Die Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald – Mystische Orte (Teil 9)

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Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Die Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald (31.01.2013) © Thomas Irlbeck

Viele dürften vom Schopenhauer Wald noch nie etwas gehört haben. „Schopenhauer wie bitte?“ – Reden wir überhaupt von Perlach? Oh ja, heute wird es sogar sehr perlachig. Denn die nördliche Grenze des Schopenhauer Wald trennt Waldperlach und die Nachbargemeinde Neubiberg. Die nächste Straße in Waldperlach heißt Schneewittchenstraße (mehr zu den skurrilen Straßennamen in Waldperlach im Artikel Erzähl doch keine Märchen!), sie führt ein Stück nördlich vom Wald parallel zu ihm in West-Ost-Richtung. Ein kleiner Teil des Schopenhauer Wald liegt sogar auf Waldperlacher Gebiet. Ein richtig großer Wald ist das gute Stück natürlich nicht, nur ein langgezogenes Wäldchen, rund 600 Meter lang und 150 Meter breit und vollständig umschlossen von den Häuschen der gartenstadtähnlichen Gebiete in Waldperlach und Neubiberg.

Von keinem Punkt des Waldes ist man weit von den Häusern entfernt. Doch der dichte Wald gibt einem schon nach wenigen Metern die Illusion, der Großstadthektik vollends entflohen zu sein. Der Wald wirkt sehr natürlich, nicht künstlich angelegt und er beherbergt – gut versteckt – ein kleines Geheimnis: die Elisabethkapelle.

Seinen Namen dürfte der Wald von der Schopenhauerstraße haben, die südlich vom Wald auf Neubiberger Gemeindegebiet wiederum parallel zu ihm in West-Ost-Richtung läuft. Umgekehrt könnte die Straße auch nach dem Wald benannt sein, was aber jetzt eher unwahrscheinlich ist.

Die Kapelle

Josefskapelle in Waldperlach
Zum Vergleich: die Josefskapelle im Truderinger Wald aus Teil 4 der „Mystischen Orte“ (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Die Elisabethkapelle wurde von einer Bürgerin gestiftet, die anonym bleiben möchte. Die Einweihung fand am 18.10.1992 statt. Die Elisabethstatue der Kapelle wurde 1994 geweiht.

Die Kapelle liegt mitten im Wald, aber nicht auf Waldperlacher Gebiet. Aber haarscharf daneben war bei Neuperlach.org bekanntlich noch nie ein Ausschlusskriterium. Von der gerade erwähnten Stifterin ist nur bekannt, dass sie aus Waldperlach stammt, womit der Perlach-Faktor nun doch irgendwo bei 100 % liegt.

Von ihrer runden Form erinnert die Kapelle etwas an die Josefskapelle im Truderinger Wald, die in Teil 4 der „Mystischen Orte“ das Thema war und auf Waldperlacher Grund steht. Zwar ist die grundsätzliche Dachform ähnlich, aber der Elisabethkapelle fehlt der Turm. Alles wirkt bei der Elisabethkapelle ein Stück bescheidener und natürlicher, so verzichtete man auch auf einen gepflasterten Vorplatz. Nur das Kruzifix, das in unmittelbarer Nähe der Elisabethkapelle aufgestellt ist, gibt es noch als Beigabe.

Die in der Kapelle befindliche Elisabethstatue verkörpert die heilige Elisabeth von Thüringen (* 1207; † 1231):

Landgräfin Elisabeth von Thüringen […], auch Elisabeth von Ungarn genannt, ist eine Heilige der Katholischen Kirche. Der Namenstag der Patronin von Thüringen und Hessen fällt auf den 19. November, den Tag ihrer Beisetzung. Als Sinnbild tätiger Nächstenliebe wird die Heilige auch im Protestantismus verehrt. Sie ist eine Gestalt des Mittelalters, deren Erinnerung bis in die heutige Zeit lebendig blieb. Runde Jahrestage ihres Geburts- oder Todesdatums sind immer noch Anlass für besondere Gedenkveranstaltungen. […]

Die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. (* 1177; † 1235) und der Gertrud von Andechs wurde schon als Neugeborene mit einem Sohn des einflussreichen Landgrafen Hermann I. von Thüringen verlobt und bereits als Vierjährige an den thüringischen Hof gebracht, um in der Familie ihres zukünftigen Ehemannes aufzuwachsen. Sie kehrte nur als junge Frau noch einmal nach Ungarn zurück. Frühzeitig fiel Elisabeth von Thüringen, die dem franziskanischen Frömmigkeitsideal nahestand und sich als discipula dei (Schülerin/Jüngerin Gottes) sah, durch eine karitative Tätigkeit auf, die über die Konventionen ihrer Zeit hinausging. Nach dem Tod ihres Ehemannes kehrte sie dem Hofleben den Rücken, um als einfache und materiell arme Spitalschwester in dem von ihr gegründeten Marburger Hospital persönlich für Bedürftige zu sorgen. Sie starb im Alter von 24 Jahren. Vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie von Papst Gregor IX. zu Pfingsten 1235 heiliggesprochen.

Quelle: Wikipedia

Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald (31.01.2013) © Thomas Irlbeck
Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Und noch mal die Elisabethkapelle (31.01.2013) © Thomas Irlbeck
Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Kruzifix an der Elisabethkapelle (31.01.2013) © Thomas Irlbeck
Elisabethkapelle im Schopenhauer Wald
Mit etwas Abstand: die Elisabethkapelle (31.01.2013) © Thomas Irlbeck
Schopenhauer Wald
Im Schopenhauer Wald (31.01.2013) © Thomas Irlbeck

Weitere Elisabethkapellen und -kirchen

Es gibt in Deutschland und auch im Ausland zahlreiche Elisabethkapellen und -kirchen. Eine Übersicht findet sich auf Wikipedia. Sie sind in aller Regel der erwähnten Elisabeth von Thüringen geweiht, wenngleich es noch einige weitere Heilige mit dem Namen Elisabeth gibt.

Anfahrt

Umgebungskarte Elisabethkapelle
Umgebungskarte Elisabethkapelle. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Man erreicht den Schopenhauer Wald per ÖPNV am besten über die Autobushaltestelle Waldperlach (M55, 199) oder über den S-Bahnhof Neubiberg (S7). Danach orientiert man sich an der Umgebungskarte, die zeigt, dass es eine ganze Reihe an Zugängen zum Schopenhauer Wald gibt.

Auch Automobil- und Radfahrer sollten sich die Umgebungskarte anschauen. Der beste Zugang von Süden (Neubiberg) ist wohl das nördliche Ende der Kaiserstraße, von Norden der Froschkönigweg (Waldperlach) und von Nordwesten die Wittelsbacherstraße, die eine Verlängerung der Eulenspiegelstraße (Waldperlach) ist. Diese wiederum ist eine Querstraße zur Putzbrunner Straße (Waldperlach/Neuperlach).

Quellen

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