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Kein Happy End für unser Siedlerhaus

Siedlerhaus vor dem Wohnring
Siedlerhaus vor dem Wohnring, Ottweilerstraße 15 (Ecke Otterfinger Straße) (05.09.2021) © Thomas Irlbeck

Das kultige Siedlerhaus vor dem Wohnring dürfte fast jeder Neuperlacher kennen. Letztes Jahr wurde bekannt, dass das zweigeschossige Doppelhaus, das schon mal in der Krimiserie „München 7“ von Franz Xaver Bogner eine Rolle spielte, durch ein 9-Parteienhaus ersetzt wird. Die aufkommenden Proteste konnten das Haus leider nicht retten. Das Haus wurde bereits entkernt, wie meine Aufnahmen von heute zeigen. Ein Plot Twist mit Happy End gibt es halt nur im Film, in der Realität ist das selten.

Update: Bereits Mitte September wurde das Haus abgerissen.

Siedlerhaaus vor dem Wohnring
Siedlerhaus vor dem Wohnring (05.09.2021) © Thomas Irlbeck
Siedlerhaus vor dem Wohnring
Siedlerhaus vor dem Wohnring (05.09.2021) © Thomas Irlbeck

So sah das Haus mal aus:

Siedlerhaus vor dem Wohnring
Siedlerhaus vor dem Wohnring (24.02.2012). Foto: Casey Hugelfink / Lizenz: CC BY-SA 2.0
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Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!

Grandiose Graffiti und Entkernungsarbeiten
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Entkernung (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Das Quidde-Zentrum wird derzeit für den Abriss vorbereitet und entkernt. Es ist hermetisch abgeriegelt, der Zutritt für Unbefugte strengstens verboten. Von außen sieht man kaum etwas, auch der Bewuchs verhindert Blicke ins Innerste. Doch wie es dort aussieht, muss keine Spekulation bleiben. Denn Georg und Marcus Pantel durften in das Heiligste. Dabei zeigen sie nicht nur den Stand der Entkernung, sondern halten auch die herrlichen Graffiti, die teilweise schon Jahre nicht mehr zugänglich sind, für die Nachwelt fest! Die Fotos sind am 05.07.2021 entstanden. Vielen Dank an die beiden!

Weitere Graffiti: Neuperlach Zoo: Graffiti im Quidde-Zentrum

Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Entkernung (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Entkernung (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Entkernung (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Entkernung (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Der Blaue Vogel (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Quidde-Zentrum: Ein vielleicht letzter Blick ins Innere!
Graffiti-Kunst (05.07.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

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Auf der Suche nach dem ersten Postamt Neuperlachs

Ein Post über Neuperlachs erste und längst vergessene Post
Map Postamt Emil-Nolde-Straße
Aktuelle Umgebungskarte im Bereich der Emil-Nolde-Straße. Die Position des alten Postamtes wurde anhand eines alten Stadtplans rekonstruiert und hier eingezeichnet. Quelle: OpenStreetMap, bearbeitet durch Neuperlach.org, Lizenz: Open Database License 1.0

1971 bekam Neuperlach sein erstes Postamt. Die Adresse war Emil-Nolde-Straße 6. Dort beginnt eine langgezogene Bungalow-Siedlung. Der Standpunkt liegt bereits im Stadtteil Michaeliburg (Stadtbezirk Trudering-Riem), auch wenn es nach Neuperlach nur etwa 250 Meter sind. Streng genommen ist es daher nicht Neuperlachs erstes Postamt, aber ein Postamt, das vor allem Neuperlach versorgte.

Wer nun Orientierungsschwierigkeiten hat: In der Nähe des Standpunktes befindet sich die Michaelikapelle sowie ein Spielplatz mit Tarzanbahn. Wie lange das Postamt in Betrieb war, ist mir nicht bekannt. Später (der Zeitpunkt ist ebenso unklar) kam am Standort Kurt-Eisner-Straße (wahrscheinlich Hausnummer 36), Höhe Brittingweg (das ist dort, wo die Brücke über die Ständlerstraße beginnt; auf dem Grundstück befindet sich heute ein Spielplatz), ein weiteres Postamt dazu, das nun wirklich in Neuperlach lag und 1981 durch das Postamt am Hanns-Seidel-Platz ersetzt wurde. Letzteres wiederum zog 2013 ins Einkaufszentrum Life um. 2016 wurde das Postamt am Hanns-Seidel-Platz abgerissen.

Leider verfüge ich weder vom Postamt an der Emil-Nolde-Straße noch vom Postamt an der Kurt-Eisner-Straße über Aufnahmen, auch im Netz habe ich keine gefunden.

Aber schauen wir doch mal, wie es an der Emil-Nolde-Straße heute aussieht. Laut einem alten Stadtplan (von 1974) gab es auf der Südseite der Straße nur ein einziges Gebäude – eben die Post. Das Postgebäude wurde längst abgerissen. Inzwischen stehen dort zwei dreistöckige Gebäude aus jeweils drei Reihenhäusern. Die Hausnummern lauten 6, 8, 10, 12, 14, 16. Die heutige Hausnummer 6 entspricht nicht der alten Position. Das Postgebäude war vielmehr dort, wo heute Haus 10 und 12 stehen.

Emil-Nolde-Straße
Emil-Nolde-Straße,mit Blick Richtung Neuperlach. Das Postamt befand sich hier. Es war schmaler als der heutige Bau und lag etwa in der Mitte des neuen Baus (07.08.2021) © Thomas Irlbeck
Emil-Nolde-Straße
Emil-Nolde-Straße von der anderen Seite, Blick jetzt Richtung Corinthstraße/Bajuwarenstraße (07.08.2021) © Thomas Irlbeck

Interessanterweise steht noch der alte Briefkasten an der Kreuzung zur Max-Beckmann-Straße. Dieser trägt weiter die Adressaufschrift Emil-Nolde-Straße 6, obwohl nun das Haus Emil-Nolde-Straße 16 das nächstgelegene ist.

Briefkasten Emil-Nolde-Straße 6
Briefkasten mit der Adressaufschrift Emil-Nolde-Straße 6 (07.08.2021) © Thomas Irlbeck
Briefkasten Emil-Nolde-Straße 6
Detail Briefkasten (07.08.2021) © Thomas Irlbeck

Die Post war in einem Bungalow untergebracht. Ich war ab 1974 (dem Jahr meines Einzugs ins Marx-Zentrum) unzählige Male in dieser Post. Nach meiner Erinnerung war es ein normaler Bungalow wie auch die ganzen als Wohnhäuser genutzten Bungalows. Für mich stellte es sich so dar, dass man einen der Wohnbungalows vorübergehend als Postamt nutzte. Doch die Erinnerung könnte täuschen, laut Stadtplan war das Gebäude wohl deutlich größer als die anderen Bungalows.

An dieser Stelle sind die Leser aufgerufen: Wer hat noch Fotos von der ersten und zweiten Neuperlacher Post und stellt sie hier zur Verfügung?

Quelle

Münchner Handstempel – Neues Postamt ab 1971 in der Emil-Nolde-Str. 6

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Bilder Historisches Marodes Natur/Umwelt(schutz) Straßenverkehr

Das hat sich gewaschen! – Unsere Waschboxen

Waschboxen Quidde-Zentrum 1
Waschboxen Quidde-Zentrum (03.06.2021). Foto: Lesereinsendung

Einige Wohnanlagen haben ja diese Waschboxen. Dort durfte man früher offiziell das Auto waschen. Das gehörte wohl zur autogerechten Stadt. Als solche wurde Neuperlach bekanntlich angelegt, obwohl auch für Fahrradfahrende und Fußgehende sehr viel getan wurde. Dann wurde es vermutlich aus Kosten- und Umweltschutzgründen verboten. Gelegentlich wurden die Boxen auch zum Ölwechsel und als Werkstattplatz für Autoreparaturen genutzt. Nun verfallen die Waschboxen. Zu sehen sind hier Waschboxen am Quidde-Zentrum und am Karl-Marx-Ring, Ecke Heinrich-Wieland-Straße. Lesereinsendung, vielen Dank!

Waschboxen Quidde-Zentrum 2
Waschboxen Quidde-Zentrum (03.06.2021). Foto: Lesereinsendung
Waschboxen Karl-Marx-Ring, Ecke Heinrich-Wieland-Straße 1
Waschboxen Karl-Marx-Ring, Ecke Heinrich-Wieland-Straße (03.06.2021). Foto: Lesereinsendung
Waschboxen Karl-Marx-Ring, Ecke Heinrich-Wieland-Straße 2
Waschboxen Karl-Marx-Ring, Ecke Heinrich-Wieland-Straße (03.06.2021). Foto: Lesereinsendung
Waschboxen Karl-Marx-Ring, Ecke Heinrich-Wieland-Straße 3
Waschboxen Karl-Marx-Ring, Ecke Heinrich-Wieland-Straße (03.06.2021). Foto: Lesereinsendung

Update Plettstraße

Auch in der Plettstraße gibt es noch Waschboxen. Diese hier sehen besonders gruselig aus.

Waschboxen Plettstraße
Waschboxen Plettstraße (06.06.2021). Foto: Lesereinsendung
Waschboxen Plettstraße
Waschboxen Plettstraße (06.06.2021). Foto: Lesereinsendung
Waschboxen Plettstraße
Waschboxen Plettstraße (06.06.2021). Foto: Lesereinsendung
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Bilder Bildung/Erziehung Historisches Kirche/Religion Kultur und Bräuche

Büchertausch-Regal – und eine kleine Anekdote aus den 1970er-Jahren

Büchertausch-Regal St. Monika
Büchertausch-Regal unter dem freistehenden Kirchturm der St. Monika, dem ersten denkmalgeschützten Bau Neuperlachs (30.09.2020) © Thomas Irlbeck
Büchertausch-Regal St. Monika
Büchertausch-Regal St. Monika (30.09.2020) © Thomas Irlbeck
Büchertausch-Regal St. Monika
Büchertausch-Regal St. Monika (30.09.2020) © Thomas Irlbeck

Gesehen am 30.09.2020 an unserer St. Monika am Marx-Zentrum. Unter dem Kirchturm steht ein Regal zum Bücher-Tauschen (neudeutsch eher Sharen/Teilen). Eine nette Idee, wie ich finde, zumal „Teilen“ auch ein christlicher Begriff ist. Das meine ich jetzt keineswegs abwertend. Ich bin Atheist, aber manchmal war ich in der Kirche, etwa wenn Freunde gehen mussten, weil es die Eltern befohlen hatten. Exakt in dieser Kirche bzw. genauer dem Vorgänger der St. Monika in Gestalt eines Holzprovisoriums erinnere ich mich noch genau an einen Gottesdienst. Als Bewohner des Marx-Zentrum (Peschelanger 12) war dies ja „meine“ Kirche.

Das Thema war „Teilen“. Der Pfarrer sagte, man sollte mit anderen teilen. Er bezog das auf alles Erdenkliche. Als Kinder, die damals vielleicht 10 Jahre oder so waren, probierten wir es aus und gaben uns untereinander Süßigkeiten ab. Nicht, dass wir das vorher abgelehnt hätten. Aber wir wollten gezielt die Empfehlung des Pfarrers umsetzen. Eigentlich könnte man die Geschichte unter „nicht besonders erwähnenswert“ abheften. Aber da ich wie angedeutet so selten einen Gottesdienst besucht habe, verbinde ich die St. Monika immer mit dem Vorgang des Teilens. Heute bin ich bei Facebook.

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Rückblick auf Bau und Eröffnung unseres Life, dem Einkaufszentrum nach Feng-Shui-Prinzipien

Bau des Life
Der Bau des Life. Hier sind heute Zufahrt und Parkplatz. Die „Nase“ dagegen ist schon annähernd fertiggestellt. In sie wird ein Blumenladen einziehen – leider kein Café, obwohl sich die Aussicht dafür eignen würde (15.05.2009). Foto: Georg Pantel

Am 09.09.2020 jährte um 09:09 sich die Eröffnung unseres Einkaufszentrums Life (offizielle Website) an der Albert-Schweitzer-Straße zum 11. Mal. Dies sind nicht nur viele Schnapszahlen, sondern ist auch eine gute Gelegenheit, noch einmal zurückzuschauen – vor allem darauf, wie der Bau entstand.

Dankenswerterweise hat der Neuperlacher Georg Pantel sein Archiv geöffnet. Er hat damals den Bau des Life von Anfang an verfolgt. Erstmals ist seine Fotoserie öffentlich zu sehen (als Ergänzung werden auch noch einige Bilder anderer Fotografen gezeigt).

