Einen Kopf kleiner machen – Die Wilhelm-Röntgen-Realschule wird modernisiert und gestutzt (Update 10.09.2012)

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Zu seiner alten Schule hat man im Allgemeinen ein besonderes Verhältnis. Tausende Erinnerungen sind damit verbunden. Wie berichtet, wird meine alte Penne, die Wilhelm-Röntgen-Realschule an der Neuperlacher Klabundstraße, umfassend saniert. Die Besonderheit liegt darin, dass es mehr als nur eine normale Sanierung ist, wo ein paar marode Betonstücke entfernt werden. Nein, es ist ein umfassender Umbau, aber auch ein Rückbau, denn das komplette zweite Stockwerk wird abgetragen. Die nun fehlenden Klassenzimmer werden in das nun frei werdende Treppenhaus verlagert, denn in Zukunft braucht man nur eine Verbindungstreppe ins erste Stockwerk. Das Gebäude erhält auch einen Fahrstuhl, mit dem dann die meisten Räume barrierefrei erreicht werden können. Der Unterricht findet in der Umbauphase in einem auf dem Gelände errichteten Containerdorf statt. Da jetzt die Arbeiten so richtig begonnen haben, ist es Zeit, mal ein paar Bilderchen anzufertigen. Leider versperren überall Bäume und Grünzeug den Blick auf den Gebäudekomplex, ein paar Details konnte ich aber dann doch einfangen.

Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Deutlich zu sehen: Das zweite Stockwerk der Wilhelm-Röntgen-Realschule wird abgetragen (04.08.2011) © Thomas Irlbeck
Wilhelm-Röntgen-Realschule
Auch von dieser Seite hat man leider nicht den besten Blick. aber man sieht hier noch die charakteristische Fassade (04.08.2011) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Das Containerdorf stellt sicher, dass der Unterricht nicht ausfallen muss. Jetzt gerade sind aber ohnehin Sommerferien (04.08.2011) © Thomas Irlbeck

Update 10.09.2012

Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten, das Gebäude gibt sich völlig verändert. Würdet ihr eure alte Schule noch wiedererkennen?

Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck

Schule machen (Update 07.09.2012)

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Gymnasium Markgrafenstraße
Hier an der Markgrafenstraße entsteht das Gymnasium Trudering (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände aus einem leicht anderen Blickwinkel. Ganz rechts im Bild ist die bestehende Grundschule zu sehen (04.05.2011) © Thomas Irlbeck

Im Frühjahr 2011 verschwindet eine der wenigen letzten Freiflächen im Münchner Stadtgebiet. Dieses Mal aber für etwas wirklich sehr Sinnvolles, ein dringend benötigtes Gymnasium in Trudering. Es entsteht an der Markgrafenstraße, einer Querstraße der Friedenspromenade, kurz vor dem Truderinger Wald. Die Bauarbeiten haben eben begonnen. Ab dem Schuljahr 2013/2014 sollen hier rund 1.000 Schüler die wunderbare Welt der komplexen Zahlen und vieles mehr erlernen. Weichen musste auf dem Gelände die Pädagogische Farm von Berufsschullehrer Peter Ruch mit Pony-Farm und Indianerzelt. Die Einrichtung hat an der Thomas-Hauser-Straße in Berg am Laim eine neue Heimat gefunden.

Update 07.09.2012

Jetzt, über ein Jahr später, wird klar, wie eng heutzutage gebaut wird. In der Markgrafenstraße fühlt man sich regelrecht von dem Bau, der nun die endgültige Höhe erreicht hat, erschlagen. Die Anwohner, die aus ihren schmucken Häuschen treten, stehen regelrecht vor einer Betonwand. Alle folgenden Bilder sind in der Markgrafenstraße entstanden, nur das letzte Bild zeigt das Gebäude von der anderen Seite – von der Neubausiedlung an der Friedenspromenade aus.

Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck

Den Waldkindergarten vor lauter Bäumen nicht sehen

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Waldkindergarten
Hier steht man im Wald. Der liebevoll gestaltete Bauwagen ist der Ausgangspunkt des Waldkindergarten Trudering (22.04.2011) © Thomas Irlbeck

Unweit von Trudering und Neuperlach, aber bereits in einer direkten Waldlage im Truderinger Wald, liegt ein ganz besonderer Kindergarten, der Waldkindergarten Trudering. Genauer muss man sagen, dass es gar keinen wirklichen Ort gibt, denn ein Waldkindergarten ist kein Gebäude, sondern ein Kindergarten ohne Dach und Wände. Mutter Natur, der Wald, ist der Betreuungsort. Die Kinder verbringen die ganze Zeit im Freien. Nur für extreme Wetterbedingungen steht ein Unterschlupf zur Verfügung, beim Waldkindergarten Trudering ist es ein Bauwagen. Auch auf konventionelles Spielzeug wird in einem Waldkindergarten weitestgehend verzichtet. Die Kleinen spielen in der Natur, aber Bastelsachen, Malzeug, Decken, Seile und Werkzeug gibt es schon. Das fehlende Bau- und Spielmaterial spendet der Wald, etwa Äste, Gras, Erde, Schnee. Auch Toiletten sind Fehlanzeige. Nennen wir das Kind ruhig beim Namen: Es wird in den Wald gepinkelt, für das große Geschäft dient eine Grube.

