Hinter Schloss und Riegel – aber nur noch von 18-8 Uhr

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Alles begann damit, dass sich die Eigentümer der Neuperlacher Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 über rücksichtslose Ruhestörer und Spritzenwerfer beklagten, die den Weg an der Nordseite der Wohnanlage benutzten und ihnen nachts den Schlaf raubten. Laut Bebauungsplan ist dieser Weg für die Allgemeinheit als Durchgang freizuhalten. Außerdem definiert der Bebauungsplan Neuperlach als Stadtteil der offenen Wege, sodass man sich ungehindert von A nach B bewegen kann. Zäune kommen dort nur bei bestimmten Gemeinbedarfsflächen vor, z.B. bei Schulen. Andernorts sind Zäune nicht zulässig.

Dennoch errichtete die Eigentümergemeinschaft Mitte Mai 2007 einen Zaun mit abschließbarem Tor an der Westseite des Weges. Dieser wurde nachträglich von der Lokalbaukommission genehmigt, obwohl an dieser Stelle kein Zaun zulässig ist. Seitdem haben nur noch die Anwohner der Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 mit ihrem Schlüssel freien Durchgang. Für die anderen, die z.B. vom Marx-Zentrum zur Bushaltestelle Friedrich-Engels-Bogen möchten, bedeutet die Maßnahme einen Umweg.

Nach vielfachen Protesten wurde die Genehmigung widerrufen und der Rückbau des Zaunes angeordnet. Die Eigentümergemeinschaft wollte sich nicht damit abfinden und legte Rechtsmittel ein. Nun fand man einen Kompromiss. Der Zaun darf bleiben, das Tor soll aber für zunächst ein halbes Jahr von 8:00 bis 18:00 für die Allgemeinheit offen bleiben.

Dieser Kompromiss ist meines Erachtens halb gar. Als wenn kein relevanter Fußgängerverkehr mehr nach 18:00 stattfinden würde. Die Geschäfte im Marx-Zentrum schließen z.B. weitgehend um 20:00. Und auch nach 20:00 hört das gesellschaftliche Leben nicht auf.

Außerdem ist zu befürchten, dass ein Präzedenzfall geschaffen wird. In Zukunft könnte das Beispiel Schule machen und alle Eigentümer, die sich gestört fühlen, irgendwelche Zäune errichten und sich dabei berufen, dass an der Wohnanlage Karl-Marx-Ring 52-62 ja eine Genehmigung erteilt worden sei, und gleiches Recht für alle einfordern. Das Motto wäre: sich mit Zäunen abschotten und die Augen schließen. Wenn die Probleme nicht mehr vor der eigenen Haustüre stattfinden, sind sie aus der Welt.

Die Drogenabhängigen und Partygänger benutzen halt jetzt den zweiten Weg, den Südweg, was vor allem die Bewohner in der besagten Wohnanlage freut, die ihre Schlafzimmer Richtung Süden haben. Das sind nämlich auch eine ganze Menge. Problem verschoben und gelöst. Oder etwa doch nicht?

Das Tor (12.01.2010) © Thomas Irlbeck

Quelle:

Zeitungsartikel aus dem Münchner Merkur vom 03.12.2009 zum Kompromiss mit der Lösung 8:00-18:00 Uhr

Neues aus Neuperlach – kleine Nachrichten aus den großen Häusern (Folge 1)

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Update: „Life“ eröffnet am 09.09.09 um 09 Uhr

Das neue Einkaufszentrum an der Albert-Schweitzer-Straße „Life“ eröffnet am 09.09.09 um 09 Uhr. 93 % der Flächen sind bereits vermietet. Ins life kommen: Aldi, Rewe Vollsortiment, Metzgerei Vinzenz Murr, Bio-Markt ALNATURA, Bäckerei Traublinger, eine Natursaftbar, eine Espressobar, Vodafone Mobilfunk, eine Apotheke, ein Blumenladen, ein Friseur, eine Reinigung, ein Reisebüro, ein Schlüsseldienst, ein Schreibwarengeschäft, der Mode-Discounter Ernsting’s family sowie dm Drogeriemarkt. Mit weiteren Anbietern werden noch Gespräche geführt. Quelle: Hallo, Ausgabe Ramersdorf-Perlach, vom 09.07.09.