Fangen wir ganz vorne an: Nach dem Abriss des Neue-Heimat-Verwaltungsgebäudes am Plett-Zentrum (siehe folgendes Foto von 1970; Bruno Tamborino hat zu diesem Bau den bemerkenswerten Artikel Requiem – in Erinnerung an das Plett-Zentrum verfasst) entstand ein vollklimatisiertes, hochmodernes Einkaufszentrum, das Life. Es ersetzt das alte Ladenzentrum des Plett-Zentrum, das vorerst noch als Ruine im Südteil des Plett-Zentrum-Gebäudes stehenblieb und noch bis Anfang 2012 eine Durchgangsfunktion Richtung Allianz/pep hatte.

Neuperlach 1967 bis 1970
Bild 1: Das Plett-Zentrum (ca. 1970). Foto: Christoph Wimber

Das Life ist nach dem pep das zweite Einkaufszentrum in Neuperlach, das nicht mehr den ursprünglichen Neuperlacher Ladenzentren (Subzentren) folgt. Letztere stellen keine abgeschlossenen Gebäudekomplexe dar, sondern bestehen aus im Freien verteilten Läden (meist als Bestandteil von Wohnhäusern; etwa im Marx-Zentrum) oder sind als weitgehend überdachte Ladenpassage realisiert (etwa das inzwischen abbruchreife Quidde-Zentrum). Aber die Passagen sind immer – auch nach Ladenschluss – begehbar, es gibt keine zentralen Eingangstüren. Bei Regen, Kälte oder Hitze ist das Einkaufen auf dieser Art wenig angenehm. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder auch für Mütter und Väter mit Kinderwagen sind die Festtreppen eine Zumutung oder gar ein K.-o.-Kriterium. Und gerade beim Plett-Zentrum musste erst eine steile Festtreppe überwunden werden, um zur Ladenpassage zu gelangen.

Das Life erfüllt die heutigen Standards. Es ist durch Rollsteige und Fahrstühle barrierefrei. Selbstverständlich gibt es auch eine Tiefgarage. Das Konzept „alles unter einem Dach“ erlaubt das bequeme Einkaufen unabhängig von Wind und Wetter.

Hochmodern und nach Feng-Shui-Prinzipien

Bau des Life
Bau des Life (11.06.2009) © Thomas Irlbeck

Eine Besonderheit ist, dass der 9.700 m² große,  zweigeschossige Bau mit seinen rund 20 Läden nach Feng-Shui-Prinzipien gebaut wurde. Das Wellendach (nebenstehende Abbildung), das in einer Art „Nase“ über dem Haupteingang endet, ist dabei nach dem „Reisschalenprinzip“ (Einkaufen unter der Reisschale) konstruiert und soll nach der Lehre des Feng Shui positive Energie (Himmels-Qi) sammeln. Auf Ecken am Gebäude wurde konsequent verzichtet, alles wurde stattdessen penibel abgerundet. Die Fenster sind mit Metallbedampfung, Aluminiumrahmen und Wärme isolierendem Glas versehen und sollen auf diese Weise einen lückenlosen Schutz vor Funkbelastung bieten.

Damit nicht das Zentrum des Gebäudes attackiert wird – nach Feng Shui der Herzpunkt – wurden die Rollsteige im Ober- und Erdgeschoss außerhalb der Mitte angeordnet.

Erwähnenswert – wenngleich spätestens jetzt der eine oder andere den Kopf schütteln dürfte – ist die vor Baubeginn durchgeführte Landreinigung mithilfe von Erdakupunktur. Auf diese Weise sollen nach Feng-Shui-Lehre die positiven Punkte aktiviert werden.

Der  Bau (02.07.08–27.06.09)

Bau des Life
Bild 2: Bautafel zum Life. Aldi, Rewe, dm, Alnatura und Vinzenzmurr sind bis heute Mieter. Als wichtiger Mieter ist später noch die Postbank dazugekommen (02.07.2008). Foto: Georg Pantel

Den Abriss überspringen wir nun und starten mit dem Baubeginn. Als Erstes schauen wir uns die Bautafel an und betrachten dann die einzelnen Stationen bis zur Eröffnung.

Bau des Life
Bild 3: Es geht los! (02.07.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 4 (12.07.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 5 (22.07.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 6 (21.08.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 7 (06.09.2008) © Thomas Irlbeck
Bau des Life
Bild 8 (06.09.2008) © Thomas Irlbeck
Bau des Life
Bild 9 (20.10.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 10 (04.11.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 11 (04.11.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 12 (14.12.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 13 (16.12.2008). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 14 (07.02.2009) © Thomas Irlbeck
Bau des Life
Bild 15 (22.02.2009). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 16 (13.03.200). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 17 (19.03.200). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 18 (15.05.2009). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 19 (15.05.2009). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 20 (17.05.2009) © Thomas Irlbeck
Bau des Life
Bild 21  (30.05.2009). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 22 (30.05.2009). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 23 (11.06.2009) © Thomas Irlbeck
Bau des Life
Bild 24 (27.06.2009). Foto: Georg Pantel
Bau des Life
Bild 25 (27.06.2009). Foto: Georg Pantel

Eröffnung (09.09.09 um 09:09)

Es ist so weit! Die Tore sind auf, die Massen strömen ins Life!

Life Eröffnungstag
Bild 26: Eröffnungstag (09.09.2009) © Thomas Irlbeck
Life Eröffnungstag
Bild 27: Eröffnungstag (09.09.2009) © Thomas Irlbeck
Life Eröffnungstag
Bild 28: Eröffnungstag (09.09.2009) © Thomas Irlbeck
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Architektur Bilder Historisches Kunst und Denkmäler

Boardinghouse im Gasthaus zur Post?

Boardinghouse im Gasthaus zur Post?

Gasthaus zur Post
Gasthaus zur Post am Perlacher Pfanzeltplatz (28.03.2017) © Thomas Irlbeck

Die Süddeutsche Zeitung berichtet im Artikel Bedrohtes Kulturgut, dass der Eigentümer des Gasthaus zur Post am Pfanzeltplatz plane, Wirtshaussaal und Dachgeschoss in Gästezimmer umwandeln. Damit müssten im Dachgeschoss Gauben eingebaut werden, was die Optik verändere. Die Gaststätte im Erdgeschoss soll bleiben, der Biergarten vergrößert werden. Aber der Saal im 1. Obergeschoss würde wegfallen. Die Gästezimmer sollen offenbar als Boardinghouse genutzt werden. Stadtviertelvertreter und Denkmalschützer lehnen die Pläne entschieden ab.

Gasthaus zur Post Perlach um 1900
Gasthaus zur Post Perlach um 1900. Quelle: „Grüße aus Perlach“, Festring Perlach, Seite 1

Allerdings zeigt eine alte Postkarte (um 1900) das Gasthaus zur Post ziemlich eindeutig mit Gauben.  Die jetzigen Fensterluken scheinen mir neuere Datums zu sein (vielleicht 1950er- bis 1970er-Jahre). Vielleicht wäre ja ein Kompromiss möglich: Gästezimmerausbau im Dachgeschoss ja, 1. Obergeschoss unverändert. So könnte das Haus eventuell sogar wieder seine ursprüngliche Dachoptik zurückerhalten, was ein Gewinn sein könnte. Wichtig: Die Gedanken in diesem Absatz sind nur eine persönliche Meinung und basieren auf dieser alten Postkarte. Im Demkmalschutzliste ist sicherlich die jetzige Optik geschützt. Damit müsste die Machbarkeit erst geprüft werden.

Gasthaus zur Post Perlach um 1900, Detail Gauben
Postkarte von oben, Detail Gauben
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Etymologie

Hier ist die Herkunft von Ortsnamen das Thema. Es sollen bald auch weitere Arten von Namen dazukommen, etwa Straßennamen. Nur den Karl-Marx-Ring muss man wohl nicht erklären! Auch allgemein Sprachliches findet hier Platz.

Perlach – Nomen est omen

Sitz zu Perlach
„Sitz zu Perlach“. Kupferstich von Michael Wening (1701). Lizenz: Public Domain

Perlach ist die Perle Münchens, zumindest fast. Doch mit der Perle hat Perlach etymologisch nichts zu tun. Woher kommt aber dann der Name? Der Anfang klingt ein wenig wie Bär, und das ist sogar ein Teil der Lösung. Per oder Pera ist ein altgermanisches Wort, das für Bär oder aber Eber (also Wildschein, Saubär) steht. Ob jetzt Braunbären gemeint waren oder Eber, da gehen die Meinungen auseinander. Beide Theorien finden sich in etwa gleichwertig und beide Tierarten waren seinerzeit in der Umgebung verbreitet.

Braunbären im Wald
Der bärigste Stadtteil!? Braunbären im Wald. Ein wahrscheinlicher Ursprung des Namens „Perlach“, der schlicht „Bärenwald“ bedeuten könnte. Lizenz: Public Domain

Eine Leserin hat ein starkes Argument für die Eber-These. Sie weist darauf hin, dass es sich bei dem Gehölz um einen lichter Auwald gehandelt habe, der vornehmlich aus Eichen bestanden habe. Die dunklen Nadelgehölze seien erst im 18. Jahrhundert aus kommerziellen Gründen gepflanzt worden. Und unter Eichen hätten Eber gelebt, Eicheln seien ein Nahrungsbestandteil. Bären seien eher im alpinen Raum verbreitet gewesen. Im Flachland hätten sie keine Höhlen gefunden, um ihre Jungen aufzuziehen oder Winterschlaf zu halten. Es darf aber erwähnt werden, dass Bären einen großen Aktionsradius haben.

Der zweite Wortbestandteil lach ist schwieriger aufzulösen. Dazu muss man wissen, dass Perlach früher mal Peralooh hieß (erstmalige Erwähnung 780, der Ort existierte aber vermutlich schon um 600 herum; verbreitet sind auch die Schreibweisen Peralohc, Peraloh (heute noch als Straßenname in Perlach existent), Peroloch, Perloch, Perloh, Perlôhen, Perloch). Das Looh führt uns zu dem alten deutschen Wort Lohe, also dem Auwald.

Perlach bedeutet also schlicht Bärenwald oder Eberwald. Wälder gibt es immer noch, auch mit dem Namen Perlach, eben den berühmten Perlacher Forst. Bären sind aber äußerst rar geworden und allenfalls darauf beschränkt, dass ein Verwandter des Problembären Bruno Perlach als neue Heimat entdecken könnte.

Perlachturm  in Augsburg

Nicht zu verwechseln ist das Münchner Perlach mit dem Perlachturm in Augsburg Interessanterweise kommt hier etymologisch auch die Bären-Erklärung zum Zuge, zumindest nach einer von drei gängigen Thesen. Nach dieser besonders populären These gab es im Mittelalter auf dem Platz vor dem damaligen Wachturm regelmäßige Vorführungen mit wilden Bären; das lach soll Fest oder Vorführung bedeuten. Eine weitere These stützt sich auf ein Schild im Turm, auf dem steht, der Name stammt vom Lateinischen „perlego“ (durchlesen). Der Hintergrund: Auf dem Platz vor dem Turm sollen offizielle Verlautbarungen verlesen worden sein. Eine dritte These besagt, an dieser Stelle habe einst eine römische Legion eine Schlacht verloren. „perdita legio“ bedeutet „untergegangene Legion“. Keine der Thesen ist jedoch historisch belegt, sodass die Namensherkunft wohl nie eindeutig geklärt werden kann.

München Südost von A-Z

Nicht nur Perlach ist ein besondere Name in München, auch die Umgebung ist reich an weiteren besonderen Namen: Entsprechend geht es hier weiter mit Nachbarstadtteilen und Nachbarorten.

Berg am Laim

Der Münchner Stadtbezirk wurde am 23. April 812 als „ad Perke“ erstmals urkundlich erwähnt, der Zusatz „am Laim“ in Gestalt von „auf dem Laimb“ erstmalig 1430. Der Begriff Laim bedeutet schlicht „Lehm“. Der Name nimmt auf die Lage Anspielung. Denn der Stadtbezirk befindet sich auf einer Erhöhung (Berg), die auf der etwa ein Kilometer breiten Löß-Lehm-Zunge der Münchner Schotterebene zwischen Ismaning und Berg am Laim liegt.

Grasbrunn

St. Ulrich, Grasbrunn
St. Ulrich, Grasbrunn. Foto: Rufus46 / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Die Gemeinde wurde 1140 erstmals als Gramasprunnen erwähnt. Der Name leitet sich vom adeligen Grundbesitzers Graman ab, der gesamte Name bedeutet Brunnen des Graman.

