Bei Frost geöffnet

Werbung

Es ist kalt in Neuperlach. Sehr kalt. Dies ist nichts Ungewöhnliches, aber es muss etwas getan werden, damit das schöne frische Gemüse keine Frostbeulen bekommt. Also, rein damit in den warmen Laden. Jetzt aber, wo vor dem Laden alles leer und tot ist, denken die Leute, Onkel Güls Laden reiht sich ein in die anderen Leerstände des Marx-Zentrum. Die Lösung ist einfach: Ein Schild muss her. Ein Blatt vom Whiteboard abgerissen, den Filzer gezückt und mit viel Schwung die Botschaft geschrieben. Jetzt wissen wir es, es gibt noch offene Läden im Marx-Zentrum. Über die kleineren Rechtschreib- und Grammatikfehler sehen wir einmal hinweg.

„Sämtliche Obst- und Gemüsesorten sind im Laden drin“ … (10.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck
… denn hier sind sie nicht (10.01.2009). Foto: Thomas Irlbeck

Warum es falsch ist, das Halten von Lasteneseln in Wohnungen zu verbieten

Werbung

Der Vorhang im Rewe Quidde-Zentrum ist unten – für immer. Erst laufen, dann kaufen ist nun das Motto – oder: so weit die Füße tragen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag erinnern von außen nur noch die grün-roten Streifen daran, dass hier vor wenigen Tagen noch das Kühlregal summte und das Geschäft brummte (26.12.2008). Foto: Thomas Irlbeck

Aus und vorbei, der Rewe im Neuperlacher Quidde-Zentrum ist für immer dicht. Er öffnet wie angekündigt nach Weihnachten nicht mehr. Eine schöne Bescherung, denn im Quidde-Zentrum gibt es nun keine frischen Lebensmittel mehr. Und Dosen sind auch keine Lösung, zumal es die dort nun auch nicht mehr gibt.

Wem die in der Nähe befindlichen, aber außerhalb des Quidde-Zentrum befindlichen Discounter Lidl und Penny nicht ausreichen, der kann nun den langen Fußmarsch bis zum Rewe im Marx-Zentrum antreten (rund 20 Minuten). Danach geht es retour (Sie werden es nicht glauben, noch einmal 20 Minuten). Schade, dass die meisten Hausverwaltungen in Neuperlach das Halten eines Lastenesels in der Etagenwohnung strengstens untersagen. Erst voraussichtlich im kommenden Herbst gibt es wieder einen Rewe in der näheren Umgebung – im „Life“ an der Albert-Schweitzer-Straße (siehe auch Update etwas weiter unten).

Was aber wird aus dem Quidde-Zentrum? Mit einem Schreibwarengeschäft, einem Konditor, einer Apotheke, einer Stadtbibliothek, einem Frisör und einer Stadtsparkasse kann das Quidde-Zentrum noch viel bieten, aber keine wirkliche Nahversorgung mehr leisten. Macht bald im Quidde-Zentrum der Letzte das Licht aus?

Bildungsoffensive am Kiosk

Werbung

Der Kiosk an der Kreuzung Heinrich-Wieland-Straße/Karl-Marx-Ring steht vor der Wiedereröffnung (siehe auch Wie Phönix aus der Asche).Vieles wird neu sein, so auch der Name, in Zukunft trifft man sich am „Kiosk Martina“.

Erstaunlich ist die Wandlung von der Trinker- und Spielerbude zum intellektuellen Tempel. Zwar wird man hier vermutlich auch in Zukunft noch Alkoholika kaufen und Lottoscheine ausfüllen können, aber man darf das natürlich nicht mehr so laut sagen. Der Zeitgeist verbietet dies, zumal man sich mit den „Spirituosen“ nur die Leber kaputtmacht und selbst von „Lotto/Toto“ spielsüchtig werden kann. Daher mussten diese Begriffe und die vier Brauereilogos weichen und wurden durch Begriffe aus der „Weltliteratur“ ersetzt − „Münchner Merkur“ statt Schnaps, „Süddeutsche Zeitung“ statt Lotto.

