EinSchließlich mir

Werbung

Ich höre ein paar seltsame Geräusche im Hausgang. Ein Blick durch den Gucker offenbart, dass sich am helllichten Tag eine Person am Schloss der Nachbarstüre zu schaffen macht. Es ist die Nachbarin selbst, die gerade bei sich einbricht. Ich öffne die Türe und erfahre, sie habe sich ausgesperrt. Mit einfachem Billigwerkzeug aus dem Baumarkt versucht sie das Unmögliche. Doch das Werkzeug erweist sich schließlich als ungeeignet. Ein Großteil meines Werkzeugs ist ausgelagert, doch versuche ich nun ebenso, das Schloss, das vor Fremden schützen soll und sich nun gegen die Eigentümerin selbst richtet, zu besiegen. Doch auch mit meinem Werkzeug bekomme ich keinen Fuß in die Türe. Schlussendlich scheitere ich damit. Mein Angebot zu telefonieren, lehnt die Nachbarin ab. Ein Schlüsseldienst sei zu teuer und sonst wüsste sie auch nicht, wen sie anrufen könne. Nach vielen weiteren Versuchen bringt schlussendlich das Werkzeug eines anderen Nachbarn die Lösung. Die Türe ist auf. Konkrete Anleitungen, wie es denn geht, erspare ich mir aus nahe liegenden Gründen.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sein Eigentum vor Einbruch zu schützen. Diese hat mit dem Bericht hier nichts zu tun und dient hier nur zur Illustration. Denn erfahrungsgemäß werden bebilderte Artikel lieber gelesen. Foto: hmboo / Lizenz siehe: flickr

Ein paar Tage später räume ich meinen Dachboden aus (ja, man glaub es kaum, auch in Neuperlach gibt es so etwas!). Das alte Zeug, das nur Platz wegnimmt und das man nur alle fünf Jahre dann doch nicht braucht, muss raus. Irgendwann schaffe ich dann das Unmögliche. Der Schlüssel ist drin, aber nicht im Schloss, die schwere, metallene Speichertüre ins Schloss gefallen und – zu. Aber so richtig zu. Die Speichertüre ist mein neuer Feind.

Ich läute bei der Nachbarin, die ich nun als letztes geöffnetes Hintertürchen sehe, um mich aus der misslichen Lage zu befreien. Sie öffnet und kann sich natürlich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Peinlicher geht es ja nun wirklich nicht mehr. Da sie gerade am Telefon hängt, rückt sie mit vollstem Vertrauen ihren Schlüssel raus. Das Problem ließe sich damit schnell lösen, hat doch eine Gemeinschaftstüre den Vorteil, dass an ihr jeder Wohnungsschlüssel passt. Ich darf jetzt nur nicht den Fehler machen, den Schlüsselbund, an dem Dutzende Schlüssel hängen, nun auch noch einzuschließen, zu verlieren oder zu veruntreuen. Abschließend lässt sich sagen, dass mir das gerade noch so gelungen ist. Aus mir wurde kein Schließ- und Lachdienst, auch wenn das Ganze zum Lachen ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.