Quidde-Zentrum leert sich – Abriss rückt näher

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Mix Markt Quidde-Zentrum geschlossen
Der Mix Markt im Quidde-Zentrum wurde geschlossen (19.11.2011) © Thomas Irlbeck

Der Abriss des Quidde-Zentrum (Neuperlach.org berichtete) rückt näher. Der Mix Markt hat nun geschlossen, die Stadtbibliothek Neuperlach öffnet am 23. Dezember das letzte Mal ihre Pforten. Leseratten dürfen sich freuen, denn die Pause wird nicht allzu lange sein. Am 08.03.2012 wird die Stadtbibliothek Neuperlach wiedereröffnet. Die neuen Räume liegen zentraler, nämlich in der Charles-de-Gaulle-Straße am pep.

Stadtbibliothek Quidde-Zentrum
Die Bibliothek zieht um! (19.11.2011) © Thomas Irlbeck

Wann der Mix Markt zurückkehrt und wo, konnte Neuperlach.org noch nicht in Erfahrung bringen. Per Plakat wird auf die Prima Märkte verweisen, die ebenso russisches Sortiment haben. Die Prima Markt-Filiale in der Schlüsselbergstraße 13 liegt in Berg am Laim und damit für Neuperlacher relativ günstig. Sie ist mit der Tram 19, Haltestelle Schlüsselbergstraße, erreichbar.

Abschied mit Stillstand

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Es gibt für Bauvorhaben eine feste Regel, nämlich dass es immer zu Verzögerungen kommt. Die Ausnahmen, die in diesem Fall nicht existieren, bestätigen die Regel. Gerade in puncto Ladenzentren soll sich in Neuperlach demnächst einiges tun. Die marode, seit Urzeiten leer stehende und dahin bröckelnde Ruine des Plett-Zentrum wird durch einen Neubau mit Wohnungen und unter anderem auch Läden ersetzt. Das Quidde-Zentrum soll ebenso einem barrierefreien, modernen Neubau weichen. Ein Teil des Sudermann-Zentrum wird abgerissen und weitere Teile neu gestaltet. Ferner soll Neuperlach mit der Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes das lang erwartete Zentrum bekommen, was 44 Jahre nach der Grundsteinlegung des Stadtteils nun auch so langsam Zeit wird. Bislang ist es jedoch um alle Bauvorhaben ruhig geworden. Der Abriss des Plett-Zentrum war für Ostern dieses Jahres vorgesehen, doch geschehen ist bislang nichts. Im Quidde-Zentrum hat die Stadtbibliothek entgegen erster Ankündigungen noch geöffnet, und zwar mindestens den ganzen diesjährigen Sommer, obwohl dieses Jahr eigentlich bislang kein Sommer stattfand.

Trotz Verzögerungen werfen die Projekte ihre Schatten voraus. So ist der Rewe im Sudermann-Zentrum seit Juli geschlossen, wenngleich nicht klar ist, ob hier nicht andere Gründe eine Rolle gespielt haben. Damit gibt es im Sudermann-Zentrum keinen Supermarkt und damit auch so gut wie keine Nahversorgung mehr, da die anderen Läden entweder auch dicht gemacht oder keine adäquate Angebote haben. Die Landmetzgerei wird dort im September schließen, der Traublinger ist schon lange weg.

Ich versuche derzeit, Termine für Abriss und Baubeginn der einzelnen Projekte zu bekommen, doch bislang war nichts in Erfahrung zu bringen.

Nun heißt es Abschied nehmen, mit Bildern aus dem Sudermann-Zentrum und Plett-Zentrum. Mehr Fotos vom Plett-Zentrum in höherer Auflösung gib es in meinem flickr-Album.

Sudermann-Zentrum

Ex-REWE im Sudermann-Zentrum
Kaum vorstellbar, vor kurzem war das noch … (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Sudermann-Zentrum
… der Rewe im Sudermann-Zentrum (11.08.2011) © Thomas Irlbeck

Plett-Zentrum

Plett-Zentrum
Das Plett-Zentrum (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Hier geht es Richtung pep, doch man muss zunächst die Ruine durchqueren. Der „Eingangsbereich“ verheißt nichts Gutes, aber wie später noch festgestellt werden wird, ist dieser Teil noch in einem vergleichsweise guten Zustand (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Spätestens jetzt wird es furchterregend. Man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass dies der offizielle, nicht gesperrte Fußweg ist, der das pep mit der Plettstraße verbindet (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Hier war mal der Ayinger Hof, doch hier gibt es nur noch Bretter und bedrohlich anmutende Glassplitter, die wie Eiszapfen herunterhängen (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Schön grün ist es ja hier. Hier ging es mal in den Biergarten des Ayinger Hof, wie … (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
… dieser herrliche Wegweiser andeutet (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Mit etwas Phantasie erkennt man den Schriftzug des Ayinger Hof (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Ein herrlicher Platz zum Verweilen – zumindest fast. Der Maibaum ist abgebrochen, das da hinten ist ein Stück des „Life“-Einkaufszentrums (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
„Die Landesfarben sind Weiß und Blau.“ – Im Hintergrund das Büro- und Ladengebäude an der Albert-Schweitzer-Straße (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Wer hier wohl wohnt? (11.08.2011) © Thomas Irlbeck
Plett-Zentrum
Diese Stelle ist die reinste Müllkippe (11.08.2011) © Thomas Irlbeck

„Dieses Rattenloch ist kein Zuhause“

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Marx-Zentrum mit Alpenpanorama © Jörg Lutz

Es gibt Filme, die sieht man sich nur an, weil sie direkt vor der eigenen Haustüre gedreht wurden. Im Marx-Zentrum. „Das beste Jahr meines Lebens“ ist so ein Film, der vor kurzem im SWR wiederholt wurde und auch auf DVD erhältlich ist. Ausgerechnet auf der Geburtstagsfeier von Laura (gespielt von Christine Neubauer) wird ihr Mann Niklas (Huub Stapel) verhaftet. Der Vorwurf: Kreditbetrug. Es gebe eine anonyme Anzeige, heißt es. Am Anfang glaubt Laura nur an ein großes Missverständnis, doch mit jeder Filmminute spitzt sich die Lage zu. Zunächst muss Laura ihren Luxus aufgeben. Die Möbelfirma ihres Mannes ist pleite. Auch das luxuriöse Haus ist futsch. Laura zieht mit ihren beiden Kindern ins Marx-Zentrum, das offenbar eine Entsorgungsstätte für gescheiterte Reiche ist (siehe TV-Serie Arme Millionäre). Sohn und Tochter sind von dem heruntergekommenen Hochhausblock gar nicht begeistert. Das Filmteam half ein wenig nach, um von vornherein eine mögliche Neuperlach-Liebe zu verhindern – beim Einzug werden sie von einem übel hustenden Penner begrüßt. Die Tochter bezeichnet das Marx-Zentrum als „Rattenloch“.

