Unser FestSpielHaus vor dem Abriss! (Update 25.05.2019)

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FestSpielHaus
Bild 1: Das FestSpielHaus in seinem blauen Container. Die Farbe passt gut zur ebenfalls blauen Fußgängerbrücke, die nicht im Bild ist (15.07.2018) © Thomas Irlbeck

Das FestSpielHaus an der Quiddestraße soll abgerissen werden, noch im Herbst dieses Jahres muss es geräumt werden. Auf dem Grundstück sollen Wohnungen errichtet werden. Die Verwaltung des FestSpielHaus sucht dringend nach einem neuen Standort.

Aber der Reihe nach: Unser heutiges Gebäude ist ein Container. Dass Container lange genutzt werden können, zeigt sich, dass dieser Bau schon seit ca. 1969 steht – und zwar an der Quiddestraße, Ecke Plettstraße; die Lätarekirche und die blaue Fußgängerbrücke ist hier auch ganz in der Nähe. Er war Neuperlachs erster Supermarkt. Endlich konnten die Bewohner in Neuperlach vernünftig einkaufen und mussten nicht mehr so weit fahren.

Auf dem Gelände fand auch früher der Wochenmarkt statt (ab 20. Mai 1969 bis 1983). Später wurde der Container für soziale und kulturelle Zwecke genutzt – ab 1974 als Jugendtreff und Tagesstätte für Senioren, dann zunehmend für Theateraktivitäten. Den Namen FestSpielHaus hat das Gebäude 1995 erhalten, von diesem Zeitpunkt an gab es einen regelmäßigen Theaterspielbetrieb. Ein Schwerpunkt liegt auf einem Mitmachtheater, bei dem bewusst junge Menschen ohne Schauspielerfahrung auftreten sollen. Eine professionelle Theaterschule ist aber auch angebunden.

FestSpielHaus
Bild 2 mit dem Eingangsbereich (15.07.2018) © Thomas Irlbeck

Nun aber neigt sich das Gebäude seinem Ende zu. Bis zum 30. September 2018 muss es geräumt sein, danach soll es abgerissen werden. Der Grundstückseigentümer hat Eigenbedarf angemeldet. Laut Stand der offiziellen Website hat man immer noch keine neue Unterkunft gefunden. Bereits seit 2013 ist immer wieder das alte Hackschnitzel-Heizkraftwerk in Ramersdorf als neuer Standort im Gespräch (Neuperlach.org berichtete).

Weiter unten gibt es noch ein historisches Foto von ca. 1969/1970, auf dem der Bau – wenn auch nur klein – in seiner Funktion als Supermarkt zu sehen ist. Damals war der Container noch weiß.

Mal wieder eine Nachverdichtung

Laut tz sollen auf dem FestSpielHaus-Grundstück Wohnungen gebaut werden. Eine solche Nachverdichtung ist naheliegend, zumal das Grundstück relativ groß ist, denn es gibt noch eine größere Freifläche hinter dem Haus (Bild 5), eben der Standpunkt des ehemaligen Wochenmarktes.

FestSpielHaus
Bild 3 (15.07.2018) © Thomas Irlbeck
FestSpielHaus
Bild 4: Rückansicht (15.07.2018) © Thomas Irlbeck
FestSpielHaus
Bild 5: Rückansicht – wie groß die Freifläche des ehemaligen Wochenmarktes ist, zeigt dieses Bild (15.07.2018) © Thomas Irlbeck
Quiddestraße/Ecke Plettstraße
Bild 6: Albert-Schweitzer-Straße/Plettstraße. Um 1969/1970. Im Bild fast ganz oben, leicht rechts, ist der Container zu sehen, der Neuperlachs erster Supermarkt war und in dem heute das FestSpielHaus ansässig ist. Aus der Fotosammlung von J. W. Foto: M. B.

Quelle

Offizielle Website des FestSpielHaus

Update 19.08.2018

Kein gutes Omen: Auf dem Gelände wurden zwei Container aufgestellt.

FestSpielHaus
Bild 7 (19.08.2018). Foto: Hanns Edel
FestSpielHaus
Bild 8 (19.08.2018). Foto: Hanns Edel

Update 24.02.2019

Noch steht das FestSpielHaus! Laut offizieller FestSpielHaus-Website ist ein Teil der Kulissen, Requisiten und Kostüme bereits umgezogen.

Der neue Standort wird, wie oben bereits spekuliert wurde, das alte Hackschnitzel-Kraftwerk in Ramersdorf sein.

Hackschnitzel-Heizkraftwerk Ramersdorf
Bild 9: Der neue Standort, das alte Hackschnitzel-Kraftwerk in Ramersdorf an der Rosenheimer Straße 192, Ecke Wa­­gen­­eggerstraße (13.07.2018) © Thomas Irlbeck

Update 25.04.2019

Die Außenreklame wurde abmontiert.

FestSpielHaus
Bild 10 (25.04.2019) © Thomas Irlbeck
FestSpielHaus
Bild 11 (25.04.2019) © Thomas Irlbeck

Das alte Hackschnitzel-Heizkraftwerk in Ramersdorf (Das historische Haus, Folge 26) (Update 24.02.2019)

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Hackschnitzel-Heizkraftwerk Ramersdorf
Bild 1 (13.07.2018) © Thomas Irlbeck

Unser heutiges Gebäude steht in Ramersdorf an der Rosenheimer Straße 192, Ecke Wa­­gen­­eggerstraße. Das Gebäude wirkt ein wenig wie eine Mischung aus Kirche (Spitzdach mit Turm, schmale hohe Fenster), Feuerwehrhaus (Ausfahrtstore) und Heizkraftwerk (Kamin). Das letzte Stichwort ist richtig, tatsächlich war das Gebäude früher ein Hackschnitzel-Heizkraftwerk. 2005 bis 2006 wurde es umgebaut und fungierte dann als „Technische Werkstätten“ der Münchner Wohnungsbaugesellschaft Gewofag. Informationen zum Umbau und auch Innenansichten findet man hier: Umbau Heizkraftwerk Rosenheimer Straße 192 in Technische Werkstätten 

Die Technischen Werkstätten zogen ein paar Jahre später dann an Otto-Hahn-Ring in Neuperlach um. Das Gewofag-Gebäude wurde daraufhin zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt, die schließlich bis Ende 2017 dann an die Neuperlacher Nailastraße (mit der berühmten Neuperlacher Mauer!) umgezogen sind.

Hackschnitzel-Heizkraftwerk Ramersdorf
Bild 2 (13.07.2018) © Thomas Irlbeck

Bereits 2013 wurden Pläne bekannt, dass das FestSpielHaus an der Quiddestraße im alten Hackschnitzel-Heizkraftwerk eine neue Heimat finden könnte. Derzeit ist man in einem ehemaligen Supermarkt-Container untergebracht (das war Neuperlachs erster Supermarkt!), der im Herbst 2018 abgerissen werden soll. Dank des großen Veranstaltungsraums für rund 120 Besucher würde sich das FestSpielHaus verbessern, der Raum ist größer und höher als der jetzige Spielraum.

Zur tatsächlichen weiteren Nutzung des Gebäudes ist nicht mehr bekannt, die Gewofag hatte damals nach dem Umzug nach Neuperlach das Haus zur soziokulturellen Nutzung freigegeben, sodass es wohl unabhängig davon, ob das FestSpielHaus den Zuschlag bekommt, auf eine soziale oder kulturelle Verwendung hinauslaufen dürfte.

