Werkstoff für das graue Gold

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Auf einem kleinen Rundgang sind aktuelle Fotos unserer beiden Kieswerke entstanden. Es werden nicht die letzten Bilder bleiben, da die Gelegenheit bis zum Abriss noch genutzt werden sollte. Wie bereits berichtet, wird das Kieswerk Piederstorfer am Alexisweg (Bild 1) abgerissen, auf dem Areal entstehen 1.400 Wohnungen für 3.000 Menschen. Das Kieswerk Mächler an der Putzbrunner Straße (Foto 2 und 3) dagegen ist denkmalgeschützt und bleibt uns zum Glück erhalten. Eines Tages soll es aber außer Betrieb genommen und dann so eine Art Technikdenkmal werden. Aber das ist ja auch nicht schlecht. Zum Kieswerk Mächler gibt es von Franz Kerscher ein sehr interessantes PDF mit Hintergrundinformationen.

Kieswerk Piederstorfer
Bild 1: Kieswerk Piederstorfer. Seine Tage sind gezählt (14.08.2017) © Thomas Irlbeck
Kieswerk Mächler
Bild 2: Kieswerk Mächler – Geschützt durch den Denkmalschutz  (14.08.2017) © Thomas Irlbeck
Kieswerk Mächler
Bild 3: Kieswerk Mächler (14.08.2017) © Thomas Irlbeck
Kieswerk Mächler
Bild 4: Detail des Kieswerks Mächler (14.08.2017) © Thomas Irlbeck

Dem Biotop in der Kiesgrube Roth droht das Aus

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Der Baggersee (Rothsee) in der ehemaligen Kiesgrube Fritz Roth (Archivbild von 2009) © Thomas Irlbeck

Die ehemalige Kiesgrube Fritz Roth im Truderinger Wald gleich hinter dem Graf-Zentrum ist nicht nur für Neuperlacher ein beliebtes Naherholungsgebiet. Die Kiesgrube selbst ist schon seit rund 30 Jahren außer Betrieb. Geblieben ist der Baggersee (Rothsee), entstanden ist ein wertvolles Biotop. Diesem droht nun die Zerstörung. Das berichtet „Hallo Ramersdorf/Perlach/Berg am Laim“ in der Ausgabe vom 11. Januar 2017.

Das Problem ist der Baggersee. Dieser liegt im Wasserschutzgebiet und dessen Wasser fließt in den Versorgungsbrunnen des Förderwerks Trudering. Bei Bedarfsspitzen trägt er damit zur Trinkwasserversorgung bei. Würde nun der See verunreinigt, etwa durch Entsorgung von Abfällen, würde das Grundwasser in Mitleidenschaft gezogen werden. Es müssten dann die Eigentümer der Kiesgrube haften, wenn sich der Verursacher nicht feststellen ließe. Das Risiko wollen die Eigentümer nicht tragen. Daher haben sie bereits 2013 einen Antrag auf Verfüllung des Baggersees gestellt. Damit würde das Biotop zerstört werden. Ein Zaun könnte den See schützen, ist aber bisher an der Genehmigung bzw. an den Kosten gescheitert. Die Stadt könnte das Grundstück übernehmen, aber auch hier gibt es bislang keine Fortschritte bei den Gesprächen.

Quetschwerk Fritz Roth
Idylle in der ehemaligen Kiesgrube (Archivbild von 2014) © Thomas Irlbeck

Kommentar: Ein Zaun wäre wohl das kleinere Übel. An dem See wird gegrillt und auch übernachtet, diese Leute will man wohl weghaben, da auch dadurch eine Vermüllung und eine Verunreinigung des Sees drohen. Bislang soll es aber keine bedenklichen Vorfälle gegeben haben, es ist alles hypothetisch. Der Zaun würde das Biotop retten, aber er könnte auch den Freizeitwert des Sees reduzieren, da Wasser und wohl auch Ufer nicht mehr zugänglich wären.

Das Haus am alten Kieswerk Fritz Roth (Das historische Haus, Folge 11)

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Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth
Bild 1 (01.11.2016) © Thomas Irlbeck
Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth
Bild 2 (01.11.2016) © Thomas Irlbeck

Unser heutiges Objekt befindet sich an der Einfahrt zur ehemaligen Kiesgrube Fritz Roth. Diese liegt gleich hinter dem Graf-Zentrum, etwas versteckt im Truderinger Wald. Das Gebiet gehört bereits zu Waldperlach.

Die Kiesgrube war über 40 Jahre in Betrieb und wurde mehrmals nach Osten vergrößert, Anfang der 1980er-Jahre kam dann das Aus. Heute ist das Gebiet der Kiesgrube mit dem Baggersee, dem Rothsee an der östlichen Grenze, als wertvolles Biotop anerkannt. Viele Neuperlacher und Waldperlacher gehen hier gerne spazieren. Wem der Ostpark zu künstlich erscheint, findet hier mehr Natur, auch wenn die Kiesgrube letztendlich ja auch etwas künstlich Geschaffenes ist.

In der näheren Umgebung des Hauses sind Technikrelikte des alten und längst abgerissenen Quetschwerks aufgestellt (imposante Bilder des alten Quetschwerks finden sich hier), es ist damit so eine Art Freiluftmuseum (Neuperlach.org berichtete).

Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth
Bild 3 (01.11.2016) © Thomas Irlbeck

Über das Haus selbst ist wenig bekannt. Es wird als Wohnhaus genutzt, ist also nicht dem Verfall preisgegeben. Laut Bayerischem Denkmal-Atlas besteht für das Haus kein Denkmalschutz. Nur das Quetschwerk Mächler, das ein paar Meter weiter westlich am Waldrand steht und noch in Betrieb ist, ist denkmalgeschützt.

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Voll die Natur, der Park

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Quetschwerk Fritz Roth
Am Rande des Quetschwerks (20.11.2014) © Thomas Irlbeck

Nein, ein Naturpark ist das offiziell nicht, aber die Atmosphäre ist naturromantisch. Wir befinden uns hier am Rande des alten Quetschwerk Fritz Roth im Truderinger Wald, der hier sich selbst überlassen zu sein scheint. Schön, dass es gleich hinter den letzten Hochhäusern solche idyllischen Kleinodien gibt. Ein Hochstand darf hier natürlich auch nicht fehlen. Der Name könnte nicht besser passen, offiziell ist das hier Waldperlach.

