So ein Müll!

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Müllhaus
Zwei solcher Müllhäuser könnten bald in der Gartenanlage errichtet werden. Das Foto zeigt ein Müllhaus im Bauabschnitt Neuperlach Nord. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach

Müllschlucker sind laut, stinken, sind wartungsintensiv, fördern keine Mülltrennung, da viele Leutchen alles unsortiert reinschmeißen, und laufen dem Brandschutz zuwider. Ein Großteil der Bewohner empfinden die Müllschlucker hingegen als praktisch. Da die Müllschlucker nicht mehr den Bestimmungen des Brandschutzes entsprechen, sollen diese nun in meiner Wohnanlage stillgelegt werden. Klar, wenn jemand per Müllschlucker z.B. eine glimmende Zigarettenkippe entsorgt, kann es dann im Müllraum, der im Keller angesiedelt ist, ein hübsches Feuerchen geben.

Doch dies ist nicht das einzige Problem. Die Lastenaufzüge, mit denen der fleißige Hausmeister die Mülltonnen aus den Müllräumen an die Oberfläche und wieder zurück befördert, entsprechen nicht mehr den Sicherheitsvorschriften. Es sei die Frage erlaubt, ob wirklich jemand durch den Lastenaufzug auch nur theoretisch gefährdet werden könnte. Da für die Benutzung ein spezieller Schlüssel erforderlich ist und der Aufzug vom Hausmeister überwacht wird, ist dies sehr unwahrscheinlich. Dennoch wird man sich den Vorschriften beugen und das Beste daraus machen müssen. Eine Sanierung der Lastenaufzüge wäre allerdings sehr kostspielig. Klar, dies ist ein weiteres Argument dafür, die Müllschlucker außer Betrieb zu nehmen. Allerdings gibt es ein kleines Problem. Wo sollen dann die Tonnen hin? Der Müllraum ist nämlich der Ort, in den die Bewohner auch ohne Verwendung des Müllschluckers ihren Müll hinbringen, z.B. wenn sie Altpapier ordnungsgemäß entsorgen, oder Restmüll, der zu groß für den Müllschlucker ist.

Doch es gibt für alles eine Lösung, ich betone: „für alles“. Nach den derzeitigen Plänen sollen die Müllräume aufgelöst und die Lastenaufzüge für immer stillgelegt werden. Als Ersatz soll die schöne grüne Gartenanlage hinter dem Wohnblock mit zwei Müllhäusern verschandelt werden. Bei Eis, Schnee und Starkregen sollen dann die Bewohner den Müll zu diesen feinen Häuschen bringen. Vom Brandschutz ist das ideal, denn brennt es in so einem Abfallgebäude, kann das Feuer kaum auf die Wohnhäuser überschlagen.

Nur kostet der Bau solcher Häuschen auch eine Stange Geld. Ein Ingenieurbüro soll mit der Planung der Häuschen beauftragt werden. Viel sinnvoller wäre es jedoch meines Erachtens, die bestehende Infrastruktur zu verbessern und den geltenden Bestimmungen anzupassen. Selbst wenn es teurer wird, denn für den Mehrpreis erhält man mehr Komfort. Zumindest sollte man beide Alternativen zur Abwägung gegenüberstellen. Derzeit steht jedoch nur der Bau der Müllhäuschen auf der Tagesordnung. Das letzte Wort haben aber die Eigentümer.

3 Gedanken zu „So ein Müll!“

  1. Ach im Marx-Zentrum gibts noch Müllschlucker???
    In Polen wurden die in den Wendejahren wegen fehlendem Brandschutz größtenteils stillgelegt, Mülltrennung gibts aber trotzdem keine.

    1. Im Marxzentrum wird es Müllschlucker vermutlich noch länger geben. Meine Wohnanlage gehört verwaltungsmäßig nicht mehr zum Marxzentrum und (nur) in unserer Wohnanlage sollen die Dinger jetzt bald wegkommen.
      Es geht ja nicht nur um die Müllschlucker, sondern auch um die Müllräume im Keller und die Lastenaufzüge für die Mülltonnen. Wir werden wahrscheinlich all dies verlieren. Das alles ist keine Tragödie, aber halt weniger komfortabel und gebaut (und bezahlt) müssen die neuen Häuschen ja auch werden.
      Aus Sicherheitsgründen soll übrigens jetzt auch die Gemeinschafts-Dachterrasse im 9. Stockwerk geschlossen werden (der Sicherheitswahn greift weiter um sich herum), und einige weitere Dinge sollen auch wegkommen bzw. verboten werden.

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