Fotoschatzfund Neuperlach (5): Neuperlach Nord 1985-1990

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Durch den unermüdlichen Einsatz von J. W. kann ich noch einmal zwei sehr gute Fotos präsentieren mit Blick auf das Marx-Zentrum und die Kurt-Eisner-Straße (oberes Foto) sowie auf die Heinrich-Wieland-Straße mit aufgelassener Trambahntrasse. Beide Fotos sind irgendwann zwischen 1985 und 1990 entstanden.

Marx-Zentrum Ende 1980er
Blick auf das Marx-Zentrum mit St. Monika (ca. 1985-1990). Aus der Fotosammlung von J. W.
Heinrich-Wieland-Straße 1985-1990
Heinrich-Wieland-Straße (ca. 1985-1990). Aus der Fotosammlung von J. W.

„Dieses Rattenloch ist kein Zuhause“

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Marx-Zentrum mit Alpenpanorama © Jörg Lutz

Es gibt Filme, die sieht man sich nur an, weil sie direkt vor der eigenen Haustüre gedreht wurden. Im Marx-Zentrum. „Das beste Jahr meines Lebens“ ist so ein Film, der vor kurzem im SWR wiederholt wurde und auch auf DVD erhältlich ist. Ausgerechnet auf der Geburtstagsfeier von Laura (gespielt von Christine Neubauer) wird ihr Mann Niklas (Huub Stapel) verhaftet. Der Vorwurf: Kreditbetrug. Es gebe eine anonyme Anzeige, heißt es. Am Anfang glaubt Laura nur an ein großes Missverständnis, doch mit jeder Filmminute spitzt sich die Lage zu. Zunächst muss Laura ihren Luxus aufgeben. Die Möbelfirma ihres Mannes ist pleite. Auch das luxuriöse Haus ist futsch. Laura zieht mit ihren beiden Kindern ins Marx-Zentrum, das offenbar eine Entsorgungsstätte für gescheiterte Reiche ist (siehe TV-Serie Arme Millionäre). Sohn und Tochter sind von dem heruntergekommenen Hochhausblock gar nicht begeistert. Das Filmteam half ein wenig nach, um von vornherein eine mögliche Neuperlach-Liebe zu verhindern – beim Einzug werden sie von einem übel hustenden Penner begrüßt. Die Tochter bezeichnet das Marx-Zentrum als „Rattenloch“.

In „Das beste Jahr meines Lebens“ bezieht sich das „beste“ nicht aufs Marx-Zentrum – im Gegenteil

Die Kinder rebellieren zunächst, fügen sich aber letztendlich. Laura freundet sich mit ihrer allein lebenden Nachbarin Ziggy (Sandra Borgmann) an. Die unkonventionelle Frau, die ihr Geld mit Taxifahren und Telefonsex verdient, bringt Laura auf neue Gedanken und findet auch einen Bezug zu den Kindern. Nachdem Laura es auch mit dem Taxifahren versucht hatte, was mit einem kleinen alkoholbedingten Unfall ein jähes Ende fand, tritt Laura einen Job als Bedienung in dem verlotterten italienischen Lokal „La Grotta“ an, das irgendwo in der Innenstadt liegt. Dort wird sie vom Koch angegrabscht. Der ihr zur Hilfe eilende Arbeitskollege Robert (Nicki von Tempelhoff), mit dem sie später eine Affäre haben wird, befördert ihn mit einem mächtigen Faustschlag ins Spital. Der Koch fällt erst einmal für längere Zeit aus. Das ist die Chance für Laura und spätestens jetzt wird es arg kitschig. Laura steigt zur Küchenchefin auf und bringt mit Talent und Vollweib-Einsatz das Lokal wieder auf Vordermann. Währenddessen findet Laura heraus, dass ihr Mann nicht nur die Banken betrogen hatte, sondern auch sie. Er hatte ein Verhältnis mit seiner Sekretärin. Aber auch das wirft sie nur kurz aus der Bahn.

Der Film ist größtenteils vorhersehbar, und wo er das nicht ist, ist er nicht immer ganz logisch und glaubwürdig. Als Laura die Geliebte zur Rede stellt, gibt diese innerhalb von Sekunden nicht nur die Affäre zu, sondern auch ohne Not und ohne zu zögern, hinter der anonymen Anzeige zu stecken, als Rache, weil Niklas sich nicht ganz für sie entscheiden wollte und eine Trennung von Laura ablehnte.

Christine Neubauer bekommt 2008 den BAMBI
Christine Neubauer lobt im Film die herrliche Aussicht, die man von den oberen Stockwerken im Marx-Zentrum hat. Foto: BAMBI 2010 / Lizenz siehe: flickr

Letztlich ist der Film nur eine auf Zelluloid gebannte Trivialliteratur-Schnulze mit schwülstigem Happy-End. Die Charaktere folgen einer strikten Gut-Böse-Einteilung. Witzige Elemente, die den Film noch in eine Komödie retten könnten, findet man so gut wie keine, es sei denn, man interpretiert abgedroschene Szenen, etwa die, in der Lauras spießige, reiche Freundin Helene (Andrea L’Arronge) zufällig zum Taxifahrgast wird, als irgendwie komisch. Oder die Einstellung, in der Laura an ihrem ehemaligen Wohnhaus vorbeifährt und wehmütig das Schild „Zu verkaufen“ entdeckt.

Keine Negativdarstellungen mehr erlaubt

Der Film entstand bereits 2005, damals durfte im Marx-Zentrum noch ungehemmt gedreht werden. Heute darf per Eigentümerbeschluss das Marx-Zentrum nicht mehr negativ dargestellt werden. Generell treffen hier künstlerische Freiheit und die Interessen der Eigentümer und Bewohner aufeinander.