Hochstand Quetschwerk Fritz Roth
Hochstand (20.11.2014) © Thomas Irlbeck

Zauberhafter Wald

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Zauberhafter Wald
Bild 1  (09.10.2014) © Thomas Irlbeck

Der Wald ist ein Zauberer. Aufgenommen im Truderinger Wald, in der Nähe des Rothsee (Baggersee am Quetschwerk Fritz Roth) hinter dem Graf-Zentrum.

Zauberhafter Wald
Bild 2 (09.10.2014) © Thomas Irlbeck
Zauberhafter Wald
Bild 3 (09.10.2014) © Thomas Irlbeck

Festring-Archiv: Offene Tür!

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Am Samstag, den 11. Oktober 2014, öffnet der Festring Perlach von 13 bis 16 Uhr wieder das Perlacher Heimatarchiv in der Sebastian-Bauer-Straße 25. Außer der Ausstellung über 1224 Jahre Geschichte Perlachs können Sie sich auch aus über 7.000 Bildern der Datenbank die gewünschten Fotos auf die Leinwand projizieren lassen. Die Sonderausstellungen „Gartenstadt München Perlach 1910“ und „Das grüne Waldperlach“ ergänzen das reichhaltige Angebot. Der Eintritt ist frei.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Festring Perlach
Foto: Festring Perlach
Maibaumschilder Perlach
Perlacher Maibaumschilder. Foto: Festring Perlach

Neue Sonderausstellung im Perlacher Heimatarchiv – Gartenstadt München Perlach 1910

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Gartenstadt Perlach 1910
Bild: Festring Perlach

Der Schweizer Künstler und Jugendstil-Architekt Hans Eduard von Berlepsch-Valendas entwarf 1910 ein detailliertes Konzept zur „Gartenstadt Perlach“. Berlepsch-Valendas Ziel war es, billige und gute Wohnungen vor allem für ärmere Bevölkerungsschichten zu schaffen. Eine Ghettobildung sollte aber vermieden werden. Dazu plante er unterschiedliche große Haustypen für alle Gesellschaftsschichten ein. Über 30.000 Menschen sollten am Perlacher Forst eine bezahlbare, gesunde Wohnstätte finden.

Um Kosten zu reduzieren, bevorzugte Berlepsch-Valendas einfache Serienfabrikate für Fensterrahmen, Türen und die Inneneinrichtung. „Pflanzen sind die schönste Dekoration, aufgesetzte Ornamente dagegen unnötig“ betonte Berlepsch-Valendas, „die Vegetation der Gärten und Baumgruppen, die Bewachsung der Häuser mit Zier- und Nutzpflanzen, das ist Dekoration genug.“

Zur Versorgung mit frischem Gemüse – und auch zur Reduzierung der finanziellen Belastung – war zu jedem der Mehrfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser ein Nutzgarten von 80-150 m² für jede Familie vorgesehen.

Obwohl der Münchner Industrielle Reichsrat Theodor Freiherr von Cramer-Klett jun. für das Projekt 200.000 Mark zur Verfügung gestellt hatte, scheiterte die Umsetzung letztlich an lokalpolitischen Querelen und dem Verkehrsministerium, die eine Entscheidung über die nötige Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Bahnanschluss, Wasserleitung usw.) verzögerten, sodass Cramer-Klett seine finanzielle Unterstützung 1913 zurückzog.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 brachte dann das Projekt endgültig zum Scheitern.

Wann und wo?

Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, den 14. September 2014, von 10 bis 16 Uhr.

Die Sonderausstellung (plus „Das grüne Waldperlach – die Kiesgrube Roth“) ist noch bis zum Frühjahr 2015 zu den Öffnungszeiten des Perlacher Heimatarchivs in der Sebastian-Bauer-Straße 25 zu besichtigen. Die nächsten Termine für 2014 sind am Samstag, den 11. Oktober, und Samstag, den 8. November, jeweils von 13 bis 16 Uhr.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Handgemacht: Eine ganz besondere Einsendung zum Neuperlacher ÖPNV (Update)

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Die Trambahn nach Neuperlach wurde erst am 12.09.1970 eröffnet. Von diesem Tag stammt auch die Aufnahme. Vorher musste man auf Gummi nach Neuperlach reisen. Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V.

In den Anfangsjahren war Neuperlach noch überschaubar und es gab auch keine unzähligen Buslinien. Aus dieser Zeit (1968 bis 1973) stammen spezielle handgezeichnete Pläne mit der ÖPNV-Netz- und Angebotsentwicklung, die mir Matthias Hintzen einsandte. Ganz herzlichen Dank dafür!

Aus den Plänen ist auch der Takt ersichtlich: Jeder Strich steht für eine Fahrt pro Stunde und Richtung zur Hauptverkehrszeit.

Neuperlach nur mit Buserschließung – ohne Trambahn, aber auch ohne U-Bahn und S-Bahn, ja was heute unvorstellbar ist, war für die ersten Bewohner Realität. Dafür waren aber auch die Einkaufsmöglichkeiten bescheiden. Immerhin gab es ab Ende der 1960er-Jahre in der Baracke des heutigen FestSpielHaus (Plettstraße) den ersten Supermarkt in Neuperlach.

Es sei hier auch auf den älteren Artikel Die unbekannte Buslinie nach Neuperlach hingewiesen, der die anfängliche ÖPNV-Anbindung durchleuchtet.

Jetzt aber zu den Plänen. Wie immer: Ein Klick macht groß!

München-Neuperlach_1969
Netzplan 1968. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1969
Netzplan 1969. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1970
Netzplan 1970. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1971
Netzplan 1971. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1972
Netzplan 1972: Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1973
Netzplan 1973. Urheber: Matthias Hintzen

Update

Mit weiteren Plänen wird das Netz nun bis in die Gegenwart abgedeckt.

München-Neuperlach_1975
Netzplan 1975. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1977
Netzplan 1977. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1980_06
Netzplan 1980 (Juni). Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1980-10
Netzplan 1980 (Okt). Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1982
Netzplan 1982. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1985
Netzplan 1985. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1989
Netzplan 1989. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2002
Netzplan 2002. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2003
Netzplan 2003. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2012
Netzplan 2012. Urheber: Matthias Hintzen

Grüße aus Perlach …

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Festring  Perlach Ansichtskarten
Themenheft „Grüße aus Perlach“ mit historischen Ansichtskarten. Bild: Festring Perlach

… heißt das neue Themenheft im Großformat des Festring Perlach. 150 historische Ansichtskarten aus Perlach, ergänzt durch Exemplare aus Neuperlach, Waldperlach, Fasangarten und Unterbiberg, umfasst die Dokumentation. Idee und Bildredaktion: Uli Walter; das Vorwort schrieb Dr. Willibald Karl, und die Gesamtherstellung besorgte Manfred Westner.

