Ist man verpflichtet, einen nicht-benutzungspflichtigen Radweg zu benutzen?

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Die Frage mag sich von selbst beantworten. In manchen Köpfen aber nicht. Denn vor ein paar Tagen bin ich auf der Feldbergstraße von Neuperlach Richtung Wabula gefahren. Der Radweg verläuft auf der linken Straßenseite, was gefährliche Wechsel erfordert. Die Stelle, an der man wechselt, ist in einer Kurve. Man muss zunächst schauen, dass man vom hinter einem fahrenden Verkehr nicht überrollt wird. Den Gegenverkehr kann man wegen der Kurve auch erst spät sehen. Zu allem Übel ist an der Wechselstelle auch eine Einmündung (St.-Augustinus-Straße), und trotz Bodenmarkierung rechnen hier Autofahrer nicht unbedingt mit linksseitigem Radverkehr (siehe Fotos). Von links kommende Fahrzeuge müssen warten, da die Feldbergstraße eine Vorfahrtstraße ist, aber ob sie das tun, ist eine andere Frage. Zudem ist auf der Feldbergstraße auch viel Verkehr (Busse, Lkw …). Und all das für wenige Hundert Meter Fahrradweg, der wegen der Schule und des Sportplatzes auch immer wieder von Scharen an Kindern blockiert wird.

Feldbergstraße/Ecke St.-Augustinus-Straße
Feldbergstraße/Ecke St.-Augustinus-Straße. In der Bildmitte ist die Wechselstelle zu sehen, die eine Bodenmarkierung hat. Hier geht es links rüber auf den Fahrradweg. Verkehr kommt von hinten, von vorne und von links aus der Einmündung – leider genau am Übergang (28.09.2016) © Thomas Irlbeck

Zum Glück ist die Radwegbenutzungspflicht seit Jahren aufgehoben, das blaue Schild abmontiert, es handelt sich ohnehin um eine Tempo-30-Zone, sodass die Radler mehr oder weniger im Verkehr mitschwimmen können.

Linksseitigen Radweg links liegen lassen

Entsprechend entschied ich mich, den Radweg im wahrsten Wortsinn links liegen zu lassen und auf der Fahrbahn zu bleiben – und dort ganz rechts, also nicht mitten auf der Spur. Ich war mit schätzungsweise 25 km/h unterwegs. Auf einmal schiebt sich ein Pkw an mir vorbei, der vermutlich um die 35 km/h schnell war. Er kann mich ohne Mühe überholen. Die Beifahrerin ruft nicht besonders freundlich aus dem Fenster, ich solle auf dem Fahrradweg links fahren und zeigt mit dem Arm in dessen Richtung.

Feldbergstraße/Ecke St.-Augustinus-Straße
Näher dran an der Wechselstelle. Ein blaues Radwegschild gibt es nicht, sondern nur ein „Radfahrer frei“-Schild (28.09.2016) © Thomas Irlbeck

An der nächsten roten Ampel stelle ich die Beifahrerin und den (männlichen) Fahrer zur Rede. Ich kläre sie auf – ohne Beleidigungen, aber laut, dass der Radweg nicht benutzungspflichtig sei, ich auf der Fahrbahn fahren dürfe und mir ein Wechsel auf die linke Seite zu gefährlich sei.

Man könnte jetzt von beiden eine Entschuldigung erwarten, sie hätten das nicht gewusst und so, doch beide beharrten auf dem Standpunkt, da wäre ein Radweg, also hätte ich darauf zu fahren. Er redete eher leiser, ich habe nicht alles verstanden, aber so viel, dass er mich rhetorisch fragte, ob ich noch einen eigenen Fahrradweg für mich speziell haben wolle (mit einer Logik, als ob Radler auf der Fahrbahn nichts zu suchen hätten).

Sie schrie, ich habe wiederum nicht alles verstanden, Beleidigungen gab es vermutlich keine ihrerseits.

Ich hätte den beiden noch gerne gesagt, sie würden die Verkehrsregeln nicht beherrschen, aber da war keine Zeit mehr.

Was kann man tun? Eine Anzeige wegen Nötigung käme zumindest ganz theoretisch in Betracht (wenn ich mir das Kennzeichen gemerkt hätte), auch wenn die erste Zurechtweisung von der Beifahrerin kam, die natürlich keine Fahrerkompetenz hat. Ausgebremst wurde ich nicht.

Generell finde ich es traurig, wenn Autofahrer die Verkehrsregeln nicht beherrschen. Oder wenn sie meinen, Radler hätten vor ihnen zu kuschen.

Ich rege mich so was von auf. Wie sind da eure Erfahrungen?

Wenn im Neuperlacher Frühjahr die Plätter fallen

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Plattenabsturz
Bild 1 (05.05.2016) © Thomas Irlbeck

Die Eternitplatten aus Asbest im Marx-Zentrum lockern sich wie die Zähne eines Greises und drohen den Abflug zu machen.

Das Problem ist seit Längerem bekannt. Damit niemand eine Platte auf den Kopf bekommt, wurden zuerst Schutzgerüste vor einigen Eingängen aufgebaut, dann hat man ein Taubennetz über die Platten gespannt und das Schutzgerüst wieder entfernt. Die Maßnahmen wurden auch von einigen kritisiert, die Platten seien dank der Tatsache, dass sie auf einem Metallgerüst und nicht auf einem maroden Holzgerüst montiert seien, gar nicht absturzgefährdet, hieß es. Es zeigt sich aber nun, dass die Schutzmaßnahmen nicht ganz unberechtigt sind.

Plattenabsturz
Bild 2 (05.05.2016) © Thomas Irlbeck

Mehr als nur ein Sprung in der Platte

Mir liegt viel an den Häusern, zumal ich mal im Nebenhaus des hier gezeigten Absturzhauses ein paar Jahre gewohnt habe und den Komfort der Wohnungen und der Anlage mit seinem integrierten Ladenzentrum schätze. Man kann nur hoffen, dass man beim Austausch der Asbestplatten durch Kunststoffplatten bei Schwarz bleibt, denn der Architekt wollte mit der Farbwahl ein Schiefergebirge darstellen, hat sich also dabei etwas gedacht. Angeblich soll es dieses Jahr keinen Austausch der Platten geben.

Plattenabsturz
Bild 3 (05.05.2016) © Thomas Irlbeck
Plattenabsturz
Bild 4 (05.05.2016) © Thomas Irlbeck

Steilvorlage am LAO

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Die Brücke und die „steile Treppenanlage“ sind bereits seit dem 11.02 freigegeben. Daher ist das Ganze jetzt nicht mehr mehr wirklich neu, aber ich war noch nicht dazu gekommen, hier mal ein paar Fotos zu schießen. Trotz der enormen Steigung von gefühlten 100 Prozent steht nun die Verbindung zwischen Plett-Zentrum/LAO und Allianz/Richtung pep wieder. Mit einem Rollstuhl sollte man diese Verbindung meiden. Ebenso sollten alle, die Einschränkungen beim Laufen haben oder nicht schwindelfrei sind, lieber einen Umweg nehmen. Für Fahrradfahrer heißt es schieben!

Steile Treppenanlage am LAO
Bild 1: Das Gefahrenschild „steile Treppenanlage“ sagt schon viel aus (31.03.2016) © Thomas Irlbeck
Steile Treppenanlage am LAO
Bild 2 (31.03.2016) © Thomas Irlbeck
Steile Treppenanlage am LAO
Bild 3: Mächtige Umlaufsperre als Leitplanken in Gefahren-Wot-Weiß ausgeführt  (31.03.2016) © Thomas Irlbeck

Quidde-Zentrum: Große Teile neuerdings gesperrt!

