Neuperlach Zentrum: Zwei Zugänge zur U-Bahn sind zu!

Werbung

Wie in der Lokalpresse angekündigt, wurden nun zwei Aufgänge am U-Bahnhof Neuperlach Zentrum geschlossen. Die Aufgänge werden im Rahmen der Entstehung der Neuen Mitte umgestaltet. Die Arbeiten dauern bis voraussichtlich 2022. Die anderen beiden U-Bahnaufgänge auf derselben Seite der Thomas-Dehler-Straße (Rollsteig zum Busbahnhof, am Wacker-Gebäude) sind nicht betroffen. Es entstehen damit nur kleinere Umwege.

U-Bahn-Aufgänge Neuperlach Zentrum geschlossen
Bild 1 (29.03.2019) © Thomas Irlbeck
U-Bahn-Aufgänge Neuperlach Zentrum geschlossen
Bild 2 (29.03.2019) © Thomas Irlbeck

Das „halbe“ pep (historisches Bild)

Werbung

Das halbe pep
Das „halbe“ pep (Februar 1986). Foto: Jared Derox

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich alte Bilder vom pep hätte, speziell solche, als der Neubau (also der Teil mit der Glaskuppel) noch nicht stand. Damals gab es an der Stelle des heutigen Neubaus einen Hügel, auf dem ein Parkplatz angelegt war. Über eine Brücke gelangte man von dort gleich ins erste Stockwerk des bestehenden pep, heute als Altbau bezeichnet.

Doch, ich musste immer verneinen, ich hatte praktisch keine Bilder aus der Anfangszeit des pep.

Dank einer Lesereinsendung ist das jetzt anders. Wir sehen hier das pep so, wie ich es gerade beschrieben habe. Die Datierung des Fotos ist schwierig, zunächst konnte der Einsender kein Datum nennen. Da der zweite Zwillingsturm im Hintergrund erst 1982 fertiggestellt wurde und auf dem Bild schon in voller Pracht steht, muss das Bild irgendwann ab 1982 entstanden sein. Die Postfiliale auf dem Hanns-Seidel-Platz gab es auch schon, wie das Bild demonstriert, sie wurde im Januar 1981 eröffnet. Ebenso sieht man den Busbahnhof, der seit 1980 seinen Dienst verrichtet.

Da der Neubau des pep Ende 1989 eröffnet wurde und hier noch nicht mal beginnende Baustellen zu sehen sind, kommt wohl als spätester Zeitraum etwa 1987 infrage.

Gut, auf dem Bild ist Winter, was bei der Einschätzung nicht wirklich weiterhilft. Unter der Brücke ist eine Bude zu sehen, vielleicht ein Glühweinstand, aber eine Weihnachtsdekoration scheint Fehlanzeige zu sein. Daher könnte das Bild vielleicht im Januar oder Februar entstanden sein oder noch vor der Weihnachtszeit.

Vielleicht werden wir es noch genauer erfahren. Jedenfalls vielen Dank an Jared Derox für dieses sehr, sehr wertvolle Bild!

Nun wird das pep ja ein zweites Mal erweitert (Neuperlach.org berichtete): Unser pep wird schöner und größer – das größte Einkaufszentrum Münchens

Nun kann man sich überlegen, wie man die einzelnen Bestandteile nun nennt. Denn mit Alt- und Neubau kommt man ja nicht mehr weiter. Vielleicht ja Antikbau, Mittelalterbau und Neubau.

Update

Wie inzwischen bekannt wurde, ist das Bild im Februar 1986 entstanden, die Schätzung war also nicht ganz falsch.

BA übt Kritik an pep-Erweiterung – Werden die Pläne begraben?

Werbung

pep
Einkaufszentrum pep. Wird die geplante Erweiterung abgelehnt? Foto: Bpp / Lizenz siehe: Wikipedia

Die geplante Erweiterung des pep (Neuperlach.org berichtete) führt beim Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach zu Kritik. Das berichtet die Wochenzeitung Hallo Ramersdorf/Perlach/Berg am Laim in ihrer Ausgabe vom 19.02.2014 auf Seite 1.

Guido Buchholtz von den Grünen befürchtet negative Auswirkungen auf das zukünftige Gewerbe auf dem Hanns-Seidel-Platz und verweist auf sterbende Ladenzentren in Neuperlach. Die Läden auf dem Hanns-Seidel-Platz könnten dann ebenfalls leerstehen. Buchholtz will, dass der Neubau erst einmal auf Eis gelegt und dann eventuell später realisiert wird, etwa in fünf Jahren.

