Abschied nehmen vom Quidde-Zentrum – Abriss St. Jakobus (Update 06.02.2013)

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Quidde-Zentrum
Düstere Wolken über dem Quidde-Zentrum (19.12.2012) © Thomas Irlbeck

In einem Jahr könnte bereits Abriss sein im Quidde-Zentrum (Neuperlach.org berichtete). Der Bau soll einem neuen Gebäudekomplex Platz machen, der neben Läden auch über viele, viele Wohnungen verfügen soll, die in München so dringend gebraucht werden. Ich habe die Gelegenheit genutzt, noch ein paar Fotos zu machen.

Ein paar Läden haben noch geöffnet. Jüngst ist nach mehreren Jahrzehnten die Stadtsparkasse ausgezogen. Einen Lebensmittelmarkt gibt es schon lange nicht mehr. Die Papeterie ist noch da, auch die Apotheke (Update 11.01.2013: Auch Letztere ist nun geschlossen, der Laden leer geräumt). Als Ersatz für die ehemalige Konditorei sind zwei Lokale (Pizza/Café/Bar und Café) eingezogen (siehe Bild links). Die Räume des ehemaligen Mix Markt stehen weiterhin leer, man erkennt sie an den unzähligen Umzugkartons, die dort seit einer Ewigkeit und einen Tag stehen.

Der asiatische Garten mit der kaskadenförmigen Brunnenanlage, der sich am Rande des Quidde-Zentrum findet, macht leider auch keinen guten Eindruck mehr. Das ist aber noch längst nicht alles. Auch an das Heiligste ist man gegangen und hat inzwischen die Kirche St. Jakobus fast vollständig abgerissen (Neuperlach.org berichtete).

Mein Traum wäre eine Revitalisierung des Quidde-Zentrum. Auf dem riesengroßen Parkplatz könnte ein Wohnhaus oder ein kombiniertes Gewerbe-/Wohnhaus entstehen, sodass das Argument, dann gäbe es ja keine neuen Wohnungen, obsolet wäre. Mit einem Verbindungsbauwerk könnte man so auch für die teilweise fehlende Barrierefreiheit sorgen. Reißen wir doch nicht alles ab! Nicht alles, was danach kommt, ist besser.

Ex-Stadtsparkasse
Hier war mal die Stadtsparkasse (19.12.2012) © Thomas Irlbeck
Ex-Stadtsparkasse/Ex-Mix Markt
Die Ex-Stadtsparkasse und der Ex-Mix Markt (im Hintergrund) (19.12.2012) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Schäden
Einige Schäden, manche Wand ist sogar offen (19.12.2012) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum mit Parkplatz
Quidde-Zentrum mit Parkplatz (19.12.2012) © Thomas Irlbeck

Brunnen „Wasserfall“

Brunnen "Wasserfall"
Brunnen „Wasserfall“ vor dem Quidde-Zentrum (19.12.2012) © Thomas Irlbeck

Wenn man sich auf dem Neuperlacher Fußwegsystem vom Plett-Zentrum Richtung Quidde-Zentrum bewegt, findet sich kurz vor dem Quidde-Zentrum – bereits auf der Rampe – links der Eingang zu dem kleinen Wassergarten. Der Brunnen wurde 1971 eröffnet und besteht aus zwei einzelnen Brunnenelementen, die nebeneinander positioniert sind. Die Elemente selbst setzen sich aus kaskadenförmig angeordneten Wasserschalen zusammen. Das Wasser fließt dabei sukzessive von den oberen in die darunterliegenden Schalen. Die ganze Anlage stammt von Gottfried Hansjakob und ist einem asiatischen Garten nachempfunden. Der heutige Zustand ist katastrophal. Die Anlage ist vermoost, zugewachsen, dreckig. Der Beton wirkt angegriffen. Schade, dass man solche Anlagen so verkommen lässt. Quelle (wie passend 😉 ): Kunst in Perlach

Brunnen "Wasserfall"
Im Hintergrund die ehemaligen Räume der Stadtbibliothek, in denen …  (19.12.2012) © Thomas Irlbeck
Brunnen "Wasserfall"
… heute das Deutsch-Islamische Kulturzentrum untergebracht ist (19.12.2012) © Thomas Irlbeck

St. Jakobus

Der Abriss ging schnell. Am 25. November wurde die erste Wand eingerissen (zweites Foto), heute am 19.12.2012 war fast nichts mehr übrig von dem Bau (letztes Foto).

