Warum mich das Taxi zum Sonne fressenden Hund brachte

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Der Begriff „Taxameter“ (und damit auch das Wort „Taxi“) kommt aus dem Lateinischen (taxare=im Wert abschätzen). Denn das Taxameter schätzt ab, was ich löhnen muss. Manchmal ist dies ganz schön viel, aber es ist gerecht, wie wir noch erfahren werden © P. Kirchhoff / Pixelio

Als ich jüngst einen guten Bekannten darauf hinwies, dass mir das Taxi für den täglichen Gebrauch zu teuer sei und speziell das Zusehen-Müssen, wie der EUR-Wert auf dem Taxameter raufgezählt wird, bei mir fast einen Herzinfarkt verursachen würde, erwiderte er, ich wäre beim Taxi aber pingelig, die Damen und Herren verdienten doch nur, wenn ich fahren würde.

Ich konterte dann, dass die Taxilenker schon eine Grundgebühr nehmen würden, obgleich sie mich noch keinen Meter bewegt hätten. Daraufhin klärte mich der Bekannte auf, dass die Tarife der Taxen von der Stadt vorgeschrieben seien. Die übliche Grundgebühr gehöre dazu. Argumentiert werde hier mit der Anfahrt zum Kunden, auch wenn es sich um „Einsteiger“ an einem Taxistand handele.

Nur war und ist mir das alles durchaus bekannt. Der Bekannte konnte dies nicht unbedingt wissen, vielleicht auch deshalb, da ich mich mit dem Ausdruck „die Taxilenker nehmen“ schwammig ausgedrückt hatte. Dass der Bekannte ehemaliger Taxilenker ist, spielte vielleicht auch eine Rolle, dass er ein wenig in die Konkretisierung und Rechtfertigung hineinging.

Für die Ungenauigkeit der Sprache gibt es viele weitere Beispiele:

Blätter bewegen sich z.B. nicht im Wind, sie werden eher durch den Wind bewegt. Einen Motor oder Muskeln haben sie ja nicht.

Die Sonne geht nicht auf oder unter. Stattdessen führt die Erddrehung dazu, dass wir uns aus dem Bereich, in dem wir Blickkontakt zur Sonne haben, hinaus- oder in diesen hineinbewegen. Aber wer drückt dies schon so aus?

Die Sonne versinkt im Meer. Oder etwa doch nicht? © Wilhelm Suhr / Pixelio

Die Sonne verschwindet oder versteckt sich auch nicht hinter den Wolken, sie macht ja das nicht selbst. Als Stern hat sie ja kein Düsentriebwerk, mit dem sie mal schnell irgendwohin fliegt. Vielmehr werden die Wolken durch den Wind so bewegt, dass sie – von unserem Standpunkt betrachtet – vor die Sonne geschoben werden und damit den direkten Sichtkontakt zur ihr einschränken oder unterbinden.

Wenn wir schon beim vermeintlichen Verschwinden der Sonne sind: Die Chinesen sprachen im Rahmen der Sonnenfinsternis gestern sogar davon, dass ein Hund die Sonne verschlingen will. Daher müsste man ihn durch Krach vertreiben. So sagt es zumindest die Legende. In diesem Fall ist es keine Ungenauigkeit der Sprache, sondern der Hund existiert schlicht nicht. Entsprechend kann er aktiv nicht irgendwas wollen, schon gar nicht die Sonne fressen. Außerdem ist sie viel zu heiß und viel zu groß.

Aber das hier Geschriebene trägt nicht viel dazu bei, die Genauigkeit der Sprache zu erhöhen. Dafür ist es selbst viel zu ungenau. Wer in aller Welt sind z.B. die Chinesen? Alle Chinesen ja wohl kaum.

4 Gedanken zu „Warum mich das Taxi zum Sonne fressenden Hund brachte“

  1. Mal eine (eventuell dämliche) Frage: Wo genau kommt das life denn hin? Zur Erklärung: Mich hat’s arbeitsmäßig nach Neuperlach verschlagen, ich kenn mich hier nicht aus, profitiere aber sehr von dem Blog hier, mit dem ich wenigstens etwas durchaus lustiges Leben in der Betonwüste entdecken konnte. Das soll auch keine Kritik an Neuperlach sein, nur manchmal bräuchte ich einfach mehr „Stadt“ um mich rum (sitze aber auch wirklich fast auf der Wiese …). 🙂

    Viele Grüße,
    Kate

  2. Das Life findet sich an der Albert-Schweitzer-Straße. Wenn man stadteinwärts auf der Albert-Schweitzer-Straße fährt, ist es unmittelbar nach der Brücke über die Ständlerstraße auf der linken Seite. Die U-Bahnhaltestelle Quiddestraße (Südaufgang) befindet sich auch direkt vor dem Life.

    Das pep (kennst Du vielleicht schon) ist übrigens fast in unmittelbarer Nähe des Life. Keine zehn Minuten zu Fuß.

    Einen Detailplan schicke ich Dir gleich noch per E-Mail.

  3. „Die Zeit zwischen den Jahren“ und „die Tage werden wieder länger/kürzer“! Als ich mich mal über diese blöden Schnacks meiner Nachbarin gegenüber aufregte, wurde ich zusammengeschmatzt, wie klugscheißerisch ich denn mal wieder drauf sei. Da kannst nix gegen machen… ☺

  4. Taxifahrer sind nicht von Natur aus bösartig. Dann hack lieber auf Busfahrern rum. Die haben gewiß überwiegend nicht mal ein abgebrochenes Jura-Studium! Und mehr sag ich da nicht zu.

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