Christkindlmarkt im Marx-Zentrum

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Fast alle, sagen wir mal leicht vereinfachend „alle“, blicken erwartungsfroh Richtung Sommer. Es soll an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden, in welcher Richtung der Sommer liegt. Nun aber findet man auf seiner Lieblingsseite eine Nonsensüberschrift, in einer Jahreszeit, in der jeder seinen rostenden Schlitten schon auf dem Dachboden verstaut hat und in der alles, was nur begrifflich an den Herbst oder Winter erinnert, in einem pathologischen Schreikrampf mündet.

Es gibt keinen Christkindlmarkt im Marx-Zentrum, schon einmal, weil da ohnehin fast nur Hartz IV-empfangende Moslems wohnen und überhaupt und sowieso!

Doch Bilder lügen nicht:

Christkindlmarkt im Marx-Zentrum

Hohe 15 Prozent auf Niedrigprozentiges

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Bei Twitter gibt es jede Woche den berühmten Follower Friday, bei dem man seinen Verfolgern andere Twitter-Benutzer empfiehlt. Bei meinem Discounter an der Ecke gibt es auch einen speziellen Freitag, an dem auf eine bestimmte Warenart 15 % Rabatt gewährt werden. Letzten Freitag waren es Hartwaren, diese Woche ist es Wein. Die Alkoholfahrt von Frau Käßmann nach Weingenuss hat damit aber nichts zu tun. Da ging es auch eher um Promille, nicht um Prozente.

Logo entfernt, wir wollen ja keine Werbung machen, schon gar nicht für legale Drogen  (26.02.2010) © Thomas Irbeck (Handyfoto)

Polnische Tram=TramPolin

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Aus der Reihe „Zufällig vor der Haustüre gesehen und mit dem zufällig mitgenommenen Knipser festgehalten“. Ein etwas marode wirkendes Trampolin. Schön.

Heißt nur so, ist aber keine Tram aus Polen. Ein Trampolin (25.02.2010) © Thomas Irlbeck

Abgeleitet wurde der Begriff wohl vom italienischen „trampoli“=“Stelzen“. Viel mehr ist nicht gesichert bzw. nur Spekulation.

Feuer und Flamme

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Für Neuperlach sind die nächsten Tage tiefe Temperaturen angesagt, dafür soll es kräftig schneien. Die Hausmeister der Hochhausanlagen und die Bewohner der kleineren Häuser (auch solche gibt es am Rand von Neuperlach) müssen mal wieder etwas früher aufstehen und dem Schnee den Krieg erklären. Doch jetzt könnte alles einfacher werden, mit der „Flame Gun“, dem praktischen Flammenwerfer. Wenn der eingesetzt wird, verschwinden Eis und Schnee freiwillig.

Siehe: http://boingboing.net/2008/01/16/flame-gun-ad-from-19.html

Flame Gun. Praktischer geht’s nicht.

Schnee im Marx-Zentrum. Bald wird es hier wieder so aussehen (12.01.2010) © Thomas Irlbeck

Umleitung

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Vor meinem Haus entdeckte ich heute zwei nette Straßenschilderchen. Der Hintergrund: Um Streusalz zu sparen, sperrt man eine von zwei parallel führenden Treppen. Zwei alte Straßenschilder, und fertig ist die umweltschonende Umleitung.

Hier geht’s nur links weiter (05.01.2010) © Thomas Irlbeck
Bitte rechts abbiegen! (05.01.2010) © Thomas Irlbeck

Was Wilfriedes künstlicher Papagei mit Momo und dem Pflegesystem zu tun hat

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Dieser Papagei ist echt. Das Spielzeug wird aber immer realistischer © sproti2000/Pascal Schmitt / Pixelio

