Weihnachtsspaziergang in Neuperlach Ost

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Auf speziellen Wunsch einer Facebook-Freundin zeige ich heute im Rahmen eines kleinen Spaziergangs eine Reihe von Fotos aus Neuperlach Ost. Ich bin aber zuversichtlich, dass auch andere, speziell, die nicht mehr in Neuperlach wohnen, etwas mit den Bildern anfangen können.

Wir beginnen mit der Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring. Unter vielen Neuperlachern ist diese Schule immer noch als „Schwarze Schule“ bekannt – nicht, weil dort schwarze Magie gelehrt worden wäre (das vielleicht auch), sondern wegen der ehemals schwarzen Fassadenplatten, die schon längst durch blaugraue ausgetauscht wurden:

Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 1: Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 2: Manschgerl auf dem Schuldach (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Ein Zoom der beiden bunten Manschgerl auf dem Schuldach darf natürlich nicht fehlen. Das Bild kann wie fast alle Bilder durch Anklicken vergrößert werden.

Ein kleiner Abstecher zum Kindergarten am Brittingweg, der sich an die Schule anschließt, darf nicht fehlen:

Kindergarten Brittingweg
Bild 3: Kindergarten am Brittingweg (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Kindergarten Brittingweg
Bild 4: Kindergarten am Brittingweg (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 5: Kindergarten am Brittingweg (rechts) und auch ein Teil der Schule (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Es geht weiter auf dem Gerhart-Hauptmann-Ring Richtung Graf-Zentrum. Wieder einmal zeigt sich der Mond auch tagsüber:

Gerhart-Hauptmann-Ring, Mond
Bild 6: Der Mond über dem Gerhart-Hauptmann-Ring (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Mit erhöhten Kontrastwerten (damit man etwas erkennen kann) sieht unser natürlicher Satellit dann so aus:

Gerhart-Hauptmann-Ring, Mond
Bild 7: Mond (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Nun ist das Graf-Zentrum am Oskar-Maria-Graf-Ring in Sichtweite:

Graf-Zentrum, Oskar-Maria-Graf-Ring
Bild 8: Graf-Zentrum, Oskar-Maria-Graf-Ring (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Unser Aldi im Graf-Zentrum:

Aldi, Graf-Zentrum
Bild 9: Aldi im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Aldi, Graf-Zentrum
Bild 10: Aldi im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Aldi, Graf-Zentrum
Bild 11: Aldi im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Aldi, Graf-Zentrum
Bild 12: Aldi im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Schreibwarengeschäft
Bild 13: Schreibwarengeschäft im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Durchgang zum Innenhof, Graf-Zentrum
Bild 14: Durchgang zum Innenhof, Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum
Bild 15: Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Frauentreffpunkt
Bild 16: Frauentreffpunkt im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Frauentreffpunkt
Bild 17: Frauentreffpunkt im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Stadtsparkasse
Bild 18: Stadtsparkasse im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Hauseingang
Bild 19: Hauseingang im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Die nächste und auch schon letzte Station ist der Handwerkerhof, der sich an das Graf-Zentrum anschließt. Hier, am am Stemplingeranger, finden sich zunächst ein Sanitätshaus und das Café und Restaurant „Sultan“:

Sultan, Handwerkerhof
Bild 20: Sanitätshaus und „Sultan“ im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Nun vorbei am Pizzalieferdienst „Freaks“ am Stemplingeranger, Ecke Marieluise-Fleißer-Bogen:

Handwerkerhof, Stemplingeranger / Marieluise-Fleißer-Bogen
Bild 21: Pizzalieferdienst „Freaks“ im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Der Fassadenabschluss zum Dach macht bei diesem Haus nicht mehr den besten Eindruck:

Handwerkerhof, Stemplingeranger / Marieluise-Fleißer-Bogen
Bild 22: Detail Fassade (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Stemplingeranger / Marieluise-Fleißer-Bogen
Bild 23: Detail Fassade (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Stemplingeranger / Marieluise-Fleißer-Bogen
Bild 24: Das gegenüberliegende Eckhaus mit Spielsalon (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Moschee
Bild 25: Moschee im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Entgegen schlimmer Gerüchte gibt es immer noch Handwerker im Handwerkerhof. Das farbige Logo an der Fassade (Bildmitte) zeigt, hier residiert ein Malermeister:

Handwerkerhof, Maler
Bild 26: Malermeister im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof
Bild 27: Blick zurück Richtung Stemplingeranger (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Hotel
Bild 28: Hotel im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Blick Richtung Wald
Bild 29: Blick am Hotel vorbei Richtung Neuperlacher Wald. Wer genau hinsieht, erspäht auch hier noch mal den Mond. Dieses Mal verzichte ich auf den Pfeil (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Nicht auf die lange Bank geschoben – das Home Base vor der Fertigstellung

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Wohingegen andere Baustellen schon längst im Winterschlaf sind, wird am Studentenwohnheim Home Base weiter gearbeitet. Minusgrade? Anscheinend ist das alles kein Problem, denn der Bau muss ja fertig werden. Die Fassade hat große Fortschritte gemacht und die Münchner Bank hat ihre finale Außenreklame erhalten.

Home Base
Bild 1 (17.12.2016) © Thomas Irlbeck
Home Base
Bild 2 (17.12.2016) © Thomas Irlbeck

Home Base: Noch nicht alles fertig, aber Geld gibt es schon!

