno Tamborino

Anfang der 1980er-Jahre wurde die Fußgängerbrücke über die Ständlerstraße gebaut, als auch das Konzerngebäude der Vereinte Versicherung (damals noch Vereinigte Versicherung) und das pep fertig waren. Als Durchgang zur Brücke wurden die Brüstung und der Blumentrog hier unterbrochen, welche vorher durchgehend waren, obwohl diese Brücke schon von Anfang an geplant war. In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre wurde der Bau auch einer Pflege unterzogen, bei der die vertikalen Brüstungsplatten per Hochdruckwasserstrahl gesäubert wurden und vor allen Dingen die Oberkanten dieser Platten mit optisch angepassten, dunklen Aluminiumprofilen geschützt wurden. 1986 wurde die Neue Heimat aufgelöst und die WSB Bayern zog ein, entsprechend wurde auch das große „NH“-Logo am Obergeschoss des Verwaltungsbaus durch ein „WSB“-Logo ersetzt.

1999 wollte die WSB schon neue Räume, bis sie einige Jahre später den Bau verließ und die Büros dann nicht mehr benutzt wurden. 2001 zog die Stadtbibliothek in das nahe Quidde-Zentrum um, auch dies war ein klares Zeichen, dass das Plett-Zentrum seine besten Zeiten leider schon hinter sich hatte. Spätestens 2005 standen die Verwaltungsräume und die meisten Geschäfte leer. Der großflächige Bau wurde unter zwei Besitzern geteilt, der Geschäftsteil kam in eine Hand, der doppelt so große Teil mit Büroräumen und Platz in die Hand von Aldi, um dort die Büros und den Platz mit einem Markt zu ersetzen. 2006 schenkte die WSB die Space Churn auch der Stadt München.

Im März 2008 wurde der größere Teil des Baus abgerissen, zu diesem Zweck wurde die Space Churn umgesiedelt und der übrige Teil des Baus an der Trennstelle funktionell wieder instand gesetzt. Nach dem Abriss wurde dann nicht der Aldi-Markt, sondern das Life-Einkaufszentrum erbaut, das an den noch stehenden Teil anschloss. Die offene, ehemalige Ladenpassage wurde abgezäunt und ihre Ladenvitrinen mit Holzplatten verschalt, um weiterhin als Durchgang zur Fußgängerbrücke zu dienen, während der Restbau leer und mehr oder weniger in der Hand der Vandalen war, aber aus einigen Blickpunkten sah er noch recht gut aus. Im März 2012 begann auch hier der Abbruch, um ein mehrstöckiges Gebäude an seiner Stelle zu erbauen. Damit enden die 41 Jahre Existenz des Plett-Zentrum.

Beschreibung

Das Plett-Zentrum war ein großzügiger, flacher Bau, der mit großen Spannweiten zwischen den wenigen, relativ dünnen Säulen und einer Totalverglasung der Büro- und Ladenräume imponieren sollte. Die Räume sollten ein Maximum an Licht und Flexibilität bieten, auch innen waren nur wenige Säulen und Mauern zu finden. Alle Fenster der Büros schauten auf das Grün der balkonartigen Brüstungen oder auf zwei grüne Innenhöfe, deren größerer quadratisch war und sich in drei stockwerkshohen, begrünten Stufen nach unten verkleinerte. Alle Brüstungen, auf die Fenster oder Fußgängerbereiche schauten, waren mit Sträuchern und Blumen bepflanzt. Alles am Bau war streng geometrisch und entsprechend fixer Regeln gestaltet.

Das Plett-Zentrum war vollunterkellert, dieser Keller schaute über einen Meter aus dem Boden. Er diente als Büro- oder Archivraum, Tiefgarage und Nebenräumlichkeiten der Geschäfte. Das Hochparterre bedeckte den größten Teil der Oberfläche, abgesehen vom zentralen Platz, der Ladenpassage, den zwei Passagen von dieser zum Platz und beiden Innenhöfen der Verwaltung. Neben dem Platz befand sich der dreistöckige, quadratische Hauptbau der Verwaltung, dessen oberstes Geschoss nach außen keine Fenster hatte und deshalb nur wie eine sehr hohe Abschlussbrüstung aussah. Das Plett-Zentrum wies an der Nordseite drei breite Treppen zum Hochparterre auf, eine als Nebeneingang zur Verwaltung, zwei zu den offenen Flächen und zwei Tiefgarageneinfahrten. An der Südseite hatte nur der Keller unter dem dreistöckigen Bauteil große Fenster entsprechend den Stockwerken darüber. An der Westseite befand sich eine Laderampe für die Lagerräume der Geschäfte, auch hier war der Bau streng und komplett gestaltet. Außer an der Laderampe und an den Südfenstern war der Keller völlig fensterlos.

Es gab an dem Bau keine kleinteiligen Ausnahmen, alles folgte einem geometrisch-minimalistischem Stil, der aber sehr großzügig umgesetzt wurde. Die Decken waren alle in Innen- und Außenbereichen mit Rigipsplatten durchgehend flach und weiß verkleidet, mit eingebauten Neonleuchten. Horizontale, durchgehende Elemente waren dominant. Alle Brüstungen setzten sich aus vorgeblendeten, massiven Betonplatten zusammen, die gesägt, geschliffen und poliert waren, also fast wie natürliches Konglomerat aussahen. Alle Fenster- und Türrahmen und die sieben kubusförmigen Dachaufbauten waren aus brauneloxiertem Aluminium, die Säulen aus nicht bemaltem Beton und alle Kellermauern, außer den wenigen unter den Kellerfenstern, weinrot bemalt. Die Freiflächen bestanden aus großen, quadratischen, perfekt horizontalen Waschbetonplatten mit relativ breiten Fugen dazwischen, in die das Regenwasser abfloss und dann unter den Platten abgeleitet wurde. Auch die Treppen waren aus Waschbeton. In den meisten Räumen befand sich ein neutral gefärbter Teppich, in der Eingangshalle der Büros waren die Haupttreppe zu den Obergeschossen und die Empfangstheke imponierend und phantasievoll gestaltet. Die dominante Farbe außen war Betongrau, mit viel Verglasung.