In „Das beste Jahr meines Lebens“ bezieht sich das „beste“ nicht aufs Marx-Zentrum – im Gegenteil

Die Kinder rebellieren zunächst, fügen sich aber letztendlich. Laura freundet sich mit ihrer allein lebenden Nachbarin Ziggy (Sandra Borgmann) an. Die unkonventionelle Frau, die ihr Geld mit Taxifahren und Telefonsex verdient, bringt Laura auf neue Gedanken und findet auch einen Bezug zu den Kindern. Nachdem Laura es auch mit dem Taxifahren versucht hatte, was mit einem kleinen alkoholbedingten Unfall ein jähes Ende fand, tritt Laura einen Job als Bedienung in dem verlotterten italienischen Lokal „La Grotta“ an, das irgendwo in der Innenstadt liegt. Dort wird sie vom Koch angegrabscht. Der ihr zur Hilfe eilende Arbeitskollege Robert (Nicki von Tempelhoff), mit dem sie später eine Affäre haben wird, befördert ihn mit einem mächtigen Faustschlag ins Spital. Der Koch fällt erst einmal für längere Zeit aus. Das ist die Chance für Laura und spätestens jetzt wird es arg kitschig. Laura steigt zur Küchenchefin auf und bringt mit Talent und Vollweib-Einsatz das Lokal wieder auf Vordermann. Währenddessen findet Laura heraus, dass ihr Mann nicht nur die Banken betrogen hatte, sondern auch sie. Er hatte ein Verhältnis mit seiner Sekretärin. Aber auch das wirft sie nur kurz aus der Bahn.

Der Film ist größtenteils vorhersehbar, und wo er das nicht ist, ist er nicht immer ganz logisch und glaubwürdig. Als Laura die Geliebte zur Rede stellt, gibt diese innerhalb von Sekunden nicht nur die Affäre zu, sondern auch ohne Not und ohne zu zögern, hinter der anonymen Anzeige zu stecken, als Rache, weil Niklas sich nicht ganz für sie entscheiden wollte und eine Trennung von Laura ablehnte.

Christine Neubauer bekommt 2008 den BAMBI
Christine Neubauer lobt im Film die herrliche Aussicht, die man von den oberen Stockwerken im Marx-Zentrum hat. Foto: BAMBI 2010 / Lizenz siehe: flickr

Letztlich ist der Film nur eine auf Zelluloid gebannte Trivialliteratur-Schnulze mit schwülstigem Happy-End. Die Charaktere folgen einer strikten Gut-Böse-Einteilung. Witzige Elemente, die den Film noch in eine Komödie retten könnten, findet man so gut wie keine, es sei denn, man interpretiert abgedroschene Szenen, etwa die, in der Lauras spießige, reiche Freundin Helene (Andrea L’Arronge) zufällig zum Taxifahrgast wird, als irgendwie komisch. Oder die Einstellung, in der Laura an ihrem ehemaligen Wohnhaus vorbeifährt und wehmütig das Schild „Zu verkaufen“ entdeckt.

Keine Negativdarstellungen mehr erlaubt

Der Film entstand bereits 2005, damals durfte im Marx-Zentrum noch ungehemmt gedreht werden. Heute darf per Eigentümerbeschluss das Marx-Zentrum nicht mehr negativ dargestellt werden. Generell treffen hier künstlerische Freiheit und die Interessen der Eigentümer und Bewohner aufeinander.

Ich habe selbst im Marx-Zentrum gewohnt. Ich zog 1974 dorthin, da war das Marx-Zentrum noch eine halbe Baustelle; als 8-Jähriger sah ich damals mit Freude den Bauarbeitern zu, die die letzten Arbeiten erledigten. So waren die Fußgänger- und Lieferbereiche noch nicht gepflastert und es war noch kein Laden fertiggestellt. Auf dem nahe gelegenen Sportplatz gab es aber Baracken mit Einkaufsmöglichkeiten. Heute lebe ich in einem Wohnblock, der fast derselben Architektur unterliegt, also auch „hübsch“ mit schwarzen Platten verkleidet ist. Er schließt sich nahtlos, ohne dass auch nur ein Zentimeter dazwischen wäre, an das Marx-Zentrum an. Man könnte den Bau als eine Art Erweiterung des Marx-Zentrum sehen, der Schönheitsfehler liegt jedoch darin, dass er bereits ein paar Jahre vor dem Marx-Zentrum entstand, so gesehen ist das Marx-Zentrum eher eine Erweiterung meines Wohnblocks. Formal sind beide Wohnanlagen getrennt. Weitere Bauten mit der gleichen Architektur gibt es in Neuperlach keine. Damit will ich sagen, die Bezeichnung „Rattenloch“ trifft mich ebenso. Immerhin werden die Bezeichnungen „Marx-Zentrum“ und irgendwelche Straßennamen im Film weder erwähnt, noch sind entsprechende Schilder zu sehen. Das verringert die Chance, dass man sich am Tag nach solchen Filmausstrahlungen bei Arbeitskollegen und Bekannten für sein Zuhause rechtfertigen muss. Allerdings fällt der Name Neuperlach mehrere Male. Ich habe Verständnis, dass Bewohner sich über solche Negativdarstellungen ärgern. Meinen Ärger unterdrücke ich damit, dass ich der künstlerischen Freiheit einen sehr hohen Rangwert einräume, auch wenn ich nichts Künstlerisches an diesem Film erkennen kann.

