Quidde-Zentrum leert sich – Abriss rückt näher

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Mix Markt Quidde-Zentrum geschlossen
Der Mix Markt im Quidde-Zentrum wurde geschlossen (19.11.2011) © Thomas Irlbeck

Der Abriss des Quidde-Zentrum (Neuperlach.org berichtete) rückt näher. Der Mix Markt hat nun geschlossen, die Stadtbibliothek Neuperlach öffnet am 23. Dezember das letzte Mal ihre Pforten. Leseratten dürfen sich freuen, denn die Pause wird nicht allzu lange sein. Am 08.03.2012 wird die Stadtbibliothek Neuperlach wiedereröffnet. Die neuen Räume liegen zentraler, nämlich in der Charles-de-Gaulle-Straße am pep.

Stadtbibliothek Quidde-Zentrum
Die Bibliothek zieht um! (19.11.2011) © Thomas Irlbeck

Wann der Mix Markt zurückkehrt und wo, konnte Neuperlach.org noch nicht in Erfahrung bringen. Per Plakat wird auf die Prima Märkte verweisen, die ebenso russisches Sortiment haben. Die Prima Markt-Filiale in der Schlüsselbergstraße 13 liegt in Berg am Laim und damit für Neuperlacher relativ günstig. Sie ist mit der Tram 19, Haltestelle Schlüsselbergstraße, erreichbar.

12 Gedanken zu „Quidde-Zentrum leert sich – Abriss rückt näher“

  1. Uuuah da muss ich im Dezember oder wenn ich zum Fahrplanwechsel mal nach München runterkomme wohl einiges Abfotografieren!!!!
    Man ist grad mal 2 Monate abstinent und es ändert sich ja verdammt viel.

    1. Es bedeutet ja nicht, dass gleich im Januar abgerissen wird. Auszuschließen ist es aber nicht, sodass es nicht schadet, jetzt alles noch mal bildlich festzuhalten. Im Frühling und Sommer ist meines Wissens Baumfällverbot, sodass man, wenn man abreißen will, die Bäume bis ca. spätestens Ende Februar fällen muss, da stehen ja doch einige herum. Aber die Erfahrung ist, dass Bauprojekte sich immer verzögern, das alte Plett-Zentrum steht auch noch, dabei hieß es erst: Abriss Ostern dieses Jahr.

  2. Mir faellt nur eins auf: Alles einstoeckige wird abgebrochen, weil es ‚marode‘ usw ist. Alles hohe bleibt stehen und kann renoviert werden. Offensichtlich kann man den Boden in Neuperlach jetzt mit hoeheren Bau-koeffizienten ausnuetzen als in den Siebziger Jahren. Das ist wohl der wirkliche Grund fuer das viele Abreissen und hoeher neubauen, aber wer zum Beispiel in der Quiddestrasse oder Plettstrasse wohnt, der weis bald nicht mehr wo er zu Hause ist, bei dem vielen neubauen.. Und wer seine Kommunion in Sankt Jakob gemacht hat? Die Kirche gibt es wohl bald nicht mehr. Auch da koennte man mit ein paar neuen Stahlpfeilern einiges ‚marodes‘ loesen und erhalten.. Wird aber wohl nicht gemacht werden..

    1. Mir ist auch nicht wohl, wenn die vielen Gebäude alle verschwinden.

      Bei der Kirche St. Jakobus heißt es, es gäbe Probleme mit Schadstoffen in der Brandschutzdämmung. Da man in dieser Zeit extrem viel Asbest verwendet hat, kann man sich denken, was dahinter steckt, auch wenn es keine offizielle Aussage dazu gibt.

      Natürlich geht es auch um Wohnungen, die dringend gebraucht werden. Statt wie beim Life nur ein Einkaufszentrum hinzusetzen, ist jetzt der Trend in der Tat, dass man noch viele Stockwerke mit Wohnungen darübersetzt. Bei St. Jakobus verzichtet man auf einen Kirchenneubau zugunsten einer Kita, wo ebenfalls ein großer Bedarf da ist. Auch darum geht es.

      Immerhin entstehen jetzt in Neuperlach erstmals seit fast Jahrzehnten wieder höhere Wohnhäuser, immerhin mit bis zu acht Geschossen. Diese wollte man ja nicht mehr, alles über 4 oder 5 Geschossen war unerwünscht.

      Beim Sudermann-Zentrum wird es so sein, dass sich dessen Gesicht nicht so stark verändern wird. Hier setzt man auf Erhaltung, nur der große Flachbau (was sonst) wird für ein höheres Gebäude (was sonst) geopfert. Bilder eines ersten Entwurfs habe ich gesehen, der Entwurf wird noch mal überarbeitet und dann sehr wahrscheinlich hier präsentiert.

