Allianz-Versicherung verlässt Neuperlach – Gebäude sollen abgerissen werden

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Bild 1: Der Neubau (13.08.2019) © Thomas Irlbeck

Die Allianz-Versicherung verlässt Neuperlach. Das Unternehmen wird den bis Ende 2020 laufenden Mietvertrag für das Bürogebäude an der Fritz-Schäffer-Straße 9 nicht verlängern. Die Mitarbeiter werden in die Allianz-Zentrale in Unterföhring umziehen. Die Gebäude sollen abgerissen werden. Das berichtet die tz.

Meine Mutter hat dort viele Jahre gearbeitet, daher habe ich einen Bezug zu dem Bau. Anfangs hieß der Konzern noch „Vereinte Versicherung“. Am 1. Mai 1995 wurde das Unternehmen an die Allianz Aktiengesellschaft (heute Allianz SE) verkauft. Am 8. November 2002 ging die Marke „Vereinte Versicherung“ schließlich in der Allianz auf.

Die Gebäude sind noch nicht alt. Anfangs gab es nur den Hauptbau (April 1982 eröffnet laut Dokument „Städtebauliche Entwicklung des neuen Stadtteils Neuperlach in München“, Sigrid Bretzel, München, 2009), der weiße, futuristisch anmutende Bau (weiße Fassade) kam später hinzu (April 1996 eröffnet laut gleicher Quelle).

Der bisherige Eigentümer hat die Gebäude verkauft. Der neue Eigentümer will neue Bürogebäude errichten. Der Grund ist, dass die bisherigen Gebäude zu wenig Büroflächen in Relation zur Grundstücksgröße bieten.

Das geht Richtung Wegwerfarchitektur. Unser Neuperlach wird mir bald fremd!

Der Bebauungsplan lässt nur Gewerbe zu. Dennoch könnte auch einer vorhabenbezogenen Änderung des Bebauungsplans ein Mix aus Wohnen und Arbeiten entstehen.

Dazu ein Alternativvorschlag: Ich könnte mir vorstellen, den Neubau zu erhalten und die Büroflächen neu zu vermieten. Dem Altbau würde ich ersetzen durch einen echten Hochpunkt, das heißt mehrere Häuser, von denen mindestens die Hochhausgrenze sprengt. Dabei würde ich das Design des Neubaus weiterführen. Das Hochhaus könnte dann als Wohnhaus fungieren oder gemischt für Wohnen/Gewerbe.

Update: Ein Leser berichtet, es werde nur der Altbau abgerissen. Bestätigt ist das derzeit noch nicht.

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Bild 2 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 3: Neubau (links) und Altbau. Der Weg führt hier zum LAO/Plett-Zentrum (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 4: Eingangsbereich Altbau mit dem Brunnen (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 5: Neubau von der Fritz-Schäffer-Straße aus gesehen (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 6 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 7 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 8 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 9 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 10: An der Kreuzung Fritz-Schäffer-Straße/Thomas-Dehler-Straße/Albert-Schweitzer-Staße aus gesehen (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 11: Von der Fußgängerbrücke aus gesehen, die das LAO/Plett-Zentrum mit der Allianz verbindet (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 12: Der Altbau von der Ständlerstraße aus gesehen (13.08.2019) © Thomas Irlbeck

Historisches und Herkunft von Namen: Vortrag am 12.07.2019

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Vortrag von Dr. Reinhard Bauer am Freitag, den 12. Juli 2019, bei der Arbeiterwohlfahrt-Seniorengruppe Neuperlach. Beginn ist um 14 Uhr in der Gaststätte „Am Hachinger Bach“, Krehlebogen 13. Der Eintritt ist frei, jedermann/-frau ist herzlich willkommen!

Frauen in München: Lesung am 28.06.2019

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Die Historikerin Adelheid Schmidt-Thomé liest aus ihren Büchern „Politische Münchnerinnen im Porträt“ und „Vergessene Münchnerinnen“, z.B. Luise Kiesselbach. Die AWO-Seniorengruppe Neuperlach lädt herzlich ein am Freitag, 28. Juni 2019 um 14:00 Uhr, Gaststätte am Hachinger Bach, Krehlebogen 13, Eintritt frei.

In Erinnerung an den Perlacher Grundschulrektor und Heimatpfleger Adolf Hackenberg zum 10. Jahrestag († 17. Juni 2009)

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Adolf Hackenberg
Adolf Hackenberg († 17. Juni 2009)

In diesem Jahr jährt sich zum zehnten Mal, dass der langjährige Rektor der Grundschule am Pfanzeltplatz (1971–1985) und Mitbegründer des Festring Perlach e. V. (24. März 1986) Adolf Hackenberg am 17. Juni 2009 im 88. Lebensjahr verstorben ist. Als langjähriger Lehrer und Rektor der Grundschule am Pfanzeltplatz ist „der Hacke“, wie er in Perlach liebevoll genannt worden ist, für viele Schülergenerationen ein hingebungsvoller und verantwortungsbewusster Pädagoge gewesen. Für die Pfarrei St. Michael Perlach war er als Mitglied des Pfarrgemeinderats und des Kirchenchors, als Lektor, Kommunionhelfer und Vorsitzender der Redaktion des Pfarrbriefs eine unentbehrliche Stütze.

Im Festring Perlach ist Adolf Hackenberg bis zu seinem Tod ehrenamtlich vielfältig tätig gewesen, sei es in den Funktionen als Schriftführer, Beisitzer im Vorstand, stellvertretender Vorsitzender oder Revisor, sei es als Autor, Herausgeber oder Redakteur perlachkundlicher Bücher und Schriften. So ist er verdienterweise im Jahr 2006 mit der Ehrenmitgliedschaft im Festring ausgezeichnet worden. Als profunder bairischer Heimatforscher, Brauchtumspfleger, Lehrer der Orts-, Landes- und Kirchengeschichte sowie Archivar von Geschichtszeugnissen hat Adolf Hackenberg wesentlich dazu beigetragen, dass der ortsgeschichtlich bedingte, besondere Charakter Perlachs mit seinem vielfältigen Brauchtum und Vereinsleben, seinem Geschichtsbrunnen und Naturlehrpfad erhalten geblieben ist.

