Klassik für kleine und große Leute – Perlacher Familienkonzerte

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Die kleine Bauchtanzprinzessin
Flyer zum Konzert

Am Sonntag, den 21. Juni 2015, beginnt im Kulturhaus Neuperlach (Hanns-Seidel-Platz) die neue Konzertreihe „Klassik für kleine und große Leute – Perlacher Familienkonzerte“.

Die neue Reihe lädt ein zu vertonten Märchen, Sinfonie, Oper, klassischer Musik für die ganze Familie.

Die neue klassisch-musikalische Konzertreihe für Kinder, Mama, Papa, Oma, Opa – für die ganze Familie – entführt in die faszinierende, zeitlose, fantastische und grenzenlose Welt der Töne.

Kleine und große Leute ab 6 Jahren sitzen staunend mit gespitzten Ohren und lauschen der spannenden und meisterhaft gespielten Musik und den abenteuerlichen Märchen und Geschichten der Erzählerinnen und Erzähler. Note für Note und Takt für Takt erzählen von Melodien und Rhythmen, die seit vielen Jahrhunderten die Menschen begleiten und über alle Grenzen hinweg bewegen und verbinden.

Alle berichten von gefühlvollen Augenblicken, die sowohl die Künstler auf der Bühne als auch alle kleinen und großen Leute im Publikum erleben werden.

Tickets für alle Konzerte im Vorverkauf über das Kulturhaus Neuperlach (Telefon 089/63 89 18 43) für Kinder 5 Euro und für Erwachsene 8 Euro sowie an der Tageskasse für Kinder 6 Euro und für Erwachsene 9 Euro.

Musik macht neugierig! Musik ist spannend! Musik begeistert! Musik verbindet! Musik kennt keine Grenzen! Musik ist eine Weltsprache!

Die kleine Bauchtanzprinzessin – Märchenlesung mit Musik und Tanz

Los geht es am Sonntag, den 21. Juni 2015, mit der „kleinen Bauchtanzprinzessin“.

Programm

14.30 Uhr
Workshop Bauchtanz – alle können mitmachen!
Wortwahl – Salon für Buchkultur präsentiert wunderschöne Kinderbücher

15.00 Uhr
Zeit für Kaffee und Kuchen

15.30 Uhr
Die kleine Bauchtanzprinzessin – Märchenlesung mit Musik und Tanz
mit Süreyya Serpil Yener (Autorin) und Seref Dalyanoglu – Ud (orientalische Laute)

Süreyya ist eine kleine aufgeweckte Prinzessin, die Tochter des Sultans Süleyman des Prächtigen, der in Istanbul regiert. Roxelane war die Stiefmutter von Süreyya. Sie war sehr eifersüchtig und ließ eines Nachts Süreyya in ein fernes Land entführen. Schließlich wurde Süreyya von Kinderhändlern an eine Familie verkauft, wo sie hart arbeiten musste. Eines Tages hatte Süreyya ein paar neue Schuhe geschenkt bekommen und ging damit auf den Marktplatz. Dort verwandelten sich die Schuhe in Tanzschuhe und Süreyya wurde eine Bauchtanzprinzessin. Nach einer Weile erfährt der Sultan, wohin seine Tochter Süreyya entführt wurde. Der Sultan macht sich auf den Weg, Süreyya wieder nach Hause zu bringen …

Weitere Perlacher Familienkonzerte 2015

Informationen zu allen Konzerten der Perlacher Familienkonzerte stehen als PDF zum Download zur Verfügung: Perlacher Familienkonzerte

Flyer Perlacher Familienkonzerte
Flyer Perlacher Familienkonzerte

Komm, spiel mit mir! Auf dem Klavier!

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Klavier im Südpol
Klavier im Südpol

Vielleicht erinnern Sie sich noch? 2013 gab es die weltweite Aktion „Play Me, I’m Yours“ – Komm, spiel mit mir! 14 Klaviere standen in München im öffentlichen Raum zum Spielen bereit. Alle waren künstlerisch gestaltet. Die Aktion war ein riesiger Erfolg.

Deshalb lade ich Sie ein. In der Zeit vom 23. Juni bis 23. Juli 2015 steht auf der Terrasse unseres Kulturhauses ein Klavier zum Spielen für jedermann bereit. Künstlerisch gestaltet wird das Klavier von einer Gruppe aktiver junger Leute von der Südpolstation Neuperlach.

Komm, spiel mit mir! Auf dem Klavier!

Wann und wo? Vom 23. Juni bis 23. Juli 2015 am Kulturhaus Neuperlach (Hanns-Seidel-Platz) auf der Terrasse. Jeweils Dienstag bis Samstag von 11 bis 19 Uhr.

Coole Klimpereien von jedem für alle
üben – klimpern – improvisieren
entertainen – konzertieren – jammen
Entdecke Dich musikalisch!
Wunderkinder – Straßenmusikanten – Hobbykünstler
Fußgänger – Philharmoniegötter – Pianopilger

Alle können mitmachen! Musik kennt keine Grenzen! Jeder ist eingeladen. Jeder kann die eigene musikalische Kreativität entdecken und erleben.

Flyer Spiel mit mir Klavier
Flyer zur Aktion

Eine kleine Klavierepisode: Play Me, I’m Yours! Hier spielt die Musik

Ein ganz normales Klavier, äußerlich künstlerisch gestaltet von einer sehr kompetenten Gruppe von jungen Leuten, die aktiv in der Südpolstation von Feierwerk mitarbeiten, steht auf unserer Terrasse. Die Terrasse ist an unserem Kulturhaus in Neuperlach am Hanns-Seidel-Platz. Jeder, der möchte, kann auf dem Klavier spielen – soll darauf spielen. Dafür steht’s ja da.