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Impressionen vom neuen Studentenwohnheim Home Base. Ebenfalls eingezogen in das Gebäude ist die Münchner Bank, die bereits seit dem 25.11.2016 geöffnet hat. Die Außenreklame ist noch sehr provisorisch. Das Gebäude hat die Adresse Karl-Marx-Ring 46 erhalten, der Peschelanger 3 ist damit endgültig Geschichte.

Home Base
Bild 1: Das ganze Gebäude vom Karl-Marx-Ring aus gesehen (03.12.2016) © Thomas Irlbeck
Home Base
Bild 2: Eingang der Münchner Bank am Karl-Marx-Ring (03.12.2016) © Thomas Irlbeck
Home Base
Bild 3: Noch sehr provisorisch ist die Außenreklame (03.12.2016) © Thomas Irlbeck
Home Base
Bild 4: Das Home Base Vom Peschelanger aus gesehen (03.12.2016) © Thomas Irlbeck

Mauern einreißen

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Das Bürohaus am Peschelanger 3 wird abgerissen und durch das Studentenwohnheim Home Base ersetzt (Neuperlach.org berichtete). Inzwischen arbeiteten sich die Zangenbagger durch das Gebäude. Neuperach verliert ein durchaus elegantes Gebäude, das zum Straßenbild gehört – immerhin fließt hier der Verkehr des Karl-Marx-Rings vorbei. Seit 1972 (Angabe Terrafinanz GmbH) steht das braune Gebäude, dessen Verkleidung an Eisen erinnert. Früher benutzte ich die eisenartige Fassade als Eselsbrücke. Denn im (am) Marx-Zentrum gab es anfangs zwei Banken: Die Raiffeisenbank und die Vereinsbank. Welche aber war wo drin? Klar, Eisen (Raiffeisen) gehört ins Eisen-Haus. Aber der Name ist schon längst Geschichte. Aus der Raiffeisenbank wurde die „Münchner Bank“. Nichts bleibt, wie es ist.

Abriss Peschelanger 3
Bild 1 (04.11.2014) © Thomas Irlbeck
Abriss Peschelanger 3
Bild 2 (04.11.2014) © Thomas Irlbeck
Abriss Peschelanger 3
Bild 3 (04.11.2014) © Thomas Irlbeck
Abriss Peschelanger 3
Bild 4 (04.11.2014) © Thomas Irlbeck

Kritik an Verlegung der Post ins Life reißt nicht ab – AWO verabschiedet Resolution

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Alte Post am Hanns-Seidel-Platz
Alte Post am Hanns-Seidel-Platz. Die Postfiliale ist für immer geschlossen. Mit dem neuen Standort am Life sind viele unzufrieden (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Die Kritik am Umzug der Postfiliale vom Hanns-Seidel-Platz ins Einkaufszentrum Life an der Albert-Schweitzer-Straße reißt nicht ab (Neuperlach.org berichtete). Kritisiert werden nicht nur die chaotische Planung und die ungenügende Informationspolitik (Kunden standen vor verschlossenen Türen und wussten nicht, wohin. Neuperlach.org berichtete ebenfalls). Auch ist die Park- und verkehrliche Situation am und vor dem Life alles andere als optimal. Wer ins Life will, etwa von der stadtauswärtigen Bushaltestelle Siegfried-Mollier-Straße oder zu Fuß/per Rad von Neuperlach Nordost/Neuperlach Zentrum kommend, muss über die stark frequentierte Albert-Schweitzer-Straße. Zu manchen Zeiten findet man kaum noch Lücken zum sicheren Überqueren. Es gibt zudem an der Stelle unmittelbar nebeneinander vier Ein- und Ausfahrten (zweimal Life, zweimal Parkplatz Albert-Schweitzer-Straße). Autos biegen dort in alle mögliche Richtungen ab – auch verbotswidrig nach links –, dazwischen die Fußgänger. Hier kann man regelrecht darauf warten, bis der erste schwere Unfall passiert. Wo bleibt der versprochene Fußgängerüberweg nebst Ampel? Wer sicher über die Albert-Schweitzer-Straße will, kann zwar die U-Bahn-Unterführung Quiddestraße benutzen, was aber vielen nicht bekannt ist und auch einen ziemlichen Umweg bedeutet.

Wenn erst einmal das Vierschanzenhaus neben dem Life eröffnet ist, dürfte sich die Situation noch einmal verschärfen, da die Zufahrt zu diesem achtgeschossigen Wohn- und Gewerbekomplex ebenfalls über die Albert-Schweitzer-Straße erfolgen wird.

Auch liegt das Life nicht so zentral in Neuperlach wie die frühere Filiale, die unweit vom beliebten Einkaufszentrum pep angesiedelt war. Unverständlich ist auch, dass die alte Niederlassung keinesfalls aufgegeben wurde. Zustellstützpunkt, Postfächer und Packstation sind dort weiterhin untergebracht. Wer ein Postfach hat, muss nun umständlich zwei Niederlassungen ansteuern, wenn er auch die Postfiliale besuchen will. Auch der Post selbst dürfte es kaum Vorteile bringen, da nun doch augenscheinlich zweimal Pacht bezahlt werden muss. Wo liegt der Sinn? Zwar muss auch der Zustellstützpunkt langfristig verschwinden, wenn ab Mitte 2017 (frühestens) der Hanns-Seidel-Platz bebaut wird. Aber die Übergangslösung stellt nach meinem Empfinden nur für wenige einen Vorteil dar. Sicher bringt es dem Life mehr Laufkundschaft und für manche, die in Neuperlach Nord oder Nordwest wohnen, verkürzt sich der Weg zur Postfiliale, zur Postbank und zum nächsten Geldautomaten. Wenn man die erwähnten Nachteile dagegen rechnet, sieht die Bilanz allerdings nicht rosig aus.