Widersprüchliche Informationen zum Denkmalschutz

Laut mehreren Zeitungsartikeln hat das Haus eine denkmalgeschützte Fassade. Im aktuellen Bayerischen Denkmal-Atlas wird es allerdings nicht gelistet, auch in der Wikipedia findet sich unter der Liste der Baudenkmäler in Ramersdorf kein entsprechender Eintrag.

Hackschnitzel-Heizkraftwerk Ramersdorf
Bild 3 (13.07.2018) © Thomas Irlbeck
Hackschnitzel-Heizkraftwerk Ramersdorf
Bild 4 (13.07.2018) © Thomas Irlbeck

Quellen

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Nachtrag

Wer noch mehr über das Haus weiß (z.B. Architekt, Baujahr) oder historisches Fotomaterial hat, kann sich gerne an mich wenden.

Update 23.08.2018

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll nun tatsächlich das FestSpielHaus im alten Hackschnitzel-Heizkraftwerk unterkommen. Zunächst aber muss das Gebäude noch umgebaut werden.

Update 24.02.2019

Es bleibt beim Hackschnitzel-Heizkraftwerk als neuer Standort für das FestSpielHaus. Der Umzug verzögert sich, noch steht das alte FestSpielHaus.

Noch ein Jubiläum! Vor 40 begannen die Bauarbeiten zum pep

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pep Hugendubel Eröffnung Büchlein
Büchlein zur Eröffnung des Hugendubel im pep (Frühjahr 1981)

Noch ein Jubiläum! Vor genau 40 Jahren (also Juni 1978) begannen die Bauarbeiten zu unserem pep. Als das Einkaufscenter schließlich im Frühjahr 1981 eröffnet wurde (im Oktober 1980 startet im pep bereits vorab der Krone-Markt, der Rest des pep war noch im Bau), gab es dieses Büchlein vom Hugendubel. Nach meiner Erinnerung wurde das ca. 70-seitige Büchlein mit drei Kurzgeschichten verschenkt. Ich habe noch ein Exemplar in meinem historischen Regal stehen, wie der Scan zeigt! Wer besitzt es auch noch?

Flashback auf unser 6-Eck – 2009 wurde als „Nachfolger“ das Phönix-Pflegeheim eröffnet

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6-Eck
Bild 1: Das 6-Eck steht noch, aber wie der grüne Abfallcontainer andeutet, wurde bereits damit angefangen, das Gebäude auszuräumen. Nach diesen Aufnahmen gab es aber noch eine Abschiedsparty (01.12.2004) © Thomas Irlbeck

Anfang Mai 2008 – startete der Bau des Phönix-Pflegeheims am Friedrich-Engels-Bogen. Ein Pflegeheim ersetzt einen Kindergarten und einen  Jugendtreff. Im September 2009 war es fertiggestellt. Deutlicher kann sich die Vergreisung der Bevölkerung kaum ausdrücken.

Dieses Jubiläum ist eine gute Gelegenheit, noch einmal auf das 6-Eck zurückzublicken.

Der Name „6-Eck“

Der 1971 errichtete Bau hatte – obwohl man es annehmen könnte – als Ganzes keinen sechseckigen Grundriss, bestand aber aus mehreren einzelnen Teilen, in denen sich mehrfach – wenngleich nicht durchgehend – Sechsecke wiederfanden (siehe Bild 1). Es war ein eher kleiner Eingeschosser – in Fertigbauweise mit Betonsockel.

Das Gebäude wurde als evangelischer Kindergarten genutzt, aber auch als Jugendtreff. Dieser Jugendtreff hieß eben „6-Eck“ – in genau dieser Schreibweise. Es gab für Jugendliche (ab 16 Jahren) ein großes Angebot – mit Foyer, Bar, Küche, Clubraum, Bandübungsraum und vielem mehr. Vor dem Haus konnte man auf der großen Wiese Volleyball und anderes spielen.

Die legendären 6-Eck-Partys

Entschuldigungsschreiben 6-Eck
Entschuldigungsschreiben

Berüchtigt in der näheren Umgebung waren aber die legendären 6-Eck-Partys. Denn das Gebäude konnte man freitags und samstags mieten. Die Partys waren meist sehr laut und dauerten oft bis 9 Uhr in der Früh des Folgetages. Immerhin haben sich die Veranstalter für eine besonders laute Party per Schreiben entschuldigt (Abbildung). Auch mich als Anwohner, der direkt darüber wohnte, brachten sie immer mal wieder um den Schlaf. Aber ich bin nicht nachtragend, Schwamm darüber!

Das Aus für das 6-Eck

Es waren aber nicht die lauten Partys, die das Ende des 6-Ecks besiegelten. Vielmehr galt das Gebäude als marode (Dach undicht, Betonsubstanz angegriffen) und mit dem Holzschutzmittel Lindan belastet. Eine Sanierung hätte mindestens 150.000 Mark gekostet. Viele sahen das als Vorwand. Es hieß, die evangelische Kirche, die mit einer schrumpfenden Gemeinde konfrontiert war, brauchte Geld und würde das Grundstück gerne verkaufen. Laut Presseberichten war die Gesundheitsgefahr aber keine Verschwörungstheorie, sondern real. Ein Vorschlag, den Betrieb weiterzuführen, indem der Pavillon durch Container ersetzt wird, fand kein Gehör.

Der Kindergarten wurde bereits im Sommer 2003 geschlossen. 2005 erfolgte schließlich der Abriss des Gebäudes. Am 26. November 2004 gab es noch eine legendäre Abschiedsparty, bei der es auch zu Vandalismus am Gebäude kam – das war natürlich nicht in Ordnung, auch wenn das Gebäude ohnehin zum Abriss bestimmt war.

Hier soll noch einmal mit Fotos und anderem Material (v.a. Screenshots der längst offline gegangenen 6-Eck-Website) an das 6-Eck erinnert werden. Leider sind Fotos vom 6-Eck rar. Ich habe zu dieser Zeit nur wenig fotografiert.

So kann ich auch nur Aufnahmen von meinem Fenster präsentieren. Vom Eingangsbereich und Straßenniveau habe ich zwar auch Fotos, aber eine Genehmigung, diese hier zeigen, habe ich trotz einiger Versuche nicht bekommen.

Januar 1999

Hier ist die 6-Eck-Welt noch in Ordnung. Das Gebäude ist mit Schnee bedeckt, aber die Gebäudeteile mit der markanten sechseckigen Form sind klar erkennbar. Im Hintergrund die sogenannten Glashäuser. Auch das ehemalige Kieswerk Piederstorfer ist im linken oberen Bildbereich schwach zu sehen.

Bild 2: Noch hat das 6-Eck ein paar Jährchen vor sich (15.01.1999) © Thomas Irlbeck

2005 – Der Abriss

Das Gebäude wurde in seine Einzelteile zerlegt, weitgehend händisch (Foto). Als alles weg war, wurde die Betonbodenplatte mit schwerem Gerät zertrümmert. Es hieß damals in der Presse, man würde alles sauber zerlegen, um die Möglichkeit zu bewahren, die Stahlkonstruktion wiederzuverwenden. Ob es zu Letzterem gekommen ist, ist mir nicht bekannt.

6-Eck Abriss
Bild 3: Das 6-Eck wird abgerissen (24.05.2005) © Thomas Irlbeck

6-Eck-Website

Unter der Adresse http://www.6eck.com (also ohne Bindestrich!) konnte man sich über das 6-Eck informieren. Damals (die Screenshots sind von 2002) war das keinesfalls selbstverständlich, dass nicht nur eine Website betrieben wurde, sondern diese auch mit Veranstaltungshinweisen auf einem aktuellen Stand gehalten wurde.