Ich habe selbst im Marx-Zentrum gewohnt. Ich zog 1974 dorthin, da war das Marx-Zentrum noch eine halbe Baustelle; als 8-Jähriger sah ich damals mit Freude den Bauarbeitern zu, die die letzten Arbeiten erledigten. So waren die Fußgänger- und Lieferbereiche noch nicht gepflastert und es war noch kein Laden fertiggestellt. Auf dem nahe gelegenen Sportplatz gab es aber Baracken mit Einkaufsmöglichkeiten. Heute lebe ich in einem Wohnblock, der fast derselben Architektur unterliegt, also auch „hübsch“ mit schwarzen Platten verkleidet ist. Er schließt sich nahtlos, ohne dass auch nur ein Zentimeter dazwischen wäre, an das Marx-Zentrum an. Man könnte den Bau als eine Art Erweiterung des Marx-Zentrum sehen, der Schönheitsfehler liegt jedoch darin, dass er bereits ein paar Jahre vor dem Marx-Zentrum entstand, so gesehen ist das Marx-Zentrum eher eine Erweiterung meines Wohnblocks. Formal sind beide Wohnanlagen getrennt. Weitere Bauten mit der gleichen Architektur gibt es in Neuperlach keine. Damit will ich sagen, die Bezeichnung „Rattenloch“ trifft mich ebenso. Immerhin werden die Bezeichnungen „Marx-Zentrum“ und irgendwelche Straßennamen im Film weder erwähnt, noch sind entsprechende Schilder zu sehen. Das verringert die Chance, dass man sich am Tag nach solchen Filmausstrahlungen bei Arbeitskollegen und Bekannten für sein Zuhause rechtfertigen muss. Allerdings fällt der Name Neuperlach mehrere Male. Ich habe Verständnis, dass Bewohner sich über solche Negativdarstellungen ärgern. Meinen Ärger unterdrücke ich damit, dass ich der künstlerischen Freiheit einen sehr hohen Rangwert einräume, auch wenn ich nichts Künstlerisches an diesem Film erkennen kann.

Maibaum Viktualienmarkt Stadtflagge
Maibaum auf dem Viktualienmarkt mit der schwarz-gelben Stadtflagge. Foto: patrikmloeff / Lizenz siehe: flickr

Trotz des erwähnten Eigentümerbeschlusses wird im Marx-Zentrum vermutlich auch in Zukunft fleißig weitergedreht. Wenn das Marx-Zentrum nicht mehr ins schlechte Licht gerückt werden darf, dann spielt der Film halt offiziell wo anders. Wenn die Filmhandlung etwa in Berlin stattfindet, dann kann ja das Marx-Zentrum in München nicht heruntergemacht werden. Oder etwa doch? In beiden Fällen sind es ja Geschichten, die erzählt werden, wo diese auch immer stattfinden. Das, was der Zuschauer sieht, bleibt optisch das Marx-Zentrum. Aber es ist eben nur Fiktion. Trotz einiger Missstände lebt es sich im Marx-Zentrum und drumherum gut. Die Wohnungen haben einen Komfort, wie er von heutigen Neubauten oft nicht mehr erreicht wird. Die schwarzen Gebäude mit den vielen gelben Sichtbetonelementen mag man als bedrohlich, unästhetisch ansehen. Mit etwas Phantasie findet man in der Gestaltung aber die Münchner Identifikationsfarben der Stadtflagge: schwarz-gelb. Aber dass diese das Motiv des Architekten waren, bleibt ein Gerücht.

Fotoschatzfund Neuperlach (2): Heute: Mitte der 1980er-Jahre

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Luftbild Neuperlach Nord ca. 1984
Luftbild Neuperlach Nord, ca. 1984. Aufgenommen beim Ladeanflug. Rechts ist deutlich die Heinrich-Wieland-Straße zu erkennen (führt von rechts unten ins Bild). Aus der Fotosammlung von J. W.
Ostpark ca. 1984
Blick vom Ostpark auf das Schulzentrum Nord, das Spielhaus („Maulwurfshausen“) und Neuperlach Nord, ca. 1984. Aus der Fotosammlung von J. W.

J. W. hat uns weitere hochinteressante historische Fotos aus Neuperlach zur Verfügung gestellt. Vielen, vielen Dank für den Einsatz! Auch das letzte Bild hat etwas mit Neuperlach zu tun, auch wenn der Betrachter dem Betrachter keine Hochhäuser präsentiert werden. Am 12. Juli 1984 ereignete sich eines der schlimmsten Hagelunwetter seit Jahrzehnten in Deutschland. Es traf dabei vor allem den Münchner Osten und damit auch Neuperlach. Rund 400 Verletzte waren zu beklagen, zum Glück keine Toten. Häuser und Automobile wurden zum Teil schwer beschädigt. Den VW Käfer aus dem Foto hat es erwischt, er hat deutliche Beulen abbekommen.

Friedrich-Engels-Bogen ca. 1985-1989
Friedrich-Engels-Bogen mit Blick aufs Marx-Zentrum und das AOK-Gebäude, ca. 1985-1989. Aus der Fotosammlung von J. W.
VW Käfer nach Hagelschaden 1984
VW Käfer nach Hagelschaden 1984. Aus der Fotosammlung von J. W.

Wann ist eine Straße eine Straße?

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Schlecker
Das hat der alte Max Peschel nicht verdient

Der Schlecker ist schon eine halbe Ewigkeit im Marx-Zentrum. Eine bauliche Erweiterung hat er mitgemacht, einen Umzug von der Ladenzeile Max-Kolmsperger-Straße auf die Mittelinsel und eine Umfirmierung zu Schlecker XL nebst Ladenvergrößerung.

Als seltener Kunde fielen mir gestern auf dem Bon gleich zwei Fehler auf: Dem Max Peschel hat man ein „r“ spendiert und aus dem Anger, der ja schon für Straße steht, eine Angerstraße gemacht.

Ähnliches kommt immer mal wieder vor. Als ich als kleiner Bub im Neuperlacher Spielhaus (Maulwurfshausen, am Ostpark) meinen Werkzeugausweis ausgestellt bekam, mit dem man dann schön Hämmer, Sägen und was weiß ich alles ausleihen konnte, um Hütten zu bauen, bestand der Betreuer darauf, dass er eine Straße eintragen müsse, und eine Straße würde auf „Straße“ enden, basta. Mein Einwand, dass auf dem Straßenschild nur „Peschelanger“ aufgedruckt sei und nicht mehr, wurde einfach ignoriert. So hatte ich eine peinlich anmutende Anschrift von „Peschelangerstraße irgendwas“ im Ausweis.

„Anger“ steht aber nun mal für eine kleine Straße, eine Sackgasse. Zumindest unter anderem. In Neuperlach hat man die Straßen nicht einfach auf „Straße“, „Weg“ und ggf. noch auf „Allee“ enden lassen, sondern gemäß ihrer Form, Funktion und Länge beschrieben: Friedrich-Engels-Bogen, Peschelanger, Karl-Marx-Ring. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Ausnahmen, etwa die Plettstraße.

Im ursprünglichen Sinne ist ein Anger ein grasbewachsener Fleck oder ein Dorfplatz, der gemeinschaftlich benutzt wird. Bei Anger handelt es sich um ein sehr altes deutsches Wort, das eigentlich Biegung, Bucht, Tal bedeutet. Und es ist mit der Angel verwandt, die ja schließlich auch gebogen ist. Wenn das der Spielhausbetreuer wüsste!