Diesem Zweck dienten insbesondere die beiden von Adolf Hackenberg und Georg Mooseder herausgegeben Bücher „790-1990. 1200 Jahre Perlach. Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte eines Münchner Stadtteils mit den Ortsteilen Perlach, Fasangarten, Michaeliburg, Waldperlach und Neuperlach. Band I.“ (München, 1990; 956 Seiten; Gestaltung und Herstellung: Manfred Westner), das sowohl eigene als auch externe Beiträge enthält, und das sogenannte Perlacher Häuserbuch „790-1990. 1200 Jahre Perlach. Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte eines Münchner Stadtteils mit den Ortsteilen Perlach, Fasangarten, Michaeliburg, Waldperlach und Neuperlach. Band II.“ (München, 1992; 336 Seiten; Gestaltung und Herstellung: Manfred Westner). Das Interesse an dem vom Festring Perlach herausgegebenen Themenheft „Der geheimnisvolle Hachinger Bach“ war so groß, dass es in drei Auflagen erschienen ist (München, 1994 ; 1999; erweitert 2002 ; Gestaltung und Herstellung: Manfred Westner). Die Quellensammlung, Textfassung und Redaktion hatten Adolf Hackenberg und Georg Mooseder besorgt.

Adolf Hackenberg wirkte neben Georg Mooseder und Joseph Schmidt auch am Aufbau und an der Weiterentwicklung des im Jahr 2000 vom Festring unter der Leitung von Georg Mooseder geschaffenen „Perlacher Heimatarchivs“ im Schwoagerhof (Schwaigerhof/Anwesen Wolfram, Sebastian-Bauer-Straße 25, 81737 München Perlach) mit. Und wenn im vergangenen Jahr die 30. Perlacher Krippenausstellung des Festring Perlach im Versammlungsraum von St. Michael Perlach gezeigt werden konnte, dann ist dies, neben der jetzigen Organisatorin Frau Marianne Geindl, auch ein großes Verdienst von Adolf Hackenberg, der bis einige Jahre vor seinem Tod die gesamte Organisation leitete und zum großen Teil auch selbst ausführte. Adolf Hackenberg war auch ein zuverlässiger Förderer des von Elisabeth Harris veranstalteten „Perlacher Kinder- und Jugendhoagartn“. Als Sprecher hat er es seit dem ersten Hoagartn im März 1992 durch viele Jahre „verstanden, mit viel Herz und Humor durchs Programm zu führen“, um „in der Jugend die Liebe zur Volksmusik zu erhalten“ (Elisabeth Harris). Im Jahr 2000 ist Adolf Hackenberg von der Stadt München die Medaille „München leuchtet – den Freunden Münchens“ in Bronze verliehen worden. Mit einem Rathausbeschluss der Stadt München vom 07.05.2015 hat Adolf Hackenberg in der neuen Erweiterungssiedlung nördlich vom Perlacher Neuen Südfriedhof eine Straße gewidmet erhalten. Die Adolf-Hackenberg-Straße verläuft im Süden parallel zur Hochäckerstraße, im Norden parallel zur Peralohstraße von der Annette-von-Aretin-Straße im Westen bis zur Dieter-Hildebrandt-Straße im Osten.

Die dankbare Erinnerung an Adolf Hackenberg, der mit seinem Wirken den Wahlspruch des Festring Perlach „Perlach hat Tradition und lebt“ eindrucksvoll verkörpert hat, ist in Perlach bis heute lebendig geblieben.

Leopold Auburger

Offene Tür im Perlacher Heimatarchiv am 08.06.2019

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Festring Perlach Perlacher Heimatarchiv

Am Samstag, den 8. Juni 2019, lädt das Perlacher Heimatarchiv von 13–16 Uhr zur offenen Türe ein. Über 9.900 Perlach-Bilder stehen zum Anschauen bereit.

Die Ausstellung „30 Jahre Festring Perlach“ wurde verlängert, ferner gibt es die Sonderausstellung „Der Hachinger Bach in Perlach“.

Der Eintritt ist frei.

Das Perlacher Heimatarchiv ist in der Sebastian-Bauer-Straße 25 zu finden.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Eckhaus mit Turm in Sendling (Das historische Haus, Folge 29)

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Turmhaus Sendling
Bild 1(17.05.2019) © Thomas Irlbeck

Ein bemerkenswertes Haus in München Sendling an der Implerstraße 49, Ecke Oberländerstraße. Ohne den besonderen Turm, der übrigens ein Flachdach hat (Google Maps zeigt das besser), wäre das Haus wahrscheinlich eher langweilig. Das Haus könnte in den 1930er-Jahren entstanden sein. Da das Haus nicht denkmalgeschützt ist, hilft auch der Bayerische Denkmal-Atlas nicht weiter.

Bis zum 31.07.1970 fuhr die Tram direkt vor Haus vorbei und schaufelte die Besucher zum Tierpark Hellabrunn. Bis zum 05.08.1920 bog an dieser Kreuzung außerdem die Tram zur nahe gelegenen Großmarkthalle ab. Ob das Haus damals schon stand? Wenn ja, muss man sich die Trambahn zur Großmarkthalle an der kurzen Seite denken (Bild 3). Bis zum 17.06.1958 blieb die Trambahnstrecke zur Großmarkthalle aber noch erhalten, sodass es einen sporadischen Betrieb auf dieser Strecke wohl noch gegeben hat.

Wo jetzt das gelbe Nachbarhaus steht, war noch 2008 (was Google Street View zeigt; siehe im Artikel weiter unten) ein unbebautes Grundstück. Da die Seitenmauer des Turmhauses vor dem Neubau über Fenster verfügte, ist es zumindest ziemlich wahrscheinlich, dass das Grundstück nie bebaut war, also die Häuserlücke kein Bombenloch darstellte. Wer mehr über das Haus weiß, darf sich natürlich gerne melden. Laut Leserhinweis befand sich 1999 auf diesem Nachbargrundstück eine Shell-Tankstelle.

Turmhaus Sendling
Bild 2 (17.05.2019) © Thomas Irlbeck
Turmhaus Sendling
Bild 3 (17.05.2019) © Thomas Irlbeck

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Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Hotel Königshof: Historie, Architektur, Abriss und Neubau (Update 24.07.2019)

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Hotel Königshof 2014
Bild 1: Hotel Königshof (2014). Lizenz: Public Domain
Von Bruno Tamborino und Thomas Irlbeck

Das Hotel Königshof am Münchner Stachus wird derzeit abgerissen. Danach kommt ein luxuriöser Neubau.

