Erzähl doch keine Märchen!

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Märchen
Der wohl märchenhafteste Stadtteil Münchens: Waldperlach! Lizenz: Public Domain

Es war einmal … Nein, den Stadtteil gibt es immer noch. Die Rede ist vom wohl märchenhaftesten Stadtteil Münchens: Waldperlach. Die Straßen heißen dort

    • Aschenbrödelstraße
    • Däumlingstraße
    • Dornröschenstraße
    • Drosselbartstraße
    • Elfenstraße
    • Erlkönigstraße
    • Eulenspiegelstraße
    • Frau-Holle-Straße
    • Froschkönigweg
    • Gänselieselstraße
    • Heinzelmännchenstraße
    • Isegrimstraße
    • Koboldstraße
  • Märchenweg
  • Nixenweg
  • Puppenweg (gemeint ist das Marionetten-, Puppen- oder Kasperlspiel)
  • Robinsonstraße (gemeint ist Robinson Crusoe)
  • Rotkäppchenplatz
  • Rotkäppchenstraße
  • Rübezahlstraße
  • Rumpelstilzchenstraße
  • Schneewittchenstraße
  • Sterntalerstraße
  • Struwelpeterstraße
Szene aus Frau Holle. Beim Betten-Ausschütteln schneit es – zumindest im Märchen. Foto: Christian Heindel / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Damit hat ein Großteil der Straßen dort einen Bezug zu Märchen, Sagen und ähnlichen phantastischen Geschichten.

Eine Frage in einem Forum brachte mich heute auf das Thema. Woher kommen diese Namen? War hier ein Scherzbold am Werk? Ein Märchenpapst? Die Antwort, dass thematische Schwerpunkte die Orientierung vereinfachen würden und z.B. für Taxifahrer eine Erleichterung seien, geht etwas am Thema vorbei. Genauso gut könnte man auch Maler, Dichter, Gebirge oder Kräuterarten bemühen.

Tatsache aber ist, dass Perlach (inklusive Waldperlach und Fasangarten) 1930 nach München eingemeindet wurde. Bei Eingemeindungen stellt sich das Problem, dass leider dann ein paar Straßen Dubletten bilden. Zweimal „Marienplatz“ geht einfach nicht in München (ja, liebe Pasinger, ich weiß, ihr habt dennoch euren Marienplatz behalten). Also müssen jede Menge Straßen umbenannt wurde.

Laut  einem Artikel auf der Webseite der Katholischen Gemeinde St. Michael mit St. Georg (Seite nicht mehr verfügbar) wurden nicht nur Dubletten entfernt, sondern alle an die Monarchie (die bekanntlich 1918 endete) erinnernden Straßennamen. Sehr detailreich ist hier WAPE Bürger IG und verrät folgende Namensanpassungen:

    • Äussere-Prinz-Rupprecht-Str. → Rotkäppchenstraße
    • Finkenstraße → Rübezahlstraße
    • Hirschenstraße → Rumpelstilzchenstraße
    • Hohenzollernstraße → Frau-Holle-Straße
    • Innere-Prinz-Rupprecht-Str. → Schneewittchenstraße
    • Kaiser-Wilhelm-Straße → Erlkönigstraße
    • Otto-Rieger-Straße → Gänselieselstraße
    • Prinz-Arnulf-Straße → Isegrimstraße
    • Prinz-Franz-Straße → Robinsonstraße
    • Prinz-Heinrich-Straße → Aschenbrödelstraße
    • Prinz-Leopold-Straße → Heinzelmännchenstraße
    • Prinzregentenstraße → Däumlingstraße
    • Waldperlachstraße → Waldperlacher Straße
    • Wittelsbacherstraße → Eulenspiegelstraße
    • Zeppelinstraße → Koboldstraße

Nicht alle der märchenhaften Namen sind aus der Umbenennung 1930 hervorgegangen. Auch bei neu gebauten Straßen wurde die Tradition teilweise fortgesetzt. Die Struwelpeterstraße etwa wurde erst 1953 errichtet.

Einfach märchenhaft (04.08.2010) © Thomas Irlbeck

Auffallend ist auch, dass einige neu gebaute Straßen einen Bezug zur germanischen Götter- und Sagenkultur bekamen, so der Asenweg und die Beowulfstraße. Auch weitere Waldperlacher Straßennamen haben indirekt mit Sagen zu tun, Friedrich Panzer etwa war unter anderem ein bayerischer Sagenforscher und wurde 1955 mit der Benennung einer Straße geehrt.