Wichtig: Die Screenshots lassen sich wie andere Bilder auch vergrößern – ggf. in zwei Stufen. Klicken Sie das vergrößerte Bild ein weiteres Mal an, falls die Schrift noch nicht lesbar ist.

6-Eck-Homepage
Startseite der 6-Eck-Website. Hier sehen wir immerhin den Eingangsbereich, wenn auch nur als Zeichnung (Juni 2002)
6-Eck-Homepage
Über uns (Juni 2002). Gerade der Satz ganz unten dürfte bei den Anwohnern auch heute noch sehr unangenehme Erinnerungen hervorrufen
6-Eck-Homepage
Eventgalerie (Juni 2002)
6-Eck-Homepage
Programm des Jugendcafés (Juni 2002)

Aktuell

6-Eck-Homepage
Das traurige Ende. Das ist alles, was die offizielle 6-Eck-Website nach dem Ende noch zu bieten hatte. Auch diese Abschiedsseite ist längst verschwunden

Nach Abschaltung der Abschiedsseite war zeitweise ein Online-Bauernmarkt eines österreichischen Betreibers unter der Adresse zu finden. Auch dieser ist wieder verschwunden. Seit Jahren ist unter der Adresse eine Ankündigung zu lesen, dass eine „neue interessante Webseite“ entstehen würde.

Unser Aussichtshügel im Ostpark (Update 08.06.2018)

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Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 1 (07.04.2018). Foto: Lesereinsendung
Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 2 (07.04.2018). Foto: Lesereinsendung

Unser Aussichtshügel im Ostpark. Kaum eine Stelle in Neuperlach ist ohne Baustelle. Das ist gut, denn damit wird unser Stadtteil vor dem Verfall bewahrt. Die Pflastersteine des Gipfelpfades wurden herausgerissen, der Weg wird wohl neu gepflastert.

Das nächste Foto ist älter, mindestens 20 Jahre alt. Es zeigt Pflasterarbeiten am Gipfel dieses Aussichtshügels. Vielen Dank an Reinhard Veit, dass das Foto hier gezeigt werden darf!

Ostpark Aussichtshügel
Bild 3. Foto: Reinhard Veit

Update 24.04.2018

Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 4 (24.04.2018). Foto: Lesereinsendung
Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 5 (24.04.2018). Foto: Lesereinsendung
Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 6 (24.04.2018). Foto: Lesereinsendung
Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 7 (24.04.2018). Foto: Lesereinsendung
Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 8 (24.04.2018). Foto: Lesereinsendung
Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 9 (24.04.2018). Foto: Lesereinsendung
Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 10 (24.04.2018). Foto: Lesereinsendung
Ostpark Weg neu gepflastert
Bild 11 (24.04.2018). Foto: Lesereinsendung

Update 08.06.2018

Ostpark, Weg neu geteert
Bild 12 (08.06.2018). Foto: Lesereinsendung

Der Weg auf den Ostparkhügel ist wieder begehbar. Es fehlt nur noch eine dünne feine Deckschicht. Der Asphalt geht jetzt bis oben hin zur Plattform, das oberste Stück ist also kein Kopfsteinpflaster mehr (Foto). Der steile Weg auf der Rückseite wird wieder aus Kopfsteinpflaster bestehen. Außerdem wurden die beiden geteerten Sportplätze neben der Eisstockbahn auch neu asphaltiert.

Im Hier und Jetzt: Eine alte Gartenlaube aus vergangener Zeit in Neuperlach

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Dass es so etwas noch gibt! Ein großer Garten mit Gartenlaube und Möglichkeiten zum Spielen, Garteln und Erholen. Erstaunlicherweise befindet sich dieser Garten auf Neuperlacher Grund. Um die Eigentümerin oder den Eigentümer vor etwaigen Spekulantenanfragen zu schützen, verzichte ich auf die Nennung der genauen Adresse. Wer aber genau hinschaut, erkennt zumindest als Insider, wo wie hier sind.

Gartenhaus
Bild 1 (05.04.2018) © Thomas Irlbeck
Gartenhaus
Bild 2 (05.04.2018) © Thomas Irlbeck
Gartenhaus
Bild 3 (05.04.2018) © Thomas Irlbeck
Gartenhaus
Bild 4 (05.04.2018) © Thomas Irlbeck

Die Turnerschule – die ehemals schönste Schule Münchens (Das historische Haus, Folge 25)

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Grundschule an der Turnerstraße
Bild 1: Die Turnerschule mit dem Haupteingang (03.04.2018) © Thomas Irlbeck

Unser heutiges Objekt ist ein Stückchen von Neuperlach entfernt, aber noch mit einem kleinen Spaziergang gut zu erreichen. Die „Grundschule an der Turnerstraße“ (kurz: Turnerschule) liegt in Waldtrudering. Es ist unschwer zu erraten, dass die Schule an der Turnerstraße zu finden ist (die nach dem ehemaligen „Turnerplatz“, dem heutigen Gelände der Schule, benannt ist). Aber die Tunerstraße ist lang, sie verläuft vom „Am Hochacker“ bis zur Wabula. Daher soll die Position mit „Höhe Reiherweg“ genauer angegeben werden. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Wabula.

Auffällig trägt der dreigeschossige Bau, für den Denkmalschutz beantragt, der aber noch nicht bewilligt wurde, die große Jahreszahl 1938 unter dem Dachgiebel.

Nationalsozialistische Geschichte

Ursprünglich hieß die Schule „Ostmark-Schule“, was auf den Anschluss Österreichs 1938 an Deutschland anspielt und natürlich nichts mit der Währung der DDR zu tun hat. Die Schule wurde errichtet, um die 1930 gebaute und schon bald zu klein gewordene Waldschule zu entlasten. Die Bauphase war von 1938 bis 1939. Der Bezug fand am 12. Juni 1939 statt, die offizielle Einweihung am 28. September 1939. Die Schule galt als schönste von ganz München, wozu die „wunderbar ausgemalten Türblätter und Trachtenfiguren der österreichischen Landschaften“ beitrugen. Damit wird klar, dass auch die malerische Gestaltung auf den Anschluss Österreichs Bezug nimmt.

Über dem Portal gab es eine Inschrift, die nach dem Krieg wenig überraschend übermalt wurde:

Dieses Schulgebäude wurde erbaut im Jahre 1938, in dem die Ostmark in das Reich heimgekehrt ist.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges – ab dem 29. August 1943 – wurde die Schule zum Hilfskrankenhaus. Erst im April 1948 kamen die Schüler zurück. 1969 wurde die Schule um einen Anbau erweitert. 2015 wurde eine neue Mensa (Bild 5) gebaut und am 13. März 2017 eröffnet. Derzeit besuchen rund 600 Schülerinnen und Schüler in über 20 Klassen die Schule.

Der Bayerische Denkmal-Atlas weiß zu dem Gebäude Folgendes zu berichten:

Ehem. Volksschule, sog. Ostmark-Schule, jetzt Grundschule an der Turnerstraße, dreigeschossiger Satteldachbau mit weit überstehendem Dach und niedrigem Nebenflügel mit Turnhalle, im Heimat- bzw. Heimatschutzstil, von Hermann Leitenstorfer, 1937/38. Benehmen nicht hergestellt.

Grundschule an der Turnerstraße
Bild 2: Totale (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 3: Eingang (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 4: Jahreszahl unter dem Giebel (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 5: Die neue Mensa (29.10.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 6: Herbststimmung (12.11.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 7: Herbststimmung (05.11.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 8: Winterstimmung (14.01.2017). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke

3D-Ansicht der Schule (Google Maps)

Hinweis: Die neue Mensa ist in dieser Ansicht mit dem Stand April 2018 noch nicht zu sehen.