Großkarolinenfeld

Siehe unter Kleinkarolinenfeld.

Haar

Der Name der Gemeinde Haar hat seinen Ursprung nicht von der Haarpracht der Bevölkerung oder der Dichte an Frisören. Es leitet sich vielmehr von dem Begriff Hardt (harde/hart) ab, welches ein leicht bewachsenes Waldland beschreibt. Daran erinnert auch das Beil im Haarer Wappen, das für die Rodung des Waldes steht.

Hachinger Bach

Hachinger Bach
Der Hachinger Bach in Perlach Süd

Der Name Hachinger Bach leitet sich von Hacho ab, einem Bajuwaren, der zwischen dem 5. und dem 8. Jahrhundert Siedlungen entlang des Bachlaufs errichtete.

Kleinkarolinenfeld

Die Siedlung, die zu Aying gehört, entstand ab 1802 als planmäßige Neugründung durch die Ansiedlung protestantischer Siedler aus der Pfalz und aus Baden. Wie auch Großkarolinenfeld wurde sie nach der zweiten Gemahlin Max IV. Joseph, der Prinzessin Karoline von Baden, benannt.

Michaeliburg

Michaeliburg
Die Michaeliburg. Foto: Thomas Irlbeck, als Public Domain freigegeben

Der Name der Siedlung (die teilweise auf Perlacher Gebiet liegt) kommt entweder vom Gastwirt Michael Neumeyer (manche Quellen sagen auch Obermayer oder Obermeyer), der 1898 auf dem Gebiet ein burgähnliches Gebäude errichtet hat (die Michaeliburg; 2009 abgerissen), oder von der 1900 gebauten Michaelikapelle, die St. Michael geweiht ist. Näheres im Artikel: Auf der Suche nach der Michaeliburg

Neubiberg, Unterbiberg

Der Name Biberg leitet sich von althochdeutsch pipurc (Umwallung, Ringburg) ab. Eine Umwallung in Gestalt einer Keltenchanze wurde in der Gegend durch Luftbildarchäologie nachgewiesen. Der Ort findet erstmals als Villa piburc zwischen 1034 und 1041 als Schenkung an das Kloster Tegernsee Erwähnung. Das heutige Neubiberg besteht aus zwei Teilen. Das westlich gelegene Unterbiberg ist der historische Teil des Ortes, gehört aber formal zur Gemeinde Neubiberg, dem – der Ausdruck neu deutet es an – später entstandenen Ort östlich vom historischen Kern.

NPL83

Künstlervereinigung, die von Hakan K., Grosses K, ENZ und CAZ132 gegründet wurde. Schwerpunkte sind Musik und bildende Kunst. NPL steht dabei natürlich für Neuperlach. Die 83 ist nicht das Gründungsjahr, sondern der alte Postleitzahlzusatz für Neuperlach (8000 München 83). Gegründet wurde NPL83 auch „erst“ 1986.

Ottobrunn

Die Gemeinde Ottobrunn hat ihren Namen von Prinz Otto von Wittelsbach. Der damals 17-Jährige war 1832 auf der Reise in sein künftiges Königreich Griechenland. Vor den Toren Münchens, 13 km vom Münchner Marienplatz entfernt, verabschiedete er sich von seinem Vater. Zwei Jahre später wurde an diesem Schauplatz eine dorische Säule errichtet, die an dieses Geschehen erinnert. Die knapp 10 Meter hohe Ottosäule ist heute das Wahrzeichen der Gemeinde und auch im Gemeindewappen abgebildet. Ottobrunn ist also noch verhältnismäßig jung, als politische Gemeinde existiert der Ort gar erst seit 1955.

Putzbrunn

E.T.-Hochhaus in Putzbrunn
E.T.-Hochhaus in Putzbrunn

Die erste Gemeinde hinter der Stadtgrenze in Waldperlach hat ihren ersten Namensbestandteil einem gewissen Puzzi zu verdanken, dessen Sippe sich dort im achten Jahrhundert niederließ. Der gesamte Name bedeutet Brunnen des Puzzi. In der ersten urkundlichen Erwähnung heißt der Ort noch Puzeprunnin. Südöstlich von München, auf der Münchner Schotterebene, musste das Trinkwasser aus mehreren Metern Tiefe geholt werden. Um die errichteten Brunnen bildeten sich Ansiedlungen, daran erinnert in vielen Ortsnamen der hinterer Namensbestandteil brunn.

Ramersdorf

Wohnhaus Rosenheimer Straße/Wilramstraße
Fast wie ein Schloss: Wohnhaus in Ramersdorf (Rosenheimer Straße/Wilramstraße)

Der Stadtteil bildet heute zusammen mit Perlach, Neuperlach und Waldperlach den Stadtbezirk Nummer 16 Ramersdorf-Perlach. Namensgeber war die Familie Rumoltes. Entsprechend lautete der Name ursprünglich Rumoltesdorf. Der Name wurde erstmals 1006 bis 1022 in einer Freisinger Urkundenabschrift erwähnt. Die Endung „-dorf“ deutet aber darauf hin, dass es bereits in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts eine Siedlung gegeben haben könnte, zumal einzelne Mitglieder der Familie seit dem 8. Jahrhundert urkundlich bezeugt sind.

Riem

Diesen Stadtteil kann man wörtlich nehmen und muss sich bei der Herleitung nicht am Riemen reißen. Oder genau doch, denn eben der Begriff Riemen ist Namensgeber, im Mittelhochdeutschen rieme. Der Ortsname bedeutet also schlicht Streifen, spezifischer (schmaler) Ackerstreifen, Gürtel, Kanal, Traufe. Die letzten beiden Deutungen sind die wohl entscheidenden. Denn in Riem tritt der Grundwasserstrom an die Oberfläche. Es gibt aber auch die Theorie, die Höfe des ursprünglichen Ortes seien wie ein Gürtel um die Kirche herumgebaut gewesen. Die erste urkundliche Nennung war 957 bzw. 972 als Riema. Doch bereits um 700 soll ein fränkischer Ritter den Ort gegründet haben.

Im Münchner Südosten und im Umland gibt es sicherlich noch weitere interessante Geschichten hinter Ortsnamen. Dazu vielleicht irgendwann mal in einem weiteren Teil.

Solalinden und Oedenstockach

Hinsichtlich dieser Ortsteile von Putzbrunn, die abgesetzte Dörfer darstellen, habe ich nichts in puncto Namensherkunft gefunden. Bei Solalinden drängt sich etwas mit solar (Sonne) auf, aber das ist nur ein vager Verdacht.

Oedenstockach
Oedenstockach mit dem Wasserturm und der Holzkapelle St. Anna

Taufkirchen

Der Name der Gemeine im Landkreis München leitet sich vom bayerischen Adelsgeschlecht der Taufkircher ab. Die erste Vertreterin des Geschlechts könnte Juditha de Tovkirchen um die Mitte des 12. Jahrhunderts sein (der Ort entsprechend anfangs Tovkirchen). Es gibt aber auch die These, dass die Linie aus der Gefolgschaft des Klosters Tegernsee abstammt. Ob sich der Name des Adelsgeschlechts an den heiligen Johannes der Täufer anlehnt, dafür konnte ich keinen direkten Beleg finden. Es ist aber anzunehmen, da bereits 1052 die Taufkirche St. Johannes der Täufer urkundlich erwähnt wird, die in Taufkirchen liegt.

Trudering

Der Stadtteilname ist auf einen Bauern namens Truchtaro zurückzuführen, der sich dort um 500 mit seiner Sippe niederließ. Im Auftrag seines Grundherrn, wahrscheinlich handelt es sich um den adeligen Fagana, kultivierte er Fluren und errichtete Stallungen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit war die erste Siedlungsstätte der Zehentbauernhof in Kirchtrudering oder der Mayrhof in Straßtrudering. Die erste bekannte schriftliche Erwähnung ist 772 als Truhtheringa. Als Schreibweise ist noch Truchteringa bekannt. An den alten Namen erinnert heute noch der Straßenname Truchthari-Anger in Kirchtrudering, an dem im Rahmen eines Bauprojekts Reste einer Kelten-Siedlung aus vorchristlicher Zeit gefunden wurden. Trudering ist also so gesehen viel älter.

Valley

Zu der Gemeinde, die südlich von Aying liegt, gehören u.a. das Dorf Valley und das Dorf Kreuzstraße (Endpunkt der S7). Der Gemeindename hat nichts mit den englischen Wort valley, das Tal bedeutet, gemein. Vielmehr stammt der Name vermutlich von der keltischen Göttin Fallada. Entsprechend wird der Name auch nicht wie das englische valley (Lautschrift: vălē) gesprochen, sondern so, wie man es bei einem deutschen Wort üblich wäre (Lautschrift: faˈlaɪ]).

Vaterstetten

Die Nachbargemeinde von Haar ist mit knapp 25.000 Einwohnern die nach Unterhaching bevölkerungsreichste Gemeinde Bayerns, die weder die Bezeichnung Stadt noch Markt führt. Die erste Vaterstettener Siedlung entstand bereits in der Zeit zwischen 750 und 600 v. Chr. im Ortsteil Purfing. Der Name Vaterstetten leitet sich vom altbajuwarischen Geschlecht der Fater ab, die den Ort gegründet haben.

Wabula

Hochhaus Haar
Hochhaus in Haar in der Münchener Straße als Verlängerung der Wabula (22.08.2010) © Thomas Irlbeck

Selbst viele Münchner stutzen bei diesem Namen, obwohl er in der Lokalpresse oft erwähnt wird. Der Name ist schlicht die Abkürzung für „Wasserburger Landstraße“, die als mehrspurige Hauptstraße Richtung Wasserburg am Inn führt. Am Rand liegen unzählige Läden und Gewerbebauten, diverse Autohäuser prägen das Bild. Sie beginnt in Trudering ab der Kreuzung mit der Bajuwarenstraße als Fortsetzung der Kreillerstraße und läuft in östlicher Richtung. Ab der Stadtgrenze in Haar ändert sich der Namen in Münchner Straße, später – noch in Haar – gibt es eine weitere Namensänderung. Nun heißt sie Wasserburger Straße. Am östlichen Ende von Haar – dass Gebiet gehört zu Grasbrunn – erhält sie ihren alten Namen „Wasserburger Landstraße“ zurück. Am Ortsende in Vaterstetten geht sie in die B 304 über. Auch in Zorneding existiert eine „Wasserburger Landstraße“ (die Wabula gibt es also gleich mehrfach) als Teil der ehemaligen Hauptverbindung München – Wasserburg am Inn. Durch Ortsumgehungen in Zorneding und Ebersberg wurde der Durchgangsverkehr zu großen Teilen ausgesperrt, wodurch die ursprünglich Hauptstraße den Charakter der Verbindung München – Wasserburg am Inn eingebüßt hat.

Quellen

  • Trudering – Waldtrudering – Riem: Münchens ferner Osten / hrsg. von Willibald Karl. Mit Beitr. von Karl Bachmair … – München: Buchendorfer Verl., 2000
  • Pfarrverband Taufkirchen bei München
  • Wikipedia-Seiten der Ortsnamen

Betteln und Hausieren verboten

Betteln und Hausieren verboten
Bitte beachten, es ist verboten!

Der Begriff Hausieren/Hausierer ist im Aussterben begriffen. Man sagt höchstens noch „er ging mit der Idee hausieren“, was aber mit dem klassischen Hausierer nichts gemein hat. An meinem Haus (Baujahr 1971) steht aber noch „Betteln und Hausieren verboten“.

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Marx-Zentrum: Grau ist das neue Schwarz! – „Leg mal eine neue Platte auf!“

St. Monika
Das Marx-Zentrum,. so wie wir es kennen. Doch das Schwarz wird weichen. Grau ist das neue Schwarz! (25.08.2012). Foto: Lesereinsendung
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Vergrößerung: Die neue Farbe

Viele werden mich jetzt nicht verstehen. Aber ich habe mein halbes Leben in einem schwarzen Haus gewohnt, verkleidet mit asbesthaltigen Eternit-Fassadenplatten. Daher ist heute für mich ein besonderer Tag.

Konkret wohnte ich vom Herbst 1974 bis ca. 1979* im Peschelanger 12, dann mit zweimal farblichem Fremdgehen (aber dennoch Neuperlach) von 1991 bis heute im Karl-Marx-Ring 58, siehe Foto ganz unten.

