Das schöne und hässliche Neuperlach

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Das hässliche Neuperlach
Das hässliche Neuperlach (26.04.2011) © Thomas Irlbeck

In den letzten Jahren wurde ein Großteil der Häuser in Neuperlach saniert und verschönert. Mit einem bunten Anstrich anstelle des ursprünglichen Grau oder Beige, das in den 1970er-Jahren in der Architektur vorherrschte, obwohl die 1970er-Jahren eigentlich als bunt, schrill gelten (was aber mehr auf die Inneneinrichtung und Mode zutraf), sieht alles viel freundlicher aus. Aber es wurden auch die Fenster erneuert, die Hauseingänge modernisiert, die Fahrstühle ausgetauscht und vieles mehr. Natürlich kann das aus einem quaderförmigen 08/15-Hochhaus keinen Designerbau machen. Aber eine deutliche Verbesserung ist es allemal.

Doch auch das alte, hässliche Neuperlach gibt es noch. Schmutzige Häuser mit zum Teil abgeblätterter Farbe, graue Stellen, bei denen nicht so klar ist, ob das Schimmel ist oder einfach nur Dreck, marode Eingangsbereiche, verbeulte Klingeltableaus und Briefkästen, einfach gruselig. Man kann nur hoffen, dass auch bei dem hier gezeigten Wohnblock mal die Arbeiter anrücken und den Bau zumindest auf das Niveau der umliegenden Häuser anheben. Für die Rubrik die hässlichsten Gebäude der Welt hat es zwar nicht ganz gereicht, aber das ist natürlich eine subjektive Einschätzung. Nah dran für die Nominierung in der Kategorie ist dieses Gruselhaus aber sicherlich.

Das hässliche Neuperlach
Der Block in der Kurt-Eisner-Straße muss  dringend saniert werden (26.04.2011) © Thomas Irlbeck
Das schöne Neuperlach
Farbenfrohe Wohnblocks nach der Sanierung, ebenfalls an der Kurt-Eisner-Straße (26.04.2011) © Thomas Irlbeck

2 Gedanken zu „Das schöne und hässliche Neuperlach“

  1. Vielleicht auch dies gegen Tendenz:
    ich glaube man muesste auch mal die super 1960/1970 Bilder anschauen. Die sind wegen dem Alter verbleicht und verfaerbt aber man erkennt recht gut dass die Haeuser urspruenglich in starken hell-dunkel Kontrasten bemalt waren, mit denen die Kontouren der Gebaeude gut unterstrichen wurden. Das ist heute leider voll aufgegeben worden, aber ich glaube das war gut, damit die grossen Gebaeude weniger wie eine ‚oede Wand‘ aussahen. Auch wenn farbig, sollte man das wieder einfuehren glaube ich. Wir haben die Bauten ja alle nur verbleicht und schmutzig gesehen, da kann man nicht mehr sagen ob das mal gut aussah. Was den Block auf den Fotos betrifft, der wurde gegen 1985 neu bemalt, war urspruenglich gelbe Basis mit weissen und grauen Flaechen zwischen den Fenstern.

    1. Das mit den Konturen ist sicher ein interessanter Punkt. Die ursprüngliche Farbgebung gefiel mir aber nie so wirklich. Es dominierten Weiß, viel Grau, manchmal auch Braun oder leichte Pastelltöne , im Falle des Marx-Zentrum und der benachbarten Wohnanlage am Karl-Marx-Ring 52-62 sowie an der Gerhart-Hauptmann-Schule gar Schwarz (bei Letzterer inzwischen in Blau geändert). Die 1970er-Jahre galten als schrill und bunt, was sich aber primär nur in der Inneneinrichtung widerspiegelte, die Außenfassaden waren dagegen schlicht (oder trist, wenn man es werten möchte). Vermutlich war dies damals der Zeitgeist, sonst hätte man es nicht gemacht. Negative Kommentare über die Farbgebung der Wohnblöcke gab es aber bereits damals, wie alte Zeitungsartikel und auch meine Erinnerung beweisen.

      Die nun vorherrschende farbintensive Gestaltung finde ich auf jeden Fall erheblich schöner.

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