Eröffnung der Trambahn nach Neuperlach in Farbe

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Farbbilder von der Tram nach Neuperlach sind selten, sehr selten. Am 12.09.1970 wurde die Tram nach Neuperlach eröffnet, die Bilder hier wurden an diesem Tag angefertigt. Die Endhaltestelle hieß damals schlicht „Perlach“, später dann „Neuperlach Nord“. Gewendet wurde auf der Heinrich-Wieland-Straße kurz vor der Stelle, an der heute die Straße in einer Kurve den Berg zur Ständlerstraße runterführt. Zur Orientierung: An der Stelle steht heute noch auch Gervais-Danone-Haus. Am 28.09.1973 wurde die Trambahn über diese Abfahrt nach Neuperlach Zentrum verlängert, aber das ist hier nicht das Thema.

Die Fotos wurden von Reinhold Kocaurek angefertigt und werden hier mit freundlicher Genehmigung des Urhebers gezeigt. Vielen Dank für die Genehmigung! Unterhalb der Fotos befindet sich jeweils ein Link zum Originalbild bei flickr. Dort gibt es auch noch viele weitere interessante Fotos aus München zu sehen.

Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 1: Wendeschleife in Neuperlach Nord. Ein P-Wagen hat gerade die reine Ausstiegs-Haltestelle „Neuperlach Nord“ (damals noch als „Perlach“ bezeichnet) verlassen und wendet. Gleich wird er die stadteinwärtige Haltestelle „Neuperlach Nord“ erreichen und dort auf Fahrgäste warten. Man sieht links das Plett-Zentrum mit der Zentrale der Neuen Heimat, die heute durch das Einkaufszentrum Life und das LAO ersetzt wurden. Heute ist dieser Blick nicht mehr möglich, da längst alles zugewachsen ist (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 2: Ein P-Wagen hat gewendet und wartet an der Endhaltestelle „Neuperlach Nord“ (damals „Perlach“) auf Fahrgäste (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 3: Stadteinwärtige Haltestelle „Neuperlach Nord“, die damals schlicht „Perlach“ hieß. Ein M-Wagen wartet auf Fahrgäste, rechts wird ein weiterer M-Wagen gleich umdrehen Links im Hintergrund ist die eigentliche Wendeschleife zu sehen. Direkt unterhalb des Fotostandpunkts liegt die heute noch existente Fußgängerunterführung unter der Heinrich-Wieland-Straße, der Treppenabgang (der am Eröffnungstag noch mit Brettern gesichert und offenbar noch nicht fertiggestellt war) lässt sich links erahnen (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 4: Selbe Ansicht wie beim vorigen Bild, aber mit einem P-Wagen (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 5: Ein stadteinwärts fahrender P-Wagen an der Haltestelle „Karl-Marx-Ring“. Die Wendeschleife „Neuperlach Nord“ kann man ganz rechts hinter dem Kinderkarussell nur erahnen. Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 6: Der Standpunkt wie beim vorigen Bild, nur näher dran. Der P-Wagen hat eben die Haltestelle „Karl-Marx-Rikng“ verlassen und überquert die Kreuzung Karl-Marx-Ring/Quiddestraße (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 7: Ein stadteinwärts verkehrende P-Wagen steuert die Haltestelle „Albert-Schweitzer-Straße“ an (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek

 

Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 8: An der Heinrich-Wieland-Straße. Der stadtauswärt´s fahrende M-Wagen ist gerade dabei, die Kreuzung Corinthstraße/Albert-Schweitzer-Straße zu überqueren. Ganz links im Bild und im Hintergrund sind noch zwei M-Wagen-Züge zu sehen. Die Wendeschleife in Neuperlach Nord kann man hinter dem Kinderkarussell (im Bild ganz klein) nur erahnen. Heute ist der Blick nicht mehr möglich. Dort, wo sich die Bautafel befindet, steht längst das Schulzentrum Nord (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek

Handgemacht: Eine ganz besondere Einsendung zum Neuperlacher ÖPNV (Update)

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Die Trambahn nach Neuperlach wurde erst am 12.09.1970 eröffnet. Von diesem Tag stammt auch die Aufnahme. Vorher musste man auf Gummi nach Neuperlach reisen. Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.

In den Anfangsjahren war Neuperlach noch überschaubar und es gab auch keine unzähligen Buslinien. Aus dieser Zeit (1968 bis 1973) stammen spezielle handgezeichnete Pläne mit der ÖPNV-Netz- und Angebotsentwicklung, die mir Matthias Hintzen einsandte. Ganz herzlichen Dank dafür!

Aus den Plänen ist auch der Takt ersichtlich: Jeder Strich steht für eine Fahrt pro Stunde und Richtung zur Hauptverkehrszeit.

Neuperlach nur mit Buserschließung – ohne Trambahn, aber auch ohne U-Bahn und S-Bahn, ja was heute unvorstellbar ist, war für die ersten Bewohner Realität. Dafür waren aber auch die Einkaufsmöglichkeiten bescheiden. Immerhin gab es ab Ende der 1960er-Jahre in der Baracke des heutigen FestSpielHaus (Plettstraße) den ersten Supermarkt in Neuperlach.

Es sei hier auch auf den älteren Artikel Die unbekannte Buslinie nach Neuperlach hingewiesen, der die anfängliche ÖPNV-Anbindung durchleuchtet.

Jetzt aber zu den Plänen. Wie immer: Ein Klick macht groß!

München-Neuperlach_1969
Netzplan 1968. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1969
Netzplan 1969. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1970
Netzplan 1970. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1971
Netzplan 1971. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1972
Netzplan 1972: Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1973
Netzplan 1973. Urheber: Matthias Hintzen

Update

Mit weiteren Plänen wird das Netz nun bis in die Gegenwart abgedeckt.