Andere BA-Mitglieder rechnen mit einem Parkchaos, zumindest in der Bauphase. Es soll zwar für die Bauphase ein provisorisches Parkhaus auf dem Hanns-Seidel-Platz errichtet werden. Dennoch werden weniger Parkplätze als momentan zur Verfügung stehen. Auch sorgt man sich um die Verkehrssicherheit. Kunden könnten vom provisorischen Parkhaus direkt über die Thomas-Dehler-Straße zum pep laufen und nicht den mit Ampeln versehenen Fußgängerüberweg am Busbahnhof benutzen. Auch befürchtet man, dass das provisorische Parkhaus zur Dauereinrichtung werde.

Ferner wird bemängelt, dass das pep als ein in sich als geschlossenes Einkaufszentrum angelegt sei. Außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten könne man die Passagen nicht betreten. Derzeit sind nur einige Gastronomiebetriebe auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten nutzbar. Hier wünsche man sich mehr Öffnung, speziell bei der geplanten zusätzlichen Gastronomie.

Kommentar

Mir scheint es zu viele Bedenkenträger zu geben. Warum kann man nicht einmal etwas wagen? Wenn man die Pläne auf Eis legt, was passiert dann mit dem angeblichen so maroden Parkhaus Nord? Sollte man es tatsächlich nicht sanieren können, müsste das pep ein neues Parkhaus in der gleichen Größe wie bisher bauen. Neue Ladenflächen gäbe es dann nicht, das Parkhausproblem würde sich während der Bauphase dennoch stellen. Was wäre damit gewonnen?

Was die Ladenöffnungszeiten angeht. Hier könnten sich alle beteiligten Politiker dafür einsetzen, dass endlich das Ladenschlussgesetz in Bayern liberalisiert wird. Bayern ist das einzige Bundesland ohne eigenes Ladenschlussgesetz. Nur in Bayern und im Saarland müssen die Läden werktags um 20 Uhr schließen. In den anderen Bundesländern darf bis 22 Uhr oder sogar rund um die Uhr geöffnet werden. In Bayern gilt damit eine der strengsten Verordnungen weltweit.

Würde hier – auch in anderen bayerischen Städten – ein wenig Druck gemacht werden, würde der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sicherlich seine Haltung noch einmal überdenken, er ist ja schließlich als Drehhofer bekannt. Es könnte so einfach sein – ein länger geöffnetes pep, und die Verödung des Zentrums von Neuperlach wäre kaum mehr ein Thema.

Was die Pläne generell angeht: Der Einfluss des BA auf die Stadtratspolitik soll ja nicht allzu hoch sein. Dennoch vermag ich nicht abzuschätzen, ob die Erweiterungspläne in Gefahr sind.

Ab in die Mitte – Neuperlach bekommt ein Zentrum

Werbung

Ich wohne seit 1974 in Neuperlach und bis heute hat mein Stadtteil kein richtiges Zentrum. Klar, es gibt das pep und die U-Bahnstation Neuperlach Zentrum, aber ein beträchtlicher Teil von dem, das man als Zentrum bezeichnen könnte, ist bis heute ein riesiges Teerfeld, das als Parkplatz genutzt wird. Quasi das Mittelfeld von Neuperlach. Dieser Mitte-lose Zustand soll nun endlich beendet werden. Für das Zentrum muss natürlich was Besonders her, kein Mittelmaß. Mittels eines Ideenwettbewerbs wurden kreative Köpfe bemüht, Neuperlach eine neue, würdige Mitte zu verpassen. Inzwischen wurde ein Sieger ermittelt, es ist der Entwurf des Münchner Planungs- und Architekturbüros Spacial Solutions (in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Brandhoff & Voss):

Video abspielen: Hier klicken

Bis Freitag, den 23.04., war im Foyer des Referats für Stadtplanung und Bauordnung (das im „Hochhaus“ an der Blumenstraße Nähe Sendlinger Tor untergebracht ist) eine Ausstellung mit dem Siegerentwurf sowie mit weiteren Entwürfen der Mitbewerber zu sehen, die es nicht bis ganz vorne geschafft haben. Man hat ja nicht immer Zeit, und so kam es, dass ich diese Ausstellung fast in letzter Minute besuchte.