Vielleicht erinnern Sie sich: Vor zwei Jahren gab es eine ähnliche weltweite Kunstaktion. In vielen Städten auf der ganzen Welt standen Klaviere, von vielen Künstlern auf der ganzen Welt gestaltet. In London gab es eine wunderschöne Episode, in der so ein Klavier an einer U-Bahnstation die Hauptrolle spielt. Täglich trafen sich ein Mann und eine Frau, die zusammen spielten, übten, sich gegenseitig Tipps gaben. Und zwischen den beiden hat es „gefunkt“. Inzwischen sind sie verheiratet …

Im Mai 2013 standen auch in München Klaviere im öffentlichen Raum. Auf unserer Terrasse stand ein wunderschön künstlerisch gestaltetes Klavier. Plötzlich kam eine junge Frau mit ihrem Fahrrad mit einem unwahrscheinlich schnellen Tempo auf das Haus zu. Ich befürchtete schon, sie fährt unmittelbar über unsere Terrasse direkt ins Foyer vom Kulturhaus und reißt einige Stühle und Tische samt Besucher um und fällt anschließend direkt auf unsere Couch.

Plötzlich, kurz vor der Terrasse, schwenkt sie abrupt ab und jagt genau auf das Klavier zu. Sie schafft es. Kurz davor kommt sie gerade noch zum Stehen, springt vom Rad, lässt es fallen, reißt die Abdeckung vom Klavier und den Klavierdeckel hoch, schwingt sich auf den Klavierhocker und beginnt zu spielen. Plötzlich war da ein ganz hervorragend gespielter Mozart, der sich sehr wohltuend über den gesamten Hanns-Seidel-Platz ausbreitete. Die Tür von der Terrasse zum Foyer im Kulturhaus Neuperlach hatte ich weit geöffnet. So konnte ich das wunderschöne Mozartkonzert hören und von meinem Büro aus auch sehen. Und es war Wochenmarkt auf dem Hanns-Seidel-Platz.

Plötzlich standen da viele Menschen, solche mit leeren Taschen, die gerade zum Einkaufen gehen wollten und solche mit vollen Taschen, die gerade vom Einkaufen kamen und eigentlich schnell zur U-Bahn oder ihren Bus erreichen wollten. Sie alle blieben stehen und hörten den Mozartklängen zu. Plötzlich rumorte es im Foyer im Kulturhaus Neuperlach. Als ich nachschaute, fehlten etliche Stühle. Die standen jetzt draußen auf der Terrasse rund um das Klavier. Darauf saßen inzwischen nicht nur die Wochenmarkteinkäufer. Es waren auch viele Kinder, die den Mozartklängen der jungen Frau mit dem Fahrrad lauschten.

Ich stellte mich dazu und wollte leise etwas sagen, weil ja fast alle Stühle, die ich für die Abendveranstaltung brauchte, auf der Terrasse waren. Dazu kam es aber nicht. Sofort wurde ich von einigen angeherrscht: „Pssssssssssst! Ruhe! Sie sehen doch, was hier los ist!“ – Also blieb ich lieber still und lauschte einfach mit. Es war einfach super!

Plötzlich hörte die junge Frau auf zu spielen und klappte den Klavierdeckel zu. Es gab einen riesen Beifall. Die junge Frau stand auf, nahm ihr Rad und fuhr genauso schnell davon, wie sie gekommen war. Die Zuhörer schauten ihr immer noch Beifall klatschend hinterher. Sie standen auf, nahmen die Stühle und brachten sie wieder zu mir zu meiner Abendveranstaltung ins Foyer. Dabei hörte ich nur anerkennende Worte, die des Lobes voll waren …

Episoden? Solche und ähnliche gibt es bestimmt wieder zu erzählen, wenn unser Klavier auf unserer Terrasse vor unserem Kulturhaus wieder einmal zum Mittelpunkt des Geschehens wird. Ich, jedenfalls, freue mich darauf …

Ihr Carlheinz Zobel vom Kulturhaus Neuperlach

Authentic American Music: Rüdiger Helbig und Huckleberry Five im Kulturhaus Neuperlach

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Rüdiger Helbig und Huckleberry Five
Rüdiger Helbig, Philipp Schöppe, Willie Jones, Rico Waldmann. http://www.ruediger-helbig.de/

Rüdiger Helbig gilt als renommiertester Banjospieler Europas. Erleben Sie ihn am Freitag, den 20. Februar 2015, um 20 Uhr im Kulturhaus Neuperlach am Hanns-Seidel-Platz. Der Eintritt kostet 10 Euro; Reservierung unter Tel. 089/63 89 18 43. Eine Veranstaltung der Programmwerkstatt.

Huckleberry Five wurde von Rüdiger 1996 gegründet. Seit 2012 spielt die Band in neuer Besetzung: Rico Waldmann (Vocal und Flatpicking Guitar), Willie Jones (Leadvocal und Bass), Philipp Schöppe (Leadvocal und Mandoline) von der Band B471 als ständiger Gast und Rüdiger Helbig (5-String-Banjo und Dobro). Rüdiger ist Bandleader und gilt als renommiertester Banjospieler Europas. Da er seit mehr als 30 Jahren auch noch als Studiomusiker tätig ist, kann man sein Banjo auf verschiedensten Platten-, Film- und Fernsehproduktion hören. Sämtliches Unterrichtsmaterial für Banjo in Deutschland entstammt seiner Feder. Über ihn großmächtig zu berichten, wäre wie Eulen nach Athen zu tragen! Huckleberry Five ist wahrscheinlich Deutschlands einzige Profi-Bluegrassband, die europaweite Konzerttourneen unternimmt. Sie zeichnet sich durch einzigartige Arrangements auch von Liedern aus, die nicht dem üblichen Bluegrasskontex entstammen. Ein perfekter Harmoniegesang unterstützt die Leadsänger Rico, Willie und Philipp. Solistisch ist „atemberaubend“ noch ein gelinder Ausdruck ihrer Fähigkeiten. Huckleberry Five wurde dem breiten Publikum durch ihre vielzähligen Rundfunk- und Fernsehauftritte bekannt. Deswegen ist es ein „Muss“, Huckleberry Five gehört zu haben!

