Der unbekannte Friedhof – Mystische Orte (Teil 3)

Werbung

Friedhof Perlach
Friedhof Perlach (20.04.2011) © Thomas Irlbeck
Friedhof Perlach
Vor dem Eingang des „Friedhof Perlach“ befindet sich die gleichnamige Bushaltestelle, die von der Metrobuslinie 55 und der Nachtbuslinie N45 angefahren wird (20.04.2011) © Thomas Irlbeck

Ob es auf Neuperlacher Gebiet mystische Orte gibt, ist umstritten. Zwar spürte Neuperlach.org bereits zweimal einen mystischen Ort auf, beide Orte lagen aber haarscharf außerhalb Neuperlachs (Teil 1: Alter Schwede und Teil 2: Mini-Lourdes im Truderinger Wald). In diesem dritten und keinesfalls letzten Teil sind wir aber dieses Mal so nahe an Neuperlach dran wie noch nie.

An der Putzbrunner Straße, die Neuperlach Nord/Mitte und Neuperlach Süd teilt, liegt er, der „Friedhof Perlach“. Die Adresse ist Putzbrunner Straße 51. Gemeint ist also nicht der „Neue Südfriedhof“ an der Hochäckerstraße und auch nicht der „Friedhof am Perlacher Forst“ an der Stadelheimer Staße, sondern ein weniger bekannter und recht kleiner Friedhof. Quasi der Altperlacher Friedhof, wenngleich es Altperlach als Stadtteil offiziell nicht gibt, es heißt Perlach. Fast unmittelbar hinter den letzten Gräbern stehen die ersten Neuperlacher Hochhäuser. Diese Kulisse könnte widersprüchlicher kaum sein, dort der bescheidene, alte Friedhof und dahinter die moderne „Entlastungsstadt“ mit viel Beton und noch mehr Beton.

Friedhof Perlach
Der hintere Teil des Friedhof Perlach wird noch mehr von der Neuperlach-Skyline dominiert. Zum „Wohnring“ ist es nur ein Steinwurf. Lediglich die Bäume verdecken etwas die Sicht (20.04.2011) © Thomas Irlbeck

Eine Besonderheit sind die strengen Regeln für diejenigen, die hier ihre letzte Ruhe finden möchten. Der Verstorbene oder der Erwerber des Grabnutzungsrechts muss einen Wohnsitz im Stadtviertel oder einem angrenzenden Stadtviertel (ganz genau in einem der Stadtbezirksviertel 16.31, 16.32, 16.33, 16.34, 16.35, 16.41, 16.42, 16.43, 16.44, 16.45, 16.46, 16.47, 16.51, 16.52, 16.53, 16.54 sowie 16.55) von mindestens 20 Jahren gehabt haben bzw. haben.

Auf dem Friedhof Perlach sind auch einige Prominente beerdigt. So hat der bekannte bayerische Volksschauspieler Willy Harlander (* 1931; † 2000), der in unzähligen Filmen und Fernsehserien mitwirkte, hier seine letzte Ruhestätte.

Friedhof Perlach Umgebungskarte
Umgebungskarte Friedhof Perlach. Hier wird deutlich,wie klein der Friedhof ist, das fast quadratische Gelände misst gerade mal rund 125 × 130 Meter (Basis: Maßstab der Karte). Bitte auf Grafik anklicken, um zu vergrößern. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

7 Gedanken zu „Der unbekannte Friedhof – Mystische Orte (Teil 3)“

  1. Hochinteressant! Von diesem Friedhof habe ich noch nie gehört, geschweige denn ihn gesehen oder besucht.
    Weiß man von wem dieser Friedhof „aktiv“ verwaltet wird? Sprich: Wer diese „Anlage“ pflegt oder die Beerdigungen durchführt?
    Der Ostfriedhof beispielsweise verwaltet mit seinen zugehörigen Arbeitern zusätzlich noch die Friedhöfe in Daglfing, Bogenhausen, Riem und einen in der Gegend um den Ostbahnhof (habe schändlicherweise vergessen wie dieser Friedhof heißt…)
    Hätte mich einfach mal interessiert, da ich selbst einige Zeit als Friedhofsarbeiter der Stadt München tätig war, und deshalb etwas verwundert bin, daß mir dieser Friedhof nicht bekannt war.
    Im Übrigen ist diese Reihe der mystischen Orte großartig, ich freue mich immer wieder auf neues Material!

    1. Für Verwaltung, Auskünfte, Grabkäufe, Grabumschreibungen, -verlängerungen und -aufgaben ist der „Friedhof am Perlacher Forst“ zuständig.

  2. Mal wieder ein total toller Artikel. Diesen mystischen Ort kenne sogar ich.
    Ich dachte immer, um dort bestattet zu werden, müsse man Perlacher sein von Geburt.
    Die 20 Jahre Wohnsitz hab ich mir schon locker ersessen (25!). Aber ich will eh aschemäßig ins Meer, von daher werd ich keinem Eingeborenen den Grabplatz stretig machen.

  3. also, von 1993 bis Ende 2005 – als ich noch in Neuperlach (Süd) wohnte und in Perlach (Zentrum) arbeitete – bin ich werktäglich, immer in der Mittagspause, einmal außen rum um den Friedhof spazieren gegangen.

    Erst jetzt fällt mir auf, daß ich in all den Jahren nicht ein einziges Mal in den Friedhof hinein gegangen bin. Ich ging immer nur außen herum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.