Bildung ist alles, ohne Bildung ist alles nichts

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Bildungslokal
Das Bildungslokal im Peschelanger 8. Hier gibt es Bildungsberatung (23.03.2011) © Thomas Irlbeck

Im Ladengeschäft Peschelanger 8 im Marx-Zentrum war lange Zeit eine Reinigung untergebracht, später konnte man dann seine Haut in einem Sonnenstudio bräunen, und das ganz ohne Billigflug nach Malle. Doch das ist nun alles Geschichte. Gestern hat nun ein städtisches Bildungslokal eröffnet, das dritte seiner Art in München, nach den Standorten Hasenbergl und Schwanthalerhöhe. Beratung, Information und fachlichen Austausch in puncto Bildung für den ganzen Stadtteil will man anbieten, wodurch unter anderem Bildungslücken geschlossen und Bildungsbiographien verbessert werden sollen. Ein wesentlicher Grundsatz ist das „Lernen vor Ort“, Bildung soll im Stadtteil gefördert werden, weil sie dort erfahrungsgemäß besonders effektiv und erfolgreich ist. Aber auch als Nachbarschaftseinrichtung und somit als Ort der Begegnung soll das Lokal fungieren. Da das Lokal nicht gewinnorientiert arbeitet, darf man nun auf einen bremsenden Effekt der Lädenfluktuation im Marx-Zentrum hoffen, zumindest an dieser einen Stelle.

Bildungslokal
Früher wurde hier eine künstliche Sonne angeboten (23.03.2011) © Thomas Irlbeck

Eine Nachfrage meinerseits, ob man sich bewusst für Standorte entschieden habe, die häufig mit Migrationsproblemen in Verbindung gebracht werden (mindestens Hasenbergl und Neuperlach legen das nahe, ob zu Recht oder nicht, soll jetzt nicht näher erörtert werden), sodass möglicherweise ein höherer Bildungsbedarf bestehe, wurde von der Bildungsmanagerin entschieden verneint. Jeder kann sich nun seinen Teil denken, ich persönlich fände es nicht schlimm, wenn dies die eigentliche Standortintention wäre.

Wer sich näher von fachlicher Seite für die Einrichtung interessiert, am 30.03.2011, von 17 bis 19 Uhr, stellt sich die Einrichtung in einem „offenen Fachaustausch“ vor. Für alle Interessierten im Stadtteil gibt es außerdem am 12.05.2011, von 15 bis 20 Uhr, einen „Tag der offenen Tür“. Anfahrt per ÖPNV: U5 bis Quiddestraße, dann Ringlinie 197 Innenring bis Peschelanger. Oder U5 bis Neuperlach Zentrum, dann Ringlinie 197 Außenring bis Peschelanger. Das Lokal liegt neben dem Rewe City.

Sprung in der Schüssel

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Für die einen sind sie eine Verschandelung des Stadtbildes, für die anderen die einzige probate Möglichkeit, Programme aus der (fernen) Heimat zu empfangen, für wieder andere eine Alternative zum terrestrischen Fernsehen DVB-T oder dem Kabelanschluss, zumal die Programmvielfalt gigantisch und auch die Möglichkeit, TV-Programme in HDTV zu empfangen, für viele äußerst interessant ist.

Sicher machen sich die Schüsseln an denkmalgeschützten Gebäuden nicht so gut. Bei in Plattenbauten in Neuperlach stört allenfalls, dass das Runde nicht zum Eckigen passt. Beide Formen beißen sich. Aber es gibt ja auch eckige Schüsseln, die aber nie eine so besonders weite Verbreitung geschafft haben. Ob rund oder eckig, die Hausverwaltungen sind passionierte Schüsselhasser. Immer wieder werden Bewohner unter Drohung juristischer Konsequenzen aufgefordert, die Schüsseln von ihren Balkonen oder vor ihren Fenstern abzumontieren. Einzelne Bewohner im Marx-Zentrum sollen von der Hausverwaltung vor Gericht gezogen worden sein, gegen andere soll dagegen nicht vorgegangen worden sein.

Einige Schüsseln sind sicherlich reichlich ungepflegt, etwa mit Taubenkot verdreckt oder fürchterlich verrostet. Bei diversen Konstruktionen ragen die Schüsseln weit an langen Stangen über die Fassade hinaus. Keiner weiß, ob sich solch eine eventuell nicht fachmännisch angebrachte Konstruktion eines Tages mal bei einem kleinen Lüftchen selbstständig macht. Generell ist aber meines Erachtens gegen stabil angebrachte und ansehnliche Schüsseln nichts zu sagen.

Satellitenschüssel, bodennahe Installation
Satellitenschüssel in bodennaher Installation (Archivbild) © Thomas Irlbeck

In meiner Wohnanlage – man glaubt es kaum – sind Schüsseln seit kurzem offiziell erlaubt, allerdings nur, wenn sie auf der Loggia oder dem Balkon bodennah installiert werden. Da die Satelliten relativ hoch stehen, ist auch bei einer bodennahen Installation oft eine Sicht zum Satelliten gegeben, ohne dass also die Brüstung im Weg ist. Man verschenkt im Idealfall nichts, sodass eine traumhafte Signalstärke erreicht wird und ausreichend Empfangsreserven für Schlechtwetter verbleiben. Die Konstruktion bietet hohe optische Fassadenkompatibilität, da man sie von außen gar nicht oder nur in großem Abstand vom Haus sehen kann. Ein Schutz vor einem katastrophalen Schüsselabsturz besteht ebenso. Leider geht dafür Platz auf der Loggia verloren. Auch funktioniert die bodennahe Installation in der Regel nur auf Loggien und Balkonen, die gen Süden gerichtet sind, da die meisten Satelliten etwa Richtung Süd positioniert sind (die beliebten Satelliten der Gruppe Astra 1 stehen auf Süd mit einer Abweichung von 19,2 Grad Richtung Osten, bei Türksat beträgt die Südabweichung 42 Grad Richtung Osten). Auf West- und Ostbalkonen sind daher dann doch oft die gefürchteten Stangenkonstruktionen erforderlich. Als legale und sicherere, aber gleichwohl kostspielige Variante besteht in vielen Wohnanlagen die Alternative, sich die eigene Schüssel aufs Flachdach setzen zu lassen, so auch in meiner Wohnanlage. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit von Gemeinschaftsantennen, was aber auch wieder Nachteile hat – neben den hohen Kosten (es ist tatsächlich billiger, wenn jeder seine eigene Schüssel montiert) spätestens bei der Frage, welche Programme von welchen Satelliten in die Hausanlage eingespeist werden. Auch ist man bei Störungen von der betreuenden Firma abhängig und kann nicht selbst an der balkoneigenen Schüssel rumschrauben. Oft stehen auch einer Gemeinschaftsantenne langfristige Verträge mit einem Kabelnetzanbieter im Weg.