Das Plett-Zentrum repräsentierte einen Bau mit gemischter Funktion, es war gleichzeitig Verwaltungsbau, Ladenzentrum und öffentlicher Bau mit der Stadtbibliothek, dem großen Platz und der Passagenfunktion zur Brücke. Die Verwaltung besetzte den größten Teil. Die Position der Space Churn auf dem Platz war nicht zufällig, denn der Platz war als erster Neuperlacher Mittelpunkt vorgesehen, die große Treppe, die Space Churn und seine ganze würdevolle Gestaltung bestätigen dies (siehe auch Illustration in „Entlastungsstadt Perlach“), er sollte in moderner Form eine säulengerahmte, griechische Agora interpretieren. Die breiten, nicht steilen Treppen waren alle einladend, wenn auch nicht barrierefrei.

Als Verwaltungsbau der (damals Neuperlach erbauenden) Neuen Heimat Bayern war er das eigentliche Zentrum Neuperlachs, mehr als der heute noch völlig undefinierte Hanns-Seidel-Platz. Der Bau sollte das Paradepferd von Neuperlach Nord sein und war es auch. Das Plett-Zentrum war aber auch ein klares Machtsymbol der Neuen Heimat, mit seiner sehr großen Ausdehnung und seinen besonderen bautechnischen Lösungen. Kohärent mit ihrer Wirkungs- und Bauphilosophie hat sie aber auf teure und exklusive Baumaterialien, etwa Marmor, oder auf aufwändige Verkleidungen verzichtet.

Maße und Bautechnik

Ich werde jetzt technische Charakteristika und Maße angeben, die alle aus meiner Beobachtung stammen. Ich bin mir der Maße ziemlich sicher, aber mit maximal 10 % Toleranz kann ich deren ganz sicher sein.

Das Plett-Zentrum war ein ungeteilter Stahlbeton-Skelettbau mit vorgefertigten Deckenplatten, Bodenbelagsplatten und vertikalen Fassadenbrüstungen und -platten. Vor Ort wurden also der Keller, die Säulen, die Deckenträger und die Brüstungshalterungen gegossen; wie schon angedeutet, war die Struktur völlig ohne Dehnfugen. Das Muster der Säulenverteilung war ungewöhnlich, um von außen weniger Säulen erscheinen zu lassen, als effektiv vorhanden waren. Auf den Säulen befanden sich massive, vor Ort gegossene Betonträger, die dann die Deckenplatten trugen. Die begehbaren Außenbereiche hatten unter dem sichtbaren Bodenbelag eine geneigte, vor Wasser schützende Dachoberfläche, auf der die Platten waagrecht aufgestützt waren.

Alles am Bau basierte auf einer besonderen Baukonzeption: wenige, dünne Säulen, von denen man von außen den Eindruck haben sollte, es seien nur halb so viele, auf denen komplexe, verschieden strukturierte Dachkonstruktionen ruhten. Die großen Spannweiten und die vielen Anforderungen führten also zu sehr hohen Dachkonstruktionen. Das was von außen wie Balkonbrüstungen aussah, war ja in Wirklichkeit fast nur der vertikale Abschluss dieser Deckenkonstruktion. Die Betonbalken, die doppelte Struktur der Freiflächen und die Blumentröge verursachten das Surplus an Höhe, während die schlichte, weiß bemalte Verkleidung der Decken den Eindruck erweckte, man sehe von unten die eigentliche Decke.

Der ganze Bau maß beachtliche 172 mal 56 Meter und war größtenteils 6,50 Meter hoch, der Verwaltungsbau hatte auf 14,30 Meter seine Dachhöhe. Es war ein sehr ausgedehnter und flacher Bau. An den Fassaden sah man alle 10,50 Meter eine 30 Zentimeter dicke Säule, die Brüstungen waren 1,75 Meter hoch, die Fensterbänder 2,60 Meter. Im Inneren waren die Säulen auf einem doppelten, diagonal versetzten Quadratraster angeordnet, um den 10,50 Meter-Abstand zu halbieren. Die Kellerbasis ohne Treppen, Einfahrten, Rampen und der 1,75 Meter-Auskragung der Brüstungen bedeckte stolze 8.886 Quadratmeter. Die Deckenkonstruktion hatte als Hauptelement 60 Zentimeter hohe und 30 Zentimeter breite Tragebalken, auf der die Fertigteil-Deckenplatten lagen. Die Deckenverkleidung war 20 Zentimeter unter den Balken abgehängt. Darüber befanden sich die oben genannten Bodenbeläge der Außenbereiche, die Erde der Blumentröge oder die entsprechende Füllschicht der Innenbereiche. Vom Fußboden bis zur Deckenunterseite waren es reichlich mehr als ein Meter Höhe, oben schauten die Brüstungen nur 40 Zentimeter heraus, dieselbe Höhe der an den Innenseiten der Blumentröge angeordneten Betonsitzbänke um die Außenbereiche.

Architektur

Das gewollte Aussehen des Baus war das einer filigranen, vertikalen Struktur, mit viel Glas und minimalistischen, modernen Fensterrahmen, auf der große und mächtige, horizontal betonte Decken lagen, alles schlicht und geometrisch gestaltet. Glas, lange, durchgehende Brüstungen und der massive obere Abschluss charakterisieren den Bau. Die Fensterrahmen aus brauneloxiertem Aluminium mit quadratischen Profilen und sehr großzügiger Isolierverglasung waren sehr modern, wie auch die niedrigen Heizkörper dahinter und die Vollklimatisierung.