Quelle

Trudering – Waldtrudering – Riem: Münchens ferner Osten / hrsg. von Willibald Karl. Mit Beitr. von Karl Bachmair … – München: Buchendorfer Verl., 2000

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Neuperlach Mitte: Nettes Häuschen – aber …

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Was für ein hübsches Häuschen! Wir sind hier in Neuperlach Mitte in der Ottweilerstraße/Ecke Heinrich-Lübke-Straße. Die Räumung des Gartens sieht mir aber leider nach einer Abrissvorbereitung aus. Schade! Im Hintergrund: Unser Telekom-Funkmast

Haus an der Ottweilerstraße/Ecke Heinrich-Lübke-Straße
Bild 1 (25.03.2018) © Thomas Irlbeck
Haus an der Ottweilerstraße/Ecke Heinrich-Lübke-Straße
Bild 2 (25.03.2018) © Thomas Irlbeck
Haus an der Ottweilerstraße/Ecke Heinrich-Lübke-Straße
Bild 3 (25.03.2018) © Thomas Irlbeck
Haus an der Ottweilerstraße/Ecke Heinrich-Lübke-Straße
Bild 4 (25.03.2018) © Thomas Irlbeck

Abgründe heute und gestern (Update 09.02.2018)

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An der Kurt-Eisner-Straße wurden heute zwei Tiefgaragenabgänge neu verkleidet. Das hässliche Grün ist nun Geschichte. Die neue Verkleidung sieht sehr edel aus, finde ich. Denn das Auge steigt mit „ab“ in den „Grund“!

Neuer Tiefgaragenabgang
Bild 1 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
Neuer Tiefgaragenabgang
Bild 2 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
Neuer Tiefgaragenabgang
Bild 3 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
Neuer Tiefgaragenabgang
Bild 4 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
Neuer Tiefgaragenabgang
Bild 5: Aus dieser Perspektive sieht das Teil fast wie eine Buswartehäuschen aus (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
Marx-Zentrum Ende 1980er
Bild 6: Aus der Fotosammlung von J. W.

Einen Vergleich zu den alten Modellen gibt es auch, sogar einen richtig historischen. Wir blicken etwa Ende der 1980er-Jahre auf das Marx-Zentrum und St. Monika. Unten im Bild sind die alten Abgänge zu sehen …

… und hier noch einmal in einer Vergrößerung:

Marx-Zentrum Ende 1980er Ausschnitt
Bild 7: Ausschnitt mit den Tiefgaragenabgängen

Auch wenn es hier „ab“ in den „Grund“ geht, „Abgründe“ als Überschrift ist natürlich nur Clickbaiting. Denn es waren ja sogar vor der Modernisierung recht passable Abgänge. Ein hässliches Wort passt aber eher schon hier: Denn die Tiefgaragenabgänge, die es hier in diesem Archivartikel zu sehen gibt, sind nicht so gut in Schuss, sie sind quasi der Abstieg in die Hölle.

Update 09.02.2018

Zum besseren Vergleich habe ich heute noch ein Exemplar des alten Tiefgaragenzugangs fotografiert. Man weiß ja nie, wie lange die noch erhalten bleiben. Besser jetzt als zu spät!

Alter Tiefgaragenabgang
Bild 8 (09.02.2018) © Thomas Irlbeck
Alter Tiefgaragenabgang
Bild 9 (09.02.2018) © Thomas Irlbeck
Alter Tiefgaragenabgang
Bild 10 (09.02.2018) © Thomas Irlbeck
Alter Tiefgaragenabgang
Bild 11 (09.02.2018) © Thomas Irlbeck
Alter Tiefgaragenabgang
Bild 12 (09.02.2018) © Thomas Irlbeck
Alter Tiefgaragenabgang
Bild 13 (09.02.2018) © Thomas Irlbeck
Alter Tiefgaragenabgang
Bild 14 (09.02.2018) © Thomas Irlbeck

Friedenspromenade: Kiosk-Erinnerungen und ein altes Schild (Update 15.10.2018)

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Nach längerer Zeit habe ich mal wieder geschaut, was aus unserem Eck mit dem ehemaligen Kiosk an der Friedenspromenade geworden ist (Neuperlach.org berichtete). Die neuen Häuser nähern sich der Fertigstellung, wie die Bilder zeigen. Drei Fotos vom alten Kiosk dürfen aber auch nicht fehlen.

In der Nähe – am Hugo-Lang-Bogen – gab es einen weiteren Kiosk, der auch schon längst Geschichte ist. Aber es findet sich noch ein Schild, das mir wohl bislang noch nicht aufgefallen ist. Vielleicht, weil es bislang hinter Efeu verschwunden war und man schon sehr genau hinschauen muss. Auch dieses Schild zeige ich.

Ex-Kiosk, Friedenspromenade
Bild 1: Das „Stadtvillenensemble Friedenspromenade“ an der Kreuzung Friedenspromenade/Hochacker. Vom alten Kiosk ist nichts übriggeblieben (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Ex-Kiosk, Friedenspromenade
Bild 2 (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Der alte Kiosk (2013)

Kiosk Friedenspromenade
Bild 3 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Bild 4 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Bild 5 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck

Kiosk-Schild am Hugo-Lang-Bogen

Das Schild hängt wenige Gehminuten entfernt am Hugo-Lang-Bogen. Es verweist auf einen anderen Kiosk, den es auch nicht mehr gibt. Er lag am Ende des Hugo-Lang-Bogen, kurz vor der Kreuzung Zehntfeldstraße/Feldbergstraße.

Schild, Kiosk, Hugo-Lang-Bogen
Bild 6 (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Schild, Kiosk, Hugo-Lang-Bogen
Bild 7 (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Update 15.10.2018

Inzwischen sind die Neubauten fertig. Ich bin gar nicht glücklich mit der neuen Optik an diesem Eck.

Kiosk Friedenspromenade
Bild 8 (15.10.2018) © Thomas Irlbeck

 

Kettcar mit tierischer Begleitung (um 1976)

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Quiddestraße 21, ca.1976
Bild 1: Quiddestraße mit Blick nach Ost, ca.1976. Im Hintergrund ist die blaue Brücke sowie eine Standuhr zu sehen. Foto: Maria Dias

Dalmatiner wurden früher oft als Kutschenbegleithunde eingesetzt. Hier auf diesem herrlichen historischen Foto begleitet die Dalmatinerhündin Daisy aber ein Kettcar, denn Kutschen waren auch damals schon längst aus der Mode gekommen.

Quiddestraße 21, ca.1976, Brücke und Uhr gekennzeichnet
Bild 1a: Brücke und Uhr hervorgehoben

Das Foto wurde von Maria Dias eingesendet, vielen Dank dafür! Im Kettcar sitzt ihr Bruder Andreas (Bubi). Das Bild ist um 1976 herum an der Quiddestraße auf der Höhe von Haus 21 entstanden. Wer genau hinsieht, erkennt die blaue Fußgängerbrücke (sie verbindet den Ostpark mit dem Plett-Zentrum) sowie eine Standuhr im Hintergrund. Um diese leichter zu finden, habe ich sie im nebenstehenden Bild hervorgehoben.

Wie es heute dort aussieht, zeigt das nächste Bild:

Quiddestraße 21, aktuell
Bild 2: Etwa der gleiche Standpunkt heute (25.09.2017) © Thomas Irlbeck
Quiddestraße 21, aktuell
Bild 2a: Vergrößerung aus Bild 2 mit blauer Brücke

Die Stelle ist kaum wiederzuerkennen. Das liegt nicht an den aus heutiger Sicht museumsreifen Autos in der Parkbucht, sondern vor allem am starken Bewuchs. Die Häuser dürften sich dagegen kaum verändert haben.