Country-Weihnacht in Neuperlach

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Auch heuer lädt die Programmwerkstatt zu einem Weihnachtsabend für Freunde der Westernmusik ein. Mark Coonradt und die Texas Bandits sorgen für Stimmung. Der Neuperlacher Sportwirt sorgt für stilgerechte Speisen.

Am Samstag, den 20. Dezember, um 20 Uhr können Sie mit dabei sein – im Kulturhaus Neuperlach am Hanns-Seidel-Platz. Der Eintritt kostet 10 Euro; Reservierung: Tel. 089/63 89 18 43.

Mark Coonradt und die Texas Bandits
Mark Coonradt und die …
Mark Coonradt und die Texas Bandits
… Texas Bandits

Kulturhaus Neuperlach … Ein Oskar in Neuperlach … und anderes … Es geht weiter!

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Der wohl bekannteste bayrische Schriftsteller Oskar Maria Graf wurde mit seinem Buch Wir sind Gefangene schlagartig berühmt. Kraftvoll, ehrlich und mit schonungsloser Offenheit schildert er in diesem Werk seine Erlebnisse von der Kindheit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

In diesem Jahr hätte Oskar Maria Graf seinen 120. Geburtstag gefeiert.

Kraftvoll, einfühlsam, in starken Bildern und Texten zeichnet Hermann Wilhelm in der Ausstellung Mobilmachung – Künstler ziehen in den Krieg – Hunger und Not den Zeitgeist Münchens vor 100 Jahren zu Beginn des Ersten Weltkriegs (Neuperlach.org berichtete).

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Dezember 2014 geöffnet – in der Regel von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 14 bis 17 Uhr und während den öffentlichen Veranstaltungen im Kulturhaus und nach Vereinbarung.

Wie kein anderer Krieg des 20. Jahrhunderts wirkt dieser Erste Weltkrieg bis heute noch als Urkonflikt nach. Vieles, was in den letzten Jahrzehnten in Osteuropa, in Afrika und in zu vielen Teilen der Welt geschehen ist, lässt sich auf die Folgen dieses ersten weltumspannenden Krieges zurückführen.

Krieg in der Fremde – Friede bei uns?

Märkte, Macht und neue Waffen

Deutsche Soldaten im Ausland?
Welchen „Erfolg“ zeigen internationale Militäreinsätze?
Wer profitiert von den Konflikten?
Das Rüstungszentrum München und die neuen Kriege
Was hat TTIP und „Freihandel“ mit der NATO zu tun?
Das ist ein Vortrag mit Diskussion am Dienstag, 11. November 2014, um 19:30 Uhr im Kulturhaus.
Referent: Franz Iberl – Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung
Moderator: Dr. Ulrich Knauer – Trägerverein Pepper e. V./Kulturhaus
Wir informieren und rufen damit auf, Mittel und Instrumente zu finden und sie zu nutzen, um dem Frieden in der Welt ein Stück näherzukommen.
Dazu möchten wir Sie herzlich einladen. Diskutieren Sie mit und reden Sie rein beim „Streit der Köpfe“ …

Doch zurück zum Oskar … Die Termine stehen fest.

Die Zusagen der Künstlerinnen und Künstler, Musiker und Moderatoren liegen vor.

Vom Oskar – Geschichten zur Winter- und Weihnachtszeit

heißt es am Dienstag, 9. Dezember 2014, um 20 Uhr.
Prallvoll mit burlesken und dramatischen, heiteren und traurigen Begebenheiten, spitzbübisch und boshaft, urwüchsig und frivol sind Oskar Maria Grafs Geschichten.
Ein Arbeitsloser bekommt zum Fest eine Gans geschenkt. Er kann sie nicht braten und wirft sie deshalb aus dem Fenster. Das ist ein Skandal für die Nachbarn … Die Weihnachtsgans …
Der harte Alltag der Bäcker vor Weihnachten …
Ein schwäbisches Weihnachtsessen in Amerika …
Ein Winter auf dem Land …
Altbayrische Christmette …
und vieles andere …

Die bekannten Münchner und Neuperlacher Schauspieler
Adela Florow und Norbert Heckner
lesen aus amüsanten und eindrucksvollen Werken von Oskar Maria Graf.
Für die passende Musik sorgt das
Titus Waldenfels-Duo.
Wir freuen uns auf Ihre Reservierung und Ihren Besuch …

Kulturhaus Neuperlach
Hanns-Seidel-Platz 1
81737 München
Telefon: 089/63 89 18 43

Flyer Programme 11-12/2014
Veranstaltungen November und Dezember 2014 (Anklicken zum Herunterladen)

Kulturhaus Neuperlach: Liebesleid und Liebesfreud – Opern- und Operetten-Arienabend

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Ein musikalischer Abend der Gefühle mit Thérèse Wincent (Sopran) und Franziska Rabl (Mezzosopran), Klavierbegleitung Liviu Petcu.

Wo wird schöner geliebt, gelitten, gehofft und gestritten als im Theater? Die ganze Welt ist eine Bühne – und Thérèse Wincent und Franziska Rabl, begleitet von Liviu Petcu, breiten die ganze Palette der Emotionen für Sie aus! Dieser Abend bietet ein Potpourri von Puccinis Arie der koketten Musetta, die allen Männern die Kopf verdreht, über die Verzweiflung der verlassenen Santuzza und die Sehnsucht Rusalkas nach Liebe bis hin zur Einladung in die „Chambre séparée“, in der Lippen heiß küssen und Männer einmal Kaiser (der Seele) sein dürfen!