München-Neuperlach_1975
Netzplan 1975. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1977
Netzplan 1977. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1980_06
Netzplan 1980 (Juni). Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1980-10
Netzplan 1980 (Okt). Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1982
Netzplan 1982. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1985
Netzplan 1985. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1989
Netzplan 1989. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2002
Netzplan 2002. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2003
Netzplan 2003. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2012
Netzplan 2012. Urheber: Matthias Hintzen

Alte Trambahn nach Neuperlach: Auf der Schwelle stehen

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Asphaltierungsarbeiten Albert-Schweitzer-Straße
Bei Farbahn-Asphaltierungsarbeiten auf der Albert-Schweitzer-Straße … (15.08.2013) © Thomas Irlbeck
Asphaltierungsarbeiten Albert-Schweitzer-Straße
… tauchten an der Kreuzung Heinrich-Wieland-Straße Reste der alten Neuperlacher Tram auf (15.08.2013) © Thomas Irlbeck

Derzeit finden Fahrbahn-Asphaltierungsarbeiten auf der Albert-Schweitzer-Straße statt. An der Kreuzung mit der Heinrich-Wieland-Straße (die Albert-Schweitzer-Straße geht dort in die Corinthstraße über) tauchten dabei nach der Entfernung des alten Fahrbahnbelags Reste der alten Neuperlacher Trambahn auf. Deutlich zu sehen sind die alten Holzschwellen.

In das erste Bild hat sich auch die Blaue Spirale reingemogelt, die schon längst keine falsche Schlange mehr ist und ihre Verunstaltung bzw. Verschönerung (je nach Betrachtung) wieder verloren hat. Mehr zur Neuperlacher Tram gibt es hier.

Asphaltierungsarbeiten Albert-Schweitzer-Straße
Der ursprüngliche Verlauf der Gleise lässt sich hier gut sehen – aber nur für kurze Zeit (15.08.2013) © Thomas Irlbeck

Kaum vorstellbar: Früher (es ist tatsächlich fast die gleiche Stelle) sah es hier einmal so aus, wie es das unten stehende Foto zeigt.

Auf dem Eingangsbild ganz oben lässt sich nur noch die lang gezogene Rechtskurve erahnen.

P/p-Zug der Linie 29 zwischen den Haltestellen Albert-Schweitzer-Straße und Karl-Marx-Ring. Blick ist stadtauswärts. Foto ist vom 12.09.1970 (dem Eröffnungstag!). Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.

Die unbekannte Buslinie nach Neuperlach

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Die Trambahn nach Neuperlach wurde eben eröffnet. Zu sehen ist ein M/m-Zug der Linie 11 an der Haltestelle Neuperlach Nord. Blick ist stadteinwärts. Foto ist vom 12.09.1970. Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.

Die Trambahn nach Neuperlach wurde bekanntlich am 12.09.1970 eröffnet (mehr dazu hier). Bereits im Juni 1968 wurden aber die ersten Wohnungen in Neuperlach bezogen, wobei es unterschiedliche Versionen gibt, welcher Wohnblock zuerst fertiggestellt wurde. Die Frage aller Fragen ist aber, wie man die ersten zwei Jahre nach Neuperlach mit den „Öffis“ kam, wenn es doch noch keine Tram gab. Die Antwort ist naheliegend. Es verkehrte eine Buslinie, die vom Michaelibad (dem damaligen Endpunkt der Trambahnlinien 11 und 29) nach Neuperlach fuhr. Es ist die berühmte Linie 97.

Es wurde folgender Kurs gefahren:

Buslinie 97 (01.06.1968 – 12.09.1970)*
Michaelibad
Heinrich-Wieland-Straße
Rofanstraße
Quiddestraße
Plettstraße
(und zurück)**

* Quelle: Michael Schattenhofer: 100 Jahre Münchner Straßenbahn – Stadtarchiv München / Buch- und Kunstdruckerei Brenner + Stanglmeier, 1976
** Die Quelle lässt offen, ob es noch weitere Zwischenhalte gab

Ein Bild eines Busses auf der Linie nach Neuperlach habe ich leider keines, aber immerhin eines von der Heinrich-Wieland-Straße kurz vor der Trambahneröffnung, also zu einem Zeitpunkt, als der Bus noch fuhr:

Die Heinrich-Wieland-Straße kurz vor der Trambahneröffnung. Blick ist Richtung Neuperlach. September 1970, Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V

Ab 1970: Zubringerlinie 97

Die Ringlinie 97 im Innenringbetrieb 2009 an der Haltestelle Friedrich-Engels-Bogen. Wegen Bauarbeiten muss der Busfahrer Slalom fahren (Archivbild). Foto: Thomas Irlbeck

Nachdem die Trambahn eröffnet wurde, wurde die Buslinie 97 zum Trambahnzubringer umgestaltet (Haltestelle Karl-Marx-Ring, anfangs wurde auch die Haltestelle Neuperlach Nord angefahren) und sukzessive verlängert. Zeitweise lautete die Endstation im östlichen Teil schlicht und ergreifend Neuperlach Ost. Dabei wurde an der Position des heutigen Mercure-Hotels umgedreht. Die Haltestelle wurde später in Hugo-Lang-Bogen umbenannt. Denn weiter ging Neuperlach damals nicht, der Karl-Marx-Ring endete dort abrupt. Später erreichte die Linie 97 die Endhaltestelle Neuperlach Süd und bot damit einen Zubringer zur S-Bahn (1978), ab 1980 dann natürlich auch zur U-Bahn. Auch eine Endhaltestelle Neuperlach West gab es, diese existierte sogar lange Zeit weiter. Heute wird die Haltestelle nicht mehr bedient, es ist nur noch ein Parkplatz vorhanden (etwas südlich von der Stelle, wo die Nawiaskystraße den Adolf-Baeyer-Damm kreuzt, direkt vor der Ständlerstraße).

Die Linie (1)97 heute

Die Linie 97 lebt weiter, in Gestalt der Linie 197, die als Ringlinie weite Teile Neuperlachs abdeckt und vor allem als U-Bahnzubringer zu den U-Bahnhöfen Quiddestraße und Neuperlach Zentrum fungiert. Die Linie fährt etwas missverständlich als Innenring und Außenring. Der Radius der beiden Ringe liegt keine zehn Meter auseinander, es ist schlicht gemeint, dass die eine Linie im Uhrzeigersinn (Innenring) und die andere Linie entgegen des Uhrzeigersinns fährt (Außenring, logischerweise auf der anderen Straßenseite, was die zwei Ringe erklärt)..

