Multivisionsschau Himalaja im Kulturhaus/Hanns-Seidel-Platz

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 Multivisionsschau Tibet
Manistein in Ladakh mit dem Kailash im Hintergrund

Bei mehreren Reisen auf das Dach der Welt entstanden die Bilder zu dem Diavortrag von Luise und Wilfried Herold. Mittelpunkt der Multivisionsschau ist eine Kulturreise in den Himalaja mit seinen Menschen, vielfältigen kulturellen, architektonischen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten. Ein Flug entlang der Himalaja-Kette bringt uns nach Tibet. Die Hauptstadt Lhasa, der Potala, die Klöster Sera und Drepung, der Mount Everest und der heilige Berg Kailash (Bild) sind die Höhepunkte auf der 2.000 km langen Fahrt über das tibetische Hochland.

Ob es die ausgesetzten Klöster vor einer gewaltigen erodierten Landschaft sind, in der wüstenhaften Weite auftauchende religiöse Wegzeichen – man ist gefangen von dieser Region, wo freundliche Menschen den aufgeschlossenen Reisenden an ihrer Kultur teilhaben lassen.

Wann und wo? Freitag, 11. Oktober 2013, 19 Uhr, Kulturhaus, Hanns-Seidel-Platz (Neuperlach Zentrum)

Eintritt frei, Spenden erbeten

Zwei Sommerveranstaltungen in Neuperlach

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28. Juni 2013: SommerNachtsKino: Zeitreise München – der Kultfilm von Klaus Bichlmeier

Freitag, 28. Juni 2013, 21 Uhr, Kulturhaus Neuperlach, Hanns-Seidel-Platz (gegenüber pep).

Ab 19 Uhr Biergartenfest mit Unterhaltungsmusik von Fredl Fleischmann am Akkordeon. Eintritt frei – Spenden erbeten

22. Juni 2013: AWO-Kinder- und Bürgerfest

Auch heuer lädt der AWO-Ortsverein Neuperlach zum Kinder- und Bürgerfest im Garten des Horst-Salzmann-Zentrum am Plievierpark (Eingang Putzbrunner Straße) ein: Samstag, 22. Juni 2013, Beginn ist um 14 Uhr, der Eintritt ist frei!

Es gibt Spiele und Spaß für alle, der Kinderzirkus Bambino kommt, Auftritte der SVN Fun Kids, Kinderschminken… und nicht zu vergessen: Für jedes Kind gibt es ein Paar Würstl (auch Putenbratwürstl) und ein Getränk gratis. Selbstverständlich kommen auch die Erwachsenen auf ihre Kosten.

Zeitreise München – der Kultfilm von Klaus Bichlmeier
Zeitreise München – der Kultfilm von Klaus Bichlmeier
AWO-Kinder- und Bürgerfest
AWO-Kinder- und Bürgerfest

Kritik an Verlegung der Post ins Life reißt nicht ab – AWO verabschiedet Resolution

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Alte Post am Hanns-Seidel-Platz
Alte Post am Hanns-Seidel-Platz. Die Postfiliale ist für immer geschlossen. Mit dem neuen Standort am Life sind viele unzufrieden (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Die Kritik am Umzug der Postfiliale vom Hanns-Seidel-Platz ins Einkaufszentrum Life an der Albert-Schweitzer-Straße reißt nicht ab (Neuperlach.org berichtete). Kritisiert werden nicht nur die chaotische Planung und die ungenügende Informationspolitik (Kunden standen vor verschlossenen Türen und wussten nicht, wohin. Neuperlach.org berichtete ebenfalls). Auch ist die Park- und verkehrliche Situation am und vor dem Life alles andere als optimal. Wer ins Life will, etwa von der stadtauswärtigen Bushaltestelle Siegfried-Mollier-Straße oder zu Fuß/per Rad von Neuperlach Nordost/Neuperlach Zentrum kommend, muss über die stark frequentierte Albert-Schweitzer-Straße. Zu manchen Zeiten findet man kaum noch Lücken zum sicheren Überqueren. Es gibt zudem an der Stelle unmittelbar nebeneinander vier Ein- und Ausfahrten (zweimal Life, zweimal Parkplatz Albert-Schweitzer-Straße). Autos biegen dort in alle mögliche Richtungen ab – auch verbotswidrig nach links –, dazwischen die Fußgänger. Hier kann man regelrecht darauf warten, bis der erste schwere Unfall passiert. Wo bleibt der versprochene Fußgängerüberweg nebst Ampel? Wer sicher über die Albert-Schweitzer-Straße will, kann zwar die U-Bahn-Unterführung Quiddestraße benutzen, was aber vielen nicht bekannt ist und auch einen ziemlichen Umweg bedeutet.

Wenn erst einmal das Vierschanzenhaus neben dem Life eröffnet ist, dürfte sich die Situation noch einmal verschärfen, da die Zufahrt zu diesem achtgeschossigen Wohn- und Gewerbekomplex ebenfalls über die Albert-Schweitzer-Straße erfolgen wird.

Auch liegt das Life nicht so zentral in Neuperlach wie die frühere Filiale, die unweit vom beliebten Einkaufszentrum pep angesiedelt war. Unverständlich ist auch, dass die alte Niederlassung keinesfalls aufgegeben wurde. Zustellstützpunkt, Postfächer und Packstation sind dort weiterhin untergebracht. Wer ein Postfach hat, muss nun umständlich zwei Niederlassungen ansteuern, wenn er auch die Postfiliale besuchen will. Auch der Post selbst dürfte es kaum Vorteile bringen, da nun doch augenscheinlich zweimal Pacht bezahlt werden muss. Wo liegt der Sinn? Zwar muss auch der Zustellstützpunkt langfristig verschwinden, wenn ab Mitte 2017 (frühestens) der Hanns-Seidel-Platz bebaut wird. Aber die Übergangslösung stellt nach meinem Empfinden nur für wenige einen Vorteil dar. Sicher bringt es dem Life mehr Laufkundschaft und für manche, die in Neuperlach Nord oder Nordwest wohnen, verkürzt sich der Weg zur Postfiliale, zur Postbank und zum nächsten Geldautomaten. Wenn man die erwähnten Nachteile dagegen rechnet, sieht die Bilanz allerdings nicht rosig aus.

Der AWO (Arbeiterwohlfahrt)-Verein Neuperlach ist mit der Verlegung auch alles andere als zufrieden und hat eine Resolution verabschiedet, in der weitere Probleme genannt, aber auch konstruktive Vorschläge gemacht werden. Die Resolution im Wortlaut:

Situation der Postfiliale am Hanns-Seidel Platz
äußerst unbefriedigend und die Ersatzlösung am „Life-Center“ nicht hinnehmbar.

Ohne größere öffentliche Ankündigung hat die Deutsche Post AG die Fortführung der Postfiliale am Hanns-Seidel-Platz aufgegeben.

Nur unzureichend wurden viele aufgebrachten Postkunden davon informiert, dass sowohl die Postbank als auch der Kauf von Briefmarken und die Aufgabe/Abholung von Postpaketen nicht mehr möglich sind.

Ist man nicht zu Hause, wird man darauf hingewiesen, dass das Paket im Einkaufscenter „Life“, Albert-Schweitzer-Straße 78, abgeholt werden könne. Dort sei ein Post-Shop eingerichtet. Vernichtend ist auch das Urteil der Benutzer mit dem ÖPNV, um das „Life“ zu erreichen. Von der U-Bahnhaltestelle sei es für gehbehinderte Menschen schwer, an die Oberfläche zu kommen. Ganz schwer sei es auch, wenn man mit dem Bus (192) vom Busbahnhof „Neuperlach Zentrum“ zur dem Life gegenüberliegenden Haltestelle (Siegfried-Mollier-Straße) kommt, dort aussteigt und die Albert-Schweitzer-Straße überqueren will/muss. Ein Fußgängerüberweg ist dort bis heute noch nicht eingerichtet und die Querung der Albert-Schweitzer-Straße bei starkem Autoverkehr schon fast „lebensgefährlich“.

Das ist nach Meinung der heute beim AWO-Seniorennachmittag anwesenden Senioren und den Mitgliedern des AWO-Ortsvereins Neuperlach äußerst unbefriedigend und es muss schnellstmöglich eine andere Alternative angeboten werden. So hat sich z.B. der Geschäftsführer des Edeka-Ladens im Sudermann-Zentrum in einem Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher angeboten, einen Post-Shop einzurichten, bei dem man Briefmarken kaufen, Pakete abgeben und abholen kann. Aber die Deutsche Post AG habe bis heute auf dieses sein Angebot nicht reagiert, erklärte ein Mitarbeiter auf Nachfrage.

Dieser Platz käme vielen Gehbehinderten, älteren Menschen und Müttern mit Kindern weitestgehend entgegen: liegt er doch sehr zentral zwischen den Familien beiderseits der Putzbrunner Straße, Alfred-Neumann-Anger und Tucholsky- sowie Kafkastraße + Karl-Marx-Ring, dem Gewerbehof am Marieluise-Fleißer-Bogen und dem Oskar-Maria-Graf-Ring (Klinikum Neuperlach).

Wir bitten deshalb die politisch in unserem Stadtteil Tätigen, mit der Post AG ein „ernstes Wort“ zu sprechen und eine kunden- und menschenfreundliche Lösung anzumahnen.

München, den 12. April 2013
Die Resolution wurde einstimmig angenommen!

Ab geht die Post! Eine Klarstellung zum plötzlichen Umzug der Neuperlacher Postfiliale

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Life, Postbank
Die Post und Postbank sind jetzt im Einkaufszentrum Life (12.03.2013) © Thomas Irlbeck

Nachdem es immer noch einige Irrungen und Verwirrungen gibt und ich zugegeben einen etwas emotionalen Artikel zum Umzugschaos der Neuperlacher Postfiliale geschrieben hatte, hier mal in aller Sachlichkeit.

Die Neuperlacher Post ist am Dienstag, den 12.03.13 vom Hanns-Seidel-Platz ins Einkaufszentrum Life an der Albert-Schweitzer-Straße 78 umgezogen. Eröffnung war am Mittwoch, den 13.03.13 um 13:00. Für fast alle kam es überraschend, man ging davon aus, dass nur die Postbank verlagert wird.