Bis heute schwingt die Tradition in Waldperlach fort. Wer glaubt, die jüngeren Namensvergaben wären im kommunalpolitischen Kleinmief untergegangen, wird eines Besseren belehrt: 2000 etwa wurde eine Straße nach Klara Ziegler benannt, eine Schauspielerin, die als Deutschlands letzte Heldendarstellerin gilt und u.a. die Brunhild in den „Nibelungen“ spielte. Dies passt gut zur Straßenvergabe in der angrenzenden Gemeinde Neubiberg:

Fortsetzung in Neubiberg: Hier findet der sagenhafte Stadtteil nahtlos seine Fortsetzung in Gestalt der Nibelungensage. Die Straßen heißen hier Brunhildenstraße, Nibelungenstraße, Rheingoldstraße, Siegfriedstraße, Walkürenstraße und Wotanstraße.

Hänsel und Gretel
Hexenhaus aus Hänsel und Gretel. Das  Märchen kommt zwar nicht als Straßennamen in Waldperlach vor, ist aber durch den „Märchenweg“ abgedeckt. Lizenz: Public Domain

Die Frage nach dem Grund für den Hang zu den Märchen und Sagen wurde aber immer noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Möglicherweise war Waldperlach einfach immer schon märchenhaft. Und wenn nicht, ist es das durch die Straßennamen vielleicht inzwischen geworden. Aber vielleicht weiß ja ein Leser mehr … 2012 feierte Waldperlach übrigens 100-Jähriges. 100 Jahre, das ist der Zeitraum, den Dornröschen schlafen sollte.

Leiberheim in Waldperlach 1920
Leiberheim in Waldperlach um 1920. Lizenz: Public Domain
Leiberheim
Wirtshaus/Biergarten Leiberheim am Eck Schneewittchenstraße/… (29.08.2017) © Thomas Irlbeck
Leiberheim
…Nixenweg (29.08.2017) © Thomas Irlbeck

Mailights

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Ein paar Impressionen kurz vor dem Mai. Die Leerstände weiten sich dagegen aus. Wie berichtet, hat nun auch der Schlecker aufgegeben. Der Laden (rechts im Bild) ist schon weitestgehend ausgeräumt.

Blühende Landschaften (29.04.2010) © Thomas Irlbeck
Leerstände im Marx-Zentrum. Mitte: Ex-NKD, Rechts: Ex-Schlecker (29.04.2010) © Thomas Irlbeck

Das Pflegeheimchen hat ein Maibäumchen bekommen:

Maibäumchen (29.04.2010) © Thomas Irlbeck

Trololo-Mann: So schön kann Zensur sein. Kommt jetzt die Welttournee?

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1976 wollte der russische Bariton-Sänger Eduard Anatolyevich Khil eigentlich über das Leben eines amerikanischen Cowboys singen. Den Zensoren war der Text jedoch zu amerikanisch und sie nahmen Khil einfach seinen Text weg. Einigen Quellen zufolge zensierte Khil selbst, um den Zensoren zuvorzukommen. Am Ergebnis ändert dies nichts, der Song wurde mit einem interessanten Ersatztext aufgenommen. Heute ist der Song des coolen Sängers absoluter Kult. Seine Fans fordern jetzt die Welttournee.

(Link: YouTube)

Christkindlmarkt im Marx-Zentrum

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Fast alle, sagen wir mal leicht vereinfachend „alle“, blicken erwartungsfroh Richtung Sommer. Es soll an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden, in welcher Richtung der Sommer liegt. Nun aber findet man auf seiner Lieblingsseite eine Nonsensüberschrift, in einer Jahreszeit, in der jeder seinen rostenden Schlitten schon auf dem Dachboden verstaut hat und in der alles, was nur begrifflich an den Herbst oder Winter erinnert, in einem pathologischen Schreikrampf mündet.

Es gibt keinen Christkindlmarkt im Marx-Zentrum, schon einmal, weil da ohnehin fast nur Hartz IV-empfangende Moslems wohnen und überhaupt und sowieso!

