Eröffnung der Trambahn nach Neuperlach in Farbe

Werbung

Farbbilder von der Tram nach Neuperlach sind selten, sehr selten. Am 12.09.1970 wurde die Tram nach Neuperlach eröffnet, die Bilder hier wurden an diesem Tag angefertigt. Die Endhaltestelle hieß damals schlicht „Perlach“, später dann „Neuperlach Nord“. Gewendet wurde auf der Heinrich-Wieland-Straße kurz vor der Stelle, an der heute die Straße in einer Kurve den Berg zur Ständlerstraße runterführt. Zur Orientierung: An der Stelle steht heute noch auch Gervais-Danone-Haus. Am 28.09.1973 wurde die Trambahn über diese Abfahrt nach Neuperlach Zentrum verlängert, aber das ist hier nicht das Thema.

Die Fotos wurden von Reinhold Kocaurek angefertigt und werden hier mit freundlicher Genehmigung des Urhebers gezeigt. Vielen Dank für die Genehmigung! Unterhalb der Fotos befindet sich jeweils ein Link zum Originalbild bei flickr. Dort gibt es auch noch viele weitere interessante Fotos aus München zu sehen.

Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 1: Wendeschleife in Neuperlach Nord. Ein P-Wagen hat gerade die reine Ausstiegs-Haltestelle „Neuperlach Nord“ (damals noch als „Perlach“ bezeichnet) verlassen und wendet. Gleich wird er die stadteinwärtige Haltestelle „Neuperlach Nord“ erreichen und dort auf Fahrgäste warten. Man sieht links das Plett-Zentrum mit der Zentrale der Neuen Heimat, die heute durch das Einkaufszentrum Life und das LAO ersetzt wurden. Heute ist dieser Blick nicht mehr möglich, da längst alles zugewachsen ist (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 2: Ein P-Wagen hat gewendet und wartet an der Endhaltestelle „Neuperlach Nord“ (damals „Perlach“) auf Fahrgäste (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 3: Stadteinwärtige Haltestelle „Neuperlach Nord“, die damals schlicht „Perlach“ hieß. Ein M-Wagen wartet auf Fahrgäste, rechts wird ein weiterer M-Wagen gleich umdrehen Links im Hintergrund ist die eigentliche Wendeschleife zu sehen. Direkt unterhalb des Fotostandpunkts liegt die heute noch existente Fußgängerunterführung unter der Heinrich-Wieland-Straße, der Treppenabgang (der am Eröffnungstag noch mit Brettern gesichert und offenbar noch nicht fertiggestellt war) lässt sich links erahnen (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 4: Selbe Ansicht wie beim vorigen Bild, aber mit einem P-Wagen (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 5: Ein stadteinwärts fahrender P-Wagen an der Haltestelle „Karl-Marx-Ring“. Die Wendeschleife „Neuperlach Nord“ kann man ganz rechts hinter dem Kinderkarussell nur erahnen. Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 6: Der Standpunkt wie beim vorigen Bild, nur näher dran. Der P-Wagen hat eben die Haltestelle „Karl-Marx-Ring“ verlassen und überquert die Kreuzung Karl-Marx-Ring/Quiddestraße (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 7: Ein stadteinwärts verkehrende P-Wagen steuert die Haltestelle „Albert-Schweitzer-Straße“ an (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek
Eröffnung der Tram nach Neuperlach. Foto: Reinhold Kocaurek
Bild 8: An der Heinrich-Wieland-Straße. Der stadtauswärt´s fahrende M-Wagen ist gerade dabei, die Kreuzung Corinthstraße/Albert-Schweitzer-Straße zu überqueren. Ganz links im Bild und im Hintergrund sind noch zwei M-Wagen-Züge zu sehen. Die Wendeschleife in Neuperlach Nord kann man hinter dem Kinderkarussell (im Bild ganz klein) nur erahnen. Heute ist der Blick nicht mehr möglich. Dort, wo sich die Bautafel befindet, steht längst das Schulzentrum Nord (12.09.1970). Foto: Reinhold Kocaurek

Handgemacht: Eine ganz besondere Einsendung zum Neuperlacher ÖPNV (Update)

Werbung

Die Trambahn nach Neuperlach wurde erst am 12.09.1970 eröffnet. Von diesem Tag stammt auch die Aufnahme. Vorher musste man auf Gummi nach Neuperlach reisen. Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e. V.