Altes aus Neuperlach – spektakuläres Video mit historischen Bildern

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Peter Wahrendorff, der 2011 tragischerweise verstorben ist, hat Neuperlach in der Anfangszeit in einem äußerst bemerkenswerten Film festgehalten. Alles beginnt damit, dass der Flieger landet – die Wahrendorffs ziehen von Berlin nach München. Es gibt Bilder vom Bau der Häuser, von den Rohbauten, den ersten Jahren. Nach Neuperlach fährt die Trambahn, dem Ostpark fehlen noch der Ostparksee und der Michaeligarten, dafür düsen Flugzeuge mit ohrenbetäubendem Lärm über den Park, und auf der fast schon vergessenen Sommersprungschanze legte der Nachwuchs respektable Hüpfer hin. All das ist längst Vergangenheit, aber dieses Video holt diese zurück ins Jetzt.

Hinweis zum Bild

Das Video hat im linken Bereich einen Bildfehler, also bitte nicht wundern.

Danke!

Ein ganz besonderer Dank geht an die Kinder von Peter Wahrendorff, die mir die Genehmigung erteilt haben, dieses eigentlich private Video hier zu zeigen.

Neuperlach 1968 bis 1975, Teil 1 von 2

(Link: YouTube)

Inhalt: Die Berliner kommen – Rohbaubesichtigung Okt. 1968 – Der längste Block in Neuperlach, der Z-Block – Südseite Quiddestraße – Blick nach Altperlach – Die Zugspitze hinter St. Michael – Stadtblick nach München – Blick vom Dach im 8. Stock – Münchenblick – Unsere Wohnung Quiddestraße – Beim Ausmessen der Steckdosen usw. – Neuperlach 1975 (eher 1971/1972!?) – Blick ohne Wohnring – Rundgang über unsere Spielplätze – Unser Perlach Mobile (auch als Raumspindel „Space Churn“ bekannt, der Verfasser) – Die Ständlerstraße noch ganz leer

Neuperlach 1968 bis 1975, Teil 2 von 2

(Link: YouTube)

Inhalt: Die LVA in Neuperlach – Schulzentrum Nord –, Unser Ostpark: noch kahl! – Mit eigener Sprungschanze – Damals gab es noch Flugzeuge im Ostpark! – Michaeligarten: Wo bist du? – Das war Perlach damals!

Hinweis zur Musik

Als musikalische Untermalung waren ursprünglich Stücke von Bert Kaempfert zu hören. Sie sind authentisch für diese Zeit. Leider musste die Originalmusik entfernt werden, denn bei einem Test identifizierte YouTube Material von UMG. Da sich YouTube, die GEMA und UMG bis heute nicht auf eine Lizenzierung des Materials einigen konnten, verpasste YouTube dem Video eine Sperre für Deutschland. Das Video wäre daher nur mit Tricks in Deutschland zu sehen gewesen. Daher musste die Musik leider durch lizenzfreie Musik ersetzt werden. Als Notbehelf ist im Folgenden der Soundtrack aufgeführt. Wer will, kann damit die Originalmusik rekonstruieren und nebenher laufen lassen.

Soundtrack

1. Catalania Bert Kaempfert And His Orchestra 2:08
2. Wonderland By Night (Wunderland bei Nacht) Bert Kaempfert And His Orchestra 3:12
3. A Swingin‘ Safari Bert Kaempfert And His Orchestra 3:06
4. Danke Schoen Bert Kaempfert 2:40
5. Red Roses For A Blue Lady Bert Kaempfert And His Orchestra 2:20
6. Moon Over Naples (Spanish Eyes) Bert Kaempfert And His Orchestra 2:36
7. Remember When Bert Kaempfert And His Orchestra 2:59
8. Strangers In The Night Bert Kaempfert And His Orchestra 3:20
9. Mister Sandman Bert Kaempfert And His Orchestra 2:30
10. Something Bert Kaempfert And His Orchestra 2:42

Alle Titel sind auf dem Album „Colour Collection“ enthalten, das es bei Amazon als CD und als MP3-Download gibt.

Fotoschatzfund Neuperlach (4): Neuperlach Nord mit Blick auf die Ständlerstraße, 1978-1980

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Trambahn Neuperlach Nord
P-Wagen-Zug der Linie 24 kurz vor der Haltestelle Neuperlach Nord (1980). Aus der Fotosammlung von J. W.

J. W. hat wieder ein paar phantastische Fotos ausgegraben. Vielen Dank! Das erste Bild zeigt eine Tram vom Typ P-Wagen, die gerade in die Haltestelle Neuperlach Nord einfährt. 1980. Im Hintergrund: die Ständlerstraße und das LVA-Gebäude. Das pep ist im Bau. Eine sehr seltene Perspektive, zumindest in Kombination mit der Trambahn. Die nächsten zwei Bilder sind noch älter und präsentieren eine ähnliche Perspektive. Nur zeigt sich gerade keine Tram.

Heinrich-Wieland-Straße/Ständlerstraße
Blick von der Heinrich-Wieland-Straße auf die Ständlerstraße (Winter 1978/1979). Aus der Fotosammlung von J. W.
Heinrich-Wieland-Straße/Ständlerstraße
Blick von der Heinrich-Wieland-Straße auf die Ständlerstraße mit ein bisschen mehr vom Himmel (Winter 1978/1979). Aus der Fotosammlung von J. W.

Comeback der Tram 24 nach Neuperlach? Planungsreferat will prüfen

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Bereits vor über 30 Jahren wurde die Trambahn nach Neuperlach stillgelegt. Seitdem rollt die U-Bahn nach Neuperlach. Die Route ist nur annähernd dieselbe. Einige Abschnitte, speziell auch die Feinerschließung (vor allem der Abschnitt Ostbahnhof – Ramersdorf), wurden von Autobuslinien übernommen oder ganz vergessen (etwa die Haltestelle Zehntfeldstraße).

Rund um den Ostbahnhof (hier muss natürlich ein Akronym her: ROst) entsteht ein neues Wohn- und Gewerbegebiet, genauer am Dreieck, das durch die Orleanstraße, die Rosenheimer Straße, die Anzinger Straße, die Aschheimer Straße und die Ampfingstraße begrenzt wird. Es ist das Gebiet, das im Süden optisch früher durch die Pfanni-Werke dominiert wurde. Aus dem Gelände der Pfanni-Werke wurde der Kunstpark Ost, heute als Kultfabrik bezeichnet.