Der AWO (Arbeiterwohlfahrt)-Verein Neuperlach ist mit der Verlegung auch alles andere als zufrieden und hat eine Resolution verabschiedet, in der weitere Probleme genannt, aber auch konstruktive Vorschläge gemacht werden. Die Resolution im Wortlaut:

Situation der Postfiliale am Hanns-Seidel Platz
äußerst unbefriedigend und die Ersatzlösung am „Life-Center“ nicht hinnehmbar.

Ohne größere öffentliche Ankündigung hat die Deutsche Post AG die Fortführung der Postfiliale am Hanns-Seidel-Platz aufgegeben.

Nur unzureichend wurden viele aufgebrachten Postkunden davon informiert, dass sowohl die Postbank als auch der Kauf von Briefmarken und die Aufgabe/Abholung von Postpaketen nicht mehr möglich sind.

Ist man nicht zu Hause, wird man darauf hingewiesen, dass das Paket im Einkaufscenter „Life“, Albert-Schweitzer-Straße 78, abgeholt werden könne. Dort sei ein Post-Shop eingerichtet. Vernichtend ist auch das Urteil der Benutzer mit dem ÖPNV, um das „Life“ zu erreichen. Von der U-Bahnhaltestelle sei es für gehbehinderte Menschen schwer, an die Oberfläche zu kommen. Ganz schwer sei es auch, wenn man mit dem Bus (192) vom Busbahnhof „Neuperlach Zentrum“ zur dem Life gegenüberliegenden Haltestelle (Siegfried-Mollier-Straße) kommt, dort aussteigt und die Albert-Schweitzer-Straße überqueren will/muss. Ein Fußgängerüberweg ist dort bis heute noch nicht eingerichtet und die Querung der Albert-Schweitzer-Straße bei starkem Autoverkehr schon fast „lebensgefährlich“.

Das ist nach Meinung der heute beim AWO-Seniorennachmittag anwesenden Senioren und den Mitgliedern des AWO-Ortsvereins Neuperlach äußerst unbefriedigend und es muss schnellstmöglich eine andere Alternative angeboten werden. So hat sich z.B. der Geschäftsführer des Edeka-Ladens im Sudermann-Zentrum in einem Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher angeboten, einen Post-Shop einzurichten, bei dem man Briefmarken kaufen, Pakete abgeben und abholen kann. Aber die Deutsche Post AG habe bis heute auf dieses sein Angebot nicht reagiert, erklärte ein Mitarbeiter auf Nachfrage.

Dieser Platz käme vielen Gehbehinderten, älteren Menschen und Müttern mit Kindern weitestgehend entgegen: liegt er doch sehr zentral zwischen den Familien beiderseits der Putzbrunner Straße, Alfred-Neumann-Anger und Tucholsky- sowie Kafkastraße + Karl-Marx-Ring, dem Gewerbehof am Marieluise-Fleißer-Bogen und dem Oskar-Maria-Graf-Ring (Klinikum Neuperlach).

Wir bitten deshalb die politisch in unserem Stadtteil Tätigen, mit der Post AG ein „ernstes Wort“ zu sprechen und eine kunden- und menschenfreundliche Lösung anzumahnen.

München, den 12. April 2013
Die Resolution wurde einstimmig angenommen!

Ab geht die Post! Eine Klarstellung zum plötzlichen Umzug der Neuperlacher Postfiliale

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Life, Postbank
Die Post und Postbank sind jetzt im Einkaufszentrum Life (12.03.2013) © Thomas Irlbeck

Nachdem es immer noch einige Irrungen und Verwirrungen gibt und ich zugegeben einen etwas emotionalen Artikel zum Umzugschaos der Neuperlacher Postfiliale geschrieben hatte, hier mal in aller Sachlichkeit.

Die Neuperlacher Post ist am Dienstag, den 12.03.13 vom Hanns-Seidel-Platz ins Einkaufszentrum Life an der Albert-Schweitzer-Straße 78 umgezogen. Eröffnung war am Mittwoch, den 13.03.13 um 13:00. Für fast alle kam es überraschend, man ging davon aus, dass nur die Postbank verlagert wird.

Im Life werden nun angeboten:

  • Deutsche Post/DHL (alle Leistungen wie Paketaufgabe und Paketabholung etc.)
  • Postbank (Beratung, Geldautomaten, das heißt gebührenfreies Ziehen für alle Kunden, deren Bank zur Cashgroup gehört)
Alte Post am Hanns-Seidel-Platz
Alte Post am Hanns-Seidel-Platz. Die Postfiliale ist für immer geschlossen. Den Neuperlachern wird die Post abgehen, trotz neuen Räumen im Life (12.03.2013) © Thomas Irlbeck

Öffnungszeiten (laut standorte.deutschepost.de, ohne Gewähr):

  • Mo-Fr 9:00 bis 18:00 (ursprünglich hieß es dort, Mittwoch nur von 12:00 bis 18:00, was sich aber als falsch herausgestellt hat)
  • Sa 9:00 bis 14:00

Anfahrt zum Life:

  • U5/U7 bis Quiddestraße, dann Südausgang (das ist in Fahrtrichtung vorne, wenn man aus der Innenstadt kommt), im Sperrengeschoss den Wegweisern zum „Life“ folgen
  • Bus 139, 192, 199 bis Siegfried-Mollier-Straße (eine Busstation von „Neuperlach Zentrum“ entfernt)
  • Autofahrer finden am Life Außenparkplätze und eine Tiefgarage

Was geschieht mit der alten Post?