Opern- und Operetten-Arienabend, Freitag, 10. Oktober 2014, 20 Uhr, Kulturhaus Neuperlach
München, Hanns-Seidel-Platz 1 (gegenüber PEP), Eintritt frei, Spenden erbeten, Reservierung Tel. 089/63 89 18 43

Thérèse Wincent
Thérèse Wincent
Franziska Rabl
Franziska Rabl
Liviu Petcu
Liviu Petcu

Sommerserenade mit dem Kammerorchester Neuperlach

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Kammerorchester Neuperlach
Kammerorchester Neuperlach

Mit einem abwechslungsreichen Programm will das Kammerorchester Neuperlach sein Publikum auf eine unterhaltsame Reise durch verschiedene Musikepochen führen, mit zwei Sinfonien von Christoph Willibald Gluck und Wolfgang Amadeus Mozart, mit dem Violinkonzert a-Moll von Johann Sebastian Bach und mit Stücken von Carl Stamitz, Ermanno Wolf-Ferrari, Gustav Holst und mit der Violinromanze von Johan Severin Svendsen.

Solist ist Meinhard Paffrath, Violine; die Leitung hat Wolfgang Schmitt. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Reservierung Tel: 089/63 89 18 43. Die Programmwerkstatt lädt herzlich ein.

Wann und wo?

4. Juli 2014, 20 Uhr, Kulturhaus Neuperlach, Hanns-Seidel-Platz

„Zuageh duats …“ mit Michaela Dietl am 9. Mai im Kulturhaus Neuperlach

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Michaela Dietl
Michaela Dietl

Bairische Lieder und Geschichten von und mit Michaela Dietl bietet das Kulturhaus Neuperlach (Hanns-Seidel-Platz) am Freitag, 9. Mai 2014 um 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 12,– Euro, ermäßigt 10,– Euro. Die Programmwerkstatt lädt dazu herzlich ein. Reservierung Tel. 089/63 89 18 43.

Michaela Dietl
Michaela Dietl

Michaela Dietl ist eine äußerst vielseitige Künstlerin. Sie spielt nicht nur Akkordeon, sondern ist auch Sängerin, Kabarettistin und Schauspielerin. Die gebürtige Landshuterin begann 1984, für Bühnen zu spielen und zu komponieren. Dietl erhielt den 1. Münchner Grand Prix der Straßenmusik und den zweiten Preis beim Passauer Scharfrichterbeil; zudem widmete ihr das Bayerische Fernsehen ein 45-minütiges Porträt.

Living in the Kästchen

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Box/Kästchen
Dolphin-Browser auf meinem Android-Tablet (02.03.2014) © Thomas Irlbeck

Den Dateiaustauschdienst Box (https://www.box.com) kennt ja vielleicht der eine oder andere. Im Dolphin Browser, einem Webbrowser für mobile Endgeräte, hat es die Übersetzungsabteilung zu gut gemeint. Auch wenn Programmnamen niemals übersetzt werden dürfen, wurde hier diese Sünde begangen. Der Screenshot zeigt, was daraus geworden ist.

Dann ein sehr netter Zufall: Als ich kurz vor der Fertigstellung dieses kleinen Beitrags war, lief auf einmal „Living in the Box“ von „Living in the Box“ im Radio. Da hatte ich dann auch einen ebenso schönen Titel für den Beitrag.

Authentic American Music: Rüdiger Helbig und Huckleberry Five

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Authentic American Music: Rüdiger Helbig und Huckleberry Five
Authentic American Music: Rüdiger Helbig und Huckleberry Five. http://www.ruediger-helbig.de/

Rüdiger Helbig gilt als renommiertester Banjospieler Europas. Erleben Sie ihn am Freitag, den 29. November 2013 um 20 Uhr im Kulturhaus Neuperlach. Der Eintritt kostet 10 Euro; Reservierung unter Tel. 089/63 89 18 43. Eine Veranstaltung der Programmwerkstatt.

A very very very special Radio – eine Geschichte des Radios (Update 04.02.2018)

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Aufziehradio
Auch so kann man Radio hören – man zieht es auf. Foto: paulmmay / Lizenz siehe: flickr

Früher, zu Beginn der 1980er-Jahre, konnte man in München kaum mehr als nur eine Handvoll Radioprogramme empfangen. Das waren im Wesentlichen Bayern 1, 2, 3 und 4 sowie der Österreichische Rundfunk. Mit dem Privatrundfunk hat sich das ab Mitte der 1980er-Jahre geändert. Die Kommerzialisierung brachte nicht nur eine quantitative Zunahme an empfangbaren Sendern mit sich, sondern auch die eine andere erfrischende Bereicherung. Aber bereits nach wenigen Jahren war die Radiolandschaft qualitativ wieder erheblich ärmer geworden. Bemerkenswerte Sendungen wie der „Kopfhörer“ auf Radio Gong 2000 (1985 bis 1992, präsentiert von „Zwitscher“), in der gewöhnungsbedürftige, zum Teil hervorragende Musik meist wenig bekannter Künstler gespielt wurde und in der die herrliche Rubrik „Das strapaziöseste Stück der Woche“ installiert war, wurden sang- und klanglos (im wahrsten Wortsinn) eingestellt. Ebenso schaltete das Schweizer öffentlich-rechtliche Radio DRS-3 (das man in München zusammen mit den neuen Privatsendern auch per Kabelnetz1 empfangen konnte und das daher irgendwie auch zu der neuen Radiolandschaft zählte), auf dem fast ausschließlich wenig bekannte, dafür aber umso anspruchsvollere Titel liefen, auf ein sogenanntes durchhörbares Programm um. Da der Schweizer öffentliche-rechtliche Rundfunk werbefrei ist, ein Schritt, der nicht unbedingt nachvollziehbar ist, aber vermutlich versteifte man sich auf die Steigerung der Hörerzahlen durch Mainstream-Musik – mag es aus Imagegründen gewesen sein oder um die Existenzberechtigung zu bekräftigen.