Die Architektur ist typisch für die 1950er- oder 1960er-Jahre und entspricht internationalen und amerikanischen Vorbildern. Man erkennt den Pavillon der Expo in Barcelona (Bild 4), die Neue Nationalgalerie in Berlin (Bild 5), die Lake Shore Drive Apartments in Chicago (Bild 6) als Vorbilder, alles Meisterwerke des Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Auch die Villa Fallingwater des Architekten Frank Lloyd Wright (Bild 7) und das Lever House (Bild 8) in New York könnten als Vorbild gedient haben. Es sind alles Meilensteine des Modernismus.

Pavillon der Expo in Barcelona

Pavillon der Expo in Barcelona
Bild 4: Pavillon der Expo in Barcelona (van der Rohe, 1929). Foto: Hans Peter Schaefer / Lizenz siehe: Wikipedia

Als Vorbild für das Plett-Zentrum diente hier das Verhältnis zwischen Wänden und der Decke, die wie Platten aneinanderstoßen, auch die Sitzbank (Mitte) und die Fensterkonstruktion.

Neue Nationalgalerie in Berlin

Neue Nationalgalerie in Berlin
Bild 5: Neue Nationalgalerie in Berlin (van der Rohe, 1962). Foto: Manfred Brückels / Lizenz siehe: Wikipedia

Das große, markant horizontale, massive Dach auf dünnen Säulen diente als Vorbild, auch die dunkle Farbe der Metallkonstruktion und auf dem Bild nicht sichtbare große Untergeschossfenster.

Lake Shore Drive Apartments in Chicago

Lake Shore Drive Apartments in Chicago
Bild 6: Lake Shore Drive Apartments in Chicago (van der Rohe, 1962). Foto: End User / Lizenz siehe: flickr

Die Gestaltung der offenen Erdgeschossbereiche war hier das Vorbild, mit der peniblen und streng geregelten Detailgestaltung. Auch die schmalen Bedachungen sah man um den Platz des Plett-Zentrum.

Villa Fallingwater in Pennsylvania

Villa Fallingwater in Pennsylvania
Bild 7: Villa Fallingwater in Pennsylvania (Wright, 1939). Foto: Jack Boucher, HABS / Lizenz siehe: Wikipedia

Damals modernste Bautechniken erlaubten es, die massive Balkone wie schwebend erscheinen zu lassen, die Säulen waren relativ dünn und in den Schatten zurückversetzt. Einen ähnliche Eindruck ergab das Plett-Zentrum, erzielt mit einer ähnlichen Technik.

Lever House in New York

Lever House in New York
Bild 8: Lever House in New York (Studio S.O.M., 1957). Foto: David Shankbone / Lizenz siehe: Wikipedia

Das fensterlose oberste Geschoss des Hauses war ein technisches Stockwerk und bildete einen optisch gelungenen Abschluss-Akzent, diese Lösung wurde bei Hochhäusern auch von van der Rohe verwendet. Der Flachbau auf Stelzen, den man im Vordergrund sieht, hat einen begrünten Innenhof. Beide Motive sah man am Plett-Zentrum.

Erklärungsversuche zum Abbruch

Das Plett-Zentrum hatte einige Mängel, die den Abbruch auf keinen Fall rechtfertigen, ihn aber vielleicht erklären. Bei 8.886 Quadratmetern Oberfläche (das Grundstück ist natürlich noch größer) bot es nur 7.828 Quadratmeter Büro- und Ladenflächen. Das ist wenig.

Der würdevolle Platz in der Mitte wollte eine Agora, also ein Treffpunkt sein, was er aber nie geworden ist. Ein Marktplatz (was das pep irgendwie ist) hätte besser funktioniert, der Platz ist leider immer leer geblieben.

Der flache, weitverglaste Bau war bestimmt unwirtschaftlich in der Beheizung, er war entsprechend der damaligen Technik wenig isoliert und hatte nach oben und nach unten potenziell große Wärmeverluste.

Dass man zu den Geschäften, der Verwaltung und dem Platz 2,60 Meter Höhe durch Treppen überwinden musste, machte den Bau bestimmt auch nicht beliebt, denn es gab keine barrierefreie Alternativen dazu.

Wahrscheinlich wurde das Plett-Zentrum als striktes ideologisches Eigentum und Symbol der Neuen Heimat angesehen, es war also den Nachfolgebesitzern unsympathisch, es wurde wohl als etwas Fremdes empfunden.

Komischerweise war der Bau 1967 als Erster schon fertig geplant, wurde aber erst vier Jahre später eingeweiht, trotz seiner schnell realisierbaren Bauweise. Wahrscheinlich musste man damals auf der Riesenbaustelle Neuperlach den Wohnhäusern Vorrang geben. Der Bau war also 1971 schon veraltet, die Planung geschah ja vor 1968 und der Energiekrise 1973, danach war eben viel schon wieder anders.

Es hat wohl auch Wassereinfallprobleme am Dach gegeben, die besondere, asymmetrisch ausgelastete Struktur des Baus ohne Dehnfugen mit Fertigteildachelementen hat vermutlich zu Spannungen im Dach geführt, die als Folge die dichtende Teerpappe darauf immer wieder aufgerissen haben könnten.

Schließlich litt der Bau wie alle Subzentren in Neuperlach schon seit den 1980er-Jahren unter der Konkurrenz des pep.

Eine Illusion …

Trotz allem hätte man den Bau retten müssen und können, ihn renovieren, reparieren und rentabel machen können. Mehrere, mit Spiegelglas verkleidete Stockwerke in Leichtbauweise auf den Geschäfts- und Büroteilen, ein Verglasen oder Zubauen des quadratischen Innenhofes und eine Umfunktionierung und Bedeckung der Agora hätten den Bau rentabel gemacht und ihn erhalten und modern gemacht. Aufzüge oder neu gestaltete, flachere Rampen (die alten Treppen hatten nur eine integrierte, mit einer hohen Stufe beginnende Kinderwagenrampe) hätten den Zugang erleichtert. So wäre der ursprüngliche Mittelpunkt Neuperlachs noch erhalten und die Identität dieses Stadtteils bewahrt, auch die Bibliothek könnte heute noch viele positive Jugenderinnerungen wachhalten. Das Plett-Zentrum war insgesamt ein einladender Bau mit Öffentlichkeits- und nicht Privatcharakter, der leider an einer Privatmentalität zu Grunde gegangen ist, obwohl er noch stehen sollte.