Die Wege sind auch noch da, ebenso die blaue Brücke (die man nur in der Vergrößerung – siehe auch nebenstehendes Bild – zweifelsfrei erkennen kann). Nur die Standuhr im Bildhintergrund ist verschwunden, wie so manch andere Uhr in Neuperlach auch. Neu ist dagegen eine Telefonsäule, die man in der damals Handy-freien Zeit eher als heute hätte brauchen können. Um einen besseren Blick auf die Wohnblöcke zu haben, werde ich im Winter hier noch einmal ein paar Fotos machen. Dann wird man hoffentlich mehr Gemeinsamkeiten sehen.

Frühe Kinderfreuden in Neuperlach Ost (um 1975)

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Stemplingeranger 1975
Bild 1: Am Stemplingeranger (um 1975). Foto: Sabine Kroesen

Zwei Kinder lachen und genießen ihre Pionierzeit in Neuperlach. Das Bild stammt wie auch das Foto mit den beiden Eis schleckenden Kindern vor dem Marx-Zentrum-Rohbau von Sabine Kroesen. Vielen Dank für diesen herrlichen und lebendigen Schnappschuss! Laut Fotografin ist das Bild sehr wahrscheinlich 1975 entstanden. Wir sind hier am Eck Oskar-Maria-Graf-Ring/Stemplingeranger und blicken Richtung Karl-Marx-Ring. Die Häuser im Hintergrund (linker und mittlerer) Bildteil gehören zum Annette-Kolb-Anger, das Haus ganz rechts ist ein Zeilenhaus mit Anschrift Stemplingeranger.

Trafohäuschen und Sitzmauer als Hinweisgeber

Bei der Nachstellung des Bildes waren das Trafohäuschen, die Sitzmauer und der Fußweg im rechten Bildteil eine große Hilfe. All drei sind zwar noch vorhanden, aber der Ort ist dennoch kaum wiederzuerkennen. Die Pergola ist verschwunden, und der starke Bewuchs nimmt fast die ganze Sicht, speziell auf die Häuser am Annette-Kolb-Anger, die nun praktisch vollständig vom typischen Neuperlacher Grün verdeckt sind.

Nachstellung Stemplingeranger 1975
Bild 2: Die Stelle ist heute Kaum wiederzuerkennen. Nur das Trafohäuschen, die Sitzmauer, der Fußweg und teilweise noch das Zeilenhaus im Hintergrund liefern einen Hinweis (21.09.2017) © Thomas Irlbeck

Um die Gemeinsamkeit besser herauszuarbeiten, darf eine Detailansicht auf Trafohäuschen und Sitzmauer nicht fehlen:

Nachstellung Stemplingeranger 1975, Detail
Bild 3: Diese charakteristische Stelle gibt den Hinweis, dass der Fotostandpunkt des Originalbildes mit höchster Wahrscheinlichkeit gefunden wurde (21.09.2017) © Thomas Irlbeck

Aber auch eine Totale, bei der man mehr von dem Zeilenhaus sieht, darf nicht fehlen:

Nachstellung Stemplingeranger 1975, Totale
Bild 4: Das Zeilenhaus in der Totalen (21.09.2017) © Thomas Irlbeck

Da das Originalbild nach langer Lagerung einen extremen Rotstich entwickelt hat und dort praktisch keine Farben mehr erkennbar sind  – außer Rot und Weiß versteht sich –, habe ich die Farben rekonstruiert. Da das Foto leider in einem sehr schlechten Zustand ist, gelang dies nicht nicht vollständig. Daher lege ich noch eine Schwarzweißversion bei, die vielleicht etwas natürlicher wirkt:

Stemplingeranger 1975, S/W
Bild 5: Schwarzweißversion des Originalbildes. Foto: Sabine Kroesen

Und nicht zuletzt zeige ich noch eine Montage des Originalfotos mit der Nachstellung, die einen besseren Vergleich von damals und heute ermöglichen soll:

Stemplingeranger 1975, Original und Nachstellung
Bild 6: Original und Nachstellung

Vom Rohbau zum rohen Bau – das frühe Marx-Zentrum um 1973!

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Marx-Zentrum Rohbau
Bild 1: Das Marx-Zentrum noch teilweise im Rohbau. Um 1973 herum. Foto: Sabine Kroesen

Heute darf ich ein sehr interessantes, durchaus sensationelles Foto präsentieren: das Marx-Zentrum, das sich noch im Bau befindet. Solche Bilder aus den Anfangszeiten Neuperlachs sind sehr rar. Vielen Dank an Sabine Kroesen, die das Bild eingeschickt und mir erlaubt hat, es hier zu zeigen.

Das frühe Marx-Zentrum

Das Foto ist in der Parkanlage am Karl-Marx-Ring entstanden. Wir sehen hier das frühe Marx-Zentrum, das teilweise noch im Rohbau ist. Ein roher Bau ist das Marx-Zentrum aber auch heute noch, wegen seiner von vielen als gnadenlos, rau und düster empfundenen Architektur. Tatsächlich haben sich die Architekten  für schwarze Fassadenplatten entschieden, um ein Schiefergebirge nachzuahmen. Die Bewohner sehen es ohnehin anders. Viele lieben das Marx-Zentrum und wohnen dort gerne. Die Wohnungen sind gut ausgestattet, und die gelungene Mischung aus Wohnen und Einkaufen nebst gastronomischen Angeboten hat sich bewährt.

Marx-Zentrum Rohbau beschriftet
Bild 2: Mit Beschriftung, ein Klick macht groß. Die Zahlen entsprechen den Hausnummern am Peschelanger. Ausnahme: 19 ist an der Max-Kolmsperger-Straße

Wir betrachten nun das Bild von links nach rechts. Ganz links ist das äußerlich bereits fertiggestellte Bürohaus am Peschelanger 3 zu sehen (das inzwischen abgerissen und durch das Studentenwohnheim Home Base) ersetzt wurde. In der Bildmitte lugt ein Teil des Ärztehauses am Peschelanger 11 hervor. Im Hintergrund steht das Haus Peschelanger 7, in dem anfangs eine Apotheke beherbergt war (heute ist es ein ambulanter Pflegedienst). Beide sind noch im Rohbaustadium. Äußerlich fertig ist dagegen das Haus Max-Kolmsperger-Straße 19 mit seiner mächtigen Atelierwohnung ganz oben. Vor dem Haus ist beim genaueren Hinsehen auch noch ein Kran zu erkennen. Ganz rechts schließlich präsentiert sich das Haus Peschelanger 8, in dem heute ein Rewe ansässig ist. Der erste Pächter der Ladenräume war der Deutsche Supermarkt.

Zeitliche Einschätzung des Fotos

Home Base
Bild 3: Nach Abriss des Bürohauses sah es hier im September 2015 so aus. Sonst ist hier fast alles wie auf dem historischen Foto geblieben © Thomas Irlbeck

Im November 1973 war laut Chronik das erste Haus im Marx-Zentrum bezugsfertig. Im Herbst 1974 bin ich ins Marx-Zentrum gezogen, genauer in den Peschelanger 12, Stockwerk 4. Nach meiner Erinnerung waren damals auch die Häuser Peschelanger 7, 9 und 11 (Ärztehaus) zumindest äußerlich fertig. Nur die Läden waren noch nicht eröffnet, befanden sich aber bereits im Innenausbau. Offiziell eingeweiht wurde das Marx-Zentrum dann im Juni 1975.

Somit sollte das Foto etwa 1973 entstanden sein. Es scheint Herbst zu sein, es könnte also Herbst 1973 sein. Es bleibt aber ein größerer Unsicherheitsfaktor. Wer glaubt, es genauer oder besser zu wissen, der darf sich gerne melden. Ich bin sehr gespannt!