(* Genau kann ich es nicht mehr sagen, aber ich habe hier eine Ansichtskarte von Ende 1979, die noch an den Peschelanger 12 ging. Damit dürfte 1979 ein sehr guter Anhaltspunkt sein, Umzug vermutlich 1980?)

Anfangs hatte ich mich für das Schwarz geschämt. Ich hielt es für düster. Bis ich die Geschichte hörte, Architekten würden bei Hochhäusern immer Gebirge nachbauen. Das ist tatsächlich so, es lässt sich verifizieren. Hier hätten sie ein Schiefergebirge als Vorbild genommen, hieß es. Das hatte mich überzeugt und seitdem gefallen mir schwarze Häuser. Fast überall. Oft habe ich welche fotografiert und auch hier gezeigt. Schwarz ist bekanntlich streng genommen keine Farbe. dennoch, sind wir nicht päpstlicher als der Papst. Im Kleidungsbereich ist Schwarz jedenfalls edel. Warum also nicht auch auf schwarze Häuser setzen? Ende der 2010er Jahre gab es sogar wieder einen Trend hin zu schwarzen Häusern. Eher im kleineren Rahmen, aber immerhin.

Nun aber geht in Neuperlach eine Ära zu Ende. Es ist ein Einschnitt.

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Anlieferung am Peschelanger, offenbar handelt es sich um die neuen Fassadenplatten. Fotostandpunkt: Bürgersteig am Peschelanger, kurz vor Beginn des Marx-Zentrum-Grundstücks (03.06.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger. Entscheidend ist der per Pfeil markierte Bereich. Die unteren Platten zeigen wahrscheinlich die Rückseite. Standpunkt wie  Vorgängerfoto (03.06.2020) © Thomas Irlbeck

Das Ereignis: Am Peschelanger wurden Platten angeliefert, die offenbar die neuen Fassadenplatten darstellen. Denn wie berichtet werden die Fassadenplatten im Marx-Zentrum durch absestfreie ersetzt.

Die neuen Platten sind nun anthrazit. Ihre Form ist nicht mehr annähernd quadratisch wie früher, sondern länglich.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Das Marx-Zentrum verliert sein schwarzes Kleid, und zwar zuerst der Wohnblock Peschelanger 8–12, also genau der Block, in dem ich in den 1970er-Jahren wohnte.

Die schwarzen Eternitplatten in meiner Wohnanlagen bleiben dagegen bis auf Weiteres. Es gibt keinen Beschluss zum Austausch. Daher wird meine Wohnanlage mit ihren sechs Häusern in einiger Zukunft einen Sonderfall darstellen – wir sehen also quasi für die Zukunft schwarz, aber nur in hinsichtlich der Farbe, versteht sich. Auch wenn eines Tages die Platten ausgetauscht werden sollten, ist noch völlig offen, welche Farbe die neuen Platten haben werden.

Ich bin schon ein bisschen traurig, ich hätte das Schwarz gerne auch im Marx-Zentrum weiter gesehen.

Karl-Marx-Ring 52-62
In diesem Haus (Nummer 58) der Anlage Karl-Marx-Ring 52–62 wohne ich. Hier wird das Schwarz bleiben. Wie lange, ist offen (16.03.2017) © Thomas Irlbeck

Update 24.06.2020

Inzwischen hängen schon stellenweise die neuen Platten. Wie es mal aussehen wird, verschweigt momentan noch die Verhüllung des Gerüstes. Um die neuen Flächen besser erkennen zu können, ist auf einem der Bilder eine der Flächen durch einen roten Rahmen hervorgehoben.

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Die ersten Platten hängen! (24.06.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Die ersten Platten hängen! (24.06.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Die ersten Platten hängen! (24.06.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Im Hintergrund das noch schwarze Haus Max-Kolmsperger-Straße 19 (24.06.2020) © Thomas Irlbeck

Die Fassade in einem helleren Licht erscheinen lassen – davon ein Bild machen! (Update 26.07.2020)

An einigen wenigen Stellen wurde inzwischen die Verhüllung abgenommen. Zu sehen sind die vielleicht ersten Fotos, die die neue Farbgebung ohne verfälschende Plane zeigen Bild 1 und 2). Wie gefällt euch die neue Optik? Fotos von heute. Ich lege als Vergleich noch Aufnahmen bei (Bild 3 und 4), die die originalen schwarzen asbesthaltigen Eternit-Platten zeigen. Man kann sich hier nur „ein Bild machen“. Im wahrsten Wortsinn.

Was ich erstaunlich finde, zumindest dieser Vergleich lässt die Fassade gar nicht in einem viel helleren Licht erscheinen. Aber es hängt von der Intensität des Tageslichts, von den Kameraeinstellungen und der Nachbearbeitung ab. Man kann sich hier nur „ein Bild machen“. Im wahrsten Wortsinn.

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten in Anthrazit (26.07.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Detail neue Fassadenplatten in Anthrazit (26.07.2020) © Thomas Irlbeck
Eternit-Platten Karl-Marx-Ring
Schwarze Eternit-Platten am Karl-Marx-Ring 58 (24.11.2013) © Thomas Irlbeck
Eternit-Platten Karl-Marx-Ring
Schwarze Eternit-Platten am Karl-Marx-Ring 58 (26.07.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger Vergleich
Neue Fassadenplatten am Peschelanger im Vergleich (26.07.2020) © Thomas Irlbeck

Beton wie neu! (Update 10.08.2020)

Nun werden auch auf den Vordereingängen der Häuser am Peschelanger die alten asbesthaltigen Eternit-Fassadenpatten und die Isolierwolle entfernt, Erstmals seit ca. 1973 ist wieder der nackte Beton zu sehen. Der Beton sieht wie neu aus, als wäre er gerade gegossen worden. Die Fassadenplatten haben die Abnutzung mindestens sehr stark reduziert.

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Fassadensanierung auf der Vorderseite des Peschelanger (10.08.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Fassadensanierung auf der Vorderseite des Peschelanger (10.08.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Fassadensanierung auf der Vorderseite des Peschelanger (10.08.2020) © Thomas Irlbeck

Erste größere Fläche in neuer Optik freiliegend (Update 18.08.2020)

Der erste größere Bereich mit den neuen grauen Fassadenplatten ist nun sichbar. Die vielleicht ersten Fotos davon gibt es hier:

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (18.08.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger, siehe oben, Kamin (18.08.2020) © Thomas Irlbeck

Update 02.09.2020

Erstmals sind nach Entfernung der Plane ganze Geschosse im neuen Kleid sichtbar geworden. Die Fassade ist jetzt asbestfrei! Die vielleicht ersten Fotos davon gibt es hier!

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (02.09.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (02.09.2020) © Thomas Irlbeck

Update 03.09.2020

Das Gerüst wird nun so langsam abgebaut und man sieht immer größere Flächen der neu gestalteten Fassade.

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (03.09.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (03.09.2020) © Thomas Irlbeck

Update 10.09.2020

Da nun ganze Fassaden von dem Gerüst befreit wurden, kann man sich erstmals ein umfassendes Bild von der neuen Optik machen. Je nach Tageslicht erscheinen die neuen grauen Fassadenplatten mal deutlich heller als die alten Platten, mal ähnlich dunkel.

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (10.09.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (10.09.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (10.09.2020) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger (10.09.2020) © Thomas Irlbeck

Update 04.01.2021

Peschelanger 8 zeigt bereits das neue, hellere Kleid mit asbestfreien Platten ohne Gerüst. Peschelanger 12 ist gerade in Bearbeitung.

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschalanger 8 (hinteres Gebäude, rechts) -14 (hinteres Gebäude, links) (04.01.2021) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Wie vorherige Aufnahme, aber etwas näher dran (04.01.2021) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschelanger 8 mit neuem Kleid (04.01.2021) © Thomas Irlbeck

Beginn der Sanierung bei Haus 14

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschelanger 14 mit dem Biergarten der Gaststätte „Zum Löwen“ (16.04.2021) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschelanger 14 (16.04.2021) © Thomas Irlbeck

Bilder vom Peschelanger 14

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschelanger 14 (04.05.2021). Foto: Lesereinsendung
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschelanger 14 (04.05.2021). Foto: Lesereinsendung
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschelanger 14 (14.05.2021). Foto: Lesereinsendung
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschelanger 14 (14.05.2021). Foto: Lesereinsendung
Regenbogen über dem Marx-Zentrum
Regenbogen über dem Marx-Zentrum. Er trifft den eingerüsteten Teil – Peschelanger 14 (18.05.2021). Foto: Lesereinsendung
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Neue Fassadenplatten am Peschelanger14 (02.06.2021) © Thomas Irlbeck

Stand 21.07.2021

Die Nordseite von Peschelanger 8 bis 14 ist fertig. Auf der anderen Seite wird an Peschelanger 14 noch gearbeitet.

Neue Fassadenplatten Peschelanger
Das neue Neuperlacher Marx-Zentrum: Peschelanger 8–14 von der Nordseite. Die Häuser sehen wie neu aus! (22.07.2021) © Thomas Irlbeck
Neue Fassadenplatten Peschelanger
Peschelanger 14 mit der Gaststätte „Zum Löwen“ mit dem Biergarten. Trotz der Arbeiten habe Gaststätte und Biergarten ohne Einschränkungen geöffnet (22.07.2021) © Thomas Irlbeck
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Abriss und Neubau der Grundschule am Strehleranger

Grundschule am Strehleranger
Neubau der Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger
Archivfoto vom 24.03.2019
Grundschule am Strehleranger
Archivfoto vom 24.03.2019

Wieder einmal ist ein Bau verschwunden, an den viele (auch ehemalige) Neuperlacher viele Erinnerungen haben. Die Grundschule am Strehleranger 4 (benannt nach dem Pädagogen Dr. Adolf Strehler; Schülerverballhornung „Streberanger“) in Neuperlach West wurde abgerissen und wird neu gebaut. Gründe waren der schlechte Zustand des Gebäudes sowie steigende Schülerzahlen.

Es entsteht eine 6-zügige Grundschule, eine 3-zügigen
Mittelschule und ein Hauses für Kinder mit 3 Krippen- und 4 Kindergartengruppen. Der Neubau wird weit mehr Schüler aufnehmen, konkret bis zu 1.200. Bislang wurden 350 Schüler unterrichtet. Der Neubau soll zum Schuljahr 2023/2024 fertiggestellt werden.

28 Meter hohe Schallschutzwand – entsteht hier die Optik eines Hochsicherheitsgefängnisses?

Der Bau war in die Kritik geraten, da eine 28 Meter hohe Schallschutzwand um das Gebäude gezogen werden sollte, das wäre in etwa die Höhe eines 9-stöckigen Hauses. Die Schallschutzwand soll aber nun doch nicht realisiert werden. Quelle: tz: Pläne für Münchner Schule bekannt – Lokalpolitiker entsetzt: „Hat uns aus den Socken gehauen“

Der Schulbetrieb geht in einer Containerstadt weiter, die auf dem Schulgrundstück aufgestellt wurde. Für die Containerstadt wurde sogar eine eigene Hausnummer Staudingerstraße 36 vergeben. We zu ahnen ist, erfolgt die Zufahrt über die Staudingerstraße.

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (06.04.2020) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (06.04.2020) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (06.04.2020) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Die Turnhalle (weißes Gebäude hinter der Wand) bleibt stehen, damit der Sportbetrieb weitergehen kann (06.04.2020) © Thomas Irlbeck

Stand der Bauarbeiten (Update 28.08.2020)

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (28.08.2020) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (28.08.2020) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (28.08.2020) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (28.08.2020) © Thomas Irlbeck

September 2020

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (09.09.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (13.09.2020). Foto: Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.09.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel

November 2020

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (12.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (14.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (14.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (16.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (17.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (17.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (19.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (26.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (30.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel

Dezember 2020

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (02.12.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (14.12.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel

Januar 2021

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (24.01.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Es geht voran (Update 05.02.2021)

Punktuell ist man bereits im 1. Obergeschoss angekommen.

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (05.02.2021) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (05.02.2021) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (05.02.2021) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (05.02.2021) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Zur Fortsetzung des Schulbetriebes wurde eine Containerstadt errichtet (05.02.2021) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (13.02.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

März 2021: Geschoss Nr. 3 in Arbeit!

Grundschule am Strehleranger
Auch zu sehen: Die alte Turnhalle steht noch, links vom zweiten Kran im Hintergrund (11.03.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (11.03.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (11.03.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Auch bei Schneefall fällt der Weiterbau keinesfalls aus! (17.03.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (25.03.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

April 2021: Geschoss Nr. 4 steht bevor!

