Hocheffiziente „Spar-Fahrstühle“ und weniger schöne Wärmeisolierung (Update)

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Zugang zum Dach und Fahrstuhlmaschinenraum
Bild1: Zugang zum Dach und Fahrstuhlmaschinenraum (28.01.2012) © Thomas Irlbeck

Dieser Beitrag soll als eine Art bebilderter Nachtrag zum Artikel Architektur und Geschichte in Neuperlach von Bruno Tamborino verstanden werden. Vorgestellt wird ein Haus vom Haustyp N. 1 mit 8 Stockwerken (9 Etagen) an der Plettstraße.

Update: Es wurde ein Fehler korrigiert hinsichtlich der Häuser, die einen bündigen Abschluss des Fahrstuhlturms mit dem allgemeinen Hausdach haben, und ein etxra Abschnitt („Hier heißt es schwitzen“) mit Bild zu dieser Besonderheit eingebaut.

Fahren und Sparen ist das Motto der besonderen Fahrstühle

Die besondere Konstruktion der Fahrstühle und Fahrstuhl-/Treppenhaustürme erzielte eine Reduktion der Aufbauten und damit der absoluten Haushöhe. Der Fahrstuhl startet im Parterre (nicht Hochparterre) und hält jedes zweite Stockwerk (E0 – 1,5 – 3,5 – 5,5 – 7,5). Dadurch konnte jede zweite Fahrstuhltüre eingespart werden. Eine Bedienung des Kellers gibt es nicht. Für die Bewohner bedeutet es nicht mehr Treppensteigen. Die Treppe zum Hochparterre entfällt im Unterschied zu anderen Häusern. Man spart also erst einmal die normalerweise übliche halbe Treppe im Erdgeschoss, muss aber zu den Stockwerken entweder eine halbe Treppe rauf- oder runtersteigen. Die Kosten konnten damit reduziert werden, ohne dass es ein weniger an Komfort für die Bewohner im Vergleich mit den anderen Häusern bedeutet, in denen der Fahrstuhl in jedem Stockwerk hält.

Zugang zum Dach
Bild 2: Zugang zum Dach. Links unten zu sehen: Eine der beiden Wohnungstüren im obersten (8.) Stockwerk eine halbe Treppe weiter unten (28.01.2012) © Thomas Irlbeck

Der Fahrstuhl-Maschinenraum befindet sich unmittelbar oberhalb des letzten regulären Zwischenstockwerks, das auf 7,5 liegt (Bild 1), liegt also gewissermaßen auf 8,5. Er steht damit ein wenig mehr als eine halbe Stockwerkhöhe über die allgemeine Haushöhe hinaus. Der Bereich vor dem Maschinenraum und vermutlich auch der Maschinenraum selbst ist 3,37 Meter hoch, also fast einen Meter mehr als die normale Raumhöhe. Würde der Fahrstuhl das achte Stockwerk auf gleicher Höhe bedienen, müsste der Fußboden des Maschinenraums ein halbes Stockwerk höher liegen. Zum Dach führt eine Festleiter (Bild 2) und eine etwas niedrigere Türe (1,55 Meter hoch).

Hier heißt es schwitzen

Kurt-Eisner-Straße
Bild 3: Das Zwischenstockwerk 7,5 in einem Wohnblock in Neuperlach Nordost. Hier fehlt bereits die Fahrstuhltüre. Rechts führt die Treppe weiter zu den Wohnungen im obersten, also 8. Stockwerk (31.01.2012) © Thomas Irlbeck

Es gibt aber auch Häuser in Neuperlach, bei denen der Fahrstuhlturm bündig mit dem allgemeinen Hausdach abschließt. Da es damals offenbar nicht möglich war, den Fahrstuhlmaschinenraum mit Fahrstuhlmotor, Steuerung etc. mit halber Stockwerkshöhe zu bauen, hält der Fahrstuhl in diesen Häusern das letzte Mal zwischen den Stockwerken 6 und 7 (Bild 3). Zu den Wohnungen im 8. Stockwerk muss man entsprechend vom Fahrstuhl aus noch 1,5 Treppen raufsteigen. Die Bauweise hat also einen deutlichen Nachteil, zumindest für die Leute, die ganz oben wohnen. Vor allem eine Reihe von Wohnblocks in Neuperlach Nordost haben dieses Charakteristikum (Bild 3). Nicht relevant für die Bewohner, aber dennoch erwähnenswert: Auch der Zugang zum Flachdach wird dadurch beschwerlicher und ist nur über eine Dachluke möglich.

Für die Umwelt, nicht fürs Auge: Wärmesanierung

Balkon mit Wärmedämmung
Bild 3: Wärmedämmung auf der Westseite vom Balkon aus gesehen (28.01.2012) © Thomas Irlbeck

Wieder zurück zur Plettstraße. Bild 4 zeigt das Ergebnis nach Wärmeisolierung im Wohnblock aus Bild 1 und 2. Dabei wurden auf der Westseite Isolierplatten aufgebohrt und darüber alles neu verputzt. Das Haus wurde dadurch rund 14 cm dicker. Es ist ein unästhetischer Vorsprung (im Bild links) entstanden, wo vorher die Fassade absolut eben war. Der Sichtbereich vom Balkon und Dielenfenster wurde dadurch auch etwas reduziert.

Ein Gedanke zu „Hocheffiziente „Spar-Fahrstühle“ und weniger schöne Wärmeisolierung (Update)“

  1. Abgesehen von dem Vorsprung wurde leider auch die Dacheinfassung oben an der Fassade „ueberwaelzt“ und nur durch einen hell gefaerbten Streifen ersetzt. Das haette man besser machen koennen, die Dacheienfassung waere auf dem Daemmmaterial einfach zu rekonstruiren. Man sieht das oben am Foto. Schade..

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