St. Jakobus
Im November 2011 stand das Gebäude noch, war aber bereits wegen Einsturzgefahr gesperrt (19.11.2011) © Thomas Irlbeck
St. Jakobus
St. Jakobus geht dahin, jetzt gibt es kein Zurück mehr  (25.11.2012) Foto: Benedikt Bast
St. Jakobus
Der Bau verschwindet rasend schnell (07.12.2012) Foto: Benedikt Bast
St. Jakobus
St. Jakobus (19.12.2012) © Thomas Irlbeck

Update (06.02.2013)

St. Jakobus Nachfolger
Der Nachfolger von St. Jakobus (06.02.2013) © Thomas Irlbeck

Das Quidde-Zentrum verfällt zusehends. Die Apotheke hat seit Januar geschlossen. Nun sind auch die beiden neuen Lokale schon wieder dicht. Die Papeterie widersetzt sich noch dem Verfall.

Von St. Jakobus ist außer dem Kreuz nichts mehr zu sehen.

Wie der Nachfolger von St. Jakobus (Kindergarten und Kapelle) aussehen soll, zeigt die Bautafel.

Quidde-Zentrum Schriftzug
Selbst der Schriftzug verabschiedet sich (06.02.2013) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Ex-Apotheke
Quidde-Zentrum: Die Apotheke ist zu (06.02.2013) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum/Parkplatz
Quidde-Zentrum: Immer mehr Fassaden-Platten lösen sich (06.02.2013) © Thomas Irlbeck
St. Jakobus (06.02.2013)
St. Jakobus: alles weg (06.02.2013) © Thomas Irlbeck
St. Jakobus
St. Jakobus: viel Platz (06.02.2013) © Thomas Irlbeck
St. Jakobus Kreuz
St. Jakobus: Nur das Kreuz hat überlebt (06.02.2013) © Thomas Irlbeck

3 Gedanken zu „Abschied nehmen vom Quidde-Zentrum – Abriss St. Jakobus (Update 06.02.2013)“

  1. Dafür, daß das Gebäude (zumindest was eine der Begründungen für den Abriß war) asbestverseucht gewesen sein soll, scheint mit der Abriss ziemlich rustikal vonstatten gegangen zu sein – ich kann mich an die Entsorgung diverser anderer Asbestbautren erinnern, das war eher wie der Rückbau eines Kernkraftwerkes..

    Schade, ich wollte immer noch versuchen, aus dem Pfarrsaal den Holzpflasterklotz zu bekommen, der bei zahlreichen Gospelchorproben vor meinen Füßen ein paar Millimeter keck herausgeschaut hatte. Zu spät. Hat nicht sollen sein. Vielleicht auch gut so, sauberer Schnitt.

    1. Es kommt darauf an, wie der Asbest verbaut wurde. Bei Spritzasbest als Hitzeschutz für ein Gebäude mit Stahlskelett kann tatsächlich eine extrem aufwändige Entsorgung (Gebäude einhüllen, Unterdruck herstellen, damit keine Asbestfasern nach außen gelangen, Arbeiter müssen spezielle Schutzanzüge tragen) notwendig werden. Wenn man dagegen Asbestplatten ohne Schneiden/Sägen/Brechen herauslösen kann, ist es weniger kritisch. Ich habe aber keine Erkenntnisse darüber, wo der Asbest im Gebäude war. Es hieß nur lapidar, man habe bei der Untersuchung von Schäden Asbest gefunden.

  2. St. jakobus ist verschwunden, zusammen mit dem Plettzentrum. Demnaechst ist das Quiddezentrum und die Brunnenanlage dran. Auch am Quiddezentrum befand sich ein Brunnen der schon lang verschwunden ist. Es heisst, Neuperlach sei anonym: wenn man die Haelfte davon abreisst ist dies unweigerlich wahr. Daran hat aber der Stadtteil keine Schuld. Was nicht gut ist kann verbessert werden. Hier wird aber eine Art Neuperlach 2.0 gebaut, das angeblich besser werden soll. Vielleicht in zwei geteilt: das bestehende und das teure Moderne. Das Vierschanzenhaus wird bestimmt nicht billig sein, so wie die Seniorenheime..

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