Wann ist eine Straße eine Straße?

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Schlecker
Das hat der alte Max Peschel nicht verdient

Der Schlecker ist schon eine halbe Ewigkeit im Marx-Zentrum. Eine bauliche Erweiterung hat er mitgemacht, einen Umzug von der Ladenzeile Max-Kolmsperger-Straße auf die Mittelinsel und eine Umfirmierung zu Schlecker XL nebst Ladenvergrößerung.

Als seltener Kunde fielen mir gestern auf dem Bon gleich zwei Fehler auf: Dem Max Peschel hat man ein „r“ spendiert und aus dem Anger, der ja schon für Straße steht, eine Angerstraße gemacht.

Ähnliches kommt immer mal wieder vor. Als ich als kleiner Bub im Neuperlacher Spielhaus (Maulwurfshausen, am Ostpark) meinen Werkzeugausweis ausgestellt bekam, mit dem man dann schön Hämmer, Sägen und was weiß ich alles ausleihen konnte, um Hütten zu bauen, bestand der Betreuer darauf, dass er eine Straße eintragen müsse, und eine Straße würde auf „Straße“ enden, basta. Mein Einwand, dass auf dem Straßenschild nur „Peschelanger“ aufgedruckt sei und nicht mehr, wurde einfach ignoriert. So hatte ich eine peinlich anmutende Anschrift von „Peschelangerstraße irgendwas“ im Ausweis.

„Anger“ steht aber nun mal für eine kleine Straße, eine Sackgasse. Zumindest unter anderem. In Neuperlach hat man die Straßen nicht einfach auf „Straße“, „Weg“ und ggf. noch auf „Allee“ enden lassen, sondern gemäß ihrer Form, Funktion und Länge beschrieben: Friedrich-Engels-Bogen, Peschelanger, Karl-Marx-Ring. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Ausnahmen, etwa die Plettstraße.

Im ursprünglichen Sinne ist ein Anger ein grasbewachsener Fleck oder ein Dorfplatz, der gemeinschaftlich benutzt wird. Bei Anger handelt es sich um ein sehr altes deutsches Wort, das eigentlich Biegung, Bucht, Tal bedeutet. Und es ist mit der Angel verwandt, die ja schließlich auch gebogen ist. Wenn das der Spielhausbetreuer wüsste!

2 Gedanken zu „Wann ist eine Straße eine Straße?“

  1. Schön, daß du in diesem Artikel eine „Brücke“ zum Spielhaus herstellst…da werden Erinnerungen wach.
    Ich habe damals die „Prüfung/Ausbildung“ zum Magaziner gemacht, aber bezüglich der Adresse auf dem Ausweis hat man den Karl-Marx-Ring einfach einen Ring sein lassen. 😉
    Das war eine herrliche Zeit…

  2. Du warst also auch im Spielhaus unterwegs als Kind, ich wurde 2007 durch nun ehm ja „NPL-Krassgesindel“ von dort verbannt, habe aber jedoch langsam wieder gute Kontakte(u.a. mit Manfred den ja jeder kennen müsste^^) und bin ab und zu bei Spielenächten im Haus dabei.
    Meine Auszeichnung vom 4 Platz des Goldenen Hammers 2005 mitsamt dem Gewinn hab ich immernoch in meinem Zimmer.
    Ebenso wie den Meisterbrief beim Recycling.
    Als Kind hab ich aber auch manchmal bisschen Mist gebaut und solche Spielzeugpistolenringe mit dem Hammer rumgeknallt und manchmal Jugendfeuerwerk ins Lagerfeuer geschmissen 😀
    Im Sommer bin ich immer auf der Wasserrutsche rumgetobt…
    Das waren Zeiten…

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