Das „Schmuckstück“ hat 48 Seiten und ist für 12 Euro erhältlich beim Tag der offenen Tür am Samstag, 08.02.2014 (auch 08.03., 12.04., 10.05.) von 13–16 Uhr im Perlacher Heimatarchiv, Sebastian-Bauer-Straße 25. Weitere Verkaufsstellen: Sophias Bokhandel am Pfanzeltplatz und bei Westners, Tel. 089/637 33 11.

Verbesserungen für Perlach zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember

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Der Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2013 bringt einige Verbesserungen, auch für Neuperlach. Die wichtigsten Änderungen für Neuperlach, Perlach und Waldperlach werden im Folgenden vorgestellt.

U-Bahn

Allgemein

An den Umsteigepunkten Scheidplatz (U2/U3) und Innsbrucker Ring (U2/U5) wird künftig während der morgendlichen Hauptverkehrszeit nicht mehr gewartet, wenn eine parallel einfahrende U-Bahn verspätet ist. Damit soll verhindert werden, dass sich Verspätungen auf andere Züge übertragen.

U5

Montags bis donnerstags an Schultagen beginnt der 5-Minuten-Takt bereits um 13 statt um 15 Uhr.

U5

U7

Diese fährt nun auch nachmittags bis Neuperlach Zentrum. Zudem werden statt Vollzügen (4 Wagen) nun Langzüge (6 Wagen) eingesetzt.

Update: Wie mich ein Neuperlach.org-Leser dankenswerterweise hinwies, gibt es auch farbliche Änderungen. Die U7 hat schon seit dem 9. Dezember eine andere Farbgebung, die nun auf zwei Farben basiert. Das ist im Prinzip auch eine Verbesserung, da immer wieder Leute erst am Karl-Preis-Platz bemerken, dass sie in die falsche U-Bahn eingestiegen sind. Die Farben von U5 und U7 waren bisher kaum zu unterscheiden. Ganz neu sind Logo und Farbgebung nicht, bis 2006 hatte die U7 ein sehr ähnliches Logo, das auf die Linienfarben von U1 und U2 anspielt, da die U7 ja deren Linienwege teilweise bedient. Dass auch ein Teil der U5 mitbedient wird, wird nun farblich ignoriert. Ganz identisch ist das neue Logo aber nicht mit dem Logo bis 2006. Das geschulte Auge erkennt ab dem Logo von 2012 Abweichungen in der Schriftart, die Ziffer 7 ist nun unten abgeschrägt.

U7 bis 2006
Logo bis 2006
U7 bis 2013
Logo 2012 bis 2013
U7 neu
Logo neu

U8

Diese kommt nach drei Jahren Pause als Linienbezeichnung zurück, fährt aber nicht nach Neuperlach. Stattdessen verkehren die samstags von ca. 11.30 bis 19.30 Uhr angebotenen Fahrten zwischen Sendlinger Tor, Hauptbahnhof und Olympiazentrum in Zukunft als U8. Damit soll besser klargemacht werden, dass diese Verstärkerzüge einen von anderen Linien abweichenden Linienweg bedienen. Die Farbgebung des Logos spielt auf die U2 und U3 an, da der Linienweg eine Mischung aus diesen beiden Linien darstellt.

U8 neu
Logo neu

Buslinien

139

Der Takt zwischen Giesing Bahnhof und Neuperlach Zentrum wird in der Hauptverkehrszeit von 20 auf 10 Minuten verdichtet.

192 und 195

Seit Eröffnung des neuen Gymnasiums Trudering an der Markgrafenstraße finden zusätzliche Fahrten zu Schulbeginn und Unterrichtsschluss statt. Auf der Linie 192 zwischen Trudering Bahnhof und Gymnasium Trudering wird im morgendlichen Schulverkehr ein 5-Minuten-Takt angeboten.

198

Die Betriebszeit wird nach voller Besiedelung des Neubaugebietes am Gefilde von 21 Uhr bis ca. Mitternacht ausgedehnt.

Quelle: MVG-Website

Ein gutes Werk

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Kieswerk Mächler
Kieswerk Mächler (Archivbild) © 2009, Thomas Irlbeck

Es gibt in Neuperlach keine denkmalgeschützten Gebäude. Aber das Quetschwerk Mächler an der Putzbrunner Straße ist räumlich ganz nahe dran, es steht in Waldperlach, nur wenige Meter vor der Grenze zu Neuperlach.

Das Bauwerk hat – für manche vielleicht überraschend – Denkmalstatus. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege beschreibt es als „Kiessieb- und Kiesquetschwerk, hohes, mehrteiliges Werksgebäude in Holzgerüst- und Betonmassivbauweise mit holzverschalten Aufbauten und Förderbändern, zweiteilige Siebanlage für Feucht- und Trockenkiesgewinnung, Silos über Durchfahrten, 1937, erweitert 1938 und 1954; mit technischer Ausstattung“.

Das Werk ist noch in Betrieb. Es wird aber nur noch Kies verarbeitet, aber keiner mehr gefördert.

Eine reife Leistung? MVG stellt Programm für 2014 vor

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U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum
U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum. Foto: jmauerer / Lizenz siehe: flickr

Die MVG stellt ihr Leistungsprogramm 2014 vor, das vom Münchner Wirtschaftsreferenten und Oberbürgermeisterkandidat Dieter Reiter (SPD) initiiert wurde. Erstaunlicherweise hat man es dieses Mal durchaus geschafft, ein paar wirkliche Innovationen vorzusehen. So wird es erstmals eine wirkliche Expressbuslinie geben, die dank eines vergrößerten Haltestellenabstands schneller als eine Metrobus-Linie unterwegs sein soll. Diese Linie X30 wird vom Max-Weber-Platz über Ostbahnhof, Candidplatz und Harras zum Partnachplatz verkehren und nur 10-mal halten. Ein ganz wenig Großstadtflair mag dies sicherlich sein.

Die zweite Innovation: Eine spezielle Altstadtlinie 101 wird die Feinerschließung im Bereich zwischen Sendlinger Tor, Marienplatz und Hofgarten übernehmen. Um in den engen Straßen nicht anzuecken, sollen erstmals im Münchner Stadtverkehr die kleineren Midibusse zum Einsatz kommen.