Grundschule am Strehleranger
Eine Betonpumpe rollt an (10.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (13.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (16.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (14.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (19.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (19.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (19.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (21.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (21.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Die endgültige Höhe ist nun erreicht:

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (27.04.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Turnhalle

Grundschule am Strehleranger
Das längliche weiße Gebäude in der Bildmitte ist die alte Turnhalle (28.08.2020) © Thomas Irlbeck
Grundschule am Strehleranger
Auch hier ist die alte Turnhalle zu sehen: rechts oben (19.11.2020). Foto: Georg und Marcus Pantel

Es kam hier jüngst die Frage auf, warum nur die Schulgebäude abgerissen worden seien, aber die Turnhalle bis heute stehen geblieben sei. Ganz einfach: Sie wird weiter gebraucht für den Sportunterricht. Der normale Unterricht erfolgt ja in der Containerstadt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird die Turnhalle aber doch noch durch einen Neubau ersetzt. Die Schüler müssen dann auf andere Sportanlagen ausweichen.

Mai 2021

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (12.05.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Baustellenromantik (13.05.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.05.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Juni 2021

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (02.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Baustellenbesuch bei der Grundschule am Strehleranger (15.06.2021)

Wo andere „einen“ Blick haben, haben wir ganz andere „Ein“-Blicke – und den vollen Durchblick!

Unser Neuperlach ändert sich täglich in einer Weise, wie es seit Ende der 1960er-Jahre nicht mehr der Fall ist. Überall wird neu gebaut. In erster Linie entstehen Wohnungen. Neue Wohnbebauung erfordert aber natürlich auch entsprechende pädagogische Angebote. Die Bestandsschulen sind meist marode und auch noch viel zu klein. Damit ist eine Sanierung nicht mehr sinnvoll und man entscheidet sich für einen Neubau. Genau aus diesem Grund wird unsere Grundschule am Strehleranger derzeit neu gebaut – größer und moderner.

Jeder kann heute Fotos vom öffentlichen Raum schießen und damit den Fortschritt einer Baustelle dokumentieren. Dass dabei ein Großteil verborgen bleibt, ist eine bittere Pille. Erst eine Begehung vor Ort bietet andere Einblicke und damit den vollen Durchblick.

Grundschule am Strehleranger
Georg Pantel (15.06.2021)

neuperlach.org-Korrespondent Georg Pantel durfte am 15.06.21 auf das Heiligste, auf die Baustelle selbst. Es sind eindrucksvolle Bilder entstanden.

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Blick von der Baustelle auf ein Wohnhaus (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (15.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Panoramaaufnahmen und Probeklinkerung (29./30.06.2021)

neuperlach.org-Korrespondent Georg Pantel hat phantastische Panoramaaufnahmen von seinem Hausdach gemacht. Zudem zeigt er auf einigen Fotos eine Probeklinkerung. So soll offenbar die zukünftige Fassade unserer Schule aussehen. Die endgültige Entscheidung dazu wird wohl erst nach einer Probeklinkerung auf einer größeren Wand vor dem vierstöckigen Gebäude fallen.

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (29.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (29.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger (29.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Probeklinkerung (29.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Probeklinkerung (30.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Probeklinkerung (30.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Probeklinkerung (29.06.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Erfolg ist eine Treppe, keine Tür! (11.08.2021)

Auch wenn die einzelnen  Gebäude bereits die endgültige Höhe erreicht haben, fehlt hier und da etwas Entscheidendem. Etwa Treppen. In dieser Fotoserie sind zwei angelieferte Teile zu sehen. Das längere ist eine tragende Unterkonstruktion, auf die noch die eigentliche, wesentlich breitere Treppe montiert wird.

Grundschule am Strehleranger
Grundschule am Strehleranger – Treppen-Unterkonstruktion (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Auf dem nächsten Foto sind auf der Oberseite des Objekt schwarze Längsstreifen zu sehen. Dabei dürfte es sich um Hartgummistreifen handeln, auf die noch die eigentlichen Treppenteile gelegt werden. Die Gummistreifen dienen der Dämpfung des Trittschalls, der bei den wepsigen, trampelnden Horden an Schülerinnen und Schülern durchaus ein wichtiges Thema ist.

Grundschule am Strehleranger
Treppen-Unterkonstruktion. Die schwarzen Längsstreifen sind erkennbar (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Treppen-Unterkonstruktion (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Treppen-Unterkonstruktion (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Treppen-Unterkonstruktion (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Treppen-Unterkonstruktion (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Treppen-Unterkonstruktion (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel

Das zweite Objekt ist leichter zu erkennen, es ist schlicht und ergreifend ein Treppenelement. Beide Teile schweben an ihren Bestimmungsort.

Grundschule am Strehleranger
Treppenelement (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Treppenelement (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Grundschule am Strehleranger
Treppenelement (11.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
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Eli’s: Neue Pizzeria bei uns im Marx-Zentrum!

Pizzeria
Symbolfoto

Originalfotos unter Androhung gerichtlicher Schritte gelöscht!

Diese Räume sind für mich etwas Besonderes. Denn 1976 eröffnete hier im Peschelanger 11 (Ärztehaus) Neuperlachs erstes Theater, das legendäre TiK (Theater in der Kreide)! Natürlich habe ich dort – als kleiner Bub – auch Theaterstücke gesehen. Nach dem Ende des TiK waren hier vor allem nichtöffentliche Lokale und Clubs ansässig. Es hatten also nur Mitglieder Zutritt.

Längst Geschichte, aber nie vergessen: das legendäre TiK (Theater in der Kreide)

Wir Eigentümer der Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 wurden als Nachbarn über die Nutzungsänderung der Räume informiert. Dabei war es in unserer Eigentümerversammlung zu einer grotesken Szene gekommen. Eine Dame erhob sich und hielt ein Plädoyer gegen die Änderung. Sie befürchtete, dass sich in einem Mitgliederlokal Salafisten versammeln, die wer weiß was planen könnten. Ich unterbrach sie und wies darauf hin, dass das Gegenteil der Fall sei. Das Lokal werde nicht zu einem Mitgliedertreff, sondern werde vielmehr für die Allgemeinheit geöffnet. Es gäbe also mehr öffentliche Kontrolle, nicht weniger. Der Irrtum konnte dann aufgeklärt werden, die Dame hatte sich verlesen. Konsequenterweise haben wir dann auf einen Einspruch verzichtet und die Änderung konnte in Kraft treten.

Mit der Pizzeria haben wir im Marx-Zentrum erstmals drei Speiselokale – ein Novum.

Das Eli’s hat Di–Do von 18 Uhr bis 4 Uhr geöffnet, Fr–So von 18 Uhr bis 5 Uhr. Montag ist Ruhetag. Die Angaben sind in dem Flyer zu finden, den ich gestern im Briefkasten fand. Die großzügigen Öffnungszeiten bringen ein bisschen Großstadtflair in unsere verschlafene Stadt. Das Lokal hat seit dem 26. Oktober geöffnet.

Zum Angebot: Eine Pizza Margherita kostet 5,50 Euro, eine Pizza Tonno 7,50 Euro.

Ziemlich einmalig dürfte sein, dass Polizeibeamte, Sanitäter, Spitalpersonal sowie die Feuerwehr 20 Prozent Rabatt erhalten.

Wir wünschen dem Betreiber viel Erfolg!

Udpate: Da das Döner-Lokal geschlossen wurde, sind es nun nur noch zwei Restaurants.

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Allgemein Architektur Bilder Historisches Sanierung/Abriss/Bau

Allianz-Versicherung verlässt Neuperlach – Gebäude sollen abgerissen werden

Allianz
Bild 1: Der Neubau (13.08.2019) © Thomas Irlbeck

Die Allianz-Versicherung verlässt Neuperlach. Das Unternehmen wird den bis Ende 2020 laufenden Mietvertrag für das Bürogebäude an der Fritz-Schäffer-Straße 9 nicht verlängern. Die Mitarbeiter werden in die Allianz-Zentrale in Unterföhring umziehen. Die Gebäude sollen abgerissen werden. Das berichtet die tz.

Meine Mutter hat dort viele Jahre gearbeitet, daher habe ich einen Bezug zu dem Bau. Anfangs hieß der Konzern noch „Vereinte Versicherung“. Am 1. Mai 1995 wurde das Unternehmen an die Allianz Aktiengesellschaft (heute Allianz SE) verkauft. Am 8. November 2002 ging die Marke „Vereinte Versicherung“ schließlich in der Allianz auf.

Die Gebäude sind noch nicht alt. Anfangs gab es nur den Hauptbau (April 1982 eröffnet laut Dokument „Städtebauliche Entwicklung des neuen Stadtteils Neuperlach in München“, Sigrid Bretzel, München, 2009), der weiße, futuristisch anmutende Bau (weiße Fassade) kam später hinzu (April 1996 eröffnet laut gleicher Quelle).

Der bisherige Eigentümer hat die Gebäude verkauft. Der neue Eigentümer will neue Bürogebäude errichten. Der Grund ist, dass die bisherigen Gebäude zu wenig Büroflächen in Relation zur Grundstücksgröße bieten.

Das geht Richtung Wegwerfarchitektur. Unser Neuperlach wird mir bald fremd!

Der Bebauungsplan lässt nur Gewerbe zu. Dennoch könnte auch einer vorhabenbezogenen Änderung des Bebauungsplans ein Mix aus Wohnen und Arbeiten entstehen.

Dazu ein Alternativvorschlag: Ich könnte mir vorstellen, den Neubau zu erhalten und die Büroflächen neu zu vermieten. Dem Altbau würde ich ersetzen durch einen echten Hochpunkt, das heißt mehrere Häuser, von denen mindestens die Hochhausgrenze sprengt. Dabei würde ich das Design des Neubaus weiterführen. Das Hochhaus könnte dann als Wohnhaus fungieren oder gemischt für Wohnen/Gewerbe.

Update: Es wird wohl nur der Altbau abgerissen. Der Neubau soll saniert und umgestaltet werden.

Allianz
Bild 2 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 3: Neubau (links) und Altbau. Der Weg führt hier zum LAO/Plett-Zentrum (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 4: Eingangsbereich Altbau mit dem Brunnen (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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AllianzBild 5: Neubau von der Fritz-Schäffer-Straße aus gesehen (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 6 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 7 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 8 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 9 (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 10: An der Kreuzung Fritz-Schäffer-Straße/Thomas-Dehler-Straße/Albert-Schweitzer-Staße aus gesehen (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 11: Von der Fußgängerbrücke aus gesehen, die das LAO/Plett-Zentrum mit der Allianz verbindet (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 12: Der Altbau von der Ständlerstraße aus gesehen (13.08.2019) © Thomas Irlbeck
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Geschützt: Hotel Königshof: Abriss und Neubau (Extended Architecture Remix) (Update 28.05.2019)

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Hotel Königshof: Historie, Architektur, Abriss und Neubau

Hotel Königshof 2014
Bild 1: Hotel Königshof (2014). Lizenz: Public Domain
Von Bruno Tamborino und Thomas Irlbeck

Das Hotel Königshof am Münchner Stachus wurde 2019 abgerissen. Derzeit entsteht ein luxuriöser Neubau.

Inhalt

I   Kommentar: Historie und Besonderheiten eines bemerkenswerten Gebäudes
II   Neubau ab 2019 im expressionistischen Stil
III   Historisches Hotel Königshof (1820–1944)
IV   Wiederaufbau und Renovierungen (1950–2007)
V   Abriss 2019

Hinweis: Der Artikel geht auch kurz auf den Abriss ein, einen weit ausführlicheren Abrissbericht gibt es in einem separaten Artikel: Hotel Königshof: Der Abriss
Zum Neubau gibt es diesen Artikel: Hotel Königshof: Der Neubau

I   Kommentar: Historie und Besonderheiten eines bemerkenswerten Gebäudes

Das Gebäude, das in diesen Wochen des Jahres 2019 verschwindet, hat einige Besonderheiten in sich. Es handelt sich augenscheinlich nur um ein etwas plump gestaltetes Gebäude – zum größten Teil im Stil der 1970er-Jahre, mit einigen kleinen stilistischen Ausrutschern, die nicht so ganz hineinpassen. In Wirklichkeit ist es eine außergewöhnliche, historisch gewachsene Bausubstanz, die zum Teil rund 200 Jahre alt ist. Das heutige Gebäude entstand ursprünglich als Villa unmittelbar vor einem Stadttor – in den allerersten Jahren, in denen man in Mitteleuropa endlich die mittelalterlichen Stadtmauern aufgeben konnte und sorglos auch außerhalb dieser bauen und wohnen konnte. Das noch sehr ländlich anmutende Stachus-Rondell in seiner ersten Variante war noch neu, und das Umfeld der dreistöckigen, schlichten, aber eleganten Villa war ländlich, nur eine breitere Straße führte vom Karlstor aus an ihr vorbei.