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Quidde-Zentrum Februar 2016
Bauzäune markieren … (28.02.2016) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Februar 2016
… den traurigen Rest des Quidde-Zentrum (28.02.2016) © Thomas Irlbeck

Vor mehr als vier Jahren hieß es das erste Mal Abschied nehmen. Der Mix Markt schloss Ende 2011 wegen bevorstehendem Abriss seine Pforten. Doch einen Abriss hat es bis heute nicht gegeben. Stattdessen geht der Verfall des Quidde-Zentrum weiter. Seit einigen Wochen sind große Teile gesperrt, wohl aus Sicherheitsgründen, da sich immer mehr Fassadenteile lösen. So sind der Bereich um den Brunnen herum sowie große Teile der Passage nicht mehr zugänglich. Zwischen dem ehemaligen Mix Markt und der ehemaligen Stadtsparkasse ist kein Durchkommen mehr möglich. Nicht ganz so schlimm erwischt hat es bislang der Bereich um die ehemalige Stadtteilbibliothek – dort ist weiterhin Kunsttreff angesagt.

Quidde-Zentrum Februar 2016
Der Durchgang zwischen der ehemaligen Stadtsparkasse (links) und dem Mix Markt ist nun dicht (28.02.2016) © Thomas Irlbeck

Wann wird endlich die Brücke vom LAO Richtung pep freigegeben? (Update 12.02.2016)

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Eine Brücke schlagen
Umlaufsperre installiert, Brücke noch gesperrt (19.11.2015) © Thomas Irlbeck
Brückenbauer
Die Brücke während der LAO-Bauarbeiten (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Fast jeder Neuperlacher dürfte diese Brücke kennen. Sie führt über die Ständlerstraße und verbindet das Plett-Zentrum mit der Allianz. Damit stellt sie für Fußgänger und Radfahrer eine wichtige und gern genutzte Verbindung Richtung pep dar. Genauer muss man sagen „stellte“. Denn mit Baubeginn des LAO (Leben am Ostpark) im August 2013 wurde die Brücke gesperrt. Obwohl das LAO bereits im August dieses Jahres eröffnet wurde, wurde die Sperrung immer noch nicht aufgehoben. Das bedeutet für viele Anwohner und Besucher weiterhin Umwege, die eigentlich vermeidbar wären, wäre alles korrekt verlaufen.

Die Gründe für diesen Schildbürgerstreich sind banal. So war laut Münchner Merkur vereinbart worden, die Brücke nicht nur mit einer Treppe, sondern auch über eine Rampe anzuschließen. Tatsächlich wurde nur eine steile Treppe mit Kinderwagenspur errichtet. Für Rollstuhlfahrer ist die Benutzung wohl lebensgefährlich, ebenso für Radfahrer, die nicht absteigen. Doch selbst das Rad zu schieben, ist wegen der hohen Steigung alles andere als ein Spaß, wie der Autor im Selbstversuch feststellen musste.

Wer von der Allianz Richtung LAO will, könnte vor allem im Dunkeln die steile Treppe abstürzen, denn eine Umlaufsperre als Warnung und Bremsvorrichtung war auch nicht errichtet worden. Jetzt sollen Umlaufsperre und Rampe nachgerüstet sowie die Frage nach ausreichender Beleuchtung sowie Räum- und Winterdienst geklärt werden. Erst dann soll die Brücke freigegeben werden.

Eine Umlaufsperre wurde mittlerweile installiert, wie das Foto zeigt. Die Brücke ist aber mit Stand Donnerstag, den 19.11.2015, immer noch gesperrt.

Update 12.02.2016 – Überraschende Freigabe

Die Brücke ist seit dem 11.02.2016 freigegeben. An der Treppe wurde nichts verändert. Offenbar ist man der Meinung, dass die sehr auffällige Umlaufsperre (Foto oben) genug Sicherheit bietet. Ob eine weniger steile Rampe später nachgerüstet wird, ist nicht bekannt.

Narrenhände beschmieren LAOs Wände

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Anfang Oktober wurde das LAO (Leben am Ostpark) mit Schmierereien versehen. Es wurde ein beleidigender Text aufgesprüht und rundum das gesamte Erdgeschoss verunstaltet. Mit Graffiti hatte das rein gar nichts zu tun. Geschlagene zwei Monate hat es gedauert, bis die Schmierereien endlich wieder entfernt wurden. Am Hausnummernschild sieht man noch einen kleinen Rest der Sprühfarbe (Bild 1). Im Erdgeschoss zieht gerade ein Pizzadienst ein (Bild 2). Die Fußgängerbrücke vom LAO über die Ständlerstraße rüber zur Allianz ist noch gesperrt.

LAO ohne Schmierereien
Bild 1: Von den Schmierereien ist fast nichts mehr zu sehen (05.12.2015) © Thomas Irlbeck
LAO ohne Schmierereien
Bild 2: Die ersten Gewerberäume werden bezogen (05.12.2015) © Thomas Irlbeck

Der nimmer enden wollende Abschied vom Quidde-Zentrum

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Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 1: Rechts war mal der Mix Markt. Immerhin zeigt sich hier unfreiwillig, dass Neuperlach viel weniger auf Beton basiert, als man so denkt. Ziegel ist hier der Stoff des Lebens! (31.10.2015) © Thomas Irlbeck

Einst war es ein Ladenzentrum, das alles für den täglichen Bedarf bot. Doch seit Jahren gammelt das Quidde-Zentrum vor sich hin. Nachdem man sich leider dazu entschieden hat, das Ladenzentrum abzureißen und an der gleichen Stelle ein kombiniertes neues Zentrum mit Läden und auch Wohnungen zu bauen, warten die Neuperlacher nur noch auf den Abriss. Ich habe inzwischen aufgehört, zu zählen, wie oft der Abriss, der im Dezember stattfinden sollte, verschoben wurde – meist gleich praktischerweise in den Dezember des nächsten Jahres. Interessanterweise sollte nach den ersten Planungen bereits 2013 Eröffnung des neuen Quidde-Zentrum sein!

Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 2: Notdürftig ersetztes Treppengeländer (31.10.2015) © Thomas Irlbeck

Läden mit Waren für den täglichen Bedarf gibt es schon lange keine mehr, auch wenn einige alte Schilder und Reklamebuchstaben stellenweise erhaltengeblieben sind (Bild 3 und Bild 8). Aber es hat sich eine Künstlerszene in den maroden Räumen etabliert, ferner wurden einige sozialen Einrichtungen angesiedelt. Einige Künstler und soziale Einrichtungen sind nun verschwunden, andere sind derzeit noch vor Ort. Die Fotos von heute zeigen, dass der Verfall kontinuierlich weitergeht. An manche Stellen wird immerhin noch notdürftig geflickt (Bild 2). Aber das Aussehen des Ladenzentrums ist eine Schande.

Sobald neue Planungen und Termine vorliegen, wird Neuperlach.org darüber berichten.

Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 3 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 4: An der ehemaligen Stadtbibliothek (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 5 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 6 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 7 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 8 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 9: Hier ist noch fast alles wie früher, doch die Buchstaben lügen. Hier gibt es keine Schreibwaren mehr (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 10 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 11 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 12 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 13: Hier wurden mal Menschen versorgt, später dann Möbel, jetzt anscheinend nur noch Geister (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 14 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 15 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 16: An der alten Stadtsparkasse (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 17 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 18 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Oktober 2015
Bild 19 (31.10.2015) © Thomas Irlbeck

Absturzgefahr am Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße

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Seit Freitag, den 23. Oktober, ist der Fußweg zwischen Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße und Parkplatz (Thermometer-Uhr) gesperrt. Da das Haus über eine Passage verfügt, kann man dennoch dort entlanggehen, auch wenn es an einigen Stellen ziemlich eng ist. Über diese Passage können auch die Läden erreicht werden.

Bewohner am Plett-Zentrum sind Sperrungen gewohnt. So waren und sind wegen Baustellen – erst des Einkaufszentrums Life, dann des Wohn- und Gewerbehauses LAO (Leben am Ostpark) – immer wieder Verbindungswege unterbrochen.

Die neuerliche Sperrung ist laut Schild durch „herabstürzende Teile“ bedingt. Laut eines Leserkommentars soll hier eine 1,20 Meter lange Metallstange von der Fassade auf den Fußweg gestürzt sein. Zum Glück habe es keine Verletzten gegeben.

Die genaue Absturzstelle ist Neuperlach.org nicht bekannt. Verdächtig ist aber eine Stelle im zweiten Stockwerk oberhalb des Döner-Restaurants (Bild 5 und 6).

Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 1: Sperrung (23.10.2015) Foto: Lesereinsendung
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 2: Sperrung (23.10.2015) Foto: Lesereinsendung
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 3: Sperrung (23.10.2015) © Thomas Irlbeck
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 4: Bürohaus vom neuen Spielplatz aus gesehen (23.10.2015) © Thomas Irlbeck
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 5: Mögliche Absturzstelle (24.10.2015) © Thomas Irlbeck
Sperrung Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße
Bild 6: Vergrößerung. Die Stelle sieht verdächtig aus (24.10.2015) © Thomas Irlbeck

Im Marx-Zentrum gibt es eine ähnliche Maßnahme. Dort sind einige Eingangsbereiche mit einem Schutzdach versehen worden. Angeblich würde die Gefahr bestehen, dass die Asbest-Eternit-Platten abstürzen. Diese These hat aber Widersprüche. Denn die Eternit-Platten hängen nicht wie behauptet an einem morschen Holzgerüst, sondern an einem Metallgerüst. Auch wurden nur einige Stellen gesichert. Wenn Absturzgefahr bestünde, müssten eigentlich alle Eingänge gesichert werden.

Ein ganz besonderer Abholschein

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Life-Abholschein
Abholschein für’s Life. Eingeworfen am 22.05.2015

Unsere Post im Life.

So, so, Abholung Samstag ab 14 Uhr … Dann habe ich also wie viele Minuten am Samstag dafür Zeit? Kleiner Tipp: Die Inder haben die Zahl erfunden.

Fußball Rasen Ball Betreten Mannschaftsspiel Verboten

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Verbotsschilder
Bild 1 (05.09.2014) © Thomas Irlbeck
Verbotsschilder
Bild 2 (05.09.2014) © Thomas Irlbeck
Verbotsschilder
Bild 3 (05.09.2014) © Thomas Irlbeck
Verbotsschilder
Bild 4 (05.09.2014) © Thomas Irlbeck
Verbotsschilder
Bild 5 (05.09.2014) © Thomas Irlbeck
Verbotsschilder
Bild 6 (05.09.2014) © Thomas Irlbeck

In dieser Wohnanlage in Neuperlach West hat man es gut gemeint und alles voller Verbotsschilder gepflastert, damit in der Fußballnation Deutschland nicht Fußball gespielt wird. Auch hat man die Rasen penibel mit Zäunen eingefriedet, um in der Fahrradnation Deutschland die Trampelpfade von Mountainbikefahrern freizuhalten. Sicherlich können spielende Kinder kriminell laut sein, aber das kann dennoch nicht der richtige Weg sein.

Finsterworld – ein bitterböser Film voller Lichtblicke

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Eine unschöne Vorgeschichte

Finsterworld - Drehort
Hier an dieser Stelle wurde 2012 gedreht. Das Klettergerüst und die Wohnanlage im Hintergrund sind im Film zu sehen (23.07.2014) © Thomas Irlbeck

Vor zwei Jahren fanden in meiner Wohnanlage Dreharbeiten zu dem Kinofilm Finsterworld statt. Während der Arbeiten kam es zu Einschränkungen, die einige Bewohner als Belästigung empfanden. Der Durchgang über den Nordweg wurde immer wieder unterbrochen. Zeitweise durften die Bewohner nicht am eigenen Fenster stehen, verständlich, weil es im späteren Film ja reichlich seltsam aussehen würde, wenn eine Menge Leute aus dem Fenster schauen.

Einige Bewohner wollten so etwas kein weiteres Mal erleben. Als dann noch bekannt wurde, dass man von der Produktionsgesellschaft laut Aussage der Hausverwalterin kein Honorar als Entschädigung für die Unannehmlichkeiten bekommen habe, kochte bei einigen die Wut hoch. Schlimmer: Einige glaubten der Verwalterin nicht und vermuteten, sie habe das Geld in die eigene Tasche gesteckt. Beweise dafür gibt es keine.

„Ich schwöre …“ – Eid beim Amtsgericht und das ist kein Film …

Mit einem Antrag auf der Eigentümerversammlung sollte zweierlei erreicht werden: Erstens: Es soll nie wieder Dreharbeiten in der Wohnanlage geben – unabhängig davon, ob mit oder ohne Honorar. Zweitens: Die Verwalterin legt auf eigene Kosten einen Eid beim Amtsgericht München ab, dass sie kein Honorar erhalten habe.

Zu meinem Erstaunen wurde der Antrag in allen Bestandteilen zugelassen, also auch der Eid beim Amtsgericht. Die Verwalterin wagte die Flucht nach vorne. Sie habe sich nichts vorzuwerfen, also könne sie das auch unter Eid aussagen. Bei der Abstimmung erhielt der Antrag dann eine große Mehrheit. Das ewige Drehverbot und auch der abzuleistende Eid wurden als Gesamtpaket durchgewunken.

Ich finde so etwas spießig. Natürlich gibt es bei Dreharbeiten immer Einschränkungen und es entstehen auch Schäden, für deren Beseitigung das Honorar kaum ausreicht. Aber ich habe dennoch als einer der wenigen gegen den Antrag gestimmt. Wenn in Zukunft Honorare gezahlt würden, hätte ich mir durchaus erneute Dreharbeiten vorstellen können. Schon einmal, weil es mir Freude macht, meine Wohnanlage später in einem Spielfilm zu sehen.

Der Film

Finsterworld, eine deutsche Produktion, kommt zunächst als typischer Episodenfilm daher. Man sieht in wechselnden Szenen Menschen, die an verschiedenen Plätzen leben und arbeiten. Ein Fußpfleger, ein Polizist, Schüler einer Privatschule, eine Regisseurin, eine alte Dame im Altenheim, ein Einsiedler, um nur einige zu nennen. Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, dass die Leute miteinander verbunden sind – weil sie eng verwandt sind oder anderweitig zusammengehören.

