Tor-Heiten

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Tor Kurt-Eisner-Straße
Das neue Tor an der Kurt-Eisner-Straße (21.04.2011) © Thomas Irlbeck

Neuperlach ist mit einem großzügigen Fußwegsystem ausgestattet. Diese Fußwege sind breit wie Nebenstraßen. Radfahren ist offiziell nicht erlaubt, wird aber im Allgemeinen geduldet. Seit vielen Jahren gibt es jedoch die Unart, diese Fußwege fast unpassierbar zu machen. Das Problem sind vor allem die Bewohner, die mit ihrem fahrbaren Untersatz direkt zu den Hauseingängen fahren, um dort Sachen aus- oder einzuladen. Nicht immer ist es nur ein Kasten Bier oder der Großeinkauf im pep, der ausgeladen wird. Handwerker parken auch gerne nahe am Eingang und hier ist es oft eher eine Notwendigkeit als eine reine Bequemlichkeit. Doch diese Wege sind auch Feuerwehrzufahrten. Im Ernstfall kann ein geparktes Automobil die Rettungsarbeiten verzögern.

Dies ist die offizielle Variante, ganz nebenbei möchte man auch sicherlich die Radler ausbremsen und Fremde fernhalten. Bislang befanden sich an der Kurt-Eisner-Straße, wo der Fußweg Richtung Pflegeheim Neuperlach (am Friedrich-Engels-Bogen) beginnt, nur ein paar Stempen. Solche Pfosten erweisen sich allerdings als labil, mitunter fallen diese fast von alleine raus. Für Handwerker sind sie ohnehin kein Hindernis, da entsprechendes Werkzeug zum Entfernen mitgeführt wird. Also muss ein abschließbares Tor her, das nur der Rettungsdienst und Hausmeister öffnen kann.

Wie auf dem Bild zu sehen ist, geht das neue Tor unnötigerweise über die volle Breite des Fußwegs. Wer nicht genau hinseht, meint, dass der Weg gesperrt sei. Das Abschrecken von Fremden funktioniert also schon einmal. Rechts sind ein paar Pflastersteine gesetzt, sodass man sich vorbeimogeln kann, bleibt aber als Radfahrer schnell an einem weiteren, neu gesetzten Stempen hängen, der wohl verhindern soll, dass noch ein Klein-Pkw da irgendwie durchkommt. Links kommt man vorbei, wenn man großzügig ein Stück des Rasens mitbenutzt, was der Hausmeister aber nicht gerne sieht. Wohlgemerkt reden wir auch von Fußgängern und nicht nur von bösen Radfahrern, die einen öffentlichen Weg, der für die Allgemeinheit zum Durchgang bestimmt und freizuhalten ist, benutzen möchten. So ein Tor muss daher nicht sein, zumindest nicht mit solchen Ausmaßen. Aber das Argument lautet, dass bei einer Entfernung dem Missbrauch wieder Tür und Tor geöffnet werden würde.

5 Gedanken zu „Tor-Heiten“

  1. Auch wenn ich da mit dem Rad nicht hinkomme (ist mir echt zu weit von Düsseldorf aus), aber so ein Hindernis ist doch zu umfahren :-).

    1. Natürlich kommt man vorbei, aber es werden immer mehr solche Hindernisse, teilweise stehen am Beginn von Radwegen(!) auch Schikanen (wo geübte Radfahrer in Zickzackform noch gerade so durchkommen), sodass man während einer Fahrt immer öfter ausgebremst wird und auf Schrittgeschwindigkeit runtergehen muss. Es gibt dabei noch viel engere Stellen als diese, da kommt man mit einem Fahrrad noch mit Mühe, mit einem Rollstuhl oder Kinderwagen zum Teil gar nicht mehr durch, sodass Umwege, manchmal sogar größere, eingeplant werden müssen.
      Außerdem gibt es an Schikanen auch häufig Unfälle, sodass der Nutzen infrage gestellt werden muss. Fahrradverbände lehnen solche Hindernisse auch in aller Regel ab.

    2. Ich möchte auch auf die „Schranke für Schlanke“ verweisen:

      http://www.neuperlach.org/blog/?p=1336

      Hier konnte ich beobachten, dass breitere Rollstühle nicht mehr durchkamen, ein paar Meter seitlich vorbeifahren ging auch nicht, da auch dort alles dicht ist. Nach Protesten wurde die Schranke gekürzt, aber es hat sehr lange gedauert.

  2. Alles, was Radler ausbremst, findet meine vollste Zustimmung! Die brettern doch wie Wildsau duch die Gegend!! Zum Fußgänger-Plattmachen wär ein Auto geeigneter. Aber dafür sind die ja zu öko. Oder Lappen weggekifft. Aber mit´m Radl kann man ja auch prima Leute ummähen.

    1. Warum willst Du alle bestrafen, wenn nur ein gewisser Teil als Radl-Rambos auftreten? Willst Du in allen Städten alle 20 Meter für einen Millionenbetrag Schikanen bauen? Ich kann Dir übrigens mehrere Schikanen zeigen, die so eng sind, dass ein Rollstuhl oder so mancher Extrem-Vollschlanke definitiv nicht mehr durchkommt (das hier gezeigte Tor ist noch vergleichsweise harmlos). Umfahren/umgehen ist bei diesen nicht möglich, da links und rechts durchgehend ein Zaun gesetzt ist.
      Übrigens soll die Stadt München angekündigt haben, dass ein Großteil der Schikanen langfristig abgebaut werden. Das hier gezeigte Tor wurde vermutlich von den Eigentümern selbst errichtet, da wird man wenig ausrichten können.

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