Der VoIP-Anschluss wider Willen – oder „Das Echo“

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Auch Mütter surfen inzwischen leidenschaftlich und machen z.B. ihre Bankgeschäfte online. Auch wenn sie schon in Rente sind, ist das heutzutage kein Hindernis mehr. Aber es sollte ein Notebook als Ersatz für den alten Desktop-Rechner her, damit das Internet kabellos in der ganzen Wohnung und auch auf den Balkonen genutzt werden kann. Dazu muss auch ein WLAN-Router her, ein schnellerer Internetanschluss wäre auch nicht verkehrt.

Also bestellte ich bei der Deutschen Telekom VDSL 50 Universal mit Internetflatrate und Telefonflatrate fürs deutsche Festnetz. Praktischerweise wird da auch ein WLAN-Router mitgeliefert und eine schöne Gutschrift gibt es auch. Also ein verlockendes Angebot, bei dem man monatlich kaum mehr zahlt als vorher, dafür aber viel schneller surfen kann, mit bis zu 50 Mbit/s beim Download. Damit lässt sich im Idealfall der Inhalt einer gut gefüllten CD-ROM in rund 2 Minuten übertragen und Internet-TV ist sogar in HDTV möglich. Vor einiger Zeit habe ich auch auf VDSL 50 Universal umgestellt, was problemlos lief.

Internet Open
Das Internet ist geöffnet. Ohne geht heute nichts mehr. Foto: balleyne / Lizenz siehe: flickr

Nun also wieder eine Änderung eines bestehenden Anschlusses. Besonders viel falsch machen kann man bei der Onlinebestellung nicht. Ein Knackpunkt ist nur ISDN. Muttern hat eine ISDN-Anlage mit zwei Mobilteilen. Also habe ich penibel darauf geachtet, VDSL 50 Universal zu bestellen, wobei man wissen muss, dass ISDN nun Universal heißt. Klingt irgendwie besser, steigert aber die Konfusion. Darauf zu achten, ist ganz wichtig, da ISDN-Telefone nicht an einem Standard(Analog)-Anschluss betrieben werden können.

Dann kam der Tag der Umstellung. Der Router wurde ein paar Tage verspätet geliefert, aber auch Senioren haben heutzutage ein Handy, um weiter an der Kommunikation teilhaben zu können, wenn das Festnetz mal tot ist. Doch es gab dann unerwartet Probleme. Der Internetzugang funktioniert zwar. Beim Telefon bekommt man einen Wählton, aber jeder Nummer wird als besetzt gemeldet. Da es unwahrscheinlich ist, dass alle Leute gerade zufällig 24 Stunden am Tag telefonieren, muss da der Wurm drin sein. Die Recherche ergab dann, dass ein VDSL 50 IP-Anschluss geschaltet wurde statt VDSL 50 Universal/ISDN. Das ist so was wie ein reiner DSL-Anschluss, man kann also auch kein analoges Telefon an den Anschluss klemmen, zumindest nicht, wenn man will, dass es funktioniert. Also muss der Kundendienst heran. Der sah keinen Fehler bei sich. Aber ich habe ja eine Bestellbestätigung. Dort steht allerdings lapidar nur VDSL 50, ohne „IP“, aber auch ohne „Universal“. Somit ist diese als Beweismittel ungeeignet. So vermute ich einen Fehler im Bestellprozess. Vielleicht ist dieser durch einen Softwarefehler entstanden, oder der Bestellprozess ist nur halbautomatisch, sodass eine Person aus Fleisch und Blut hier die Bestelldaten mindestens bestätigen muss und es hierbei zu einem Fehler gekommen  ist. Theoretisch kann es auch mein Fehler sein, ich schließe es aber fast aus, da ich mich mit meiner jahrzehntelangen ISDN-Erfahrung noch erinnern kann, Universal ausgewählt zu haben und das bis zum Absenden der Bestellung mehrfach überprüft zu haben.

Wer auch immer schuld ist, man könnte das ja einfach noch mal umstellen. Die Deutsche Telekom riet jedoch ab davon, das sei ja so was wie eine Neubestellung und würde erhebliche Wartezeiten verursachen, hieß es. Ich sollte daher VoIP nutzen. Das bedeutet Voice over IP und heißt ganz einfach, dass die Telefongespräche in Datenpakete zerteilt, über das Internet transportiert und dann wieder zusammengesetzt werden. Man nennt das auch Internet-Telefonie oder DSL-Telefonie. Dummerweise kann der Router zwar VoIP, aber er hat nur Anschlüsse für Analogtelefone. Die Lösung bestand dann darin, Mutterns Router mit meinem zu tauschen. Beide sind technisch sehr ähnlich, meiner hat aber einen zusätzlichen internen S0-Bus zum Anschluss von ISDN-Geräten.

Router-Katze
Katzen würden Router kaufen. Da die eigene Katze schon längst das Zeitliche gesegnet hat, wird hier eine Fremdkatze gezeigt. Foto: mamarati / Lizenz siehe: flickr

Nun, das Ganze funktioniert recht gut, wenn man es erst einmal konfiguriert hat. Die Deutschland-Telefonflatrate gilt dafür, die bestehenden Rufnummern lassen sich beibehalten, die Verbindungen sind stabil und selbst die Sparvorwahlnummern für Handy- und Auslandsgespräche (die es eigentlich nur bei Festnetzanschlüssen der Deutschen Telekom gibt, wobei die Frage zu stellen ist, ob es sich jetzt formal überhaupt um einen Festnetzanschluss handelt) scheinen anstandslos zu funktionieren – laut einem Zeitschriftenbericht erst seit Anfang 2011, mal wieder Glück gehabt. Nur ist beim Telefonieren hin und wieder ein leichtes Echo zu hören, was vermutlich auf die VoIP-Technik zurückzuführen ist. Aber man kann ja nicht alles haben und ist froh, dass es überhaupt so gut funktioniert funktioniert funktioniert …

3 Gedanken zu „Der VoIP-Anschluss wider Willen – oder „Das Echo““

  1. Meiner Erfahrung nach nehmen sich die Anbieter da nicht sehr viel. Das Procedere bei meinem „Alice“-Anschluss hat mich auch eher an die Teeparty aus Lewis Carrolls Roman erinnert.

  2. Och, vor ca. 6 Monate Zwangsänderung auf Vodafon da die Telekom den bestehenden Vertrag SELBER gekündigt hatte. Es lief alles reibungslos. Selbst die Nummern haben wir noch. Und kein blödes VoIP.
    Telekom behauptet ja bei dir es sei wohl ein Fehler unterlaufen, dabei ist doch schon längt bekannt, die Telekom will ISDN nicht mehr…so kann man den Kunden auch zum Umstellen zwingen.

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