Doch Bilder lügen nicht:

Christkindlmarkt im Marx-Zentrum

Bericht aus der Faschingshochburg Neuperlach

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Auch in Neuperlach wird Fasching gefeiert. Neuperlach ist sogar eine richtige Faschingshochburg, denn hier ist alles ein wenig größer als im Rest der Republik, nicht nur die Häuser.

Das diesjährige Motto steht unter dem Motto „Mittelalter ist auch ein Alter“. Die Jecken haben sich mit bunten, lächerlichen Jacken verkleidet, und alle, auch die Generation Golf, fahren statt mit dem 3er-BMW auf mittelalterlichen Gefährten ohne Motorantrieb, dafür mit Kufen durch den kurvigen Parcours des Ostpark-Hügels. Das Vorwärtskommen wird alleine durch die Schwerkraft bewirkt, die es allerdings im Mittelalter noch gar nicht gab oder die zumindest noch nicht so richtig bekannt war.

Überall Jecken, wo man schaut. Gesehen im Ostpark am Faschingsdienstag (16.02.2010) © Thomas Irlbeck
Weg fahren sie. Im Mittelalter war dies so ziemlich die einzige Fortbewegungsart, es sei denn, man reitete auf einem Wal (16.02.2010) © Thomas Irlbeck
Morgen ist alles vorbei, man sitzt wieder im Automobil (z.B. Goggomobil) oder im Fernsehsessel. Aber noch ist heute (16.02.2010) © Thomas Irlbeck

Hanns-Seidel-Platz: Fußgängerzone light?

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Der Hanns-Seidel-Platz soll bekanntlich bebaut werden – Büros, Wohnungen, Läden, das Bürgerzentrum und mehr sollen entstehen. Seit rund schlappen 30 Jahren laufen bereits Gedankenspiele, wenn nicht sogar Planungen. Dumm nur, dass die vierspurige Thomas-Dehler-Straße zwischen dem Einkaufszentrum pep und dem Hanns-Seidel-Platz liegt. Ein Wechsel der Straßenseite bedeutet für den Bürger derzeit, auf das Knöpfchen der Fußgängerampel zu drücken und lange zu warten, bis das Ämpelchen für kurze Zeit Grün für die Fußgänger gibt, oder das Sperrengeschoss der U-Bahn zu benutzen (aber bitte nicht geradeaus durchlaufen, wenn man nicht im Besitz einer gültigen, gegebenenfalls entwerteten MVV-Fahrkarte ist, denn dabei passiert man einen Bereich, der eine solche voraussetzt, sondern per Slalom dem U-Bahn-Zugang ausweichen). In Zukunft werden noch viel mehr Leute die Thomas-Dehler-Straße überqueren, denn dann spielt sich das (kulturelle, Geschäfts- usw.) Leben nicht nur im pep und seinem Vorplatz ab, sondern auch im zunehmenden Maße auf dem Hanns-Seidel-Platz.

Der Bezirksausschuss möchte den Bereich am Hanns-Seidel-Platz komplett zur Fußgängerzone umbauen lassen, selbst die Busse müssten dann weichen. Die Zufahrt zum Busbahnhof wäre dann nur noch von östlicher Seite über die Fritz-Erler-Straße möglich. Für die Buslinien entstehen Umwege von rund 300 Metern.

Dem Planungsreferat der Stadt München gehen diese Pläne zu weit, das Verkehrsaufkommen des Individualverkehrs und der Buslinien sei zu hoch. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (15.02.2010, Seite 57, Stadtausgabe). Daher macht die Behörde nun zwei eigene Vorschläge:

  • Rückbau der Thomas-Dehler-Straße zwischen Fritz-Schäffer-Straße und Von-Knoeringen-Straße (das ist der Bereich von Höhe der „Deutschen Rentenversicherung“ (früher: LVA) bis zum südlichsten Teil des Parkplatzes auf dem Hanns-Seidel-Platz) auf einen Fahrstreifen pro Richtung und Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h.
  • Sperrung der Thomas-Dehler-Straße auf Höhe des pep-Vorplatzes bis zum südlichen Teil des Marktplatzes. Der Bereich wird Fußgängerzone, eine Busspur verbleibt. Der übrige Teil der Thomas-Dehler-Straße wird auf einen Fahrstreifen pro Richtung zurückgebaut.

Das Planungsreferat präferiert die erste Variante, da die zweite Variante einen Lärmschutz für die Fritz-Erler-Straße und den Hanns-Seidel-Platz erforderlich machen würde.