Medienbrücke
Die Medienbrücke ist eines der neuen Gebäude auf dem ROst-Gelände. Foto: NiceBastard / Lizenz siehe: flickr
Medienbrücke
Oberbürgermeister Christian Ude beim Presserundgang auf der Medienbrücke an der Rosenheimer Straße. Foto: NiceBastard / Lizenz siehe: flickr

Die Buslinien M55, 145 und 155 fahren bereits jetzt 20-mal die Stunde zwischen Ostbahnhof und Karl-Preis-Platz. Die bereits jetzt hohe Auslastung wird wahrscheinlich weiter steigen.

Der Bezirksausschuss Haidhausen-Au will daher eine Reaktivierung der Trambahn 24 prüfen lassen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (Stadtausgabe, Seite R9 oder R11). Damit würde das neue Areal besser angebunden werden. Das städtische Planungsreferat befindet die Idee für „grundsätzlich interessant“ und will untersuchen, ob die Trasse in den Nahverkehrsplan aufgenommen werden kann.

Ganz tot ist sie nicht zu kriegen, die Tram nach Neuperlach, auch wenn sie schon längst stillgelegt wurde. Denn eine Reaktivierung soll jetzt zumindest geprüft werden. Hier: Ein M/m-Zug der Linie 11 (die Liniennummer 24 wurde erst später geboren) an der Haltestelle Neuperlach Nord, die heute gar nicht mehr vom ÖPNV erschlossen ist. Zur U-Bahn Quidddestraße ist es aber nicht weit. Foto ist vom 12.09.1970 (dem Eröffnungstag!). Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.

Die Frage nach der Trassenführung

Es stellt sich die Frage nach der genauen Trassenführung. Zuletzt fuhr die Tram über die Rosenheimer Straße nach Ramersdorf. Diese Route hätte den Vorteil, dass sie nicht parallel zur U-Bahn führen würde und den M55 ersetzen könnte. Doch wie geht es ab Ramersdorf weiter? Denkbar wäre eine Führung auf der alten Trasse über die Hechtseestraße und damit durch ein eher dünn besiedeltes Gebiet. Der M55 fährt aber durch Perlach, hier aber wäre eine Führung über den Pfanzeltplatz mit seinen engen Kurven problematisch. Beide Führungen würden massive Anwohnerproteste zur Folge haben.

Offenbar soll aber die ganz alte Trasse untersucht werden. Bis zum 30.09.1973 bog die Tram auf der Rosenheimer Straße an der Volkssternwarte nach Osten ab und fuhr über die Anzinger Straße und Bad-Schachener-Straße zum Michaelibad. Diese Trasse würde den südlichen Teil des ROst-Gebiets besser anschließen. Die Anwohnerproteste würden wahrscheinlich geringer ausfallen, da die Tram durchgängig auf breiten Straßen integriert werden könnte und keine totale Umgestaltung wie etwa am Pfanzeltplatz erforderlich wäre. Allerdings wäre die Trasse sehr nahe an der U-Bahn dran. Letztendlich würde die Tram nur die Feinerschließung der U5 vom Ostbahnhof zum Innsbrucker Ring und weiter nach Neuperlach Zentrum übernehmen. Die vorhin genannte Trasse würde dagegen U2 und U5 verbinden und wäre ggf. je nach Führung ein fast vollständiger Ersatz des M55.

Es stellt sich auch generell die Frage, ob ein Gebiet, das so nahe am Verkehrskontenpunkt Ostbahnhof liegt wie ROat, eine Trambahn rechtfertigt. Jüngst hatte die CSU Perlach gefordert, die Tram 19 von der derzeitigen Endhaltestelle St.-Veit-Straße nach Neuperlach zu verlängern. Aber auch dieser Plan hat eine Menge von Haken und dem ROst-Areal würde dies gar nichts bringen. Letztendlich gibt es sicher wichtigere Trambahnprojekte, auch wenn ich mich als Neuperlacher über eine Tram nach Neuperlach freuen würde.

Fotoschatzfund Neuperlach: Von der grauen Maus zur grünen Lunge Münchens (Update)

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Fotos kann man unter anderem in ihrem historischen Wert bemessen. Wenn Fotos etwas zeigen, was man heute so nicht mehr sehen kann, ist das von Wert. Neuperlach gilt heute zu Unrecht als grauer Stadtteil, dabei sind die meisten Stellen inzwischen so grün, dass man sich eher in einem Wald fühlt als in einer Hochhaussiedlung. Doch Neuperlach war wirklich mal grau. Aus dieser Anfangszeit in Neuperlach Nord hat uns J. W. freundlicherweise ein paar sehr interessante Fotos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Update 01.07.2011: Die Bilder gibt es nun noch mal fast alle neu eingescannt in höherer Auflösung und noch ein paar zusätzliche Bilder! Wo möglich, wurde vom Negativ eingescannt!

Heinrich-Wieland-Straße/Neuperlach Nord
Wir befinden uns zwischen der Kreuzung Karl-Marx-Ring/Heinrich-Wieland-Straße und der späteren Trambahnwendeschleife Neuperlach Nord, die im Hintergrund entsteht. Der Blick geht Richtung Süden, rechts ist das Gervais Danone-Haus zu sehen. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Heinrich-Wieland-Straße/Karl-Marx-Ring
Blick auf die Kreuzung Heinrich-Wieland-Straße/Karl-Marx-Ring (ganz rechts). Blick geht Richtung Nordwest. Im Bild links die Albert-Schweitzer-Schule. Im Bild rechts noch der Info-Pavillon, der später abbrannte und an dessen Stelle sich heute das Schulzentrum Nord befindet. Der Ostpark ist bereits im Bau, allerdings sind noch keine Aufschüttungen zu sehen. Im Hintergrund meine ich, das heutige Spielhaus (Maulwurfshausen) zu erkennen und auch ein paar Nachbarhäuser. Das Spielhaus blieb aber als einziges stehen. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Heinrich-Wieland-Straße/Karl-Marx-Ring
Leicht anderer Blickwinkel des vorigen Fotos. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Karl-Marx-Ring
Wohnhäuser am Eck Heinrich-Wieland-Straße/ Karl-Marx-Ring. Wir befinden uns leicht östlich von der Heinrich-Wieland-Straße, im Hintergrund ist schwach der Karl-Marx-Ring zu sehen. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Karl-Marx-Ring
Leicht anderer Blickwinkel des vorigen Fotos. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Kurt-Eisner-Straße
Häuser an der Kurt-Eisner-Straße. Heute führt dort der Fußweg vom Marx-Zentrum Richtung U-Bahnstation Quiddestraße durch. Im Hintergrund sind die Max-Kolmsperger-Schule zu sehen und auch die Stelle, an der später das Marx-Zentrum entstehen wird. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Kurt-Eisner-Straße
Noch einmal Kurt-Eisner-Straße, jetzt ein weniger weiter Richtung Fußgängerunterführung Heinrich-Wieland-Straße. Unverkennbar sind die atelierähnlichen Dachwohnungen. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Neuperlach Nord Schleife
Das Gelände, an dem die Trambahnschleife Neuperlach Nord entsteht (im Hintergrund). Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Neuperlach Nord Schleife
Selber Blick wie voriges Bild ein paar Jahre später. Jetzt mit LVA-Gebäude (Bildmitte, Hintergrund). Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.