Maibaum Viktualienmarkt Stadtflagge
Maibaum auf dem Viktualienmarkt mit der schwarz-gelben Stadtflagge. Foto: patrikmloeff / Lizenz siehe: flickr

Trotz des erwähnten Eigentümerbeschlusses wird im Marx-Zentrum vermutlich auch in Zukunft fleißig weitergedreht. Wenn das Marx-Zentrum nicht mehr ins schlechte Licht gerückt werden darf, dann spielt der Film halt offiziell wo anders. Wenn die Filmhandlung etwa in Berlin stattfindet, dann kann ja das Marx-Zentrum in München nicht heruntergemacht werden. Oder etwa doch? In beiden Fällen sind es ja Geschichten, die erzählt werden, wo diese auch immer stattfinden. Das, was der Zuschauer sieht, bleibt optisch das Marx-Zentrum. Aber es ist eben nur Fiktion. Trotz einiger Missstände lebt es sich im Marx-Zentrum und drumherum gut. Die Wohnungen haben einen Komfort, wie er von heutigen Neubauten oft nicht mehr erreicht wird. Die schwarzen Gebäude mit den vielen gelben Sichtbetonelementen mag man als bedrohlich, unästhetisch ansehen. Mit etwas Phantasie findet man in der Gestaltung aber die Münchner Identifikationsfarben der Stadtflagge: schwarz-gelb. Aber dass diese das Motiv des Architekten waren, bleibt ein Gerücht.

Abbrechmittel (Update 24.06.2019)

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Abriss Hertie Giesing
Bild 1 (23.04.2011) © Thomas Irlbeck

Es ist nicht Neuperlach, aber der Nachbarstadtteil Giesing. Der Hertie am Tegernseer Platz wird derzeit abgerissen (früher war da mal ein „Kepa“ drin, siehe BR-Video Zeitmaschine: Abbruch trifft Aufbruch am Tegernseer Platz). Damit verschwindet ein markanter Bau, der dem Tegernseer Platz sein Gesicht gab. Früher habe ich hier oft eingekauft. Richtig vermissen wird den Bau aber niemand, oder etwa doch?

An seine Stelle wird ein Büro- und Geschäftshaus mit Einzelhandel in Unter-/Erdgeschoss und ersten Stock treten. Update: Es kam dann ein Woolworth.

Abriss Hertie Giesing
Bild 2 (23.04.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 3 (23.04.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 4 (23.04.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 5 (23.04.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 6 (23.04.2011) © Thomas Irlbeck

Exakt einen Monat später: Stand am 23.05.2011

Abriss Hertie Giesing
Bild 7 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 8 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 9 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 10 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 11 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 12 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 13 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 14 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck
Abriss Hertie Giesing
Bild 15 (23.05.2011) © Thomas Irlbeck

Update 24.06.2019

So sieht es heute dort aus. Ganz böse könnte man sagen: Ramschkaufhaus mit Designer-Fassade.

Woolworth Giesing
Bild 16 (24.06.2019) © Thomas Irlbeck

Weitere Infos, auch zu den inzwischen älteren Plänen des bereits realisierten Neubaus aus dem vorigen Foto:

Neues vom alten Plett-Zentrum

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Noch steht das alte Plett-Zentrum. Die zusehends verfallende Ruine dient nur noch als Durchgang zum pep und als nicht offizieller Treffpunkt junger Leute zum Alkoholkonsum. Wie Neuperlach.org berichtete, ist als Ersatz ein 8-geschossiger Gebäudekomplex mit Läden, Büros, Kitas und Wohnungen geplant. Eigentlich wurde der Abriss des maroden Baus schon für Ostern dieses Jahres erwartet. Doch es ist nichts aufgehoben, die Planungen laufen auf Hochtouren. Wie aus einer „Nachbarausfertigung des Vorbescheides für das Bauvorhaben“ der Stadt München hervorgeht, die Neuperlach.org vorliegt, hat die Stadt München keine Einwände gegen die geplante Nutzung. Es wird aber darauf hingewiesen, dass man keinen Bedarf für einen Kindergarten sehe, wohl aber für eine Kita. Das Planungsreferat bewertet ferner auch die geplanten Läden als kritisch, es seien keine „offenen Umsatzpotenziale mehr vorhanden“. Es wird darauf hingewiesen, dass die Läden zwar die Nord-Süd-Wegeverbindung (sprich die Verbindung Plettstraße – pep) aufwerteten, aber dies nur „eine Möglichkeit“ sei (Hervorhebung von Neuperlach.org). Wie nicht anders zu erwarten, wird dieser Verbindungsweg rund um die Uhr für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen (alles andere wäre auch eine Zumutung) und barrierefrei nach DIN 18040-1 ausgeführt.

Neues Plett-Zentrum (Modell)
Das Modell des neuen Plett-Zentrum (blaue Darstellung; die hellen Gebäude bestehen bereits; Einfärbung durch Neuperlach.org). Quelle: KSP JÜRGEN ENGEL ARCHITEKTEN GmbH. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Paulus2 Immobilien GmbH. Im rechten unteren Bereich ist das Einkaufszentrum Life zu sehen, rechts der bestehende Büro- und Ladenkomplex an der Albert-Schweitzer-Straße. Ebenso zu sehen: Wohnhäuser an der Plettstraße (ganz links sowie links oben)

Die Sonnenuhr auf dem Vorplatz wird verlagert, hier weist die Stadt darauf hin, dass dies „vor Ort mit der Bevölkerung einvernehmlich geregelt werden sollte“.

Da noch keine Baugenehmigung vorliegt, ist der genaue Baubeginn (und damit auch wohl der Abriss des alten Plett-Zentrum) noch offen. Es besteht aber Anlass zur Hoffnung, dass der morbide Bröckelbau bald dem Erdboden gleich gemacht wird.