Sonst finden sich vor allem Taktverdichtungen bei U-Bahn und Trambahn. Erwähnenswert ist, dass die U4 auch im Abendverkehr wieder in die Innenstadt rollen darf und ihr Stummeldasein beendet. Die Endstation ist nicht mehr Max-Weber-Platz, sondern Odeonsplatz. Das Umsteigen von der U4 in die U5 Richtung Neuperlach wird etwas komfortabler, da zumindest Zeitkarteninhaber nun bequemer am Lehel umsteigen können und nicht mehr das Sperrengeschoss am Max-Weber-Platz bemühen müssen.

Mini-Mini-Renaissance der U8

Die U8 kommt als Linie zurück, aber mit Neuperlach hat dies nichts zu tun. Die derzeit linienfreien Verstärkerfahrten an Samstagen, die vom Sendlinger Tor bis Scheidplatz rollen und dort zum Olympiazentrum abbiegen, erhalten diese historische Nummer U8.

Wo aber liegen die Verbesserungen für Neuperlacher, von dem gerade erwähnten Vorteil des einfacheren Umsteigens von der U5 in die U4 und umgekehrt im Spätverkehr abgesehen?

Da gibt es auch ein paar Dinge:

U-Bahn

U5: Montags bis donnerstags an Schultagen fährt die U5 in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit bereits ab ca. 13 Uhr alle 5 Minuten. Die Vision der Wiedereinführung des durchgehenden 5-Minutentaktes tagsüber muss weiter geträumt werden, aber eine Verbesserung ist es dennoch.

U7: Auch im nachmittäglichen Berufsverkehr wird diese am Westfriedhof startende Linie bis Neuperlach Zentrum verkehren und nicht schon am Sendlinger Tor enden.

Bus

139: Auf dem Abschnitt Giesing – Neuperlach Zentrum wird ein 10-Minuten-Takt zur Hauptverkehrszeit eingeführt. Am Abend wird die Linie auch nach 20 Uhr den Abschnitt vom Klinikum Harlaching über Neuperlach Zentrum bis Trudering bedienen (bis ca. 0:30). Der Takt beträgt 20 Minuten.

192/195: Das Truderinger Gymnasium an der Friedenspromenade/Ecke Markgrafenstraße soll im September 2013 eröffnet werden. Es wird dann einzelne zusätzliche Verstärkungsfahrten geben.

198: Die Linie von Neuperlach Zentrum zum Waldperlacher Klara-Ziegler-Bogen wird auch nach 21 Uhr verkehren (bis ca. 0:30).

Fazit

Der große Wurf ist es sicherlich nicht. Aber immerhin vielleicht mehr, als man erwarten konnte. Allerdings ist Wahlkampf, da darf sich der Oberbürgermeisterkandidat schließlich profilieren. Bei allen Verbesserungen gilt jedoch zu bedenken, dass es erst einmal Pläne sind, denen der Stadtrat noch zustimmen muss.

Quellen

Weitere Details kann man hier nachlesen:

Abfahrt alle zwei Minuten (Süddeutsche Zeitung)

MVG-Leistungsprogramm 2014 (Tramgeschichten.de)

Die Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald – Mystische Orte (Teil 9)

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Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Die Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald (31.01.2013) © Thomas Irlbeck

Viele dürften vom Schopenhauer Wald noch nie etwas gehört haben. „Schopenhauer wie bitte?“ – Reden wir überhaupt von Perlach? Oh ja, heute wird es sogar sehr perlachig. Denn die nördliche Grenze des Schopenhauer Wald trennt Waldperlach und die Nachbargemeinde Neubiberg. Die nächste Straße in Waldperlach heißt Schneewittchenstraße (mehr zu den skurrilen Straßennamen in Waldperlach im Artikel Erzähl doch keine Märchen!), sie führt ein Stück nördlich vom Wald parallel zu ihm in West-Ost-Richtung. Ein kleiner Teil des Schopenhauer Wald liegt sogar auf Waldperlacher Gebiet. Ein richtig großer Wald ist das gute Stück natürlich nicht, nur ein langgezogenes Wäldchen, rund 600 Meter lang und 150 Meter breit und vollständig umschlossen von den Häuschen der gartenstadtähnlichen Gebiete in Waldperlach und Neubiberg.

Von keinem Punkt des Waldes ist man weit von den Häusern entfernt. Doch der dichte Wald gibt einem schon nach wenigen Metern die Illusion, der Großstadthektik vollends entflohen zu sein. Der Wald wirkt sehr natürlich, nicht künstlich angelegt und er beherbergt – gut versteckt – ein kleines Geheimnis: die Elisabethkapelle.

Seinen Namen dürfte der Wald von der Schopenhauerstraße haben, die südlich vom Wald auf Neubiberger Gemeindegebiet wiederum parallel zu ihm in West-Ost-Richtung läuft. Umgekehrt könnte die Straße auch nach dem Wald benannt sein, was aber jetzt eher unwahrscheinlich ist.

Die Kapelle

Josefskapelle in Waldperlach
Zum Vergleich: die Josefskapelle im Truderinger Wald aus Teil 4 der „Mystischen Orte“ (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Die Elisabethkapelle wurde von einer Bürgerin gestiftet, die anonym bleiben möchte. Die Einweihung fand am 18.10.1992 statt. Die Elisabethstatue der Kapelle wurde 1994 geweiht.

Die Kapelle liegt mitten im Wald, aber nicht auf Waldperlacher Gebiet. Aber haarscharf daneben war bei Neuperlach.org bekanntlich noch nie ein Ausschlusskriterium. Von der gerade erwähnten Stifterin ist nur bekannt, dass sie aus Waldperlach stammt, womit der Perlach-Faktor nun doch irgendwo bei 100 % liegt.

Von ihrer runden Form erinnert die Kapelle etwas an die Josefskapelle im Truderinger Wald, die in Teil 4 der „Mystischen Orte“ das Thema war und auf Waldperlacher Grund steht. Zwar ist die grundsätzliche Dachform ähnlich, aber der Elisabethkapelle fehlt der Turm. Alles wirkt bei der Elisabethkapelle ein Stück bescheidener und natürlicher, so verzichtete man auch auf einen gepflasterten Vorplatz. Nur das Kruzifix, das in unmittelbarer Nähe der Elisabethkapelle aufgestellt ist, gibt es noch als Beigabe.