Neuperlach heute

Grüne Plettstraße im Wald
Heute sieht es in Neuperlach so aus. Waldähnlicher Grünzustand an der Plettstraße (Archivfoto) © Thomas Irlbeck
Heinrich-Wieland-Straße/Ecke Karl-Marx-Ring
Neuperlach ist grün. Ausblick von einem Haus an der Heinrich-Wieland-Straße/Ecke Karl-Marx-Ring auf das Schulzentrum Nord. Gleicher Fotostandpunkt wie bei dem Bild oben mit der Albert-Schweitzer-Schule und dem Info-Pavillon (zweites Bild von oben) und nicht wiederzuerkennen (27.06.2011). Foto: J. W.

Zugaben

Noch zwei Fotos von der Heinrich-Wieland-Straße in Neuperlach Nord.

Heinrich-Wieland-Straße/Neuperlach Nord
Heinrich-Wieland-Straße in Neuperlach Nord. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Heinrich-Wieland-Straße/Neuperlach Nord
Und noch einmal die Heinrich-Wieland-Straße in Neuperlach Nord. Da solche Fotos so selten sind, wäre es schade, wenn eine leicht veränderte Perspektive, aus der hier fotografiert wurde, aussortiert werden würde, Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.

Und noch was in Farbe:

Karl-Marx-Ring
Heinrich-Wieland-Straße/Ecke Karl-Marx-Ring. Ähnliche Perspektive wie das vierte Foto von oben. Um 1975. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.

CSU fordert: Tram 19 nach Neuperlach verlängern

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Der stellvertretende Fraktionssprecher des CSU-Ortsverbands Perlach, Thomas Kauer, fordert, dass die Tram 19 über die derzeitige Endhaltestelle St.-Veit-Straße hinaus nach Neuperlach oder noch weiter nach Neubiberg oder Putzbrunn verlängert wird. Berg am Laim und Neuperlach würden so besser verbunden werden. Für die Streckenführung stünden bestehende begrünte Mittelstreifen aus früheren Trambahnzeiten zur Verfügung. Der Busbahnhof Neuperlach Zentrum könnte im Zuge der geplanten Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes analog zur Münchner Freiheit architektonisch aufgewertet und zum kombinierten Tram-/Busterminal umgebaut werden.

Quelle: „Hallo“ Ramersdorf-Perlach vom 12.05.2011, Seite 2

Ein P/p-Zug der Linie 24 an der Haltestelle Neuperlach Nord (um 1980). Fährt hier eines Tages wieder eine Tram? Die CSU Perlach fordert es. Fotograf: Peter Bauer. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.
Alte Tram 24, Nähe Michaelibad
Die ehemalige Trasse der Neuperlacher Tram ist heute noch gut zu erkennen, selbst die Oberleitungsmasten sind noch vorhanden. Das Bild entstand in der Nähe des Eingangs zum Michaelibad (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Kommentar

Die Idee ist sicher nicht schlecht, aber dürfte nur geringe Chancen auf eine Realisierung haben. Die Strecke nach Putzbrunn halte ich nicht für trambahnwürdig, da ist die Variante nach Neubiberg schon interessanter.

Bemerkenswert ist, dass der Vorschlag ausgerechnet von der sonst tramkritischen CSU kommt.

Mehr zur Neuperlacher Tram gibt es auf den historischen Seiten.

Kunststück!

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Am vergangenen Wochenende wurde die Mae West montiert, jetzt hat München ein neues Kunstwerk: die Mae West. Rund 1,5 Millionen Euro hat die 52 Meter hohe Skulptur am Effnerplatz gekostet. Bald werden hier die schicken Trämlis der MVG auf der Neubaustrecke nach St. Emmeram durchrollen. Ein befahrbares Kunstwerk, das ist ja mal was ganz anderes. Es zeigt sich, dass München nicht immer langweilig sein muss und ab und zu mal was Innovatives wagt. München ist mit seiner Kunst also noch nicht am Ende.

Versteckte Preiserhöhung – MVV stiftet Verwirrung

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Euro
Mit so wenig Kleingeld kommt man heute nicht mehr weit im MVV. Foto: abung / Lizenz siehe: flickr

Der MVV wird zum 12.12.2010 um durchschnittlich 2,8 Prozent teurer, aber richtig interessant sind ja die versteckten Preiserhöhungen. Im Kleingedruckten erfährt man nun, dass man keine Tageskarten mehr mit Streifenkarten oder Einzelfahrkarten kombinieren darf. Bislang war es ein beliebter Trick, sich die Fahrt z.B. vom Innenraum zum Strauß-Flughafen preislich angenehmer zu gestalten, indem man sich eine Tageskarte Außenraum (5,40 EUR nach dem neuen Tarif ab 12.12.2010; alle folgenden Preisangaben beziehen sich ebenfalls auf den neuen Tarif, falls nicht anders angegeben) kaufte und 2 Streifen auf der Streifenkarte dazustempelte (macht 2,40 EUR). Die Fahrt zum Flughafen würde sich damit auf 5,40 EUR + 2,40 EUR = 7,80 EUR reduzieren. Regulär stempelt man 8 Streifen auf der Streifenkarte, was 9,60 EUR macht. Nach dem alten Tarif kostete die jetzt unerlaubte Kombination noch 7,50 EUR, was eine Preiserhöhung von 28 Prozent ergibt.

Natürlich kannten eher die Insider diese Tricks. Aber wer es nutzte, ist jetzt der Angeschmierte. Doch eine Passage gibt einen weit größeren Anlass zur Sorge. Unter „1.1.2 (5) Zonentarif / Anschlussfahrkarten“ heißt es in den Tarifbestimmungen:

Tageskarten dürfen nur mit Tageskarten kombiniert werden.