Das Schicksal des ganzen Areals änderte sich, als man beschloss, vor dem Karlstor auf die offene Wiese einen Bahnhof für München zu erbauen. Diese Neuigkeit der Technik wurde sehr schnell überall zum Hauptelement der Massenmobilität von Menschen und Gütern, und die Gegend der Vorstadtvilla wurde sehr schnell zu einem wichtigen Durchgangspunkt, an dem bald viel gebaut wurde und Gaststätten -– auch die legendäre Gaststätte „Zum Eustachi“ (das war der Rufname des damaligen Wirtes Mathias Eustachius Föderl), von welcher der Stachus seinen Namen hat – und dann Hotels entstanden. Die Villa war eines der ersten Gebäude in dieser Gegend. Der Garten wurde als Baugrund verkauft, aber sie blieb stehen, bis man sie erweiterte und auch sie zum Hotel wurde. Man bedenke, früher war es die Regel, Gebäude zu erweitern und sie umzugestalten statt sie abzureißen und neuzubauen, wie es heute üblich ist. Es war einfach eine praktische und pragmatische Lösung. Erst mit der überwiegenden Industrialisierung des Bauprozesses ist man davon abgekommen. Der Stil der Villa wurde im Großen und Ganzen beibehalten, sie wurde aber seitlich und nach hinten erweitert und das Erdgeschoss bekam einen städtischen Charakter.

Karlsplatz Stachus
Bild 2: Karlsplatz Stachus, ca. 1908. Lizenz: Public Domain

Die Besonderheit an diesem „Hotel Bellevue“ war, dass das Haus ab diesem Zeitpunkt nur dieser kommerziell intensiven Funktion diente und dass daran nichts angebaut wurde. Es blieb also immer auf allen Seiten frei stehen – auch da es der Spender der umliegenden Baugründe war. Es folgten weitere Umgestaltungen, eine erste mit Doppelgiebeln, eine zweite Variante mit Doppelgiebeln, eine schlichte und elegante Nachkriegsvariante, dann der Einbau des großen verglasten Restaurants, dann das Redesign in den 1970er-Jahren, das sich strikt an architektonische Details und Materialien der Olympiabauten anlehnte. Fast bis zum Schluss wurde aufgestockt, modernisiert und verbessert. Alte und neue Besitzer haben zirka alle 20 Jahre das Gebäude aktualisiert, damit es wieder modern und attraktiv wurde. Dabei sind sie fast den Tendenzen der Zeit hinterhergerannt. Da es sich um ein Hotel handelte, ist dies für ein gewerbliches Gebäude nicht wunderlich. So konnte man die Umbauten auch schnell durchführen, ohne extreme lange Schließzeiten in Kauf nehmen zu müssen. Und da es ein frei stehendes Gebäude in der Innenstadt ist, hatte man keine Rückfassade, an der man auf Umbauten hätte verzichten können. Deshalb hat von der ursprünglichen Identität des Hauses nie etwas überlebt – nur die Erker, die plumpen Proportionen und das Restaurant sind Volumen, die nicht so recht in die modern Variante passen.

Hotel Königshof – Montage aktueller und erster Bau
Bild 3: Die Hervorhebung in der Bildmitte zeigt, wie die Proportionen des Vorgängerbaus – der Vorstadtvilla von 1818 – im Vergleich zum aktuellen Bau aussehen. Es geht dabei nicht nur um die Größenverhältnisse, denn ursprüngliche Bausubstanz aus den Zeiten der vielen Erweiterungen und Umbauten des Hotels bis wahrscheinlich zurück an die Anfänge vor 200 Jahren sind im aktuellen Bau noch vorhanden. Foto: Rufus46, bearbeitet durch Bruno Tamborino / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bestimmt werden beim Abriss sehr alte Gemäuer zum Vorschein kommen, vielleicht überraschenderweise Kellergewölbe in einem „Bau aus den Siebzigern“, bestimmt ist das Stück Fassade mit den mittleren fünf Fensterachsen und dem zweiten und dritten Obergeschoss 200 Jahre alt, vielleicht befinden sich da sogar noch unter vielen Farbschichten die alten Fassadenmalereien.

Was jetzt verschwindet, ist also keine große Schönheit, aber dennoch interessant wegen seiner ungewöhnlichen Geschichte. Leider war das Haus offensichtlich nicht mehr den Zeiten angepasst und bot auch keine Verbesserungsmöglichkeiten mehr. Man muss auch bedenken, dass der Neubau neun anstatt sechs Obergeschosse bieten wird, was wohl wegen geringerer Raumhöhe nur mit einem geringen Höhenzuwachs einhergeht, abgesehen von der Möglichkeit, den Untergrund mit mehreren großen Kellergeschossen viel besser nutzen zu können.

Es bleibt halt nichts anderes als eine Phantasie, sich eine Renovierung des alten Hauses vorzustellen, bei der eine Dokumentation und Zurschaustellung seiner 200 Jahre langen, intensiven Geschichte zum Leitmotiv wird – bei der man die verschiedenen Mauerwerke und jeweiligen Materialien klar zur Schau stellt und dem Ganzen dann nur einen modernen, transparenten Rahmen gibt, ohne nochmals etwas vertuschen und vortäuschen zu wollen. Leider ist eine solche Maßnahme für die Bauherren verständlicherweise überhaupt nicht rentabel. Bestimmt ist man sich im Denkmalamt der Situation bewusst, aber vom Historischen ist ja außer Mauerwerk wirklich nichts mehr übrig.

II   Neubau ab 2019 im expressionistischen Stil

Für den Entwurf des Neubaus zeichnen sich die spanischen Architekten Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano verantwortlich. Von der Optik erinnert nichts mehr an das alte Hotel Königshof. Die expressionistische Fassade bietet einen starken Kontrast zu den umliegenden Gebäuden – dem denkmalgeschützten Nachkriegs-Kaufhausbau (vom Stachus-Rondell aus gesehen links) und dem ebenfalls denkmalgeschützten neubarocken Justizpalast (rechts). Dass der Neubau über neun statt sechs Geschosse verfügen wird, geht da schon fast unter.

Die Fassade ist – ebenso vom Stachus-Rondell aus gesehen – vertikal dreigeteilt. Diese Fassadenteile sind dabei so verschoben und gekippt, dass das doch ein Stück entfernte Stachus-Rondell noch einmal angedeutet wird. Die Fassade öffnet sich – akzentuiert durch einen senkrechten Spalt – quasi dem Betrachter, der auf diese Weise das Gefühl bekommt, nicht vor einer Blackbox zu stehen, sondern auch ein wenig in das Gebäude reinschauen und am Geschehen teilhaben zu können, selbst wenn er es gar nicht betritt.

Mit der Fassadenform wird der außerdem ohnehin schon runde Charakter des Stachus (Google-Maps zeigt das ganz gut) nun auch über die Hotelfassade betont und fortgeführt, was der alte Bau mit seiner geraden Fassade nicht leistete. Die Fassadenteile sind dabei unregelmäßig ausgeführt, was die Dominanz noch verstärken dürfte. In Worte ist das schwer zu fassen, daher soll an dieser Stelle an den Entwurf ist dem Artikel der Süddeutschen Zeitung verwiesen werden: Neubau am Stachus – Neunstöckiges Ausrufezeichen

Der Neubau wird über 95 Zimmer bzw. Suiten verfügen (bislang 71 Zimmer und 16 Suiten). Das Restaurant wird nun in die oberste Etage kommen, um einen Panoramablick über die Stadt zu ermöglichen.

Bereits 2021 sollte das neue Hotel eröffnet werden – was von Anfang an ein ambitionierter Zeitplan war, der nun endgültig nicht mehr zu schaffen sein dürfte.

III   Historisches Hotel Königshof (1820–1944)

1818 wurde ein privates Wohnhaus – als eine Art Vorstadtvilla (München war damals an dieser Stelle nur schwach bebaut; das war quasi Vorstadt) im klassizistischen Stil errichtet. Der Architekt war Gustav Vorherr, daher auch die Bezeichnung Vorherrhaus. Es gab fünf Fensterachsen bei vier Geschossen (Erdgeschoss plus drei Obergeschosse):

Hotel Königshof – Vorherrhaus
Bild 4: Vorherrhaus als Hotelvorläufer (um 1820). Lizenz Public Domain
Hotel Königshof – Vorherrhaus – Vergrößerung
Bild 5: Detailvergrößerung des vorigen Fotos. Lizenz Public Domain

Aus diesem Bau entstand 1866 (einige Quellen sagen auch 1862) das Hotel Bellevue. Dabei wurde der Bau sehr wahrscheinlich schlicht und einfach an beiden Seiten im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss um jeweils drei Fensterachsen erweitert. Das Originalgebäude hatte auch an den Seitenfassaden fünf Fensterachsen, die blieben weiterhin, aber hinten wurde ein gleich hoher Querflügel angebaut und das Erdgeschoss der neuen Funktion angepasst. Der Architekturstil bleibt im Wesentlichen erhalten.

Hotel Königshof 1871
Bild 6: Hotel Königshof (rechts) um 1871. Das Hotel hieß damals noch Hotel Bellevue. Lizenz: Public Domain

Bei einem Aus- und Umbau 1880 wurden auch das zweite Obergeschoss und dritte Obergeschoss an den Seiten auf die volle Breite aufgestockt. Ferner bekam das Haus ein höheres Dach, die markanten Doppelgiebel im Neorenaissancestil mit Romanikeinflüssen und die prächtige Fassadenmalerei von Claudius Schraudolph dem Älteren, wie sie auf der folgenden Postkarte zu sehen sind:

Hotel Königshof um 1900
Bild 7: Hotel Königshof (rechts) um 1900 (Postkarte). Das Hotel hieß damals noch Hotel Bellevue. Lizenz: Public Domain
Hotel Königshof um 1900
Bild 8: Vergrößerung des vorigen Bildes. Lizenz: Public Domain

Irgendwann nach 1900, aber noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914, wurde nochmals umgebaut, die Dachgauben seitlich wurden zu einem vollen zusätzlichen Stockwerk, die Fenster seitlich wurden von drei auf zwei reduziert (jeweils das mittlere des Seitenflügels zugemauert), die Giebel vermutlich erhöht und etwas anders gestaltet um sich der neuen Höhe anzupassen, der schlichte Eingang mit einem Vorbau mit drei Bogentoren und zwei Bullaugen aufgewertet. Auf diesen Vorbau kam schon ein großer Balkon (dann wurde er zur Restaurantvitrine). Die Fassadenbemalungen wurden zum größten Teil beibehalten. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs erhielt das Hotel den heutigen Namen „Hotel Königshof“, da französische Name inopportun geworden waren. 1938 wechselte das Haus, das damals 200 Betten aufwies, den Eigentümer. Seitdem gehört es der Familie Geisel.

1943 oder 1944 wurde das Gebäude im Zweiten Weltkrieg, so Wikipedia, „bis auf die Außenmauern zerstört“. Das Gebäude brannte wohl aus, das Dach war eingestürzt, die Außenmauern und wohl auch das Innenskelett waren noch vorhanden, wie ein Video von 1945 zeigt. Auch die Doppelgiebel waren damals noch vorhanden (zumindest der linke, denn das Video zeigt nicht das ganze Haus). In einer Aufnahme aus dem Februar 1948 auf der Seite 20 des Buches München farbig 1946–1965 fehlen die Doppelgiebel bereits, sie waren offenbar kurz nach Kriegsende wegen Einsturzgefahr entfernt worden.

IV   Wiederaufbau und Renovierungen (1950–2007)

Von 1950 bis 1955 wurde das Hotel wieder aufgebaut. Dabei stand Rationalisierung im Vordergrund. Auf eine Wiederherstellung der Giebel wurde verzichtet, der Stuck verschwand. Es entstand die bekannte schlichte Fassade. Die Fensteranordnung blieb, auch die Proportionen im Großen und Ganzen. Die beiden Bullaugen des alten Vorbaus überlebten. Bemerkenswert ist auch, dass das Haus an den Seiten und hinten weiterhin seine Erker hat, die zwar nicht besonders auffallen, aber bereits in dieser Phase der Umbauten architektonisch anachronistisch waren.