Die in der Kapelle befindliche Elisabethstatue verkörpert die heilige Elisabeth von Thüringen (* 1207; † 1231):

Landgräfin Elisabeth von Thüringen […], auch Elisabeth von Ungarn genannt, ist eine Heilige der Katholischen Kirche. Der Namenstag der Patronin von Thüringen und Hessen fällt auf den 19. November, den Tag ihrer Beisetzung. Als Sinnbild tätiger Nächstenliebe wird die Heilige auch im Protestantismus verehrt. Sie ist eine Gestalt des Mittelalters, deren Erinnerung bis in die heutige Zeit lebendig blieb. Runde Jahrestage ihres Geburts- oder Todesdatums sind immer noch Anlass für besondere Gedenkveranstaltungen. […]

Die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. (* 1177; † 1235) und der Gertrud von Andechs wurde schon als Neugeborene mit einem Sohn des einflussreichen Landgrafen Hermann I. von Thüringen verlobt und bereits als Vierjährige an den thüringischen Hof gebracht, um in der Familie ihres zukünftigen Ehemannes aufzuwachsen. Sie kehrte nur als junge Frau noch einmal nach Ungarn zurück. Frühzeitig fiel Elisabeth von Thüringen, die dem franziskanischen Frömmigkeitsideal nahestand und sich als discipula dei (Schülerin/Jüngerin Gottes) sah, durch eine karitative Tätigkeit auf, die über die Konventionen ihrer Zeit hinausging. Nach dem Tod ihres Ehemannes kehrte sie dem Hofleben den Rücken, um als einfache und materiell arme Spitalschwester in dem von ihr gegründeten Marburger Hospital persönlich für Bedürftige zu sorgen. Sie starb im Alter von 24 Jahren. Vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie von Papst Gregor IX. zu Pfingsten 1235 heiliggesprochen.

Quelle: Wikipedia

Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald (31.01.2013) © Thomas Irlbeck
Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Und noch mal die Elisabethkapelle (31.01.2013) © Thomas Irlbeck
Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Kruzifix an der Elisabethkapelle (31.01.2013) © Thomas Irlbeck
Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Mit etwas Abstand: die Elisabethkapelle (31.01.2013) © Thomas Irlbeck
Schopenhauer Wald
Im Schopenhauer Wald (31.01.2013) © Thomas Irlbeck

Weitere Elisabethkapellen und -kirchen

Es gibt in Deutschland und auch im Ausland zahlreiche Elisabethkapellen und -kirchen. Eine Übersicht findet sich auf Wikipedia. Sie sind in aller Regel der erwähnten Elisabeth von Thüringen geweiht, wenngleich es noch einige weitere Heilige mit dem Namen Elisabeth gibt.

Anfahrt

Umgebungskarte Elisabethkapelle
Umgebungskarte Elisabethkapelle. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Man erreicht den Schopenhauer Wald per ÖPNV am besten über die Autobushaltestelle Waldperlach (M55, 199) oder über den S-Bahnhof Neubiberg (S7). Danach orientiert man sich an der Umgebungskarte, die zeigt, dass es eine ganze Reihe an Zugängen zum Schopenhauer Wald gibt.

Auch Automobil- und Radfahrer sollten sich die Umgebungskarte anschauen. Der beste Zugang von Süden (Neubiberg) ist wohl das nördliche Ende der Kaiserstraße, von Norden der Froschkönigweg (Waldperlach) und von Nordwesten die Wittelsbacherstraße, die eine Verlängerung der Eulenspiegelstraße (Waldperlach) ist. Diese wiederum ist eine Querstraße zur Putzbrunner Straße (Waldperlach/Neuperlach).

Quellen

Flach war gestern – „Im Gefilde“ entsteht eine Grünanlage

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Jeder Neuperlacher und auch jeder Münchner, der öfters auf der Puzbrunner Straße Richtung Putzbrunn und Glonn unterwegs war und ist, kennt die Wiesen und Felder, die sich an der Grenze zwischen Neuperlach und Waldperlach stadtauswärts gesehen rechts befinden. Die Querstraße und auch die Bushaltestelle heißen dort „Im Gefilde“. Auf der anderen, linken Seite sind das Klinikum Neuperlach, das Kieswerk Mächler und der Truderinger Wald.

Nun aber ändert sich die Gegend drastisch. Aus den Feldern und Wiesen entsteht im 2. Bauabschnitt bis Juli dieses Jahres eine Grünanlage mit multifunktionaler Skateanlage. Dazu werden mehrere Hügel aufgeschüttet. Zum Jahresende soll noch ein provisorischer Rodelhügel dazukommen.

Im 1. Bauabschnitt wurden bereits ein Park, eine Kleingartenanlage und Spielplätze geschaffen.

Im Gefilde
Die Baustelle. Links vom Standpunkt gesehen läuft die Putzbrunner Straße (im Bild nicht zu sehen), im Hintergrund ist die Freiwillige Feuerwehr Waldperlach (02.05.2011) © Thomas Irlbeck
Im Gefilde
Flach war gestern. Die Hügel werden aufgeschüttet. Wer genau hinschaut, sieht den Mercedes-Stern von der Niederlassung in Neuperlach Süd (02.05.2011) © Thomas Irlbeck
Im Gefilde
Die Baustelle von der anderen Seite gesehen. Im Hintergrund sind die Freiwillige Feuerwehr Waldperlach und der Truderinger Wald (02.05.2011) © Thomas Irlbeck
Im Gefilde
Die Baustelle aus größerem Anstand betrachtet. Sie ist im Hintergrund in der Mitte (02.05.2011) © Thomas Irlbeck

Die Kapelle im Wald – Mystische Orte (Teil 4)

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Josefskapelle in Waldperlach
Die Josefskapelle liegt im Truderinger Wald. Sie hat einen charakteristischen Vorplatz (21.04.2011) © Thomas Irlbeck

Der Truderinger Wald, der bekanntlich hinter den letzten Neuperlacher Hochhäusern des Graf-Zentrum beginnt, hat so manchen mystischen Ort zu bieten. Über die Mariengrotte und den Schwedenstein wurde bereits berichtet. Das ist aber noch nicht alles: Gut im Wald versteckt findet sich ein kleines Gotteshaus, die Josefskapelle. Ihr Standort ist zwar nicht in Neuperlach, aber wir bleiben zumindest Perlach treu, das Gebiet gehört zu Waldperlach.

Entstehungsgeschichte

Die Geschichte begann damit, dass der Waldperlacher Pfarrei St. Bruder Klaus im Frühjahr 1977 eine Josefs-Figur gestiftet wurde. Gemeint ist der heilige Josef von Nazareth, also der Ziehvater Jesu. Zur Unterbringung und zum Schutz der Figur kam der Vorschlag auf, eine Kapelle im Wald zu errichten. Der Bau wurde alleine aus Spendenmitteln finanziert, nachdem das Ordinariat die Bau- und Nachfolgekosten nicht übernehmen wollte. Am 1. Mai 1980 wurde die Kapelle schließlich eingeweiht.