Wilfriede ist 75 und hatte einen Autounfall. Seitdem läuft sie am Stock. Wenn man dann alleine ist – klar, dann muss ein Haustier her. Am besten ein sprechendes, man will ja schließlich unterhalten werden. Also muss es ein Papagei sein. Dumm nur, dass der ziemliche Arbeit macht. Es gibt aber eine einfachere Möglichkeit. Man setzt sich mal schnell in die nächste Tram, fährt zum Spielzeugladen seines Vertrauens und kauft sich für 60 EUR einen unechten Papagei. Dieses moderne Spielzeug ist mehr ein Roboter denn ein triviales Spielzeug. Er spricht nicht nur, sondern er wiederholt sogar die Worte seines Frauchens oder Herrchens. Ferner bewegt er sich und reagiert auf Körperkontakt. Vielleicht ist es ja dieser Papagei, den sich Wilfriede zugelegt hat:

Hasbro 77182100 – sprechender Spielzeugpapagei

Der Preis kommt jedenfalls hin. Die Geschichte von Wilfriede ist übrigens echt, im Unterschied zu ihrem Papagei. Wilfriede war in der Nacht von Freitag auf Samstag (20. auf 21.11.2009) in der Call-in-Sendung „Domian“ (Montag bis Freitag auf 1LIVE und im WDR-Fernsehen) zu hören.

Hier – in Neuperlach – werden Menschen gepflegt. Aber noch ohne Pflegeroboter (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Eine Art Prototyp des sprechenden Spielzeugs kommt in der berühmten und genialen Parabel „Momo“ von Michael Ende vor, dem man durchaus seherische Fähigkeiten unterstellen kann. Denn bei Ende schenken die Grauen Herren der kleinen Momo sprechende Puppen. Diese Puppen soll Momo vergessen lassen, dass sie in Zukunft alleine sein muss, damit sich die Leute mit wichtigeren Dingen – dem vorgeschobenen Zeitsparen – beschäftigen können als mit einem kleinen streunenden Mädchen. Auch wenn die Puppen bei Ende eher ein kurzes Beiwerk sind, stellen sie dort eine Art Teufelswerkzeug dar. Freilich sind Endes Puppen primitiv – sie spielen eine im Inneren versteckte kleine Schallplatte ab.

Technik mal menschlich oder doch eine grauenhafte Vision? © mad max / Pixelio

Man kann sich aber gut vorstellen, welche Wirkung immer raffinierteres künstliches Spielzeug haben kann. Dabei muss es nicht beim Spielzeug bleiben. Diejenigen, die heute jung sind, werden im Alter wahrscheinlich mal von einem Pflegeroboter betreut. Erste Prototypen gibt es schon seit Jahren. Man kann sich kaum ausdenken, welche Entwicklung solche Roboter noch vor sich haben. Die Entwicklung hört sicher nicht mal dann auf, wenn sie eine echte Pflegekraft vollständig ersetzen können. Schließlich kann man diese Dinger ja dann noch weiterentwickeln, um sie noch effizienter und preiswerter zu bauen. Vielleicht werden Roboter mal zu einer Art Ersatzmenschen. Ob die Wortwahl des „Menschlichen“ gerechtfertigt ist, darf aber bezweifelt werden. Wie sagte einst Theodor Heuss: „Eines Tages werden Maschinen vielleicht denken können, aber sie werden niemals Phantasie haben“.

Mein Freund der Baum ist tot

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Hier in diesem Blog geht es ja um (Neu)-Perlach, zumindest meistens. Doch manchmal ist die Nachrichten- und Erlebnislage eher flau. Da behilft man sich damit, dass man die Fotobestände, die in den letzten Wochen entstanden sind, mal genauer unter die Lupe nimmt. Bei der Vergrößerung eines toten Baumes, den ich am 23. September dieses Jahres schoss, kam dann das heraus:

Tier-Baum (23.09.2009) © Thomas Irlbeck

Immerhin ist das Ganze nicht völlig themenfremd, das Bild entstand im Perlacher Forst. Manipuliert ist hier übrigens nichts, sondern nur der Ausschnitt vergrößert.

Wer die Fotos vom Ausflug an die Isar und den Perlacher Forst noch nicht gesehen hat, klickt hier: flickr-Fotos Isar/Perlacher Forst

Wo bitte geht’s hier zum Hofbräuhaus? Vom Ansprechen auf der Straße

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Wohl jeder wird in bestimmten Abständen auf der Straße angesprochen. Während früher eher nach dem Weg gefragt wurde, darf man heute Feuer geben (als Nichtraucher), Zigaretten verteilen (ebenso als Nichtraucher) oder ein paar Cent fürs Telefonieren spendieren.