Inhalt

I   Kommentar: Historie und Besonderheiten eines bemerkenswerten Gebäudes
II   Neubau ab 2019 im expressionistischen Stil
III   Historisches Hotel Königshof (1820–1944)
IV   Wiederaufbau und Renovierungen (1950–2007)
V   Abriss 2019

Hinweis: Der Artikel geht auch kurz auf den Abriss ein, einen weit ausführlicheren Abrissbericht gibt es in einem separaten Artikel: Hotel Königshof: Der Abriss

I   Kommentar: Historie und Besonderheiten eines bemerkenswerten Gebäudes

Das Gebäude, das in diesen Wochen des Jahres 2019 verschwindet, hat einige Besonderheiten in sich. Es handelt sich augenscheinlich nur um ein etwas plump gestaltetes Gebäude – zum größten Teil im Stil der 1970er-Jahre, mit einigen kleinen stilistischen Ausrutschern, die nicht so ganz hineinpassen. In Wirklichkeit ist es eine außergewöhnliche, historisch gewachsene Bausubstanz, die zum Teil rund 200 Jahre alt ist. Das heutige Gebäude entstand ursprünglich als Villa unmittelbar vor einem Stadttor – in den allerersten Jahren, in denen man in Mitteleuropa endlich die mittelalterlichen Stadtmauern aufgeben konnte und sorglos auch außerhalb dieser bauen und wohnen konnte. Das noch sehr ländlich anmutende Stachus-Rondell in seiner ersten Variante war noch neu, und das Umfeld der dreistöckigen, schlichten, aber eleganten Villa war ländlich, nur eine breitere Straße führte vom Karlstor aus an ihr vorbei.

Das Schicksal des ganzen Areals änderte sich, als man beschloss, vor dem Karlstor auf die offene Wiese einen Bahnhof für München zu erbauen. Diese Neuigkeit der Technik wurde sehr schnell überall zum Hauptelement der Massenmobilität von Menschen und Gütern, und die Gegend der Vorstadtvilla wurde sehr schnell zu einem wichtigen Durchgangspunkt, an dem bald viel gebaut wurde und Gaststätten -– auch die legendäre Gaststätte „Zum Eustachi“ (das war der Rufname des damaligen Wirtes Mathias Eustachius Föderl), von welcher der Stachus seinen Namen hat – und dann Hotels entstanden. Die Villa war eines der ersten Gebäude in dieser Gegend. Der Garten wurde als Baugrund verkauft, aber sie blieb stehen, bis man sie erweiterte und auch sie zum Hotel wurde. Man bedenke, früher war es die Regel, Gebäude zu erweitern und sie umzugestalten statt sie abzureißen und neuzubauen, wie es heute üblich ist. Es war einfach eine praktische und pragmatische Lösung. Erst mit der überwiegenden Industrialisierung des Bauprozesses ist man davon abgekommen. Der Stil der Villa wurde im Großen und Ganzen beibehalten, sie wurde aber seitlich und nach hinten erweitert und das Erdgeschoss bekam einen städtischen Charakter.

Karlsplatz Stachus
Bild 2: Karlsplatz Stachus, ca. 1908. Lizenz: Public Domain

Die Besonderheit an diesem „Hotel Bellevue“ war, dass das Haus ab diesem Zeitpunkt nur dieser kommerziell intensiven Funktion diente und dass daran nichts angebaut wurde. Es blieb also immer auf allen Seiten frei stehen – auch da es der Spender der umliegenden Baugründe war. Es folgten weitere Umgestaltungen, eine erste mit Doppelgiebeln, eine zweite Variante mit Doppelgiebeln, eine schlichte und elegante Nachkriegsvariante, dann der Einbau des großen verglasten Restaurants, dann das Redesign in den 1970er-Jahren, das sich strikt an architektonische Details und Materialien der Olympiabauten anlehnte. Fast bis zum Schluss wurde aufgestockt, modernisiert und verbessert. Alte und neue Besitzer haben zirka alle 20 Jahre das Gebäude aktualisiert, damit es wieder modern und attraktiv wurde. Dabei sind sie fast den Tendenzen der Zeit hinterhergerannt. Da es sich um ein Hotel handelte, ist dies für ein gewerbliches Gebäude nicht wunderlich. So konnte man die Umbauten auch schnell durchführen, ohne extreme lange Schließzeiten in Kauf nehmen zu müssen. Und da es ein frei stehendes Gebäude in der Innenstadt ist, hatte man keine Rückfassade, an der man auf Umbauten hätte verzichten können. Deshalb hat von der ursprünglichen Identität des Hauses nie etwas überlebt – nur die Erker, die plumpen Proportionen und das Restaurant sind Volumen, die nicht so recht in die modern Variante passen.

Hotel Königshof – Montage aktueller und erster Bau
Bild 3: Die Hervorhebung in der Bildmitte zeigt, wie die Proportionen des Vorgängerbaus – der Vorstadtvilla von 1818 – im Vergleich zum aktuellen Bau aussehen. Es geht dabei nicht nur um die Größenverhältnisse, denn ursprüngliche Bausubstanz aus den Zeiten der vielen Erweiterungen und Umbauten des Hotels bis wahrscheinlich zurück an die Anfänge vor 200 Jahren sind im aktuellen Bau noch vorhanden. Foto: Rufus46, bearbeitet durch Bruno Tamborino / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bestimmt werden beim Abriss sehr alte Gemäuer zum Vorschein kommen, vielleicht überraschenderweise Kellergewölbe in einem „Bau aus den Siebzigern“, bestimmt ist das Stück Fassade mit den mittleren fünf Fensterachsen und dem zweiten und dritten Obergeschoss 200 Jahre alt, vielleicht befinden sich da sogar noch unter vielen Farbschichten die alten Fassadenmalereien.

Was jetzt verschwindet, ist also keine große Schönheit, aber dennoch interessant wegen seiner ungewöhnlichen Geschichte. Leider war das Haus offensichtlich nicht mehr den Zeiten angepasst und bot auch keine Verbesserungsmöglichkeiten mehr. Man muss auch bedenken, dass der Neubau neun anstatt sechs Obergeschosse bieten wird, was wohl wegen geringerer Raumhöhe nur mit einem geringen Höhenzuwachs einhergeht, abgesehen von der Möglichkeit, den Untergrund mit mehreren großen Kellergeschossen viel besser nutzen zu können.