Bruno Tamborino
bruno.tam15@gmail.com

Countdown am Plett-Zentrum

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Am Plett-Zentrum laufen die Abrissvorbereitungen auf Hochtouren (Neuperlach.org berichtete). Die Brücke von der Allianz zum Plett-Zentrum ist noch begehbar, doch ein Schild behauptet bereits das Gegenteil. Den Anwohnern wird am Donnerstag wegen Strom-Verkabelungsarbeiten eine Stunde der Saft abgedreht. An der ehemaligen Stadtbibliothek und am ehemaligen Ayinger Hof wurden die Holzplatten abgenommen, sodass man die vielleicht letzte Gelegenheit hat, die Räume noch mal zu sehen. Wer erinnert sich nicht daran, in der Stadtbibliothek in den Büchern geschmökert zu haben?

Allianz / Plett-Zentrum
Laut Schild ist die Brücke von der Allianz zum Plett-Zentrum bereits gesperrt, doch das Schild wurde zu früh aufgestellt, noch ist die Brücke passierbar. Demnächst ergeben sich lange Umwege, den Leuten wird die wichtige Fuß- und Radverbindung zwischen Plett-Zentrum und pep erst einmal genommen (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Strom / Plett-Zentrum
Den Anwohnern wird der Saft abgedreht, in dieser Zeit sollte man den Fahrstuhl besser nicht benutzen. Immerhin muss man sich nicht mit dem Staubsauger rumquälen, denn allenfalls ein Akkustaubsauger wird seinen Dienst verrichten (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Strom / Plett-Zentrum
Hinweis auf die Stromarbeiten am Plett-Zentrum (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Stadtbibliothek / Plett-Zentrum
Die ehemalige Stadtbibliothek (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Ayinger Hof / Plett-Zentrum
Der ehemalige Ayinger Hof. Da war mal ein Biergarten (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Ayinger Hof / Plett-Zentrum
Der ehemalige Ayinger Hof (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Ayinger Hof / Plett-Zentrum
Ayinger Hof (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Ehemalige Läden im Plett-Zentrum (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Ehemaliges Kosmetik-Studio (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Kosmetik-Studio: Hier wird niemand mehr verschönert  (14.03.2012) © Thomas Irlbeck
Ex-Supermarkt/Plett-Zentrum
Das war mal der Supermarkt (HL/REWE) (17.03.2012). Foto: J. W.

Wiederbelebung des Quidde-Zentrum?

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Erst verließen fast alle Läden und sonstigen Einrichtungen das Quidde-Zentrum, weil das Gebäude einem Neubau mit Läden, Gewerbe und auch Wohnungen weichen soll.

Dann kamen den Politikern doch Zweifel, ob der Anteil und die Art der vorgesehenen Läden angemessen seien – immerhin gibt es in Neuperlach immer wieder Laden-Leerstände. Die Umplanung, die man jetzt vornimmt und die wohl das Ziel „alles etwas kleiner“ hat, bedeutet größere bürokratische Wege, sodass sich Abriss und Neubau nun stark verzögern. Es ist nun frühestens Ende 2013 mit dem Abriss zu rechnen, vielleicht auch erst viel später (Neuperlach.org berichtete).

Für die Anwohner ergibt sich nun die denkbar schlechteste Situation. Sie haben wohl auf Jahre hinaus ein nahezu leerstehendes Ladenzentrum vor der Haustüre. Lebensmittelgeschäfte gibt es keine mehr. Nur eine Konditorei ist noch zu finden, die aber angeblich auch das Quidde-Zentrum verlassen will. Es bleiben im Wesentlichen noch die Stadtsparkasse, ein Gebrauchtwarenladen und eine Apotheke, indiskutabel für eine Nahversorgung. Rund 5 Fußminuten entfernt sind zwei Discounter auf der „grünen Wiese“ zu finden (aber nicht nebeneinander, sondern diametral verteilt). Aus der praktischen Idee, in einem Ladenzentrum alles für den täglichen Gebrauch zu finden, ist nichts übrig geblieben.

Jetzt stehen die Räume der Stadtbibliothek, die ja unbedingt wegen des bevorstehenden Abrisses raus musste, wieder zur Vermietung. Ob sich aber Mieter mit dieser ungewissen Zukunft finden werden? Immerhin ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Laden dann in 1,5 Jahren schon wieder aufgegeben werden muss, nachdem man sich mühsam einen Kundenstamm erarbeitet hat.

Quidde-Zentrum Stadtbibliothek
Abriss abgesagt: Die Räume der ehemaligen Stadtbibliothek im Quidde-Zentrum stehen nun wieder zur Vermietung (14.03.2012) © Thomas Irlbeck

Alte Erinnerungen an die Neue Heimat

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Mit ein paar Bildern soll noch einmal an das Plett-Zentrum, insbesondere an den Ostteil, in dem die Verwaltung der Neuen Heimat untergebracht war, erinnert werden. Dazu auch ein bislang noch nicht veröffentlichtes Foto von 2007, ein Jahr vor dem Abriss (vielen Dank für die Einsendung!):

Neue Heimat/Plett-Zentrum 2007
Neue Heimat/Plett-Zentrum (2007). Foto: Bruno Tamborino

Auch 2000 war die Welt schon nicht mehr in Ordnung. Die Stadtbibliothek und der Ayinger Hof waren noch geöffnet, die meisten anderen Räumlichkeiten standen allerdings schon leer. Somit geht das Sterben schon weit über zwölf Jahre, und zur Stunde steht der Westteil des Plett-Zentrum noch – aber jetzt ohne Natur, denn die Bäume wurden umgeholzt (Neuperlach.org berichtete).

