Von Schnapszahlen und Todsünden

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Das Life an der Albert-Schweitzer-Straße eröffnete an diesem  Schnapszahlentag (Archivbild vom Eröffnungstag) © Thomas Irlbeck
Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn
Elefanten brauchen keine Schnapszahlen als Merkhilfe. Elefantenhaus im Tierpark Hellabrunn. Foto: Rufus46 / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Schnapszahlen haben einen Vorteil. Man erinnert sich auch nach vielen, vielen Jahren noch daran. So weiß ich, dass am 7.7.77 die Erweiterung des Tierparks Hellabrunn eröffnet wurde. Damals gab es Freilimo, man hatte einfach Paletten mit Cola- und Limodosen aufgestellt, an denen sich jeder gratis bedienen konnte. Dabei konnte ich Leute beobachten, die nicht nur einzelne Dosen nahmen, sondern ganze Paletten ins Auto luden. Eine unerträgliche, an Diebstahl grenzende Gier. Ich würde niemals etwas klauen, habe aber andere Fehler. Fotos von der Eröffnung habe ich leider keine. Anders beim 09.09.09, 09:09, da wurde das Life eröffnet, das zweite klimatisierte moderne Einkaufszentrum in Neuperlach, das dann auch begeistert angenommen wurde. Oder etwa nicht?

Ist das Nessie? (Archivbild vom Eröffnungstag) © Thomas Irlbeck
Die gelbe Nase  ist das Erkennungszeichen (Archivbild vom Eröffnungstag) © Thomas Irlbeck

3 Gedanken zu „Von Schnapszahlen und Todsünden“

  1. Vor 1 Jahr starb mein Mann und ich hatte ständig das Gefühl, er bewege sich noch in meiner Nähe. Ich glaubte ihn auf der Rückbank im Auto zu sehen, auf der Heimfahrt aus der Klinik, nach seinem dort verursachten TOD.
    Zu hause bewegte er sich im Nebenzimmer, im Bad, sogar neben mir auf dem anderen Sofa.
    Früher, wenn er mit den Kindern für ein paar Tage nach Italien fuhr, hatte ich nachts immer unheimlich Angst in dem 300 Jahre alten Bauernhaus. Ich schob den schweren Schrank vor die Schlafzimmertür und wachte beim jedem Geräusch im Haus sofort auf. –
    Als ich dann aber alleine im Haus war, weil mein Mann gestorben war, war diese Angst plötzlich weg. Ich glaubte immer zu fühlen, er sei noch in seinem Schlafzimmer. Die Türen zu unseren Zimmern standen ja immer offen und ich glaubte sogar zu hören, wenn er atmete und wenn er sich im Bett auf die andere Seite legte. Ich hatte zwar keine Angst mehr, aber es ging mir gesundheitlich rapide schlechter. 3 x musste ich den Notarzt rufen und 3 x wurde ich mit Elektrotherapie behandelt, da mein Herz nicht mehr arbeiten wollte. Sogar meine eine Niere arbeitete nicht mehr richtig und ich musste an die Dialyse. Ich konnte mich kaum noch versorgen und nahm soviel ab, dass ich nicht einmal richtig laufen konnte. Torkelte zum Einkaufen, als wäre ich betrunken . Ich habe nicht einmal mehr gegessen, was ich eingekauft hatte.
    Ich wusste, ich musste etwas in meinem Leben ändern, wenn ich überleben wollte, und so verkaufte ich das alte Haus und zog in eine kleine Wohnung.
    Auch hier verließ mich nicht das Gefühl, dass mein verstorbener Mann sich neben mir bewegte und immer noch da war. ——
    In der Wohnung musste ich im Februar mein Telefon anmelden. Ich bekam eine neue Telefonnummer. Das Telefon war morgens freigeschaltet worden und ich war noch beim Einräumen in der Küche, da klingelte des Telefon – natürlich fragte ich mich, wer kennt denn schon diese neue Nummer? Nehme den Hörer ab, aber es war nur ein dumpfes Rauschen zu hören. Fragte immer wieder nach, aber keiner meldete sich. Ich dachte, ich kann ja sehen, wer angerufen hat und drücke die Taste. Auf dem Display stand: „Jochen Handy“. Selbst jetzt bekomme ich noch Gänsehaut und mir kommen die Tränen, aber in dem Moment als ich das las:
    „Jochen Handy“ ———- das Handy, das in der Schreibtischschublade im Wohnzimmer lag ———,
    habe ich so stark gezittert, dass ich mich nicht auf den Beinen halten konnte. Ich setzte mich aufs Sofa und konnte mich kaum beruhigen. Als ich dann etwas ruhiger war rief ich meine Tochter an und erzählte ihr von diesem Telefonat. Sie hat dann versucht mich zu beruhigen, und mir erklärt, dass es doch wohl Dinge gibt, die uns unerklärlich erscheinen, aber eine Bedeutung haben. Sie sagte, jetzt hätte sich Jochen wohl von mir verabschiedet.
    Nach diesem unheimlichen Telefonanruf habe ich tatsächlich nie wieder das Gefühl gehabt, dass mein verstorbener Mann noch bei mir ist, ich glaubte jetzt auch, dass er mich endgültig verlassen hat.
    Ich bin körperlich wieder in guter Verfassung und zur Dialyse gehe ich nicht mehr, das war ein Kampf, als ich damit aufhören wollte. Habe eine Zweitmeinung einholen müssen, die bestätigte, dass ich damit aufhören kann.
    Jetzt komme ich zu dem eigentlich Kommentar zu dem Thema Schnapszahlen:
    Seitdem es mir wieder so gut geht, habe ich sogar für 8 Tage eine Autoreise quer durch Deutschland gemacht, was ich gut vertragen habe. Ich hatte plötzlich wieder ein ganz neues Gefühl von Freiheit und Freude am LEBEN. ——
    Aber seit ein paar Wochen sehe ich plötzlich ständig Schnapszahlen.
    Notierte sie mir, weil ich denke, hat das war zu sagen? Z.B. beim Einkaufen: 28,28€, 61,61€, usw. und schaue ich auf die Uhr: 13:13, 16:16, 18:18, 19:19, 21:21, 22:44 ……………. und so geht das weiter, jetzt mag ich schon gar nicht auf die Uhr schauen. Ich frage mich natürlich, hat das eine Phänomen das andere abgelöst. Ich glaubte eigentlich noch nie ein irgendeinen Spuk, obwohl ich schon mehrmals vor schlimmen Ereignissen ganz konkrete und deutliche Vorahnungen und Träume hatte, die sich bewahrheitet haben. Inzwischen kommen mir aber Zweifel, ob alles mit mir in Ordnung ist, ich vielleicht langsam spleenig werde.
    Gibt es Menschen, denen es auch so geht? Das würde mich interessieren. Kann mir jemand darauf antworten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bärbel Schröder

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