Viele Schüsseln
Schüsselparade. Foto: Today is a good day / Lizenz siehe: flickr

Also doch die eigene Schüssel. Brav, klein oder extrem. Manche scheinen nicht nur eine Schüssel, sondern auch einen Sprung in einer solchen zu haben, wie so manche Konstruktion auf den folgenden Bildern zeigt. Aber auch die extremste Konstruktion kann eines nicht verhindern – dass das Fernsehprogramm kontinuierlich Jahr für Jahr schlechter wird und bald den höchstmöglichen Verflachungsgrad erreicht haben dürfte. Steil bleibt dann nur noch der Steigwinkel zum Satelliten.

Verrostete Schüssel
Wer rastet der rostet. Irgendwann. Foto: blacktar / Lizenz siehe: flickr
Noch eine Schüsselparade
Noch eine Schüsselparade. Foto: Nicobobinus / Lizenz siehe: flickr
Dachinstallation
Vorbildliche Dachinstallation. Foto: Paul Keller / Lizenz siehe: flickr
Viele Schüsseln
Ja nichts verpassen. Foto: kcolwell / Lizenz siehe: flickr

Neunhundertzwölf

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912. So viele Bilder haben Franco und Manuel als Liebesbeweis an ihre Heimat gemacht. In einer vielleicht nie dagewesenen Vollständigkeit haben sie fast ganz Neuperlach (Nord, Nordost, Ost, Mitte) auf digitalem Film festgehalten. Neuperlach Süd – konkret alles südlich von der Putzbrunner Straße – wurde bewusst weggelassen, weil es sich vom übrigen Neuperlach architektonisch erheblich unterscheidet. Vielen Dank für die schönen Bilder, von denen ich erst einmal ein paar aus Neuperlach Nordost vorstelle. In Zukunft werden sicher hier immer wieder mal welche gezeigt.

Ein Blick aus luftiger Höhe auf das Marx-Zentrum und St. Monika. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach
Ein Blick aus luftiger Höhe auf das Marx-Zentrum und St. Monika. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach, 2010
Wohnanlage am Friedrich-Engels-Bogen. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach, 2010

(Bild entfernt)

Die großzügige Fußgängerzone im Marx-Zentrum mit Biergarten und einer weiteren Freischankfläche.

Neuperlach besteht aus Hochhäusern? Auch solche Einstöckigen gibt es in Neuperlach etliche. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach, 2010
Neuperlach ist der grüne Stadtteil Münchens. Es gibt nicht nur den Ostpark, sondern auch viele weitere Parks. Wie diesen hier am Karl-Marx-Ring. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach, 2010
Die Tennishalle in der Kurt-Eisner-Straße. Sie hat keine Stützen und wird nur durch Luft-Überdruck gehalten. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach, 2010
Schule an der Max-Kolmsperger-Straße (links), im Hintergrund eine Wohnanlage am Friedrich-Engels-Bogen. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach, 2010

Goldrichtig

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Gold- und Silberankauf (30.09.2010) © Thomas Irlbeck

Die Läden im Marx-Zentrum kommen und gehen. Die Entscheidung für das neue Geschäft neben dem Vinzenzmurr war sicher goldrichtig. Einen Hundeparkplatz gibt es auch. Da können die reichen Damen ihren Fiffi zwischenparken, während sie ihren Schmuck versilbern.

Macht auf das Tor!

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Fast schon in Vergessenheit geraten ist das umstrittene Tor, das Nicht-Bewohnern der Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 den Weg zwischen Marx-Zentrum und Karl-Marx-Ring versperrt und diesen einen Umweg abverlangt. Seit dem 1. Januar dieses Jahres muss das Tor in einer Probephase täglich zwischen 8 und 18 Uhr für jedermann geöffnet sein. Am 30. Juni ist diese Probephase abgelaufen. Seitdem hat man nichts Offizielles gehört. Beobachtungen zur Folge ist das Tor aber immer noch in der genannten Zeit geöffnet. Psst, aber nicht weitersagen! Wichtig: Per Schild dürfen Sie als Nicht-Bewohner hier nicht durchgehen, per Gerichtsurteil aber schon. Und immer das Tor schön nach dem Durchgehen gemäß Hinweisschild wieder anlehnen, damit nicht noch mehr „Durchgänger“ angezogen werden!

Eine gute Gelegenheit, heute mal die Videofunktion der Kamera auszuprobieren und den ordnungsgemäßen Durchgang des Tores zu zeigen:

(Link: YouTube)

Hinweis: Das Video ist auch als HD mit 720 Zeilen verfügbar. Dazu stehen die Bedienelemente unterhalb des Videos zur Verfügung. Am besten erst per Dreieck-Schaltfläche (ziemlich weit rechts) auf 720p gehen und dann ganz rechts auf die Schaltfläche mit den vier Pfeilen klicken, um den Vollbildmodus einzuschalten. (Oder auf den Link „YouTube“ klicken, dann steht die gewohnte Navigation zur Verfügung.) Viel Spaß!

Vorher – nachher: Unsere Trabantenstadt wird schöner

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Immer mehr Häuser in Neuperlach werden aufwändig saniert und erheblich verschönert. Neuperlach verliert nun langsam das Marode, kurz, seine hässliche Fratze. Letztes Jahr sah diese Wohnanlage in der Kurt-Eisner-Straße noch zum Fürchten aus:

Wer möchte hier an der Kurt-Eisner-Straße wohnen? Doch halt: Die Aufnahme ist vom letzten Jahr (Archivbild von 2009) © Thomas Irlbeck

Ein Jahr später ist aus den Häusern fast schon eine Augenweide geworden:

Einfach nur herrlich (22.08.2010) © Thomas Irlbeck

Die Sanierung ist optisch mehr als nur geglückt. Das hässliche Blaugrau wurde durch ein kräftiges Rot ersetzt:

Die letzten Arbeiten laufen. Die Anlage ist nicht wiederzuerkennen  (22.08.2010) © Thomas Irlbeck

Hier liegt zwar kein Vorher-nachher-Vergleich vor, aber diese Sanierung im benachbarten Haar scheint schon fast einem Neubau nahe zu kommen:

Unter anderem wurden die baufälligen Balkone abgebrochen und werden jetzt durch erheblich größere ersetzt (22.08.2010) © Thomas Irlbeck

Wer es nicht glaubt, dass der Häuserblock nicht gerade neu gebaut wird, sondern tatsächlich nur saniert wird, der lese die Sanierungsbeschreibung:

Die WSB-Bayern hätte lieber auflisten sollen, was nicht erneuert wird, dann wäre die Liste vielleicht kürzer ausgefallen (22.08.2010) © Thomas Irlbeck

Sich wie im falschen Film fühlen – Peschelwood lebt

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Marx-Zentrum mit Alpenpanorama © Jörg Lutz