Das Plett-Zentrum (06.02.2000). Foto: Thomas Irlbeck
Blick vom Plett-Zentrum auf das Bürogebäude an der Albert-Schweitzer-Straße (06.02.2000). Rechts ist ein Teil des Verwaltungsgebäudes der Neuen Heimat zu sehen. Foto: Thomas Irlbeck

Der Ostteil des Plett-Zentrum mit dem Verwaltungsgebäude der Neuen Heimat wurde 2008 abgerissen (und durch das Einkaufszentrum Life ersetzt).

Verweilen statt eilen – Quidde-Zentrum: Abriss und Neubau verzögern sich erneut

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Der Abriss des Quidde-Zentrum verzögert sich. Das meldet die Wochenzeitung „Hallo“ in ihrer heutigen Ausgabe „Neuperlach, Waldperlach, Neuperlach Süd“ auf Seite 2. Der Grund liegt darin, dass an einem neuen Entwurf gearbeitet wird. Bei der Auswahl und Art der Läden soll besser berücksichtigt werden, was bereits an Einkaufsmöglichkeiten in der näheren Umgebung vorhanden ist. Eigentlich sollte der Abriss noch im Frühjahr 2012 erfolgen (Neuperlach.org berichtete), jetzt aber scheint sich der Abriss auf frühestens im Laufe 2013 zu verschieben.

Die noch vorhandenen Einrichtungen im Quidde-Zentrum (Apotheke, Stadtsparkasse, Konditorei, Second-Hand-Laden, Schreibwarengeschäft, Frisör) bleiben bis auf Weiteres geöffnet. Allerdings stehen einige Läden bereits leer, der Mix Markt und die Stadtbibliothek sind bereits ausgezogen.

Kommentar

Das Einkaufsangebot im nahen Umfeld (das Life, das pep, der Penny auf der grünen Wiese gegenüber, der unfern liegende LIDL) ist eigentlich bekannt, und es gab keine großartigen Veränderungen. Warum ergibt sich jetzt die Einsicht, dass das Quidde-Zentrum (das neben Läden auch Wohnungen vorsieht) in der ursprünglich vorgesehenen Form am Bedarf vorbeigehen wird? Grundsätzlich ist es richtig, dass man lieber noch einmal umplant, bevor neue Leerstände produziert werden. Aber der keineswegs zufriedenstellende Status quo bleibt dadurch noch einmal erhebliche Zeit erhalten. Schon jetzt kann man im Quidde-Zentrum praktisch keine Lebensmittel mehr einkaufen, denn mit dem Mix Markt ging der letzte Supermarkt. Der Mix Markt hätte vermutlich noch geöffnet, wäre die Betreiberkette nicht von einem baldigen Abriss ausgegangen. Viele Bürger würden sich lieber ein renoviertes Quidde-Zentrum wünschen als einen Neubau. Das weiß ich aus zahlreichen Kommentaren und persönlichen Nachrichten. Immerhin gehen Gebäude, die zu den architektonischen Urgesteinen in Neuperlach gehören und eng mit dem besonderen Konzept der Satellitenstadt Neuperlach verbunden sind, unwiederbringlich verloren. Die Sanierung ist aber schon einmal politisch nicht gewünscht, weil man Wohnungen bauen will, die Wohnungsnot in München ist weiterhin groß. Auch wird damit argumentiert, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich sei und ohnehin nur ein Kompromiss, da ein Neubau leichter die Kriterien erziele, die man ein modernes Einkaufszentrum stelle, etwa Barrierefreiheit. Doch bei Letzterem war das Quidde-Zentrum durchaus seiner Zeit voraus. Zwar erfolgt der Zugang vom Parkplatz aus über eine steile Treppe, aber durch das Quidde-Zentrum führt das Neuperlacher Fußwegsystem. Dadurch wird das Zentrum ohne Treppen über nur sanfte Steigungen von zwei Seiten aus erschlossen (Richtung Hachinger Bach und Richtung Plett-Zentrum/U-Bahn Quiddestraße) und ist damit zumindest dort barrierefrei.

So sah es im Quidde-Zentrum noch 2010 aus (Archivfoto) © Thomas Irlbeck
Idylle im Quidde-Zentrum, die noch einige Zeit anhalten wird (Archivfoto) © Thomas Irlbeck

Quidde-Zentrum leert sich – Abriss rückt näher

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Mix Markt Quidde-Zentrum geschlossen
Der Mix Markt im Quidde-Zentrum wurde geschlossen (19.11.2011) © Thomas Irlbeck

Der Abriss des Quidde-Zentrum (Neuperlach.org berichtete) rückt näher. Der Mix Markt hat nun geschlossen, die Stadtbibliothek Neuperlach öffnet am 23. Dezember das letzte Mal ihre Pforten. Leseratten dürfen sich freuen, denn die Pause wird nicht allzu lange sein. Am 08.03.2012 wird die Stadtbibliothek Neuperlach wiedereröffnet. Die neuen Räume liegen zentraler, nämlich in der Charles-de-Gaulle-Straße am pep.

Stadtbibliothek Quidde-Zentrum
Die Bibliothek zieht um! (19.11.2011) © Thomas Irlbeck

Wann der Mix Markt zurückkehrt und wo, konnte Neuperlach.org noch nicht in Erfahrung bringen. Per Plakat wird auf die Prima Märkte verweisen, die ebenso russisches Sortiment haben. Die Prima Markt-Filiale in der Schlüsselbergstraße 13 liegt in Berg am Laim und damit für Neuperlacher relativ günstig. Sie ist mit der Tram 19, Haltestelle Schlüsselbergstraße, erreichbar.

