„Behindertenlift“

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So ein Aufzug (oder ein ähnlicher) wird wohl bald an meinem Haus errichtet. Auf dem Bild ist ein Wohnhaus in der Nähe zu sehen (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Heute erhielt ich ein Schreiben von meinem Verwalter. Unter anderem wurde ich darüber informiert, dass in meinem Haus am rückwärtigen Eingang ein „Behindertenlift“ eingebaut werden solle. Dieser soll die ersten ca. 1,50 Meter zwischen Erdgeschoss und Hochparterre überbrücken und damit eine Barrierefreiheit herstellen. Der Begriff „Behindertenlift“ wird in den nachfolgenden Ausführungen des Verwalterschreibens durchgehend weiterverwendet.

Vor einiger Zeit empfahl mir ein Internetbekannter, dass man nicht mehr „Behinderter“ sagen sollte. Es hieße jetzt „Mensch mit Mobilitätseinschränkungen“. Recht hat er. Denn damit steht der Mensch wieder im Vordergrund und wird nicht auf seine Einschränkung reduziert. Der Bekannte kritisierte seinerseits noch mal die Terminologie, als eine Zeitung den Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl sprachlich in einen „Behindertenstuhl“ (Seite nicht mehr verfügbar) setzte. Warum spricht mein Verwalter nicht einfach von einem „Rollstuhlaufzug“?

3 Gedanken zu „„Behindertenlift““

  1. Aufzug würde vollkommen reichen.

    Im Prinzip ja, sagt aber halt dann nichts aus, was für ein Aufzug es ist (Verwechslungsgefahr mit den normalem Haus-Fahrstühlen* und dem Lastenaufzug**). Vielleicht besser „(Schräg)-Aufzug Erdgeschoss-Hochparterre“ bzw. „Senkrechtaufzug …“ (je nach Bauweise).

    Aber warum wird der LIft am Hintereingang gebaut. Muss man sich dafür schämen?

    Es hat bauliche Gründe. Würde man den Lift vorne bauen, hätte man im Eingangsbereich (im Gebäudeinneren) noch ein paar Stufen. Dagegen kommt man vom Hintereingang (der etwas höher liegt) dann ohne weitere Stufen zu den Fahrstühlen.
    Es ging also schon einmal deshalb nicht anders.

    */** All diese sollen demnächst ausgetauscht werden, sodass sich das sprachlich wirklich ins Gehege kommt.

  2. hey 😉
    ich weiß bei uns hier in den behindertenwerkstätten heißt es jetzt “menschen mit behinderungen“ nicht mehr behinderte menschen. ich finde die wortwahl auch wesentlich besser . behindertenlift hört sich schon komisch an oder??? als wäre der mensch eine sache …

    danke für deinen kommentar bei mir, werde dich jetzt mal bei twitter suchen 😉
    lg sandra

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