Die Filiale am Hanns-Seidel-Platz wurde zu einem reinen Zustellstützpunkt degradiert. Die Postfächer und die Packstation werden dort vermutlich noch einige Zeit bleiben. Sonst gibt es dort kein Kundengeschäft mehr. Langfristig soll auch der Zustellstützpunkt aufgegeben werden. Bebaut werden soll der Hanns-Seidel-Platz aber nicht vor Mitte 2017, sodass man noch viel Zeit hat.

Chaos an der Post am Hanns-Seidel-Platz – Desinformation pur (Update 13.03.2013)

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Postbank Hanns-Seidel-Platz
Das war einmal ein Geldautomat. Die Kunden sind sauer, die Post am Hanns-Seidel-Platz ist zu (12.03.2013) © Thomas Irlbeck

Eigentlich hatte ich gerade einen harmlosen Beitrag veröffentlicht, dass die Postbank vom Hanns-Seidel-Platz ins Life umzieht. Auch die Geldautomaten werde man mitnehmen, hieß es. Am 12.03 um 9:00 sollte Schluss sein, entsprechend ist jetzt nur noch ein Loch in der Wand zu bewundern (siehe Abbildung). Einen Tag später, am 13.03., sei die Eröffnung der neuen Postbank im Einkaufszentrum Life an der Albert-Schweitzer-Straße.

Alle Hinweise am Gebäude und auch die Schreiben, die an Kunden versendet wurden, teilten mit, dass die Postbank (Finanzcenter) den Standort wechsele. Von der Postfiliale ist keine Rede. Also werde diese bleiben. So dachte ich, so dachten offenbar fast alle.

So weit, so gut. Wie mich aber eine Neuperlach.org-Leserin hinwies, stimme an der Sache was nicht. Die Türen seien verschlossen, die Post sei zu.

Ich fahre zur Postfiliale. Immer noch weisen große Hinweisschilder nur darauf hin, dass die Postbank umziehe. Doch die Türen sind tatsächlich verschlossen. Mitarbeiter sind keine zu sehen. Ein Kunde nach dem anderen rüttelt an der Türe. Manche sind mit Paketen gekommen, andere mit einem Abholschein.

Die Postfiliale ist zu – die Kunden sind verärgert

Ich versuche, irgendwie ins Gebäude reinzukommen. Der Seiteneingang zu den Postfächern ist offen. Von diesem Raum gibt es noch eine automatische Türe in den Hauptraum. Doch leider ist diese Türe defekt. Im Hauptraum ist ein Postmitarbeiter zu sehen. Aber er sieht mich nicht.

Liebe Post, das ist grenzenlose Desinformation. Ist es denn so schwer, dass ihr einen Hinweis anbringt, dass auch die Postfiliale geschlossen wird? Wenn dem so ist, denn erfahren konnte ich eigentlich wenig. Vielleicht hat man nur ein paar Tage zu, weil man das Finanzcenter abklemmt. Aber warum sagt ihr das nicht – klar und deutlich? Warum stellt ihr keinen Mitarbeiter vor das Gebäude, der Auskunft gibt? Warum lasst ihr die Kunden umsonst anfahren, auch die, die die Hinweise schon vor Tagen gelesen und sich informiert hatten?

Hilfreich war das Gespräch mit einer Frau, die ein Einschreiben abholen wollte. Als Abholadresse stand dort Albert-Schweitzer-Straße 78. Das ist ein doch recht deutlicher Hinweis darauf, dass auch die Postfiliale demnächst im Life zu finden sein wird. Aber hundertprozentige Gewissheit sieht anders aus.

Update 13.03.2013

Am Hanns-Seidel-Platz noch das gleiche Bild: Kunden rütteln erfolglos an der Türe. Das Loch in der Wand, an der der Geldautomat war, hat man mit einem Brett zugemacht. Davon haben die Kunden nichts. Im Life: Jawohl, die Deutsche Post und DHL sind mit umgezogen. Die Apotheke im Life nennt sich jetzt „Apotheke an der Post“. Gestern hätte ich mich noch gefragt, an welcher Post.

Hier der alte Artikel:

Die Postbank zieht ins Life – selbst die Geldautomaten verschwinden am Hanns-Seidel-Platz

Wie schon auf Facebook berichtet, zieht die Postbank vom Hanns-Seidel-Platz ins Einkaufszentrum Life. Allerdings ziehen auch die Geldautomaten mit um. Genauer sind sie schon verschwunden (siehe Abbildung), heute um 9:00 Uhr konnte der letzte Kunde Geld ziehen.

Bereits morgen, am 13.03.2013, ist Eröffnung in den neuen Räumen im Life. Solche Umzüge sind immer dahingehend zu bewerten, was sie den Bürgern bringen. Für diejenigen, die in der Nähe vom pep wohnen oder die im pep einkaufen, könnte man diesen Umzug als Verschlechterung begreifen. Da aber im pep ein Geldautomat der HypoVereinsbank und damit des Cashgroup-Verbundes zur Verfügung steht, muss niemand nun extra zum Life oder Gebühren für das Ziehen am Fremdautomaten berappen.