Das alte Plett-Zentrum. Der Zustand ist … (Archivbild) © Thomas Irlbeck
… eine Katastrophe (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Die letzte Fahrt

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Fahrstuhlsanierung
Die beiden Fahrstühle haben ausgedient (28.04.2011) © Thomas Irlbeck

Über 40 Jahre haben meine beiden Fahrstühle auf dem Buckel. Nun werden sie beide ersetzt, zuerst der rechte, dann der linke. Zwei Monate, bis zum 1. Juli 2011, soll die Sanierung dauern. Ein Fahrstuhl wird einen Notbetrieb sicherstellen. Allerdings wird es auch zur zeitweisen Komplettstilllegung kommen, da die Elektronik samt Bedientableau in den Stockwerken beider Fahrstühle zusammenhängt.

Fahrstuhlsanierung
Diesem Fahrstuhl (es ist der rechte) geht es zuerst an den Kragen (28.04.2011) © Thomas Irlbeck

Der längste Totalausfall ist auf 48 Stunden angesetzt. Es ist aber alles nicht so schlimm, denn Bewohner mit nur einem einzigen Fahrstuhl im Haus (es gibt in Neuperlach Häuser mit 12 Etagen, die nur über einen einzigen Fahrstuhl verfügen!) müssen während eines Fahrstuhlaustauschs mehrere Wochen komplett auf ihren Lift verzichten und sich die Treppe hinaufqäulen. Für Leute mit körperlichen Einschränkungen eine Katastrophe.

Zunächst wird der rechte Fahrstuhl ausgetauscht. Dieser hat ohnehin eine Macke, er hält meistens in meinem Stockwerk nicht mehr und fährt ins jeweils nächste Stockwerk durch. Wir werfen einen letzten Blick in das Museumsstück, das am 02.05.2011 noch eine letzte Fahrt unternimmt: auf den Schrottplatz.

Hoffentlich gelingen beim Aus- und Einbau ein paar interessante Fotos.

Updates

Fahrstuhl-Tableau
Fahrstuhl-Tableau. Der rechte Fahrstuhl ist bereits außer Betrieb (02.05.2011) © Thomas Irlbeck
Fahrstuhlschacht
Ein Blick in den Abgrund (02.05.2011) © Thomas Irlbeck
Neues Moterli
Ein neues Motorli für den Personenfahrstuhl II (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Fahrstuhl allerallerallerletzte Fahrt
Wie sehen das wahrscheinlich letzte Foto von der Fahrstuhlkabine II. Bereits demontiert warten die Kabinenseitenwände mit dem charakteristischen Holzdekor auf ihre letzte Fahrt, die nun aber zur Abwechslung horizontal erfolgen wird (06.05.2011) © Thomas Irlbeck
Neuer Fahrstuhl
Die wahrscheinliche ersten Fotos vom neuen Fahrstuhl II. Er ist schon im Probebetrieb. Mitfahren ist aber für Bewohner noch strengstens verboten! (25.05.2011) © Thomas Irlbeck

Schneller als geplant

Das ging ja dann doch schneller als geplant. Mein neuer Fahrstuhl II ist seit heute (26.05.2011) ca. 12 Uhr freigegeben. Moderner sieht er aus als der alte. An einigen Stockwerken quietscht er aber etwas.

Fahrstuhl II freigegeben
Fahrstuhl II freigegeben (26.05.2011) © Thomas Irlbeck
Fahrstuhl II freigegeben
Fahrstuhl II freigegeben (26.05.2011) © Thomas Irlbeck
Neue Fahrstuhl-Tableaus
Neues Fahrstuhl-Tableau (26.05.2011) © Thomas Irlbeck

Das schöne und hässliche Neuperlach

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Das hässliche Neuperlach
Das hässliche Neuperlach (26.04.2011) © Thomas Irlbeck

In den letzten Jahren wurde ein Großteil der Häuser in Neuperlach saniert und verschönert. Mit einem bunten Anstrich anstelle des ursprünglichen Grau oder Beige, das in den 1970er-Jahren in der Architektur vorherrschte, obwohl die 1970er-Jahren eigentlich als bunt, schrill gelten (was aber mehr auf die Inneneinrichtung und Mode zutraf), sieht alles viel freundlicher aus. Aber es wurden auch die Fenster erneuert, die Hauseingänge modernisiert, die Fahrstühle ausgetauscht und vieles mehr. Natürlich kann das aus einem quaderförmigen 08/15-Hochhaus keinen Designerbau machen. Aber eine deutliche Verbesserung ist es allemal.

Doch auch das alte, hässliche Neuperlach gibt es noch. Schmutzige Häuser mit zum Teil abgeblätterter Farbe, graue Stellen, bei denen nicht so klar ist, ob das Schimmel ist oder einfach nur Dreck, marode Eingangsbereiche, verbeulte Klingeltableaus und Briefkästen, einfach gruselig. Man kann nur hoffen, dass auch bei dem hier gezeigten Wohnblock mal die Arbeiter anrücken und den Bau zumindest auf das Niveau der umliegenden Häuser anheben. Für die Rubrik die hässlichsten Gebäude der Welt hat es zwar nicht ganz gereicht, aber das ist natürlich eine subjektive Einschätzung. Nah dran für die Nominierung in der Kategorie ist dieses Gruselhaus aber sicherlich.

Das hässliche Neuperlach
Der Block in der Kurt-Eisner-Straße muss  dringend saniert werden (26.04.2011) © Thomas Irlbeck
Das schöne Neuperlach
Farbenfrohe Wohnblocks nach der Sanierung, ebenfalls an der Kurt-Eisner-Straße (26.04.2011) © Thomas Irlbeck

Das alte Haus an der Peralohstraße (Das historische Haus, Folge 1) (Update 18.04.2019)

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Peralohstraße
Das Haus an der Peralohstraße … (25.04.2011) © Thomas Irlbeck

Verlassen, halb verfallen ist es, das Haus an der Peralohstraße. Das „Peraloh“ im Straßennamen ist nichts anderes als der alte Name für Perlach, und genau dort befindet sich auch die Straße. Das Haus erinnert mit seinem Türmchen ein klein wenig an die mittlerweile abgerissene Burg im benachbarten Stadtteil Michaeliburg. Was das Haus wohl für Geschichten zu erzählen hat?