Was gehört eigentlich zum Marx-Zentrum?

Marx-Zentrum Rohbau Ausschnitt
Bild 4: Weil es so schön ist: Peschelanger 7 (Hintergrund) und 11 mit „vorläufigem“ Sichtbeton in einer Detailvergrößerung

Interessanterweise gehört auch das bereits erwähnte Bürohaus am Peschelanger 3 zum Marx-Zentrum, wie es ein alter Architektenplan (Kochta und Buddeberg) beweist, der für jeden Teil des Marx-Zentrum einen nummerierten Bauabschnitt ausweist. Ebenso zeigt dieser Plan, dass auch die Eigentumswohnanlage Karl-Marx-Ring 52 bis 62 (mit fast identischem Baustil und ebenso einer Fassade mit schwarzen, asbesthaltigen Eternitplatten) als Bestandteil des Marx-Zentrum gebaut wurde, wenngleich diese früher fertiggestellt (1971) und etwa 20 Jahre später zumindest verwaltungsrechtlich vom Marx-Zentrum abgeteilt wurde.

Man könnte sagen: Alles, was in dieser Gegend eine sehr dunkle Fassade hat (beim Bürohaus Peschelanger 3 war es ein ziemlich dunkles Braun), ist dem „Marx-Zentrum“ zuzurechnen. Aber das stimmt nicht so ganz, da das Ärztehaus am Peschelanger 11 sowie auch das Haus Max-Kolmsperger-Straße 11 (das ist das Haus mit dem Schreibwarenladen), die beide ebenso zum Marx-Zentrum gehören, in anderen Farben gehalten sind. Beim Ärztehaus ist es ein helleres Grau. Beim Haus Max-Kolmsperger-Straße 11 dominiert ebenso ein helleres Grau, aber es gibt auch größere gelbe Flächen, und beim Dachaufbau treten dann doch wieder die schwarzen Eternitplatten in Erscheinung. Die Architekten haben also ihr Schiefergebirge zumindest ganz oben auf dem Gipfel nicht vergessen.

Das „halbe“ pep (historisches Bild)

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Das halbe pep
Das „halbe“ pep (Februar 1986). Foto: Jared Derox

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich alte Bilder vom pep hätte, speziell solche, als der Neubau (also der Teil mit der Glaskuppel) noch nicht stand. Damals gab es an der Stelle des heutigen Neubaus einen Hügel, auf dem ein Parkplatz angelegt war. Über eine Brücke gelangte man von dort gleich ins erste Stockwerk des bestehenden pep, heute als Altbau bezeichnet.

Doch, ich musste immer verneinen, ich hatte praktisch keine Bilder aus der Anfangszeit des pep.

Dank einer Lesereinsendung ist das jetzt anders. Wir sehen hier das pep so, wie ich es gerade beschrieben habe. Die Datierung des Fotos ist schwierig, zunächst konnte der Einsender kein Datum nennen. Da der zweite Zwillingsturm im Hintergrund erst 1982 fertiggestellt wurde und auf dem Bild schon in voller Pracht steht, muss das Bild irgendwann ab 1982 entstanden sein. Die Postfiliale auf dem Hanns-Seidel-Platz gab es auch schon, wie das Bild demonstriert, sie wurde im Januar 1981 eröffnet. Ebenso sieht man den Busbahnhof, der seit 1980 seinen Dienst verrichtet.

Da der Neubau des pep Ende 1989 eröffnet wurde und hier noch nicht mal beginnende Baustellen zu sehen sind, kommt wohl als spätester Zeitraum etwa 1987 infrage.

Gut, auf dem Bild ist Winter, was bei der Einschätzung nicht wirklich weiterhilft. Unter der Brücke ist eine Bude zu sehen, vielleicht ein Glühweinstand, aber eine Weihnachtsdekoration scheint Fehlanzeige zu sein. Daher könnte das Bild vielleicht im Januar oder Februar entstanden sein oder noch vor der Weihnachtszeit.

Vielleicht werden wir es noch genauer erfahren. Jedenfalls vielen Dank an Jared Derox für dieses sehr, sehr wertvolle Bild!

Nun wird das pep ja ein zweites Mal erweitert (Neuperlach.org berichtete): Unser pep wird schöner und größer – das größte Einkaufszentrum Münchens

Nun kann man sich überlegen, wie man die einzelnen Bestandteile nun nennt. Denn mit Alt- und Neubau kommt man ja nicht mehr weiter. Vielleicht ja Antikbau, Mittelalterbau und Neubau.

Update

Wie inzwischen bekannt wurde, ist das Bild im Februar 1986 entstanden, die Schätzung war also nicht ganz falsch.

Die Maikäfersiedlung wird immer kleiner (Update 17.06.2018)

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Die Maikäfersiedlung, in der Nähe des Michaelibad gelegen, wird immer kleiner. Immer mehr der veralteten Gebäude, die von 1936 bis 1939 erbaut wurden, werden abgerissen. Werfen wir einen Blick auf die Baustelle, auf der Neues entsteht, aber auch auf noch bewohnte Häuser.

Maikäfersiedlung
Bild 1: Maikäfersiedlung am Eck Bad Schachener Straße/Krumbadstraße (22.08.2017) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 2 (22.08.2017) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 3 (22.08.2017) © Thomas Irlbeck

Hier werden 91 Wohnungen mit GWG-Hausverwaltung und Arztpraxis gebaut:

Maikäfersiedlung
Bild 4: Baustelle am Eck Bad Schachener Straße/Echardinger Straße (22.08.2017) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 5 (22.08.2017) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 6 (22.08.2017) © Thomas Irlbeck

Update 16.06.2018

Maikäfersiedlung
Bild 7: Immer noch eine charmante Siedlung, und es ist noch viel übrig (16.06.2018) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 8 (16.06.2018) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 9 : Die neuen Häuser (16.06.2018) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 10 (16.06.2018) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 11 (16.06.2018) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 12 (16.06.2018) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 13 (16.06.2018) © Thomas Irlbeck
Maikäfersiedlung
Bild 14 (16.06.2018) © Thomas Irlbeck

Update 17.06.2018 – Nicht immer korrekte Begriffsverwendung „Maikäfersiedlung“

Wie mir ein Leser mitteilte, wurde der südliche Teil der Siedlung, also südlich der Bad-Schachener-Straße – und damit die Häuser, die hier zu sehen sind, ursprünglich nicht als Maikäfersiedlung bezeichnet, sondern als „Siedlung an der Haldenseestraße“. Diese Häuser, die bereits zu Ramersdorf gehören,  sind auch etwas später entstanden – in den 1940er-Jahren. Erst offenbar viel später hat man es dann nicht mehr so genau genommen und beide Siedlungen sind begrifflich teilweise verschmolzen. Das mag auch daran liegen, dass die Siedlungen nebeneinanderliegen und auch zumindest der Häuser unmittelbar an der Bad-Schachener-Straße auf beiden Seiten den gleichen Architekturstil haben (inzwischen eher hatten).

Auch die Lokalpresse schrieb zumindest in den letzten Jahren meist Maikäfersiedlung auch für den südlichen Teil. Das Gleiche gilt für Neubauplanungen aus der jüngeren Vergangenheit. In den Karten wird das gesamte Areal mit beiden Siedlungen meist als Maikäfersiedlung bezeichnet. Die Bayerische Staatszeitung hat es dagegen in einem Artikel von 2017 korrekt notiert.