Kommentar

Alle drei Vorschläge scheinen mir alles andere als ideal zu sein. Je nach Vorschlag ist die Querungsmöglichkeit der Thomas-Dehler-Straße weiterhin nicht optimal oder aber der Linienbus- und Individualverkehr werden zu stark behindert, gegebenenfalls erhöhen sich auch die Fahrzeiten der Linienbusse. Es müssen meines Erachtens auch innovative Lösungen einbezogen werden, die an einer völlig anderen Stelle ansetzen.

Denkbar ist eine überdachte Brücke, über die man z.B. vom ersten Stockwerk des pep auf den Hanns-Seidel-Platz wechseln kann und idealerweise dann direkt in eines der neuen Gebäude oder einen erhöht angelegten Vorplatz gelangt. Natürlich muss auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten alles gut erreichbar und lukrativ sein, etwa durch Belebung des östlichen Ende der Brücke durch gastronomische Betriebe und kulturelle Einrichtungen.

Alternativ zur überdachten Brücke wäre auch ein Überbauen der Thomas-Dehler-Straße denkbar, die Straße wird dabei erhalten, aber im Bereich des pep-Vorplatzes bebaut. Der Verkehr fließt dann durch eine Gebäudedurchfahrt. Das Gebäude selbst dient dann als komfortable Querungsmöglichkeit für Fußgänger und viel mehr, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn ohnehin der Hanns-Seidel-Platz im großen Stil bebaut wird, sollte so etwas „drin“ sein. Man kann auch ja mal ein wenig größer denken. Natürlich könnte die Statik hier ein Problem sein, wegen des darunter liegenden U-Bahntunnels, das muss auch alles berücksichtigt werden. Man sollte aber eine bessere Lösung als die bislang zur Diskussion stehenden Ideen realisieren können.

Frohes Fest

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Ich wünsche allen Besuchern des Neuperlach-Blogs ein frohes Fest, ein paar geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Das verschneite Pflegeheim (21.12.2009) © Thomas Irlbeck

Warum die Schere mehr mit dem Herbst zu tun hat, als allgemein bekannt ist

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Es ist Herbst. Keine Jahreszeit spiegelt das Vergängliche so wider wie der Herbst. Die Blätter fallen, daher heißt der Herbst im Amerikanischen auch „fall“. Die Natur stirbt augenscheinlich.

Kaum jemand mag diese Stimmung so wiedergeben wie der leider 2011 verstorbene Ludwig Hirsch mit seinem Lied „I Lieg am Ruckn“. Hirsch nimmt hier seinen eigenen Tod vorweg und liegt im Grab, in das er wieder so richtig Leben bringt. Im Vergleich zu manch anderem Liedermacher legt Hirsch nicht nur Wert auf das Erzählende, sondern verwirklicht auch hervorragende musikalische Kompositionen. „I Lieg am Ruckn“ ist kein wirklich bekannter und großer Hit aus dem Bereich des so genannten Austropop. Nach meinem Empfinden aber völlig zu Unrecht.

(Link: YouTube)
Das Herbst-Laub fällt von alleine, dazu braucht’s keine Schere. Gravitation und Wind sind die Schere des Herbstes © Günter Havlena / Pixelio

Auch wenn man uns Deutschen eine gewisse Destruktivität nachsagen will, beim Begriff „Herbst“ haben wir im Unterschied zu den Amerikanern eine positiven Aspekt eingebaut. Wir sehen die Vergänglichkeit eher in den Werten, der Politik, der Gesellschaft und der Jugend, aber nicht in der Wortherkunft von „Herbst“. Denn der Begriff besitzt seinen Ursprung in der Ernte. Es wird gepflückt, gerupft und abgerissen. Konkret hat „Herbst“ seine Wurzeln im indogermanischen „sker“, das für „schneiden“ steht, wenngleich zur Erkennung der etymologischen Verwandtschaft etwas Kreativität erforderlich ist. Doch gibt es diese Zugehörigkeit, die ebenso verwandte „Schere“ erinnert uns daran. Die Schere ist damit auch begrifflich ein Werkzeug des Herbstes. Aber die Schere ist was Künstliches, der Herbst ist gewissermaßen seine eigene Schere.