Bäume weg

Am Karl-Marx-Ring 3-21 sollen 57 Bäume gefällt werden. Grund: Erneuerung eines Tiefgaragendachs sowie der Bau von Rampen als Zugang zu den Hochhäusern am Karl-Marx-Ring 3 und 5 für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Nur 17 Bäume sollen nachgepflanzt werden. Der Bezirksausschuss stimmte den Fällungen bereits zu, das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2009, Seite 41 (Stadtausgabe)

Kinderkrippe kommt

Die Kinderkrippe an der Quiddestraße 35a kann nun gebaut werden, die Finanzierung ist gesichert. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2009, Seite 42 (Stadtausgabe)

Nach über 30 Jahren: Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes in Sicht

Zur Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes wurde nun ein Grundsatz- und Eckdatenbeschluss gefällt. Damit sind die Voraussetzung für den Start eines Wettbewerb zur Bebauung geschaffen. Seit mehr als drei Jahrzehnten laufen bereits Planungen und Diskussionen zur Bebauung des derzeit als Parkplatz genutzten Areals. Nun sollen ein Bürgerzentrum (unter anderem mit Volkshochschule, Stadtbibliothek und dem FestSpielHaus), Kneipen, Restaurants, Läden, Hotels und Wohnungen entstehen. Eine Umwandlung der Thomas-Dehler-Straße in eine Fußgängerzone wird geprüft. Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 06.07.2009, Seite 52 (Stadtausgabe)

Dünja ist da!

Das Internet- und Telefonlokal Dünja ist von der Ollenhauerstraße in das Marx-Zentrum, umgezogen. Die neuen Räume im Peschelanger 7 sind bereits geöffnet.

Verlängerung der Ständlerstraße mal wieder diskutiert

Bedrohte Idylle: Auf dieser Trasse würde die Verlängerung der Ständlerstaße verlaufen (12.06.2009) © Thomas Irlbeck

Auf dem „Verkehrsforum München Ost“ wurde mal wieder eine Verlängerung der Ständlerstraße ins Spiel gebracht. Damit soll die Putzbrunner Straße entlastet werden. Quelle: Südost-Kurier, 01.07.2009

Vom Tellerwäscher zum Millionär

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Zumindest fast, zumindest vielleicht. Wo bekommt man schon ein fertig eingerichtetes Reisebüro zum Schnäppchenpreis? Einen Hundeparkplatz gibt’s auch dazu. Mit dem Geldverdienen kann es dann gleich losgehen. Gesehen im Marx-Zentrum, Peschelanger 13.

Ein Reisebüro mit allem Drum und Dran … (10.03.2009). Foto: Thomas Irlbeck
… für lau (10.03.2009). Foto: Thomas Irlbeck

Noch mehr Leere

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Die Leerstände im Marx-Zentrum nehmen weiter zu. Das Bekleidungsgeschäft NKD („Niedrig Kalkuliert Discount“) schließt. Damit gibt es in Kürze im Marx-Zentrum keine Bekleidung mehr zu kaufen. Früher drehte man hier seine Bahnen im Hallenbad des Marx-Zentrum. Später wurde das Hallenbad in eine Judoschule umgewandelt. Dann kam der Betonmischer und das Becken wurde zubetoniert. Es entstanden zwei neue Ladengeschäfte, darunter der NKD. Nun geht auch dieses unter wie ein Bleigürtel im Wasser.

Der NKD im Marx-Zentrum schließt (18.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck

Top 3 der Fußfallen und Langsamfahrstellen, die einen zur Raserei bringen

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Dumm gelaufen. Hier läuft nichts wie geschmiert, derjenige, der sich das ausgedacht hat, hat vermutlich ein Rad los. Im Folgenden werden die dümmsten Stellen für Fußgänger und Radler in Neuperlach präsentiert.