Das Meiste wird ohnehin heute online gemacht. Der eine oder andere, der das Beratungsgespräch sucht, der Bargeld einzahlt oder auf papierne Überweisungen setzt, wird die Postbank am Hanns-Seidel-Platz vermissen. Auch ich mochte den Geldautomaten der Postbank gerne, da man dort Geld ziehen konnte, ohne vom Rad abzusteigen.

Ob die Postbank für das Life einen Gewinn darstellt, ist noch die Frage. Ursprünglich sollte ein Restaurant in die Räume, doch da wurde nie etwas daraus. Seit dem 09.09.09, an dem das Life eröffnet wurde, stehen die Räume leer. Wer Postbank-Kunde ist oder Kunde einer Cashgroup-Bank und in Neuperlach Nord, Nordost oder Nordwest wohnt, der hat es nun eventuell näher bis zum nächsten Automaten, an dem er gebührenfrei Geld ziehen kann.

Life, Postbank
Postbank im Life (12.03.2013) © Thomas Irlbeck

Bezeichnenderweise weist die Postbank gar nicht darauf hin, dass sie ins Life zieht. Es heißt vielmehr, man sei demnächst in der Albert-Schweitzer-Straße 78 zu finden. Selbst ein Hinweis auf die U-Bahnstation Quiddestraße fehlt. Es ist aber nicht zu erwarten, dass jeder automatisch weiß, wo er nun die Postbank findet. Die Albert-Schweitzer-Straße ist lang. Immer ist die Postbank-Fensterreklame an der Hauptstraßenseite des Life relativ auffällig (siehe Abbildung). Für den Fall, dass man außerhalb der Ladenöffnungszeiten Geld ziehen oder seine Million-Euro-Kontobewegungen ausdrucken will, hat man von dort aus auch Zugang zum SB-Raum mit den entsprechenden Geräten.

Insgesamt ist es für Neuperlach ein Nullsummenspiel. Der eine oder andere Postbank- oder Geldautomatennutzer wird vielleicht in Zukunft im Life einkaufen. Das bedeutet den einen oder anderen Kunden mehr für das Life. Aber das Life liegt nicht so zentral wie das pep. Trotz der unmittelbaren Nähe zur bereits erwähnten U-Bahnstation Quiddestraße. Wer zum Life will, nimmt an der U-Bahnstation Quiddestraße den Südausgang (das ist, wenn man mit der U-Bahn von der Stadtmitte kommt ganz vorne),. Im Sperrengeschoss folgt man dann den Wegweiser zum Life. Einen Lift vom Bahnsteig an die Oberfläche gibt es auch, von dort ist es aber etwas weiter. Eine Autobusstation befindet sich ebenso direkt vor dem Life. An der „Siegfried-Mollier-Straße“ halten die Kraftbuslinien 139, 192 und 199 (auch die Haltestelle ist in der Abbildung zu sehen).

Zum alten Eisen gehören – das Bürohaus am Peschelanger droht zu verfallen

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Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 vom Karl-Marx-Ring aus gesehen (09.09.2012) © Thomas Irlbeck

Das Gebäude wurde mit Kalkül an diese Stelle gesetzt. Die Lage ist relativ zentral, direkt am Karl-Marx-Ring. Für ein Wohngebäude wäre es hier zu laut, auch wenn der Karl-Marx-Ring nie zu einer Hauptverkehrsader wurde. Seit das Lkw-Fahrverbot auf dem nordöstlichen Teil des Karl-Marx-Rings eingeführt wurde, ist hier noch weniger Verkehr. Gleichzeitig markiert das Gebäude den abzweigenden Peschelanger, über den man zum Marx-Zentrum gelangt. Vermutlich da der Haupteingang am Peschelanger liegt, erhielt das Gebäude eine Adresse dort: Peschelanger 3. Übrigens wurde ein Peschelanger 1 (und auch Peschelanger 2) nie vergeben.

Seit den frühen 1970er-Jahren steht das Bürohaus am Peschelanger. Es hat sechs Etagen und präsentiert sich in einem durchgehenden Braunton. Die Form ist fast quadratisch, zwei gegenüberliegende Ecken haben aber eine quadratische Aussparung, wie man in dem Eingangsbild gut erkennt. Jede Etage sieht von außen fast gleich aus, sie weist ein endloses Fensterband mit umlaufendem Balkon auf. Nur die unterste Etage und die oberste Etage geben sich anders. Die oberste Etage ist weit kleiner und hat eine umlaufende Dachterrasse. In der untersten Etage waren von Anfang an eine Bank und die Zugspitz-Apotheke untergebracht. Das Hochparterre ist durch eine weitgehend rundum laufende Treppe erreichbar, ebenso gibt es eine flache Rollstuhlrampe und eine steilere Rampe, die selbst für Kinderwagen eher zu steil ist.

Früher, als es im Marx-Zentrum noch zwei Banken gab (eine Raiffeisenbank und eine Vereinsbank), hatte ich eine schöne Merkhilfe. Da das Gebäude so schön metallisch wirkt, denkt man an Eisen, und schon ist man bei Raiffeisenbank. Die Vereinsbank, die im benachbarten Ärztehaus untergebracht war, ist längst Geschichte, und aus der Raiffeisenbank wurde eine Münchner Bank. Eselsbrücke ade. In den übrigen Stockwerken war anfangs ein Rechenzentrum (das war damals in den 1970er-Jahren was ganz Mysteriöses), später dann die Deutschlandzentrale von Burger King. Nachdem Burger King das Gebäude aufgab, wurde es 2007 umfassend saniert (siehe Lichtspiele). Die Zugspitz-Apotheke gibt es heute noch, die Münchner Bank ebenso, aber was die übrigen Etagen angeht, steht das Gebäude weitgehend leer.