Der nicht existente „Kiosk“ – oder wer „Gottfried Stutz“ ist

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Es gab mal Presseberichte, nach denen im neuen Neuperlacher Einkaufszentrum Life ein Kiosk integriert werden sollte, der auch außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten geöffnet hat. Daraus ist aber offenbar nichts geworden. Dafür habe ich einen anderen „Kiosk“ aufgetrieben. Wer nicht gerade Teenager ist, sollte Polo Hofers „Kiosk“ eigentlich kennen (veröffentlicht unter dem Bandnamen „Rumpelstilz“). Es ist fast ein Welthit, zumindest im deutschsprachigen Raum ein Riesenhit, der es in der Schweizer Hitparade 1976 bis auf Platz 2 schaffte.

Es geht darum, dass alle einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen. In dem nachträglich entstandenen, wohl nicht offiziellen Video tritt Peer Steinbrück folgerichtig als Geldeintreiber auf. In der deutschen Version singen und summen wir:

Leute, bin ich denn ein Kiosk?
Oder bin ich etwa
ne Bank?
Oder seh
ich aus wie ein Hotel?
Oder wie
n Kassenschrank?

Video auf YouTube anschauen – hier klicken

Ab dem dritten Refrain gesellt sich ein „Gottfried Stutz“ hinzu. Wir singen und summen nun abweichend:

Bin ich Gottfried Stutz ein Kiosk?
Oder bin ich etwa
ne Bank?
Oder seh
ich aus wie ein Hotel?
Oder wie
n Kassenschrank?

In der Bärndütschi Version, die wir hier im Video nicht zu Gehör kriegen, heißt es:

Bini Gottfried Stutz e Kiosk?
Oder bini öpe e Bank?
Oder gsehni us wie es Hotel?
Oder wie e Kasseschrank?

Aber wer ist dieser Gottfried Stutz? Es ist keine reale Gestalt wie der werte Herr Finanzminister, sondern eine fiktive Person, die als abmildernder Fluch Gebrauch findet und etwa „Gott verdammt“ bedeutet. Das alte Wort „stutz“ ist gleichbedeutend mit „heftig“. Heute erinnert noch das verwandte Wort „stoßen“ daran.

Bliebe noch zu klären, woher der „Kiosk“ kommt. Er stammt aus dem Persischen. Der „kusk“ ist ein „Pavillon“ oder „Gartenhaus“ und fand dann als „kösk“ (Gartenpavillon) Einzug ins Türkische und kam später als „kiosque“ (offener Gartenpavillon) ins Französische. Ganz schön international so ein Kiosk mit seiner internationalen Presse.

Schreib dich nicht ab – wie früher (nicht) abgeschrieben wurde

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Laut Fotograf sehen wir hier den originalen Crystal Lake aus Freitag, der 13. Teil 1. Dieser liegt in North Jersey, dem nördlichen Teil des US-Bundesstaats New Jersey. Foto: road_less_trvled / Lizenz siehe: flickr

Es ist eine gähnend langweilige, da allgemein bekannte Erkenntnis, dass es im Internet nahezu alles zu finden gibt. Die Recherchemöglichkeiten wissen Schüler zu schätzen, so lassen sich die Hausaufgaben mit einigem Geschick aus diversen Quellen so „abschreiben“, dass allenfalls nur noch vage Ähnlichkeiten zu Wikipedia & Co erkennbar bleiben. Auf diese Weise werden die Hausaufgaben gerettet und man kann sich wichtigeren Dingen widmen.

Das Problem des Abschreibens gab es aber auch früher schon. Man schrieb halt die Hausarbeiten in der Klasse untereinander ab. Um dem einen Riegel vorzuschreiben ähhh… vorzuschieben, führten Lehrerinnen zum Teil individuelle Hausaufgaben ein. So bekam z.B. jeder Schüler bei einer Buchinterpretation eigene zu bearbeitende Teilkapitel im Buch. Das war eine Art unüberwindbarer Kopierschutz. Jetzt musste ich mich in meiner Schulzeit tatsächlich mit diversen „seltsamen“ Büchern beschäftigen. Dabei sah ich (natürlich war ich inzwischen 18) lieber Filme wie „Freitag, der 13. Teil x von y“. Diese Filme sind natürlich ganz schlimm und niveaulos und fast alle indiziert oder sogar beschlagnahmt. Also nichts für Kinderaugen!

