Ganz schön abgehoben – Neuperlach wartet auf das Vierschanzenhaus (Update 12.07.2013)

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Plett-Zentrum - vier Schanzen
Das geplante neue Gebäude als Ersatz für den Westflügel des Plett-Zentrum. Mit freundlicher Genehmigung von Paulus2. Visualisierung von Jürgen Engel Architekten

Wie berichtet, entsteht am Westflügel des ehemaligen Plett-Zentrum ein neuer Gebäudekomplex mit Kita, Läden, Arztpraxen und vielen, vielen Wohnungen. Genau werden es 144 Eigentumswohnungen sein. Die Form ist sicherlich außergewöhnlich, sie erinnert an vier Sprungschanzen, die im Quadrat angeordnet sind. Umgangssprachlich wird das Gebäude längst als Schanzenhaus oder – mit Anspielung an die Vierschanzentournee – als Vierschanzenhaus bezeichnet.

Die Projektentwicklungsfirma Zima, bei der man die Eigentumswohnungen reservieren kann, wirbt indes mit dem Begriff „LAO“, was schlicht und ergreifend „Leben am Ostpark“ bedeutet. Der nach wie vor negativ besetzte Begriff Neuperlach wird auf diese Weise vermieden. Auf der offiziellen Website Leben am Ostpark findet man den Begriff Neuperlach zumindest nicht an prominenter Stelle. Perlach ohne Neu taucht immerhin an einigen Stellen auf. Es ist einzusehen, dass ein Werbekonzept darauf ausgelegt ist, keine negativen Assoziationen zu wecken. Allerdings darf es schon als gewagt betrachtet werden, hier die unmittelbare Nähe zum Ostpark anzupreisen. Der Bau liegt direkt – getrennt durch einen Erdwall – an der Ständlerstraße, einer vierspurigen Autostraße mit Tempo 60 km/h. Der Ostpark ist in etwa fünf Fußminuten erreichbar. Doch vom Haus aus wird man ihn kaum sehen können. Zwar wird man die zulässige Bauhöhe von immerhin 25 Metern ganz oder nahezu ausschöpfen, denn der Bau wird acht Geschosse erhalten. Die bestehenden Häuser, die sich vor dem Ostpark befinden, sind ziemlich genau 25 Meter hoch und haben neun Geschosse. Daher wird man selbst von ganz oben kaum übers sie darübersehen können, vielleicht aber durch ein paar Lücken zwischen den Wohnanlagen einen Blick auf den Ostpark erhaschen oder generell zumindest die Gipfel der beiden Hügel erblicken können. Google Maps zeigt aber in der 3D-Ansicht, dass dafür wenig Spielraum vorhanden ist (der Ostpark ist dort oben in der Darstellung; die ungefähre Position des Vierschanzenhaus ist an der roten „A“-Markierung zu erkennen, genauer ein paar Meter rechts davon). Dafür wird man aber von oben einen schönen Blick auf die Alpen haben.

Vorplatz Plett-Zentrum
Am Vorplatz des Plett-Zentrum. Mit einem Minibagger geht es der Hecke an den Kragen (26.01.2013) © Thomas Irlbeck

Mein letzter Stand ist, dass es bereits im Frühjahr dieses Jahres losgehen könnte mit dem Bau. Bis jetzt ist noch nicht viel an Aktivitäten zu sehen. Allerdings wurde nun angefangen, die Hecken des Vorplatzes, an dem sich die Sonnenuhr befindet, zu entfernen. Der Platz soll umgestaltet werden und die Sonnenuhr dann um ein paar Meter versetzt wiederauferstehen. Interessant ist, dass die Zufahrt zum Vierschanzenhaus über die Albert-Schweitzer-Straße und nicht die Plettstraße erfolgen wird. Der Westflügel des Plett-Zentrum hatte dagegen eine Zufahrt von der Plettstraße – mit Parkplatz – aus und erhielt folgerichtig eine Adresse an selbiger. Die Adresse war Plettstraße 19. Möglicherweise bekommt das Vierschanzenhaus ja eine Adresse an der Albert-Schweitzer-Straße, denn meines Wissens kommt es bei der Adressvergabe darauf an, von wo aus die Zufahrt erfolgt. Auch gilt abzuwarten, wie nahe das Vierschanzenhaus an das Einkaufszentrum Life hingebaut wird. Gebäude mit unterschiedlichem Architekturstil entfalten nur dann ihre volle Wirkung, wenn sie auch einen angemessenen Abstand voneinander haben. Bilder sollte man ja auch nicht unmittelbar nebeneinander an die Wand hängen. Gerade, weil das Life nur zwei Geschosse hoch gewachsen ist, wäre ein weicher Übergang angemessen. Es ist allerdings zu befürchten, dass der Abstand gering ausfallen wird. Heute baut man wieder weit näher aneinander als noch im Neuperlach der 1960er- und 1970er-Jahre, es gibt nichts zu verschenken.

Vorplatz Plett-Zentrum
Eine Hecke ist bereits komplett verschwunden. Geht es nun bald los mit der Bebauung? (26.01.2013) © Thomas Irlbeck
Vorplatz Plett-Zentrum
Der Vorplatz Plett-Zentrum (Archivbild). Im August 2012 war die Wellt der Hecken noch in Ordnung

Kurz abgehoben – das Vierschanzenhaus im Flug angeschaut: Es entstehen vier Teilbauten, die bis zum 3. Geschoss miteinander verbunden und im Quadrat um einen Innenhof angeordnet sind. Neben Gewerbe sind 144 Eigentumswohnungen vorgesehen, sowohl Etagenwohnungen (mit 2 bis 4 Zimmern) als auch Penthousewohnungen. Zur Ausstattung gehören Fußbodenheizung, Echtholzparkett, 3-Scheiben-Isolierverglasung, bodentiefe Fenster, begrüntes Schrägdach, Terrassen (in den obersten beiden Stockwerken), Balkone (teilweise).

Update (31.01.2013)

Baubeginn soll nun Mitte 2013 sein, die Fertigstellung ist für Ende 2014 geplant.

Nicht kompatibel zu diesem Termin ist jedoch die Auskunft eines Bauarbeiters. Er sagte, die Bauarbeiten auf dem Hauptgrundstück würden nicht im Sommer, sondern bereits in etwa 4 Wochen beginnen. Lassen wir uns überraschen, wann es dann wirklich losgeht!

Update (06.02.2013)

Plett-Zentrum Container
Es wurde ein Container auf dem Vorplatz mit der Sonnenuhr aufgestellt (06.02.2013)
Plett-Zentrum Vierschanzenhaus
Die Werbetafel zeigt auch die Innenseite des Baus (06.02.2013) © Thomas Irlbeck

Update (12.07.2013)

LAO-Grundstück
Offenbar werden nun Pflanzen auf dem LAO-Grundstück entfernt. Vermutlich schon eine bauvorbereitende Maßnahme (12.07.2013) © Thomas Irlbeck

Heute habe ich ein Baufahrzeug auf dem Grundstück gesichtet. Der Bauarbeiter, mit dem ich sprach, wusste nicht, wann der eigentliche Bau beginnen wird. Nach meiner Interpretation könnte das aber eine bauvorbereitende Maßnahme sein.

Laut Metallbauer-Report soll es im September 2013 losgehen mit dem Bau.

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