Das Faszinierende aber ist, dass hinter der spießigen Fassade gewaltige menschliche Abgründe und Perversionen stecken, die dem Zuschauer in einem dramaturgischen Spannungsablauf mit bitterbösen Szenen präsentiert werden. Manchmal ist der Film absolut und fast enttäuschend vorhersehbar, oft wird der Zuschauer aber mit höchst überraschenden Wendungen konfrontiert. Die meisten Gags sind so gelungen, dass es unangemessen wäre, sie hier zu verraten. Nur eines soll gesagt werden: Die unrühmliche deutsche Geschichte unter Adolf Nazi und typische deutsche Klischees spielen eine zentrale Rolle. Einige der vorgetragenen Thesen sind geradezu köstlich und wie immer steckt in jeder Satire auch eine dynamisch große Portion Wahrheit.

Negativ ist mir aufgefallen, dass im Film laufend geraucht wird. Rauchen wird als Normalität dargestellt, auch die Schüler qualmen wie Schlöte und erhalten sogar von Erwachsenen Zigaretten angeboten. In einer Szene in einer Tankstelle gibt es ein riesiges überbreites Regal, in dem klar erkennbar Zigaretten fast nur einer Marke zu sehen sind. Offenbar wurde hier massives Product Placement betrieben.

Finsterworld ist inzwischen als DVD erhältlich.

Infos kompakt

Produktionsjahr: 2013
Regie: Frauke Finsterwalder
Drehbuch: Christian Krach
Darsteller: Ronald Zehrfeld, Sandra Hüller, Michael Maertens, Margit Carstensen, Corinna Harfouch
Spieldauer: 91 Minuten
FSK 12
Mehr Infos/bestellen: hier klicken

Ja, ähhh…?

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Fahrstuhl
Fahrstuhl (21.05.2014) © Thomas Irlbeck

Heute im Stiegenhaus. Der Klassiker aus diversen Fahrstuhl-Horrorfilmen ist die offene Türe ohne Kabine im Stockwerk.

Hier lässt sich zwar die Außentüre öffnen, aber die Kabine steht – mit geschlossener Zwischentüre – im Stockwerk.

Ein Drücken der Knöpfe am Anholer und ein Schließen der Außentüre brachte nichts – es wollte weder der Fahrstuhl abfahren, noch sich die Zwischentüre öffnen, noch der zweite Fahrstuhl als Ersatz kommen.

Es grünt so grün der Schimmel

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Es ist noch nicht lange her, da präsentierten sich die Wohnhäuser am Quidde-Zentrum wie neu hingestellt. Die knalligen Farben haben vielleicht nicht jedem gefallen, aber ein Blickfang waren die Häuser allemal. Nun aber hat sich das Bild in recht kurzer Zeit geändert. Überall hat sich hässlicher Schimmel breitgemacht, die ganze Fassade ist übersät davon. Schimmel an der Außenfassade ist oft die Folge von nicht fachgerecht durchgeführter Wärmedämmsanierung. Auch wenn später aufgetretene Schäden an der Wärmedämmung nicht schnell repariert werden, kann es zu Schimmelbildung kommen.

Schimmel
Schimmel (24.12.2013) © Thomas Irlbeck
Schimmel
… (24.12.2013) © Thomas Irlbeck
Schimmel
… (24.12.2013) © Thomas Irlbeck
Schimmel
… (24.12.2013) © Thomas Irlbeck
Schimmel
… (24.12.2013) © Thomas Irlbeck
Schimmel
… (24.12.2013) © Thomas Irlbeck

Schikane, die einen nach Haar bringt

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Ein Besuch in Haar, einer Gemeinde, die im Münchner Osten gleich hinter der Stadtgrenze beginnt, zeigt Erstaunliches. Auf den ersten Blick findet sich in Haar so eine Art Mini-Neuperlach mit diversen architektonischen Spezialitäten. Diverse Wohnhäuser sind dabei fast 1:1-Kopien einiger bekannter Neuperlacher Wohnblöcke. Auch ein Ladenzentrum gibt es, das der Idee der Neuperlacher Subzentren folgt. Im Unterschied dazu setzt man aber auf Sanierung und Modernisierung, nicht auf Abriss wie beim Plett-Zentrum und Quidde-Zentrum.

In einer Wohnanlage stieß ich auf diese Schikane (siehe Foto). Ich bin kein Freund dieser Umlaufsperren, in manchen Fällen ergeben sie aber Sinn. So existieren Stellen, an denen man durchaus bei schlechten Sichtverhältnissen eine Bahnlinie oder eine Schnellstraße übersehen könnte. In solchen Fällen können diese Einrichtungen den Fußgänger- und auch Fahrradverkehr runterbremsen – als Warnung.

Nun gibt es aber auch Leute, die fordern zum Schutz von Fußgängern, die immer wieder von Radlrambos geschnitten oder gar angefahren werden, in großem Stil solche Umlaufsperren aus dem Boden zu stampfen. Immerhin dürfen hier Radfahrer offiziell ohnehin nicht fahren. Aber es gibt mehrere Schönheitsfehler:

Umlaufsperre in Haar
Ein ganz spezieller Eingang nach Haar: Hier dürfen nur Schlanke durch. Tiere einer bislang nicht identifizierten Gattung dürfen nicht einmal daran denken, unten durchzukriechen (07.11.2013) © Thomas Irlbeck

Zum einen werden solche Umlaufsperren sogar gelegentlich auf Fahrrad(!)wegen errichtet, sodass das Argument kaum greift. Zum anderen stellen sie zwar ein wirksames Instrument zum Herunterbremsen von Radfahrern dar, schaffen aber ein neues Verletzungsrisiko. Radler können die Umlaufsperren übersehen und sich böse verletzen, ebenso kann man auch, wenn man sich der Gefahr bewusst ist, dort hängen bleiben. Hier ist immer wieder die Frage zu stellen, ob der Nutzen (Fußgänger haben mehr Sicherheit) tatsächlich höher ist als der Schaden (zusätzliches Verletzungspotenzial). Es kommt aber noch etwas hinzu: Man sperrt viele Leute ganz aus.

Als ich diese Konstruktion aus einiger Entfernung sah, dachte ich, dass hier ein undurchdringbarer Zaun aufgestellt wurde. Erst als ich etwas näher dran war, erkannte ich, dass dies eine Umlaufsperre ist. Die Stelle ist weit enger, als es das Bild erscheinen lässt. Mit meinem normalen Fahrrad kam ich (wohlgemerkt schiebend) hier mit einigem Rangieren durch, aber man muss schon genau wissen, wo man den Lenker wie einschlägt.

Mit einem Rollstuhl oder Kinderwagen ist hier wohl gar kein Durchkommen, allenfalls sehr schlanke Modellen haben noch eine Chance – vielleicht. Für ein Fahrrad mit Anhänger ist hier auf jeden Fall erst einmal Endstation.

Jetzt könnte man ja auf die Idee kommen, an der Seite vorbeizufahren. Doch auch daran hat man gedacht und alles lückenlos mit einem Zaun abgesichert. Wäre ja auch zu einfach.

Die Schikane hier dient sicherlich eher dazu, den Durchgangsverkehr nicht nur runterzubremsen, sondern die Stelle so unattraktiv zu machen, dass es einem Aussperren nahe kommt. Man kennt das Problem lärmender Menschen, speziell alkoholisierter Jugendlicher, die nachts grölend durch die Anlagen ziehen, sodass man wohl am liebsten gleich ein abschließbares Tor hätte, auch wenn das oft nicht legal ist, das es die Stadtteilsatzung zumindest in Neuperlach ausschließt. Eine Bahnlinie oder Schnellstraße verläuft hier auch nicht, kann also auch nicht der Grund sein.