Neuperlach kann nur mit dem Baggersee (Rothsee) im Truderinger Wald dienen. Ein Camp gibt es dort auch nicht (12.06.2009) © Thomas Irlbeck

Es ist eine Binsenweisheit, dass man auch über solche Filmreihen seit Jahren alles im Internet finden kann. Da sich Neuperlach.org mehr um die Schönheit der Welt kümmert (z.B. durch Veröffentlichung schöner Fotos der schönsten Hochhäuser in Neuperlach), soll es hier bei einem schönen Foto von einem originalen Filmschauplatz – ja, hierzu passend gibt es z.B. bei flickr unzählige Alben und Gruppen – belassen werden.

„Was soll’s denn kosten?“ Samstags-Flohmärkte gehen auf LVA-Parkplatz weiter

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Kunst oder Krempel? So ähnlich könnte es bald auf dem LVA-Parkplatz ausschauen (Archivfoto) © wrw / Pixelio

Der Neuperlacher Samstags-Flohmarkt ist gerettet. Das berichtet „Hallo“ in seiner heutigen Ausgabe „Ramersdorf-Perlach“. Die Flohmärkte des Bürgerkreises Neuperlach finden jetzt allerdings auf dem LVA-Parkplatz an der Fritz-Schäffer-Straße statt. Das erste Mal am 11. April von 6:45 bis 16:00 Uhr.

Quelle: Hallo vom 09.04.2009, Ausgabe „Ramersdorf-Perlach“, Seite 1.

Siehe hierzu: Flohmärkte auf Hanns-Seidel-Platz verboten

Schön hässlich oder hässlich schön? Bucholtz ärgert sich über OB Udes Neuperlach-Kritik

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Grünen-Fraktionschef Guido Bucholtz hat sich über Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) geärgert. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Ude wurde in der Sendung „Kontrovers“ im Bayerischen Rundfunk befragt, warum von der Wohnungsbaugesellschaft Gewofag Luxuswohnungen in Neuhausen gebaut würden. Ude habe dann sinngemäß geantwortet „… solche Wohnungen könne man doch nicht im Hasenbergl oder Neuperlach bauen“.

Der Bezirksausschuss will nun Ude die Schönheit Neuperlachs bei einer Kulturdult am 19. Juli präsentieren. Doch von Udes Büro kam bereits eine Absage, Ude habe im Juli keine Termine mehr frei.

Kommentar: Da sollte man darüber stehen. Immerhin erwähnte Ude Neuperlach im Bayerischen Rundfunk. Medienpräsenz – kommt es nicht darauf alleine an? Und was spielt es überhaupt eine Rolle, was die anderen sagen? Es gibt jede Menge Neuperlacher, die Neuperlach schön finden. Weil Neuperlach auch schöne Flecken hat. Weil Neuperlach praktische Seiten hat. Und weil auch architektonische Dekadenz ihren Reiz haben kann. Das zählt. Was die Kulturdult angeht – wenn Ude keine Zeit hat, vielleicht liest der Herr Oberbürgermeister ja regelmäßig Neuperlach.org und lernt nun so die Vorzüge Neuperlachs kennen. Was finden die Leser von Neuperlach.org an Neuperlach schön oder weniger schön? Ich bin auf die Antworten gespannt.

Das ist weniger schön, das alte Plett-Zentrum, das noch als Durchgang von der Plettstraße zum pep dient. Schön Wasser von oben und eine schauerlich-schöne Gruselatmosphäre sind inklusive (Archivfoto). Foto: Thomss Irlbeck

Tausend Mal geparkt – 30 Jahre nichts passiert

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Hanns-Seidel-(Park)platz. Teer, nichts als Teer, und werktags viele, viele Automobile, dort wo schon längst das Stadtteilzentrum von Neuperlach, quasi der Marienplatz des Teils von München, das nie ein Tourist zu Gesicht bekommt, stehen sollte (Archivfoto). Foto: Thomas Irlbeck

Seit rund 30 schlappen Jahre wird die Bebauung des „vorübergehend“ als Parkplatz genutzten Areals am Hanns-Seidel-Platz geplant. Noch dieses Jahr soll ein Architektenwettbewerb stattfinden. Wohnungen, Büros, Läden, Gastronomie und Bürgerhaus sollen dort entstehen. Grünen-Fraktionschef Guido Bucholtz will aber mehr, er würde ganz gerne sehen, wenn das neue Areal nicht durch die breite Thomas-Dehler-Straße vom pep getrennt bleibt. Stattdessen soll die Thomas-Dehler-Straße zur Fußgängerzone werden und der Verkehr auf die umliegenden Straßen verteilt werden. Ein Prüfungsantrag wurde bereits vor eineinhalb Jahren gestellt, ohne Ergebnis, aber bei der gesamten Planungszeit eher ein Wimpernschlag.