Im Life werden nun angeboten:

  • Deutsche Post/DHL (alle Leistungen wie Paketaufgabe und Paketabholung etc.)
  • Postbank (Beratung, Geldautomaten, das heißt gebührenfreies Ziehen für alle Kunden, deren Bank zur Cashgroup gehört)
Alte Post am Hanns-Seidel-Platz
Alte Post am Hanns-Seidel-Platz. Die Postfiliale ist für immer geschlossen. Den Neuperlachern wird die Post abgehen, trotz neuen Räumen im Life (12.03.2013) © Thomas Irlbeck

Öffnungszeiten (laut standorte.deutschepost.de, ohne Gewähr):

  • Mo-Fr 9:00 bis 18:00 (ursprünglich hieß es dort, Mittwoch nur von 12:00 bis 18:00, was sich aber als falsch herausgestellt hat)
  • Sa 9:00 bis 14:00

Anfahrt zum Life:

  • U5/U7 bis Quiddestraße, dann Südausgang (das ist in Fahrtrichtung vorne, wenn man aus der Innenstadt kommt), im Sperrengeschoss den Wegweisern zum „Life“ folgen
  • Bus 139, 192, 199 bis Siegfried-Mollier-Straße (eine Busstation von „Neuperlach Zentrum“ entfernt)
  • Autofahrer finden am Life Außenparkplätze und eine Tiefgarage

Was geschieht mit der alten Post?

Die Filiale am Hanns-Seidel-Platz wurde zu einem reinen Zustellstützpunkt degradiert. Die Postfächer und die Packstation werden dort vermutlich noch einige Zeit bleiben. Sonst gibt es dort kein Kundengeschäft mehr. Langfristig soll auch der Zustellstützpunkt aufgegeben werden. Bebaut werden soll der Hanns-Seidel-Platz aber nicht vor Mitte 2017, sodass man noch viel Zeit hat.

Chaos an der Post am Hanns-Seidel-Platz – Desinformation pur (Update 13.03.2013)

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Postbank Hanns-Seidel-Platz
Das war einmal ein Geldautomat. Die Kunden sind sauer, die Post am Hanns-Seidel-Platz ist zu (12.03.2013) © Thomas Irlbeck

Eigentlich hatte ich gerade einen harmlosen Beitrag veröffentlicht, dass die Postbank vom Hanns-Seidel-Platz ins Life umzieht. Auch die Geldautomaten werde man mitnehmen, hieß es. Am 12.03 um 9:00 sollte Schluss sein, entsprechend ist jetzt nur noch ein Loch in der Wand zu bewundern (siehe Abbildung). Einen Tag später, am 13.03., sei die Eröffnung der neuen Postbank im Einkaufszentrum Life an der Albert-Schweitzer-Straße.

Alle Hinweise am Gebäude und auch die Schreiben, die an Kunden versendet wurden, teilten mit, dass die Postbank (Finanzcenter) den Standort wechsele. Von der Postfiliale ist keine Rede. Also werde diese bleiben. So dachte ich, so dachten offenbar fast alle.

So weit, so gut. Wie mich aber eine Neuperlach.org-Leserin hinwies, stimme an der Sache was nicht. Die Türen seien verschlossen, die Post sei zu.

Ich fahre zur Postfiliale. Immer noch weisen große Hinweisschilder nur darauf hin, dass die Postbank umziehe. Doch die Türen sind tatsächlich verschlossen. Mitarbeiter sind keine zu sehen. Ein Kunde nach dem anderen rüttelt an der Türe. Manche sind mit Paketen gekommen, andere mit einem Abholschein.

Die Postfiliale ist zu – die Kunden sind verärgert

Ich versuche, irgendwie ins Gebäude reinzukommen. Der Seiteneingang zu den Postfächern ist offen. Von diesem Raum gibt es noch eine automatische Türe in den Hauptraum. Doch leider ist diese Türe defekt. Im Hauptraum ist ein Postmitarbeiter zu sehen. Aber er sieht mich nicht.

Liebe Post, das ist grenzenlose Desinformation. Ist es denn so schwer, dass ihr einen Hinweis anbringt, dass auch die Postfiliale geschlossen wird? Wenn dem so ist, denn erfahren konnte ich eigentlich wenig. Vielleicht hat man nur ein paar Tage zu, weil man das Finanzcenter abklemmt. Aber warum sagt ihr das nicht – klar und deutlich? Warum stellt ihr keinen Mitarbeiter vor das Gebäude, der Auskunft gibt? Warum lasst ihr die Kunden umsonst anfahren, auch die, die die Hinweise schon vor Tagen gelesen und sich informiert hatten?

Hilfreich war das Gespräch mit einer Frau, die ein Einschreiben abholen wollte. Als Abholadresse stand dort Albert-Schweitzer-Straße 78. Das ist ein doch recht deutlicher Hinweis darauf, dass auch die Postfiliale demnächst im Life zu finden sein wird. Aber hundertprozentige Gewissheit sieht anders aus.

Update 13.03.2013

Am Hanns-Seidel-Platz noch das gleiche Bild: Kunden rütteln erfolglos an der Türe. Das Loch in der Wand, an der der Geldautomat war, hat man mit einem Brett zugemacht. Davon haben die Kunden nichts. Im Life: Jawohl, die Deutsche Post und DHL sind mit umgezogen. Die Apotheke im Life nennt sich jetzt „Apotheke an der Post“. Gestern hätte ich mich noch gefragt, an welcher Post.

Hier der alte Artikel:

Die Postbank zieht ins Life – selbst die Geldautomaten verschwinden am Hanns-Seidel-Platz

Wie schon auf Facebook berichtet, zieht die Postbank vom Hanns-Seidel-Platz ins Einkaufszentrum Life. Allerdings ziehen auch die Geldautomaten mit um. Genauer sind sie schon verschwunden (siehe Abbildung), heute um 9:00 Uhr konnte der letzte Kunde Geld ziehen.

Bereits morgen, am 13.03.2013, ist Eröffnung in den neuen Räumen im Life. Solche Umzüge sind immer dahingehend zu bewerten, was sie den Bürgern bringen. Für diejenigen, die in der Nähe vom pep wohnen oder die im pep einkaufen, könnte man diesen Umzug als Verschlechterung begreifen. Da aber im pep ein Geldautomat der HypoVereinsbank und damit des Cashgroup-Verbundes zur Verfügung steht, muss niemand nun extra zum Life oder Gebühren für das Ziehen am Fremdautomaten berappen.

Das Meiste wird ohnehin heute online gemacht. Der eine oder andere, der das Beratungsgespräch sucht, der Bargeld einzahlt oder auf papierne Überweisungen setzt, wird die Postbank am Hanns-Seidel-Platz vermissen. Auch ich mochte den Geldautomaten der Postbank gerne, da man dort Geld ziehen konnte, ohne vom Rad abzusteigen.

Ob die Postbank für das Life einen Gewinn darstellt, ist noch die Frage. Ursprünglich sollte ein Restaurant in die Räume, doch da wurde nie etwas daraus. Seit dem 09.09.09, an dem das Life eröffnet wurde, stehen die Räume leer. Wer Postbank-Kunde ist oder Kunde einer Cashgroup-Bank und in Neuperlach Nord, Nordost oder Nordwest wohnt, der hat es nun eventuell näher bis zum nächsten Automaten, an dem er gebührenfrei Geld ziehen kann.

Life, Postbank
Postbank im Life (12.03.2013) © Thomas Irlbeck

Bezeichnenderweise weist die Postbank gar nicht darauf hin, dass sie ins Life zieht. Es heißt vielmehr, man sei demnächst in der Albert-Schweitzer-Straße 78 zu finden. Selbst ein Hinweis auf die U-Bahnstation Quiddestraße fehlt. Es ist aber nicht zu erwarten, dass jeder automatisch weiß, wo er nun die Postbank findet. Die Albert-Schweitzer-Straße ist lang. Immer ist die Postbank-Fensterreklame an der Hauptstraßenseite des Life relativ auffällig (siehe Abbildung). Für den Fall, dass man außerhalb der Ladenöffnungszeiten Geld ziehen oder seine Million-Euro-Kontobewegungen ausdrucken will, hat man von dort aus auch Zugang zum SB-Raum mit den entsprechenden Geräten.

Insgesamt ist es für Neuperlach ein Nullsummenspiel. Der eine oder andere Postbank- oder Geldautomatennutzer wird vielleicht in Zukunft im Life einkaufen. Das bedeutet den einen oder anderen Kunden mehr für das Life. Aber das Life liegt nicht so zentral wie das pep. Trotz der unmittelbaren Nähe zur bereits erwähnten U-Bahnstation Quiddestraße. Wer zum Life will, nimmt an der U-Bahnstation Quiddestraße den Südausgang (das ist, wenn man mit der U-Bahn von der Stadtmitte kommt ganz vorne),. Im Sperrengeschoss folgt man dann den Wegweiser zum Life. Einen Lift vom Bahnsteig an die Oberfläche gibt es auch, von dort ist es aber etwas weiter. Eine Autobusstation befindet sich ebenso direkt vor dem Life. An der „Siegfried-Mollier-Straße“ halten die Kraftbuslinien 139, 192 und 199 (auch die Haltestelle ist in der Abbildung zu sehen).

Von Unwörtern und Wörtern des Jahres – Ich verstehe die Sprachen nicht, ich höre nur ihren Klang

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Streng genommen gibt es gar keine Unwörter, genauso wenig wie es keine Unkosten oder kein Unkraut gibt. Denn ein Unwort ist ja auch wiederum ein Wort. Auf einer anderen Ebene gesehen, ist Unwort selbst ein Unwort. Nichtsdestotrotz verfolge ich die Wahl zum Wort und Unwort des Jahres immer mit großem Interesse. Heute wurde von der Sprachkritischen Aktion das Unwort des Jahres 2012 bekanntgegeben. Gewonnen hat die schweizerisch-deutsche Wetterfee Jörg Kachelmann mit ihrer unfreiwilligen Einsendung Opfer-Abo.