Formatradio – Der Niedergang des Radios in den späten 1980er-Jahren

Doch Mainstream alleine reicht nicht für die Reichweitenmaximierung. Die alles entscheidende Frage ist, bei welchen Inhalten möglichst viele Hörer einschalten und möglichst wenige abschalten. Achtete man anfangs noch manuell unter Einbeziehung einer Musikuhr auf die genehme Stilrichtung, übernahm dann ab den frühen 1990er-Jahren der Computer fast ganz alleine die Musikauswahl und sorgt dafür, dass nur getestete, massenkompatible Titel in der richtigen Kombination gespielt werden. Einzelne Stilrichtungen sollten sich dabei nicht wiederholen, da dies zum Um- und Abschalten verleitet. Solche Hörerkiller sind z.B. zwei ruhigere Titel, die unmittelbar hintereinander gespielt werden. Wäre dies nicht schlimm genug, hat sich die Unart durchgesetzt, Gewinnspiele zu veranstalten, die über Stunden oder gar Tage warmgehalten werden und die Hörer dazu verleiten, dranzubleiben und ggf. auch am nächsten Tag wieder einzuschalten, da man ja die Auflösung endlich wissen will. Ich kann mich erinnern, dass eines der letzten Male, als ich eines der fürchterlichen Münchner Stadtradios hörte, gerade ein neues Spiel gestartet wurde. Es galt, einen kurz angespielten Musiktitel zu erraten. Dabei beschränkte man sich auf ein paar Hundertstelsekunden des Stücks, es war entsprechend nur ein kurzes Zischen zu hören. Klar, dass dies keiner erraten kann, aber der Moderator kündigte an, den Ausschnitt im Laufe der nächsten Stunden sukzessive zu verlängern. Ich fühlte mich so veräppelt, dass ich das tat, was eigentlich genau durch das Erfolgskonzept verhindert werden sollte: Ich schaltete wutentbrannt das Radio aus.

Vom Mainstream-Formatradio mit Musikuhr zum Special-Interest-Kuriosum

Mit dem Aufkommen der Internetradios änderte sich die Radiolandschaft wieder. Ohne großes finanzielles Risiko und ohne die Mühen der Beschaffung einer Senderlizenz konnte jedermann Radio machen und so hatten auch Sender mit sehr speziellen Inhalten (special interesest radio) und ohne Mainstream-Ausrichtung wieder eine Chance. Auch fanden kommerzielle Veranstalter durch die weltweite Verfügbarkeit einen ausreichend großen Markt für sehr spezielle Musik vor. Der Senderverbund di.fm und sky.fm etwa bietet über 80 Musiksender an, unter denen sich sehr spezielle Angebote finden wie der Kanal Chiptunes (nicht nur für Freunde der alten Heimcomputersounds à la C64-SID), spezielle Techno-Richtungen, aber auch Jazz, Salsa, Lounge und klassische Musik. Das Programm ist weitgehend unmoderiert, Live-Sendungen mit Moderation finden aber gelegentlich statt – es ist also nicht alles „Playlist shuffle“.

Eine Hommage an die „Famous Four“

Einer der groteskesten Sender ist dabei „A Beatles Tribute“. Hier wird alles gespielt, was irgendwie mit den Beatles zu tun hat. Konkret muss einer der Pilzköpfe den Titel mindestens komponiert oder interpretiert haben, er muss nicht zwangsläufig von den Beatles sein. John Lennon solo oder die „Wings“ sind also als Vorlage auch zugelassen. Meist laufen dort Coverversionen der Beatles, die sich mehr oder weniger am Original orientieren oder aber eigenwillige Interpretationen darstellen, die z.B. von großen Orchestern oder mit ungewöhnlichen Instrumenten gespielt werden. Auch wer sich an den Melodien der Beatles totgehört hat, wird feststellen, dass die Songs so viel Potenzial haben, dass sie diese in anderer Interpretation eine neue, verblüffende Wirkung entfalten können. Kurioserweise findet auf dem Beatles-Kanal gerade eines offenbar nicht statt: die original Beatles. Wen man sich vergegenwärtigt, dass zum Repertoire des Kanals Tausende an Beatles-Coverversionen gehören, erscheint dies nicht verwunderlich, dass die Originale zahlenmäßig eher untergehen. Alleine von „Yesterday“ sind über veröffentlichte 3.000 Coverversionen bekannt. Man könnte auch annehmen, da dem Kanalnamen „A Beatles Tribute“ nach den Pilzköpfen Tribut gezollt wird, die Originale bewusst nicht gespielt werden, sondern dass andere Künstler in Gestalt einer Hommage an die Beatles auftreten. Doch wer lange genug zuhört, wird ab und zu, ganz selten, auf dem Beatles-Kanal dann doch was Erstaunliches hören: die echten Beatles.

Es gibt sicherlich in den Tiefen des Internet noch verrücktere Kanäle. Der „EP Express“ steht schlicht für Elvis Presley. „Er“ kommt dort rund die Uhr. Der King lebt! Wer auf solchen Kanälen länger hängen bleibt, wird aber schnell zu einer neuen Monotonie finden.

