Das Kruzifix vor Oedenstockach – Mystische Orte (Teil 11)

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Kruzifix vor Oedenstockach
Kruzifix vor Oedenstockach (06.06.2013) © Thomas Irlbeck

Ich bin keineswegs katholisch oder anderweitig religiös erzogen worden, auch heute würde ich mich nicht als religiös bezeichnen, vielleicht bestenfalls noch als Agnostiker. Dennoch faszinieren mich die Themen Religion und alle damit verbundenen Bauwerke, Kultstätten und sonstigen Einrichtungen, vor allem, wenn sie älter sind und auf mich in irgendeiner Weise mystisch wirken. Es geht von ihnen irgendetwas Unfassbares, Unheimliches, Faszinierendes aus.

Oedenstockach Kapelle, Wasserturm
St.-Anna-Kapelle und Wasserturm in Oedenstockach (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Die wohl wichtigste bildliche Darstellung des Christentums ist das Kruzifix (von lateinisch cruci fixus; „ans Kreuz geheftet“), also die Darstellung des gekreuzigten Jesus Christus. Solche Kruzifixe finden sich nicht nur in Kirchen sowie in deutschen Gerichtssälen und Klassenzimmern (in letzteren beiden Orten sind sie nicht unumstritten, man beachte die juristischen Auseinandersetzungen dazu), sondern auch z.B. in Gestalt von Flur- und Wegekreuzen in katholischen Landstrichen. Auch für Nichtgläubige bieten solche Flurkreuze oft einen Ort zum Verweilen und dienen auch häufig als Markierungen an Weggabelungen. Nicht nur solche Orte werden als Aufstellorte auserwählt, sondern auch Orte, an denen schwere Unfälle oder Verbrechen geschehen sind. Es ist also keinesfalls eine neuzeitliche Modeerscheinung, Unfallkreuze aufzustellen.

Bank bei Kruzifix vor Oedenstockach
Bank neben dem Kruzifix (06.06.2013) © Thomas Irlbeck

Zurück zu den traditionellen Flurkreuzen: Direkt am Truderinger Wald, der bekanntlich an Neuperlach grenzt, allerdings genau an der gegenüberliegenden Seite, steht solch ein Flurkreuz. Es liegt vor den Toren von Oedenstockach, einem kleinen Dorf ein paar Meter vor der Gemeinde Putzbrunn, zu der es verwaltungsrechtlich gehört. Radfahrer und Spaziergänger finden hier eine Route, die weit abseits von der hektischen Hauptstraße durch den Truderinger Wald führt. In Oedenstockach sind die St.-Anna-Kapelle aus dem 19. Jahrhundert mit dem markanten hölzernen Turm (der allerdings aus dem 20. Jahrhundert stammt) sowie der Wasserturm (1905) erwähnenswert.

Kruzifix vor Oedenstockach
Näher dran am Kruzifix (06.06.2013) © Thomas Irlbeck
Umgebungskarte Kruzifix Odenstockach
Umgebungskarte Kruzifix Oedenstockach. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

6 Gedanken zu „Das Kruzifix vor Oedenstockach – Mystische Orte (Teil 11)“

  1. Es gab in Ottobrunn angeblich eine Außenstelle des KZ Dachau. Ich denke, darüber sollte man auch was erfahren. Das weiß hier nämlich keiner. Nur im Gymnasium Ottobrunn gab es vor einigen Jahren mal eine Facharbeit oder sowas dazu.

  2. Danke für den Hinweis. Wenn ich was dazu finde, werde ich mal was dazu schreiben. Wie es der Zufall will: Erst vor ein paar Minuten hatte ich ein Buch in der Hand, in dem auch die unrühmliche Nazivergangenheit in (Wald-)Trudering Thema ist. Eigentlich suchte ich was über Oedenstockach.

  3. Die unrühmliche Nazivergangenheit von Waldtrudering interessiert mich und demzufolge auch besagtes Buch. Es gibt am Ende der Straße am Eulenhorst in Richtung Solalinden auf der rechten Seite am Waldrand versteckt einen umgeknickten Betonträger, der nach oben hin abgebogen ist und ganz wahrscheinlich einmal Stacheldraht trug. Dieses Relikt weist auf ein ehemals abgetrenntes Gelände hin. Das hat nichts mit der Stadtgrenze zu tun. Ich vermute irgendwelche Altlasten aus der Nazizeit auf dem säuberlich aufgeforsteten Areal zwischen dem breiten Fußweg von Waldtrudering nach Solalinden und weiter westlich (Richtung Ödenstockach) einem Karrenweg, der ebenfalls letztlich südwärts und parallel mit dem anderen Weg nach Solalinden führt. Irgendetwas ist faul an dem Gelände dort.

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