Marx-Zentrum: Schlecker ist tot, es lebe Schlecker!

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Die Arbeiten gehen voran (21.05.2010) © Thomas Irlbeck

Der Konzern hatte angekündigt, den Laden im Marx-Zentrum (Peschelanger 13) zu schließen (Neuperlach.org berichtete). Die Kunden wurden auf die weit entfernte Filiale am Gustav-Heinemann-Ring verwiesen. Doch nun tut sich Erstaunliches, die Filiale wird als Schlecker XL wieder eröffnet. Wie der Schlecker-Konzern mir mitteilte, wird am 04.06. Eröffnung sein. Dabei wird nicht nur alles neu, sondern auch alles erheblich größer sein, denn die Fläche des alten unmittelbar angrenzenden NKD-Ladens wird zukünftig als Verkaufsraum mitgenutzt. Die Trennmauer zwischen beiden Läden wurde bereits entfernt.

Der Hintergrund der Umwandlungen von Schlecker in Schlecker XL ist Zeitungsberichten zufolge, dass die Kunden vermehrt zur Konkurrenz mit ihrem größeren Warenangebot laufen. Schlecker hat dann ebenso mit einer Vergrößerung des Warenangebots reagiert und nennt das Ganze dann eben Schlecker XL.

Der Konzern war mit dem Schlecker XL-Konzept aber in die Kritik geraten. So berichteten Zeitungen, dass Mitarbeitern gekündigt und ihnen angeboten wurde, sie in der eigenständigen Schlecker XL GmbH wieder neu einzustellen – zu erheblich schlechteren Konditionen. Dem Magazin Stern TV vom 16.09.2009 zufolge sahen diese Konditionen eine Halbierung des Bruttogehalts, eine Verringerung der Anzahl der Urlaubstage von 30 auf 24 und eine Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld vor.

Der neue Schriftzug pappt schon am Schaufenster. Die sechs bunten Scheiben stehen für „Schlecker XL“  (21.05.2010) © Thomas Irlbeck
Das Plakat weist auf die Eröffnung am 04.06.2010 hin (21.05.2010) © Thomas Irlbeck

Wikipedia berichtet davon, dass eine Mitarbeiterin gegen die Praktik gerichtlich vorging und einen Teilerfolg erzielte. Zitat:

Das Arbeitsgericht Marburg hat Schlecker XL am 23. April 2010 im Rahmen einer einstweiligen Verfügung verpflichtet bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahren eine ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin zu alten Konditionen weiterzubeschäftigen, da in der Umwandlung Schlecker zu Schlecker XL ein Betriebsübergang i.S.v. § 613a BGB zu sehen sei und daher, zum Zeitpunkt des Übergangs von Schlecker, bestehende Arbeitsverträge auf den neuen Schlecker XL übergegangen seien.

Historisches Zuckerl

Noch als Zuckerl ein kurzer historischer Rückblick: Dort, wo jetzt Schlecker ist, befand sich früher mal das Marx-Zentrum-Hallenbad. Das Schwimmbecken betonierte man Mitte der 1990er Jahre zu, riss die sanitären Anlagen heraus und wandelte den Gebäudeteil in zwei Läden um. Da jetzt die Räumlichkeiten wieder vereint wurden, steht gewissermaßen die alte Schwimmhalle wieder als ein einziger Raum zur Verfügung. Vom alten Schwimmhallenflair ist aber nichts mehr zu spüren. Wer es nicht weiß, kommt hier kaum auf die Idee, dass hier mal früher Leute ihre Bahnen im Wasser zogen.

4 Gedanken zu „Marx-Zentrum: Schlecker ist tot, es lebe Schlecker!“

  1. Zu der Schlecker-Problematik hab ich mal was pro und contra Boykott gesehen: Die protestierenden Angastellten stärken oder die Arbeitsplätze sichern. Mir selbst bin ich da selbst die Nächste: Wenn´s billiger ist, dann kauf ich da. Boykott gibt´s nur, wo man häßlich zu mir ist. Ist vielleicht´ne ungute Einstellung, aber ich steh dazu.

  2. Wenns schon historische Zuckerl gibt, dann doch vollständig: Das Bad wurde damals nach einem Mord geschlossen – in der Folge war eine Judo-Schule dort beheimatet (das Schwimmbecken war noch durch eine Holzkostrukrion abgedeckt) und erst als die Schule auszog erfolgte die Teilung.

  3. @Hans: Danke für den Hinweis. Von einem Mord weiß ich nichts, gibt’s hier eine Quelle? Soweit ich mich erinnere, gab es nacheinander zwei Betreiber des Hallenbades, beide gaben aber auf.

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