In den Anfangsjahren war Neuperlach noch überschaubar und es gab auch keine unzähligen Buslinien. Aus dieser Zeit (1968 bis 1973) stammen spezielle handgezeichnete Pläne mit der ÖPNV-Netz- und Angebotsentwicklung, die mir Matthias Hintzen einsandte. Ganz herzlichen Dank dafür!

Aus den Plänen ist auch der Takt ersichtlich: Jeder Strich steht für eine Fahrt pro Stunde und Richtung zur Hauptverkehrszeit.

Neuperlach nur mit Buserschließung – ohne Trambahn, aber auch ohne U-Bahn und S-Bahn, ja was heute unvorstellbar ist, war für die ersten Bewohner Realität. Dafür waren aber auch die Einkaufsmöglichkeiten bescheiden. Immerhin gab es ab Ende der 1960er-Jahre in der Baracke des heutigen FestSpielHaus (Plettstraße) den ersten Supermarkt in Neuperlach.

Es sei hier auch auf den älteren Artikel Die unbekannte Buslinie nach Neuperlach hingewiesen, der die anfängliche ÖPNV-Anbindung durchleuchtet.

Jetzt aber zu den Plänen. Wie immer: Ein Klick macht groß!

München-Neuperlach_1969
Netzplan 1968. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1969
Netzplan 1969. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1970
Netzplan 1970. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1971
Netzplan 1971. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1972
Netzplan 1972: Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1973
Netzplan 1973. Urheber: Matthias Hintzen

Update

Mit weiteren Plänen wird das Netz nun bis in die Gegenwart abgedeckt.

München-Neuperlach_1975
Netzplan 1975. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1977
Netzplan 1977. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1980_06
Netzplan 1980 (Juni). Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1980-10
Netzplan 1980 (Okt). Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1982
Netzplan 1982. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1985
Netzplan 1985. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_1989
Netzplan 1989. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2002
Netzplan 2002. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2003
Netzplan 2003. Urheber: Matthias Hintzen
München-Neuperlach_2012
Netzplan 2012. Urheber: Matthias Hintzen

Die unbekannte Buslinie nach Neuperlach

Werbung

Die Trambahn nach Neuperlach wurde eben eröffnet. Zu sehen ist ein M/m-Zug der Linie 11 an der Haltestelle Neuperlach Nord. Blick ist stadteinwärts. Foto ist vom 12.09.1970. Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e. V.

Die Trambahn nach Neuperlach wurde bekanntlich am 12.09.1970 eröffnet (mehr dazu hier). Bereits im Juni 1968 wurden aber die ersten Wohnungen in Neuperlach bezogen, wobei es unterschiedliche Versionen gibt, welcher Wohnblock zuerst fertiggestellt wurde. Die Frage aller Fragen ist aber, wie man die ersten zwei Jahre nach Neuperlach mit den „Öffis“ kam, wenn es doch noch keine Tram gab. Die Antwort ist naheliegend. Es verkehrte eine Buslinie, die vom Michaelibad (dem damaligen Endpunkt der Trambahnlinien 11 und 29) nach Neuperlach fuhr. Es ist die berühmte Linie 97.

Es wurde folgender Kurs gefahren:

Buslinie 97 (01.06.1968 – 12.09.1970)*
Michaelibad
Heinrich-Wieland-Straße
Rofanstraße
Quiddestraße
Plettstraße
(und zurück)**

* Quelle: Michael Schattenhofer: 100 Jahre Münchner Straßenbahn – Stadtarchiv München / Buch- und Kunstdruckerei Brenner + Stanglmeier, 1976
** Die Quelle lässt offen, ob es noch weitere Zwischenhalte gab

Ein Bild eines Busses auf der Linie nach Neuperlach habe ich leider keines, aber immerhin eines von der Heinrich-Wieland-Straße kurz vor der Trambahneröffnung, also zu einem Zeitpunkt, als der Bus noch fuhr:

Die Heinrich-Wieland-Straße kurz vor der Trambahneröffnung. Blick ist Richtung Neuperlach. September 1970, Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e.V

Ab 1970: Zubringerlinie 97

Die Ringlinie 97 im Innenringbetrieb 2009 an der Haltestelle Friedrich-Engels-Bogen. Wegen Bauarbeiten muss der Busfahrer Slalom fahren (Archivbild). Foto: Thomas Irlbeck