  3. Ich weiss jetzt natuerlich nicht, wie gross die Wohnungsnot konkret ist. Wenn man in Neuperlach verdichten muss, weil es die einzige Loesung und auch notwendig ist, dann kann ich da bestimmt nichts dazu sagen. Wenn es nur um Kapital-ausnuetzung geht, haette ich es eben richtig gefunden, das bestehende zu verbessern, und das als Bau-auflage. ‚Verbessern‘ kann vieles bedeuten und einschliessen, am Beispiel Quiddezentrum mal erleutert: Rollstuhlrampen dazubauen (auf die Wiesen um das Zentrum), den Bau wieder in Stand setzen und saeubern, modern und oekologisch voll beleuchten, zerstoerte Bauelemente (durch Vandalismus, Abnuetzung)mit robusteren ersetzen, mehr Werbeflaechen zur Quiddestrasse hin schaffen, mit leichten Stahl-Glas-Strukturen neue Stockwerke darauf. Das alles wuerde bedeuten die Erfahrungen, Erinnerungen und die Identitaet dieser Orte nicht voellig zu loeschen. Man koennte das so alles weiter erhalten und aus der vergangenen Alltags-Erfahrung in dem Bau das beste machen. Das, was ich meine, ist ein Prozess der eine jahrhundertelange Tradition hat und zu charakteristischen und praktischen Gebaeuden gefuehrt hat, die man eventuell dann irgend wann mal in den Ursprungszustand zurueck verseten kann. Alles ‚genau so‘ zu erhalten wie es gebaut wurde ist natuerlich unmoeglich.

    1. Das Ladenzentrum in Haar hat man modernisiert. Alles wurde überdacht, mit viel Glas, und die früher offenen Zugänge wurden mit automatischen Türen versehen. Damit blieb der alte Charakter zum Großteil erhalten, aber das Ladenzentrum entspricht jetzt mehr den heute üblichen Anforderungen. Optisch finde ich es nicht so besonders toll gelungen, es sieht alles ein wenig zuammengewürfelt aus, allerdings gibt es auch negativere Beispiele.
      Ich wette aber, dass man nur deshalb modernisiert hat, weil sich Wohnungen darüber befinden. Ein reines Ladenzentum hätte man sicher dem Erdboden platt gemacht. Oft ist ja ein Neubau angeblich billiger als eine aufwändige Modernisierung.

      Die Wohnungsnot soll nach wie vor groß sein. Die Einwohnerzahl wächst in München seit ein paar Jahren wieder stetig an. Es müssen schon einmal deshalb zusätzliche Wohnungen geschaffen werden.

  4. Neubauen ist offensichtlich billiger als renovieren. Man kann dabei fast industrielle, standardisierte Bautechniken verwenden mit nur wenigen Detailverzierungen, waehrend bei der Renovierung das meiste handwerklich, vor Ort und von Hand gemacht wird. Ist also eine reine Frage des lieben Geldes.. Deshalb bevorzuge ich auch die schlechteste Renovierung einem Abbruch, denn man kann es immer noch verbessern oder rueckgaengig machen. Ich wuerde das Ladenzentrum in Haar gern sehen, da sind 16 Stockwerke Wohnungen darueber, wenn ich recht erinnere, kann man wohl nicht lohnend abreissen 😉 Ich stelle mir das Quiddezentrum eben mal schoen weiss, hell und beleuchtet vor, verglast, nachts gegen Vandalen geschlossen..

    1. Nachts würde ich das Quidde-Zentrum nicht schließen. Denn da führt ja das Neuperlacher Fußwegsystem durch, auch die Brücke könnte man dann nachts nicht mehr vernünftig benutzen.

      Das Ladenzentrum in Haar werde ich mal bei Gelegenheit fotografieren. Ich habe aber keine Vergleichsfotos zu früher.

    2. Zur Nachtschließung: Bei einem Umbau könnte man natürlich den Fußweg irgendwie außenrum führen, dürfte aber baulich schwierig werden. Der Geldautomat der Stadtsparkasse sollte natürlich auch zugänglich bleiben.

      Aber es ist ohnehin zu spät, der Abriss ist besiegelt.

  5. Man kann halt nur hoffen, das es der letzte Abriss ist. Ich habe bemerkt, dass es da oft Verzoegerungen gibt, da kann man auch noch auf Neuigkeiten hoffen. Ja, das Fussgaengersystem muss natuerlich intakt bleiben, sonst verliert wiederum die Stadtplanung ihren Sinn, man war ja ganz stolz auf diesen Aufbau.

    1. Die letzten Planungen sahen so aus:

      Es soll kein reines Einkaufszentrum gebaut werden, sondern ein siebenstöckiger Bau, in dem im Erdgeschoss Läden und im ersten Stockwerk Arztpraxen untergebracht werden. Dabei sollen in den Neubau nicht nur die bestehenden Geschäfte einziehen, sondern auch zusätzliche Läden entstehen, die das Angebot ergänzen (Metzger, Bioladen etc.). Die übrigen Stockwerke sind für Wohnungen reserviert. Neben diesem Bau soll ein sechsstöckiger Bau entstehen, der zur Ständlerstraße abgewinkelt ist. Hier werden die Stadtsparkasse und der Bewohnertreff eine neue Heimat finden. Der übrige Teil des Baus wird Wohnungen vorbehalten sein. Im Innenhof des neuen Zentrums ist eine Parkanlage vorgesehen.

      Allerdings werden die Pläne noch einmal überarbeitet. Damit verzögert sich der Neubau beträchtlich. Schätzungsweise um ein bis zwei Jahre. Siehe hier: Verweilen statt eilen – Quidde-Zentrum: Abriss und Neubau verzögern sich erneut

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