Das Marx-Zentrum am Peschelanger mit seinen schwarzen Hochhäusern ist ein Eldorado für Filmemacher. Man könnte es auch „Peschelwood“ nennen, nur der Schriftzug fehlt. Für die Filmschaffenden hat das Marx-Zentrum einen Vorteil, der sich in den letzten Jahren noch verstärkt hat. Denn inzwischen werden immer mehr Hochhäuser in Neuperlach bunt angemalt und verlieren ihre bedrohliche Kulisse. Nicht so das Marx-Zentrum: Da die Häuser mit Myriaden schwarzer Platten verkleidet sind, die man nur aufwändig austauschen könnte, bleibt das Marx-Zentrum ein Relikt des alten Neuperlachs, des Hässlichen. Also eine ideale Filmkulisse, um Gewalt, sozialen Abstieg und das Marode zu verkörpern. In den Jahren wurde nur Nuancen verändert, z.B. die Farbe der wenigen plattenfreien Wände zum Teil geändert (1). Das Schwarz blieb. Es muss aber immer wieder betont werden, dass das Bild in den Medien falsch ist. Das Marx-Zentrum ist keine Kriminalitätshochburg und es lässt sich hier gut leben.

Berlin in München gedreht

Fast wie in Neuperlach: Berlin. Foto: jonas_k / Lizenz siehe: flickr

Derzeit finden im Marx-Zentrum Dreharbeiten für den Film Kaddisch für einen Freund statt, der eigentlich am Berliner Mehringplatz spielt (Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 06.08.2010; Seite 58/R14, Stadtausgabe). Die Häuser sind von der Architektur ähnlich, sodass das Ganze passt. Allerdings ist das Marx-Zentrum viel zu sauber für Berlin, sodass man ein bisschen nachhelfen muss. Warum man nicht gleich in Berlin produziert, liegt am Geld – der Filmfernsehfonds Bayern macht den Dreh in Bayern möglich. So dreht man Berlin in München, wenn man so will. Laut Informationen eines Marx-Zentrum-Eigentümers dürfen im Marx-Zentrum keine Drehs mehr erfolgen, in denen das Marx-Zentrum negativ dargestellt wird (Neuperlach.org berichtete über die damals noch drohende Maßnahme, die nun Realität ist: „Daaa wohnst du?“ – Bald nur noch Heile-Welt-Produktionen im TV?). Allerdings kann das Marx-Zentrum jetzt gar nicht negativ abgebildet werden, wenn das Marx-Zentrum als Berlin Mehringplatz ausgegeben wird. So einfach ist das in der Filmwelt, und der Mythos Peschelwood „dreht“ sich weiter.

„Arme Millionäre“ lernen den wahren Reichtum kennen – in Neuperlach!

Legendär war die RTL/ORF-Comedy-Produktion „Arme Millionäre“ (2005/2006). Arm und Reich liegen ja oft nahe beieinander. Die Milliardärsfamilie Gabriel (hochkarätig besetzt, Sky du Mont als Paul Gabriel, Andrea Sawatzki als Ehefrau Adina, Mavie Hörbiger als Tochter Lilo, Maxi Warwel als Tochter Sarah), der eine Hotelkette, eine Luxusvilla und viel, viel Geld gehören, ist von einem Tag auf den anderen pleite. Unter der Brücke müssen sie aber nicht leben. Ihr ehemaliger Chauffeur Fritz (gespielt von Ludger Pistor) nimmt sie selbstlos (oder doch mit Hintergedanken!?) in seiner Plattenbauwohnung im Peschelanger 7 auf, übrigens ein Haus, das nur wenige Häuser von meinem Wohnhaus entfernt ist.

Der eigentliche Höhepunkt dieser Serie ist dieser Einzug. Um die Wirkung zu verstärken und die Kluft zwischen Luxus und maroder Tristesse in den Slums zu potenzieren, hat man – man ahnt es schon – ein wenig nachgeholfen. Sobald die Kamera in das Haus am Peschelanger 7 schwenkt, sieht man eine andere Realität: Fahrstühle mit grotesken Bullaugen-Türen und ein Foyer, das an einen apokalyptischen Film erinnert, aber nicht an das Marx-Zentrum. Ferner wurde das Haus künstlich an eine Autobahn verlegt. Entsprechende Filmschnitte machen es möglich. Ein Fenster der Wohnung geht direkt zur Autobahn raus, die aber in Wahrheit ganz wo anders liegt. Im Haus sind ständige laute Geräusche zu hören, dazu kommt der Lärm der Autobahn und viele Polizei- und Notarzteinsätze. Die geschummelten Schnitte gehören gewiss zur künstlerischen Freiheit und dürften nur von Ortskundigen als Fälschung erkannt werden.

„Arme Millionäre“-Hauptdarstellerin Andrea Sawatzki. Foto: Schröder+Schömbs PR _ Brands | Media | Lifestyle / Lizenz siehe: flickr

Die Familie Gabriel findet im Peschelanger wieder zusammen. Die neue Erfahrung der Armut lässt sie den wahren Reichtum kennen lernen. Nach dem grandiosen Höhepunkt plätschert die Serie aber ein wenig vor sich hin. Aus dem Einzug ins Marx-Zentrum hätte man sicher weit mehr machen können. Sky du Mont und Andrea Sawatzki kompensieren aber manche lauen Gags, die ohne sie kaum gezündet hätten. Bereits Sky du Monts einzigartige Stimme rechtfertigt schon fast das Zusehen – genauer Zuhören muss man ja dann wohl sagen. In einer Szene will Sky du Mont sich mit einem mal eben gecharterten Kleinflugzeug in den Tod stürzen, damit seine Familie wieder zu Geld kommt. Denn seine Lebensversicherung ist alles, was noch an monetären Werten da ist, aber die zahlt nur im Todesfall. Man darf unterstellen, dass Selbstmord ein Ausschlusskriterium ist, aber über solche kleinen Ungereimtheiten soll mal hinweggeblickt werden, passen doch die Szenen zur Story wie die Faust aufs Auge.

Die Serie wurde, obwohl sie zunächst ein Überraschungserfolg war, nie zu Ende gedreht und starb nach zwei Staffeln. Alle 12 Folgen dieser beiden Staffeln sind auf DVD erhältlich und mit 9,97 EUR (Amazon) auch bezahlbar.

Da sicher viele noch mehr vom Marx-Zentrum sehen möchten, nun die filmreife Frage: Wer kennt weitere TV- und Kinoproduktionen, die im Marx-Zentrum gedreht wurden? Hilfreich wären der genaue Titel und das Produktionsjahr. Hollywoodreif wäre ein Hinweis auf Produktionen, die demnächst im TV laufen (als Neuproduktion oder Wiederholung) mit Sender und Sendetermin. Danke schon mal im Voraus!