Nachdem die Trambahn eröffnet wurde, wurde die Buslinie 97 zum Trambahnzubringer umgestaltet (Haltestelle Karl-Marx-Ring, anfangs wurde auch die Haltestelle Neuperlach Nord angefahren) und sukzessive verlängert. Zeitweise lautete die Endstation im östlichen Teil schlicht und ergreifend Neuperlach Ost. Dabei wurde an der Position des heutigen Mercure-Hotels umgedreht. Die Haltestelle wurde später in Hugo-Lang-Bogen umbenannt. Denn weiter ging Neuperlach damals nicht, der Karl-Marx-Ring endete dort abrupt. Später erreichte die Linie 97 die Endhaltestelle Neuperlach Süd und bot damit einen Zubringer zur S-Bahn (1978), ab 1980 dann natürlich auch zur U-Bahn. Auch eine Endhaltestelle Neuperlach West gab es, diese existierte sogar lange Zeit weiter. Heute wird die Haltestelle nicht mehr bedient, es ist nur noch ein Parkplatz vorhanden (etwas südlich von der Stelle, wo die Nawiaskystraße den Adolf-Baeyer-Damm kreuzt, direkt vor der Ständlerstraße).

Die Linie (1)97 heute

Die Linie 97 lebt weiter, in Gestalt der Linie 197, die als Ringlinie weite Teile Neuperlachs abdeckt und vor allem als U-Bahnzubringer zu den U-Bahnhöfen Quiddestraße und Neuperlach Zentrum fungiert. Die Linie fährt etwas missverständlich als Innenring und Außenring. Der Radius der beiden Ringe liegt keine zehn Meter auseinander, es ist schlicht gemeint, dass die eine Linie im Uhrzeigersinn (Innenring) und die andere Linie entgegen des Uhrzeigersinns fährt (Außenring, logischerweise auf der anderen Straßenseite, was die zwei Ringe erklärt)..

Rätsel um die Trambahnschleife Neuperlach Nord ist keines mehr

Werbung

Ein anstrengender Tag liegt hinter mir, an dem ich das Rätsel um die Trambahnschleife Neuperlach Nord nun endlich zu 99,9 % lösen konnte. Es bleiben aber noch Fragen.

Den ganzen Bericht gibt es hier nachzulesen:

Auf den Spuren der Schleife Neuperlach Nord und ein Besuch im MVG-Museum

Die Streitereien dort bitte einfach überlesen.

Herausgekommen ist viel. 🙂

Im Archiv des MVG-Museums gelang der Fotobeweis.

Die Schleife lag oben in der Heinrich-Wieland-Straße, also nicht im Tal unten an der Ständlerstraße. Die Position ist leicht südöstlich von der ehemaligen Haltestelle Neuperlach Nord aus gesehen, dort wo die Abfahrt zur Ständlersraße beginnt. Das Gelände ist noch weitgehend erhalten. Die Schienen dürften etwa an der Stelle, an der sich heute die im Nichts liegenden Kanaldeckel befinden, vorbeigeführt haben.

Nun aber zwei Fotos von der Schleife:

M/m-Zug der Linie 11 im Hinterstellgleis der Wendeschleife Neuperlach Nord. Trambahnzüge konnten in das Hinterstellgleis nur rückwärts  einfahren, nachdem din der Schleife gewendet wurde. Das Hinterstellgleis wurde ursprünglich gebaut, um außerhalb der Hauptverkehrszeit Beiwagen abzustellen. Blick ist stadtauswärts. Foto ist vom 12.09.1970 (dem Eröffnungstag der Schleife!). Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e. V.
P/p-Zug der Line 29 wendet in Neuperlach Nord. Das Gleis in der Mitte ist das Hinterstellgleis. Die einzige Weiche der gesamten Schleife befindet sich hinter dem Betrachter. Blick ist stadtauswärts. Foto ist vom 12.09.1970 (dem Eröffnungstag der Schleife!). Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e. V.

Diese Fotos und viele weitere von der Neuperlach Tram gibt es in hoher Auflösung auf flickr. Einfach hier klicken!

Bücher mit vielen Trambahnbildern, auch solchen von der Tram Neuperlach, gibt es im InterTram Fachbuchverlag zu kaufen!

Empfohlen seien hier:

Münchens J-Wagen
Münchens M-Wagen
Münchens P-Wagen

Die fast metergenaue Rekonstruktion gelang schließlich durch eine alte Luftbildaufnahme von 1973.

Luftbildausschnitt Neuperlach Nord 1.8.1973

Die Schleife ist in der Karte ganz unten zu sehen.

Vielen Dank an „Gwamperte 8er“ aus dem Eisenbahnforum für die Zurverfügungstellung der Luftbildaufnahme und den damit verbundenen Einsatz!