Die letzte Fahrt

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Fahrstuhlsanierung
Die beiden Fahrstühle haben ausgedient (28.04.2011) © Thomas Irlbeck

Über 40 Jahre haben meine beiden Fahrstühle auf dem Buckel. Nun werden sie beide ersetzt, zuerst der rechte, dann der linke. Zwei Monate, bis zum 1. Juli 2011, soll die Sanierung dauern. Ein Fahrstuhl wird einen Notbetrieb sicherstellen. Allerdings wird es auch zur zeitweisen Komplettstilllegung kommen, da die Elektronik samt Bedientableau in den Stockwerken beider Fahrstühle zusammenhängt.

Fahrstuhlsanierung
Diesem Fahrstuhl (es ist der rechte) geht es zuerst an den Kragen (28.04.2011) © Thomas Irlbeck

Der längste Totalausfall ist auf 48 Stunden angesetzt. Es ist aber alles nicht so schlimm, denn Bewohner mit nur einem einzigen Fahrstuhl im Haus (es gibt in Neuperlach Häuser mit 12 Etagen, die nur über einen einzigen Fahrstuhl verfügen!) müssen während eines Fahrstuhlaustauschs mehrere Wochen komplett auf ihren Lift verzichten und sich die Treppe hinaufqäulen. Für Leute mit körperlichen Einschränkungen eine Katastrophe.

Zunächst wird der rechte Fahrstuhl ausgetauscht. Dieser hat ohnehin eine Macke, er hält meistens in meinem Stockwerk nicht mehr und fährt ins jeweils nächste Stockwerk durch. Wir werfen einen letzten Blick in das Museumsstück, das am 02.05.2011 noch eine letzte Fahrt unternimmt: auf den Schrottplatz.

Hoffentlich gelingen beim Aus- und Einbau ein paar interessante Fotos.

Updates

Fahrstuhl-Tableau
Fahrstuhl-Tableau. Der rechte Fahrstuhl ist bereits außer Betrieb (02.05.2011) © Thomas Irlbeck
Fahrstuhlschacht
Ein Blick in den Abgrund (02.05.2011) © Thomas Irlbeck
Neues Moterli
Ein neues Motorli für den Personenfahrstuhl II (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Fahrstuhl allerallerallerletzte Fahrt
Wie sehen das wahrscheinlich letzte Foto von der Fahrstuhlkabine II. Bereits demontiert warten die Kabinenseitenwände mit dem charakteristischen Holzdekor auf ihre letzte Fahrt, die nun aber zur Abwechslung horizontal erfolgen wird (06.05.2011) © Thomas Irlbeck
Neuer Fahrstuhl
Die wahrscheinliche ersten Fotos vom neuen Fahrstuhl II. Er ist schon im Probebetrieb. Mitfahren ist aber für Bewohner noch strengstens verboten! (25.05.2011) © Thomas Irlbeck

Schneller als geplant

Das ging ja dann doch schneller als geplant. Mein neuer Fahrstuhl II ist seit heute (26.05.2011) ca. 12 Uhr freigegeben. Moderner sieht er aus als der alte. An einigen Stockwerken quietscht er aber etwas.

Fahrstuhl II freigegeben
Fahrstuhl II freigegeben (26.05.2011) © Thomas Irlbeck
Fahrstuhl II freigegeben
Fahrstuhl II freigegeben (26.05.2011) © Thomas Irlbeck
Neue Fahrstuhl-Tableaus
Neues Fahrstuhl-Tableau (26.05.2011) © Thomas Irlbeck

5 Gedanken zu „Die letzte Fahrt“

    1. Soweit ich weiß, ist diese innere Türe in Deutschland vorgeschrieben*. Alle Fahrstühle, die ich je in Neuperlach gesehen habe, hatten von Anfang an eine innere Türe, auch die ganz alten im Marx-Zentrum um 1974 herum.

      Übrigens wurden im Marx-Zentrum schon die Fahrstühle ausgetauscht (ob alle oder nur einige, weiß ich nicht), ich selbst wohne ja nicht im, sondern neben dem Marx-Zentrum. Auch in meiner Wohnanlage wurden schon einige Fahrstühle ersetzt. Weitere folgen demnächst noch.

      * Möglicherweise gibt es aber Übergangsregelungen, Bestandsschutz, Sonderregelungen für Gewerbegebäude etc. Vielleicht weiß das ja ein Fahrstuhlexperte, ich bin da ein wenig überfragt.

  1. Unserer (Kafkastraße, wir haben nur einen pro Haus) wurde im Februar auch ausgetauscht, aber erst nachdem er wirklich ausgefallen ist. Hat dann 8 Wochen gedauert. Die WSB hat in der Zeit körperlich eingeschränkten Mitbewohnern einen Einkaufsservice bezahlt und einen Notdienst genannt, der sich darauf spezialisiert hat Gehbehinderte Treppen rauf unf runter zu bringen. Zudem haben sie einen Stuhl in jedes Stockwerk gestellt, zum ausruhen.

    Der Fahrstuhlbauer hat gemeint, das dauert nur so lang, weil der Motor erst gebaut werden muss (muss ja an die Gegebenheiten passen) die anderen werden jetzt gebaut und dann ausgetauscht, so das der Totalausfall in den anderen Häusern nur Stunden dauert.

    Zu den Innentüren, ich weis, das es noch welche ohne gibt. Am häufigsten in alten Universitätsgebäuden oder Staatlichen Gebäuden. Aber es werden weniger.

    1. Danke für Deinen interessanten Kommentar.

      Stühle im Treppenhaus kann wird es bei uns wegen des Brandschutzes wohl kaum geben. Es mussten sogar alle Pflanzen weg. Außerdem haben wir nur ein abgeschirmtes Fluchttreppenhaus, da gäbe es auch keine Aufstellmöglichkeiten. Ein solches Fluchttreppenhaus ist in allen Hochhäusern vorgeschrieben, das heißt in der Regel ab 9 Stockwerken (10 Etagen). Die zwei Türen vor dem Nottreppenhaus sollen dazu führen, dass im Feuerfall das Treppenhaus länger rauchfrei bleibt, sodass dieses benutzbar bleibt. Je höher das Haus, desto kritischer kann ein Brand werden, da die Flucht aus den oberen Stockwerken mehr Zeit kostet. Daher gelten für höhere Häuser verschärfte Sicherheitsbestimmungen.

  2. Die Pflanzen mussten wir auch wegnehmen. Hat angeblich die Feuerwehr bei einer Begehung bemängelt. Ich bin mir auch sicher, das die Feuerwehr getobt hätte, hätten die das mit den (Holz-)Stuhlen gewusst. Abgestellt wurden die einfach oben an jeder Treppe im Eck (da wo früher die Blumen standen)… .

    Aber richtig ist, das wir mit nur 8 Stockwerken, kein Nottreppenhaus haben, sondern ein normales. Platz ist daher bei uns auf jedem Absatz genug.

    Ich drück euch die Daumen, das es alles Schnell und ohne lange Ausfälle über die Bühne geht.

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