Peralohstraße
… hat schon mal bessere Zeiten gesehen (25.04.2011) © Thomas Irlbeck

Update 18.04.2019 – Ein erneuter Besuch

Peralohstraße
Äußerlich hat sich nur wenig verändert (18.04.2019) © Thomas Irlbeck

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Ins Blut übergegangen – wenn nicht nur der Arzt gewechselt wird (und was das alles mit der Mark zu tun hat)

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In Neuperlach gibt es mehrere Ärztehäuser. Wie in einem vollklimatisierten Einkaufszentrum kann man die verschiedenen Fachabteilungen wechseln, ohne sich Kälte und Regen auszusetzen. Hier links im Bild: das Ärztehaus im Marx-Zentrum. Statt der Kasse am Ausgang gibt eine eingebaute Apotheke, um den Arztbesuch erfolgreich abzuschließen (Archivbild). Foto: Thomas Irlbeck

Im Leben gibt es immer mal wieder Schnitte. Speziell auch dann, wenn es um Medizin geht. Seit 35 Jahren bin ich in derselben Neuperlacher Allgemeinarztpraxis Patient. Schon als etwa 10-Jähriger wurde ich dort betreut. Nun aber habe ich den Arzt gewechselt. Es ist ein komisches Gefühl, da gewisse Dinge einfach immer schon so waren. Manchmal vollzieht sich aber Erstaunliches.

CDU/CSU und FDP sind auf einmal nicht mehr vorbehaltlos für Kernkraft, sondern nun eher gegen Atomkraft. Der Vorsitzende der Freien Deutschen Partei ist plötzlich nicht mehr laut, humorlos, arrogant und selbstgefällig, sondern leise, witzig, freundlich, Bauchredner, Findelkind und Arzt, um den Kreis wieder zu schließen.

Helmut Kohl
Helmut Kohl. Vater der Einheit, des Euro und des Saumagens. Nicht nur das Denkmal, sondern auch dessen Dekoration hat Risse bekommen. Foto: springfeld / Lizenz siehe: flickr

Oft ist eine Zäsur hart. Lange Zeit kann man den Wechsel kaum glauben. Als der Dicke nach 16 Jahren weg war, mussten sich viele Leute immer wieder frühmorgens zwicken. Kein Traum: Der Pfälzer hatte tatsächlich den Thron freigemacht. Dabei wollte doch Kohl Hauptstadt bleiben (so ein Titel des Titanic-Magazins). Zehn Jahre Guidomobil an der Spitze sind auch eine Menge, wenngleich das „mobil“ schon längst Vergangenheit ist und nur der erste Namensbestandteil unherreist, innen FDP-Chef und außen Minister. Nicht immer schafft ein Oldie den Absprung rechtzeitig. Gelegentlich muss dem Alten nachgeholfen werden. Manche Dinge verschwinden aber auch von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Die Polaroid-Kamera ist ein Beispiel dafür, das sich technisch überlebt hat, aber dennoch so viele Fans hat, dass Wiederauferstehungen angestrebt werden. Auch der Commodore 64 soll wieder mal reaktiviert werden, wenngleich mit erheblich besseren technischen Merkmalen als anno dazumal ausgestattet werden. Solche Retro-Reinkarnationen geben nicht nur einen gewissen Halt in einer sich stetig in immer schnellerem Wandel befindlichen Welt, sondern holen vor allem alte Erinnerungen hervor, als die Welt scheinbar noch in Ordnung war. Aber nur scheinbar – 1982, als der Commodore 64 auf den Markt gebracht wurde, wurde eine andere, bereits erwähnte Marke eingeführt: die kohlsche Endloskanzlerschaft, einschließlich geistig-moralischer Wende, der später die Abschaffung der geliebten Mark folgte und noch später eine Kanzlerin aus der Ucker-Mark. Auch Helmut Mark-Wort mit seinen markigen „Fakten, Fakten, Fakten“ verschwand aus dem FOCUS. Dabei war er eine Institution, da sein Blättchen laut Marketing schneller auf den Punkt kam.

Die Mark äh Macht der Gewohnheit wird dann gewaltig, wenn erst einmal etwas in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ich werde wohl mitzählen müssen, wie oft ich den gewohnten Weg nehmen und dann fast oder ganz in meiner alten Allgemeinarztpraxis landen werde. In solchen Fällen einer bis ins Mark peinlichen Situation wünscht man sich eine Tarnkappe. Deren Erfindung (Prototypen gibt es bereits) wird der nächste große Schnitt (Schritt) sein. Schnittig!

Plett-Zentrum wird platt gemacht

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Neues Plett-Zentrum (Modell)
Das Modell des neuen Plett-Zentrum (blaue Darstellung; die hellen Gebäude bestehen bereits; Einfärbung durch Neuperlach.org). Quelle: KSP JÜRGEN ENGEL ARCHITEKTEN GmbH. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Paulus2 Immobilien GmbH. Im rechten unteren Bereich ist das Einkaufszentrum Life zu sehen, rechts der bestehende Büro- und Ladenkomplex an der Albert-Schweitzer-Straße. Ebenso zu sehen: Wohnhäuser an der Plettstraße (ganz links sowie links oben)

Fast jeder Neuperlacher kennt den Bau zwischen der Albert-Schweitzer-Straße und der Plettstraße, der früher mal die Neue Heimat und das Ladenzentrum Plett-Zentrum beherbergte. Ein großer Teil des Baus wurde abgerissen und durch das Einkaufszentrum Life ersetzt, das 2009 eröffnet wurde. Der Teil, in dem die Läden des Plett-Zentrum sowie die Stadtbibliothek und der Ayinger Hof untergebracht waren, steht bis heute. Wobei steht noch wortbeschönigend ist. Längst ist der Bau eine Ruine und dient im Wesentlichen nur noch als Zugang zu einer Fußgängerbrücke, die über die Ständlerstraße führt. Diese Verbindung wird gerne genutzt, um zum Einkaufszentrum pep zu gelangen. Auch muss der Bau für eine Nebennutzung herhalten – oft trifft sich hier eine Gruppe junger Leute zum Biertrinken und für vermutlich nicht immer intellektuelle Unterhaltungen. Der Zustand des Baus ist katastrophal, alle Läden sind mit Brettern zugenagelt und von der Decke tropft das Wasser. Immerhin hat man nach Protesten eine Behelfsbeleuchtung angebracht, sodass der Weg auch im Dunkeln wieder vernünftig passierbar ist.