Es bleibt halt nichts anderes als eine Phantasie, sich eine Renovierung des alten Hauses vorzustellen, bei der eine Dokumentation und Zurschaustellung seiner 200 Jahre langen, intensiven Geschichte zum Leitmotiv wird – bei der man die verschiedenen Mauerwerke und jeweiligen Materialien klar zur Schau stellt und dem Ganzen dann nur einen modernen, transparenten Rahmen gibt, ohne nochmals etwas vertuschen und vortäuschen zu wollen. Leider ist eine solche Maßnahme für die Bauherren verständlicherweise überhaupt nicht rentabel. Bestimmt ist man sich im Denkmalamt der Situation bewusst, aber vom Historischen ist ja außer Mauerwerk wirklich nichts mehr übrig.

II   Neubau ab 2019 im expressionistischen Stil

Für den Entwurf des Neubaus zeichnen sich die spanischen Architekten Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano verantwortlich. Von der Optik erinnert nichts mehr an das alte Hotel Königshof. Die expressionistische Fassade bietet einen starken Kontrast zu den umliegenden Gebäuden – dem denkmalgeschützten Nachkriegs-Kaufhausbau (vom Stachus-Rondell aus gesehen links) und dem ebenfalls denkmalgeschützten neubarocken Justizpalast (rechts). Dass der Neubau über neun statt sechs Geschosse verfügen wird, geht da schon fast unter.

Die Fassade ist – ebenso vom Stachus-Rondell aus gesehen – vertikal dreigeteilt. Diese Fassadenteile sind dabei so verschoben und gekippt, dass das doch ein Stück entfernte Stachus-Rondell noch einmal angedeutet wird. Die Fassade öffnet sich – akzentuiert durch einen senkrechten Spalt – quasi dem Betrachter, der auf diese Weise das Gefühl bekommt, nicht vor einer Blackbox zu stehen, sondern auch ein wenig in das Gebäude reinschauen und am Geschehen teilhaben zu können, selbst wenn er es gar nicht betritt.

Mit der Fassadenform wird der außerdem ohnehin schon runde Charakter des Stachus (Google-Maps zeigt das ganz gut) nun auch über die Hotelfassade betont und fortgeführt, was der alte Bau mit seiner geraden Fassade nicht leistete. Die Fassadenteile sind dabei unregelmäßig ausgeführt, was die Dominanz noch verstärken dürfte. In Worte ist das schwer zu fassen, daher soll an dieser Stelle an den Entwurf ist dem Artikel der Süddeutschen Zeitung verwiesen werden: Neubau am Stachus – Neunstöckiges Ausrufezeichen

Der Neubau wird über 95 Zimmer bzw. Suiten verfügen (bislang 71 Zimmer und 16 Suiten). Das Restaurant wird nun in die oberste Etage kommen, um einen Panoramablick über die Stadt zu ermöglichen.

Bereits 2021 soll das neue Hotel eröffnet werden – ein sicherlich ambitionierter Zeitplan.

III   Historisches Hotel Königshof (1820–1944)

1818 wurde ein privates Wohnhaus – als eine Art Vorstadtvilla (München war damals an dieser Stelle nur schwach bebaut; das war quasi Vorstadt) im klassizistischen Stil errichtet. Der Architekt war Gustav Vorherr, daher auch die Bezeichnung Vorherrhaus. Es gab fünf Fensterachsen bei vier Geschossen (Erdgeschoss plus drei Obergeschosse):

Hotel Königshof – Vorherrhaus
Bild 4: Vorherrhaus als Hotelvorläufer (um 1820). Lizenz Public Domain
Hotel Königshof – Vorherrhaus – Vergrößerung
Bild 5: Detailvergrößerung des vorigen Fotos. Lizenz Public Domain

Aus diesem Bau entstand 1866 (einige Quellen sagen auch 1862) das Hotel Bellevue. Dabei wurde der Bau sehr wahrscheinlich schlicht und einfach an beiden Seiten im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss um jeweils drei Fensterachsen erweitert. Das Originalgebäude hatte auch an den Seitenfassaden fünf Fensterachsen, die blieben weiterhin, aber hinten wurde ein gleich hoher Querflügel angebaut und das Erdgeschoss der neuen Funktion angepasst. Der Architekturstil bleibt im Wesentlichen erhalten.

Hotel Königshof 1871
Bild 6: Hotel Königshof (rechts) um 1871. Das Hotel hieß damals noch Hotel Bellevue. Lizenz: Public Domain

Bei einem Aus- und Umbau 1880 wurden auch das zweite Obergeschoss und dritte Obergeschoss an den Seiten auf die volle Breite aufgestockt. Ferner bekam das Haus ein höheres Dach, die markanten Doppelgiebel im Neorenaissancestil mit Romanikeinflüssen und die prächtige Fassadenmalerei von Claudius Schraudolph dem Älteren, wie sie auf der folgenden Postkarte zu sehen sind:

Hotel Königshof um 1900
Bild 7: Hotel Königshof (rechts) um 1900 (Postkarte). Das Hotel hieß damals noch Hotel Bellevue. Lizenz: Public Domain
Hotel Königshof um 1900
Bild 8: Vergrößerung des vorigen Bildes. Lizenz: Public Domain

Irgendwann nach 1900, aber noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914, wurde nochmals umgebaut, die Dachgauben seitlich wurden zu einem vollen zusätzlichen Stockwerk, die Fenster seitlich wurden von drei auf zwei reduziert (jeweils das mittlere des Seitenflügels zugemauert), die Giebel vermutlich erhöht und etwas anders gestaltet um sich der neuen Höhe anzupassen, der schlichte Eingang mit einem Vorbau mit drei Bogentoren und zwei Bullaugen aufgewertet. Auf diesen Vorbau kam schon ein großer Balkon (dann wurde er zur Restaurantvitrine). Die Fassadenbemalungen wurden zum größten Teil beibehalten. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs erhielt das Hotel den heutigen Namen „Hotel Königshof“, da französische Name inopportun geworden waren. 1938 wechselte das Haus, das damals 200 Betten aufwies, den Eigentümer. Seitdem gehört es der Familie Geisel.

1943 oder 1944 wurde das Gebäude im Zweiten Weltkrieg, so Wikipedia, „bis auf die Außenmauern zerstört“. Das Gebäude brannte wohl aus, das Dach war eingestürzt, die Außenmauern und wohl auch das Innenskelett waren noch vorhanden, wie ein Video von 1945 zeigt. Auch die Doppelgiebel waren damals noch vorhanden (zumindest der linke, denn das Video zeigt nicht das ganze Haus). In einer Aufnahme aus dem Februar 1948 auf der Seite 20 des Buches München farbig 1946–1965 fehlen die Doppelgiebel bereits, sie waren offenbar kurz nach Kriegsende wegen Einsturzgefahr entfernt worden.