Immerhin darf eine Mutter mit ihrer Tochter hier durchgehen, wie das Schild zeigt. Allerdings wegen der Platzverhältnisse nur hintereinander – nicht nebeneinander, auch wenn es das Schild anders suggeriert. Hunde dürfen hier auch nicht durch, wobei das dargestellte Tier auch ein Pferd sein könnte, so genau lässt sich das nicht erkennen.

Also, wenn schon Schikanen errichtet werden, sollten diese so breit sein, dass Rollstühle und Fahrradgespanne durchpassen. Den gewünschten abbremsenden Effekt haben auch breitere Umlaufsperren.

Zwei Pechnasen tanken Super – Vol. 2 im Loggia-Remix

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Pechnasen-Reparatur Loggia
Bild 1: Neue Rohre eingesetzt und verspachtelt … (27.10.2013) © Thomas Irlbeck

Vor einigen Jahren habe ich meine Loggia sanieren lassen. Vor allem störten mich die beiden abgebrochenen Pechnasen-Rohre. Auch war der Blumentrog vermoost.

Einige Tage hatte ich meine Freude daran. Aber die Sanierung überstand nicht einmal den ersten heftigeren Regen. Der Mörtel – oder was auch immer verwendet wurde – löste sich auf und es schwemmte die Rohre raus. Das zeigt mal wieder, dass Pechnasen-Rohre ein neuralgischer Punkt sind, ich darf hier an den Artikel Zwei Pechnasen trinken Super verweisen. Ich fertigte Beweisfotos an und schickte sie dem Sanierungsunternehmen. Doch obwohl sie fest versprachen, das zu reparieren, wurde nichts daraus. Zum Termin erschien kein Handwerker. Auch nicht bei einem Wiederholungstermin und bei einem wiederholten Wiederholungstermin. Auch ein härterer Ton meinerseits hatte keinen Erfolg. Das Unternehmen hatte kein Interesse an der Reparatur. Wozu auch? Das Geld hatten sie bereits, und auf Nachfolgeaufträge zufriedener Kunden ist doch heute keiner mehr angewiesen.

Pechnasen-Reparatur Loggia
Bild 2: … Hässlich, aber die Farbe fehlt ja noch (27.10.2013) © Thomas Irlbeck

Gut, es vergingen die Jahre. Die Löcher wurden immer größer, Rostwasser suchte sich seinen Weg und lief am Blumentrog herunter. Der Anblick der inzwischen auf Handgröße angewachsenen Löcher war dann irgendwann nicht mehr zu ertragen.

Auf in den Baumarkt! Ich schnappte mir zwei Kunststoffrohre, dazu eine Packung Schnellmörtel für Außenanwendungen. Da dieser sicherlich nicht wasserfest ist, bedarf es einer guten Versiegelung. Ich fragte einen Mitarbeiter, was er denn machen würde: Harz, Bitumen, Teer? Er riet zur Bitumenfarbe, von der er aber nur einen riesigen Eimer hatte. Ich entdeckte einen kleineren Eimer mit Bitumen-Spachtelmasse, für den ich mich entschied, auch wenn der freundliche Herr nicht so ganz begeistert davon war.

Gut, alles sauber gemacht, abgeschliffen, Rohre im hinteren Bereich (der im Trog verschwinden wird) aufgeraut und eingesetzt, zugespachtelt (Bild 1 und 2). Als alles trocken war, die bearbeiteten Stellen des Blumentrogs abgeschliffen und innen auf die beiden Abflussbereiche zwischen Rohr und Trog Bitumenspachtel aufgetragen. Und überall dort, wo die bestehende Versiegelung (vermutlich auch Bitumen) bereits abgegangen war. Letztendlich ist diese Spachtelmasse nichts anderes als eine etwas dickere Farbe. Sie ließ sich daher sogar mit dem Pinsel aufbringen. Nach 24 Stunden noch eine Lage drauf, sicher ist sicher (Bild 3).

Pechnasen-Reparatur Loggia
Bild 3: Abflussbereich mit Bitumen versiegelt. Nicht schön, aber im Inneren eines Blumentroges ist das egal (27.10.2013) © Thomas Irlbeck

Nun muss noch ein Anstrich her. Der bestehende war grau. Da der Baumarkt keine graue Fassadenfarbe vorrätig hatte, habe ich weiße gekauft und eine Tube Abtönfarbe dazu (geeignet für Außenanwendung). Ich schnappte eine Tube, die anhand einer schwarzen Verpackung den Anschein hatte, es wäre auch Schwarz drin (je nach Licht könnte es auch Anthrazit sein). Ein Farbname stand leider nicht darauf. Die Überlegung war, dass viel Weiß und wenig Schwarz Hellgrau ergeben müsste.

Pechnasen-Reparatur Loggia
Bild 4: So gut wie fertig. Der Anstrich wurde etwas bläulich, aber das ist zu verschmerzen (01.11.2013) © Thomas Irlbeck

Nach dem Einrühren der Farbe entstand wirklich so was wie Grau. Der Anstrich wurde zwar tatsächlich grau, hat aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen einen sauberen Blaustich (Bild 4). Da ich nur Flächen gestrichen hab, die nicht von außen sichtbar sind, ist dies aber nicht schlimm, denn dort ist keine bestimmte Farbe vorgeschrieben. Theoretisch könnte man diese Flächen auch in Lindgrün streichen.

Hoffentlich bleibt der Trog nun dicht. Die Frage ist aber: Bepflanzen oder nicht bepflanzen? Sinn ergäbe eine höhere Bepflanzung nur im rechten Bereich, da sonst die Sicht auf den Satelliten getrübt wird.

Update

Pechnasen-Reparatur Loggia
Jetzt mit Baum (08.11.2013) © Thomas Irlbeck

Ärger bei der Verbreitung von Fremdfotos trotz CC-Lizenz

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CC-Lizenz
CC-Lizenz bei flickr. Teil des Screenshots, den ich zu Beweiszwecken angefertigt hatte. CC-Bilder dürfen verbreitet werden, wenn gewisse Spielregeln eingehalten werden

Das Urheberrecht ist ja bekanntlich sehr kompliziert. Inzwischen ist zumindest zu den meisten Leuten durchgedrungen, dass man fremde Bilder nicht so ohne Weiteres verbreiten darf. Auch die Veröffentlichung auf einer privaten, nicht kommerziellen Website ist eine Verbreitung, selbst wenn es nur eine Handvoll Besucher im Monat gibt.

Bilder, die ausdrücklich zur Veröffentlichung freigegeben sind, dürfen dagegen veröffentlicht werden. Hier gibt es die so genannte Creative Commons (CC)-Lizenz, die in unterschiedlichen Abstufungen existiert. Häufig ist zwar eine Veröffentlichung, aber keine Veränderung des Bildes erlaubt.

Aber auch bei Creative Commons-Bildern lauern Fallen. So sind bereits Nutzer erfolgreich und kostenpflichtig abgemahnt worden, die den Namen des Fotografen nicht angegeben hatten. Es gibt also gewisse Regeln, die zu beachten sind. Aber auch bei Einhaltung aller Regeln ist Ärger nicht ausgeschlossen, wie ich gestern selbst erfahren musste.