Von Top 40 zu Top 2

The Beatles
Ein eigener Radiosender, der ausschließlich die Beatles ehrt. Doch gerade die Beatles finden dort offenbar nicht statt. Oder doch? Aber wie auch immer: Es geht sicher noch spezieller. Foto: Gonzalo Barrientos / Lizenz siehe: flickr

Wie schlimm die Eintönigkeit auf dem normalen terrestrischen Mainstream-Dudelfunk-Radio geworden ist, sollte ein Protestaktion eines Moderators eines Hamburger Privatradios zeigen, die bereits 1999 stattfand, also in der schlimmsten Radiozeit, als die Kommerzialisierung bereits einen vorläufigen Höhepunkt erreicht und das Internetradio sich noch nicht durchgesetzt hatte. Beobachtern mag aufgefallen sein, dass wenn ein Radiosender Abba spielt, es meist der Titel „Dancing Queen“ ist. Die Erkenntnis hinter diesen genialen Auswahl ist schlicht und ergreifend, dass dieser Titel zu denjenigen mit den geringsten Ab- und Umschaltraten gehört. Der rebellische Moderator entwickelte das Top 40-Prinzip, das besagt, dass sich ein Radiosender über Wochen hinweg auf die gleichen 40 Titel beschränkt, weiter zum Erfolgsformat „Top 2“. Konkret verbarrikadierte er sich im Studio und spielte Abbas „Dancing Queen“ und „No Milk Today“ von Herman’s Hermits in einer Endlosschleife. Der Geschäftsführer des Senders, der das gewaltige Potenzial von Top 2 nicht erkannte, konnte diese ungeheuerliche Provokation erst nach Stunden beenden. Nur unter Aufbietung aller Möglichkeiten gelangte er mit einem aufopfernden Trick dann doch ins Studio, um die Sendung an sich zu reißen – er benutzte den Lastenaufzug.

Playlist mit ersten Titeln der Sendung „Kopfhörer“ online (Update 04.02.2018)

In der öffentlichen Spotify-Playlist „Kopfhörer-Zwitscher“ finden sich nun dank Leserinnenmitarbeit eine Reihe von Musikstücken aus der legendären Sendung. Jeder kann sich gerne beteiligen und selbst noch Titel beisteuern. Einen Link zu dieser Playlist gibt es auch: spotify:user:21q6xuwkscodepx6wqhtstyzy:playlist:50e1TEa9ohIUUycNuLIAYw

1 Um ein wenig den Bezug zu Neuperlach herzustellen: Neuperlach lag im Kabelpilotprojekt München. Damit konnte ich ein paar Monate die ersten, zum Teil extrem kuriosen Anfänge des offiziellen Privatrundfunks in Deutschland mitverfolgen, bevor auch der Rest der Republik mit dem Kommerz beglückt wurde.

Die Quelle der Salmakis

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Salmacis_&_Hermaphroditos_by_Bernard_Picardt
Salmakis bedrängt Hermaphroditos, Kupferstich von Bernard Picardt, Illustration einer Ovid-Edition des 18. Jahrhunderts. Lizenz: Public Domain

Bei so einem Titel wie diesem könnte man vermuten, es ginge jetzt um die Rettung Griechenlands. Nein, das ist nicht das Thema. Vielmehr stelle ich hier in unregelmäßigen Abständen Songs vor, die mich besonders berührt haben und noch immer berühren.

Salmakis ist eine Nymphe aus der griechischen Mythologie, die über der gleichnamigen Quelle wachte. Ein Versiegen der Quelle wurde nicht so gerne gesehen. Als Strafe gab es keinen verschärften Putzdienst, sondern den Tod. Salmakis verband sich der Mythologie nach mit Hermaphroditus zu einem zweigeschlechtlichen Wesen.

Genesis verarbeite den Stoff im Song „The Fountain of Salmacis“ (also „Die Quelle der Salmakis“), der auf dem Album „Nursery Cryme“ erschien. Peter Gabriel singt hierbei „We shall be one, we shall be joined as one.“ („Wir werden eins sein, wir werden zu einem vereint.“). Pete Lazonby hat einen Sample des Songs 1994 in seinem Trance-Stück „Sacred Cycles“ verarbeitet. Herausgekommen ist eine einzigartige Atmosphäre – sicher einer der besten Trance-Songs aller Zeiten. Selbst Sekundenbruchteile des Stückes lassen sich mühelos unter Tausenden anderer Songs heraushören.

(Link: YouTube)

Ist die griechische Mythologie nicht schon schwerer Stoff genug, ist im Intro und Outro des Songs auch noch der Auszug einer Rede von Osho1(* 1931; † 1990; indischer Philosophieprofessor und Begründer der Neo-Sannyas-Bewegung; bis Ende 1988 nannte er sich Bhagwan Shree Rajneesh; ja, es ist „der“ – umstrittene – Bhagwan, den seine Kritiker als raffgierigen Sex-Guru sahen, der zeitweise seinen Anhängern orange bzw. rote Kleidung vorschrieb und der durch seine riesige Rolls-Royce-Flotte aus bis zu 93 Fahrzeugen auffiel) zu hören2, wobei sich der Song mitten in die Rede einblendet:

And it is good that not all are roses, that not all are lotuses. But something very mysterious is happening here, Darius, you can see: all kinds of people are here, from almost every country, from every religion, and nobody teaches them to be tolerant and nobody teaches them to be respectful of the other’s religion. These things are simply not talked about, and still nobody is intolerant. In fact, nobody thinks in terms that the other is other. This is a totally different vision. My approach is that you have to drop […]

Hier bricht im Song die Rede sinnentstellend ab, im Outro des Songs wird die Rede dann fortgesetzt3:

[…] – not to imbibe tolerance, not to imbibe a certain synthesis, manipulated, man-made – you have to drop this whole nonsense of the American way of life and the Indian way of life and the Chinese way of life. You have to drop this whole nonsense that „I am a Hindu, Mohammedan, Parsi, Sikh.“ You are just a human being! Maybe your colour is different — so what? It is good that there are people of different colours, different flowers. Your hair is different — good! It makes life more worth living, more interesting. The variety gives richness.