(Bilder entfernt)

Wie Phönix aus der Asche – der Kiosk am Karl-Marx-Ring öffnet bald wieder

Werbung

Bereits von Anfang an war er fester Bestandteil von Neuperlach – der Kiosk an der Kreuzung Heinrich-Wieland-Straße/Karl-Marx-Ring. Er war für die Neuperlacher eine gern genutzte Möglichkeit, nach Ladenschluss oder am Sonntag ein paar Dinge einzukaufen, hatte er doch täglich bis 20:00 geöffnet (man erinnere sich daran, dass bis 1996 die Geschäfte Montag bis Freitag spätestens um 18:30 schließen mussten).

Am Kiosk war die ersten Jahre immer viel Betrieb zu beobachten, kein Wunder, befand sich doch die Trambahnhaltestelle „Karl-Marx-Ring“ direkt vor dem Kiosk. Auch das nur wenige Meter entfernte Schulzentrum Nord mit dem Werner-von-Siemens-Gymnasium und der „Orientierungsstufe“ brachte ausgabefreudige Kundschaft, wenngleich Letztere sich zumindest in den Schulpausen gegen die eiserne Hausordnung hinwegsetzen musste, um in den Genuss des Kioskeinkaufs zu gelangen, verbietet diese doch strengstens (wohl aus Versicherungsgründen), das Schulgelände innerhalb der Schulzeit zu verlassen.

Als 1980 die Trambahn stillgelegt wurde, lief das Geschäft offenbar nicht mehr so gut. Zwar gab es als würdigen Ersatz die U-Bahn, doch deren nächste Haltestelle „Quiddestraße“ ist knapp fünf Gehminuten entfernt. Laufkundschaft von der U-Bahn verirrte sich kaum zum Kiosk.

Wohl als Folge dessen wurden die Verkaufszeiten reduziert, fortan legte man am Dienstag einen Ruhetag ein. Dann aber kam die Schließung, die per Schild mit „privaten Gründen“ begründet wurde. Der Kiosk verfiel zusehends.

Doch jetzt wird der Kiosk saniert, und die Neuperlacher dürfen sich auf eine baldige Wiedereröffnung freuen. Ob das Geschäft allerdings so gut laufen wird? Das Schulzentrum Nord ist nämlich wegen Renovierung derzeit geschlossen. Allerdings sind in Neuperlach Nord und Ost entscheidende Möglichkeiten eines kleinen Einkaufs am Sonntag weggefallen. Die Tankstelle am Karl-Marx-Ring 48 etwa wurde im Juli dieses Jahres geschlossen und abgerissen (siehe Bericht in der Rubrik „Historisches“). Es gibt zwar eine weitere Tankstelle an der Quiddestraße, die aber für diejenigen, die im Nordosten oder Osten von Neuperlach wohnen (z.B. im Marx-Zentrum), zu weit entfernt ist, um wirklich attraktiv zu sein.

Daher ist sicher ein gewisses Potenzial da. Allerdings kann der Kiosk keinen Ersatz für einen kleinen Laden leisten, wie ihn die Tankstelle am Karl-Marx-Ring bot, dazu dürfte der Lagerplatz für ein umfangreiches Warensortiment zu klein sein. Auch muss man davon ausgehen, dass der Kiosk weiterhin nur bis 20:00 öffnen wird, die Tankstelle war hier mit 22:00 erheblich großzügiger.

Rewe im Quidde-Zentrum macht zum Jahresende dicht – beginnt jetzt das große Sterben der Ladenzentren?

Werbung

Das „Life“ ist noch im Bau (Archivbild vom 06.09.2008). Foto: Thomas Irlbeck

Am 20. Dezember verlässt Rewe das Quidde-Zentrum, da man in das neue Nahversorgungszentrum „Life“ an der Albert-Schweitzer-Straße umzieht. Der Haken dabei ist, dass das „Life“ erst im kommenden Sommer oder Herbst seine Pforten öffnet. Den am 31. Dezember auslaufenden Mietvertrag für das Quidde-Zentrum wollte Rewe aber offenbar nicht noch einmal verlängern.

