Plett-Zentrum wird platt gemacht

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Neues Plett-Zentrum (Modell)
Das Modell des neuen Plett-Zentrum (blaue Darstellung; die hellen Gebäude bestehen bereits; Einfärbung durch Neuperlach.org). Quelle: KSP JÜRGEN ENGEL ARCHITEKTEN GmbH. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Paulus2 Immobilien GmbH. Im rechten unteren Bereich ist das Einkaufszentrum Life zu sehen, rechts der bestehende Büro- und Ladenkomplex an der Albert-Schweitzer-Straße. Ebenso zu sehen: Wohnhäuser an der Plettstraße (ganz links sowie links oben)

Fast jeder Neuperlacher kennt den Bau zwischen der Albert-Schweitzer-Straße und der Plettstraße, der früher mal die Neue Heimat und das Ladenzentrum Plett-Zentrum beherbergte. Ein großer Teil des Baus wurde abgerissen und durch das Einkaufszentrum Life ersetzt, das 2009 eröffnet wurde. Der Teil, in dem die Läden des Plett-Zentrum sowie die Stadtbibliothek und der Ayinger Hof untergebracht waren, steht bis heute. Wobei steht noch wortbeschönigend ist. Längst ist der Bau eine Ruine und dient im Wesentlichen nur noch als Zugang zu einer Fußgängerbrücke, die über die Ständlerstraße führt. Diese Verbindung wird gerne genutzt, um zum Einkaufszentrum pep zu gelangen. Auch muss der Bau für eine Nebennutzung herhalten – oft trifft sich hier eine Gruppe junger Leute zum Biertrinken und für vermutlich nicht immer intellektuelle Unterhaltungen. Der Zustand des Baus ist katastrophal, alle Läden sind mit Brettern zugenagelt und von der Decke tropft das Wasser. Immerhin hat man nach Protesten eine Behelfsbeleuchtung angebracht, sodass der Weg auch im Dunkeln wieder vernünftig passierbar ist.

Nun aber soll der Zustand bald ein Ende haben. Wie der Südost-Kurier Perlach – Giesing – Ramersdorf vom 16.02.2011 berichtet, hat die Paulus2 Immobilien GmbH das Grundstück erworben und plant einen Gebäudekomplex mit Läden, Büros, Kitas und Wohnungen. Bis zu sieben Stockwerke (acht Geschosse) hoch werden die einzelnen Gebäudeteile. Diese Abstufung schafft einen weicheren Übergang zum recht flachen Einkaufszentrum Life mit seinen zwei Geschossen. Das Modell gibt eine Vorstellung vom neuen Bau:

Das Erdgeschoss ist für Läden und die Kitas vorgesehen, Stockwerk 1 für Büros und Gewerbe und die Stockwerke 2 bis 7 für Wohnungen (8.000 qm Gesamtfläche), die übrigens nicht mit Balkonen, sondern mit Terrassen ausgestattet werden. Aber auch der Vorplatz mit der Sonnenuhr soll umgestaltet werden. Den Planungen zufolge wird er begrünt und mit einem Spielplatz ergänzt. Die Sonnenuhr bleibt. Die Zufahrt zum Gebäudekomplex ist über die Albert-Schweitzer-Straße vorgesehen.

Noch dieses Jahr soll die Ruine abgerissen werden, Anfang 2013 soll der neue Bau bezugsfertig sein.

Kommentar

Da Wohnraum in München dringend benötigt wird, ist es zu begrüßen, dass man nun eine Mischnutzung mit hohem Wohnanteil realisiert. Auch Kitas werden gebraucht. Kritischer sind die geplanten Läden zu sehen. Denn im Einkaufszentrum Life stehen bis heute noch einzelne Läden leer. Auch ist in der Umgebung bereits heute eher ein Überangebot an Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, allen voran das pep, das nur wenige Fußminuten entfernt ist. Entsprechend ist zu hoffen, dass noch Marktlücken gefunden werden und sich Ladengeschäfte etablieren können. Denn von leer stehenden Räumlichkeiten haben mindestens die ruinengeplagten Anwohner inzwischen genug.

Das alte Plett-Zentrum. Der Zustand ist eine Katastrophe (Archivbild) © Thomas Irlbeck
Der einzige Zweck der Ruine ist der Durchgang zum pep (Archivbild) © Thomas Irlbeck

4 Gedanken zu „Plett-Zentrum wird platt gemacht“

  1. Daß die Plett-Ruine nun einem ansehnlicheren Bau weichen muss finde ich sehr gut! Obwohl die Kritik an den geplanten Läden natürlich angebracht ist, mehr Wohnraum wäre an dieser Stelle sinnvoller – aber immerhin! Gut für Neuperlach und die Menschen die dort leben.
    Was mich jedoch arg schmerzt, ist das Schicksal für den Vorplatz mit der wunderschönen Sonnenuhr. Da war es früher immer so herrlich friedlich, und das Gebilde war eines der Wahrzeichen der Gegend. Als Kind bin ich oft auf der Sonnenuhr herumgeklettert, später habe ich es mehr als Kunstwerk betrachtet. Einen Kinderspielplatz kann ich mir an dieser Stelle nicht sonderlich gut vorstellen, aber man muss sich der Entwicklung beugen, zumal diese – in Anbetracht der Tatsache daß hier auch Wohnungen entstehen -wichtig werden könnte.
    Trotzdem ein Schlag für mich und meine Erinnerungen…ich hoffe innigst, daß die Sonnenuhr (wie vorher das „Space Churn“!) an anderer Stelle in Neuperlach ein Dasein fristen darf. Schließlich ist/war es ein wichtiger Teil des Plettzentrums!

  2. Was mich jedoch arg schmerzt, ist das Schicksal für den Vorplatz mit der wunderschönen Sonnenuhr.

    Die Sonnenuhr soll den Planungen zufolge bleiben. Nur der Platz drumherum wird umgestaltet und mit einem Spielplatz ergänzt. Möglich ist aber, dass die Sonnenuhr ein paar Meter versetzt wird.
    Ich habe das mit der Sonnenuhr jetzt im Artikel noch ergänzt.

  3. Vielen Dank, das ist eine sehr gute Nachricht!
    Spielplätze sind natürlich auch wichtig, vor allem wenn neue Wohnanlagen errichtet werden, aber bereits bestehende Kunsterke sollten natürlich berücksichtigt und nötigenfalls versetzt werden.
    Ich freue mich sehr, daß die Sonnenuhr erhalten bleibt!

  4. Eine Marktlücke wäre der erste Dunkin Donuts in München!

    In einer anderen Pressenachricht habe ich gelesen, dass Dunkin Donuts eine Expansion auch im süddeutschen Raum plant (in Berlin und ich glaube in Köln gibt es schon mehrere solcher Cafes/Restaurants).

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