IV   Wiederaufbau und Renovierungen (1950–2007)

Von 1950 bis 1955 wurde das Hotel wieder aufgebaut. Dabei stand Rationalisierung im Vordergrund. Auf eine Wiederherstellung der Giebel wurde verzichtet, der Stuck verschwand. Es entstand die bekannte schlichte Fassade. Die Fensteranordnung blieb, auch die Proportionen im Großen und Ganzen. Die beiden Bullaugen des alten Vorbaus überlebten. Bemerkenswert ist auch, dass das Haus an den Seiten und hinten weiterhin seine Erker hat, die zwar nicht besonders auffallen, aber bereits in dieser Phase der Umbauten architektonisch anachronistisch waren.

Der Balkon der Beletage, also dem ersten Stockwerk, auf dem Vorbau wird überdacht und zur Panorama-Restaurantvitrine. Zur Verzierung dienen Ranken, als Sonnenschutz sind Markisen vorhanden, wie die Bildergalerie der Abendzeitung zeigt.

Bis Ende der 1950er-Jahre (eine der Quellen deutet eher auf Anfang bis Mitte der 1960er-Jahre hin) wird der Balkon über die komplette Fassade verbreitet, wie sie bis zu Ende stand. Ein Foto aus der Bauwelt, zeigt dies. Dafür wurde die Fassade im ersten Obergeschoss komplett herausgebrochen und die darüberliegenden Stockwerke mit Stahlpfeilern abgestützt. Die Stahlpfeiler wurden verkleidet, aber beim Abriss traten sie wieder hervor (Bild 13) .

Hotel Königshof 2014
Bild 9: Fassade (2014) mit kubanisierten Fenstern und Alurahmen (unten) sowie Aluverkleidung (oben)

1970 wurde eine Generalrenovierung durchgeführt. Das letzte Fassadendesign wurde 1972 zu den Olympischen Spielen fertiggestellt. Die ehemals schlanken Fenster wurden dem damaligen Stil entsprechend kubanisiert und so weit wie möglich horizontal orientiert. Als gestalterisches Element erhielten diese Fenster einen breiten Rahmen aus anodisiertem Aluminium, der an den Ecken deutlich abgerundet wurde. Nur im obersten Stockwerk blieben breite Fenster, die aber auch einem Redesign unterzogen wurden. Das so renovierte Haus zeigte sich in einem lebendigen Farbkontrast – zwischen dunklem Ocker und hellem Aluminium, aber auch mit sehr dominanter Leuchtreklame an der Fassade.

2007 wurde die Hotellobby neu gestaltet. Dabei dürften auch in diesem Zeitraum die Aluminiumelemente durchgehend hellgelb gestrichen worden sein. Vorher waren das oberste Stockwerk, die Fensterrahmen, das Erdgeschoss sowie die Leisten am Boden und Dach der Restaurantvitrine in Hellgrau gehalten.

Hotel Königshof 2010
Bild 10: Hotel Königshof (2010.) Rechts ist noch ein Stückchen vom Justizpalast zu sehen. Foto: Rufus46 / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Trotz der gewaltigen Veränderungen dürfte die Bausubstanz zum Teil noch die ganz alte sein, vor allen Dingen betrifft das die mittleren fünf Fenster der Hauptfassade für das zweite und dritte Obergeschoss. Wikipedia weist darauf hin, dass „von der Originalsubstanz des Hotels kaum mehr etwas übrig geblieben“ und das Gebäude daher „zwar nicht als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen, aber trotzdem wegen seiner historischen Bedeutung in die Denkmaltopographie Denkmäler in Bayern aufgenommen“ worden sei. Es ist aber plausibel, dass von der alten Bausubstanz doch ein nicht geringer Teil noch vorhanden ist.

V Abriss 2019

Die Entkernung des Gebäudes begann im Februar 2019. So richtig zur Sache mit dem Abriss der Fassade geht es ab Anfang Mai 2019.

Stand 13.05.2019

Das aus dem Gebäudegrundriss herausstehende Teil des Panoramarestaurants im ersten Obergeschoss ist bereits größtenteils verschwunden. Ebenso die Fassade im Erdgeschoss an der Haupteingangsseite.

Mehr Bilder zum Abriss in der umfangreichen Abrissdokumentation

Abriss Hotel Königshof
Bild 11 (13.05.2019) © Thomas Irlbeck
Abriss Hotel Königshof
Bild 12 (13.05.2019) © Thomas Irlbeck
Abriss Hotel Königshof
Bild 13 (13.05.2019) © Thomas Irlbeck

Update 17.05.2019

Optisch gehen die Abrissarbeiten eher langsam voran. Auf der Seite des Karstadt wird ein Gerüst aufgebaut, das nicht nur die Gebäuderückseite abdeckt, sondern auch einen erheblich Teil der Seiten. Das Gerüst dient offenbar als Splitterschutz, um Beschädigungen des Karstadt während des Abrisses zu vermeiden.

Mehr Bilder zum Abriss in der umfangreichen Abrissdokumentation

Abriss Hotel Königshof
Bild 14 (17.05.2019) © Thomas Irlbeck
Abriss Hotel Königshof
Bild 15 (17.05.2019) © Thomas Irlbeck

Update 23.05.2019

Jetzt scheint es schnell zu gehen, der Zangenbagger frisst sich immer weitere ins Gebäudeinnere. Eine riesige Plane – etwa so lang, wie das Hotel hoch ist/war, hängt am Kran und hilft, die Staubentwicklung einzudämmen (Bild 17).

Mehr Bilder zum Abriss in der umfangreichen Abrissdokumentation

Abriss Hotel Königshof
Bild 16 (23.05.2019) © Thomas Irlbeck
Abriss Hotel Königshof
Bild 17 (23.05.2019) © Thomas Irlbeck

Update 29.05.2019

Kriegsschäden präzisiert und Informationen erweitert.