Platz 1 – Aufgespießt: die Schranke für Schlanke am Überweg Kurt-Eisner-Straße

Schön lang ist die Schranke, damit nur noch Schlanke durchpassen. Vermutlich sollen hier nicht nur Pkws an der Durchfahrt gehindert werden, sondern auch Radler ausgebremst werden. Damit hier niemand zu schnell durchradelt, hat man noch einmal eigens ein paar Zentimeter Rohr an die Schranke vorne drangeschweißt, damit die radelnden Raser am Lenker order Fahrradkorb sicher an der Schranke hängenbleiben. Der Durchgang ist so schmal, dass besonders vollschlanke Personen, überbreite Kinderwägen oder Rollstühle zum Teil kaum mehr durchpassen. Diese geniale Idee verdient 10 von 10 Punkten.

Durch dieses Nadelöhr müssen Fußgänger und Radler, wenn sie über das Neuperlacher Fußwegsystem Richtung U-Bahn Quiddestraße wollen oder von dieser kommen. Bei breiten Kinderwägen oder Rollstühlen kann dies schnell knapp werden. Links und rechts an der Schranke vorbei geht es auch, man muss aber dann über den Rasen, den man bestimmt nicht betreten darf. Außerdem ist es hier (zwischen Mülleimer und Stange) auch nicht viel breiter (11.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck
Die Schranke für Schlanke in voller Pracht (11.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck

Platz 2 – Zutritt nur für Astronauten: die Mondlandschaft im Marx-Zentrum

Als Park und Spielplatz war sie geplant, die riesengroße Dachterrasse auf der Mittelinsel im Marx-Zentrum. Die ersten Jahre war sie das auch, sie war noch mehr, der Stolz des Marx-Zentrum. Heute sind aber die Aufgänge mit Gittern zugesperrt, das Dach zur Mondlandschaft verkommen. Da immer wieder Personen das Dach betraten, hat man in den vergangenen Jahren in mehreren Etappen immer mächtigere Gitter angeschraubt. Viele Bewohner haben einen Blick ins Grüne. Bewohner im Marx-Zentrum haben dagegen einen Blick auf einen hässlichen Steinbruch. Dieser architektonische Wahnsinn reicht noch für 9,99 Punkte.

(Bilder entfernt)

Platz 3 – Nur für Katzen: dunkler Durchgang Plettstraße <–> pep

Tagsüber nicht schön anzuschauen, aber man sieht was. Nachts ist er es hier zappenduster, was den Vorteil hat, dass man nicht nur nichts sieht, sondern auch das Hässliche nicht mehr zu Gesicht bekommt (Archivfoto). Foto: Thomss Irlbeck

Zum pep geht es hier, und wieder zurück. Theoretisch. Leider hat man offenbar beim Ausräumen des ehemaligen Plett-Zentrum, das nur noch als Durchgang fungiert, auch die Lampen mitgenommen, denn die Betonruine ist nun völlig unbeleuchtet. Wer nicht zufällig eine Katze ist, kann den Durchgang bei Dunkelheit kaum noch benutzen. Dabei wollen viele diesen Durchgang benutzen, um im pep einzukaufen. Dem im näher gelegenen Quidde-Zentrum gibt es ja keine Lebensmittel mehr. Die Alternativroute führt über die Brücke der Albert-Schweitzer-Straße, was einen schönen Umweg bedeutet. Das ist 9,98 Punkte wert.

Bei Frost geöffnet

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Es ist kalt in Neuperlach. Sehr kalt. Dies ist nichts Ungewöhnliches, aber es muss etwas getan werden, damit das schöne frische Gemüse keine Frostbeulen bekommt. Also, rein damit in den warmen Laden. Jetzt aber, wo vor dem Laden alles leer und tot ist, denken die Leute, Onkel Güls Laden reiht sich ein in die anderen Leerstände des Marx-Zentrum. Die Lösung ist einfach: Ein Schild muss her. Ein Blatt vom Whiteboard abgerissen, den Filzer gezückt und mit viel Schwung die Botschaft geschrieben. Jetzt wissen wir es, es gibt noch offene Läden im Marx-Zentrum. Über die kleineren Rechtschreib- und Grammatikfehler sehen wir einmal hinweg.