(1) Die südlichen Häuser im Marx-Zentrum, die zur Max-Kolmsperger-Straße gehören, hatten früher blaue Fahrstuhl-Betriebsräume und orange Fahrstuhltürme statt gelbe wie bei den anderen Häusern. Inzwischen hat man vereinheitlicht: Jetzt sind die genannten Flächen gelb. Vielleicht hatte man bei der Sanierung versehentlich nur gelbe Farbe gekauft.

Marx-Zentrum: Schlecker ist tot, es lebe Schlecker!

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Die Arbeiten gehen voran (21.05.2010) © Thomas Irlbeck

Der Konzern hatte angekündigt, den Laden im Marx-Zentrum (Peschelanger 13) zu schließen (Neuperlach.org berichtete). Die Kunden wurden auf die weit entfernte Filiale am Gustav-Heinemann-Ring verwiesen. Doch nun tut sich Erstaunliches, die Filiale wird als Schlecker XL wieder eröffnet. Wie der Schlecker-Konzern mir mitteilte, wird am 04.06. Eröffnung sein. Dabei wird nicht nur alles neu, sondern auch alles erheblich größer sein, denn die Fläche des alten unmittelbar angrenzenden NKD-Ladens wird zukünftig als Verkaufsraum mitgenutzt. Die Trennmauer zwischen beiden Läden wurde bereits entfernt.

Der Hintergrund der Umwandlungen von Schlecker in Schlecker XL ist Zeitungsberichten zufolge, dass die Kunden vermehrt zur Konkurrenz mit ihrem größeren Warenangebot laufen. Schlecker hat dann ebenso mit einer Vergrößerung des Warenangebots reagiert und nennt das Ganze dann eben Schlecker XL.

Der Konzern war mit dem Schlecker XL-Konzept aber in die Kritik geraten. So berichteten Zeitungen, dass Mitarbeitern gekündigt und ihnen angeboten wurde, sie in der eigenständigen Schlecker XL GmbH wieder neu einzustellen – zu erheblich schlechteren Konditionen. Dem Magazin Stern TV vom 16.09.2009 zufolge sahen diese Konditionen eine Halbierung des Bruttogehalts, eine Verringerung der Anzahl der Urlaubstage von 30 auf 24 und eine Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld vor.

Der neue Schriftzug pappt schon am Schaufenster. Die sechs bunten Scheiben stehen für „Schlecker XL“  (21.05.2010) © Thomas Irlbeck
Das Plakat weist auf die Eröffnung am 04.06.2010 hin (21.05.2010) © Thomas Irlbeck

Wikipedia berichtet davon, dass eine Mitarbeiterin gegen die Praktik gerichtlich vorging und einen Teilerfolg erzielte. Zitat:

Das Arbeitsgericht Marburg hat Schlecker XL am 23. April 2010 im Rahmen einer einstweiligen Verfügung verpflichtet bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahren eine ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin zu alten Konditionen weiterzubeschäftigen, da in der Umwandlung Schlecker zu Schlecker XL ein Betriebsübergang i.S.v. § 613a BGB zu sehen sei und daher, zum Zeitpunkt des Übergangs von Schlecker, bestehende Arbeitsverträge auf den neuen Schlecker XL übergegangen seien.

Historisches Zuckerl

Noch als Zuckerl ein kurzer historischer Rückblick: Dort, wo jetzt Schlecker ist, befand sich früher mal das Marx-Zentrum-Hallenbad. Das Schwimmbecken betonierte man Mitte der 1990er Jahre zu, riss die sanitären Anlagen heraus und wandelte den Gebäudeteil in zwei Läden um. Da jetzt die Räumlichkeiten wieder vereint wurden, steht gewissermaßen die alte Schwimmhalle wieder als ein einziger Raum zur Verfügung. Vom alten Schwimmhallenflair ist aber nichts mehr zu spüren. Wer es nicht weiß, kommt hier kaum auf die Idee, dass hier mal früher Leute ihre Bahnen im Wasser zogen.

Mailights

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Ein paar Impressionen kurz vor dem Mai. Die Leerstände weiten sich dagegen aus. Wie berichtet, hat nun auch der Schlecker aufgegeben. Der Laden (rechts im Bild) ist schon weitestgehend ausgeräumt.

Blühende Landschaften (29.04.2010) © Thomas Irlbeck
Leerstände im Marx-Zentrum. Mitte: Ex-NKD, Rechts: Ex-Schlecker (29.04.2010) © Thomas Irlbeck

Das Pflegeheimchen hat ein Maibäumchen bekommen:

Maibäumchen (29.04.2010) © Thomas Irlbeck

Ausgeschleckt – Ladensterben im Marx-Zentrum setzt sich fort

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Der Schlecker verabschiedet sich unspektakulär (19.04.2010) © Thomas Irlbeck (Handyfoto)

Das Ladensterben im Marx-Zentrum nimmt immer größere Ausmaße an. Der Schlecker schließt zum Monatsende. Bald gibt es auch keine Drogerie mehr im Marx-Zentrum. Damit erhöht sich die Anzahl der Leerstände auf 4. Die Alternative Gustav-Heinemann-Ring ist übrigens keine. Der Fußweg dahin dürfte mindestens eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. Denn der Gustav-Heinemann-Ring liegt in der Nähe der U- und S-Bahnstation Neuperlach Süd, wir sind aber hier in Neuperlach Nordost.

Christkindlmarkt im Marx-Zentrum

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Fast alle, sagen wir mal leicht vereinfachend „alle“, blicken erwartungsfroh Richtung Sommer. Es soll an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden, in welcher Richtung der Sommer liegt. Nun aber findet man auf seiner Lieblingsseite eine Nonsensüberschrift, in einer Jahreszeit, in der jeder seinen rostenden Schlitten schon auf dem Dachboden verstaut hat und in der alles, was nur begrifflich an den Herbst oder Winter erinnert, in einem pathologischen Schreikrampf mündet.

Es gibt keinen Christkindlmarkt im Marx-Zentrum, schon einmal, weil da ohnehin fast nur Hartz IV-empfangende Moslems wohnen und überhaupt und sowieso!

Doch Bilder lügen nicht:

Christkindlmarkt im Marx-Zentrum

Marx-Zentrum: Zwangsversteigerung, Ladensterben, Substitutionspraxis

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Schreibwarengeschäft in der Max-Kolmsperger-Straße 11. Es ist eines der ältesten Geschäfte in Neuperlach überhaupt (13.02.2010) © Thomas Irlbeck

Das Neuperlacher Marx-Zentrum hat leider nicht den besten Ruf. Vieles ist in der Presse sicher negativer dargestellt, als es tatsächlich ist, aber gewisse Probleme lassen sich nicht leugnen.