 

Jugendstil-Eckbau in Schwabing (Das historische Haus, Folge 23)

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Auch bei Folge 23 handelt es sich nicht um eine Verschwörung, sondern „nur“ um einen prächtigen Bau an der Martiusstraße 7.

Eckhaus Martiusstraße
Eckhaus Martiusstraße (26.05.2017) © Thomas Irlbeck

Der Bayerische Denkmal-Atlas hat über den Bau Folgendes zu berichten:

Mietshaus, viergeschossiger, sehr reich und malerisch gegliedert und stuckierter Jugendstil-Eckbau mit Erkern, Balkons, Reliefs und turmartiger Eckausbildung, von Anton Hatzl, um 1906.

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Doppelgrotte in Aying – Mystische Orte (Teil 21)

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Grotte in Aying
Grotte 1 in Aying. Hier geschah das „Wunder von Aying“ (27.05.2017) © Thomas Irlbeck

Nachdem in der letzten Folge bereits eine Grotte vorgestellt wurde, ist die Frage berichtigt, warum nun schon wieder eine Grotte das Thema ist. Zunächst einmal kam ich an dieser Grotte mehr oder wenig zufällig mit dem Rad vorbei. Da bietet sich ja das Thema an. Außerdem passt es auch in anderer Hinsicht sehr gut: Wenn schon etwas doppelt ist, dann gleich richtig. Denn dieses Mal haben wir es gewissermaßen mit einer doppelten Grotte zu tun.

Der Weg zur Grotte

Wer nicht mit dem Rad oder Auto anfahren will, hat es auch mit der S-Bahn einfach. Von Neuperlach Süd aus sind es mit der S7 nur wenige S-Bahnstationen bis Aying. Von dort aus geht in der Bahnhofstraße bis zum Ende, dann leicht links in die Peißer Straße und nun scharf rechts in die Münchner Straße. Man kommt dort am Brauereigasthof Hotel Aying vorbei, die Straße wird zur Zornedinger Straße. Scharf rechts zweigt etwas später der Lindacher Weg ab. Auf diesem geht es schließlich bis zum Waldrand. Kurz nach den ersten Bäumen findet man rechts die erste Grotte. Die zweite Grotte ist ebenfalls rechter Hand, wenn man dem Weg noch rund 100 Meter weiter in den Wald folgt. Siehe auch in der Map weiter unten.

Grotte 1 (Platz des guten Hirten)

Grotte in Aying
Bild 1: Das ganze Ensemble der Grotte 1 am „Platz des guten Hirten“ von links nach rechts: Grotte, Baumstumpf mit Holzskulptur des Much, Baum mit Gneis-Stein und Gemälde (27.05.2017) © Thomas Irlbeck

Am Platz des guten Hirten findet sich eine frei stehende Grotte mit Marienstatue. Auf einem Baumstumpf hinter der Grotte steht eine Holzskulptur des guten Hirten. Eine Hinweistafel an der Grotte erzählt die Geschichte des „Wunder von Aying“. Vor einem daneben befindlichen Baum wurde ein Gneis-Stein mit der Aufschrift „Much †“ gesetzt. An diesem Baum wurde außerdem ein Gemälde angebracht, das die entscheidende Szene aus dem Leben des Much zeigt.

Grotte in Aying
Bild 2: Die Grotte 1 (27.05.2017) © Thomas Irlbeck

Der Sage nach hat Ende des 19. Jahrhunderts der damalige Ayinger Dorfhirte, der „Much“, zusammen mit seinen ihm anvertrauten Schafen wegen eines aufkommenden Gewitters Schutz unter einer uralten, großen Buche gesucht. Diese Stelle war beliebt, weil dort eine Quelle entspringt, an der man sich erfrischen konnte. Ohne erkennbaren Grund liefen plötzlich alle Schafe in die gleiche Richtung los. Der Much fand sie in der Nähe in einem damaligen Jungholz. Minuten später schlug ein Blitz in die uralte Buche und zerstörte sie komplett. Der Much hätte das vermutlich nicht überlebt, wäre er an dem alten Standort geblieben. Überwältigt von dem Ereignis kniete der Much nieder und dankte Gott für seine Rettung. Danach war er verändert, wortkarg und nachdenklich. Wochen später fand man ihn tot an der Stelle, an der er für seine Rettung gedankt hatte, bekleidet mit seinem Sonntagsanzug. An was und wie er gestorben ist, wurde nie geklärt.

Grotte in Aying
Bild 3: Der Gneis-Stein erinnert an die Stelle, an der der Much starb (27.05.2017) © Thomas Irlbeck

An der Todesstelle wurde ihm zu Ehren ein grüner Gneis-Stein gesetzt. Daneben wurde 1905 die Grotte erbaut, in der ursprünglich eine Figur des auferstandenen Heilands stand. 1959 wurde die Grotte von Schorsch Kirner renoviert und wird weiter von ihm betreut. Jetzt befindet sich eine Marienstatue in ihr. Die Holzskulptur auf dem Baumstumpf erinnert an den guten Hirten Much. Der Gneis-Stein ist zwar teilweise von einer Baumwurzel überwachsen, aber dennoch gut sichtbar.

Grotte in Aying
Bild 4: Künstlerische Darstellung des dankenden Much (27.05.2017) © Thomas Irlbeck
Grotte in Aying
Bild 5: Holzskulptur des guten Hirten Much (27.05.2017) © Thomas Irlbeck
Grotte in Aying
Bild 6: Grotte 1 (27.05.2017) © Thomas Irlbeck
Grotte in Aying
Bild 7: Marienstatue in Grotte 1 (27.05.2017) ©Thomas Irlbeck
Grotte in Aying
Bild 8: Grotte 1, noch näher dran

Kapelle mit Grotte 2

Wie bereits erwähnt, findet man rund 100 Meter weiter waldeinwärts eine zweite Grotte, wieder auf der rechten Wegesseite. An dieser Stelle stand die Buche, in die der Blitz einschlug. Die Grotte befindet sich in einer Holzkapelle.

Grotte in Aying
Bild 9: Kapelle mit der Grotte 2 (27.05.2017) © Thomas Irlbeck

Die Grotte ist mit ihrer Marienstatue und Jesus-Figur besonders eindrucksvoll:

Grotte in Aying
Bild 10: Marienstatue in Grotte 2 (27.05.2017) © Thomas Irlbeck
Grotte in Aying
Bild 11: Jesus-Figur in Grotte 2 (27.05.2017) © Thomas Irlbeck

Ein Marterl an der Kapelle weist noch auf einen schrecklichen Unfall hin. In der Nähe der Kapelle habe die Jungfrau Teresia Pichler Bärhambauerstochter von Aying durch einen Baumschlag am 1. Dezember 1876 den Tod gefunden, heißt es. Sie war erst 17 Jahre alt.

Grotte in Aying
Bild 12: Marterl (27.05.2017) © Thomas Irlbeck
Grotte in Aying
Bild 13: Marterl, Detail (27.05.2017) © Thomas Irlbeck

Aying und Umgebung

Umgebungskarte Mariengrotten Aying
Umgebungskarte Mariengrotten Aying. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Folgt man dem Weg weiter, kommt man nach einem längeren Waldstück nach Lindach. Von dort aus geht es weiter nach Kreuz. Dort  ist die Filialkirche Mariä Geburt, eine ehemalige Wallfahrtskirche, sehenswert. Von Kreuz aus ist es nicht mehr weit nach Glonn.