Opfer-Abo – Unwort des Jahres 2012

Kachelmann sagte im Oktober 2012 in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL:

Das ist das Opfer-Abo, das Frauen haben. Frauen sind immer Opfer, selbst wenn sie Täterinnen wurden. Menschen können aber auch genuin böse sein, auch wenn sie weiblich sind.

Die Begründung der Jury:

Im Herbst 2012 sprach Jörg Kachelmann in mehreren Interviews (z.B. im Spiegel vom 8.10.2012) davon, dass Frauen in unserer Gesellschaft ein „Opfer-Abo“ hätten. Mit ihm könnten sie ihre Interessen in Form von Falschbeschuldigungen – unter anderem der Vergewaltigung – gegenüber Männern durchsetzen. Das Wort „Opfer-Abo“ stellt in diesem Zusammenhang Frauen pauschal und in inakzeptabler Weise unter den Verdacht, sexuelle Gewalt zu erfinden und somit selbst Täterinnen zu sein. Das hält die Jury angesichts des dramatischen Tatbestands, dass nur 5-8 % der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen tatsächlich die Polizei einschalten und dass es dabei in nur bei 3-4 % der Fälle zu einer Anzeige und einem Gerichtsverfahren kommt, für sachlich grob unangemessen. Das Wort verstößt damit nicht zuletzt auch gegen die Menschenwürde der tatsächlichen Opfer. Die Jury urteilt damit in keiner Weise darüber, ob und inwiefern Einzelpersonen von Verleumdungen betroffen sein können und somit auch nicht über den Fall Kachelmann. Sie kritisiert vielmehr einen Wortgebrauch, der gängige Vorurteile in Bezug auf eine Vortäuschung von Vergewaltigungen oder eine Mitschuld der Frauen bestätigt. Ausdrücke dieser Art drohen letztlich den zivilgesellschaftlichen und juristischen Umgang mit sexueller Gewalt in bedenklicher Weise zu beeinflussen.

Quelle: Presseerklärung Unwort des Jahres

Jörg Kachelmann
Die schweizerisch-deutsche Wetterfee Jörg Kachelmann (2006). Foto: cgommel / Lizenz siehe: flickr

Die Begründung ist schlüssig, das Wort unterstellt wegen der belehrenden und diskriminierenden Pauschalisierung sowohl Gesellschaft als auch Justiz, einem gewaltigen Irrtum zu unterliegen. Es schwingt auch ein Rückblick in längst vergangene Zeiten mit, als die Emanzipationsbewegung der Frauen noch ganz am Anfang stand. Ferner wird in Zweifel gezogen, dass die Justiz bei der Aufarbeitung sexueller Gewalt angemessen und korrekt urteilen kann, da der Gesellschaft offenkundig in solchen Fragen ein Männer-Malus und Frauen-Bonus innewohnt.

Überrascht und auch irritiert hatte mich dagegen im Dezember letzten Jahres die Bekanntgabe das Wort des Jahres 2012 „Rettungsroutine“. Die Gesellschaft für deutsche Sprache prämierte ein Wort, das erst nach dieser Wahl eine nennenswerte Verbreitung fand. Zwar drückt das Wort in polemischer Weise hervorragend aus, dass die Rettung des Euro nicht mehr langfristig angelegt ist, sondern regelmäßig wiederholt werden muss, obgleich man mit Rettung eine eher einmalige oder zumindest nachhaltige Aktion assoziiert. Aber das Wort war zum Zeitpunkt der Wahl kaum bekannt. Immerhin wurden keine Leitlinien verletzt, denn laut den Kriterien ist eine häufige Verwendung des Wortes keine zwingende Voraussetzung.

Ein Börsen-Unwort des Jahres wurde heute auch von der Sprachkritischen Aktion in Kooperation mit der Börse Düsseldorf bekanntgegeben: freiwilliger Schuldenschnitt.

Was liegt da näher, als auch ein Neuperlach-(Un)Wort des Jahres ins Leben zu rufen?

„Bebauungsplan“ – mein Neuperlach-Unwort des Jahres 2012

Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions

Es gibt tatsächlich ein Wort, das für einigen Zorn bei Bürgern und Kommunalpolitikern sorgte und angemessen in der Presse verbreitet wurde: Bebauungsplan. Seit vier Jahrzehnten warten die Neuperlacher auf ihr Zentrum. Bereits in den 1970er-Jahren sollte die Bebauung abgeschlossen werden. Doch noch immer ist die Mitte Neuperlachs ein riesiger Parkplatz. 2010 wurde nach einem Ideenwettbewerb zur Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes ein Sieger gekürt und es sah so aus, dass es nun recht schnell losgehen könnte. Doch 2012 war man nicht viel weiter. Stadtteilpolitiker erfuhren, dass es keinen Bebauungsplan gebe. Auf Deutsch übersetzt bedeutet das, dass man ein Gericht zubereiten will, aber die Zutaten noch nicht einmal eingekauft sind, ja man sich noch nicht mal entschieden hat, welche Zutaten man genau braucht. Der Münchner Wochenanzeiger textete „Neuperlach – Herbe Enttäuschung“. Nun geht man davon aus, dass die Baumaschinen selbst bei der optimistischsten aller Annahmen frühestens Mitte 2017 anrücken werden.

„Schanzenhaus“ – mein Neuperlach-Wort des Jahres 2012

Plett-Zentrum - vier Schanzen
Das geplante neue Gebäude. Mit freundlicher Genehmigung von Paulus2. Visualisierung von Jürgen Engel Architekten

Ein weiteres Wort machte letztes Jahr von sich reden, aber in einer weit positiveren Weise. 2012 wurden neue Pläne für den Ersatz des ehemaligen Westflügels des Plett-Zentrum vorgestellt. Das Gebäude verblüfft durch seine spektakuläre Form, die an vier im Quadrat angeordneten Sprungschanzen erinnert. Schnell verbreitete sich der Begriff „(Vier-)Schanzenhaus“. Die lange Version „Vierschanzenhaus“ ist außerdem eine treffende Anspielung an die Vierschanzentournee. Etwas weitergedacht könnte man die vier Gebäudeflügel nach den einzelnen Austragungsorten der Vierschanzentournee benennen: Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen.

Requiem – in Erinnerung an das Plett-Zentrum

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Viele sahen und sehen im Plett-Zentrum eine Betonbausünde aus den 1960er-Jahren, der man keine Träne nachweinen sollte. Doch dies wird dem Bau nicht gerecht. Denn der Gebäudekomplex war etwas Besonderes, er war durchdacht, er hatte seine berühmten Vorbilder und nahm Anleihen bei Stararchitekten. Vieles ist jedoch dem Normalsterblichen nicht bekannt und kann auch nicht mehr erkundet werden, da der Bau schlicht nicht mehr existiert – zum Zeitpunkt dieses Artikels liefen bereits die Abrissaktivitäten des verbliebenen Westteils. Speziell für Interessierte, die den ursprünglichen Bau nie oder nur flüchtig gesehen haben, ist es schwer, mehr zu erfahren. Auch hat nicht jeder das erforderliche architektonische Hintergrundwissen, ebenso sind manche Details nur mit aufwändiger Recherche in Erfahrung zu bringen, wenn sie überhaupt öffentlich zugänglich sind. So weist der Bau einige bemerkenswerte Raffinessen auf. Außerdem war das Plett-Zentrum in stärkerer Weise als Zentrum Neuperlachs konzipiert, als es gemeinhin bekannt ist. Bruno Tamborino entführt uns in die Entstehungsgeschichte des Baus und bringt uns in diesem hochinteressanten Artikel dessen Charakteristika und Eigenheiten nahe. Mit dieser Beschreibung liefert der Autor ein Plädoyer für den Erhalt vergleichbarer Gebäude, im Besonderen in Neuperlach.

Neuperlach 1967 bis 1970
Bild 1: Das Plett-Zentrum (ca. 1970). Foto: Christoph Wimber

Thomas Irlbeck

Über den Autor Bruno Tamborino (* 1969) lebte von 1974 bis 1987 in Neuperlach und hat mit starkem Interesse sämtliche Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen in Neuperlach Mitte und Nord erlebt, heute lebt er in Italien. Er hat ein kleines Privatarchiv, bestehend aus Fotos, Postkarten, Zeichnungen und Bauplänen, mit persönlichen Aufzeichnungen und war immer daran interessiert, was aus Perlach Nord am besten werden könnte. Er ist ab der 5. Klasse im Werner-von-Siemens-Gymnasium zur Schule gegangen und war deshalb täglich in Perlach Nord unterwegs. 1983 schlug er der Neuen Heimat einen Neuanstrich für ein Haus vor, dieser Vorschlag wurde dann in der lokalen Wochenzeitung „Hallo“ veröffentlicht, aber nicht ausgeführt. Er hat auch ein Modell von einem Haus in Neuperlach gebaut und in Neuperlach 1985 ausgestellt und Daten für weitere Modellgebäude gesammelt.

Der Zweck dieses Beitrages ist, vom Plett-Zentrum eine Erinnerung zu erhalten und die Gründe seines Verschwindens zu verstehen.

Neue Heimat/Plett-Zentrum 2007
Bild 2: Das Plett-Zentrum (2007). Foto: Bruno Tamborino

Das Plett-Zentrum ist nach zirka 40 Jahren Existenz nur noch Erinnerung und das ist sehr schade. Die Hoffnung dieses Beitrages ist, dass, nachdem dieser Bau lieblos behandelt und recht flott abgebrochen wurde, dies nicht auch anderen Gebäuden in Neuperlach droht. Trotz einer sehr traurigen Indifferenz der Leute, die doch mit und in diesen Bauten aufgewachsen sind, stellen diese für viele ein Stück Heimat dar, das jetzt verschwindet, obschon man es schützen sollte.