In der Innenstadt werde ich oft angesprochen. In Neuperlach kommt dies dagegen nicht so oft vor. Zu großzügig sind hier die Straßen und Wege angelegt, sodass man gar nicht so vielen Leuten begegnet. Das ist reine Statistik. Wenn ich in Neuperlach einen längeren Fußmarsch zurücklege, liegt die Wahrscheinlichkeit vielleicht bei 1 zu 20, angesprochen zu werden. Nach dem Weg gefragt zu werden, vielleicht bei 1 zu 100.

Entsprechend war ich skeptisch, heute Abend von zwei jungen Burschen an der Quiddestraße angesprochen zu werden. Beide sehen so aus, als würden sie gerne telefonieren und dabei rauchen. Doch erstaunlicherweise wollen sie nur wissen, wo es zur Tankstelle geht. Ich erkläre ihnen den Weg.

Keine Minute später hält eine Frau auf ihrem Fahrrad neben mir an. Jetzt aber stelle ich mich darauf an, mich für mein nicht vorhandenes Feuerzeug und die nicht vorhandenen Zigaretten entschuldigen zu müssen. Doch zu meiner großen Überraschung fragt die Frau, wo es hier zur Innenstadt gehe. Ich frage, wo in der Innenstadt sie genau hinwolle. Sie sagt, sie wäre die ganze Zeit den Karl-Marx-Ring entlanggefahren und würde aus Neuperlach nicht mehr herausfinden. Sie müsste nur wissen, wie sie in einen bestimmten Teil der Innenstadt komme, z.B. zum Marienplatz, an dem sie sich wieder auskennen würde. Von dort aus würde sie dann den weiteren Weg schon finden. Ich bin etwas irritiert. Die Innenstadt ist nicht mal so eben in ein paar Minuten mit dem Rad zu erreichen und erschwerend kommt dazu, dass die Dunkelheit schon langsam reinbricht. Auch ist die Frau weit jenseits der Vierziger und schafft auf ihrem Rad sicher nur noch 15 km/h Spitze. Bei dem Tempo braucht man bis zum Marienplatz schon mindestens 30, vielleicht auch 45 Minuten. Ich beschreibe ihr den Weg. Da die Frau eigentlich einen ganz vernünftigen Eindruck macht, lasse ich sie ziehen, es bleibt aber ein leicht ungutes Gefühl zurück.

Hofbräuhaus. Hieraus entspringt die Mutter aller Fragen, wann aber ist es endlich so weit? Foto: thisisboss / Lizenz siehe: flickr

Einmal sprach mich ein Mann an und erzählte mir die Geschichte vom Pferd. Und das auf Englisch! Er sei Koch und Ausländer und hätte seine Arbeitsstelle verloren, sein Geld, seine Ausweise und alles und überhaupt. Er bräuchte dringend Geld. Ich glaube ihm kein Wort und verweise auf Polizei und Konsulat.

Die schönsten und treffsichersten Wegbeschreibungen, die man geben kann, sind die in der Form „Sie stehen davor“. Was soll man hier schon falsch machen? Ich wurde vor einigen Jahren mal gefragt, wo der Landtag wäre. Die beiden orientierungslosen Damen standen unmittelbar vor dem Eingang des Maximilianeums. Diesen Sommer wurde ich von einer Gruppe Radfahrer nach der Großhesseloher Brücke gefragt. Die unwissende Truppe war wenige Meter vor der Großhesseloher Brücke und hatte unmittelbaren Blick darauf. Doch man kann auch hier Fehler begehen. Auf die richtige Betonung des „Sie stehen davor“ kommt es an. Es darf nicht überheblich oder belehrend klingen, es muss freundlich vorgetragen werden, mit etwas Humor in der Sprache, der ausdrücken will, ich habe auch schon einmal etwas nicht gefunden, obwohl ich schon davorstehe. Dazu muss die richtige Mimik aufgesetzt werden. So wie die Kleidung zu einem bestimmten Anlass passen muss, muss auch das Lächeln der Situation entsprechend justiert werden.