Kreuz, Kirche
Bild 14: Kirche „Mariä Geburt“ in Kreuz (27.05.2017) Thomas Irlbeck

Weitere Folgen „Mystische Orte“

Eckhaus im Lehel (Das historische Haus, Folge 22)

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Eckhaus im Lehel
Bild 1 (26.05.2017) © Thomas Irlbeck

Überquert man von Osten kommend die Isar auf der Max-Joseph-Brücke, kommt man an diesem schönen Eckhaus vorbei. Die Adresse ist Widenmayerstraße 52, Lehel. Der Englische Garten ist hier schon so nah, dass man ihn fast riechen kann.

Im Haus befindet sich das italienische Restaurant Taverna del Sud.

Der Bayerische Denkmal-Atlas hat über den Bau Folgendes zu berichten:

Mietshaus, fünfgeschossiger mächtiger Mansardwalmdach-Eckbau in Formen der deutschen Renaissance mit reich dekorierten, turmartig erhöhten Polygonalerkern und Zwerchhäusern, von Wilhelm Spannagel, 1899/1900.

Eckhaus im Lehel
Bild 2 (26.05.2017) © Thomas Irlbeck

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Schwestergrotte in Schäftlarn – Mystische Orte (Teil 20)

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Mariengrotte Schäftlarn
Bild 1: Die Lourdesgrotte am Kloster Schäftlarn (10.05.2017) © Thomas Irlbeck

Sie ist nur kaum mehr als einen Steinwurf von Neuperlach entfernt: Die Lourdesgrotte im Truderinger Wald (im Teil 2 der Mystischen Orte vorgestellt). Doch sie hat eine Schwester, die mit Fahrrad, S-Bahn oder Auto noch akzeptabel schnell, das heißt in einem etwa halbtägigen Ausflug aus dem Münchner Osten zu erreichen ist: die Mariengrotte am Kloster Schäftlarn im Isartal. Als Münchner war sie mir bisher unbekannt, obwohl ich öfter am Kloster Schäftlarn war. Ich entdeckte sie zufällig in einem Online-Stadtplan. Viele (Online-)Karten führen die Grotte überhaupt nicht, obwohl andere Mariengrotten wie auch die Truderinger Grotte sehr wohl eingezeichnet sind. Daher sprach einiges dafür, dass die Grotte wenig interessant ist. Das machte mich aber nur noch neugieriger. Es darf schon mal verraten werden, dass ich den Ausflug nicht bereue und dass ich vor einer Herausforderung stand.

Der Weg zur Grotte

Mariengrotte Schäftlarn
Bild 2: Der Wegweiser zur Grotte (10.05.2017) © Thomas Irlbeck

Vorab, ein Ausflug lohnt sich auch dann, wenn man die Grotte nicht sehen will und auch dem Kloster nichts abgewinnen kann. Alleine die Landschaft ist beeindruckend genug, und Möglichkeiten der Einkehr gibt es ebenso eine ganze Reihe in der Umgebung.

Die Grotte ist leicht zu finden. Man fährt in Hohenschäftlarn (dort hält auch die S7) die Klosterstraße (die von der Münchner Straße abzweigt) talwärts. Nach der letzten der vielen Kehren findet man noch vor dem Ortseingang und dem Kloster auf der rechten Seite ein Schild, auf dem die Heilige Jungfrau Maria abgebildet ist. Die GPS-Koordinaten der Grotte lauten 47.982417, 11.464700 (siehe auch Karte weiter unten).

Die fast unsichtbare Statue und wie Maria dann doch noch erschien

Mariengrotte Schäftlarn
Bild 3: Mit feinmaschigem Gitter verschlossener Grotteneingang. Doch wo ist die Marienstatue? (10.05.2017) © Thomas Irlbeck

Die Grotte ist in den Hang gemauert, nur ein Teilstück liegt frei. Der Eingang ist mit einem extrem engmaschigen Gitter verschlossen, an dem unzählige Kruzifixe und Rosenkränze hängen. Zumindest bei den Lichtverhältnissen, die bei meinen beiden Besuchen vorherrschten, konnte man den eigentlichen Schatz, die Marienstatue im Inneren der Grotte, kaum sehen. Man schaut gewissermaßen in ein schwarzes Loch (das darf man jetzt nicht physikalisch sehen). Da Maria ja in Lourdes erschienen ist, ist eine weitgehend unsichtbare Muttergottes wenig hilfreich.

Die Idee war nun, mit einem Foto die Statue sichtbar zu machen. Durch das engmaschige Gitter passt jedoch kein Kameraobjektiv, zumindest kein mir bekanntes. Also muss vor dem Gitter fotografiert werden, eine kleine Herausforderung, da auf diese Weise normalerweise das Gitter mit aufs Bild kommt. Mit vielen Versuchen und technischem Beistand des Blitzes gelang es dann doch, die Marienstatue in akzeptabler Qualität einzufangen. Der Blitz der Kamera löst etwas pathetisch gesagt eine künstliche Marienerscheinung aus, holt Maria für Sekundenbruchteile aus der Dunkelheit der Ewigkeit ins weltliche Hier und Jetzt zurück.

Mariengrotte Schäftlarn
Bild 4: Die Marienstatue (16.05.2017) © Thomas Irlbeck

Die Marienstatue ist durchaus eindrucksvoll und schon einmal aus diesem Grund möchte man mehr über die Grotte in Schäftlarn erfahren. Doch offenbar gibt es keine Informationen über ihre Geschichte, nicht einmal Angaben darüber, wann sie entstanden ist. Zumindest online war nichts zu finden. Wer mehr weiß, darf sich aber gerne melden.

Allgemeines zu Mariengrotten

Die Grotte ist wie auch die erwähnte Grotte im Truderinger Wald eine Nachbildung der Höhle von Massabielle bei Lourdes in Frankreich, in welcher 1858 der heiligen Bernadette die Muttergottes erschienen sein soll. Die in der künstlichen Höhle platzierte Marienstatue erinnert an diese Erscheinung. Die Grotte wird daher auch als „Lourdesgrotte“ bezeichnet. Solche Nachbildungen gibt es fast über die ganze Welt verstreut unzählige. Wikipedia listet alleine für Deutschland Dutzende solcher Mariengrotten auf, wobei sich die Liste auf bedeutende Grotten beschränkt.

Kloster Schäftlarn und Umgebung

Umgebungskarte Mariengrotte Schäftlarn
Umgebungskarte Mariengrotte Schäftlarn. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Von der Grotte zum Kloster Schäftlarn ist es ein Katzensprung. Dabei steht der Name „Kloster Schäftlarn“ sowohl für das eigentliche Kloster als auch für den Ortsteil von Schäftlarn, der im Isartal liegt. Bei dem bereits im Jahre 762 gegründeten Kloster handelt es sich um eine Benediktinerabtei. Zum Kloster gehören auch ein Privatgymnasium mit Internat, ein Forstbetrieb, eine Schnapsbrennerei und eine Imkerei.

Aber auch für das Kulinarische ist in Gestalt des Klosterbräustüberl Schäftlarn gesorgt. Folgt man weiter der Klosterstraße, geht es zunächst an einem Rapsfeld vorbei. Unmittelbar nach Überquerung der Isar gelangt man schließlich zum „Gasthaus zum Bruckenfischer“. Das Gasthaus steht alleine in der Prärie, die Einöde heißt Dürnstein und gehört bereits zu Egling.

Kloster Schäftlarn
Bild 5: Kloster Schäftlarn (16.05.2017) © Thomas Irlbeck
Rapsfeld am Kloster Schäftlarn
Bild 6: Rapsfeld unweit des Kloster Schäftlarn (16.05.2017) © Thomas Irlbeck
Gasthaus zum Bruckenfischer nähe Kloster Schäftlarn
Bild 7: Gasthaus zum Bruckenfischer in Gestalt der Einöde Dürnstein (16.05.2017) © Thomas Irlbeck