Das Englisch ist so simpel, dass ich auf eine Übersetzung verzichte. Die Frage, ob es jetzt eine tiefere Bedeutung gibt, warum der Künstler gerade eine Rede Oshos eingespielt hat, oder gerade keine anderen Samples auf der Festplatte herumschwirrten, mag der Zuhörer selbst beantworten. Zumindest die in der Technoszene allgemein propagierte Gewaltlosigkeit passt thematisch. Aber auch andere Beweggründe sind denkbar. Vielleicht soll ja doch Griechenland gerettet werden.

1 Korrektur: Eine Reihe von Quellen weisen hier Mahatma Gandhi aus, und so stand es auch hier ursprünglich, da ich mich darauf verlassen hatte. Inzwischen habe ich den Originaltext in dem Buch „The Fish in the Sea Is Not Thirsty“ von Osho gefunden, in dem Gandhi zwar auch erwähnt wird, aber an dieser Stelle ausdrücklich nicht zitiert wird. Ganz im Gegenteil, an dieser Stelle erklärt Osho, in welchen Punkten sich seine Philosophie von der von Gandhi unterscheidet. Gandhi kann es daher nicht sein. Ich habe dann, um mehr Sicherheit zu erhalten, verschiedene im Netz kursierende O-Töne von Osho und Gandhi angehört und komme zu dem Schluss, dass Gandhis Englisch unbeholfener und auch von der Stimmfarbe anders klingt. Dagegen scheint Oshos Stimmcharakteristik gut zu dem Zitat zu passen. Letzte Sicherheit würde ein O-Ton desselben Zitats bringen, der aber nicht aufzutreiben war.

2 Bedingt durch das lange Intro und Outro ist der Song kaum tanzbar. Später erschienen aber noch eine Reihe von Remixen, die keine Osho-Samples mehr enthalten. Diese Versionen sind wegen ihrer durchgehenden Beats besser Diskotheken-kompatibel.

3 Die Rede wird im Outro nicht ganz nahtlos angesetzt. Zum besseren Verständnis wird hier die Rede im Originalwortlaut wiedergegeben.

Radio Moskau antwortet auf Deutsch

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Es war so um 1987 herum, als mich mein Arbeitskollege mit einer schwer verdaulichen, avantgardistischen Musik nervte. Der Computer hatte sich noch nicht so recht durchgesetzt, und unsere Aufgabe bestand darin, in einer neu ins Leben gerufenen Softwarereihe Billigsoftware auf den Markt zu bringen, die sich vor allem aus Einsendungen von Lesern der verlagseigenen Computerzeitschriften, die sich als Hobbyprogrammierer betätigten, speiste. Um nicht zu weit abzudriften, soll es hier bei dem Hinweis bleiben, dass die Softwarereihe enorm erfolgreich war. Doch die Arbeit verlangte enorme Konzentration. Die absonderliche Musik im Hintergrund, die jeden Tag lief, erschwerte die Arbeit. Es war das Album „Big Science“ der US-amerikanischen Performance-Künstlerin und Musikerin Laurie Anderson. Die Musik war dauernd Anlass für Konflikte zwischen meinem Arbeitskollegen und mir. Die Kassette wurde primär dann eingelegt, wenn ich gerade nicht am Platz war. Klar, da ist die Gelegenheit günstig, wenn der Kulturbanause sich nicht wehren kann. Erst schimpfte ich über die Musik, irgendwann gewöhnte ich mich aber ganz langsam an sie. Irgendwann gefiel sie mir so gar (fast). Ein paar Jahre später kaufte ich mir die CD ganz freiwillig. Mein Kollege war fassungslos und erinnerte mich an meine frühere Aversion gegen die Musik. Überlegungen, als Grund anzugeben, die CD rein als eine Art Erinnerung angeschafft zu haben, verwarf ich spontan. Das hätte man mir auch nicht abgenommen. Also bekundete ich meine Zuneigung für die hervorragende Musik, auch wenn es mir nicht leichtfiel und ein Hitzegefühl im Gesicht verursachte.

Einen der Titel dieses Albums entdeckte ich heute auf YouTube. In „Example #22“ ist Laurie Anderson sich nicht zu schade, das Thema „Paranormale Tonbandstimmen“ musikalisch und zweisprachig Englisch/Deutsch aufzuarbeiten. Das Thema wird in der seriösen Wissenschaft bestenfalls milde belächelt. Angeblich antworten Tote, wenn man sie etwas fragt und nebenbei einen russischen Radiosender auf Band aufnimmt, auf Deutsch. Zugegeben kann man auf einzelnen Aufnahmen tatsächlich Satzfetzen hören, die mit viel gutem Willen Deutsch klingen. Mit viel Anstrengung. Und meistens nur, wenn man vorher gesagt bekommt, was da zu hören ist. Das sagt eigentlich schon alles. Dass da wirklich Tote sprechen, glauben nicht mal die Toten selbst.

Laurie Anderson: Example #22 / Beispiel Nummer 22

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Trololo-Mann: So schön kann Zensur sein. Kommt jetzt die Welttournee?

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1976 wollte der russische Bariton-Sänger Eduard Anatolyevich Khil eigentlich über das Leben eines amerikanischen Cowboys singen. Den Zensoren war der Text jedoch zu amerikanisch und sie nahmen Khil einfach seinen Text weg. Einigen Quellen zufolge zensierte Khil selbst, um den Zensoren zuvorzukommen. Am Ergebnis ändert dies nichts, der Song wurde mit einem interessanten Ersatztext aufgenommen. Heute ist der Song des coolen Sängers absoluter Kult. Seine Fans fordern jetzt die Welttournee.