Heutiger Zustand: zumindest von außen zum Fürchten!

Inzwischen ist der äußere Eindruck rund um das Gebäude katastrophal. In der umlaufenden Treppe wippen beim Gehen diverse Stufen, auch an den noch besser aussehenden Stellen. Einige Treppenabschnitte sind eher Zierde (sie sind zu steil und oben durch Pflanzentröge abgesperrt), dort sind die Schäden besonders schlimm. Die vermutlich sehr schweren Stufen sind teilweise ganz rausgebrochen und drohen abzurutschen. In die Lücken könnten sich Kinder beim Spielen leicht einklemmen und verletzten. Immer mehr Steinplatten an anderen Stellen brechen oder lösen sich. Überall tun sich Risse und Lücken auf, einiges bröselt schon großflächig weg. Man kann nur hoffen, dass das Gebäude demnächst saniert und nicht wie so manch anderes Gebäude der Abrissbirne übergeben wird. Es scheint ja üblich zu sein, Wohnhäuser generell zu renovieren, aber Gewerbegebäude durch Neubauten zu ersetzen. Hoffentlich durch nicht einstürzende.

Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bürohaus Peschelanger 3
Bürohaus Peschelanger 3 (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Panorama Karl-Marx-Ring
Das Bürohaus aus der Vogelperspektive (08.09.2012)
Bürohaus Peschelanger 3
Ein Bild aus dem Februar 2012 © Thomas Irlbeck

Amtsverschimmelt – Warum wir mehr Bürokratie brauchen

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Spielbetrieb für Kinder
„Spielbetrieb für Kinder“. Nur ein Bürokrat kann sich solche Wortkonstruktionen ausdenken. Foto: Elias Schwerdtfeger / Lizenz siehe: flickr

Bürokratie ist die Herrschaft der Verwaltung. Die übersteigerte Form nennt man Bürokratismus. Die Verwaltung der Verwaltung wahrscheinlich dann Metabürokratie. Tankstellenpächter müssen sich neuerdings in Bayern versichern lassen, dass Kunden, die außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten erscheinen, Reisende sind. Als Reisende zählen grundsätzlich keine Fußgänger und Radfahrer. Unklar ist, ob es reicht, sich davon zu vergewissern, dass ein Kraftfahrzeug vor der Tankstelle steht oder/und der Kunde angibt, mit einem Kraftfahrzeug gekommen zu sein. Selbst wenn dies gegeben ist: Eine mit dem Auto zurückgelegte Kurzstrecke macht einen Fahrer keinesfalls automatisch zum Reisenden.

Apropos fahren: Ich fahre mit der U-Bahn zu meiner Bank. Zur Vermögensberatung. Der Berater erklärt mir, es gebe neue Vorschriften. Der Kunde müsse nun genau Auskunft geben über seine Einnahmen und Ausgaben. Ganz neu ist es nicht, aber die Vorschriften wurden erheblich verschärft. Diese Angaben seien dann eine wichtige Grundlage für eine kundengerechte Beratung. Hier habe der Gesetzgeber gehandelt, nachdem es immer wieder vorgekommen sei, dass Berater schlecht beraten und Leuten hochspekulative Papiere angedreht hätten, obwohl deren individuelle Finanzsituation im Widerspruch dazu stand. Sicherlich sind hier Leute im Extremfall um ihre Altersversorgung gebracht worden. Der Wunsch nach einer Regelung sei aus dem Volk gekommen.

 Baker Boyer Bank
Auf geht’s zur Bank! Foto: walla2chick / Lizenz siehe: flickr

Nun muss ich also Auskunft geben. Was für Einnahmen habe ich (selbstständige Tätigkeit, ggf. Mieteinnahmen)? Bei den Ausgaben muss ich angeben: Miete, Wohngeld, Stromkosten, Renten-/Lebensversicherung, Krankenversicherung und weitere Versicherungen. Genaue Centbeträge sind nicht erforderlich, aber es soll schon ziemlich genau sein. Allgemeine Lebenshaltungskosten, wie viel ziehe ich denn so monatlich am Geldautomaten? Ferner muss ich die Zeitpunkte nennen, an denen ich das erste Mal mit bestimmten Finanzprodukten Erfahrung gemacht habe. Großzügigerweise fragt der Berater nur nach dem Jahr. Ich kann nur schätzen. Der erste Aktienfond? Der erste Fond mit Kapitalschutz? Usw. Meine Angaben werden dann freundlicherweise mit dem Datum „1. Januar“ ergänzt, dabei weiß ich nicht mal, ob das Jahr stimmt. Auch die Anzahl der gekauften Papiere muss angegeben werden: 1, 2, 3, 4, 5 oder mehr. Dass es nicht noch genauer sein muss, nehme ich als eine Art Geschenk an.

Nun geht es an das Eingemachte: Habe ich eine Immobilie? Wie viel Quadratmeter? Wann wurde das Haus gebaut? Einige Angaben scheinen nichts mit meiner persönlichen Vermögenssituation zu haben. Aber, was tut man nicht alles für die Bürokratie?