Abschied mit Stillstand

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Es gibt für Bauvorhaben eine feste Regel, nämlich dass es immer zu Verzögerungen kommt. Die Ausnahmen, die in diesem Fall nicht existieren, bestätigen die Regel. Gerade in puncto Ladenzentren soll sich in Neuperlach demnächst einiges tun. Die marode, seit Urzeiten leer stehende und dahin bröckelnde Ruine des Plett-Zentrum wird durch einen Neubau mit Wohnungen und unter anderem auch Läden ersetzt. Das Quidde-Zentrum soll ebenso einem barrierefreien, modernen Neubau weichen. Ein Teil des Sudermann-Zentrum wird abgerissen und weitere Teile neu gestaltet. Ferner soll Neuperlach mit der Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes das lang erwartete Zentrum bekommen, was 44 Jahre nach der Grundsteinlegung des Stadtteils nun auch so langsam Zeit wird. Bislang ist es jedoch um alle Bauvorhaben ruhig geworden. Der Abriss des Plett-Zentrum war für Ostern dieses Jahres vorgesehen, doch geschehen ist bislang nichts. Im Quidde-Zentrum hat die Stadtbibliothek entgegen erster Ankündigungen noch geöffnet, und zwar mindestens den ganzen diesjährigen Sommer, obwohl dieses Jahr eigentlich bislang kein Sommer stattfand.

Trotz Verzögerungen werfen die Projekte ihre Schatten voraus. So ist der Rewe im Sudermann-Zentrum seit Juli geschlossen, wenngleich nicht klar ist, ob hier nicht andere Gründe eine Rolle gespielt haben. Damit gibt es im Sudermann-Zentrum keinen Supermarkt und damit auch so gut wie keine Nahversorgung mehr, da die anderen Läden entweder auch dicht gemacht oder keine adäquate Angebote haben. Die Landmetzgerei wird dort im September schließen, der Traublinger ist schon lange weg.

Ich versuche derzeit, Termine für Abriss und Baubeginn der einzelnen Projekte zu bekommen, doch bislang war nichts in Erfahrung zu bringen.

Nun heißt es Abschied nehmen, mit Bildern aus dem Sudermann-Zentrum und Plett-Zentrum. Mehr Fotos vom Plett-Zentrum in höherer Auflösung gib es in meinem flickr-Album.

Sudermann-Zentrum

Ex-REWE im Sudermann-Zentrum
Kaum vorstellbar, vor kurzem war das noch … (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Sudermann-Zentrum
… der Rewe im Sudermann-Zentrum (11.08.2011) © Thomas Irlbeck

Plett-Zentrum

Plett-Zentrum
Das Plett-Zentrum (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Hier geht es Richtung pep, doch man muss zunächst die Ruine durchqueren. Der „Eingangsbereich“ verheißt nichts Gutes, aber wie später noch festgestellt werden wird, ist dieser Teil noch in einem vergleichsweise guten Zustand (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Spätestens jetzt wird es furchterregend. Man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass dies der offizielle, nicht gesperrte Fußweg ist, der das pep mit der Plettstraße verbindet (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Hier war mal der Ayinger Hof, doch hier gibt es nur noch Bretter und bedrohlich anmutende Glassplitter, die wie Eiszapfen herunterhängen (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Schön grün ist es ja hier. Hier ging es mal in den Biergarten des Ayinger Hof, wie … (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
… dieser herrliche Wegweiser andeutet (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Mit etwas Phantasie erkennt man den Schriftzug des Ayinger Hof (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Ein herrlicher Platz zum Verweilen – zumindest fast. Der Maibaum ist abgebrochen, das da hinten ist ein Stück des „Life“-Einkaufszentrums (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
„Die Landesfarben sind Weiß und Blau.“ – Im Hintergrund das Büro- und Ladengebäude an der Albert-Schweitzer-Straße (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Wer hier wohl wohnt? (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Diese Stelle ist die reinste Müllkippe (11.08.2011) © Thomas Irlbeck

Plett-Zentrum wird platt gemacht

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Neues Plett-Zentrum (Modell)
Das Modell des neuen Plett-Zentrum (blaue Darstellung; die hellen Gebäude bestehen bereits; Einfärbung durch Neuperlach.org). Quelle: KSP JÜRGEN ENGEL ARCHITEKTEN GmbH. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Paulus2 Immobilien GmbH. Im rechten unteren Bereich ist das Einkaufszentrum Life zu sehen, rechts der bestehende Büro- und Ladenkomplex an der Albert-Schweitzer-Straße. Ebenso zu sehen: Wohnhäuser an der Plettstraße (ganz links sowie links oben)

Fast jeder Neuperlacher kennt den Bau zwischen der Albert-Schweitzer-Straße und der Plettstraße, der früher mal die Neue Heimat und das Ladenzentrum Plett-Zentrum beherbergte. Ein großer Teil des Baus wurde abgerissen und durch das Einkaufszentrum Life ersetzt, das 2009 eröffnet wurde. Der Teil, in dem die Läden des Plett-Zentrum sowie die Stadtbibliothek und der Ayinger Hof untergebracht waren, steht bis heute. Wobei steht noch wortbeschönigend ist. Längst ist der Bau eine Ruine und dient im Wesentlichen nur noch als Zugang zu einer Fußgängerbrücke, die über die Ständlerstraße führt. Diese Verbindung wird gerne genutzt, um zum Einkaufszentrum pep zu gelangen. Auch muss der Bau für eine Nebennutzung herhalten – oft trifft sich hier eine Gruppe junger Leute zum Biertrinken und für vermutlich nicht immer intellektuelle Unterhaltungen. Der Zustand des Baus ist katastrophal, alle Läden sind mit Brettern zugenagelt und von der Decke tropft das Wasser. Immerhin hat man nach Protesten eine Behelfsbeleuchtung angebracht, sodass der Weg auch im Dunkeln wieder vernünftig passierbar ist.

