SEK-Einsatz in Arztpraxis im Marx-Zentrum (4. Update)

Werbung

In einer Arztpraxis im Neuperlacher Marx-Zentrum gab es am Samstag einen SEK-Einsatz. Ein 51-Jähriger betrat die allgemeinärztliche Praxis im 4. Stockwerk des Ärztehauses im Marx-Zentrum. Diese Praxis führt auch Drogensubstitution durch. Mit einer Pistole bedrohte er die anwesenden Assistentinnen und Patienten. Der Arzt war zu diesem Zeitpunkt mit einer Patientin im Sprechzimmer. Der Täter trommelte an die Türe. Diese Situation nutzten zwei Assistentinnen und drei Patienten zur Flucht. Arzt und Patientin verbarrikadierten sich im Sprechzimmer und setzten einen Notruf ab. Die Polizei ging von einer Geiselnahme aus und schickte ein Sondereinsatzkommando zum Tatort. Zunächst konnte der Arzt mit der am Haus fest angebrachten Feuerleiter aufs Dach flüchten. Die Patientin wollte ihm wegen Höhenangst nicht folgen. Statt dessen unternahm sie den Versuch, mit dem Täter ins Gespräch zu kommen. Der Täter schilderte die in seinen Augen ausweglose Situation. Er drohte mehrfach mit Selbstmord und legte es offenbar darauf an, vom SEK erschossen zu werden. Die Patientin konnte den Täter durch das Gespräch beruhigen.

Daraufhin wirkte der Psychologische Dienst der Polizei auf den Täter ein. Nach einem längeren Gespräch wurde der Täter gegen 14:30 vom SEK überwältigt. Er blieb unverletzt. Die Patientin war kurz zuvor per Drehleiter gerettet worden. Die Rettung des Arztes vom Dach erfolgte ebenfalls per Drehleiter.

Bei der Waffe handelte es sich um eine Schreckschusspistole. Zu dem Motiv des Täters heißt es, er brauchte dringend eine Methadondosis und wollte diese vom Arzt erpressen bzw. Rache wegen einer verweigerten Methadondosis üben. Der Täter wurde in die Psychiatrie in Haar eingewiesen.

Quelle:

tz: SEK-Einsatz in Münchner Arztpraxis

Fotos vom Einsatz gibt es bei der Quelle, in einem Bericht der Abendzeitung und auf der Facebook-Seite Marx-Zentum. Die Abendzeitung zeigt dabei auch die Rettung des auf das Dach geflüchteten Arztes.

(Bild entfernt)

SEK-Einsatz im Marx-Zentrum (19.11.2011)

Hintergrundinfo

Die Substitutionspraxis im Marx-Zentrum sorgt immer wieder für Missmut bei Anwohnern, Kunden im Ladenzentrum und Gewerbetreibenden. Zwar gibt der absolut überwiegende Teil der betreuten Drogenabhängigen keinen Anlass für Beschwerden. Diverse, auch größere Vorkommnisse waren jedoch der Auslöser dafür, dass bereits mehrfach ein Umzug der Praxis gefordert wurde. Erst im Juni dieses Jahres gab es einen Raubüberfall auf die Substitutionspraxis, bei dem zwei Täter den Vorratsschrank, in dem Betäubungsmittel gelagert werden, leerten. Eine Arzthelferin wurde bedroht und gefesselt. Laut damaligem Zeitungsbericht war mindestens einer der Täter ein Patient der Praxis.

Der SEK-Einsatz am Samstag wird wieder für neue Diskussionen sorgen. Die meisten Politiker sind aber der Meinung, dass ein Umzug das Problem nicht beseitigen, sondern nur verlagern würde. Es wurde auch schon einmal die Idee aufgebracht, die Methadonausgabe ins Klinikum Neuperlach zu verlagern. Dieser Vorschlag wurde aber ebenfalls abgelehnt.

4. Update (Montag 1:00)

Der Tatverlauf wird inzwischen etwas anders dargestellt, entsprechend wurde der Artikel überarbeitet.

5 Gedanken zu „SEK-Einsatz in Arztpraxis im Marx-Zentrum (4. Update)“

  1. @NPL83 das ist halt die „wahre“ Seite der Psychiatrie…
    Ich musste auch so meine Erfahrungen machen mit diesem **************lager in der Vockestraße, aber ich habs überlebt.
    Abgesehen von dem Schimmel im Bad/Dusche, dem 5Bett Zimmern, der Ausgangssperre/Isolierung von der Außenwelt, dem Kampf das man mich nicht mit Nervengiftpillen vollpumpt und den unzureichenden Essensrationen war ja „wirklich alles“ Ok.

    Psychiatrie gehört abgeschafft, da es eine Post****-Institution ist welche **********(JA VORALLEM IN HAAR!)durchführt.

    Wenn ich an Haar denke bin ich froh in Berlin zu sein und im Psychiatriekritischen Verein Beschützer zu haben…
    Und die PatVerfue(www.patverfue.de) in Schirmherrschaft von Nina Hagen gefällt mir auch…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.