Die Kapelle

Der Bau mit kreisrunder Grundfläche liegt am Friedrich-Panzer-Weg, der zunächst durch Waldperlach als geteerte Straße beginnt und ab dem Waldrand als Wirtschaftsweg weiterläuft. Auch wenn der Bau nicht wirklich alt ist und das Flair vergangener Jahrhunderte fehlt, ist der Ort alleine durch die Waldlage etwas Besonderes. Auf dem Vorplatz der Kapelle gibt es zunächst ein großes Kruzifix sowie eine Holzskulptur der Mutter Gottes zu bestaunen. Der eigentliche Schatz, die gestiftete Josefsfigur mit Christuskind auf dem Arm, ist in der Kapelle zu finden, hinter einem Gitterzaun.

Josefskapelle in Waldperlach
Ein paar Schritte näher dran (21.04.2011) © Thomas Irlbeck
Josefskapelle in Waldtrudering
Die kreisrunde Form wird spätestens jetzt deutlich (21.04.2011) © Thomas Irlbeck
Josefskapelle in Waldperlach
Im Innern der Kapelle. Hier steht die Josefsfigur (21.04.2011) © Thomas Irlbeck
Josefskapelle in Waldperlach
Die Josefsfigur ist hinter einem Gitter aufgestellt (21.04.2011) © Thomas Irlbeck
St. Josef in der Josefskapelle / Waldperlach
Die Figur ohne störendes Gitter (22.04.2011) © Thomas Irlbeck
St. Josef in der Josefskapelle / Waldperlach
Und noch ein wenig näher dran: der heilige Josef mit dem Christuskind (22.04.2011) © Thomas Irlbeck

Friedrich Panzer

Fast alle Straßennamen in Waldperlach haben etwas mit Märchen und Sagen zu tun (Neuperlach.org berichtete: Erzähl doch keine Märchen). So auch der Friedrich-Panzer-Weg, an dem wie erwähnt die Josefskapelle liegt. Friedrich Panzer (* 1794; † 1854) war ein bayerischer Sagensammler und Architekt. Die Sagen trug er auf seinen Dienstreisen zusammen. Sein besonderes Interesse galt denjenigen Erzählungen, in denen er Spuren alten Götterglaubens annahm. Diese mythologische Sagendeutung wird aber heute abgelehnt.

Weitere Josefskapellen und -kirchen

Es gibt in Deutschland und auch im Ausland sehr viele Josefskapellen und -kirchen (Schreibweise auch: Joseph…). Eine Übersicht findet sich auf Wikipedia. Die meisten sind dem heiligen Josef von Nazareth, dem Ziehvater Jesu, geweiht, einige aber auch dem heiligen Josef von Arimathäa, einem Jünger Jesu.

Anfahrt

Josefskapelle Umgebungskarte
Umgebungskarte Josefskapelle. Bitte Grafik anklicken, um zu vergrößern. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

ÖPNV-Benutzer fahren mit dem Metrobus 55 von Neuperlach Zentrum (U5, ab Dezember 2011 auch U7) bis Waldheimplatz. Von dort bewegt man sich stadtauswärts auf breiten Putzbrunner Straße bis zur Kreuzung Friedrich-Panzer-Weg. Hier biegt man links ab und folgt dem Friedrich-Panzer-Weg. Nicht weit vom Waldrand taucht dann die Kapelle auf der rechten Wegseite auf. Automobilfahrer programmieren ihr Navigationsgerät auf „Am Bauernwald 1”. Dort lässt sich leicht ein Parkplatz finden. Zu Fuß geht es dann am Friedrich-Panzer-Weg wie beschrieben weiter.

Alter Schwede – Mystische Orte (Teil 1)

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Der Schwedenstein steht am Wegesrand einer der vielen Waldwege im Truderinger Wald (21.08.2010) © Thomas Irlbeck

In dieser neuen Serie werden mystische Orte in (Neu-)Perlach und der näheren Umgebung vorgestellt. Fangen wir doch einfach an:

In Truderinger Wald, auf dem zu Waldperlach gehörigen Gebiet, unweit der Kiesgrube am alten Quetschwerk Fritz Roth, steht der Schwedenstein. Es handelt sich um einen Gedenkstein, welcher der Legende nach General Horn gewidmet ist. Angeblich ist Gustav Carl Horn im Dreißigjährigen Krieg 1632 bei Kämpfen um Perlach gefallen und unter dem Gedenkstein beerdigt. Doch diese Legende gilt als widerlegt, denn General Horn ist anderen Quellen zufolge 1657 in Skara (Schweden) gestorben und in Stockholm beerdigt. Ein gefallener General kämpft nur selten einfach so weiter, als wäre nichts geschehen. Bei einer Probeausgrabung am Gedenkstein wurden keine Gebeine gefunden, was die Theorie mit dem Schweden-Grab noch löchriger macht. Allerdings gilt als gesichert, dass Perlach 1632 tatsächlich von schwedischen Truppen und kurze Zeit später von kaiserlichen Truppen geplündert wurde.

An der „Schweden“-Theorie ist noch mehr faul. Der Stein ist nämlich erheblich älter, er soll um 1500 herum entstanden sein. Das Original befindet sich übrigens seit 1952/1953 im Münchner Stadtmuseum. Was heute noch im Truderinger Wald steht, ist eine Nachbildung, die 1988 an der Originalstelle platziert wurde.

Ein bisschen näher dran, und schon zeigt sich die Schönheit des Denkmals noch wahrhaftiger (21.08.2010) © Thomas Irlbeck
Gedenktafel am Schwedenstein. Der legendenumwobene Stein ist also leider nur eine Nachbildung, die aber inzwischen auch ganz schön alt aussieht (21.08.2010) © Thomas Irlbeck
Umgebungskarte Schwedenstein. Bitte Grafik anklicken, um zu vergrößern. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Wem ist der Stein aber gewidmet, wenn die Story vom untoten General doch eher wenig glaubhaft ist? Einer anderen Legende nach soll das Teil ein Denkmal für den Empfang Kaiser Karls V. 1530 sein. Von der Jahreszahl kommt das schon näher hin. Der Kaiser zog zu dieser Zeit von Innsbruck über München nach Augsburg. Damals war das Gebiet noch unbewaldet. Auf dieser „Perlacher Haydn“ wurde zu Ehren des Kaisers eine Jagd veranstaltet.