Unter „2.1.3 (1) Zeitkartentarif / Anschlussfahrkarten“ steht dagegen

Wenn der Inhaber einer Zeitkarte diese über deren örtlichen Geltungsbereich nutzen will, so kann er für die außerhalb des Geltungsbereichs seiner Zeitkarte zurückzulegende Fahrtstrecke eine Fahrkarte des Zonentarifs verwenden und diese bereits auch innerhalb des Geltungsbereichs der Zeitkarte entwerten.

Nun muss man wissen, dass die Tageskarte auch eine Zonenkarte ist. Somit ist die Aussage widersprüchlich.

Sehr beliebt ist die IsarCard, eine Art Flatrate fürs S-Bahn-, U-Bahn-, Tram- und Busfahren, die es auch im Abonnement gibt. Wer die IsarCard Innenraum hatte, konnte günstig in den Außenraum fahren, indem er den Rest dazustempelte – per Streifenkarte etwa oder durch den Erwerb einer Tageskarte Außenraum. Einem Badetag in Starnberg stand damit nichts im Wege.

Die seltsame Einschränkung „Tageskarten dürfen nur mit Tageskarten kombiniert werden“ spricht nun dagegen, zumindest gegen die Kombination IsarCard + Tageskarte. Die offenbar einzig erlaubte Kombination Tageskarte + Tageskarte ergibt nur in den seltensten Fällen Sinn, da man kaum eine Tageskarte Innenraum mit Tageskarte Außenraum kombinieren dürfte, sondern vielmehr gleich eine Tageskarte Gesamtnetz erwerben würde. Spontan dachte ich, dass es richtig „Tageskarten dürfen nur mit Zeitkarten kombiniert werden“ heißen müsste. Aber Zweifel bleiben, denn es steht nun mal anders an einer Stelle, die eine gewisse Verbindlichkeit festschreibt und bei der man höchste Sorgfalt erwarten kann, geht es doch hier schnell um die Frage, ob man überhaupt im Besitz einer gültigen Fahrkarte ist.

Der MVV hat es nun hier geschafft, maximale Verwirrung zu stiften. Eine Anfrage beim MVV brachte aber nun die Entwarnung. Es heißt:

Mit einer IsarCard-Wochenkarte, – Monatskarte oder – im Abo können Sie nach wie vor alle Fahrkarten des Zonentarifs (Einzelfahrkarten, Streifenkarte, Tageskarten und ggf. die Kurzstreckekarte als Anschlusskarte verwenden.

Mit dieser Antwort bleibt für mich die IsarCard weiterhin attraktiv. Der MVV wird mich nicht als Kunden verlieren. Denn ich ich kann weiterhin kombinieren. Dennoch bleibt das neue Verbot einer Kombination von Tageskarte und Streifenkarte bzw. Einzelfahrkarte. Hier kann ein Fahrgast schnell unwissentlich zum Schwarzfahrer werden und das erhöhte Beförderungsentgelt von 40 EUR fällig werden. Auch wenn man sich vorher informiert, kann man sich zumindest schwarz ärgern, wenn nun in Einzelfällen 28 % mehr abdrücken muss.

Nachtrag: Inzwischen wurde ich im Eisenbahnforum darauf hingewiesen, dass es sich streng genommen nicht um einen Fehler handeln würde, da die Aussage „Tageskarten dürfen nur mit Tageskarten kombiniert werden.“ im Punkt „Zonentarif“ stehe und daher diesen beträfe. Allerdings befindet sich die Aussage im Unterpunkt „Anschlussfahrkarten“. Da erwarte ich schon eine Aussage, die auch Anschlussfahrkarten anderer Tarife betrifft, denn hier geht es ja darum, was ich mit meiner Zonentarif-Tageskarte kombinieren darf. Der Hinweis, diese dürfe ich nur mit einer Tageskarte kombinieren, ist nicht hilfreich, da dies in der Praxis nur extrem selten vorkommen dürfte.
Außerdem verweist man unter 2.1.3, dem Zeitkartentarif, schon auf andere Tarife, eben den Zonentarif. Nur umgekehrt nicht. Also mindestens uneinheitlich und sicher verwirrend. Mir geht es jetzt auch nicht um „Fehler ja oder nein?“, aber ich würde mir in den Tarifbestimmungen Aussagen wünschen, die verständlich und eindeutig sind.

Update 11.12.2010: Der MVV hat nach Protesten das neue Kombinationsverbot von bestimmten Fahrkarten wieder ausgesetzt. Es bleibt zunächst alles beim Alten. Tageskarten dürfen also weiterhin z.B. mit Streifenkarten und Einzelfahrkarten kombiniert werden. Damit gibt es auch erst einmal keine versteckten Preiserhöhungen.

115 Jahre Elektrische Tram in München

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Obwohl Neuperlach für das Neue steht, wurden auch die alten Kriegswagen vom Typ „Heidelberger“ (J-Wagen) auf der Trambahn nach Neuperlach eingesetzt. Gestern gab es beim Event „115 Jahre Elektrische Tram in München“ endlich mal wieder eine Gelegenheit, mit einem Heidelberger zu fahren (Baujahr 1944). Es standen auch noch ältere Fahrzeuge zur Verfügung. Ein HD-Video von dem Ereignis darf nicht fehlen (für Vollbild auf das Symbol mit den vier Pfeilen ganz rechts in der Video-Navigationsleiste klicken).

(Link: YouTube)

Update

Noch ein Nachzüglervideo, eine Mitfahrt im P-Wagen Nummer 2005:

(Link: YouTube)

Andere Baustelle

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Vor kurzem rollten sie hier noch (21.07.2010) © Thomas Irlbeck

In München gibt es ein eisernes Gesetz: Die Stadt ist immer eine Baustelle. Und in den Sommerferien ist sie eine Großbaustelle. Es ergibt ja auch Sinn, wenn man die „kleine Eisenbahn“, die Trambahn, dann saniert, wenn die Fahrgastzahlen urlaubsbedingt zurückgehen, weil schon mal der ganze Schülerverkehr daniederliegt.