Das Konzept des Waldkindergartens ist nicht ganz neu. Es wurde bereits in den 1950er-Jahren in Skandinavien entwickelt, der erste deutsche Waldkindergarten wurde 1993 eröffnet. Inzwischen gibt es in Deutschland einige Hundert Waldkindergärten. Diese Kindergartenform steckt also nicht mehr in den Kinderschuhen.

Waldkindergarten Trudering
Näher dran am Bauwagen (22.04.2011) © Thomas Irlbeck

Das Konzept ist sicher interessant: Eine natürliche Umgebung im wahrsten Wortsinn, in der sich die Kinder viel bewegen, viel frische Luft und noch mehr Licht bekommen. Das stärkt die Abwehrkräfte, und der Wald als Spielplatz regt die Phantasie wohl mehr an als so manches Plastikspielzeug. Weitere Informationen zum Konzept finden sich auf der Website des Waldkindergarten Trudering. Dort wird durchaus schlüssig erklärt, dass die „Waldkinder“ später keine Nachteile zu befürchten haben. So sollen sie in der Schule sogar im Vorteil gegenüber den Kindern aus dem Kindergarten Marke Betonbau sein.

Baumhaus
Rund um den Ausgangspunkt gibt es eigentlich nur eines: Bäume. Und ein Baumhaus oder so was Ähnliches (20.04.2011) © Thomas Irlbeck

Bildung ist alles, ohne Bildung ist alles nichts

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Bildungslokal
Das Bildungslokal im Peschelanger 8. Hier gibt es Bildungsberatung (23.03.2011) © Thomas Irlbeck

Im Ladengeschäft Peschelanger 8 im Marx-Zentrum war lange Zeit eine Reinigung untergebracht, später konnte man dann seine Haut in einem Sonnenstudio bräunen, und das ganz ohne Billigflug nach Malle. Doch das ist nun alles Geschichte. Gestern hat nun ein städtisches Bildungslokal eröffnet, das dritte seiner Art in München, nach den Standorten Hasenbergl und Schwanthalerhöhe. Beratung, Information und fachlichen Austausch in puncto Bildung für den ganzen Stadtteil will man anbieten, wodurch unter anderem Bildungslücken geschlossen und Bildungsbiographien verbessert werden sollen. Ein wesentlicher Grundsatz ist das „Lernen vor Ort“, Bildung soll im Stadtteil gefördert werden, weil sie dort erfahrungsgemäß besonders effektiv und erfolgreich ist. Aber auch als Nachbarschaftseinrichtung und somit als Ort der Begegnung soll das Lokal fungieren. Da das Lokal nicht gewinnorientiert arbeitet, darf man nun auf einen bremsenden Effekt der Lädenfluktuation im Marx-Zentrum hoffen, zumindest an dieser einen Stelle.

Bildungslokal
Früher wurde hier eine künstliche Sonne angeboten (23.03.2011) © Thomas Irlbeck

Eine Nachfrage meinerseits, ob man sich bewusst für Standorte entschieden habe, die häufig mit Migrationsproblemen in Verbindung gebracht werden (mindestens Hasenbergl und Neuperlach legen das nahe, ob zu Recht oder nicht, soll jetzt nicht näher erörtert werden), sodass möglicherweise ein höherer Bildungsbedarf bestehe, wurde von der Bildungsmanagerin entschieden verneint. Jeder kann sich nun seinen Teil denken, ich persönlich fände es nicht schlimm, wenn dies die eigentliche Standortintention wäre.

Wer sich näher von fachlicher Seite für die Einrichtung interessiert, am 30.03.2011, von 17 bis 19 Uhr, stellt sich die Einrichtung in einem „offenen Fachaustausch“ vor. Für alle Interessierten im Stadtteil gibt es außerdem am 12.05.2011, von 15 bis 20 Uhr, einen „Tag der offenen Tür“. Anfahrt per ÖPNV: U5 bis Quiddestraße, dann Ringlinie 197 Innenring bis Peschelanger. Oder U5 bis Neuperlach Zentrum, dann Ringlinie 197 Außenring bis Peschelanger. Das Lokal liegt neben dem Rewe City.