Es ist also gar nicht einfach, draußen herumzugehen, man muss auf alles vorbereitet sein. Vielleicht sollte ich das Rauchen anfangen, sodass ich auch Rauchern Feuer geben und schnorrenden Tabakfreunden mit Zigaretten aushelfen kann. Denn diese Fragen sind die am häufigsten gestellten. Andererseits ist Rauchen ungesund und es gibt immer weniger Raucher, sodass sich das Problem bald von selbst lösen dürfte. Diese Probleme sind mir am liebsten, man muss sie nur aussitzen und nichts unternehmen.

Eines Tages nehmen dann die Wegbeschreibungen wieder überhand. Angeblich wird ja ein Münchner am häufigsten gefragt, wo das Hoftbräuhaus sei. Hürlimann hat das mal in einer Karikatur umgesetzt, dass manche Münchner bereits einen Aufnäher am Ärmel des Mantel tragen, sodass sie den Arm nur noch in die richtige Position bringen müssen, um den vielen Touristen den Weg zu weisen. Doch irgendwas stimmt hier nicht, die Hofbräuhaus-Frage wurde mir noch nie gestellt. Dafür habe ich gelernt, dass die meisten Leute nach Trambahn und U-Bahn fragen. Am besten prägt man sich, gerade wenn mal wieder Großbaustellen sind, alle Umleitungen ein, damit man im Fall der Fälle Rede und Antwort stehen kann. Vor kurzem wurde ich gefragt, ob der 37er (eine Baustellentram) zum Romanplatz fahre. Ich dachte damals, schon wieder keine Hofbräuhaus-Frage. Na ja, wenn diese wirklich mal kommt, bin ich sicher so aus dem Hofbräuhäuschen, dass ich orientierungs- und ratlos auf andere Passanten verweisen muss.

Neuperlach ist überall (2)

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Edeka Peschel
Edeka Peschel (24.08.2009) © Thomas Irlbeck

Der Peschelanger ist eine der bekanntesten Straßen in Neuperlach, schließlich haben das Ärztehaus und viele Geschäfte des Marx-Zentrum eine Adresse am Peschelanger. Benannt ist der Peschelanger nach Max Peschel, der unter anderem Direktor der Landesversicherungsanstalt Oberbayern und Mitglied des Bayerischen Landtags für die SPD von 1928 bis 1933 und nach dem Zweiten Weltkrieg war.

Aber es gibt nicht nur den Peschelanger. Denn in Ebersberg steht der Edeka Peschel. Der hat wahrscheinlich mit Max Peschel nicht viel zu tun, aber eine schöne Namensverbindung ist nun mal da.

Update 24.11.2017

Diese Namensverbindung erhält acht Jahre später eine neue, sehr nette Facette: Rewe im Marx-Zentrum schließt Ende November 2017 – Nachfolger: Edeka

Neuperlach ist überall (1)

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Im Ort „Hochhaus“ ist das höchste Wohnhaus offenbar zwei Geschosse plus die Satellitenantenne auf dem Dach hoch. Gesehen in der Nähe von Wasserburg am Inn.

"Hochhaus", wo bist du? (24.08.2009) © Thomas Irlbeck

Dem Müll eine Abfuhr erteilen

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Der Müll stapelt sich fast bis zur Decke (17.08.2009) © Foto: Thomas Irlbeck

Sofas werden offenbar neuerdings vierfach (!) verpackt, dafür nehmen die freundlichen Spediteure die Verpackung nicht mehr mit. Das führt dann dazu, dass aus den ehemals gemütlichen Räumen eine Messie-Wohnung wird. Dazu braucht es jetzt kein Messie-Syndrom mehr, eine Bestellung im Onlinemöbelhaus ist nun völlig ausreichend und zielführend. Dabei geht es nur um die Verpackung eines einzigen Möbelstücks.

Doppelt verwechselt irritiert besser

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Rechnungen machen Freude. Zumindest den Rechnungsstellern, wenn alles korrekt läuft (Archivbild) © Andreas Morlok / Pixelio

Vor ein paar Wochen erhielt ich eine Rechnung, die ich ein, zwei Tage später beglich. Doch jetzt bekomme ich eine Mahnung. Ich kontrolliere noch einmal alles: Kontonummer, Bankleitzahl, Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Betrag. Alles korrekt. Das Geld wurde auch nicht von der Bank zurückgebucht.