Zunächst einmal der Hinweis, dass niemand an den Pranger gestellt werden soll. Daher habe ich im Folgenden alle Angaben weggelassen, die einen Rückschluss auf die betroffene Fotografin ermöglichen.

Was war passiert? Ich verwendete in einem meiner Blogs ein CC-Bild. Ich gab den Namen der Fotografin an, ich setzte zudem noch einen Link auf die Fotoseite bei flickr, auf der man auch Informationen zur Lizenz abrufen kann.

Also alles richtig gemacht, dachte ich. Dennoch bekam ich zu meinem großen Erstaunen gestern folgende E-Mail:

Sehr geehrter Herr Irlbeck,

Mein Name ist xxx, Diplom Designer und Fotografin, lebe in […] und sah gestern, dass sie ohne meine ausdrückliche Genehmigung eines meiner Bilder auf ihrer Seite verwenden.

Damit verstoßen sie dem Urheberrecht. Ist ja nett, dass sie wenigstens meinen Namen unter das Bild setzen…

Leider wurde ich nie von ihnen über diese Veröffentlichung gefragt. Das wird normaler Weise so gehandhabt!

Zudem muss ich auch sagen, dass sich wohl niemand meine Arbeit und den Artikel genau angeschaut hat.

[…]

Ich bitte sie, so schnell wie möglich dieses Bild zu entfernen.

Über eine kurze Stellungnahme von ihrer Seite würde ich mich freuen. […]

Ich vergewisserte mich noch einmal, dass das Bild wirklich unter die CC-Lizenz fällt. Für alle Fälle machte ich noch einen Screenshot von der flickr-Fotoseite, auf der auch die Lizenz angegeben ist. Dann schrieb ich zurück:

Sehr geehrte Frau […],

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Ich achte immer sehr genau auf das Urheberrecht.

Das Bild haben Sie unter der Lizenz Creative Commons (CC BY-ND 2.0) freigegeben, sodass es genehmigungsfrei genutzt werden darf. Auf der flickr-Seite steht:

You are free:

• to Share — to copy, distribute and transmit the work
• to make commercial use of the work

Daher verwundert mich jetzt ehrlich gesagt Ihr Hinweis ein wenig. Was soll ich denn mehr machen, als darauf zu achten, dass ein Bild als CC freigegeben ist? Wie kommen Sie zu der Auffassung, ich würde gegen das Urheberrecht verstoßen?

[…]

Selbstverständlich entferne ich das Bild, wenn Sie darauf bestehen. Aber ich finde, Sie sollten den Hinweis, ich hätte das Urheberrecht verletzt, nicht aufrechterhalten.

Nach rund einer halben Stunde ging ich noch mal auf die Fotoseite. Nun war das Bild auf einmal als © gekennzeichnet. Die Fotografin hatte es also sehr zeitnah geändert. In einem solchen Fall erwarte ich eine Entschuldigung. Immerhin hat sie behauptet, ich hätte eine Straftat begangen. Es kam aber bis jetzt keine Antwort.

Möglicherweise war es wirklich ein Versehen ihrerseits. Oder sie hatte sich mit den Lizenzen nicht näher beschäftigt.

Zwar ist es Spekulation, aber es bei solchen Dingen ist grundsätzlich auch ein illegales, dreistes Geschäftsmodell denkbar. Man stelle sich vor, Betrüger stellen hervorragende Bilder ins Netz und geben sie als CC frei. Später ändern sie die Lizenz auf © und lassen die Nutzer abmahnen, die ihre Bilder verbreitet haben. Es dürfte nicht immer einfach sein, zu beweisen, dass das Bild ursprünglich als CC freigegeben war. Kaum einer dürfte Screenshots zu Beweiszwecken anfertigen. Unter Umständen können Webarchive helfen (etwa die Wayback Machine, die aber auch nicht alles archiviert und schon gar nicht in Zeitabständen, die in allen Fällen ausreichen würden) oder das Webprotokoll des Providers, falls dieser das in einem Rechtsstreit rausgibt. Screenshots sind sicher hilfreich, können aber auch gefälscht werden.

Es ist davon auszugehen, dass ein Teil der Abgemahnten zähneknirschend zahlt. Manche könnten auch meinen, dass sie sich mit der Lizenz vertan hätten und zahlen dann, obwohl sie schwören könnten, dass das Bild vor kurzem noch als CC ausgewiesen war.

Schön wäre es, wenn flickr und andere Fotowebseiten nicht nur die Lizenz anzeigen würden, sondern auch eine Historie, falls die Lizenz nachträglich geändert wurde. Dann würden solche „Geschäftsmodelle“, sollte es sie überhaupt geben, kaum funktionieren.

Zwei Pechnasen tanken Super (Update 11.07.2013)

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Pechnasen
Auskragung am Penny-Flachdach mit nun angebrachtem Regenrohr (02.07.2013) © Thomas Irlbeck

Die geschwungenen Auskragungen im Marx-Zentrum erinnern ein wenig an die Wehrerker oder Gusserker einer Burg. Vor allem früher wurden sie auch als „Pechnasen“ bezeichnet, auch wenn nicht klar ist, ob neben siedenden Flüssigkeiten wie Wasser oder Öl auch tatsächlich Pech zur Verteidigung der Burg abgelassen wurde. Aber „super“ ist hier gar nichts. Um bei stärkerem Regen mehr Wasser sofort abzuleiten, sollen nun „schwebende“ Rohre im Rahmen der derzeit durchgeführten Flachdachsanierung am Penny-Markt bewirken, dass das Wasser gar nicht erst im Kies versickert. Ästhetisch schaut das überhaupt nicht aus. Hierbei ist aber auch zu befürchten, dass bei Luftverwirbelungen oder bei Undichtigkeiten das Wasser nicht aus dem Rohr senkrecht abfließt, sondern eher an der Fassade herunterläuft und diese beschädigt. Auch Fußgänger und Raucher, die sich hier unterstellen, dürfen sich hier freuen, in Zukunft an eigentlich geschützten Stellen eine Ladung Feuchtes abzukriegen.

Dass das herablaufende Wasser bei ähnlichen Regenwasser-Abflusskonstruktionen neue Schäden verursachen kann, zeigt sich im Marx-Zentrum nur ein Haus weiter an der Max-Kolmsperger-Straße. Bereits wenige Monate nach der beendeten Flachdachsanierung sieht man, dass sich das Wasser nun zumindest teilweise seinen Weg über die asbesthaltigen Eternit-Platten bahnt und entsprechende Spuren hinterlässt (siehe Abbildung weiter unten). Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist hier bereits ein Teil der Schutzschicht der Platten abgetragen worden. Als Folge einer solchen Beschädigung können die gefährlichen Asbestfasern freigesetzt werden. Neben einer möglichen Gesundheitsgefahr und einer noch schnelleren Alterung der Asbestplatten macht das Ganze aber auch hier einen extrem hässlichen Eindruck. Wer kommt auf solche Ideen und wer zahlt respektive haftet für neue Schäden, die dann einen Rückbau und Nachbesserungen erforderlich machen?

Pechnasen
Weitere … (02.07.2013) © Thomas Irlbeck
Pechnasen
… Ansichten … (02.07.2013) © Thomas Irlbeck
Pechnasen
… (02.07.2013) © Thomas Irlbeck

Nur ein Haus weiter: Das Wasser fließt hier nicht, wie es soll. (Bild entfernt)

Solche Sorgen hatte man im Mittelalter nicht, zumal es damals bekanntlich noch keine Eternit-Platten gab. Die Abbildung zeigt das 1422 erstmals erwähnte Einersheimer Tor im unterfränkischen Iphofen. Deutlich zu sehen ist die Pechnase mit ihrer schießschartenförmigen Öffnung.