Geschichte

Plett-Zentrum Zeichnung
Bild 3: Von oben links zeilenweise nach unten sieht man die Ostfassade, daneben die Westfassade mit Laderampe, die Südfassade mit den Kellerfenstern und die Nordfassade mit den Treppen und den Einfahrten. Alles ist im Ursprungszustand noch ohne Brücke an der Südseite, aber mit der Space Churn. Auch die dunklen Brüstungsabdeckungen gab es anfangs noch nicht. In Rot unterstrichen ganz unten ist der zuletzt noch stehende Bauteil markiert. Zeichnung: Bruno Tamborino

Das Plett-Zentrum war 1967 schon ganz geplant (siehe das Titelbild und Hauptillustration vom Buch „Entlastungsstadt Perlach in München“, herausgegeben 1967 von der Neuen Heimat), es wurde aber erst ein oder zwei Jahre nach den Wohnhäusern in seiner Umgebung zusammen mit dem noch bestehenden gegenüberliegenden Bürohaus eingeweiht. 1971 bezog also die Neue Heimat Bayern ihr neues Verwaltungshaus, es kamen aber auch Geschäfte, ein Restaurant und eine Filiale der Stadtbibliothek München in das Zentrum. Es waren der Ayinger Hof, ein Rewe-Supermarkt, die Papeterie Perlach, ein Solarium mit Kosmetikstudio und andere Geschäfte, die recht bald wieder verschwunden sind oder ihre Identität geändert haben, wie z.B. ein Tapetengeschäft. Der mittlere Teil des Plett-Zentrum bestand aus einem großen, offenen Platz, auf den auf einer Seite der Eingang der Verwaltung der Neuen Heimat schaute, auf der anderen Seite waren Geschäfte. Die Eingänge und Vitrinen aller Geschäfte (auch des Restaurants und der Bibliothek) bildeten drei Fronten, zwei schauten auf eine offene Passage, die andere auf diesen Platz. Der Platz war wie das ganze Hochparterre des Plett-Zentrum zirka 2,60 Meter über dem Straßenniveau. An seinen zwei gegenüberliegenden Seiten grenzten ihn nur zwei schmale Dachstreifen optisch ein und hier stand ab 1972 die Space Churn (Raumspindel, auch als Neuperlach Mobile bekannt), das Wahrzeichen Neuperlachs.

Plett-Zentrum Grundriss Zeichnung
Bild 4: Hochparterre-Grundriss des Plett-Zentrum. Man erkennt in Schwarz die Säulen in versetztem Doppelraster, alle parallelen Säulen stehen in 10,50 Meter Abstand. In Orange die Räume im Hochparterre, in Rot und Violett die Obergeschosse der Büros, rechts die Geschäfte. In Hellblau die Bedachung der Freiflächen im Hochparterre. Die gestrichelten Linien deuten schematisch die Tragebalken der Decke an, alle habe ich nicht rekonstruieren und einzeichnen können. Zeichnung: Bruno Tamborino

Anfang der 1980er-Jahre wurde die Fußgängerbrücke über die Ständlerstraße gebaut, als auch das Konzerngebäude der Vereinte Versicherung (damals noch Vereinigte Versicherung) und das pep fertig waren. Als Durchgang zur Brücke wurden die Brüstung und der Blumentrog hier unterbrochen, welche vorher durchgehend waren, obwohl diese Brücke schon von Anfang an geplant war. In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre wurde der Bau auch einer Pflege unterzogen, bei der die vertikalen Brüstungsplatten per Hochdruckwasserstrahl gesäubert wurden und vor allen Dingen die Oberkanten dieser Platten mit optisch angepassten, dunklen Aluminiumprofilen geschützt wurden. 1986 wurde die Neue Heimat aufgelöst und die WSB Bayern zog ein, entsprechend wurde auch das große „NH“-Logo am Obergeschoss des Verwaltungsbaus durch ein „WSB“-Logo ersetzt.

1999 wollte die WSB schon neue Räume, bis sie einige Jahre später den Bau verließ und die Büros dann nicht mehr benutzt wurden. 2001 zog die Stadtbibliothek in das nahe Quidde-Zentrum um, auch dies war ein klares Zeichen, dass das Plett-Zentrum seine besten Zeiten leider schon hinter sich hatte. Spätestens 2005 standen die Verwaltungsräume und die meisten Geschäfte leer. Der großflächige Bau wurde unter zwei Besitzern geteilt, der Geschäftsteil kam in eine Hand, der doppelt so große Teil mit Büroräumen und Platz in die Hand von Aldi, um dort die Büros und den Platz mit einem Markt zu ersetzen. 2006 schenkte die WSB die Space Churn auch der Stadt München.

Im März 2008 wurde der größere Teil des Baus abgerissen, zu diesem Zweck wurde die Space Churn umgesiedelt und der übrige Teil des Baus an der Trennstelle funktionell wieder instand gesetzt. Nach dem Abriss wurde dann nicht der Aldi-Markt, sondern das Life-Einkaufszentrum erbaut, das an den noch stehenden Teil anschloss. Die offene, ehemalige Ladenpassage wurde abgezäunt und ihre Ladenvitrinen mit Holzplatten verschalt, um weiterhin als Durchgang zur Fußgängerbrücke zu dienen, während der Restbau leer und mehr oder weniger in der Hand der Vandalen war, aber aus einigen Blickpunkten sah er noch recht gut aus. Im März 2012 begann auch hier der Abbruch, um ein mehrstöckiges Gebäude an seiner Stelle zu erbauen. Damit enden die 41 Jahre Existenz des Plett-Zentrum.

Beschreibung

Das Plett-Zentrum war ein großzügiger, flacher Bau, der mit großen Spannweiten zwischen den wenigen, relativ dünnen Säulen und einer Totalverglasung der Büro- und Ladenräume imponieren sollte. Die Räume sollten ein Maximum an Licht und Flexibilität bieten, auch innen waren nur wenige Säulen und Mauern zu finden. Alle Fenster der Büros schauten auf das Grün der balkonartigen Brüstungen oder auf zwei grüne Innenhöfe, deren größerer quadratisch war und sich in drei stockwerkshohen, begrünten Stufen nach unten verkleinerte. Alle Brüstungen, auf die Fenster oder Fußgängerbereiche schauten, waren mit Sträuchern und Blumen bepflanzt. Alles am Bau war streng geometrisch und entsprechend fixer Regeln gestaltet.

Das Plett-Zentrum war vollunterkellert, dieser Keller schaute über einen Meter aus dem Boden. Er diente als Büro- oder Archivraum, Tiefgarage und Nebenräumlichkeiten der Geschäfte. Das Hochparterre bedeckte den größten Teil der Oberfläche, abgesehen vom zentralen Platz, der Ladenpassage, den zwei Passagen von dieser zum Platz und beiden Innenhöfen der Verwaltung. Neben dem Platz befand sich der dreistöckige, quadratische Hauptbau der Verwaltung, dessen oberstes Geschoss nach außen keine Fenster hatte und deshalb nur wie eine sehr hohe Abschlussbrüstung aussah. Das Plett-Zentrum wies an der Nordseite drei breite Treppen zum Hochparterre auf, eine als Nebeneingang zur Verwaltung, zwei zu den offenen Flächen und zwei Tiefgarageneinfahrten. An der Südseite hatte nur der Keller unter dem dreistöckigen Bauteil große Fenster entsprechend den Stockwerken darüber. An der Westseite befand sich eine Laderampe für die Lagerräume der Geschäfte, auch hier war der Bau streng und komplett gestaltet. Außer an der Laderampe und an den Südfenstern war der Keller völlig fensterlos.

Es gab an dem Bau keine kleinteiligen Ausnahmen, alles folgte einem geometrisch-minimalistischem Stil, der aber sehr großzügig umgesetzt wurde. Die Decken waren alle in Innen- und Außenbereichen mit Rigipsplatten durchgehend flach und weiß verkleidet, mit eingebauten Neonleuchten. Horizontale, durchgehende Elemente waren dominant. Alle Brüstungen setzten sich aus vorgeblendeten, massiven Betonplatten zusammen, die gesägt, geschliffen und poliert waren, also fast wie natürliches Konglomerat aussahen. Alle Fenster- und Türrahmen und die sieben kubusförmigen Dachaufbauten waren aus brauneloxiertem Aluminium, die Säulen aus nicht bemaltem Beton und alle Kellermauern, außer den wenigen unter den Kellerfenstern, weinrot bemalt. Die Freiflächen bestanden aus großen, quadratischen, perfekt horizontalen Waschbetonplatten mit relativ breiten Fugen dazwischen, in die das Regenwasser abfloss und dann unter den Platten abgeleitet wurde. Auch die Treppen waren aus Waschbeton. In den meisten Räumen befand sich ein neutral gefärbter Teppich, in der Eingangshalle der Büros waren die Haupttreppe zu den Obergeschossen und die Empfangstheke imponierend und phantasievoll gestaltet. Die dominante Farbe außen war Betongrau, mit viel Verglasung.

Das Plett-Zentrum repräsentierte einen Bau mit gemischter Funktion, es war gleichzeitig Verwaltungsbau, Ladenzentrum und öffentlicher Bau mit der Stadtbibliothek, dem großen Platz und der Passagenfunktion zur Brücke. Die Verwaltung besetzte den größten Teil. Die Position der Space Churn auf dem Platz war nicht zufällig, denn der Platz war als erster Neuperlacher Mittelpunkt vorgesehen, die große Treppe, die Space Churn und seine ganze würdevolle Gestaltung bestätigen dies (siehe auch Illustration in „Entlastungsstadt Perlach“), er sollte in moderner Form eine säulengerahmte, griechische Agora interpretieren. Die breiten, nicht steilen Treppen waren alle einladend, wenn auch nicht barrierefrei.

Als Verwaltungsbau der (damals Neuperlach erbauenden) Neuen Heimat Bayern war er das eigentliche Zentrum Neuperlachs, mehr als der heute noch völlig undefinierte Hanns-Seidel-Platz. Der Bau sollte das Paradepferd von Neuperlach Nord sein und war es auch. Das Plett-Zentrum war aber auch ein klares Machtsymbol der Neuen Heimat, mit seiner sehr großen Ausdehnung und seinen besonderen bautechnischen Lösungen. Kohärent mit ihrer Wirkungs- und Bauphilosophie hat sie aber auf teure und exklusive Baumaterialien, etwa Marmor, oder auf aufwändige Verkleidungen verzichtet.