Wenn das Resultat positiv ausfallen sollte, könnte die Fußgängerzone als optionales Element in den Wettbewerb zur Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes integriert werden.

Wer ist für eine „Fuzo“ (Fußgängerzone), wer ist dagegen?

Flohmärkte auf Hanns-Seidel-Platz verboten

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Jeder Neuperlacher kennt den Flohmarkt auf dem Hanns-Seidel-Platz. Seit 23 Jahren veranstaltet der Bürgerkreis Neuperlach dort samstägliche Flohmärkte. Doch nun wurde dem Verein die Gemeinnützigkeit aberkannt. Damit gibt es keine Genehmigung vom Kreisverwaltungsreferat München mehr. Der erste Flohmarkt des Jahres, der für den 7. Februar anberaumt war, fiel schon mal aus. Der Bürgerkreis will kämpfen.

Quelle: Südost-Kurier Perlach – Giesing – Ramersdorf vom 11.02.2009, Seite 1

Schnee, Ödnis, Langeweile und vielleicht der nächste Rundkurs für die Langlauf-Meisterschaften statt Trödel, Opas Grammophon, Omas angelaufener Schmuck und Fritzchens vergilbte Comics. Hier, an dieser Stelle des Hanns-Seidel-Platzes, fand der Flohmarkt immer statt (12.02.2009). Foto (Handycam): Thomas Irlbeck

Theaterkritik „Vampire“ im FestSpielHaus

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Neuperlach.org-Leserin D. war am 16.01. bei der Premiere des Stücks „Vampire“ im FestSpielHaus (Quiddestraße) und hat eine Kritik dazu geschrieben, für die ich mich recht herzlich bei ihr bedanke:

Ich sag mal so: na ja…

Verglichen mit früheren Vorstellungen fand ich es ein bisschen enttäuschend.

Die jungen Leute (Laien-Darsteller bis 27) waren wirklich mit totaler Spielfreude dabei. Die finde ich immer ganz toll und echt bewundernswert; und das war auch jetzt wieder so. „Julie“ und „Juliette“ – echt super! Auch die anderen Darsteller waren toll, z.B. der Columbo-ähnliche Polizist.

Aaaber: Die Leute gut – das Stück irgendwie doof. Keine sich entwickelnde Handlung oder so.

Besonders frustend: Bei „Vampire“ erwartet man ja (ich jedenfalls) ein bisschen Theaterblut. Gab´s aber nicht, das musste man sich denken. Weitere Requisiten-Ersparnis: Telefon = Kaffeetasse. Fand ich auch nicht so doll und musste irgendwie an Alexander Graham Bell denken.

Fazit: Die Darsteller sind supertoll, das Stück „Vampire“ wird ihren Fähigkeiten aber nicht gerecht.

Weitere Termine der Aufführung: 23. und 30.01.

Für 7,– Euronen kann man sich das gern mal angucken.

Mehr Infos zu „Vampire“ gibt es auf der Website des FestSpielHauses (Seite nicht mehr verfügbar)

Ein gutes neuperliges Jahr 2009!

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Neuperlach.org bedankt sich bei den treuen Fans! 2009 wird Neuperlach.org noch perliger und spritziger!

Das erste (leider etwas unscharfe) Foto des neuen Jahres mit Silvester-Impressionen aus Neuperlach (01.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck

Frohes Fest

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Ich wünsche allen Besuchern des Neuperlach-Blogs ein frohes Fest, ein paar geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Krippe © Ruth Rudolph / Pixelio
Mit dem legendären Weihnachtsbaum am Rockefeller Center können wir hier in Neuperlach nicht mithalten. Bei uns ist alles kleiner und bescheidener. Der offizielle Weihnachtsbaum in unserer Einkaufserlebniswelt Marx-Zentrum strahlt dennoch (23.12.2008). Foto: Thomas Irlbeck