Update 31.05.2019 bis 24.07.2019

Bilder zum Abriss in der umfangreichen Abrissdokumentation

Quellen

Wohnanlage in Thalkirchen (Das historische Haus, Folge 28)

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Wohnanlage Pognerstraße in Thalkrichen
Bild 1 (20.04.2019) © Thomas Irlbeck
Wohnanlage Pognerstraße in Thalkrichen
Bild 2 (20.04.2019) © Thomas Irlbeck

An der Pognerstraße, Ecke Greineckerstraße (Pullacher Platz), in Thalkirchen findet sich diese herrliche Wohnanlage. Der Tierpark Hellabrunn ist nicht allzu weit entfernt. Die Wohnanlage ist denkmalgeschützt. Der Bayerische Denkmal-Atlas weiß zu den Häusern, die Mietshäsuer sind, Folgendes zu berichten:

Wohnanlage, dreigeschossiger, verspringender Bau mit gestaffelter Fassade und Mansarddach, im Reformstil, von Hans Hartl und Johann Baptist Schmidbauer, 1911/12, Nr. 3 nach Schäden im Zweiten Weltkrieg 1953 durch Benno Grassl wiederaufgebaut.

Die Tierpark-Tram fuhr auch hier vorbei. Der grüne Mast, der einmal die Oberleitung trug, deutet das an. Den Beweis dafür liefert dieser Artikel von Tramreport: Vergessene Trambahnstrecken: Die Tierparklinie. Die Stelle der beiden hier gezeigten Fotos entspricht der mit „Pullacher Platz“ markierten Stelle in der Tramreport-Übersichtskarte.

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Vom Kolumbusplatz zur Krämermühle am 18.05.2019

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Führung des Festring Perlach am Samstag, den 18. Mai.

Alle Infos

Termin: Samstag, den 18. Mai 2019, 14 Uhr.
Treff ist um 14 Uhr, U2 Kolumbusplatz, Ausgang D, Falkenstraße, beim Bushalt Richtung Tierpark.
Kosten: 4,– Euro.
Teilnahme auf eigene Gefahr.
Anmeldung: Tel. 089/637 33 11.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Krämermühle bei Wikipedia

Offene Tür im Perlacher Heimatarchiv am 11.05.2019

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Festring Perlach
Perlacher Heimatarchiv

Am Samstag, den 11. Mai 2019, lädt das Perlacher Heimatarchiv von 13–16 Uhr zur offenen Türe ein. Fast 10.000 Perlach-Bilder stehen zum Anschauen bereit.

Die Ausstellung „30 Jahre Festring Perlach“ wurde verlängert, ferner gibt es die Sonderausstellung „Der Hachinger Bach in Perlach“.

Der Eintritt ist frei, um 15 Uhr findet eine kostenlose Führung statt.

Das Perlacher Heimatarchiv ist in der Sebastian-Bauer-Straße 25 zu finden.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)

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Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 1 (22.04.2019) © Thomas Irlbeck
Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 2: Das Turmkunstwerk dürfte mit höchster Wahrscheinlichkeit der heilige Florian sein. Unter seinen Füßen: das Wappen Ottobrunns mit der Otto-Säule (22.04.2019) © Thomas Irlbeck

Vor einiger Zeit hatten wir über die Feuerwehr in Neuperlach – genauer die Feuerwache 9 an der Heidestraße – berichtet. Bei dieser stehen umfassende Sanierungs- und Umbaumaßnahmen bevor. Spannend ist dabei immer, wie sieht es bei den anderen, bei unseren Nachbarn aus?

In Ottobrunn bietet sich eine ganz andere Optik. Der zur Anlage gehörige Turm erinnert ein wenig an einen Kirchturm und bildet einen interessanten Blickfang. Statt Glockengebimmel gibt es Sound per Sirenenanlage. Der Rest der Anlage mit seinem Verwaltungs- und Werkstättentrakt und der Containerhalle dagegen wirkt unspektakulär.

Geschichte

Bereits über 100 Jahre ist die Freiwillige Feuerwehr Ottobrunn (FFO) alt. Am 14. Juni 1914 wurde sie als „Freiwillige Kolonistenfeuerwehr“ nach einem Großbrand der Kegelbahn an der Gastwirtschaft Waldschlösschen gegründet.

Der heutige Bau in der Ottostraße 19 mit seinen 6.000 Quadratmetern wurde 1971 bezogen. Vorher (ab 1926) war man an der Kreuzung Jahnstraße/Rosenheimer Landstraße ansässig.

Der FFO gehören 167 Einsatzkräfte sowie 37 Mitglieder der Jugendfeuerwehr an (Stand 2019). Jährlich werden rund 500 bis 700 Einsätze gefahren. Die FFO wird auch zur „Nachbarschaftshilfe“ in andere Gemeinden des Landkreises sowie in Nachbarlandkreise gerufen.

46 % der Einsätze der FFO sind derzeit First-Responder-Einsätze (Helfer vor Ort), 34 % Hilfeleistungen, 13 % Brandeinsätze und 7 % Wachen (Veranstaltungs- und Brandschutzwachen).

Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 3: Turm . Das Kunstwerk sollte der heilige Florian sein. Unter seinen Füßen ist das Wappen Ottobrunns mit der Otto-Säule (22.04.2019) © Thomas Irlbeck

Großbrand im Ottobrunner Phönix-Bad

Einer der aufsehenerregendsten Einsätze der FFO dürfte am 26.11.1996 stattgefunden haben. Ausgerechnet das Ottobrunner Phönix-Bad brannte – ist doch der Phönix ein mythischer Vogel, der am Lebensende verbrennt und aus dessen Asche er wieder neu entsteht. Das Hallenbad wurde dabei zerstört, die Technikräume blieben dagegen unversehrt und bildeten die Basis für den Wiederaufbau, was der Redewendung „Phönix aus der Asche“ gerecht wurde.

Im April dieses Jahres wurde bekannt, dass auf den Dächern der Anlage bis zu 20 Wohnungen gebaut werden sollen. In diesen Wohnungen könnten junge ehrenamtliche Einsatzkräfte unterkommen, die in der Umgebung keine (bezahlbare) Wohnung finden. Der Bau könnte im Frühjahr 2020 starten.

Mehr Infos auf der offiziellen Website der FFO.

Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 4 (22.04.2019) © Thomas Irlbeck
Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 5: Teil der Fahrzeughalle (22.04.2019) © Thomas Irlbeck
Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 6 (22.04.2019) © Thomas Irlbeck
Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 7: Detail Turm (22.04.2019) © Thomas Irlbeck
Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 8: Signalanlage auf Turm (22.04.2019) © Thomas Irlbeck
Wache der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn (FFO)
Bild 9: Turm (22.04.2019) © Thomas Irlbeck

Pfanni-Werbespot am Neuperlacher Ostpark!?

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Heute wurde auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände in der Nähe des Ostbahnhofs, inzwischen als Werksviertel (Mitte) bekannt, das Hi-Sky Riesenrad eröffnet, mit 78 Metern das größte transportable Riesenrad der Welt.