Nicht weit vom Schwedenstein entfernt gibt es eine kleine Siedlung, die eine schmale Zunge im Wald mit nur einer Straße darstellt und irgendwo zwischen der Truderinger Grenzkolonie und der Kolonie Waldfrieden im Niemandsland eingeklinkt ist. Obwohl man noch zum Stadtgebiet gehört, gibt es dort keine Läden und auch keinen öffentlichen Nahverkehr. Diese einzige Straße heißt – wie auch sonst – Schwedensteinstraße, die Siedlung wird häufig folgerichtig als Schwedensiedlung bezeichnet. Der Schwede zieht also weite Kreise. Alter Schwede!

Trivia

  • Stadtplandienst.de weist den Schwedenstein als „General Horn (Schwedensäule)“ aus. Dabei sollte eine Säule eigentlich rund sein. Dieses Monument ist es aber nicht.
  • Neben dem Stadtmuseum bemühte sich auch der Verschönerungsverein Perlach um den alten Stein, um den Ortskern aufzuwerten. Allerdings erfolglos.
  • Tagelanges Herumirren im Truderinger Wald muss nicht sein, um das Steinchen zu lokalisieren: Die GPS-Koordinaten des Schwedensteins lauten 48.09135, 11.678267.
  • Der Spruch „Alter Schwede!“ hat seinen Ursprung in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Näheres hierzu: Wikipedia: Alter Schwede (Redewendung)

Quellen

  • Walter Graßmann: der Schwedenstein, in: Gudrun Gersmann / Torsten Reimer (Hg.): München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt, 1. Version vom 6.12.2000
  • Wikipedia: Gustav Horn

Erzähl doch keine Märchen!

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Es war einmal… Nein, den Stadtteil gibt es immer noch. Die Rede ist vom wohl märchenhaftesten Stadtteil Münchens: Waldperlach. Die Straßen heißen dort

  • Aschenbrödelstraße
  • Däumlingstraße
  • Dornröschenstraße
  • Drosselbartstraße
  • Elfenstraße
  • Erlkönigstraße
  • Eulenspiegelstraße
  • Frau-Holle-Straße
  • Froschkönigweg
  • Gänselieselstraße
  • Heinzelmännchenstraße
  • Isegrimstraße
  • Koboldstraße
  • Märchenweg
  • Nixenweg
  • Puppenweg (gemeint ist das Marionetten-, Puppen- oder Kasperlspiel)
  • Robinsonstraße (gemeint ist Robinson Crusoe)
  • Rotkäppchenplatz
  • Rotkäppchenstraße
  • Rübezahlstraße
  • Rumpelstilzchenstraße
  • Schneewittchenstraße
  • Sterntalerstraße
  • Struwelpeterstraße
Szene aus Frau Holle. Beim Betten ausschütteln schneit es – zumindest im Märchen. Foto: Christian Heindel / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Damit hat ein Großteil der Straßen dort einen Bezug zu Märchen, Sagen und ähnlichen phantastischen Geschichten.

Eine Frage in einem Forum brachte mich heute auf das Thema. Woher kommen diese Namen? War hier ein Scherzbold am Werk? Ein Märchenpapst? Die Antwort, dass thematische Schwerpunkte die Orientierung vereinfachen würden und z.B. für Taxifahrer eine Erleichterung seien, geht etwas am Thema vorbei. Genauso gut könnte man auch Maler, Dichter, Gebirge oder Kräuterarten bemühen.

Tatsache aber ist, dass Perlach (inklusive Waldperlach und Fasangarten) 1930 nach München eingemeindet wurde. Bei Eingemeindungen stellt sich das Problem, dass leider dann ein paar Straßen Dubletten bilden. Zweimal „Marienplatz“ geht einfach nicht in München (ja, liebe Pasinger, ich weiß, ihr habt dennoch euren Marienplatz behalten). Also müssen jede Menge Straßen umbenannt wurde.

Laut  einem Artikel auf der Webseite der Katholischen Gemeinde St. Michael mit St. Georg (Seite nicht mehr verfügbar) wurden nicht nur Dubletten entfernt, sondern alle an die Monarchie (die bekanntlich 1918 endete) erinnernden Straßennamen. Sehr detailreich ist hier WAPE Bürger IG und verrät folgende Namensanpassungen:

  • Äussere-Prinz-Rupprecht-Str. → Rotkäppchenstraße
  • Finkenstraße → Rübezahlstraße
  • Hirschenstraße → Rumpelstilzchenstraße
  • Hohenzollernstraße → Frau-Holle-Straße
  • Innere-Prinz-Rupprecht-Str. → Schneewittchenstraße
  • Kaiser-Wilhelm-Straße → Erlkönigstraße
  • Otto-Rieger-Straße → Gänselieselstraße
  • Prinz-Arnulf-Straße → Isegrimstraße
  • Prinz-Franz-Straße → Robinsonstraße
  • Prinz-Heinrich-Straße → Aschenbrödelstraße
  • Prinz-Leopold-Straße → Heinzelmännchenstraße
  • Prinzregentenstraße → Däumlingstraße
  • Waldperlachstraße → Waldperlacher Straße
  • Wittelsbacherstraße → Eulenspiegelstraße
  • Zeppelinstraße → Koboldstraße

Nicht alle der märchenhaften Namen sind aus der Umbenennung 1930 hervorgegangen. Auch bei neu gebauten Straßen wurde die Tradition teilweise fortgesetzt. Die Struwelpeterstraße etwa wurde erst 1953 errichtet.

Einfach märchenhaft (04.08.2010) © Thomas Irlbeck

Auffallend ist auch, dass einige neu gebaute Straßen einen Bezug zur germanischen Götter- und Sagenkultur bekamen, so der Asenweg und die Beowulfstraße. Auch weitere Waldperlacher Straßennamen haben indirekt mit Sagen zu tun, Friedrich Panzer etwa war unter anderem ein bayerischer Sagenforscher und wurde 1955 mit der Benennung einer Straße geehrt.

Bis heute schwingt die Tradition in Waldperlach fort. Wer glaubt, die jüngeren Namensvergaben wären im kommunalpolitischen Kleinmief untergegangen, wird eines Besseren belehrt: 2000 etwa wurde eine Straße nach Klara Ziegler benannt, eine Schauspielerin, die als Deutschlands letzte Heldendarstellerin gilt und u.a. die Brundhild in den „Nibelungen“ spielte.