Ich frage, was passieren würde, wenn ich die Angaben verweigere. Dann, so hieß es, könne ich weiterhin alle Produkte erwerben. Allerdings gäbe es dann keinerlei Beratung. Das überzeugt mich, ich bin kooperativ. Aber es gibt einen weiteren Haken. Selbst wenn ich alle Angaben mache, kann es passieren, dass ich dann nicht zu allen Produkten Beratung erhalte. Wenn es meine Situation nicht hergibt, dann bekäme ich für bestimmte Risikoklassen keine Beratung. Ein Computerprogramm entscheidet anhand der Eingaben, was möglich ist. Das mag ja alles einen Sinn haben. Aber: Nehmen wir den Fall, ein Kunde liest in einer Finanzzeitschrift von einem bestimmten Finanzprodukt und möchte dieses erwerben. Der Berater sagt dann, er dürfe zu diesem nicht beraterisch tätig sein, aber er würde es dennoch für den Kunden „auf eigenes Risiko“ kaufen. In diesem Fall könnte sich der Kunde für ein sehr schlechtes Produkt entscheiden. Der Berater darf dann nicht abraten. In diesem Fall bräuchte der Kunde dringend Beratung, erhält diese aber im Unterschied zur alten Regelung nicht mehr, obwohl der Gesetzgeber ja gerade die Beratung speziell in solchen Fällen verbessern will. Es zeigt sich mal wieder: Gut gemeint ist gut daneben gedacht. Erschreckend ist auch der Zeitaufwand. Über eine Stunde dauern die Erfassung und die zusätzlichen Erklärungen. Keine einzige Minute davon ist etwas, das man als Finanzberatung im eigentlichen Sinne werten könnte. Aber es ist eben Bestandteil der Bürokratie, dass es erst später zur Sache geht. Die Sache wird dann selbstverständlich mit einer bürokratischen Handlung abgeschlossen. Keine Ordnung muss schließlich auch nicht sein!

Hilfe, ich habe zu viel Geld auf meinem Konto!

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Wer würde nicht gerne mehr Geld auf seinem Girokonto vorfinden, als er erwartet? Auf den ersten Blick hätte sicherlich kaum jemand etwas dagegen. Bevor ich aber weiter aushole, ein Hinweis. Die Geschichte ist wahr. Alle Namen und Orte wurden aber geändert, um eine Rückverfolgung zu verhindern.

Nun aber ganz von vorne. Anfang Mai dieses Jahres fand ich unter den Online-Umsätzen meines Girokontos, das ich bei der Oberbayerischen Privatbank* habe, eine Gutschrift, die als „Lohn/Gehalt“ ausgewiesen ist. Es handelt sich um einen Betrag von knapp 400 EUR. Sie stammt von einer Firma „Petru Pet“*. Mir war neu, bei einer solchen Firma angestellt zu sein. Genauer bin ich bei überhaupt keiner Firma angestellt. Eine Recherche ergab, dass es sich bei „Petru Pet“ um eine osteuropäische Metzgereikette handelt. Um die zehn Filialen weist sie auf, alle in Osteuropa. Quasi ein osteuropäischer Vinzenzmurr. Nehmen wir mal an, eine Fleischereifachverkäuferin arbeitet in einer osteuropäischen Stadt bei „Petru Pet“. Würde sie dann über ein deutsches Konto der Oberbayerischen Privatbank verfügen? Das erscheint sehr unwahrscheinlich. Dagegen spräche auch, dass eine Auslandsüberweisung zu teuer wäre. Auch gibt es in dem Land keinen Euro, sondern eine herrliche nationale Währung. Es stellt sich auch noch die Frage, wie das Geld auf einem anderen Konto landen kann. Durch einen Zahlendreher? Auch dies scheint nahezu ausgeschlossen. Die Kontonummer hat eine Prüfziffer. Wenn man irgendwo einen Zahlendreher drin hat, dann kann man keine gültige Kontonummer generieren, die Prüfziffer würde dann nicht stimmen.

100 EURO
Geld einfach so – ohne Leistung. Prima! Foto: Markusram / Lizenz siehe: flickr

Ein Tipp eines Bekannten lautete, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass osteuropäische fleischverarbeitende Unternehmen Saisonarbeiter in Deutschland in Schlachtbetrieben beschäftigen. Nicht immer legal. Eine Recherche ergab, dass „Petru Pet“ tatsächlich auch über eine Niederlassung in Deutschland verfügt – im Saarland*. Handelt es sich hier schlicht um das Gehalt eines Hilfsarbeiters, der vielleicht zu schlechten Konditionen in einer Schlachtfabrik beschäftigt ist? Für die Maßstäbe seines Heimatlandes wären knapp 400 EUR relativ viel Geld.

Einen Storno-Button gibt es beim Onlinebanking leider nicht bzw. nur für unrechtmäßige Lastschriften. Den Fall, dass jemand eine Gutschrift stornieren will, hat man schlicht vergessen, weil so etwas wahrscheinlich nur höchst selten benötigt wird. Ich überlege daher, bei „Petru Pet“ zu intervenieren, aber verwerfe den Gedanken wieder. Ich sehe es nicht ein, ihnen die Geschichte zu erzählen und dabei vielleicht sogar meine Kontonummer herauszurücken. Ich sehe die Bank als Ansprechpartner. Da sitzen die Experten. Also mache ich mich auf den Weg zur Bank. Mit dem Trämli – unüblich für das Internetzeitalter.