Maße und Bautechnik

Ich werde jetzt technische Charakteristika und Maße angeben, die alle aus meiner Beobachtung stammen. Ich bin mir der Maße ziemlich sicher, aber mit maximal 10 % Toleranz kann ich deren ganz sicher sein.

Das Plett-Zentrum war ein ungeteilter Stahlbeton-Skelettbau mit vorgefertigten Deckenplatten, Bodenbelagsplatten und vertikalen Fassadenbrüstungen und -platten. Vor Ort wurden also der Keller, die Säulen, die Deckenträger und die Brüstungshalterungen gegossen; wie schon angedeutet, war die Struktur völlig ohne Dehnfugen. Das Muster der Säulenverteilung war ungewöhnlich, um von außen weniger Säulen erscheinen zu lassen, als effektiv vorhanden waren. Auf den Säulen befanden sich massive, vor Ort gegossene Betonträger, die dann die Deckenplatten trugen. Die begehbaren Außenbereiche hatten unter dem sichtbaren Bodenbelag eine geneigte, vor Wasser schützende Dachoberfläche, auf der die Platten waagrecht aufgestützt waren.

Alles am Bau basierte auf einer besonderen Baukonzeption: wenige, dünne Säulen, von denen man von außen den Eindruck haben sollte, es seien nur halb so viele, auf denen komplexe, verschieden strukturierte Dachkonstruktionen ruhten. Die großen Spannweiten und die vielen Anforderungen führten also zu sehr hohen Dachkonstruktionen. Das was von außen wie Balkonbrüstungen aussah, war ja in Wirklichkeit fast nur der vertikale Abschluss dieser Deckenkonstruktion. Die Betonbalken, die doppelte Struktur der Freiflächen und die Blumentröge verursachten das Surplus an Höhe, während die schlichte, weiß bemalte Verkleidung der Decken den Eindruck erweckte, man sehe von unten die eigentliche Decke.

Der ganze Bau maß beachtliche 172 mal 56 Meter und war größtenteils 6,50 Meter hoch, der Verwaltungsbau hatte auf 14,30 Meter seine Dachhöhe. Es war ein sehr ausgedehnter und flacher Bau. An den Fassaden sah man alle 10,50 Meter eine 30 Zentimeter dicke Säule, die Brüstungen waren 1,75 Meter hoch, die Fensterbänder 2,60 Meter. Im Inneren waren die Säulen auf einem doppelten, diagonal versetzten Quadratraster angeordnet, um den 10,50 Meter-Abstand zu halbieren. Die Kellerbasis ohne Treppen, Einfahrten, Rampen und der 1,75 Meter-Auskragung der Brüstungen bedeckte stolze 8.886 Quadratmeter. Die Deckenkonstruktion hatte als Hauptelement 60 Zentimeter hohe und 30 Zentimeter breite Tragebalken, auf der die Fertigteil-Deckenplatten lagen. Die Deckenverkleidung war 20 Zentimeter unter den Balken abgehängt. Darüber befanden sich die oben genannten Bodenbeläge der Außenbereiche, die Erde der Blumentröge oder die entsprechende Füllschicht der Innenbereiche. Vom Fußboden bis zur Deckenunterseite waren es reichlich mehr als ein Meter Höhe, oben schauten die Brüstungen nur 40 Zentimeter heraus, dieselbe Höhe der an den Innenseiten der Blumentröge angeordneten Betonsitzbänke um die Außenbereiche.

Architektur

Das gewollte Aussehen des Baus war das einer filigranen, vertikalen Struktur, mit viel Glas und minimalistischen, modernen Fensterrahmen, auf der große und mächtige, horizontal betonte Decken lagen, alles schlicht und geometrisch gestaltet. Glas, lange, durchgehende Brüstungen und der massive obere Abschluss charakterisieren den Bau. Die Fensterrahmen aus brauneloxiertem Aluminium mit quadratischen Profilen und sehr großzügiger Isolierverglasung waren sehr modern, wie auch die niedrigen Heizkörper dahinter und die Vollklimatisierung.

Die Architektur ist typisch für die 1950er- oder 1960er-Jahre und entspricht internationalen und amerikanischen Vorbildern. Man erkennt den Pavillon der Expo in Barcelona (Bild 5), die Neue Nationalgalerie in Berlin (Bild 6), die Lake Shore Drive Apartments in Chicago (Bild 7) als Vorbilder, alles Meisterwerke des Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Auch die Villa Fallingwater des Architekten Frank Lloyd Wright (Bild 8) und das Lever House (Bild 9) in New York könnten als Vorbild gedient haben. Es sind alles Meilensteine des Modernismus.

Pavillon der Expo in Barcelona

Pavillon der Expo in Barcelona
Bild 5: Pavillon der Expo in Barcelona (van der Rohe, 1929). Foto: Hans Peter Schaefer / Lizenz siehe: Wikipedia

Als Vorbild für das Plett-Zentrum diente hier das Verhältnis zwischen Wänden und der Decke, die wie Platten aneinanderstoßen, auch die Sitzbank (Mitte) und die Fensterkonstruktion.

Neue Nationalgalerie in Berlin

Neue Nationalgalerie in Berlin
Bild 6: Neue Nationalgalerie in Berlin (van der Rohe, 1962). Foto: Manfred Brückels / Lizenz siehe: Wikipedia

Das große, markant horizontale, massive Dach auf dünnen Säulen diente als Vorbild, auch die dunkle Farbe der Metallkonstruktion und auf dem Bild nicht sichtbare große Untergeschossfenster.

Lake Shore Drive Apartments in Chicago

Lake Shore Drive Apartments in Chicago
Bild 7: Lake Shore Drive Apartments in Chicago (van der Rohe, 1962). Foto: End User / Lizenz siehe: flickr

Die Gestaltung der offenen Erdgeschossbereiche war hier das Vorbild, mit der peniblen und streng geregelten Detailgestaltung. Auch die schmalen Bedachungen sah man um den Platz des Plett-Zentrum.

Villa Fallingwater in Pennsylvania

Villa Fallingwater in Pennsylvania
Bild 8: Villa Fallingwater in Pennsylvania (Wright, 1939). Foto: Jack Boucher, HABS / Lizenz siehe: Wikipedia

Damals modernste Bautechniken erlaubten es, die massive Balkone wie schwebend erscheinen zu lassen, die Säulen waren relativ dünn und in den Schatten zurückversetzt. Einen ähnliche Eindruck ergab das Plett-Zentrum, erzielt mit einer ähnlichen Technik.

Lever House in New York

Lever House in New York
Bild 9: Lever House in New York (Studio S.O.M., 1957). Foto: David Shankbone / Lizenz siehe: Wikipedia

Das fensterlose oberste Geschoss des Hauses war ein technisches Stockwerk und bildete einen optisch gelungenen Abschluss-Akzent, diese Lösung wurde bei Hochhäusern auch von van der Rohe verwendet. Der Flachbau auf Stelzen, den man im Vordergrund sieht, hat einen begrünten Innenhof. Beide Motive sah man am Plett-Zentrum.

Erklärungsversuche zum Abbruch

Das Plett-Zentrum hatte einige Mängel, die den Abbruch auf keinen Fall rechtfertigen, ihn aber vielleicht erklären. Bei 8.886 Quadratmetern Oberfläche (das Grundstück ist natürlich noch größer) bot es nur 7.828 Quadratmeter Büro- und Ladenflächen. Das ist wenig.

Der würdevolle Platz in der Mitte wollte eine Agora, also ein Treffpunkt sein, was er aber nie geworden ist. Ein Marktplatz (was das pep irgendwie ist) hätte besser funktioniert, der Platz ist leider immer leer geblieben.

Der flache, weitverglaste Bau war bestimmt unwirtschaftlich in der Beheizung, er war entsprechend der damaligen Technik wenig isoliert und hatte nach oben und nach unten potenziell große Wärmeverluste.

Dass man zu den Geschäften, der Verwaltung und dem Platz 2,60 Meter Höhe durch Treppen überwinden musste, machte den Bau bestimmt auch nicht beliebt, denn es gab keine barrierefreie Alternativen dazu.

Wahrscheinlich wurde das Plett-Zentrum als striktes ideologisches Eigentum und Symbol der Neuen Heimat angesehen, es war also den Nachfolgebesitzern unsympathisch, es wurde wohl als etwas Fremdes empfunden.

Komischerweise war der Bau 1967 als Erster schon fertig geplant, wurde aber erst vier Jahre später eingeweiht, trotz seiner schnell realisierbaren Bauweise. Wahrscheinlich musste man damals auf der Riesenbaustelle Neuperlach den Wohnhäusern Vorrang geben. Der Bau war also 1971 schon veraltet, die Planung geschah ja vor 1968 und der Energiekrise 1973, danach war eben viel schon wieder anders.

Es hat wohl auch Wassereinfallprobleme am Dach gegeben, die besondere, asymmetrisch ausgelastete Struktur des Baus ohne Dehnfugen mit Fertigteildachelementen hat vermutlich zu Spannungen im Dach geführt, die als Folge die dichtende Teerpappe darauf immer wieder aufgerissen haben könnten.

Schließlich litt der Bau wie alle Subzentren in Neuperlach schon seit den 1980er-Jahren unter der Konkurrenz des pep.

Eine Illusion …

Trotz allem hätte man den Bau retten müssen und können, ihn renovieren, reparieren und rentabel machen können. Mehrere, mit Spiegelglas verkleidete Stockwerke in Leichtbauweise auf den Geschäfts- und Büroteilen, ein Verglasen oder Zubauen des quadratischen Innenhofes und eine Umfunktionierung und Bedeckung der Agora hätten den Bau rentabel gemacht und ihn erhalten und modern gemacht. Aufzüge oder neu gestaltete, flachere Rampen (die alten Treppen hatten nur eine integrierte, mit einer hohen Stufe beginnende Kinderwagenrampe) hätten den Zugang erleichtert. So wäre der ursprüngliche Mittelpunkt Neuperlachs noch erhalten und die Identität dieses Stadtteils bewahrt, auch die Bibliothek könnte heute noch viele positive Jugenderinnerungen wachhalten. Das Plett-Zentrum war insgesamt ein einladender Bau mit Öffentlichkeits- und nicht Privatcharakter, der leider an einer Privatmentalität zu Grunde gegangen ist, obwohl er noch stehen sollte.