Der Balkon der Beletage, also dem ersten Stockwerk, auf dem Vorbau wird überdacht und zur Panorama-Restaurantvitrine. Zur Verzierung dienen Ranken, als Sonnenschutz sind Markisen vorhanden, wie die Bildergalerie der Abendzeitung zeigt.

Bis Ende der 1950er-Jahre (eine der Quellen deutet eher auf Anfang bis Mitte der 1960er-Jahre hin) wird der Balkon über die komplette Fassade verbreitet, wie sie bis zu Ende stand. Ein Foto aus der Bauwelt, zeigt dies. Dafür wurde die Fassade im ersten Obergeschoss komplett herausgebrochen und die darüberliegenden Stockwerke mit Stahlpfeilern abgestützt. Die Stahlpfeiler wurden verkleidet, aber beim Abriss traten sie wieder hervor (Bild 13) .

Hotel Königshof 2014
Bild 9: Fassade (2014) mit kubanisierten Fenstern und Alurahmen (unten) sowie Aluverkleidung (oben)

1970 wurde eine Generalrenovierung durchgeführt. Das letzte Fassadendesign wurde 1972 zu den Olympischen Spielen fertiggestellt. Die ehemals schlanken Fenster wurden dem damaligen Stil entsprechend kubanisiert und so weit wie möglich horizontal orientiert. Als gestalterisches Element erhielten diese Fenster einen breiten Rahmen aus anodisiertem Aluminium, der an den Ecken deutlich abgerundet wurde. Nur im obersten Stockwerk blieben breite Fenster, die aber auch einem Redesign unterzogen wurden. Das so renovierte Haus zeigte sich in einem lebendigen Farbkontrast – zwischen dunklem Ocker und hellem Aluminium, aber auch mit sehr dominanter Leuchtreklame an der Fassade.

2007 wurde die Hotellobby neu gestaltet. Dabei dürften auch in diesem Zeitraum die Aluminiumelemente durchgehend hellgelb gestrichen worden sein. Vorher waren das oberste Stockwerk, die Fensterrahmen, das Erdgeschoss sowie die Leisten am Boden und Dach der Restaurantvitrine in Hellgrau gehalten.

Hotel Königshof 2010
Bild 10: Hotel Königshof (2010.) Rechts ist noch ein Stückchen vom Justizpalast zu sehen. Foto: Rufus46 / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Trotz der gewaltigen Veränderungen dürfte die Bausubstanz zum Teil noch die ganz alte sein, vor allen Dingen betrifft das die mittleren fünf Fenster der Hauptfassade für das zweite und dritte Obergeschoss. Wikipedia weist darauf hin, dass „von der Originalsubstanz des Hotels kaum mehr etwas übrig geblieben“ und das Gebäude daher „zwar nicht als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen, aber trotzdem wegen seiner historischen Bedeutung in die Denkmaltopographie Denkmäler in Bayern aufgenommen“ worden sei. Es ist aber plausibel, dass von der alten Bausubstanz doch ein nicht geringer Teil noch vorhanden ist.

V Abriss 2019

Die Entkernung des Gebäudes begann im Februar 2019. So richtig zur Sache mit dem Abriss der Fassade geht es ab Anfang Mai 2019.

Stand 13.05.2019

Das aus dem Gebäudegrundriss herausstehende Teil des Panoramarestaurants im ersten Obergeschoss ist bereits größtenteils verschwunden. Ebenso die Fassade im Erdgeschoss an der Haupteingangsseite.

Mehr Bilder zum Abriss in der umfangreichen Abrissdokumentation

Abriss Hotel Königshof
Bild 11 (13.05.2019) © Thomas Irlbeck
Abriss Hotel Königshof
Bild 12 (13.05.2019) © Thomas Irlbeck
Abriss Hotel Königshof
Bild 13 (13.05.2019) © Thomas Irlbeck

Update 17.05.2019

Optisch gehen die Abrissarbeiten eher langsam voran. Auf der Seite des Karstadt wird ein Gerüst aufgebaut, das nicht nur die Gebäuderückseite abdeckt, sondern auch einen erheblich Teil der Seiten. Das Gerüst dient offenbar als Splitterschutz, um Beschädigungen des Karstadt während des Abrisses zu vermeiden.

Mehr Bilder zum Abriss in der umfangreichen Abrissdokumentation

Abriss Hotel Königshof
Bild 14 (17.05.2019) © Thomas Irlbeck
Abriss Hotel Königshof
Bild 15 (17.05.2019) © Thomas Irlbeck

Update 23.05.2019

Jetzt scheint es schnell zu gehen, der Zangenbagger frisst sich immer weitere ins Gebäudeinnere. Eine riesige Plane – etwa so lang, wie das Hotel hoch ist/war, hängt am Kran und hilft, die Staubentwicklung einzudämmen (Bild 17).

Mehr Bilder zum Abriss in der umfangreichen Abrissdokumentation

Abriss Hotel Königshof
Bild 16 (23.05.2019) © Thomas Irlbeck
Abriss Hotel Königshof
Bild 17 (23.05.2019) © Thomas Irlbeck

Update 29.05.2019

Kriegsschäden präzisiert und Informationen erweitert.

Update 31.05.2019 bis 24.07.2019

Bilder zum Abriss in der umfangreichen Abrissdokumentation

Quellen

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Architektur Bilder Historisches Kultur und Bräuche Sanierung/Abriss/Bau Sprache/Wortherkunft

Alexisquartier: Wer ist eigentlich diese(r) Alexis?

Willibald Alexis
Willibald Alexis um 1840. Lizenz: Public Domain

Wie schon mehrfach berichtet, entsteht zwischen der Niederalmstraße und dem Graf-Zentrum auf dem Gelände des ehemaligen Kieswerks Piederstorfer ein neues Neuperlacher Quartier, das Alexisquartier. Es ist nach dem dort befindlichen Alexisweg benannt (der 1972 seinen Namen erhielt), der an der östlichen Grenze des Quartiers verläuft. Dieser beginnt an der Hippelstraße und führt am Bogenschießplatz vorbei bis zum Marieluise-Fleißer-Bogen (Handwerkerhof).

Wer aber ist Alexis? Zunächst einmal ist Alexis sowohl als weiblicher als auch als männlicher Vorname bekannt. Hier aber ist Alexis ein Nachname. Konkret handelt es sich um Willibald Alexis (* 29. Juni 1798 in Breslau; † 16. Dezember 1871 in Arnstadt).

„Alexis“ nur der Künstlername

Der Name Alexis ist dabei ein Künstlername. Eigentlich heißt er Georg Wilhelm Heinrich Häring. Um Witze über seinen Namen Häring zu vermeiden, übersetzte er diesen ins Lateinische (allec=Hering). Alexis wurde auch in einigen anderen Städten geehrt, so gibt es etwa in Arnstadt, Berlin sowie Brandenburg an der Havel eine Willibald-Alexis-Straße.

Sein Schaffen

Alexis war ein deutscher Schriftsteller, der als Begründer des realistischen historischen Romans in der deutschen Literatur gilt. Seine Romane hatten meist großen Erfolg. Sein erstes eigenes fiktionales Werk ist Die Treibjagd, ein satirisch-idyllische Epos, das 1820 erschien. Mit Walladmor veröffentlichte Alexis 1824 seinen ersten Roman. Dieser wurde – wie von ihm beabsichtigt – vielfach für eine Übersetzung eines Originalwerkes des schottischen Dichters Walter Scott gehalten, den Alexis verehrte. 1832 startete Alexis mit Cabanis die Reihe seiner sogenannten Vaterländischen Romane. In diesen beschreibt er die bedeutendsten Abschnitte der brandenburgisch-preußischen Geschichte vom 14. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Cabanis spielt dabei in Berlin zur Zeit Friedrichs des Großen.

Alexis hatte aber auch andere Tätigkeitsfelder. Er rief mehrere Lesegesellschaften ins Leben, betrieb Buchhandlungen, war Immobilienhändler und arbeitete als Theaterkritiker bei der Vossischen Zeitung.

Mehr Infos zu Willibald Alexis in der Wikipedia.

Alexisquartier
Neubaugebiet Alexisquartier (15.02.2020). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Alexisquartier
Neubaugebiet Alexisquartier (15.02.2020). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
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Architektur Bilder Historisches Straßenverkehr

Neuperlach ohne Ständlerstraße (1969/1970)

Neuperlach ohne Ständlerstraße (1969/1970)

Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 1: Blick von einem Wohnhaus am Strehleranger Richtung Perlach (1969/1970). Wo nur ist die Ständlerstraße? Foto: Astrid Stähn; Farben aufgefrischt von neuperlach.org
Map – Nachgestellt – Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 2: Umgebungskarte Nawiaskystraße mit Standort des nachgestellten Fotos, der in etwa dem ursprünglichen Standpunkt entsprechen sollte. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Was heute unvorstellbar erscheint, Neuperlach gab es einmal ohne Ständlerstraße. Astrid Stähn hat ein herrliches Foto ausgegraben, das 1969 oder 1970 entstanden ist. Es wurde von einem Wohnblock am Strehleranger aufgenommen. Der Blick geht Richtung Perlach, St. Michael Perlach ist gut zu erkennen. Die Querstraße im Bild unten ist die Nawiaskystraße. Hinter dieser wurde später der Neuperlacher Teil Ständlerstraße gebaut – das heißt, die bestehende Ständlerstraße in Harlaching wurde verlängert –, abgetrennt durch einen bepflanzten Erddamm, um den Verkehrslärm abzuschirmen. (Wann diese Verlängerung der Ständlerstraße genau eröffnet wurde, fehlt leider in meiner sonst einigermaßen kompletten Neuperlach-Chronologie. Wer bei der Komplettierung dieser und anderer Angaben helfen kann, darf sich gerne melden.)

Im historischen Foto erkennt man ganz links und ganz rechts zwei Tiefgaragenabfahrten. Die rechte existiert noch, die andere Tiefgarage wurde im Rahmen einer Nachverdichtung (Patrizia Bachquartier) abgerissen und neu gebaut (in Bild 3 ist die Tiefgarageneinfahrt mit „2“ markiert). Der Grund: Die in Neuperlach lange üblichen Tiefgaragen sind nicht so stabil, um Häuser tragen zu können. Auch benötigt man bei Nachverdichtungen zusätzliche Abstellplätze, also braucht es in solchen Fällen neue, stabilere Tiefgaragen.

Foto nachgestellt

Nachgestellt – Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 3: Heutige Position – 1: Nawiaskystraße, 2: Einfahrt neu gebaute Tiefgarage, 3: bestehende Tiefgaragenabfahrt (hinter Büschen), 4a/b/c: Wohnhäuser des Patrizia Bachquartier (26.01.2019) © Thomas Irlbeck

Nun habe ich das alte Foto nachgestellt. Dabei befinde ich mich tatsächlich wohl ziemlich genau an der Stelle, an der das alte Foto geschossen wurde. Das neue Foto entstand mit dem Rücken zu dem Wohnblock, quasi lehnend an ihm. Dabei konnte ich leider lediglich vom Erdgeschoss aus fotografieren.

Die Stelle ist natürlich nicht mehr wiederzuerkennen. Immerhin kann man die Nawiaskystraße identifizieren (mit „1“ markiert). Die rechte Tiefgaragenabfahrt (mit „3“ markiert) ist hinter Büschen versteckt. Die drei weißen Häuser (man sieht zwei ein halb davon – mit „4a/4b/4c“ markiert) mit den gemischten Hoch- und Querformatfenstern – das bereits erwähnte Patrizia Bachquartier – wurden übrigens erst 2015/2016 gebaut.

Um das Ganze etwas besser herauszuarbeiten, zeige ich weitere Fotos mit anderen Ansichten dieses Quartiers.