Nun aber soll der Zustand bald ein Ende haben. Wie der Südost-Kurier Perlach – Giesing – Ramersdorf vom 16.02.2011 berichtet, hat die Paulus2 Immobilien GmbH das Grundstück erworben und plant einen Gebäudekomplex mit Läden, Büros, Kitas und Wohnungen. Bis zu sieben Stockwerke (acht Geschosse) hoch werden die einzelnen Gebäudeteile. Diese Abstufung schafft einen weicheren Übergang zum recht flachen Einkaufszentrum Life mit seinen zwei Geschossen. Das Modell gibt eine Vorstellung vom neuen Bau:

Das Erdgeschoss ist für Läden und die Kitas vorgesehen, Stockwerk 1 für Büros und Gewerbe und die Stockwerke 2 bis 7 für Wohnungen (8.000 qm Gesamtfläche), die übrigens nicht mit Balkonen, sondern mit Terrassen ausgestattet werden. Aber auch der Vorplatz mit der Sonnenuhr soll umgestaltet werden. Den Planungen zufolge wird er begrünt und mit einem Spielplatz ergänzt. Die Sonnenuhr bleibt. Die Zufahrt zum Gebäudekomplex ist über die Albert-Schweitzer-Straße vorgesehen.

Noch dieses Jahr soll die Ruine abgerissen werden, Anfang 2013 soll der neue Bau bezugsfertig sein.

Kommentar

Da Wohnraum in München dringend benötigt wird, ist es zu begrüßen, dass man nun eine Mischnutzung mit hohem Wohnanteil realisiert. Auch Kitas werden gebraucht. Kritischer sind die geplanten Läden zu sehen. Denn im Einkaufszentrum Life stehen bis heute noch einzelne Läden leer. Auch ist in der Umgebung bereits heute eher ein Überangebot an Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, allen voran das pep, das nur wenige Fußminuten entfernt ist. Entsprechend ist zu hoffen, dass noch Marktlücken gefunden werden und sich Ladengeschäfte etablieren können. Denn von leer stehenden Räumlichkeiten haben mindestens die ruinengeplagten Anwohner inzwischen genug.

Das alte Plett-Zentrum. Der Zustand ist eine Katastrophe (Archivbild) © Thomas Irlbeck
Der einzige Zweck der Ruine ist der Durchgang zum pep (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Sprung in der Schüssel

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Für die einen sind sie eine Verschandelung des Stadtbildes, für die anderen die einzige probate Möglichkeit, Programme aus der (fernen) Heimat zu empfangen, für wieder andere eine Alternative zum terrestrischen Fernsehen DVB-T oder dem Kabelanschluss, zumal die Programmvielfalt gigantisch und auch die Möglichkeit, TV-Programme in HDTV zu empfangen, für viele äußerst interessant ist.

Sicher machen sich die Schüsseln an denkmalgeschützten Gebäuden nicht so gut. Bei in Plattenbauten in Neuperlach stört allenfalls, dass das Runde nicht zum Eckigen passt. Beide Formen beißen sich. Aber es gibt ja auch eckige Schüsseln, die aber nie eine so besonders weite Verbreitung geschafft haben. Ob rund oder eckig, die Hausverwaltungen sind passionierte Schüsselhasser. Immer wieder werden Bewohner unter Drohung juristischer Konsequenzen aufgefordert, die Schüsseln von ihren Balkonen oder vor ihren Fenstern abzumontieren. Einzelne Bewohner im Marx-Zentrum sollen von der Hausverwaltung vor Gericht gezogen worden sein, gegen andere soll dagegen nicht vorgegangen worden sein.

Einige Schüsseln sind sicherlich reichlich ungepflegt, etwa mit Taubenkot verdreckt oder fürchterlich verrostet. Bei diversen Konstruktionen ragen die Schüsseln weit an langen Stangen über die Fassade hinaus. Keiner weiß, ob sich solch eine eventuell nicht fachmännisch angebrachte Konstruktion eines Tages mal bei einem kleinen Lüftchen selbstständig macht. Generell ist aber meines Erachtens gegen stabil angebrachte und ansehnliche Schüsseln nichts zu sagen.

Satellitenschüssel, bodennahe Installation
Satellitenschüssel in bodennaher Installation (Archivbild) © Thomas Irlbeck

In meiner Wohnanlage – man glaubt es kaum – sind Schüsseln seit kurzem offiziell erlaubt, allerdings nur, wenn sie auf der Loggia oder dem Balkon bodennah installiert werden. Da die Satelliten relativ hoch stehen, ist auch bei einer bodennahen Installation oft eine Sicht zum Satelliten gegeben, ohne dass also die Brüstung im Weg ist. Man verschenkt im Idealfall nichts, sodass eine traumhafte Signalstärke erreicht wird und ausreichend Empfangsreserven für Schlechtwetter verbleiben. Die Konstruktion bietet hohe optische Fassadenkompatibilität, da man sie von außen gar nicht oder nur in großem Abstand vom Haus sehen kann. Ein Schutz vor einem katastrophalen Schüsselabsturz besteht ebenso. Leider geht dafür Platz auf der Loggia verloren. Auch funktioniert die bodennahe Installation in der Regel nur auf Loggien und Balkonen, die gen Süden gerichtet sind, da die meisten Satelliten etwa Richtung Süd positioniert sind (die beliebten Satelliten der Gruppe Astra 1 stehen auf Süd mit einer Abweichung von 19,2 Grad Richtung Osten, bei Türksat beträgt die Südabweichung 42 Grad Richtung Osten). Auf West- und Ostbalkonen sind daher dann doch oft die gefürchteten Stangenkonstruktionen erforderlich. Als legale und sicherere, aber gleichwohl kostspielige Variante besteht in vielen Wohnanlagen die Alternative, sich die eigene Schüssel aufs Flachdach setzen zu lassen, so auch in meiner Wohnanlage. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit von Gemeinschaftsantennen, was aber auch wieder Nachteile hat – neben den hohen Kosten (es ist tatsächlich billiger, wenn jeder seine eigene Schüssel montiert) spätestens bei der Frage, welche Programme von welchen Satelliten in die Hausanlage eingespeist werden. Auch ist man bei Störungen von der betreuenden Firma abhängig und kann nicht selbst an der balkoneigenen Schüssel rumschrauben. Oft stehen auch einer Gemeinschaftsantenne langfristige Verträge mit einem Kabelnetzanbieter im Weg.