Was mit dem Supermarkträumen im Quidde-Zentrum passiert, ist noch nicht entschieden, ein Nachmieter ist jedenfalls noch keiner gefunden.

Für die Bewohner in Neuperlach Nordwest verschlechtert sich damit die Versorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs deutlich. Ihnen bleibt nur der weite Weg zum nächsten Rewe (Marx-Zentrum oder Sudermann-Zentrum) oder ins pep.

So lobenswert die Schaffung des „Life“ ist, darf nicht vergessen werden, dass das Konzept Neuperlachs eines von Sub-Ladenzentren ist, welche die fußläufige Nahversorgung sicherstellen sollen. Zwar sind die Subzentren trotz Konkurrenz des pep nie ausgestorben, doch jetzt ergibt sich die Situation, dass das Quidde-Zentrum ab Jahresende wohl keinen Supermarkt (und auch nichts Vergleichbares) mehr aufweisen wird (früher waren im Quidde-Zentrum sogar zwei Supermärkte ansässig, aber der Edeka ist längst Geschichte). In der näheren Umgebung gibt es nur einen Discounter (Penny an der Quiddestraße), der aber auf Grund des kleineren Sortiments eines Discounters kein vollständiger Ersatz ist. Ergänzung vom 17.11.2008 (nach Hinweis von „Rob“): Außerdem gibt es in der Nähe des Quidde-Zentrum eine LIDL-Filiale.

Man kann nur hoffen, dass das „Life „nicht zur weiteren Schließung von Geschäften in den Subzentren, vor allem dem Marx-Zentrum, führen wird. Im Marx-Zentrum stehen bereits jetzt einige Läden leer. Wer näher am „Life“ wohnt, könnte in Zukunft dieses Einkaufszentrum bevorzugen und das Marx-Zentrum links liegen lassen.

Neues Einkaufszentrum „Life“

Werbung

Die Bauarbeiten am neuen Einkaufszentrum „Life“ an der Albert-Schweitzer-Straße, welches das Plett-Zentrum ersetzt, laufen auf Hochtouren. Höchste Zeit, das mit einem Foto zu dokumentieren:

Es tut sich was am  „Life“ (06.09.2008). Foto: Thomas Irlbeck

Das frühere Ladenzentrum des Plett-Zentrum, das im Westflügel des Baus untergebracht war, steht noch. Es ist in einem desaströsen Zustand und dient nur noch als Durchgang zur Fußgängerbrücke über die Ständlerstraße:

Nicht totzukriegen, obwohl es schon toter ist als tot: das Plett-Zentrum am 06.09.2008. Foto: Thomas Irlbeck

Nur ein paar Schritte von den Baumaschinen entfernt wartet der abbruchreife Ayinger Hof, der zum früheren Plett-Zentrum gehörte, begierig auf die Abrissbirne. Doch wann sie ihn in durch Zerlegung in seine Einzelteile erlösen wird, ist noch völlig unklar. Denn der Westflügel des Plett-Zentrum bleibt erst einmal wegen abweichender Eigentumsverhältnisse stehen.

Der traurige Rest der Gaststätte „Ayinger Hof“ im Plett-Zentrum am 06.09.2008. Foto: Thomas Irlbeck

Auch die Räume der ehemaligen Stadtbibliothek stehen leer und sind im Verfall begriffen. Sie wurden nach dem Umzug der Stadtbibliothek ins Quidde-Zentrum noch einige Zeit vom Gebrauchtwarenhaus Weißer Rabe genutzt, das aber auch inzwischen (Anfang 2007) das Plett-Zentrum verlassen hat:

Die ehemaligen Räume der Stadtbibliothek im Plett-Zentrum (06.09.2008). Foto: Thomas Irlbeck