Schlachter
Vermisst hier jemand sein Gehalt? Bild nur zur Illustration. Foto: Paul Keller / Lizenz siehe: flickr

Inzwischen hatte ich noch herausgefunden, dass Onlinebanking nicht gleich Onlinebanking ist. Auf den Kontoauszügen, die man sich als PDF herunterladen kann, die aber nicht tagesaktuell zur Verfügung stehen, ist noch eine weitere Vermerkzeile enthalten. Aus dieser erfuhr ich, wer der Empfänger des Geldes ist: ein gewisser Damir Dumitrescu*.

Auf der Fahrt gehe ich noch mal alles durch. Für mich ist klar, dass ich das Geld nicht behalten darf und will. Es gehört mir nicht, es ist ein Versehen. Der Bankmitarbeiter gibt sich überrascht. So etwas komme praktisch nie vor, meinte er. Er zieht weitere Bankmitarbeiter und Bankmitarbeiterinnen hinzu. Alle scheinen ein wenig überfordert zu sein. Eine Mitarbeiterin hat die Idee, man solle doch mal schauen, ob ein Herr Damir Dumitrescu ein Konto bei der Oberbayerischen Privatbank habe. Man könnte dann untersuchen, ob die Kontonummer eine ähnliche sei und damit eine profane Verwechslung vorliege. Doch ein Kollege bremst sie. Eine Suche sei nur möglich, wenn man über das Geburtsdatum verfüge, meint er. Ich trage meinen Wunsch vor, die Gutschrift stornieren zu lassen. Dem kommt man dann nach.

Eigentlich scheint der Fall nun abgeschlossen zu sein. Die Buchhaltung von „Petru Pet“ wird sicher schon längst gemerkt haben, dass da was nicht stimmt. Und spätestens bei dem Storno wird sie reagieren. Von der Oberbayerischen Privatbank kam inzwischen ein Entschuldigungsschreiben:

Diese Überweisung war nicht für Sie bestimmt, deshalb haben wir sie wieder von Ihrem Konto abgebucht. Bitte entschuldigen Sie das Versehen.

Es geht weiter

Doch es kam anders. Ende Mai gab es die nächste Gutschrift. Dieses Mal sind es nur etwas mehr als 100 EUR, die als „Lohn“ ausgewiesen sind. Vielleicht hat Damir Dumitrescu noch eine Prämie für seine hervorragende Schlachtleistung erhalten. Um es genauer zu sagen, wenn dann hätte er sie erhalten sollen, denn ich bin ja wieder der Glückliche. Ich warte erst mal ein paar Tage ab. Es kann mich niemand zwingen, sofort wieder mit dem Trämli zur Bank zur düsen. Anfang Juni dann der nächste Schlag. Nun finde ich knapp 900 EUR vor, jetzt aber als „Gehalt/Rente“ ausgewiesen. Warum nun ein viel höherer Betrag? Ist Damir Dumitrescu etwa zum Manager aufgestiegen? Groteskerweise stammt das Geld jetzt nicht von „Petru Pet“, sondern von einer Firma „SATTE“*. Eine Recherche ergab, „SATTE“ ist ebenso ein fleischverarbeitendes Unternehmen, die Postanschrift ist auch die gleiche. Also vermutlich ein Tochterunternehmen oder einfach ein anderer Name für das gleiche Unternehmen. Wie der Kontoauszug zeigt, sind Gutschrift 2 und 3 wiederum für Damir Dumitrescu bestimmt.

Ein paar Tage warte ich noch, dann mache ich mich wieder auf dem Weg zur Bank. Dieses Mal meint man, da müsse ein Experte ran, das könne man jetzt nicht auf die Schnelle klären. Ich bekomme einen Termin. Da würde dann ein Experte den Fall klären.

Nun erscheine ich das dritte Mal in der Bankfiliale. Der „Experte“ ist derselbe, der das erste Storno durchgeführt hat. Er zeigt sich verwundert, meint, einen solchen Fall mit gleich mehreren unrechtmäßigen Buchungen habe er noch nicht gehabt. Er vermutet einen Fehler in der Buchhaltung bei „Petru Pet“ bzw. „SATTE“. Nicht ausgeschlossen sei auch ein Fehler im System der Oberbayerischen Privatbank. Er meinte, das Geld dürfe ich prinzipiell nicht behalten, aber es gäbe auch keine Verpflichtung, die Gutschrift ohne Aufforderung zu stornieren. Das Unternehmen könnte das Geld nicht selbst stornieren. Sie seien auf mich angewiesen. Er meinte: „Stellen wir uns mal vor, Sie würden das Geld behalten. Was könnte Ihnen passieren? Petru Pet könnte Sie verklagen. Aber nur, wenn man auf Sie kommt und Sie sich weigern, das Geld zurückzubuchen. Haben Sie eigentlich ein Sparbuch bei uns? Dann könnten Sie das Geld vom Girokonto darauf überweisen, dann ist es weg vom Konto“. Ich bin sehr überrascht. Er sagte zwar nicht „Machen Sie es einfach! Behalten Sie das Geld!“. Er sagte es nur indirekt. Für mich kommt es jedoch auf dasselbe raus. Ich halte solche Tipps für extrem unseriös, einer Bank unwürdig. Ich bestehe auf eine Stornierung.

Ein paar Tage später kamen zwei weitere Entschuldigungsschreiben der Oberbayerischen Privatbank. Der Inhalt war jeweils der gleiche wie beim ersten Schreiben. Banken sind nicht kreativ und fast immer humorlos.

Jetzt heißt es abwarten. Mal sehen, ob zu diesem Artikel demnächst ein Update hinzugebucht werden muss.

* Alle Namen und Ortsangaben geändert