Viele Schüsseln
Schüsselparade. Foto: Today is a good day / Lizenz siehe: flickr

Also doch die eigene Schüssel. Brav, klein oder extrem. Manche scheinen nicht nur eine Schüssel, sondern auch einen Sprung in einer solchen zu haben, wie so manche Konstruktion auf den folgenden Bildern zeigt. Aber auch die extremste Konstruktion kann eines nicht verhindern – dass das Fernsehprogramm kontinuierlich Jahr für Jahr schlechter wird und bald den höchstmöglichen Verflachungsgrad erreicht haben dürfte. Steil bleibt dann nur noch der Steigwinkel zum Satelliten.

Verrostete Schüssel
Wer rastet der rostet. Irgendwann. Foto: blacktar / Lizenz siehe: flickr
Noch eine Schüsselparade
Noch eine Schüsselparade. Foto: Nicobobinus / Lizenz siehe: flickr
Dachinstallation
Vorbildliche Dachinstallation. Foto: Paul Keller / Lizenz siehe: flickr
Viele Schüsseln
Ja nichts verpassen. Foto: kcolwell / Lizenz siehe: flickr

Die hässlichsten Gebäude der Welt (2)

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Torre Velasca, Mailand. Foto: Amodiovalerio Verde / Lizenz siehe: flickr

Der Torre Velasca in Mailand, erbaut 1956 bis 1958, ist bis zur Spitze 106 Meter hoch und weist 27 Stockwerke auf. Interessanterweise haben die Mailänder eine ähnliche Bauhöhenbeschränkung wie in München, nach der kein Gebäude höher als die Frauenkirche (99 Meter) sein darf. In Mailand ist es der Mailänder Dom, der die Obergrenze festlegt. Angeblich diente zwar der Turm einer typisch italienischen mittelalterlichen Burg als Vorlage für den Torre Velasca. Doch es gehört schon viel Phantasie dazu, hier Gemeinsamkeiten zu erkennen. Vielmehr sieht der Torre Velesca eher so aus, als hätte man auf einen Quader einfach einen größeren Quader aufgesetzt. Nur ein paar schräge Streben lenken von dem harten Übergang zum oberen Gebäudeteil und den ansonsten strengen 90-Grad-Winkeln ab.

Für die Form dürfte daher eher die Vorgabe eine Rolle gespielt haben, dass per Auflage über 50 % der Nutzfläche als Wohnfläche vorgesehen werden mussten. Gepaart mit der 106-Meter-Grenze und der begrenzten Standfläche erscheint die pilzförmige Form pragmatisch, kann man doch bei gleicher Standfläche und gleicher Gebäudehöhe mehr Wohn- und Nutzfläche schaffen. Mag man hier den Architekten noch Genialität unterstellen, ist diese spätestens bei der Optik verloren gegangen.

Schöner sieht er auch aus dieser Perspektive nicht aus. Foto: Hydruntum / Lizenz siehe: flickr
Auch ein blauer Himmel rettet nicht mehr viel. Foto: AlextheC@t / Lizenz siehe: flickr

Quelle: Englischsprachige Wikipedia

Die hässlichsten Gebäude der Welt (1)

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Wer jetzt Gebäude aus Neuperlach erwartet, wird enttäuscht. Auch wenn Fragen nach fehlender Ästhetik individuell verschieden beantwortet werden, gibt es für mich noch viel hässlichere Gebäude, als sie je in Neuperlach standen und stehen.

Den Anfang macht die Nationalbibliothek in Buenos Aires.

Nationalbibliothek, Buenos Aires. Foto: lrargerich / Lizenz siehe: flickr
Wie aus einem Endzeitfilm kommt sie daher, die „schmucke“ Nationalbibliothek, Buenos Aires. Foto: mikecogh / Lizenz siehe: flickr
Welche Seite ist die hässlichste und wann wird das Teil mal verschönert? Foto: xomiele / Lizenz siehe: flickr

Wenn der Postbote seine Post wieder mitnimmt – Bewohner verärgert nach verzögerter Briefkastenmontage

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Die alte Anlage wurde im Hausgang abgestellt. Hier parkt das verbeulte Teil seit fast einer Woche (22.05.2010)

Seit Jahren ist die alte Briefkastenanlage in einem Wohnhaus in Neuperlach Nordwest ein einziger Schandfleck. Die Anlage war marode und heruntergekommen. Daher waren die Bewohner zunächst froh, als angekündigt wurde, dass die unansehnliche Briefkastenanlage durch eine neue ersetzt wird. Doch es kam alles etwas anders. Einige Leute im Haus bekamen die ganze Woche keine Post, und ein Ende der postlosen Zeit ist nicht wirklich in Sicht.

Die alte Anlage erwies sich als zäher Bursche

Aber der Reihe nach. Die Briefkästen sollten am Montag, den 17.05.2010 ausgetauscht werden. Doch bereits die Demontage der alten Briefkästen ging nicht so problemlos wie geplant vonstatten. Die Briefkastenanlage wehrte sich und erst als die Türen am Rand entfernt wurden, gelang die Demontage. Eigentlich sollte schnell Ersatz beschafft werden, doch es verging Tag für Tag, ohne dass großartige Fortschritte zu erkennen waren. Nun, am Samstag, den 22.05.2010, ist immer noch keine neue Anlage montiert. An der alten Position klafft ein Loch in der Wand.

Ohne Türen keine Post!