Da passt es sehr gut, dass ich zeitgleich von einem Leser auf einen alten Pfanni-Werbespot („Paul Heinz“) aus den 1970er-Jahren hingewiesen wurde, der wahrscheinlich in Neuperlach am damals gerade entstehenden Ostpark gedreht wurde. Dort befinden sich bekanntlich vier Hochhäuser des renommierten Architekten Ernst Barth. Vermutlich ist im Werbespot das Haus Staudingerstraße 57 zu sehen. Es kann grundsätzlich aber nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um ein anderes Haus handelt, möglicherweise sogar an einer ganz anderen Stelle, denn sehr ähnliche Häuser von Ernst Barth stehen auch z.B. im Cosimapark.

(Link: YouTube)

Wer weitere Erkenntnisse darüber hat, wo der Spot entstanden ist, darf sich gerne melden. Vielen Dank an Roman Ludwig für die sehr interessante Einsendung!

Hier noch zum Abgleich ein aktuelles Foto vom Eingang Staudingerstraße 57:

 Staudingerstraße 57
Eingangsbereich Staudingerstraße 57 (14.04.2019). Foto: Roman Ludwig

Offene Tür im Perlacher Heimatarchiv am 13.04.2019

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Festring Perlach
Perlacher Heimatarchiv

Am Samstag, den 13. April 2019, lädt das Perlacher Heimatarchiv von 13–16 Uhr zur offenen Türe ein. Fast 10.000 Perlach-Bilder stehen zum Anschauen bereit.

Die Ausstellung „30 Jahre Festring Perlach“ wurde verlängert, ferner gibt es die Sonderausstellung „Der Hachinger Bach in Perlach“.

Der Eintritt ist frei, um 15 Uhr findet eine kostenlose Führung statt.

Das Perlacher Heimatarchiv ist in der Sebastian-Bauer-Straße 25 zu finden.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Alexisquartier: Wer ist eigentlich diese(r) Alexis?

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Willibald Alexis
Willibald Alexis um 1840. Lizenz: Public Domain

Wie schon mehrfach berichtet, entsteht zwischen der Niederalmstraße und dem Graf-Zentrum auf dem Gelände des ehemaligen Kieswerks Piederstorfer ein neues Neuperlacher Quartier, das Alexisquartier. Es ist nach dem dort befindlichen Alexisweg benannt (der 1972 seinen Namen erhielt), der an der östlichen Grenze des Quartiers verläuft. Dieser beginnt an der Hippelstraße und führt am Bogenschießplatz vorbei bis zum Marieluise-Fleißer-Bogen (Handwerkerhof).

Wer aber ist Alexis? Zunächst einmal ist Alexis sowohl als weiblicher als auch als männlicher Vorname bekannt. Hier aber ist Alexis ein Nachname. Konkret handelt es sich um Willibald Alexis (* 29. Juni 1798 in Breslau; † 16. Dezember 1871 in Arnstadt).

„Alexis“ nur der Künstlername

Der Name Alexis ist dabei ein Künstlername. Eigentlich heißt er Georg Wilhelm Heinrich Häring. Um Witze über seinen Namen Häring zu vermeiden, übersetzte er diesen ins Lateinische (allec=Hering). Alexis wurde auch in einigen anderen Städten geehrt, so gibt es etwa in Arnstadt, Berlin sowie Brandenburg an der Havel eine Willibald-Alexis-Straße.

Sein Schaffen

Alexis war ein deutscher Schriftsteller, der als Begründer des realistischen historischen Romans in der deutschen Literatur gilt. Seine Romane hatten meist großen Erfolg. Sein erstes eigenes fiktionales Werk ist Die Treibjagd, ein satirisch-idyllische Epos, das 1820 erschien. Mit Walladmor veröffentlichte Alexis 1824 seinen ersten Roman. Dieser wurde – wie von ihm beabsichtigt – vielfach für eine Übersetzung eines Originalwerkes des schottischen Dichters Walter Scott gehalten, den Alexis verehrte. 1832 startete Alexis mit Cabanis die Reihe seiner sogenannten Vaterländischen Romane. In diesen beschreibt er die bedeutendsten Abschnitte der brandenburgisch-preußischen Geschichte vom 14. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Cabanis spielt dabei in Berlin zur Zeit Friedrichs des Großen.

Alexis hatte aber auch andere Tätigkeitsfelder. Er rief mehrere Lesegesellschaften ins Leben, betrieb Buchhandlungen, war Immobilienhändler und arbeitete als Theaterkritiker bei der Vossischen Zeitung.

Mehr Infos zu Willibald Alexis in der Wikipedia.

Mehr zum Thema: Neubaugebiet Alexisquartier (Piederstorfer) – der Bau

Neubaugebiet Piederstorfer – der Bau
Neubaugebiet Alexisquartier (23.02.2019). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke

Offene Tür im Perlacher Heimatarchiv am 09.03.2019

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Festring Perlach
Perlacher Heimatarchiv

Am Samstag, den 9. März 2019, lädt das Perlacher Heimatarchiv von 13–16 Uhr zur offenen Türe ein. Fast 10.000 Perlach-Bilder stehen zum Anschauen bereit.

Die Ausstellung „30 Jahre Festring Perlach“ wurde verlängert, ferner gibt es die Sonderausstellung „Der Hachinger Bach in Perlach“.

Der Eintritt ist frei, um 15 Uhr findet eine kostenlose Führung statt.

Das Perlacher Heimatarchiv ist in der Sebastian-Bauer-Straße 25 zu finden.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Offene Tür im Perlacher Heimatarchiv am 09.02.2019

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Festring Perlach
Perlacher Heimatarchiv

Am Samstag, den 9. Februar 2019, findet von 13–16 Uhr die erste Öffnung nach der Winterpause statt. Fast 10.000 Perlach-Bilder stehen zum Anschauen bereit.

Die Ausstellung „30 Jahre Festring Perlach“ wurde verlängert, ferner gibt es die Sonderausstellung „Der Hachinger Bach in Perlach“.

Der Eintritt ist frei, um 15 Uhr findet eine kostenlose Führung statt.