„Sämtliche Obst- und Gemüsesorten sind im Laden drin“ … (10.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck
… denn hier sind sie nicht (10.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck

Frohes Fest

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Ich wünsche allen Besuchern des Neuperlach-Blogs ein frohes Fest, ein paar geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Krippe © Ruth Rudolph / Pixelio
Mit dem legendären Weihnachtsbaum am Rockefeller Center können wir hier in Neuperlach nicht mithalten. Bei uns ist alles kleiner und bescheidener. Der offizielle Weihnachtsbaum in unserer Einkaufserlebniswelt Marx-Zentrum strahlt dennoch (23.12.2008). Foto: Thomas Irlbeck

Lichtspiele

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(Bilder entfernt)

Die Renovierung des Bürogebäudes am Peschelanger 3 (am Marx-Zentrum in München Neuperlach) neigt sich dem Ende. Früher war hier die Burger King-Zentrale untergebracht. Seitdem steht das Haus in weiten Teilen leer.

Nun wirbt eine riesengroße Tafel für neue Mieter. Ob das lichtdurchflutete Haus ohne Schatten bald neue Mieter findet?

Gibt es nicht eigentlich nicht das geflügelte Wort: „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“? Ist somit die Werbetafel in sich widersprüchlich?

Voll abgedreht

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Man glaubt es kaum: Das Marx-Zentrum ist älter als „Der Alte“. Siegfried Lowitz alias Kriminalhauptkommissar Köster ging 1977 mit dem „Alten“ erstmals auf Sendung, das Marx-Zentrum öffnete bereits 1975. Die Fahrzeugflotte des „neuen Alten“ parkt vor dem Penny (10.12.2008). Foto: Thomas Irlbeck

Das Marx-Zentrum in Neuperlach ist diese Woche mal wieder großes Kino angesagt (siehe dazu auch unter „Daaa wohnst du?“ – Bald nur noch Heile-Welt-Produktionen im TV?) . Eine neue spannende Folge der beliebten ZDF-Krimiserie „Der Alte“ steht auf dem Programm, sagt der Drehplan. Kriminalhauptkommissar Herzog alias Walter Kreye schlägt sich wie immer mit Mord und Totschlag herum. Der Tod kommt halt mörderisch gut. Aber wer war’s? Kein Problem, ich lös‘ den Fall auf jeden Fall. Das Ende der Story ist mal wieder voll abgedreht.

Ein Bewohner hatte den Finger am Abzug und schoss mit der Digicam – treffsicher:

(Bild entfernt)

In dieser Fotoserie … (12.12.2008).

(Bild entfernt)

… dreht sich alles um den Drehort, der sich auf der Anlieferzone des Penny … (12.12.2008).

(Bild entfernt)

… vor dem Peschelanger 9 befindet. Nun wer steht denn da?  Michael Brandner spielt in dieser Folge vom Alten mit (12.12.2008).

(Bild entfernt)

Gut getroffen (12.12.2008).

(Bild entfernt)

Ein Taxi scheint in dieser Folge auch eine Rolle zu spielen (12.12.2008).

„Daaa wohnst du?“ – Bald nur noch Heile-Welt-Produktionen im TV?

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Im Neuperlacher Marx-Zentrum werden häufig TV-Serien und Spielfilme gedreht. Die mächtige schwarze Hochhausfestung scheint eine Faszination auf die Regisseure auszuüben.

Doch meist wird das Marx-Zentrum ins schlechte Licht gerückt und als heruntergekommene Kriminalitätsfestung präsentiert. Oft wird noch nachgeholfen und die Häuser werden noch etwas „nachbearbeitet“. Die RTL/ORF-Comedy-Serie  „Arme Millionäre“ mit Sky du Mont etwa wurde hier gedreht.

Laut einem Eigentümer vom Marx-Zentrum wurde in einer Eigentümerversammlung bereits gefordert, dass in Zukunft keine Drehgenehmigung mehr erteilt werden soll, wenn das Marx-Zentrum negativ dargestellt wird. Es sollen schon Leute dumm angesprochen worden sein, wenn ihre Wohntempel im TV gesichtet wurden, „Daaa wohnst du?“. Aber es darf gefragt werden, ob die künstlerische Freiheit nicht vorgeht. Und was überhaupt „positiv“ oder „negativ“ ist. Ist das nicht alles auch subjektiv?