Nun aber soll der Zustand bald ein Ende haben. Wie der Südost-Kurier Perlach – Giesing – Ramersdorf vom 16.02.2011 berichtet, hat die Paulus2 Immobilien GmbH das Grundstück erworben und plant einen Gebäudekomplex mit Läden, Büros, Kitas und Wohnungen. Bis zu sieben Stockwerke (acht Geschosse) hoch werden die einzelnen Gebäudeteile. Diese Abstufung schafft einen weicheren Übergang zum recht flachen Einkaufszentrum Life mit seinen zwei Geschossen. Das Modell gibt eine Vorstellung vom neuen Bau:

Das Erdgeschoss ist für Läden und die Kitas vorgesehen, Stockwerk 1 für Büros und Gewerbe und die Stockwerke 2 bis 7 für Wohnungen (8.000 qm Gesamtfläche), die übrigens nicht mit Balkonen, sondern mit Terrassen ausgestattet werden. Aber auch der Vorplatz mit der Sonnenuhr soll umgestaltet werden. Den Planungen zufolge wird er begrünt und mit einem Spielplatz ergänzt. Die Sonnenuhr bleibt. Die Zufahrt zum Gebäudekomplex ist über die Albert-Schweitzer-Straße vorgesehen.

Noch dieses Jahr soll die Ruine abgerissen werden, Anfang 2013 soll der neue Bau bezugsfertig sein.

Kommentar

Da Wohnraum in München dringend benötigt wird, ist es zu begrüßen, dass man nun eine Mischnutzung mit hohem Wohnanteil realisiert. Auch Kitas werden gebraucht. Kritischer sind die geplanten Läden zu sehen. Denn im Einkaufszentrum Life stehen bis heute noch einzelne Läden leer. Auch ist in der Umgebung bereits heute eher ein Überangebot an Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, allen voran das pep, das nur wenige Fußminuten entfernt ist. Entsprechend ist zu hoffen, dass noch Marktlücken gefunden werden und sich Ladengeschäfte etablieren können. Denn von leer stehenden Räumlichkeiten haben mindestens die ruinengeplagten Anwohner inzwischen genug.

Das alte Plett-Zentrum. Der Zustand ist eine Katastrophe (Archivbild) © Thomas Irlbeck
Der einzige Zweck der Ruine ist der Durchgang zum pep (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Fotoausstellung „Natürlich einmalig!“ in Stadtbibliothek Neuperlach

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Aina Breczniak stellt noch bis 28.02.2011 in der Stadtbibliothek Neuperlach im Quidde-Zentrum ihre Fotos aus. Der Titel der Ausstellung ist „Natürlich einmalig!“. Die versteckten Momente der Schönheit und die zerbrechliche Harmonie der Natur werden von Aina Breczniak mit der Lupe und dem Fernglas festgehalten.

Stadtbibliothek Neuperlach
Quiddestr. 45 (Quidde-Zentrum)
Mo, Di, Do, Fr. 10:00 bis 19:00 Uhr
Mi 14:00 bis 19:00 Uhr

Anfahrt per MVV: U5 bis Quiddestraße, dann Autobus-Ringlinie 197 Außenring bis Nawiaskystraße

Quelle: Der-München-Blog

Fotolog-Page von Aina Breczniak

Quidde-Zentrum wird wohl Neubau weichen

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Das Quidde-Zentrum ist ein Einkaufszentrum mit dem Charme der 1960er-Jahre, aber diese sind nun mal vorbei. Heute erwartet man etwas anderes als ein Einkaufszentrum, bei dem der Parkplatz über eine Festtreppe erreichbar ist. Foto: Ben Neudek / Lizenz siehe: flickr

Dass das Quidde-Zentrum nicht mehr zeitgemäß ist, ist kein Geheimnis. Man erwartet heute von einem Einkaufszentrum, dass es barrierefrei ist, über Rollsteige verfügt und dass es vollständig überdacht ist. Als das Quidde-Zentrum eröffnet wurde, galt es als modern, doch das ist nun schon ein paar Jährchen her. Nun soll es wohl abgerissen werden und durch einen Neubau ersetzt werden. Eine Sanierung wird zwar auch in Erwägung gezogen, die Tendenz geht aber zum Neubau. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (Seite S3, Stadtausgabe). Die Stadtbibliothek wird auch das Quidde-Zentrum verlassen, der Mietvertrag läuft Ende 2010 aus und soll nicht mehr verlängert werden. Voraussichtlich wird die Stadtbibliothek in die Nähe des pep umziehen.

Neues aus Neuperlach – kleine Nachrichten aus den großen Häusern (Folge 1)

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Update: „Life“ eröffnet am 09.09.09 um 09 Uhr

Das neue Einkaufszentrum an der Albert-Schweitzer-Straße „Life“ eröffnet am 09.09.09 um 09 Uhr. 93 % der Flächen sind bereits vermietet. Ins life kommen: Aldi, Rewe Vollsortiment, Metzgerei Vinzenz Murr, Bio-Markt ALNATURA, Bäckerei Traublinger, eine Natursaftbar, eine Espressobar, Vodafone Mobilfunk, eine Apotheke, ein Blumenladen, ein Friseur, eine Reinigung, ein Reisebüro, ein Schlüsseldienst, ein Schreibwarengeschäft, der Mode-Discounter Ernsting’s family sowie dm Drogeriemarkt. Mit weiteren Anbietern werden noch Gespräche geführt. Quelle: Hallo, Ausgabe Ramersdorf-Perlach, vom 09.07.09.