Das Perlacher Heimatarchiv ist in der Sebastian-Bauer-Straße 25 zu finden.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Neuperlach ohne Ständlerstraße (1969/1970)

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Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 1: Blick von einem Wohnhaus am Strehleranger Richtung Perlach (1969/1970).  Wo nur ist die Ständlerstraße? Foto: Astrid Stähn; Farben aufgefrischt von neuperlach.org
Map – Nachgestellt – Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 2: Umgebungskarte Nawiaskystraße mit Standort des nachgestellten Fotos, der in etwa dem ursprünglichen Standpunkt entsprechen sollte. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Was heute unvorstellbar erscheint, Neuperlach gab es einmal ohne Ständlerstraße. Astrid Stähn hat ein herrliches Foto ausgegraben, das 1969 oder 1970 entstanden ist. Es wurde von einem Wohnblock am Strehleranger aufgenommen. Der Blick geht Richtung Perlach, St. Michael Perlach ist gut zu erkennen. Die Querstraße im Bild unten ist die Nawiaskystraße. Hinter dieser wurde später der Neuperlacher Teil Ständlerstraße gebaut – das heißt, die bestehende Ständlerstraße in Harlaching wurde verlängert –, abgetrennt durch einen bepflanzten Erddamm, um den Verkehrslärm abzuschirmen. (Wann diese Verlängerung der Ständlerstraße genau eröffnet wurde, fehlt leider in meiner sonst einigermaßen kompletten Neuperlach-Chronologie. Wer bei der Komplettierung dieser und anderer Angaben helfen kann, darf sich gerne melden.)

Im historischen Foto erkennt man ganz links und ganz rechts zwei Tiefgaragenabfahrten. Die rechte existiert noch, die andere Tiefgarage wurde im Rahmen einer Nachverdichtung (Patrizia Bachquartier) abgerissen und neu gebaut (in Bild 3 ist die Tiefgarageneinfahrt mit „2“ markiert). Der Grund: Die in Neuperlach lange üblichen Tiefgaragen sind nicht so stabil, um Häuser tragen zu können. Auch benötigt man bei Nachverdichtungen zusätzliche Abstellplätze, also braucht es in solchen Fällen neue, stabilere Tiefgaragen.

Foto nachgestellt

Nachgestellt – Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 3: Heutige Position – 1: Nawiaskystraße, 2: Einfahrt neu gebaute Tiefgarage, 3: bestehende Tiefgaragenabfahrt (hinter Büschen), 4a/b/c: Wohnhäuser des Patrizia Bachquartier  (26.01.2019) © Thomas Irlbeck

Nun habe ich das alte Foto nachgestellt. Dabei befinde ich mich tatsächlich wohl ziemlich genau an der Stelle, an der das alte Foto geschossen wurde. Das neue Foto entstand mit dem Rücken zu dem Wohnblock, quasi lehnend an ihm. Dabei konnte ich leider lediglich vom Erdgeschoss aus fotografieren.

Die Stelle ist natürlich nicht mehr wiederzuerkennen. Immerhin kann man die Nawiaskystraße identifizieren (mit „1“ markiert). Die rechte Tiefgaragenabfahrt (mit „3“ markiert) ist hinter Büschen versteckt. Die drei weißen Häuser (man sieht zwei ein halb davon – mit „4a/4b/4c“ markiert) mit den gemischten Hoch- und Querformatfenstern – das bereits erwähnte Patrizia Bachquartier – wurden übrigens erst 2015/2016 gebaut.

Um das Ganze etwas besser herauszuarbeiten, zeige ich weitere Fotos mit anderen Ansichten dieses Quartiers.

Rechte Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 4: Näher an der zweiten, rechten Tiefgaragenabfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Neue Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 5: Einfahrt zu der neu gebauten, ersten (linken) Tiefgarage (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Neue Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 6: Näher dran an der Tiefgarageneinfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, rechte Tiefgarage
Bild 7: Die zweite, noch bestehende Tiefgarageneinfahrt von der anderen Seite aus gesehen (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, Spielplatz nahe Tiefgarageneinfahrt
Bild 8: Spielplatz nahe Tiefgarageneinfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, Blick Richtung Lidl und Quiddestraße
Bild 9: Blick Richtung Lidl und Quiddestraße. In das Gebäude rechts ist die neue Tiefgarageneinfahrt integriert (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße
Bild 10: Nawiaskystraße – Die Häuserdurchfahrt aus dem obigen Bild nun von der anderen Seite aus gesehen. Wir stehen hier nahe Lidl/Quiddestraße (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße
Bild 11: Wie Bild 10, aber näher dran (26.01.2019) © Thomas Irlbeck

Videovortrag „Der Hachinger Bach“

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Die AWO-Seniorengruppe Neuperlach lädt herzlich ein zu einem gemütlichen Nachmittag am Freitag, den 25. Januar 2019, um 14 Uhr in der Gaststätte „Am Hachinger Bach“, Krehlebogen 13.

Uli Walter vom Festring Perlach hält einen Videovortrag über das „Perlacher Wasserl“. Der Eintritt ist frei.

Historische St. Monika, historische Parkanlage

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Marianne Niedermeier hat zwei tolle Fotos eingeschickt. Vielen Dank! Das erste Foto zeigt den Bau der St. Monika, ein sehr rares Motiv. Das Foto ist auf August 1980 datiert. Die Bäume scheinen kahl zu sein, was etwas gegen das Datum spricht. Da aber am 1. Juni 1980 Grundsteinlegung für St. Monika war und die Bauarbeiten hier noch ziemlich am Anfang sind, sollte das Datum in etwa stimmen. Ob die Arbeiter geahnt haben, dass ihr Werk später einmal den Denkmalstatus verliehen bekommt?

St. Monika im Bau
St. Monika im Bau (ca. August 1980). Lesereinsendung von Marianne Niedermeier

Beide Fotos hatten übrigens massive Alterungserscheinungen in Gestalt eines starken Gelbstichs. Der gelbe Stich, hauptsächlich im Bereich des Marx-Zentrum zu sehen, wurde entfernt. Dadurch wirkt das Bild viel angenehmer.

Das zweite Bild zeigt die Parkanlage nördlich des Karl-Marx-Ring, das auf 1970/1971 geschätzt wird.  Man kann diese Grünanlage durchaus als Verlängerung des Ostparks sehen, auch wenn die Heinrich-Wieland-Straße beide Anlagen trennt. Eine Besonderheit sind die einfachen Hochspannungsmasten in Holzausführung, die damals bis in den Truderinger Wald geführt haben. Auch die vielen Bungalows, die hier einen sanften Übergang nach Trudering bilden, sind gut auf dem Foto erkennbar.

Parkanlage Karl-Marx-Ring westlich
Parkanlage Karl-Marx-Ring westlich. Um 1970/1971 Lesereinsendung von Marianne Niedermeier