Aber keine Regel ohne Ausnahme: Die großen Sommerferien haben noch nicht begonnen, aber dafür die Sanierung der Tram 17 in der Wagmüllerstraße. Info: Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten zwischen Maxmonument und Effnerplatz (Seite nicht mehr verfügbar)

Wendemanöver

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Nachdem Neuperlach.org sich letztes Jahr auf Spurensuche begab, um die alte Trambahnschleife in Neuperlach Nord zu rekonstruieren, sorgt nun eine geplante neue Trambahnschleife für Wirbel. Die MVG möchte die steigenden Fahrgastzahlen auf der Linie 20/21 im Bereich Stachus – Lothstraße mit einer Wendeschleife an der Lothstraße beantworten. Die Wendeschleife soll auf dem Gelände der neuen Fachhochschule an der Dachauer Straße entstehen und primär dazu dienen, die Fachhochschüler zu ihrer Schule und wieder zurück zu schaufeln. Dazu sollen die derzeit speziell zur Bedienung der Fachhochschüler eingesetzten Verstärkerzüge der Linie 21 in Zukunft direkt vor dem neuen Erweiterungsbau der Fachhochschule wenden. Es soll dabei eine extra Haltestelle auf dem Gelände der Fachhochschule errichtet werden, die Züge fahren dabei durch ein Parkgelände, durch den Vorplatz und sogar eine Gebäudedurchfahrt ist vorgesehen (siehe Abbildung).

Die geplante Wendeschleife an der Lothstraße. Der besondere Service ist die Haltestelle auf dem Hochschulgelände, die Tram fährt quasi bis zur Haustüre. Quelle: SWM

Die MVG widerspricht dabei in einer Pressemitteilung der Darstellung eins Berichts des „Münchner Merkur“, der den Eindruck erweckt, alle Züge der Linie 21 würden dann nur noch bis zur Lothstraße fahren und nicht mehr zum Westfriedhof:

Der Artikel erweckt den falschen Eindruck, dass die Tram 21 nach Realisierung einer Wendeschleife an der Lothstraße grundsätzlich dort enden und nicht mehr zum Westfriedhof fahren würde. Richtig ist jedoch, dass die Züge der Linie 21 auch in Zukunft am Westfriedhof wenden werden. Nur die während der Vorlesungszeiten der Fachhochschule eingesetzten Verstärkerzüge, die das Fahrplanangebot der Tram 21 in den Hauptverkehrszeiten wegen des erhöhten Fahrgastaufkommens zur FH ergänzen, würden die neue Wendemöglichkeit nutzen.

Daraus würde sich zwar in den Vorlesungszeiten der Fachhochschule eine Taktverschlechterung zwischen Lothstraße und Westfriedhof ergeben – ein 5-Minutentakt bliebe dort aber immer noch –, aber die vorhandenen Züge würden effektiver genutzt werden, indem sie den kritischsten Abschnitt häufiger bedienen könnten.

Es gibt von einigen Seiten Kritik an den Plänen. FDP-Fraktionschef Michael Mattar befürchtet, dass die Dachauer Straße dann „endgültig blockiert werde“ (Quelle: Abendzeitung vom 03./04.02.2010). Hintergrund ist, dass die Tram beim Wendemanöver zweimal den auswärtigen Teil der Dachauer Straße kreuzen würde. Die MVG teilt diese Bedenken nicht, das Abbiegen der Tram sei „im Schatten des ohnehin querenden Verkehrs problemlos möglich“.

Was aber sicherlich ein Problem ist, ist die Tatsache, dass auch die Fahrgastzahlen nördlich der Lothstraße voraussichtlich steigen werden. Denn das Neubaugebiet, auf dem neben der Fachhochschule u.a. auch Wohnungen und Büros errichtet werden sollen, reicht bis zur Schwere-Reiter-Straße. Das wäre dann eine Haltestelle nach der „Lothstraße“, nämlich der „Leonrodplatz“.  Und unweit der Schwere-Reiter-Straße gibt es ohnehin eine Trambahnwendeschleife, den „Olympiapark Süd“, die allerdings etwas abgelegen am Ackermannbogen liegt.

Trambahnen auf der Dachauer Straße Nähe Leonrodplatz (Archivfoto von 2006). Foto: Ben Neudek / Lizenz siehe: flickr

Nach 36 Jahren Warten: Von der Tropfsteinhöhle in die Zukunft

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M/m-Zug der Linie 24 fährt am 30.09.1973 auf der Heinrich-Wieland-Straße vom Tal in der Ständlerstraße in Richtung Neuperlach Nord (die Verlängerungsstrecke nach Neuperlach Zentrum war zwei Tage zuvor eröffnet worden!). Es ist gleichzeitig der Eröffnungstag der Umleitungsstrecke durch die Hechtseestraße!), Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.

1973 fanden die letzten Trambahneröffnungen in München statt, am 28.09.1973 wurde dabei die Verlängerungsstrecke der Tram 24 von Neuperlach Nord nach Neuperlach Zentrum in Betrieb genommen und zwei Tage später die Umleitungsstrecke der Tram 24 über Ramersdorf/Kirchseeoner Straße/Hechtseestraße.

Danach wurde nie wieder eine Trambahnneubaustrecke in München eröffnet, sieht man einmal von einigen Reaktivierungen stillgelegter Strecken ab. Bis gestern. Da wurde die Tram 23 eröffnet. Der Südteil der Strecke (Münchner Freiheit bis Parzivalplatz) ist übrigens auch „nur“ eine Reaktivierung einer ehemals stillgelegten Strecke (unter anderem befuhr diesen mal die Linie 23!). Auch auf dem Nordteil fuhren schon mal Züge – wenngleich es Güterzüge waren. Richtig neu sind schienenmäßig eigentlich nur wenige Meter zwischen Parzivalplatz und Heckscherstraße.

Dem Spektakulären der Strecke tut dies keinen Abbruch: An der Münchner Freiheit wird in einer Art Tropfsteinhöhe gewendet. Der Mittlere Ring wird per Schrägseilbrücke überquert, die ebenso eine bemerkenswerte architektonische Leistung ist.