Schon als kleiner Bub habe ich ab 1974 (!) im Marx-Zentrum-Schreibwarengeschäft eingekauft. Dieses eröffnete kurz nachdem ich ins Marx-Zentrum einzog. Hier hat sich halb Neuperlach eingedeckt, vor allem die Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, schon einmal deshalb, weil es nur wenig Alternativen gab. Das pep kam z.B. erst 1980 hinzu. Wer was Spezielleres brauchte, das nicht im Marx-Zentrum-Schreibwarengeschäft zu finden war, dem blieb nur eine Fahrt mit der Tram in die Innenstadt.

Nun wird das Ladengeschäft zwangsversteigert, der Eigentümer ist verschuldet. Die Zwangsversteigerung fand bereits statt, da aber niemand das geforderte Mindestgebot abgab, wird die Versteigerung nun mit reduziertem Mindestgebot wiederholt.

Der Laden hat im Erdgeschoss eine Nutzfläche von 82,22 m². Im Keller gibt es noch mal Lagerräume mit einer Nutzfläche von 66,75 m² dazu (13.02.2010) © Thomas Irlbeck

Im Exposé, das für das Amtsgericht München erstellt wurde, wird das Objekt in der Max-Kolmsperger-Straße 11 näher beschrieben. Hier wird das Objekt natürlich nicht werbewirksam abgebildet, sondern neutral dargestellt. So kommt man auch an den negativen Punkten nicht vorbei. Dabei heißt es:

Lagenachteile: durch soziale Randgruppen (Methadonpraxis in nächster Nähe; „flexible Jugendhilfe“)

Gemeint ist mit der „Methadonpraxis“ eine Allgemeinarztpraxis im Ärztehaus (Peschelanger 11), die übrigens seit einiger Zeit nicht mehr Methadon, sondern das verwandte Eptadon ausgibt, das laut einem an der Praxis ausgehängten Infoblatt eine Reihe von Vorteilen aufweist.

Der Zustand ist laut Exposé „gut bis mittel“, die Ausstattung eine „mittlere und zweckmäßige“.

Aber damit sind wir hier noch nicht am Ende mit den schlechten Nachrichten: Der NKD, der schon einmal eine Schließung ankündigte, dann aber wieder zurücknahm, schließt nun wohl tatsächlich. Am 19.03.2010 soll Schluss sein. Vorher findet noch eine „große Versteigerung“ statt.

NKD: Diese Filiale wird laut Aushang geschlossen (13.02.2010) © Thomas Irlbeck
Vorher kann man noch was ersteigern (13.02.2010) © Thomas Irlbeck

Einen bereits existierenden Leerstand gibt es im Peschelanger 8. Früher war hier mal über Jahrzehnte hinweg eine Reinigung zu finden, der Nachfolgeladen konnte sich nicht halten.

Leerstand im Peschelanger 8 (13.02.2010) © Thomas Irlbeck

Der Name macht’s – auch im Traum! Oder „der kürzeste Marketing-Name der Welt“

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Der richtige (Produkt-)Name ist entscheidend. Das Interessante dabei ist, dass auch im Traum die Namensgebung eine große Rolle zu spielen scheint. Gestern träumte ich, dass die Fassaden im Marx-Zentrum saniert worden wären. Einer der Bewohner teilte mir dann mit, dass er seine Wohnanlage nun mit der Bezeichnung „Mallorca-Zentrum“ bzw. „Mein Malle“ aufwerten würde. Inoffiziell wäre dies nun der Name. Schließlich sei der Name „Mallorca“ und „Marx“ ja so ähnlich, nur sei das noch niemand aufgefallen. „Mallorca“ und „Malle“ klingen ja einfach besser, sie würden mediterranes Ambiente versprühen.

Als ich aufwachte, bewertete ich die Namensähnlichkeit eher als gering an. Mit „Mallorca“ hat der alte „Karl Marx“ ja eher wenig zu tun, schon gar nicht namensmäßig. Ein wenig mediterran geht es im Marx-Zentrum aber dennoch zu, seit dem 16. Dezember hat im Peschelanger 13, der Mittelinsel des Marx-Zentrum, das Bella Calabria (Ristorante, Pizzeria, Bar) geöffnet, welches das Lecco Mokko ablöst. Das klingt doch schon mal ganz schön südlich, mindestens.

Mit Mallorca hat dies alles nichts zu tun, aber mit südlichem Flair (12.01.2010) © Thomas Irlbeck

Überall, wo wir uns umschauen, wird ein Produkt mit dem richtigen Namen eine oder gleich ein paar Stufen angehoben. Aus dem schlichten Pudding wird ein „Grand Dessert“, die Tiefkühlpizza ist selbstverständlich „ofenfrisch“ und bei dem schlichten Pülverchen, das man mit heißem Wasser überbrüht, ist man sich nicht zu schade, „Cappuccino“ auf die Packung zu schreiben, wenngleich bei so manchem Produkt „kaffeeähnliches Heißgetränk mit Cappuccino-affinem Geschmack“ ehrlicher wäre. Aber wer würde das kaufen? Neben dem richtigen Bild und der länger gefassten Werbebotschaft macht es einfach der richtige Name.

Stuttgarter Stadtbahn: Macht den Fahrgästen ein „X“ für ein „U“ vor (eigentlich umgekehrt). Foto: tracktwentynine / Lizenz siehe: flickr

Werbewirksam haben die Betreiber des beliebten Neuperlacher Einkaufszentrums „pep“ die Auflösung, die erst „Perlacher Einkaufs-Passagen“ lautete, nachträglich in „Perlacher Einkaufs-Paradies“ umgedeutet. Fragt sich, wer vorher überhaupt in einer schlichten „Passage“ einkaufen wollte, wenn man dies im Paradies auch kann.

Die Stuttgarter versehen ihre Stadbahnfahrzeuge mit einem „U“. Hier macht es ein einziger Buchstabe, jeder assoziiert damit „U-Bahn“. Dumm nur, dass das Stuttgarter System nicht die Anforderungen an eine U-Bahn erfüllt. Offiziell steht das „U“ daher in Stuttgart gar nicht für „Untergrund“, sondern für „unabhängig“. Das „U“ der Stuttgarter Stadtbahn ist damit wohl der kürzeste Marketingname der Welt, denn kürzer als ein Buchstabe geht ja wohl nicht.

Ergänzung: Diverse andere Städte (nicht alle!) werten ihr Stadtbahnsystem begrifflich auch zur „U-Bahn“ auf. Stuttgart ist also nicht alleine.