Einersheimer Tor /Pechnasse
Einersheimer Tor mit Pechnase. Foto: Margret Pirzer / Lizenz siehe: flickr
Einersheimer Tor/Pechnase
Pechnase vergrößert. Foto: Margret Pirzer / Lizenz siehe: flickr

Update (11.07.2013)

Marx-Zentrum Sanierung Penny-Flachdach/Pechnasen
Marx-Zentrum mit dem weitgehend sanierten Penny-Flachdach (09.07.2013) © Thomas Irlbeck

Wie die Aufnahme im rechten unteren Bereich zeigt, ist die Flachdachsanierung nun weitgehend abgeschlossen.

TÜV knapp verfehlt (Das besondere Fahrzeug, Folge 1)

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Autowrack
Autowrack (06.06.2013) © Thomas Irlbeck

Schon 2012 habe ich dieses herrliche Fahrzeug fotografiert – mit dem Smartphone. Nun steht dieses Automobil immer noch auf einem Parkplatz einer imposanten Wohnanlage in Neuperlach Ost. Da musste ich natürlich noch mal mit dem richtigen Fotoapparat ran.

Autowrack
An der HU … (06.06.2013) © Thomas Irlbeck
Autowrack
… ist der Wagen offenbar nur knapp vorbeigeschrammt (06.06.2013) © Thomas Irlbeck
Autowrack
Autowrack (06.06.2013) © Thomas Irlbeck, rechtes Foto: Georg Schwalbach / Lizenz CC BY-NC 2.0

Zu den übrigen Folgen „Das besondere Fahrzeug“

World Wide Wait reloaded – Telekom führt drastische DSL-Drosselung auf 384 Kbit/s ein (Update 22.04.2013)

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Update 22.04.2013: Nun ist es amtlich. Für Neuverträge wird ab 2. Mai bei Volumenüberschreitung eine Drosselung auf lächerliche 384 Kbit/s eingeführt. Bei VDSL 50 liegt das Limit bei 200 GB pro Monat. Mehr dazu: Hier klicken.

Vielen dürfte es noch in Erinnerung sein: Beim Surfen im Web musste man früher sehr geduldig sein. Alleine der Aufbau einer Seite konnte schon mal ein paar Minuten dauern. Diese Schreckenszeiten aus den späten 1990er-Jahren könnten bald in bestimmten Fällen wieder Realität werden.

Noch ist zwar nichts entscheiden, aber die Deutsche Telekom hat inzwischen bestätigt, dass man plane, eine drastische Drosselung von DSL einzuführen. Ist das Monatskontingent verbraucht, setzt die Drosselung ein. Erst ab dem Monatsanfang steht dann wieder die volle Geschwindigkeit zur Verfügung, es sei denn, man kauft weitere Kontingente dazu, falls das möglich sein wird. Damit würde das, was bereits bei Mobilfunktarifen in aller Regel Standard ist, auch für das Festnetz gelten.

Slow Internet
Langsames Web. Ganz so schlimm wird es nicht kommen. Aber vielleicht schlimm genug. Foto: Phil Denton / Lizenz siehe: flickr

Das freie Monatskontingent wird nach den Plänen von der Anschlussart abhängen. 75 GB könnten bei einem DSL-Anschluss frei sein und 200 GB bei VDSL mit 25 oder 50 Mbit/s. Das klingt zwar viel, dürfte aber selbst dem Weniguser nicht reichen. Alleine die automatisch durchgeführten Sicherheitsupdates sind groß. Da können durchaus schon einmal einzelne Pakete von 1 GB darunter sein. Eine halbe Tagesration wäre nach wenigen Minuten verloren. Spiele, die online gekauft werden, können im Extremfall durchaus bis zu 30 GB betragen. Das halbe Monatskontingent könnte dann für einen einzigen Download draufgehen. Schaut man HD-Filme als Stream an, wäre ebenso ein komplettes Monatskontingent innerhalb weniger Stunden aufgebraucht. Das normale Surfen, die Nutzung von Cloud-Diensten, Videotelefonie, all das kommt noch obendrauf. Auch Privatanwender haben ihre Daten – etwa Fotos und Musikdateien – inzwischen in der Cloud. Jeder Zugriff darauf knabbert dann am Monatskontingent.

Drosselung auf 384 Kbit/s ein schlechter Witz

Die geplante Drosselung soll bei allen Anschlussarten einheitlich 384 Kbit/s betragen, also kaum mehr 0,3 Mbit/s. Damit hat man bei VDSL mit 50 Mbit/s noch gerade einmal 1/150 (!) der normalen Kapazität zur Verfügung. Das darf mit Recht als schlechter Witz bezeichnet werden. Es ist in etwa die Hälfte des allerersten DSL-Produktes um das Jahr 2000 herum. Selbst für das normale Surfen wäre dies kaum mehr akzeptabel, da die Seiten heute nicht mehr in dem Maß optimiert sind, wie es früher der Fall war.

Was steckt dahinter? Laut der Aussage des roten Riesen steige das Datenvolumen exponentiell an. Der Ausbau der Netzinfrastruktur koste Milliarden, daher müssten andere Ansätze her, die gewohnte Flatrate könnte es dann nicht mehr geben, sondern nur noch eine mit viel Kleingedrucktem – vom Benutzer sicherlich als Mogelpackung verstanden.

Nun liegt es aber sicher nicht an dem bösen Anwender, der womöglich auch noch illegal große Dateimengen tauscht oder es mit dem Anschauen von HD-Videos auf YouTube übertreibt. Tatsächlich propagiert die Telekom ihr Entertain Internet-TV (IPTV). Die Kunden besitzen nun auch noch die Frechheit, diese Dienste tatsächlich zu buchen und auch – jetzt wird es richtig frech – noch umfassend zu nutzen! Solche Dienste sind im großen Maße mitverantwortlich für die Engpässe. Inwieweit es sinnvoll ist, das Internet als Rundfunkersatz zu nutzen, sei dahingestellt. Meines Erachtens ergibt zwar Video on Domand Sinn, da es eine Individualisierung ist. Zur Übertragung eines normalen TV-Programms hingegen reicht auch die Satellitenschüssel oder ein herkömmlicher Kabelanschluss, zumindest solange die Netzinfrastruktur nicht entsprechend ausgebaut ist.

Öffentliches BTX-Terminal
Online in Vor-Internet-Zeiten. Ein öffentliches BTX-Terminal. Die Datenraten waren damals noch herrlich gering. Foto: KlausNahr / Lizenz siehe: flickr

Die Motive der Telekom liegen sicherlich in einer Umsatzerhöhung. Die Konkurrenz hat längst entsprechende Drosselungs-Klauseln, wenngleich die Geschwindigkeit nach Einsetzen der Drosselung längst nicht so weit heruntergefahren wird, wie es jetzt die Telekom vorhat. Auch in den Verträgen der Telekom finden sich schon bereits seit Längerem solche Klauseln. Interessanterweise wird hier eine Drosselung auf 6 Mbit/s nach 200 GB Monatsverbrauch bei einem VDSL-Anschluss genannt. Dies wäre ja noch annehmbar. Technisch umgesetzt wurde dies aber offenbar nie. Warum nutzt man nicht erst diese Klausel, sondern geht gleich so weit mit der Geschwindigkeit runter? Sicherlich wird bei einer moderaten Drosselung kaum einer teure Zusatzkontingente kaufen. Erst bei 384 Kbit/s tut es so richtig weh, sodass der Benutzer zähneknirschend darauf zurückgreifen dürfte.