Bruno Tamborino
bruno.tam15@gmail.com

Kopfhörer: Hier spielt die Musik – wie lange noch?

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Vor ein paar Tagen, am 2. Januar, ereignete sich vor dem pep ein schwerer Unfall. Gegen 18:50 überquerten zwei Buben, 14 und 15 Jahre alt, die Thomas-Dehler-Straße, um zum gegenüberliegenden Hanns-Seidel-Platz zu gelangen. Das Rotlicht der Fußgängerampel missachteten sie. Ein Automobillenker konnte den Buben nicht mehr ausweichen und erfasste beide frontal mit seinem BMW. Die Buben wurden dabei schwer verletzt, der 14-Jährige verstarb tragischerweise kurze Zeit später im Spital.

Beide Buben sollen durch Musikberieselung über Kopfhörer abgelenkt worden sein. Speziell dieser Unfall wurde nun in einer Nachrichtensendung eines großen Kölner Privatfernsehsenders neben anderen Unfällen dieser Art als Beleg verwendet, wie gefährlich Ablenkung durch Kopfhörer im Straßenverkehr sein kann.

Kopfhörerverbot für Fußgänger?

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der Fahrradfahrern gerne einen Helm aufsetzen will (Neuperlach.org berichtete), möchte im Gegenzug am liebsten Fußgängern im Straßenverkehr die Kopfhörer und Ohrstöpsel abnehmen. Momentan hält er sich noch mit einem Verbot zurück und belässt es bei Appellen. Tatsächlich haben die tödlichen Fußgängerunfälle stark zugenommen, um erschreckende 25 % innerhalb eines Jahres. Oft waren die Verunfallten durch Musik aus dem MP3-Player oder Handy abgelenkt. Besonders stark sind die Unfallzahlen bei den 15- bis 17-Jährigen gestiegen. Daraus wird ein Zusammenhang konstruiert, da genau dieser Gruppe jugendlicher Leichtsinn gepaart mit dem Konsum zu lauter Musik, die auch unterwegs gehört wird, nachgesagt wird.

Ein Verbot wäre ein weiterer Schritt hin zum Nanny-Staat. Regeln schützen dann den Bürger vor seinem eigenen, gefährlichen Handeln. Dazu muss der Bürger die Regeln aber erst einmal einhalten. Zwar spricht die mangelnde Akzeptanz und Kontrollierbarkeit nicht generell gegen ein mögliches Gesetz. Doch man darf sich hier fragen, wie der Nachweis gelingen soll, dass jemand zu laut Musik gehört hat. Das generelle Tragen von Kopfhörern oder Ohrstöpseln wird man ja kaum verbieten können. Ergo müssen zwei Dinge zusammenkommen: Die Kopfhörer oder Ohrstöpsel wurden erstens im Straßenverkehr bzw. an gefährlichen/belebten Orten getragen, und zweitens war die Musik zu laut eingestellt. Der Nachweis wäre zumindest prinzipiell erbracht, wenn ein Kopfhörer tragender Fußgänger auf Zuruf eines Polizisten nicht reagiert, weil er diesen eben nicht hören kann.

Kopfhörer
Im Wald wäre ein Kopfhörerverbot mehr als nur leicht übertrieben. Foto: Mista.Boos / Lizenz siehe: flickr

All das geht aber zu weit. Mit jedem neuen Verbot geht ein Stück Eigenverantwortung verloren, der Staat breitet seine schützende Hand aus und kann den Bürger dann bei Missachtung des Verbots doch nicht schützen. Ein Kopfhörerverbot für Fußgänger hätte aber immerhin den Vorteil, dass man leichter eine Helmpflicht für Fußgänger einführen könnte. Denn das Aufsetzen eines Integralhelms mit Kopfhörer wird doch eher schwierig. Allerdings gibt es einen kleinen Haken: Mit einem Helm auf dem Kopf hört man viel schlechter, und das gute Hören sollte ja eigentlich verbessert werden. So was aber auch!

Neues vom Reich der Mitte

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Mit China hat das Ganze nichts zu tun. Aber es geht gewissermaßen auch um ein Reich, das in der Mitte von Neuperlach entstehen soll. Nach 30 Jahre Warten und Planen (und vor allem Warten) könnte es nun ein wenig weitergehen mit der Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes. Das berichtet der Südost-Kurier in seiner Ausgabe vom 28.12.2011. Neuperlach würde dann 45 Jahre nach Bezug der ersten Wohnungen endlich sein Zentrum kriegen. Im ersten Quartal 2012 soll eine Bürgerbeteiligung für die Bebauung stattfinden. Der genaue Termin soll demnächst bekanntgegeben werden.

An dieser Stelle darf noch einmal kurz daran erinnert werden, was die Bürger an neuen Gebäuden und Plätzen erwartet. Detailliertere Infos gibt es im Artikel Ab in die Mitte – Neuperlach bekommt ein Zentrum.

Video anschauen: Hier klicken

Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz
Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Begrünter Innenhof (1). Im Hintergrund links ist das Hochhaus auf Stelzen zu sehen. Die Mitte in der Mitte ist grün © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions
Hanns-Seidel-Platz Siegerentwurf
Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Begrünter Innenhof (2) © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions
Hanns-Seidel-Platz Siegerentwurf
Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Bürgerzentrum. Immerhin soll auch ein Hochhaus gebaut werden. Ob es aber tatsächlich 12 Stockwerke hoch werden darf, ist noch offen © Formfest – Daniel C. Wolf

Ab in die Mitte – Neuperlach bekommt ein Zentrum

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Hanns-Seidel-Platz Siegerentwurf
Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Bürgerzentrum © Formfest – Daniel C. Wolf

Ich wohne seit 1974 in Neuperlach und bis heute hat mein Stadtteil kein richtiges Zentrum. Klar, es gibt das pep und die U-Bahnstation Neuperlach Zentrum, aber ein beträchtlicher Teil von dem, das man als Zentrum bezeichnen könnte, ist bis heute ein riesiges Teerfeld, das als Parkplatz genutzt wird. Quasi das Mittelfeld von Neuperlach. Dieser Mitte-lose Zustand soll nun endlich beendet werden. Für das Zentrum muss natürlich was Besonders her, kein Mittelmaß. Mittels eines Ideenwettbewerbs wurden kreative Köpfe bemüht, Neuperlach eine neue, würdige Mitte zu verpassen. Inzwischen wurde ein Sieger ermittelt, es ist der Entwurf des Münchner Planungs- und Architekturbüros Spacial Solutions (in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Brandhoff & Voss):

Video abspielen: Hier klicken

Bis Freitag, den 23.04., war im Foyer des Referats für Stadtplanung und Bauordnung (das im „Hochhaus“ an der Blumenstraße Nähe Sendlinger Tor untergebracht ist) eine Ausstellung mit dem Siegerentwurf sowie mit weiteren Entwürfen der Mitbewerber zu sehen, die es nicht bis ganz vorne geschafft haben. Man hat ja nicht immer Zeit, und so kam es, dass ich diese Ausstellung fast in letzter Minute besuchte.

Zu sehen sind schöne Modelle sowie jede Menge Tafeln mit Plänen, Texten und Grafiken. Zum Glück erlaubte mir der freundliche Pförtner, obwohl ich ihn gerade bei der Brotzeit störte, meine Kamera auszupacken und die Modelle für die Nachwelt festzuhalten. Bilder sprechen für sich, also zeige ich zunächst einmal den Sieger aus zwei Perspektiven:

Der Siegerentwurf. Zur Orientierung. Das (bestehende) Wacker-Gebäude ist hier hinten zu sehen, der Blick geht Richtung Nordost (22.04.2010) © Thomas Irlbeck
Der Siegerentwurf aus einer anderen Perspektive. Das Wacker-Gebäude findet sich nun links, der Blick ist Richtung Ost mit leichtem südlichen Einschlag (22.04.2010) © Thomas Irlbeck

Den Entwurf zeichnet viel Grün aus (mehr als doppelt so viel wie die Vorgabe), inspiriert wurden die Planer dabei vom Central Park. So viel New York schlägt sich in den Gebäuden aber nicht nieder, man begnügt sich mit einem einzigen Hochhaus, das unspektakuläre 40 Meter misst (was 12 Stockwerken entspricht), dafür aber auf Stelzen steht und so dem Marktplatz einen partiellen Regenschutz gewährt. Generell wird ein Mix aus Wohnungen, Büros, Läden, einem Hotel (im Süden der Anlage), Läden sowie einem Bürgerhaus geschaffen. Die Gebäude haben mit Ausnahme des Hochhauses 6 bis 7 Geschosse. Der Zugang der neuen Mitte ist direkt über das Sperrengeschoss des U-Bahnhofs Neuperlach Zentrum möglich.

Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz
Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Begrünter Innenhof (1). Im Hintergrund links ist das Hochhaus auf Stelzen zu sehen. Die Mitte in der Mitte ist grün © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions
Hanns-Seidel-Platz Siegerentwurf
Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Begrünter Innenhof (2) © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions

Die Jury begründete ihre Wahl so (Auszug):

Das städtebauliche und landschaftsplanerische Konzept setzt sich mit Ort und dem Maßstab von Neuperlach auseinander und bildet mit der ruhigen Höhenentwicklung und der Fassung  der Straßenräume einen wohltuenden Kontrast zum heterogenen Umfeld.  Der Arbeit gelingt es, mit großer Selbstverständlichkeit die stadträumlichen Bezüge der Umgebung aufzunehmen, die funktionalen Anforderungen zu erfüllen und eine „Insel des Schutzes“ im Inneren mit hoher differenzierter Aufenthaltsqualität auszubilden. Bemerkenswert ist  die hohe stadträumliche Durchlässigkeit auf Grund einer regelhaften Baustruktur bei gleichzeitig wirkungsvollem Lärmschutz und der geschickten Anordnung des Marktplatzes direkt am Übergang zum PEP und am Zugang zur U-Bahn. Die Akzentuierung durch ein Hochhaus an dieser Stelle mit ca. 40 m ist gelungen und leitet die Besucher in das Zentrum hinein.  Der südliche Abschluss weitet den städtebaulichen Raum, reagiert wohltuend auf die Struktur des Bürohauses gegenüber und stellt richtige Fußgängerbezüge her. Das Bürgerzentrum im Norden an der zentralsten Stelle liegt richtig und gliedert durch seine Sonderform auch die südliche Begrenzung des Hanns-Seidel-Platzes (Busbahnhof). Die übrigen Nutzungen, wie Einzelhandel, Büro, Wohnen und Kindertagesstätte sind grundsätzlich schlüssig angeordnet. […] Die Umsetzung des Projektes in einzelnen Bauabschnitten ist möglich. Insgesamt stellt die Arbeit eine speziell für diesen Ort entwickelte Lösung dar, mit großem Potenzial für eine neue, außergewöhnliche Mitte in Neuperlach.[…] Um einen deutlichen Abstand des ersten Ranges zu den weiteren Plätzen zu dokumentieren, entschied die Jury […] keinen zweiten Preis zu vergeben, und zwei dritte Preise […] zu verteilen. […]

Quelle: Goldmann Public Relations, Jurybegründung zum Wettbewerbsentwurf des Münchner Architektur- und Planungsbüros Spacial Solutions GmbH

Kommentar

Als Fan spektakulärer Bauten trifft der Entwurf nur teilweise meinen Geschmack. Das wirklich Typische für Neuperlach sind Hochhäuser. So hätte ein echter Wolkenkratzer eher das Zentrum markiert und das „Neuperlachige“ ausgedrückt. Mehr als 100 Meter wären zwar nicht drin gewesen, da sich die Stadt weiterhin an ein Bürgerbegehren halten will, das Hochhäuser ausschließt, die höher als die Münchner Frauenkirche sind. Da ändert auch die Tatsache nichts daran, dass das Bürgerbegehren formal längst nicht mehr bindend ist, da es bereits 2004 stattfand. Aber 100 Meter wären weit mehr als die jetzigen 40 Meter. Neuperlach hat jetzt schon Häuser zu bieten, die sich höher gen Himmel strecken, das höchste Gebäude kommt immerhin auf 17 Stockwerke, aber es wurde in einer Zeit gebaut, als man noch auf Wohnhochhäuser setzte.

Ein Entwurf eines Mitbewerbers hat sich immerhin an ein 78 Meter hohes Hochhaus herangetraut, das mit einer für die Allgemeinheit zugänglichen Aussichtsplattform einen sicher interessanten Ausblick ermöglicht hätte. Ich vermisse auch eine weitergehendere Verschmelzung mit dem pep, was z.B. mit einer Überbauung der Thomas-Dehler-Straße möglich gewesen wäre. Das heißt mittels einer Art überdachten Brücke oder eines echten Gebäudes, der Individualverkehr würde dann gewissermaßen im Erdgeschoss passieren. Man muss allerdings berücksichtigen, dass die Vorgaben die Möglichkeiten der Architekten einengten. Genauer waren ein „Bürgerzentrum, eine multifunktionale Marktfläche, Büro-, Gewerbe-, Dienstleistungs- und Einzelhandelsflächen, öffentliche Grünflächen sowie ein eigenes Konzept für Wohnbebauung“ vorgeschrieben, ein Korsett, dem sich nicht entziehen kann, und der Lärmschutz muss auch berücksichtigt werden, die Erschließung, der Anteil an Freiflächen und mehr.

Eine Art „Neuperlach World“ mit Rekord-Wolkenkratzern oder die „hängenden Gärten von Neuperlach“ schieden so gesehen durch dieses Pflichtenheft aus. Vielleicht wäre eine vertikale Stadt im Stadtteil auch dem Stadtviertel, dessen Ruf nicht der Beste ist, nicht angemessen. Die stiefmütterliche Behandlung Neuperlachs schlägt sich auch dergestalt nieder, dass man die Bebauung trotz einiger Anläufe im Grunde genommen über Jahrzehnte hat schleifen lassen. Anderes war wichtiger. Man könnte im Herzen Neuperlachs sicher eine der Hauptattraktionen von München realisieren, aber sie würde wahrscheinlich nicht zum Stadtteil passen. Jetzt schon stehen viele Büros in München leer, also dürfen nicht zu viele neue her, und Luxuswohnungen wollen die Millionäre und Milliardäre offenbar nicht in Neuperlach kaufen, auch wenn sie dann über dem Stadtteil thronen würden. Schade.

Noch müssen wir ohnehin ein wenig warten, die Baumaschinen werden wahrscheinlich erst in drei Jahren anrücken, vorausgesetzt, dass es keine weiteren Verzögerungen mehr gibt. Aber noch mal will ich keine 40 Jahre warten.

Update: Alle ausgestellten Modelle (das heißt die prämierten und angekauften Entwürfe) sind nun online auf meinem flickr-Auftritt.

Update 01.02.2014: Die Pläne sind nicht mehr aktuell. Ich werde in Kürze über die neuen Pläne berichten.

Hanns-Seidel-Platz: Fußgängerzone light?

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Der Hanns-Seidel-Platz soll bekanntlich bebaut werden – Büros, Wohnungen, Läden, das Bürgerzentrum und mehr sollen entstehen. Seit rund schlappen 30 Jahren laufen bereits Gedankenspiele, wenn nicht sogar Planungen. Dumm nur, dass die vierspurige Thomas-Dehler-Straße zwischen dem Einkaufszentrum pep und dem Hanns-Seidel-Platz liegt. Ein Wechsel der Straßenseite bedeutet für den Bürger derzeit, auf das Knöpfchen der Fußgängerampel zu drücken und lange zu warten, bis das Ämpelchen für kurze Zeit Grün für die Fußgänger gibt, oder das Sperrengeschoss der U-Bahn zu benutzen (aber bitte nicht geradeaus durchlaufen, wenn man nicht im Besitz einer gültigen, gegebenenfalls entwerteten MVV-Fahrkarte ist, denn dabei passiert man einen Bereich, der eine solche voraussetzt, sondern per Slalom dem U-Bahn-Zugang ausweichen). In Zukunft werden noch viel mehr Leute die Thomas-Dehler-Straße überqueren, denn dann spielt sich das (kulturelle, Geschäfts- usw.) Leben nicht nur im pep und seinem Vorplatz ab, sondern auch im zunehmenden Maße auf dem Hanns-Seidel-Platz.

Der Bezirksausschuss möchte den Bereich am Hanns-Seidel-Platz komplett zur Fußgängerzone umbauen lassen, selbst die Busse müssten dann weichen. Die Zufahrt zum Busbahnhof wäre dann nur noch von östlicher Seite über die Fritz-Erler-Straße möglich. Für die Buslinien entstehen Umwege von rund 300 Metern.

Dem Planungsreferat der Stadt München gehen diese Pläne zu weit, das Verkehrsaufkommen des Individualverkehrs und der Buslinien sei zu hoch. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (15.02.2010, Seite 57, Stadtausgabe). Daher macht die Behörde nun zwei eigene Vorschläge:

  • Rückbau der Thomas-Dehler-Straße zwischen Fritz-Schäffer-Straße und Von-Knoeringen-Straße (das ist der Bereich von Höhe der „Deutschen Rentenversicherung“ (früher: LVA) bis zum südlichsten Teil des Parkplatzes auf dem Hanns-Seidel-Platz) auf einen Fahrstreifen pro Richtung und Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h.
  • Sperrung der Thomas-Dehler-Straße auf Höhe des pep-Vorplatzes bis zum südlichen Teil des Marktplatzes. Der Bereich wird Fußgängerzone, eine Busspur verbleibt. Der übrige Teil der Thomas-Dehler-Straße wird auf einen Fahrstreifen pro Richtung zurückgebaut.

Das Planungsreferat präferiert die erste Variante, da die zweite Variante einen Lärmschutz für die Fritz-Erler-Straße und den Hanns-Seidel-Platz erforderlich machen würde.

Kommentar

Alle drei Vorschläge scheinen mir alles andere als ideal zu sein. Je nach Vorschlag ist die Querungsmöglichkeit der Thomas-Dehler-Straße weiterhin nicht optimal oder aber der Linienbus- und Individualverkehr werden zu stark behindert, gegebenenfalls erhöhen sich auch die Fahrzeiten der Linienbusse. Es müssen meines Erachtens auch innovative Lösungen einbezogen werden, die an einer völlig anderen Stelle ansetzen.

Denkbar ist eine überdachte Brücke, über die man z.B. vom ersten Stockwerk des pep auf den Hanns-Seidel-Platz wechseln kann und idealerweise dann direkt in eines der neuen Gebäude oder einen erhöht angelegten Vorplatz gelangt. Natürlich muss auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten alles gut erreichbar und lukrativ sein, etwa durch Belebung des östlichen Ende der Brücke durch gastronomische Betriebe und kulturelle Einrichtungen.

Alternativ zur überdachten Brücke wäre auch ein Überbauen der Thomas-Dehler-Straße denkbar, die Straße wird dabei erhalten, aber im Bereich des pep-Vorplatzes bebaut. Der Verkehr fließt dann durch eine Gebäudedurchfahrt. Das Gebäude selbst dient dann als komfortable Querungsmöglichkeit für Fußgänger und viel mehr, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn ohnehin der Hanns-Seidel-Platz im großen Stil bebaut wird, sollte so etwas „drin“ sein. Man kann auch ja mal ein wenig größer denken. Natürlich könnte die Statik hier ein Problem sein, wegen des darunter liegenden U-Bahntunnels, das muss auch alles berücksichtigt werden. Man sollte aber eine bessere Lösung als die bislang zur Diskussion stehenden Ideen realisieren können.