Hinter Schloss und Riegel – aber nur noch von 18-8 Uhr

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Alles begann damit, dass sich die Eigentümer der Neuperlacher Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 über rücksichtslose Ruhestörer und Spritzenwerfer beklagten, die den Weg an der Nordseite der Wohnanlage benutzten und ihnen nachts den Schlaf raubten. Laut Bebauungsplan ist dieser Weg für die Allgemeinheit als Durchgang freizuhalten. Außerdem definiert der Bebauungsplan Neuperlach als Stadtteil der offenen Wege, sodass man sich ungehindert von A nach B bewegen kann. Zäune kommen dort nur bei bestimmten Gemeinbedarfsflächen vor, z.B. bei Schulen. Andernorts sind Zäune nicht zulässig.

Dennoch errichtete die Eigentümergemeinschaft Mitte Mai 2007 einen Zaun mit abschließbarem Tor an der Westseite des Weges. Dieser wurde nachträglich von der Lokalbaukommission genehmigt, obwohl an dieser Stelle kein Zaun zulässig ist. Seitdem haben nur noch die Anwohner der Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 mit ihrem Schlüssel freien Durchgang. Für die anderen, die z.B. vom Marx-Zentrum zur Bushaltestelle Friedrich-Engels-Bogen möchten, bedeutet die Maßnahme einen Umweg.

Nach vielfachen Protesten wurde die Genehmigung widerrufen und der Rückbau des Zaunes angeordnet. Die Eigentümergemeinschaft wollte sich nicht damit abfinden und legte Rechtsmittel ein. Nun fand man einen Kompromiss. Der Zaun darf bleiben, das Tor soll aber für zunächst ein halbes Jahr von 8:00 bis 18:00 für die Allgemeinheit offen bleiben.

Dieser Kompromiss ist meines Erachtens halb gar. Als wenn kein relevanter Fußgängerverkehr mehr nach 18:00 stattfinden würde. Die Geschäfte im Marx-Zentrum schließen z.B. weitgehend um 20:00. Und auch nach 20:00 hört das gesellschaftliche Leben nicht auf.

Außerdem ist zu befürchten, dass ein Präzedenzfall geschaffen wird. In Zukunft könnte das Beispiel Schule machen und alle Eigentümer, die sich gestört fühlen, irgendwelche Zäune errichten und sich dabei berufen, dass an der Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 ja eine Genehmigung erteilt worden sei, und gleiches Recht für alle einfordern. Das Motto wäre: sich mit Zäunen abschotten und die Augen schließen. Wenn die Probleme nicht mehr vor der eigenen Haustüre stattfinden, sind sie aus der Welt.

Die Drogenabhängigen und Partygänger benutzen halt jetzt den zweiten Weg, den Südweg, was vor allem die Bewohner in der besagten Wohnanlage freut, die ihre Schlafzimmer Richtung Süden haben. Das sind nämlich auch eine ganze Menge. Problem verschoben und gelöst. Oder etwa doch nicht?

Das Tor (12.01.2010) © Thomas Irlbeck

Quelle:

Zeitungsartikel aus dem Münchner Merkur vom 03.12.2009 zum Kompromiss mit der Lösung 8:00-18:00 Uhr

Neues aus Neuperlach – kleine Nachrichten aus den großen Häusern (Folge 1)

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Update: „Life“ eröffnet am 09.09.09 um 09 Uhr

Das neue Einkaufszentrum an der Albert-Schweitzer-Straße „Life“ eröffnet am 09.09.09 um 09 Uhr. 93 % der Flächen sind bereits vermietet. Ins life kommen: Aldi, Rewe Vollsortiment, Metzgerei Vinzenz Murr, Bio-Markt ALNATURA, Bäckerei Traublinger, eine Natursaftbar, eine Espressobar, Vodafone Mobilfunk, eine Apotheke, ein Blumenladen, ein Friseur, eine Reinigung, ein Reisebüro, ein Schlüsseldienst, ein Schreibwarengeschäft, der Mode-Discounter Ernsting’s family sowie dm Drogeriemarkt. Mit weiteren Anbietern werden noch Gespräche geführt. Quelle: Hallo, Ausgabe Ramersdorf-Perlach, vom 09.07.09.

Bäume weg

Am Karl-Marx-Ring 3-21 sollen 57 Bäume gefällt werden. Grund: Erneuerung eines Tiefgaragendachs sowie der Bau von Rampen als Zugang zu den Hochhäusern am Karl-Marx-Ring 3 und 5 für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Nur 17 Bäume sollen nachgepflanzt werden. Der Bezirksausschuss stimmte den Fällungen bereits zu, das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2009, Seite 41 (Stadtausgabe)

Kinderkrippe kommt

Die Kinderkrippe an der Quiddestraße 35a kann nun gebaut werden, die Finanzierung ist gesichert. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2009, Seite 42 (Stadtausgabe)

Nach über 30 Jahren: Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes in Sicht

Zur Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes wurde nun ein Grundsatz- und Eckdatenbeschluss gefällt. Damit sind die Voraussetzung für den Start eines Wettbewerb zur Bebauung geschaffen. Seit mehr als drei Jahrzehnten laufen bereits Planungen und Diskussionen zur Bebauung des derzeit als Parkplatz genutzten Areals. Nun sollen ein Bürgerzentrum (unter anderem mit Volkshochschule, Stadtbibliothek und dem FestSpielHaus), Kneipen, Restaurants, Läden, Hotels und Wohnungen entstehen. Eine Umwandlung der Thomas-Dehler-Straße in eine Fußgängerzone wird geprüft. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 06.07.2009, Seite 52 (Stadtausgabe)

Dünja ist da!

Das Internet- und Telefonlokal Dünja ist von der Ollenhauerstraße in das Marx-Zentrum, umgezogen. Die neuen Räume im Peschelanger 7 sind bereits geöffnet.

Verlängerung der Ständlerstraße mal wieder diskutiert

Bedrohte Idylle: Auf dieser Trasse würde die Verlängerung der Ständlerstaße verlaufen (12.06.2009) © Thomas Irlbeck

Auf dem „Verkehrsforum München Ost“ wurde mal wieder eine Verlängerung der Ständlerstraße ins Spiel gebracht. Damit soll die Putzbrunner Straße entlastet werden. Quelle: Südost-Kurier, 01.07.2009

Vom Tellerwäscher zum Millionär

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Zumindest fast, zumindest vielleicht. Wo bekommt man schon ein fertig eingerichtetes Reisebüro zum Schnäppchenpreis? Einen Hundeparkplatz gibt’s auch dazu. Mit dem Geldverdienen kann es dann gleich losgehen. Gesehen im Marx-Zentrum, Peschelanger 13.

Ein Reisebüro mit allem Drum und Dran … (10.03.2009). Foto: Thomas Irlbeck
… für lau (10.03.2009). Foto: Thomas Irlbeck