Angriff auf die Netzneutralität

Es ist davon auszugehen, dass die anbietereigenen volumenhungrigen Dienste nicht angerechnet werden. Wer sein Monatskontingent verbraucht hat, wird wahrscheinlich weiterhin wie gewohnt IPTV nutzen können, wenn es ebenso von der Telekom bzw. vom selben Anbieter ist. Dies ist keine reine Kundenbindung, die verständlich wäre, sondern ein Angriff auf die Netzneutralität. Der Kunde könnte faktisch nicht mehr sinnvoll auf Streamingdienste anderer Anbieter zurückgreifen. Selbst das Anschauen von YouTube-Videos wäre kaum mehr interessant. Hier geht es nicht um eine höhere Wartezeit, sondern eher darum, dass das Video alle paar Sekunden stocken wird und dann viele Sekunden „nachgepuffert“ werden muss. Wer das früher erlebt hat, weiß, dass dies an den Nerven sägt und keinen Spaß macht. Hier sind aber zusätzliche Geschäftsmodelle denkbar – etwa eine YouTube-Pseudoflat mit 100 GB extra Volumen für sosundsoviel Euro versteht sich.

Eine erzieherische Maßnahme wäre eine Drosselung ebenso. Man wird sich besser überlegen, was man noch genau nutzt. Im Zweifelsfall wird man nur noch Dinge initiieren, die einen subjektiven oder sofort erkennbaren Vorteil haben. Damit das Monatskontingent länger hält, werden wahrscheinlich viele Kunden die vielen Sicherheitsupdates abschalten, eine Katastrophe für das ohnehin unter Dauerbeschuss von Hackern stehende Netz. Auch das neue Aufsetzen eines Rechners – nach einer bewiesenen oder vermeintlichen Infektion – ginge nicht mehr so sorglos. Allein die Neuninstallation bedeutet, dass nach Installation des Betriebssystems und weiterer Software von DVD viele GB Sicherheits- und funktionale Updates nachgeladen werden. Wenn das Monatskontingent fast schon erschöpft ist, werden solche sinnvollen Aktionen vermutlich erst einmal hinten angestellt.

Bestandskunden nicht betroffen – wirklich?

Die Telekom weist darauf hin, dass Bestandskunden nicht betroffen seien. Dies würde bedeuten, dass diese noch eine Zeit lang unbeschwert surfen könnten und allenfalls die moderate Drosselung ertragen müssten. Doch Verträge haben eine gewisse Laufzeit (meiner läuft noch bis Oktober dieses Jahres), wenngleich sie sich dann automatisch verlängern. Bei nachteiligen Änderungen der Konditionen hätte der Kunde zwar ein Sonderkündigungsrecht. Fraglich ist aber, ob er bei der Konkurrenz viel bessere Konditionen erhält. Außerdem bedeutet die Umstellung oft einen ziemlich hohen Aufwand. Ggf. wird andere Hardware (Router) gebraucht, die dann erst einmal installiert werden muss. All das ist machbar, aber ärgerlich. Die Frage ist nur, ob auch andere Anbieter auf die 384 Kbit/s heruntergehen werden. Falls nein, dürfte die Telekom viele Kunden verlieren.

Die Telekom hat auch viel Unsicherheit gesät. Auf Fragen besorgter User, die sogar bereit sind, Kontingente dazuzukaufen, reagiert die Telekom auf der offiziellen Facebook-Seite auffällig verhalten. Ein Benutzer wollte wissen, was 1 TB pro Monat koste (das würde einem Poweruser reichen, eventuell auch einer Wohngemeinschaft, die das Internet nicht exzessiv nutzt). Doch die Antwort der Telekom war nur, dass man nicht plane, solche vergleichsweise großen Kontingente anzubieten.

Noch sind es nur Überlegungen, aber schon sehr konkrete. Es spricht viel dafür, dass die Zeit der Sorglos-Internettarife bald zu Ende geht und auch eine unbeschwerte Nutzung des Internets in naher Zukunft bald der Vergangenheit angehört.

Ich beispielsweise habe Internet-Pay-Radio abonniert, das mit moderaten 256 Kbit/s auskommt. Doch bei einer Drosselung auf 384 Kbit/s läuft auch dieses nicht mehr stabil, da die Bandbreite anteilsmäßig aufgeteilt wird, wenn man z.B. noch nebenbei surft. Störungsfrei läuft der Dienst ab ca. 1 Mbit/s. Da es sich um einen kleinen US-amerikanischen Anbieter handelt, wird dieser sicherlich nicht vom Monatskontingent ausgenommen. Ich müsste den Anbieter dann kündigen. Vergleichbare Dienste von der Telekom gibt es nicht, da es sich hierbei um sehr spezielle Musikkanäle handelt, die in ihrer Zusammenstellung weltweit einmalig sein dürften.

Es kann nur an die Telekom appelliert werden, die Pläne noch einmal zu überdenken. Das Vorhaben würde den Nutzen des Internets erheblich reduzieren. Vielleicht bewirkt ja der viel zitierte Shitstorm, den die Telekom derzeit erleben darf, etwas.

Update – DSL-Drosselung auf 384 Kbit/s nun amtlich (22.04.2013)

Die Pläne sind nun amtlich. Für Neuverträge wird ab 2. Mai bei Volumenüberschreitung eine Drosselung auf lächerliche 384 Kbit/s eingeführt. Bei VDSL 50 liegt das Limit bei 200 GB pro Monat (Infos siehe folgende Tabelle). Bestimmte Telekom-eigene Dienste (Entertain, DSL-Telefonie*) werden nicht auf das freie Volumen angerechnet (Unterscheidung gute/schlechte Daten). Es soll die Möglichkeit geben, Zusatzkontingente hinzuzubuchen. Die technische Umsetzung soll angeblich nicht vor 2016 erfolgen. Quelle: SPIEGEL

Anschluss Mbit/s Limit pro Monat in GB
16 75
50 200
100 300
200 400

* Das ist auch das Mindeste, was man erwarten kann, sonst könnten die Kunden nach Volumenüberschreitung faktisch nicht mehr fernsehen und telefonieren.

Vieles mag sich jetzt noch nicht so beunruhigend anhören, aber es ist anzunehmen, dass ausgelaufene Bestandsverträge als Neuverträge gewertet werden. Auch ist nicht bekannt, wann die Drosselung wirklich eingeführt wird. Wenn es so weit ist, ist es durchaus möglich, dass es keine Kunden mehr oder nur noch wenige gibt, die sich auf ihre ursprüngliche Regelung (keine Drosselung oder moderate Drosselung auf 6 Mbit/s) berufen können. Dennoch bleibt Zeit, Druck auf die Telekom zu machen. Viele sind sicher bereit, ein paar EUR mehr zu zahlen, wenn sie eine echte Flatrate erhalten. Doch genau so ein Angebot soll es ja nicht geben. Die Möglichkeit, weitere Volumina hinzuzukaufen ist nicht dasselbe und im Allgemeinen kein annähernder Ersatz, auch wenn die genauen Konditionen noch nicht bekannt sind. Es gilt auch abzuwarten, ob andere Anbieter mitziehen werden.