Ich schaue mir die Rechnung noch einmal genauer an. Recht dick kommt sie daher, aber ich betrachtete damals nur die Titelseite genauer, der Rest ist doch ohnehin nur eine öde Auflistung. Doch, stopp, die dritte und vierte Seite gehört gar nicht mehr zu meiner Rechnung, stelle ich nun fest. Es ist die Rechnung an einen anderen Kunden. Der Betrag ist ein anderer, der Kunde hat einen anderen Nachnamen und wohnt ganz wo anders, nicht mal in München. Nur der Vorname ist gleich.

Klar, dieser Kunde konnte seine Rechnung ja kaum bezahlen, da er vermutlich keine Rechnung erhielt. Es wäre nun die normalste Sache der Welt, diesen Kunden zu mahnen. Doch, warum bekomme ich eine Mahnung – mit dem Betrag meiner Rechnung, die ich bezahlt habe? Wie kann man etwas doppelt auf dieselbe Art und Weise verwechseln? Oder gibt es doch eine Verbindung zu dem anderen Kunden? Ich finde keine.

Ein Anruf beim Rechnungssteller ergibt zunächst nur die Zusage, man werde dies überprüfen. Nach ein paar Tagen erfahre ich, sie hätten nun festgestellt, dass ich damals tatsächlich bezahlt hatte.

Doch diese anscheinend doppelter Verwechslung verstehe ich nach wie vor nicht. Wenn man versehentlich zwei Rechnungen in einen Umschlag packt, mag dies ja erklärbar sein. Der Rest ist es aber nicht. Wer kennt die Lösung?

Ein Licht geht auf

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Vorher: Nachts vor dem Haus. Hier sieht nicht mal mehr eine Katze nach dem Augenarztbesuch etwas (05.07.2009) © Thomas Irlbeck

Seit Monaten sind die Straßenlaternen auf dem Fußweg quer zu meinem Haus defekt. Das Problem wurde reklamiert, aber es tat sich nur insofern etwas, dass nun auch die Lampen auf dem Weg längs zum Haus, die noch ein wenig Licht gaben, um sich einigermaßen orientieren zu können, außer Betrieb gegangen sind. Nun ist es vor dem Haus gänzlich dunkel. Nun kam jemand auf die Idee, eine Behelfslaterne vor dem Eingangsportal zu errichten. Strom per Verlängerungsschnur aus dem Keller geholt, Behelfslampe an das Regenabflussrohr montiert – fertig. Manchmal können Lösungen so einfach sein.

Nachher: Eine Behelfslampe weist den Weg zum schönen Wohnhaus (06.07.2009) © Thomas Irlbeck
Aus der Nähe: Schön ist sie nicht, aber hilfreich (06.07.2009) © Thomas Irlbeck
Nachts sieht das so aus (05.07.2009).  © Thomas Irlbeck

Was nicht passt, wird passend gemacht

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Adapter dienen zur Verbindung nicht zusammenpassender Teile. Baustellenhütchen sind wegen ihrer konischen und damit variablen, anpassenden Form die besten Adapter. Problem gelöst, geht doch, das Wasser läuft dahin, wo es hin soll.

Adapter gesehen am Pflegeheim Neuperlach (04.07.2009) © Thomas Irlbeck

„Pimp up my Wohnungstüre“ oder „Brände warten nicht bis zur Geisterstunde“

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Heute ist es so weit. Ich bekomme meine neue Wohnungstüre. Was hat diese zunächst belanglos klingende Geschichte mit Neuperlach zu tun? Nun, sie hat ein wenig, wie sich gleich herausstellen wird.

Schön sieht sie aus, die Türe, die der Schreiner mitgebracht hat. Die Innenseite ist weiß, kein Mahagoni-Dekor mehr wie außen. Innen darf man ja seine Tür gestalten wie man will, bei der Außenseite gilt dagegen die eiserne Hausverwaltungsregel „Alles muss gleich aussehen!“. Eine lindgrüne Türe, wenn die lieben Nachbarn braune Türen haben, scheitert folglich, zumindest, wenn man die Türe auch behalten will.