Bäume weg

Am Karl-Marx-Ring 3-21 sollen 57 Bäume gefällt werden. Grund: Erneuerung eines Tiefgaragendachs sowie der Bau von Rampen als Zugang zu den Hochhäusern am Karl-Marx-Ring 3 und 5 für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Nur 17 Bäume sollen nachgepflanzt werden. Der Bezirksausschuss stimmte den Fällungen bereits zu, das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2009, Seite 41 (Stadtausgabe)

Kinderkrippe kommt

Die Kinderkrippe an der Quiddestraße 35a kann nun gebaut werden, die Finanzierung ist gesichert. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2009, Seite 42 (Stadtausgabe)

Nach über 30 Jahren: Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes in Sicht

Zur Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes wurde nun ein Grundsatz- und Eckdatenbeschluss gefällt. Damit sind die Voraussetzung für den Start eines Wettbewerb zur Bebauung geschaffen. Seit mehr als drei Jahrzehnten laufen bereits Planungen und Diskussionen zur Bebauung des derzeit als Parkplatz genutzten Areals. Nun sollen ein Bürgerzentrum (unter anderem mit Volkshochschule, Stadtbibliothek und dem FestSpielHaus), Kneipen, Restaurants, Läden, Hotels und Wohnungen entstehen. Eine Umwandlung der Thomas-Dehler-Straße in eine Fußgängerzone wird geprüft. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 06.07.2009, Seite 52 (Stadtausgabe)

Dünja ist da!

Das Internet- und Telefonlokal Dünja ist von der Ollenhauerstraße in das Marx-Zentrum, umgezogen. Die neuen Räume im Peschelanger 7 sind bereits geöffnet.

Verlängerung der Ständlerstraße mal wieder diskutiert

Bedrohte Idylle: Auf dieser Trasse würde die Verlängerung der Ständlerstaße verlaufen (12.06.2009) © Thomas Irlbeck

Auf dem „Verkehrsforum München Ost“ wurde mal wieder eine Verlängerung der Ständlerstraße ins Spiel gebracht. Damit soll die Putzbrunner Straße entlastet werden. Quelle: Südost-Kurier, 01.07.2009

Warum es falsch ist, das Halten von Lasteneseln in Wohnungen zu verbieten

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Der Vorhang im Rewe Quidde-Zentrum ist unten – für immer. Erst laufen, dann kaufen ist nun das Motto – oder: so weit die Füße tragen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag erinnern von außen nur noch die grün-roten Streifen daran, dass hier vor wenigen Tagen noch das Kühlregal summte und das Geschäft brummte (26.12.2008). Foto (Handycam): Thomas Irlbeck

Aus und vorbei, der Rewe im Neuperlacher Quidde-Zentrum ist für immer dicht. Er öffnet wie angekündigt nach Weihnachten nicht mehr. Eine schöne Bescherung, denn im Quidde-Zentrum gibt es nun keine frischen Lebensmittel mehr. Und Dosen sind auch keine Lösung, zumal es die dort nun auch nicht mehr gibt.

Wem die in der Nähe befindlichen, aber außerhalb des Quidde-Zentrum befindlichen Discounter LIDL und Penny nicht ausreichen, der kann nun den langen Fußmarsch bis zum Rewe im Marx-Zentrum antreten (rund 20 Minuten). Danach geht es retour (Sie werden es nicht glauben, noch einmal 20 Minuten). Schade, dass die meisten Hausverwaltungen in Neuperlach das Halten eines Lastenesels in der Etagenwohnung strengstens untersagen. Erst voraussichtlich im kommenden Herbst gibt es wieder einen Rewe in der näheren Umgebung – im „Life“ an der Albert-Schweitzer-Straße (siehe auch Update etwas weiter unten).

Was aber wird aus dem Quidde-Zentrum? Mit einem Schreibwarengeschäft, einem Konditor, einer Apotheke, einer Stadtbibliothek, einem Frisör und einer Stadtsparkasse kann das Quidde-Zentrum noch viel bieten, aber keine wirkliche Nahversorgung mehr leisten. Macht bald im Quidde-Zentrum der Letzte das Licht aus?

Neues Einkaufszentrum „Life“

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Die Bauarbeiten am neuen Einkaufszentrum „Life“ an der Albert-Schweitzer-Straße, welches das Plett-Zentrum ersetzt, laufen auf Hochtouren. Höchste Zeit, das mit ein paar Fotos zu dokumentieren:

Es tut sich was am  „Life“ (06.09.2008). Foto: Thomas Irlbeck

Wie das Life mal aussehen wird, zeigt die Bautafel (Bild entfernt).

Das frühere Ladenzentrum des Plett-Zentrum, das im Westflügel des Baus untergebracht war, steht noch. Es ist in einem desaströsen Zustand und dient nur noch als Durchgang zur Fußgängerbrücke über die Ständlerstraße:

Nicht totzukriegen, obwohl es schon toter ist als tot: das Plett-Zentrum am 06.09.2008. Foto: Thomas Irlbeck

Nur ein paar Schritte von den Baumaschinen entfernt wartet der abbruchreife Ayinger Hof, der zum früheren Plett-Zentrum gehörte, begierig auf die Abrissbirne. Doch wann sie ihn in durch Zerlegung in seine Einzelteile erlösen wird, ist noch völlig unklar. Denn der Westflügel des Plett-Zentrum bleibt erst einmal wegen abweichender Eigentumsverhältnisse stehen.

Der traurige Rest der Gaststätte „Ayinger Hof“ im Plett-Zentrum am 06.09.2008. Foto: Thomas Irlbeck

Auch die Räume der ehemaligen Stadtbibliothek stehen leer und sind im Verfall begriffen. Sie wurden nach dem Umzug der Stadtbibliothek ins Quidde-Zentrum noch einige Zeit vom Gebrauchtwarenhaus Weißer Rabe genutzt, das aber auch inzwischen (Anfang 2007) das Plett-Zentrum verlassen hat:

Die ehemaligen Räume der Stadtbibliothek im Plett-Zentrum (06.09.2008). Foto: Thomas Irlbeck