Rechts fehlen die Türen. Hier wirft die Post keine Sendungen mehr ein (22.05.2010)

Die alte Anlage wurde im Hausgang abgestellt, hier sollte übergangsweise die freundliche Postbotin die wertvolle Post weiterhin einwerfen. Es wäre alles nicht so schlimm, ließe sich die alte Anlage tatsächlich vernünftig weiterbenutzen. Doch die Post weigert sich, in die Fächer ohne Türen Post einzuschmeißen – zu Recht, denn dort ist sie vor Langfingern keine Sekunde sicher. So haben einige Leute im Haus die ganze Woche keine Post bekommen. Wer auf wichtige Post wartet – Bankunterlagen, Anwaltsschreiben, Reiseunterlagen etc. – ist nun verständlicherweise nervös und verärgert. Laut Post werden die Sendungen in der Postfiliale zwischengeparkt, aber selbst wenn das alles problemlos klappt, könnte es für manche zeitkritische Sendungen zu spät sein. Der Urlaubsflieger wartet nicht auf die neue Briefkastenanlage.

Da ist doch ganz klar was schief gelaufen!

Die Briefkästen sind nur noch ein Haufen verbogenes Blech (22.05.2010)
In der Wand klafft ein Loch. Hier soll die neue Anlage montiert werden. Doch wann? (22.05.2010)

Geteilt wie einen Kuchen …

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… hat man das Gebäude an der Albert-Schweitzer-Straße, das aus dem Verwaltungsbau der Neuen Heimat und dem Plett-Zentrum bestand. Der verbleibende Teil – das eigentliche Plett-Zentrum – steht noch und man sieht, dass hier ohne Rücksicht auf Verluste ein Gebäude einfach auseinander geschnitten wurde. Nicht nur die Trennstelle sieht so hässlich aus. Das Gebäude dient nur noch als Durchgang zum pep, und auch dieser Durchgang ist marode und alles andere als schön anzusehen. Ruinenatmosphäre und „Einstürzende Neubauten“-Feeling in einem Stadtteil, der an anderen Stellen so schön ist bzw. sein könnte. Wie es aussieht, werden die Neuperlacher noch lange mit diesem vergammelten Kuchenstück leben müssen, denn bis jetzt ist man über Gedankenspiele noch nicht so recht rausgekommen. Ursprüngliche Pläne, hier ein Sport- und Spielzentrum hinzusetzen, wurden verworfen.

Das alte Plett-Zentrum. Einfach in zwei Teile geteilt (14.03.2010) © Thomas Irlbeck
Der einzige Zweck der Ruine ist der Durchgang zum pep (14.03.2010) © Thomas Irlbeck

Top 3 der Fußfallen und Langsamfahrstellen, die einen zur Raserei bringen

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Dumm gelaufen. Hier läuft nichts wie geschmiert, derjenige, der sich das ausgedacht hat, hat vermutlich ein Rad los. Im Folgenden werden die dümmsten Stellen für Fußgänger und Radler in Neuperlach präsentiert.

Platz 1 – Aufgespießt: die Schranke für Schlanke am Überweg Kurt-Eisner-Straße

Schön lang ist die Schranke, damit nur noch Schlanke durchpassen. Vermutlich sollen hier nicht nur Pkws an der Durchfahrt gehindert werden, sondern auch Radler ausgebremst werden. Damit hier niemand zu schnell durchradelt, hat man noch einmal eigens ein paar Zentimeter Rohr an die Schranke vorne drangeschweißt, damit die radelnden Raser am Lenker order Fahrradkorb sicher an der Schranke hängenbleiben. Der Durchgang ist so schmal, dass besonders vollschlanke Personen, überbreite Kinderwägen oder Rollstühle zum Teil kaum mehr durchpassen. Diese geniale Idee verdient 10 von 10 Punkten.

Durch dieses Nadelöhr müssen Fußgänger und Radler, wenn sie über das Neuperlacher Fußwegsystem Richtung U-Bahn Quiddestraße wollen oder von dieser kommen. Bei breiten Kinderwägen oder Rollstühlen kann dies schnell knapp werden. Links und rechts an der Schranke vorbei geht es auch, man muss aber dann über den Rasen, den man bestimmt nicht betreten darf. Außerdem ist es hier (zwischen Mülleimer und Stange) auch nicht viel breiter (11.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck
Die Schranke für Schlanke in voller Pracht (11.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck

Platz 2 – Zutritt nur für Astronauten: die Mondlandschaft im Marx-Zentrum

Als Park und Spielplatz war sie geplant, die riesengroße Dachterrasse auf der Mittelinsel im Marx-Zentrum. Die ersten Jahre war sie das auch, sie war noch mehr, der Stolz des Marx-Zentrum. Heute sind aber die Aufgänge mit Gittern zugesperrt, das Dach zur Mondlandschaft verkommen. Da immer wieder Personen das Dach betraten, hat man in den vergangenen Jahren in mehreren Etappen immer mächtigere Gitter angeschraubt. Viele Bewohner haben einen Blick ins Grüne. Bewohner im Marx-Zentrum haben dagegen einen Blick auf einen hässlichen Steinbruch. Dieser architektonische Wahnsinn reicht noch für 9,99 Punkte.

(Bilder entfernt)

Platz 3 – Nur für Katzen: dunkler Durchgang Plettstraße <–> pep

Tagsüber nicht schön anzuschauen, aber man sieht was. Nachts ist er es hier zappenduster, was den Vorteil hat, dass man nicht nur nichts sieht, sondern auch das Hässliche nicht mehr zu Gesicht bekommt (Archivfoto). Foto: Thomss Irlbeck

Zum pep geht es hier, und wieder zurück. Theoretisch. Leider hat man offenbar beim Ausräumen des ehemaligen Plett-Zentrum, das nur noch als Durchgang fungiert, auch die Lampen mitgenommen, denn die Betonruine ist nun völlig unbeleuchtet. Wer nicht zufällig eine Katze ist, kann den Durchgang bei Dunkelheit kaum noch benutzen. Dabei wollen viele diesen Durchgang benutzen, um im pep einzukaufen. Dem im näher gelegenen Quidde-Zentrum gibt es ja keine Lebensmittel mehr. Die Alternativroute führt über die Brücke der Albert-Schweitzer-Straße, was einen schönen Umweg bedeutet. Das ist 9,98 Punkte wert.