Die Türe an sich ist schnell eingebaut. Jetzt aber hat der Schreiner noch ein Präsent dabei, einen automatischen Türschließer. Gemäß Vorschrift müssen neu eingebaute Wohnungstüren selbstständig schließen, dadurch soll die Ausbreitung eines Brandes verzögert werden, indem dem Feuer dessen Nahrung – die Sauerstoffzufuhr – abgeschnitten wird. Praktisch ist der Selbstschließer auch im Alltag: Man trainiert sein Gedächtnis, denn man darf nicht mehr vergessen, den Schlüssel mitzunehmen, auch wenn man nur die 3,5 Meter zum Müllschlucker zurücklegt, denn die Türe hat ja nun eine bösartige Ader und schließt – man muss es noch einmal betonen – selbsttätig.

Die gepimpte Wohnungstüre. Kein Archivbild, sondern hier ist die Wirklichkeit zu sehen!

Das Ergebnis ist zunächst ernüchternd, das Teil scheint nicht genug Muskeln zu haben, um die Türe zu schließen. Mehr als ein Klack – „ich bin zu, aber nur fast“ – ist dem schönen Gerätchen mit dem eleganten Gleitschienenschließmechanismus nicht zu entlocken.

Eine der Hauptursachen ist schnell gefunden. In der Wohnung herrscht ständiger Unterdruck. Dieser ist bedingt dadurch, dass zwei Lüftungsanlagen (im Bad und in der Küche) ständig Luft abpumpen und so für Frischluft sorgen, auch ohne Spaziergang im Park. Die Luft strömt dabei von außen durch die Fenster und die Wohnungstüre nach, entsprechend drückt von außen Luft auf die Türen und Fenster, fertig ist die Gegenkraft aus dem Baukasten. Diese führt dazu, dass man zum Schließen eines Außenelements – eben der Wohnungstüre – relativ viel Kraft benötigt. Genau genommen ist nur das Schließen des jeweils letzen geöffneten Außenelements kraftaufwändig. Ist z.B. ein Fenster geöffnet, sorgt dieses für den Druckausgleich, entsprechend schließt die Wohnungstüre dann butterweich.

Das Problem wird durch meine Höhenlage – vorletztes Stockwerk eines Hochhauses – und die auf diese Weise stärkeren Höhenwinde verschärft. So langsam bekommt das Thema Neuperlach-Bezug. Auch vermutet der Schreiner, dass die Ventilatoren weit oben im Gebäude heimisch sind und daher in den oberen Wohnungen besonders viel Luft durchpumpen.

Dumm nur, dass sich die Lüftung nicht abschalten lässt. Genau genommen läuft die Lüftung den ganzen Tag und wird um 23:00 zentral abgeschaltet (vermutlich auch eine Neuperlach-Spezialität, zumindest scheint es eine Eigenheit von Häusern zu sein, die um 1970 herum gebaut wurden). Ich berichte dem Schreiner, dass ab 23:00 auch das typische Pfeifen durch die Fensterritzen schlagartig aufhört und dass sich dann ein Fenster, auch wenn es das letzte geöffnete ist, mit erheblich weniger Kraftaufwand schließen lässt.

Aber, was nun tun? Der ohnehin nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag, die Lüftungsschächte zuzubetonieren, wird wegen der möglichen Schimmelbildung verworfen. Also muss Hand angelegt werden. Die Türe wird noch einmal justiert, geschliffen und an den Stellschrauben des Türschließers gedreht. Mit einer bestimmten Kombination aus Federkraft und Geschwindigkeit geht es nun einigermaßen – und das vor 23:00! Praktisch, denn Brände warten nicht bis zur Geisterstunde. Allerdings schließt die Türe nur meistens selbstständig, bei zehn Versuchen sind sicher ein oder zwei dabei, bei denen der letzte Kick fehlt und die Türe wieder zurückschnellt. Nun gut, besser als nichts.

Meine Lüftung darf ich behalten, das ist ja auch was.