Die Frage nach dem Grund für den Hang zu den Märchen und Sagen wurde aber immer noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Möglicherweise war Waldperlach einfach immer schon märchenhaft. Und wenn nicht, ist es das durch die Straßennamen vielleicht inzwischen geworden. Aber vielleicht weiß ja ein Leser mehr … 2012 feierte Waldperlach übrigens 100-Jähriges. 100 Jahre, das ist der Zeitraum, den Dornröschen schlafen sollte.

MVG gibt Gas im Bus-Beschleunigungsprogramm: Über 3 Millionen für 3 Minuten

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Der Metrobus 55 wird zwischen Diakon-Kerolt-Weg und Waldheimplatz – also auf dem Abschnitt durch Perlach, Neuperlach und Waldperlach – beschleunigt, der Stadtrat gab grünes Licht dafür und stellte damit die Weichen für das 3,2 Millionen Euro schwere Projekt, bei dem 16 Ämpelchen auf einer Länge von 6,5 Kilometern umgebaut bzw. ausgetauscht werden. Das bringt 3 Minuten Fahrzeitgewinn.

Von der Beschleunigung profitiert auch der Bus 198, der fast vollständig auf dem Linienweg des M55 fährt, sowie die Linien 139, 197 und 199, die zumindest Teilabschnitte mitbenutzen.

Nicht realisiert wird dagegen die Wiedereinführung des 10er-Taktes zur Haltestelle Waldperlach. Derzeit fährt jeder zweite Bus am Waldheimplatz weiter nach Putzbrunn, sodass an der Haltestelle Waldperlach nur noch ein 20-Minuten-Takt angeboten wird. Eine Schleifenfahrt zur Haltestelle Waldperlach würde die Fahrzeiten unattraktiver machen, den Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeuges erforderlich machen und zu Fahrgastrückgängen führen. Die alternativ vorgeschlagene Verlängerung der Linie 198 vom Klara-Ziegler-Bogen zum Waldheimplatz lehnt die MVG auch ab. Auch hier müsste ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werden und der Zuwachs an Fahrgästen wäre nur gering.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 17.02.2010, Seite 46, Stadtausgabe

Nein, solche Fahrzeuge werden auch in Zukunft nicht auf dem Metrobus 55 nach Waldperlach/Putzbrunn eingesetzt. Hier hat sich der Bildredakteur einen Scherz erlaubt. Immerhin ist hier ein Bild aus Waldperlach zu sehen. Foto: FWnetz / Lizenz siehe: flickr

Schreib dich nicht ab – wie früher (nicht) abgeschrieben wurde

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Laut Fotograf sehen wir hier den originalen Crystal Lake aus Freitag, der 13. Teil 1. Dieser liegt in North Jersey, dem nördlichen Teil des US-Bundesstaats New Jersey. Foto: road_less_trvled / Lizenz siehe: flickr

Es ist eine gähnend langweilige, da allgemein bekannte Erkenntnis, dass es im Internet nahezu alles zu finden gibt. Die Recherchemöglichkeiten wissen Schüler zu schätzen, so lassen sich die Hausaufgaben mit einigem Geschick aus diversen Quellen so „abschreiben“, dass allenfalls nur noch vage Ähnlichkeiten zu Wikipedia & Co erkennbar bleiben. Auf diese Weise werden die Hausaufgaben gerettet und man kann sich wichtigeren Dingen widmen.

Das Problem des Abschreibens gab es aber auch früher schon. Man schrieb halt die Hausarbeiten in der Klasse untereinander ab. Um dem einen Riegel vorzuschreiben ähhh… vorzuschieben, führten Lehrerinnen zum Teil individuelle Hausaufgaben ein. So bekam z.B. jeder Schüler bei einer Buchinterpretation eigene zu bearbeitende Teilkapitel im Buch. Das war eine Art unüberwindbarer Kopierschutz. Jetzt musste ich mich in meiner Schulzeit tatsächlich mit diversen „seltsamen“ Büchern beschäftigen. Dabei sah ich (natürlich war ich inzwischen 18) lieber Filme wie „Freitag, der 13. Teil x von y“. Diese Filme sind natürlich ganz schlimm und niveaulos und fast alle indiziert oder sogar beschlagnahmt. Also nichts für Kinderaugen!

Neuperlach kann nur mit dem Baggersee (Rothsee) im Truderinger Wald dienen. Ein Camp gibt es dort auch nicht (12.06.2009) © Thomas Irlbeck

Es ist eine Binsenweisheit, dass man auch über solche Filmreihen seit Jahren alles im Internet finden kann. Da sich Neuperlach.org mehr um die Schönheit der Welt kümmert (z.B. durch Veröffentlichung schöner Fotos der schönsten Hochhäuser in Neuperlach), soll es hier bei einem schönen Foto von einem originalen Filmschauplatz – ja, hierzu passend gibt es z.B. bei flickr unzählige Alben und Gruppen – belassen werden.

Kunst oder künstlich? Bei Fritz Roth hat es sich ausgequetscht

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Eine Art Minimuseum, … (12.06.2009) © Thomas Irlbeck
… wo es keiner erwartet (12.06.2009) © Thomas Irlbeck

Vor einiger Zeit hatte ich vollmundig verkündet, fast ganz Neuperlach sei eine einzige Kunstausstellung. Ob die folgenden Objekte, die ich heute mit meinem Objektiv fixierte, Kunst oder nur künstlich sind, mag der Betrachter selbst entscheiden. Es sind auf jeden Fall faszinierende Technikrelikte, die man in einer Art dauerhaften Freiluftausstellung im alten Quetschwerk Fritz Roth in Neuperlach (Putzbrunner Straße) bewundern kann.

Zur Anfahrt per ÖPNV: Am besten fährt man mit dem Autobus M55 oder 198 bis zur Haltestelle „Gefilde“ und läuft dann am Waldrand entlang Richtung Kieswerk. Die Objekte muss man sich aber selbst zusammensuchen – das Ganze ist kein offizielles Museum!

Entsprechend muss man sich nicht erst am Eingang anstellen, bis man … (12.06.2009) © Thomas Irlbeck
zu diesem Kurzhobler vorgelassen wird. Wann an dieser wohl das letzte Mal Schichtende war? (12.06.2009) © Thomas Irlbeck
Die Feldbahn erfüllt nun einen anderen Zweck – als Blumenkübel. (12.06.2009) © Thomas Irlbeck

Diese und weitere Bilder zu permanenten Freiluftausstellungen in Neuperlach in höherer Auflösung gibt es hier