Hanns-Seidel-Platz: Gratis Parken bis zum Ende

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Das Parken auf dem Hanns-Seidel-Platz bleibt wahrscheinlich kostenlos. Guido Bucholtz von den Grünen hatte bereits vor zweieinhalb Jahren einen Antrag auf Parkraumbewirtschaftung gestellt. Doch das Kommunalreferat kann ihm kaum Hoffnung machen. Bewirtschafter wollten langfristige Verträge und der Architekturwettbewerb zur Bebauung des Platzes laufe bereits. In ein paar Jahren sollen die Bauarbeiten beginnen, dann ist der Parkplatz ohnehin Geschichte.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 02.02.2010, Seite 42, Stadtausgabe

Der Hanns-Seidel-Platz im September 1980. Damals hätte wohl keiner gedacht, dass der Platz 2010 immer noch unbebaut sein wird. Fotograf: Peter Bauer. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e. V.
So sieht der Hanns-Seidel-Platz heute aus. Das Gelände ist ein riesiger Parkplatz, auf dem man kostenlos seinen fahrbaren Untersatz parken kann. Das wird wohl die nächsten Jahre auch so bleiben (02.02.2010) © Thomas Irlbeck

Und noch einmal ist der Hanns-Seidel-Platz zu sehen, jetzt in einem Video:

(Link: YouTube)

Neues aus Neuperlach – kleine Nachrichten aus den großen Häusern (Folge 1)

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Update: „Life“ eröffnet am 09.09.09 um 09 Uhr

Das neue Einkaufszentrum an der Albert-Schweitzer-Straße „Life“ eröffnet am 09.09.09 um 09 Uhr. 93 % der Flächen sind bereits vermietet. Ins life kommen: Aldi, Rewe Vollsortiment, Metzgerei Vinzenz Murr, Bio-Markt ALNATURA, Bäckerei Traublinger, eine Natursaftbar, eine Espressobar, Vodafone Mobilfunk, eine Apotheke, ein Blumenladen, ein Friseur, eine Reinigung, ein Reisebüro, ein Schlüsseldienst, ein Schreibwarengeschäft, der Mode-Discounter Ernsting’s family sowie dm Drogeriemarkt. Mit weiteren Anbietern werden noch Gespräche geführt. Quelle: Hallo, Ausgabe Ramersdorf-Perlach, vom 09.07.09.

Bäume weg

Am Karl-Marx-Ring 3-21 sollen 57 Bäume gefällt werden. Grund: Erneuerung eines Tiefgaragendachs sowie der Bau von Rampen als Zugang zu den Hochhäusern am Karl-Marx-Ring 3 und 5 für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Nur 17 Bäume sollen nachgepflanzt werden. Der Bezirksausschuss stimmte den Fällungen bereits zu, das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2009, Seite 41 (Stadtausgabe)

Kinderkrippe kommt

Die Kinderkrippe an der Quiddestraße 35a kann nun gebaut werden, die Finanzierung ist gesichert. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2009, Seite 42 (Stadtausgabe)

Nach über 30 Jahren: Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes in Sicht

Zur Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes wurde nun ein Grundsatz- und Eckdatenbeschluss gefällt. Damit sind die Voraussetzung für den Start eines Wettbewerb zur Bebauung geschaffen. Seit mehr als drei Jahrzehnten laufen bereits Planungen und Diskussionen zur Bebauung des derzeit als Parkplatz genutzten Areals. Nun sollen ein Bürgerzentrum (unter anderem mit Volkshochschule, Stadtbibliothek und dem FestSpielHaus), Kneipen, Restaurants, Läden, Hotels und Wohnungen entstehen. Eine Umwandlung der Thomas-Dehler-Straße in eine Fußgängerzone wird geprüft. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 06.07.2009, Seite 52 (Stadtausgabe)

Dünja ist da!

Das Internet- und Telefonlokal Dünja ist von der Ollenhauerstraße in das Marx-Zentrum, umgezogen. Die neuen Räume im Peschelanger 7 sind bereits geöffnet.

Verlängerung der Ständlerstraße mal wieder diskutiert

Bedrohte Idylle: Auf dieser Trasse würde die Verlängerung der Ständlerstaße verlaufen (12.06.2009) © Thomas Irlbeck

Auf dem „Verkehrsforum München Ost“ wurde mal wieder eine Verlängerung der Ständlerstraße ins Spiel gebracht. Damit soll die Putzbrunner Straße entlastet werden. Quelle: Südost-Kurier, 01.07.2009

Hanns-Seidel-Platz: Parken mit Haken

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Seit längerem gibt es Pläne, für das Parkieren am Hanns-Seidel-Platz Geld zu nehmen. Vorerst bleibt das Parkieren aber nun doch kostenlos. Das berichtet „Hallo“ in seiner heutigen Ausgabe „Ramersdorf-Perlach“. Fast hätte es eine Einigung der Stadt München mit dem Bayerischen Roten Kreuz gegeben, das als Bewirtschafter aufgetreten wäre. Doch nun sucht man einen Generalbetreiber, der ab 2010 die Zuständigkeit für sämtliche städtischen Parkplätze erhalten soll. Die Polizei hatte zwischenzeitlich sogar gefordert, den Parkplatz gegen das Befahren zu sperren, da der Platz verwahrlost sei und in der Nacht Autorennen stattfinden würden und auch schon Camper gesehen worden seien. Wegen des Parkdrucks sei dies dem Bürger aber kaum zu vermitteln.

Quelle: Hallo vom 26.03.2009, Ausgabe „Ramersdorf-Perlach“, Seite 1 und 4.

Wer ist für eine Parkgebühr, wer dagegen?

Da der Platz ohnehin mittelfristig bebaut wird, hat es sich hier in wenigen Jahren ohnehin ausgeparkt. Siehe hierzu: Tausend Mal geparkt – 30 Jahre nichts passiert

Der Hanns-Seidel-(Park)platz. Noch ist hier das Parkieren kostenlos. Diiese Möglichkeit wird einfrig genutzt, vor allem zum Einkaufen im pep. Aber wohl nicht mehr lange. Und bebaut werden soll der Platz ja auch mittelfristig, spätestens dann ist das Parkieren hier nur noch in den Geschichtsbüchern nachzulesen (Archivfoto). Foto: Thomas Irlbeck

Tausend Mal geparkt – 30 Jahre nichts passiert

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Hanns-Seidel-(Park)platz. Teer, nichts als Teer, und werktags viele, viele Automobile, dort wo schon längst das Stadtteilzentrum von Neuperlach, quasi der Marienplatz des Teils von München, das nie ein Tourist zu Gesicht bekommt, stehen sollte (Archivfoto). Foto: Thomas Irlbeck

Seit rund 30 schlappen Jahre wird die Bebauung des „vorübergehend“ als Parkplatz genutzten Areals am Hanns-Seidel-Platz geplant. Noch dieses Jahr soll ein Architektenwettbewerb stattfinden. Wohnungen, Büros, Läden, Gastronomie und Bürgerhaus sollen dort entstehen. Grünen-Fraktionschef Guido Bucholtz will aber mehr, er würde ganz gerne sehen, wenn das neue Areal nicht durch die breite Thomas-Dehler-Straße vom pep getrennt bleibt. Stattdessen soll die Thomas-Dehler-Straße zur Fußgängerzone werden und der Verkehr auf die umliegenden Straßen verteilt werden. Ein Prüfungsantrag wurde bereits vor eineinhalb Jahren gestellt, ohne Ergebnis, aber bei der gesamten Planungszeit eher ein Wimpernschlag.

Wenn das Resultat positiv ausfallen sollte, könnte die Fußgängerzone als optionales Element in den Wettbewerb zur Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes integriert werden.

Wer ist für eine „Fuzo“ (Fußgängerzone), wer ist dagegen?

Flohmärkte auf Hanns-Seidel-Platz verboten

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Jeder Neuperlacher kennt den Flohmarkt auf dem Hanns-Seidel-Platz. Seit 23 Jahren veranstaltet der Bürgerkreis Neuperlach dort samstägliche Flohmärkte. Doch nun wurde dem Verein die Gemeinnützigkeit aberkannt. Damit gibt es keine Genehmigung vom Kreisverwaltungsreferat München mehr. Der erste Flohmarkt des Jahres, der für den 7. Februar anberaumt war, fiel schon mal aus. Der Bürgerkreis will kämpfen.

Quelle: Südost-Kurier Perlach – Giesing – Ramersdorf vom 11.02.2009, Seite 1

Schnee, Ödnis, Langeweile und vielleicht der nächste Rundkurs für die Langlauf-Meisterschaften statt Trödel, Opas Grammophon, Omas angelaufener Schmuck und Fritzchens vergilbte Comics. Hier, an dieser Stelle des Hanns-Seidel-Platzes, fand der Flohmarkt immer statt (12.02.2009). Foto (Handycam): Thomas Irlbeck

Kinderfahrrad von Fußgängerbrücke am Hanns-Seidel-Platz auf Straße geworfen

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Unbekannte haben am Dienstag gegen 20:30 ein Kinderfahrrad von der Fußgängerbrücke am Neuperlacher Hanns-Seidel-Platz auf die Fritz-Erler-Straße geworfen. Eine 36-jährige Autofahrerin fuhr in diesem Moment stadtauswärts auf der Fritz-Erler-Straße und konnte gerade noch rechtzeitig bremsen. Ein folgender 32-jähriger Motorradfahrer schafft es ebenfalls, sein Fahrzeug rechtzeitig zum Stillstand zu bringen. Einem weiteren folgenden Autofahrer gelang dies nicht. Er fuhr auf das Motorrad auf schob dieses samt Fahrer auf den Wagen der 36-Jährigen auf. Alle drei blieben dabei zum Glück unverletzt, es entstand nur leichter Sachschaden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 11. Dezember 2008, Seite 57, Stadtausgabe

Was für Hirnverbrannte machen so was? Das Fahrrad ist offenbar gezielt auf die Straße geworfen worden, sodass es m.E. letztlich nur als Mordversuch gesehen werden kann.