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Viel Gefühl statt Karaoke-Clowns

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Eigentlich bin ich aus dem Alter raus, in dem man die Wohnung seiner schönen Neuperlacher Plattenbauwohnung mit Star-Postern zukleistert, unzählige Platten seines Stars kauft, jeden Schnipsel sammelt und das Hochhaus zum Wackeln bringt.

Aber keine Regel ohne Ausnahme. Menowin Fröhlich zeigt, dass nicht alle Casting-Teilnehmer Karaoken-Clowns sein müssen, sondern dass ab und zu nicht nur ein Bewerber singen kann, sondern auch jede Menge Gefühl in seine Darbietung steckt. Im Halbfinale reanimierte Fröhlich den Stevie Wonder-Klassiker „You are the Sunshine of my Life“. Noch nie habe ich diesen Song mit so viel Gefühl gehört.

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Warum die Schere mehr mit dem Herbst zu tun hat, als allgemein bekannt ist

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Es ist Herbst. Keine Jahreszeit spiegelt das Vergängliche so wider wie der Herbst. Die Blätter fallen, daher heißt der Herbst im Amerikanischen auch „fall“. Die Natur stirbt augenscheinlich.

Kaum jemand mag diese Stimmung so wiedergeben wie der leider 2011 verstorbene Ludwig Hirsch mit seinem Lied „I Lieg am Ruckn“. Hirsch nimmt hier seinen eigenen Tod vorweg und liegt im Grab, in das er wieder so richtig Leben bringt. Im Vergleich zu manch anderem Liedermacher legt Hirsch nicht nur Wert auf das Erzählende, sondern verwirklicht auch hervorragende musikalische Kompositionen. „I Lieg am Ruckn“ ist kein wirklich bekannter und großer Hit aus dem Bereich des so genannten Austropop. Nach meinem Empfinden aber völlig zu Unrecht.

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Das Herbst-Laub fällt von alleine, dazu braucht’s keine Schere. Gravitation und Wind sind die Schere des Herbstes © Günter Havlena / Pixelio

Auch wenn man uns Deutschen eine gewisse Destruktivität nachsagen will, beim Begriff „Herbst“ haben wir im Unterschied zu den Amerikanern eine positiven Aspekt eingebaut. Wir sehen die Vergänglichkeit eher in den Werten, der Politik, der Gesellschaft und der Jugend, aber nicht in der Wortherkunft von „Herbst“. Denn der Begriff besitzt seinen Ursprung in der Ernte. Es wird gepflückt, gerupft und abgerissen. Konkret hat „Herbst“ seine Wurzeln im indogermanischen „sker“, das für „schneiden“ steht, wenngleich zur Erkennung der etymologischen Verwandtschaft etwas Kreativität erforderlich ist. Doch gibt es diese Zugehörigkeit, die ebenso verwandte „Schere“ erinnert uns daran. Die Schere ist damit auch begrifflich ein Werkzeug des Herbstes. Aber die Schere ist was Künstliches, der Herbst ist gewissermaßen seine eigene Schere.

Der nicht existente „Kiosk“ – oder wer „Gottfried Stutz“ ist

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Es gab mal Presseberichte, nach denen im neuen Neuperlacher Einkaufszentrum Life ein Kiosk integriert werden sollte, der auch außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten geöffnet hat. Daraus ist aber offenbar nichts geworden. Dafür habe ich einen anderen „Kiosk“ aufgetrieben. Wer nicht gerade Teenager ist, sollte Polo Hofers „Kiosk“ eigentlich kennen (veröffentlicht unter dem Bandnamen „Rumpelstilz“). Es ist fast ein Welthit, zumindest im deutschsprachigen Raum ein Riesenhit, der es in der Schweizer Hitparade 1976 bis auf Platz 2 schaffte.

Es geht darum, dass alle einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen. In dem nachträglich entstandenen, wohl nicht offiziellen Video tritt Peer Steinbrück folgerichtig als Geldeintreiber auf. In der deutschen Version singen und summen wir:

Leute, bin ich denn ein Kiosk?
Oder bin ich etwa
ne Bank?
Oder seh
ich aus wie ein Hotel?
Oder wie
n Kassenschrank?

Video auf YouTube anschauen – hier klicken

Ab dem dritten Refrain gesellt sich ein „Gottfried Stutz“ hinzu. Wir singen und summen nun abweichend:

Bin ich Gottfried Stutz ein Kiosk?
Oder bin ich etwa
ne Bank?
Oder seh
ich aus wie ein Hotel?
Oder wie
n Kassenschrank?

In der Bärndütschi Version, die wir hier im Video nicht zu Gehör kriegen, heißt es:

Bini Gottfried Stutz e Kiosk?
Oder bini öpe e Bank?
Oder gsehni us wie es Hotel?
Oder wie e Kasseschrank?

Aber wer ist dieser Gottfried Stutz? Es ist keine reale Gestalt wie der werte Herr Finanzminister, sondern eine fiktive Person, die als abmildernder Fluch Gebrauch findet und etwa „Gott verdammt“ bedeutet. Das alte Wort „stutz“ ist gleichbedeutend mit „heftig“. Heute erinnert noch das verwandte Wort „stoßen“ daran.

Bliebe noch zu klären, woher der „Kiosk“ kommt. Er stammt aus dem Persischen. Der „kusk“ ist ein „Pavillon“ oder „Gartenhaus“ und fand dann als „kösk“ (Gartenpavillon) Einzug ins Türkische und kam später als „kiosque“ (offener Gartenpavillon) ins Französische. Ganz schön international so ein Kiosk mit seiner internationalen Presse.