Tram 23 am Eröffnungstag in der Tropfsteinhöhle an der Münchner Freiheit (12.12.2009) © Thomas Irlbeck
Die Tram 23 überquert auf der Schrägseilbrücke den Mittleren Ring. (12.12.2009) © Thomas Irlbeck

Weitere Bilder zum Bau und zur Eröffnung der Strecke gibt es im flickr-Album zur Tram 23 – hier klicken

Infos zur Trambahn in Neuperlach auf Neuperlach.org – hier klicken

Historische Bilder der Trambahn nach Neuperlach auf flickr – hier klicken

Neue Tram 23 – Noch alles unter Dach und Fach bringen

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Das neue Trambahn-Terminal an der Münchner Freiheit (02.12.2009) © Thomas Irlbeck

Dier richtig spektakulären Bauten entstehen derzeit nicht in Neuperlach, aber an der Münchner Freiheit. Dort wird gerade das neue Trambahn-Teminal errichtet, das eine Art künstliche Tropfsteinhöhle darstellt. Der ungewöhnliche Bau dient als Endstation für die neue Tram 23 nach Schwabing Nord, die bereits in 10 Tagen  eröffnet wird. Einen Bezug zu Neuperlach gibt es dennoch, dort wurde am 30.09.1973 – also vor über 36 Jahren – die letzte Münchner Trambahnneubaustrecke eröffnet. Nun ist es wieder so weit. Derzeit hängt aber noch nicht mal der Fahrdraht bzw. wird gerade aufgespannt. Immer alles auf den letzten Drücker, das macht Spaß.

Noch wird gearbeitet (02.12.2009) © Thomas Irlbeck
Im Inneren muss noch ein wenig aufgeräumt werden. Einmal richtig durchsaugen – fertig (fast).(02.12.2009) © Thomas Irlbeck

Weitere Bilder zur Tram 23 in höherer Auflösung auf flickr – hier klicken

Wann kommt der 197er? Neue DFI-Anzeige im Test

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Praktisch sind sie, die DFI (Dynamische Fahrgast-Information)-Anzeigen im Münchener Bus- und Trambahnnetz. Verraten sie einem doch, dass man den Bus mal wieder verpasst hat und bei bestehendem 20-Minutentakt schlappe 19 Minuten warten muss. Aber im Ernst, sie sind schon wirklich nützlich, da sich Faule nicht nur das Nachschauen im Fahrplan sparen, sondern auch fleißige Fahrplanleser bei Verspätungen unterrichtet werden.

Doch leider sind bislang nur besonders stark frequentierte Haltestellen damit ausgestattet. Mit einer neuen DFI-Sparversion könnte sich das ändern. Diese wird derzeit an der Haltestelle „Borstei“ getestet. Das berichten die „Tramgeschichten“. Doch m.E. überzeugt sie nicht. Die Anzeige ist weit kleiner, es handelt sich um eine LCD-Segment-Anzeige, keine LED-Anzeige, und es wird nur ein Fahrzeug gleichzeitig (im Wechsel) angezeigt. Die Lesbarkeit dürfte um einiges schlechter sein als bei den derzeit eingesetzten LED-Anzeigen.

Doch, lest selbst:

Zum Artikel auf Tramgeschichten

Man könnte allenfalls sagen: „Besser als gar keine Anzeige“. Die es bei der folgenden Haltestelle (nicht) gibt. Diese Haltestelle ist besonders spartanisch: Derzeit halten hier wegen Bauarbeiten auch keine Busse.

Derzeit ist die Neuperlacher Bushaltetstelle Friedrich-Engels-Bogen ganz tot (Ersatzhaltestelle ist aber vorhanden). Wird man nach ihrer Wiedereröffnung eines Tages dynamisch darüber unterrichtet, dass der nächste Autobus mal wieder Verspätung hat? Die neue Spar-DFI-Anzeige könnte es möglich machen. Vielleicht hat die MVG aber auch das Geld für die normale und erheblich bessere LED-Ausgabe. Foto (Archivfoto): Thomas Irlbeck

Rätsel um die Trambahnschleife Neuperlach Nord ist keines mehr

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Ein anstrengender Tag liegt hinter mir, an dem ich das Rätsel um die Trambahnschleife Neuperlach Nord nun endlich zu 99,9 % lösen konnte. Es bleiben aber noch Fragen.

Den ganzen Bericht gibt es hier nachzulesen:

Auf den Spuren der Schleife Neuperlach Nord und ein Besuch im MVG-Museum

Die Streitereien dort bitte einfach überlesen.

Herausgekommen ist viel. 🙂

Im Archiv des MVG-Museums gelang der Fotobeweis.

Die Schleife lag oben in der Heinrich-Wieland-Straße, also nicht im Tal unten an der Ständlerstraße. Die Position ist leicht südöstlich von der ehemaligen Haltestelle Neuperlach Nord aus gesehen, dort wo die Abfahrt zur Ständlersraße beginnt. Das Gelände ist noch weitgehend erhalten. Die Schienen dürften etwa an der Stelle, an der sich heute die im Nichts liegenden Kanaldeckel befinden, vorbeigeführt haben.

Nun aber zwei Fotos von der Schleife:

M/m-Zug der Linie 11 im Hinterstellgleis der Wendeschleife Neuperlach Nord. Trambahnzüge konnten in das Hinterstellgleis nur rückwärts  einfahren, nachdem din der Schleife gewendet wurde. Das Hinterstellgleis wurde ursprünglich gebaut, um außerhalb der Hauptverkehrszeit Beiwagen abzustellen. Blick ist stadtauswärts. Foto ist vom 12.09.1970 (dem Eröffnungstag der Schleife!). Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.
P/p-Zug der Line 29 wendet in Neuperlach Nord. Das Gleis in der Mitte ist das Hinterstellgleis. Die einzige Weiche der gesamten Schleife befindet sich hinter dem Betrachter. Blick ist stadtauswärts. Foto ist vom 12.09.1970 (dem Eröffnungstag der Schleife!). Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.

Diese Fotos und viele weitere von der Neuperlach Tram gibt es in hoher Auflösung auf flickr. Einfach hier klicken!

Bücher mit vielen Trambahnbildern, auch solchen von der Tram Neuperlach, gibt es im InterTram Fachbuchverlag zu kaufen!

Empfohlen seien hier:

Münchens J-Wagen
Münchens M-Wagen
Münchens P-Wagen

Die fast metergenaue Rekonstruktion gelang schließlich durch eine alte Luftbildaufnahme von 1973.

Luftbildausschnitt Neuperlach Nord 1.8.1973

Die Schleife ist in der Karte ganz unten zu sehen.

Vielen Dank an „Gwamperte 8er“ aus dem Eisenbahnforum für die Zurverfügungstellung der Luftbildaufnahme und den damit verbundenen Einsatz!