Rechte Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 4: Näher an der zweiten, rechten Tiefgaragenabfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Neue Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 5: Einfahrt zu der neu gebauten, ersten (linken) Tiefgarage (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Neue Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 6: Näher dran an der Tiefgarageneinfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, rechte Tiefgarage
Bild 7: Die zweite, noch bestehende Tiefgarageneinfahrt von der anderen Seite aus gesehen (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, Spielplatz nahe Tiefgarageneinfahrt
Bild 8: Spielplatz nahe Tiefgarageneinfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, Blick Richtung Lidl und Quiddestraße
Bild 9: Blick Richtung Lidl und Quiddestraße. In das Gebäude rechts ist die neue Tiefgarageneinfahrt integriert (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße
Bild 10: Nawiaskystraße – Die Häuserdurchfahrt aus dem obigen Bild nun von der anderen Seite aus gesehen. Wir stehen hier nahe Lidl/Quiddestraße (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße
Bild 11: Wie Bild 10, aber näher dran (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
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Architektur Bilder Bildung/Erziehung Historisches Kunst und Denkmäler

Die Turnerschule – die ehemals schönste Schule Münchens

Grundschule an der Turnerstraße
Bild 1: Die Turnerschule mit dem Haupteingang (03.04.2018) © Thomas Irlbeck

Unser heutiges Objekt ist ein Stückchen von Neuperlach entfernt, aber noch mit einem kleinen Spaziergang gut zu erreichen. Die „Grundschule an der Turnerstraße“ (kurz: Turnerschule) liegt in Waldtrudering. Es ist unschwer zu erraten, dass die Schule an der Turnerstraße zu finden ist (die nach dem ehemaligen „Turnerplatz“, dem heutigen Gelände der Schule, benannt ist). Aber die Tunerstraße ist lang, sie verläuft vom „Am Hochacker“ bis zur Wabula. Daher soll die Position mit „Höhe Reiherweg“ genauer angegeben werden. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Wabula.

Auffällig trägt der dreigeschossige Bau, für den Denkmalschutz beantragt, der aber noch nicht bewilligt wurde, die große Jahreszahl 1938 unter dem Dachgiebel.

Nationalsozialistische Geschichte

Ursprünglich hieß die Schule „Ostmark-Schule“, was auf den Anschluss Österreichs 1938 an Deutschland anspielt und natürlich nichts mit der Währung der DDR zu tun hat. Die Schule wurde errichtet, um die 1930 gebaute und schon bald zu klein gewordene Waldschule zu entlasten. Die Bauphase war von 1938 bis 1939. Der Bezug fand am 12. Juni 1939 statt, die offizielle Einweihung am 28. September 1939. Die Schule galt als schönste von ganz München, wozu die „wunderbar ausgemalten Türblätter und Trachtenfiguren der österreichischen Landschaften“ beitrugen. Damit wird klar, dass auch die malerische Gestaltung auf den Anschluss Österreichs Bezug nimmt.

Über dem Portal gab es eine Inschrift, die nach dem Krieg wenig überraschend übermalt wurde:

Dieses Schulgebäude wurde erbaut im Jahre 1938, in dem die Ostmark in das Reich heimgekehrt ist.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges – ab dem 29. August 1943 – wurde die Schule zum Hilfskrankenhaus. Erst im April 1948 kamen die Schüler zurück. 1969 wurde die Schule um einen Anbau erweitert. 2015 wurde eine neue Mensa (Bild 5) gebaut und am 13. März 2017 eröffnet. Derzeit besuchen rund 600 Schülerinnen und Schüler in über 20 Klassen die Schule.

Der Bayerische Denkmal-Atlas weiß zu dem Gebäude Folgendes zu berichten:

Ehem. Volksschule, sog. Ostmark-Schule, jetzt Grundschule an der Turnerstraße, dreigeschossiger Satteldachbau mit weit überstehendem Dach und niedrigem Nebenflügel mit Turnhalle, im Heimat- bzw. Heimatschutzstil, von Hermann Leitenstorfer, 1937/38. Benehmen nicht hergestellt.

Grundschule an der Turnerstraße
Bild 2: Totale (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 3: Eingang (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 4: Jahreszahl unter dem Giebel (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 5: Die neue Mensa (29.10.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 6: Herbststimmung (12.11.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 7: Herbststimmung (05.11.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 8: Winterstimmung (14.01.2017). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke

3D-Ansicht der Schule (Google Maps)

Hinweis: Die neue Mensa ist in dieser Ansicht mit dem Stand April 2018 noch nicht zu sehen.

Quelle

Trudering – Waldtrudering – Riem: Münchens ferner Osten / hrsg. von Willibald Karl. Mit Beitr. von Karl Bachmair … – München: Buchendorfer Verl., 2000

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Das Haus am alten Kieswerk Fritz Roth

Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth
Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth (01.11.2016) © Thomas Irlbeck
Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth
Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth (01.11.2016) © Thomas Irlbeck

Unser heutiges Objekt befindet sich an der Einfahrt zur ehemaligen Kiesgrube Fritz Roth. Diese liegt gleich hinter dem Graf-Zentrum, etwas versteckt im Truderinger Wald. Das Gebiet gehört bereits zu Waldperlach.

Die Kiesgrube war über 40 Jahre in Betrieb und wurde mehrmals nach Osten vergrößert, Anfang der 1980er-Jahre kam dann das Aus. Heute ist das Gebiet der Kiesgrube mit dem Baggersee, dem Rothsee an der östlichen Grenze, als wertvolles Biotop anerkannt. Viele Neuperlacher und Waldperlacher gehen hier gerne spazieren. Wem der Ostpark zu künstlich erscheint, findet hier mehr Natur, auch wenn die Kiesgrube letztendlich ja auch etwas künstlich Geschaffenes ist.

In der näheren Umgebung des Hauses sind Technikrelikte des alten und längst abgerissenen Quetschwerks aufgestellt (imposante Bilder des alten Quetschwerks finden sich hier), es ist damit so eine Art Freilichtmuseum.

Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth
Wohnhaus Kieswerk Fritz Roth (01.11.2016) © Thomas Irlbeck

Über das Haus selbst ist wenig bekannt. Es wird als Wohnhaus genutzt, ist also nicht dem Verfall preisgegeben. Laut Bayerischem Denkmal-Atlas besteht für das Haus kein Denkmalschutz. Nur das Quetschwerk Mächler, das ein paar Meter weiter westlich am Waldrand steht und noch in Betrieb ist, ist denkmalgeschützt.

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Das Haus an der alten Trambahnwendeschleife Ramersdorf

Wohnhaus Rosenheimer Straße/Wilramstraße
Wohnanlage in Ramersdorf (03.10.2015) © Thomas Irlbeck

Heute führt uns die Reise zu dieser herrlichen Mietshauswohnanlage an der Rosenheimer Straße, Ecke Wilramstraße. Unmittelbar in der Nähe (vom Fotostandpunkt in Richtung links unten) befand sich die alte Trambahnstation „Ramersdorf“ mit Wendeanlage. Hier führte auch 1973 bis 1980 die Umleitungsstrecke der Tram 24 nach Neuperlach vorbei (diese bog vom Fotostandpunkt nach rechts unten ab).

Wohnhaus Rosenheimer Straße/Wilramstraße
Der Bau ist ein Blickfang. Der relativ große Abstand zu Nachbarhäusern lässt ihn aus dieser Perspektive wie ein Schloss erscheinen (03.10.2015) © Thomas Irlbeck

Die Wohnanlage wurde 1925 bis 1927 von Eduard Thon erbaut und steht unter Denkmalschutz. Der Bayerische Denkmalatlas bezeichnet den Wohnkomplex als „viergeschossigen Satteldachbau, reich gegliedert mit Zwerchgiebeln, Dachgauben und Risaliten, Eckausbildung zur Wilramstraße mit polygonalen Eckrisaliten, reduziert historisierend“. An der Rosenheimer Straße, Ecke Wageneggerstraße, findet sich eine gleichartige Wohnanlage.

Wohnhaus Rosenheimer Straße/Wilramstraße
Detail polygonale Eckrisaliten (03.10.2015) © Thomas Irlbeck

Gartenschau 1934

Südansicht von 1934 während des Baues der Gartenschau.

Wohnhaus Rosenheimer Straße/Wilramstraße
Aus der Fotosammlung von Reinhard Veit
Wohnhaus Rosenheimer Straße/Wilramstraße
Aus der Fotosammlung von Reinhard Veit
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Der letzte Brannt – die Brennerei in Putzbrunn ist nicht mehr

Branntweinbrennerei Putzbtrunn
Bild 1: Brañtwein Breñerei (Februar 2010). Foto: Roman Ludwig

Wer die Nachbargemeinde Putzbrunn von früher noch kennt, dem ist das Gebäude ein Begriff: die Brañtwein Breñerei Putzbrunn e.G., die sehr prominent an der Hauptstraße des Orts lag (genauer Münchner Straße/Übergang Glonner Straße) – übrigens gegenüber dem Haus, das ich wegen der Ähnlichkeit mit dem Extraterrestischen gerne E.T.-Hochhaus nenne. Die Bushaltestelle, die sich dort befindet, heißt bezeichnenderweise „Brennerei“. Oft geben so markante Gebäude ganzen Ortsteilen ihren Namen (wie die Michaeliburg etwa).

Branntweinbrennerei Putzbtrunn
Bild 2: Brañtwein Breñerei (Februar 2010). Foto: Roman Ludwig

Im August 2014 wurde die Brañtwein Breñerei abgerissen (Bild 3),  der Schornstein stand noch kurze Zeit (Bild 4).

Branntweinbrennerei Putzbtrunn
Bild 3: Abrissarbeiten. Vielen Dank an die Leserin, die das Foto einsandte! Von ihr stammt auch das Video weiter unten (30.07.2014)
Branntweinbrennerei Putzbtrunn
Bild 4: Nur der Schornstein steht noch (02.08.2014) ©
Thomas Irlbeck

Der Neubau

Das Gebäude hatte nach meinem Empfinden durchaus Charme, war nicht unästhetisch. Das Problem ist, es stand nicht unter Denkmalschutz. Laut Wikipedia sind in Putzbrunn nur die Kirche St. Stephan und das Kleinbauernhaus denkmalgeschützt.

Da ich das Gebäude der Brañtwein Breñerei nicht näher kenne, möchte ich mir kein Urteil anmaßen, ob der Abriss sinnvoll oder notwendig war, ob man nicht aus dem Gebäude durch einen Umbau noch etwas hätte machen können. Aber es ist dennoch schade, da ein Identifikationsmerkmal verlorengegangen ist.

Gebäude geben Orten ein Gesicht, sie liefern Halt und Orientierung. Zu viel Veränderung lässt Orte fremd werden, zumal oft Einheitsarchitektur nachkommt, die überall in Deutschland und darüber hinaus stehen könnte.

Immerhin hat die Gemeinde beschlossen, das Nachfolgegebäude, das als Wohnhaus dienen wird, an der alten Brennerei zu orientieren. So bleibt der Eingang des Ortsbildes zumindest einigermaßen erhalten. Der Betrachter mag an den folgenden Bildern entscheiden, ob das gelungen ist:

Branntweinbrennerei Putzbtrunn
Bild 5: Branntweinbrennerei Putzbrunn (10.04.2017) © Thomas Irlbeck
Branntweinbrennerei Putzbtrunn
Bild 6: Branntweinbrennerei Putzbrunn (10.04.2017) © Thomas Irlbeck

Was mir gar nicht gefällt, ist, dass die Klinkerfassade nur in der Front beibehalten wurde. Die Seite des Hauses (Garagenbereich) ist dagegen Weiß gestrichen. Dass das Haus breiter als der alte Bau geworden ist und der zusätzliche Teil in Weiß weitergffeührt wird, erhält zumindest optisch die früheren Proportionen.

Brañtwein Breñerei – Schreibfehler?

Branntweinbrennerei Putzbtrunn
Detailansicht: Keine Rechtschreibfehler!

Auf dem Firmenschild fällt auf, dass Branntwein und Brennerei mit nur einem „n“ geschrieben sind, was man als klaren Rechtschreibfehler deuten könnte. Wenn man aber genauer hinsieht, ist ein Strich auf dem „n“ (ñ). Diese heute nicht mehr sonderlich verbreitete Kennzeichnungsform (in Gestalt eines

Man nennt diese Linien auch Nasal– oder Reduplikationsstriche. Verdoppelt werden können mit dem Nasal-/Reduplikationsstrich (Nasal bedeutet schlicht Nasenlaut) entsprechend nur die Buchstaben „m“ und „n“, da diese – etwas vereinfacht ausgedrückt – die einzigen Nasenlaute sind.

Hinweis: Tilde (~) oder waagrechte Linie (-)?

Korrekt ist als Nasal-/Reduplikationsstrich im Deutschen eigentlich nur eine waagrechte gerade Linie über dem „n“ oder „m“. Der Webbrowser ist dazu in der Lage, dies darzustellen, aber es kann Probleme geben. Daher wird hier eine Tilde verwendet (ñ), das ist die spanische Variante. Aber ein Test: n̅ . Sehen Sie die korrekte Form?