Kann man über die Fassadenplatten nicht schwarz darüberstreichen?

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Karl-Marx-Ring 52-62
Bild 1: Meine Wohnanlage mit der zu sanierenden Südseite (01.12.2019) © Thomas Irlbeck

Meine Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52–62 steht vor einer Großsanierung. Die Loggien und Balkone auf der Südseite weisen beträchtliche Schäden auf, die sich unter anderem in Gestalt von Betonabplatzungen zeigen. Würde nichts unternommen werden, könnte langfristig sogar die Statik gefährdet sein.

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Bild 2: Betonabplatzungen an einem Balkon  (01.12.2019)

Auf der eben stattgefundenen Eigentümerversammlung wird über die anstehende Großsanierung debattiert. Eine Eigentümerin beklagt zudem, dass die Fassadenplatten teilweise ihre Farbe verloren hätten. Speziell die um die Ecke gebogenen Platten seien an der Biegestelle bereits fast weiß. Die Dame hat einen interessanten Vorschlag in Frageform:

Kann man über die Fassadenplatten nicht schwarz darüberstreichen?

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Bild 3: Die gebogenen Eternitplatten (hier: Nordseite) sind optisch besonders stark beeinträchtigt (30.11.2019) © Thomas Irlbeck

Um die Optik zu verschönern, ist das naheliegend. Doch die Hausverwaltung klärt auf, es handele sich bei den Fassadenplatten um asbesthaltige Eternitplatten. Da bei der Arbeit an asbesthaltigen Materialien krebserregende Fasern freigesetzt werden, seien Arbeiten an den Asbestplatten gesetzlich verboten. Zwar sei es wohl erlaubt, die Platten zu streichen. Doch die Farbe würde dann nicht halten. Daher müsste man zunächst den Untergrund bearbeiten, und genau das sei gesetzlich untersagt.

Daher müssen wir Eigentümer und Bewohner mit den nicht mehr ganz so schwarzen und nicht mehr wirklich ansehnlichen Fassadenplatten leben. Über einen Austausch aller Eternit-Platten durch asbestfreie wurde nicht verhandelt.

Nach dieser Zwischenfrage geht es weiter mit der eigentlichen Betonsanierung. Dabei wird auch der voraussichtliche Zeitplan bekanntgegeben. Die Saneirung wird sich über drei Jahre in ebenso vielen Bauabschnitten hinziehen:

Bauabschnitt Jahr Häuser Dauer
I 2020 52, 54 4 Monate
II 2021 56, 58, 60 rechts 6 Monate
III 2022 60 links, 62 4 Monate

Start ist jeweils Ende März.

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Bild 4: An diesem Balkon fehlt gleich ein ganzes Eck Beton (01.12.2019)

Bestehende Fliesen am Loggia-/Betonboden werden standardmäßig entfernt. Möchte ein Eigentümer die Fliesen behalten, kann einem solchen Wunsch zwar entsprochen werden. Allerdings übernimmt der Eigentümer dann die Verantwortung, falls es später durch einen undichten Fliesenbelag zu Schäden unterhalb des Loggia-/Betonbodens kommt, speziell in den darunterliegenden Loggien und Balkonen. Aber auch bei den Parterrewohnungen muss eine entsprechende Haftung übernommen werden, denn auch hier findet sich natürlich noch Bausubstanz unterhalb der Loggien bzw. Balkonen. Derzeit besteht das Problem, dass das Regenwasser auf den Loggia- und Balkonböden nur ungenügend abläuft. Das soll bei der Sanierung durch das Schaffen eines Gefälles Richtung Abflussgitter verbessert werden. Allerdings gibt es da enge bauliche Grenzen, sodass das Problem wohl nur entschärft werden kann.

Vor Beginn der Sanierungsarbeiten sind sämtliche Pflanzentröge zu entleeren.

Wir Eigentümer und Bewohner sind froh, wenn die Sanierung abgeschlossen ist. Erst einmal müssen wir aber drei Jahre Arbeiten ertragen. Immerhin werden die Wintermonate frei von Sanierungsarbeiten sein, insgesamt werden die Arbeiten voraussichtlich 14 Monate in Anspruch nehmen.

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Bild 5: Die Wohnanlage von der Nordseite. Hier wird nicht saniert (30.11.2019) © Thomas Irlbeck

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