Zu sehen sind schöne Modelle sowie jede Menge Tafeln mit Plänen, Texten und Grafiken. Zum Glück erlaubte mir der freundliche Pförtner, obwohl ich ihn gerade bei der Brotzeit störte, meine Kamera auszupacken und die Modelle für die Nachwelt festzuhalten. Bilder sprechen für sich, also zeige ich zunächst einmal den Sieger aus zwei Perspektiven:

Der Siegerentwurf. Zur Orientierung. Das (bestehende) Wacker-Gebäude ist hier hinten zu sehen, der Blick geht Richtung Nordost (22.04.2010) © Thomas Irlbeck
Der Siegerentwurf aus einer anderen Perspektive. Das Wacker-Gebäude findet sich nun links, der Blick ist Richtung Ost mit leichtem südlichen Einschlag (22.04.2010) © Thomas Irlbeck

Den Entwurf zeichnet viel Grün aus (mehr als doppelt so viel wie die Vorgabe), inspiriert wurden die Planer dabei vom Central Park. So viel New York schlägt sich in den Gebäuden aber nicht nieder, man begnügt sich mit einem einzigen Hochhaus, das unspektakuläre 40 Meter misst (was 12 Stockwerken entspricht), dafür aber auf Stelzen steht und so dem Marktplatz einen partiellen Regenschutz gewährt. Generell wird ein Mix aus Wohnungen, Büros, Läden, einem Hotel (im Süden der Anlage), Läden sowie einem Bürgerhaus geschaffen. Die Gebäude haben mit Ausnahme des Hochhauses 6 bis 7 Geschosse. Der Zugang der neuen Mitte ist direkt über das Sperrengeschoss des U-Bahnhofs Neuperlach Zentrum möglich.

Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Begrünter Innenhof (1). Im Hintergrund links ist das Hochhaus auf Stelzen zu sehen. Die Mitte in der Mitte ist grün © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions
Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Begrünter Innenhof (2)  © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions

Die Jury begründete ihre Wahl so (Auszug):

Das städtebauliche und landschaftsplanerische Konzept setzt sich mit Ort und dem Maßstab von Neuperlach auseinander und bildet mit der ruhigen Höhenentwicklung und der Fassung  der Straßenräume einen wohltuenden Kontrast zum heterogenen Umfeld.  Der Arbeit gelingt es, mit großer Selbstverständlichkeit die stadträumlichen Bezüge der Umgebung aufzunehmen, die funktionalen Anforderungen zu erfüllen und eine „Insel des Schutzes“ im Inneren mit hoher differenzierter Aufenthaltsqualität auszubilden. Bemerkenswert ist  die hohe stadträumliche Durchlässigkeit auf Grund einer regelhaften Baustruktur bei gleichzeitig wirkungsvollem Lärmschutz und der geschickten Anordnung des Marktplatzes direkt am Übergang zum PEP und am Zugang zur U-Bahn. Die Akzentuierung durch ein Hochhaus an dieser Stelle mit ca. 40 m ist gelungen und leitet die Besucher in das Zentrum hinein.  Der südliche Abschluss weitet den städtebaulichen Raum, reagiert wohltuend auf die Struktur des Bürohauses gegenüber und stellt richtige Fußgängerbezüge her. Das Bürgerzentrum im Norden an der zentralsten Stelle liegt richtig und gliedert durch seine Sonderform auch die südliche Begrenzung des Hanns-Seidel-Platzes (Busbahnhof). Die übrigen Nutzungen, wie Einzelhandel, Büro, Wohnen und Kindertagesstätte sind grundsätzlich schlüssig angeordnet. […]
Die Umsetzung des Projektes in einzelnen Bauabschnitten ist möglich. Insgesamt stellt die Arbeit eine speziell für diesen Ort entwickelte Lösung dar, mit großem Potenzial für eine neue, außergewöhnliche Mitte in Neuperlach.[…]
Um einen deutlichen Abstand des ersten Ranges zu den weiteren Plätzen zu dokumentieren, entschied die Jury […] keinen zweiten Preis zu vergeben, und zwei dritte Preise […] zu verteilen. […]

Quelle: Goldmann Public Relations, Jurybegründung zum Wettbewerbsentwurf des Münchner Architektur- und Planungsbüros Spacial Solutions GmbH

Kommentar

Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Bürgerzentrum © Formfest – Daniel C. Wolf

Als Fan spektakulärer Bauten trifft der Entwurf nur teilweise meinen Geschmack. Das wirklich Typische für Neuperlach sind Hochhäuser. So hätte ein echter Wolkenkratzer eher das Zentrum markiert und das „Neuperlachige“ ausgedrückt. Mehr als 100 Meter wären zwar nicht drin gewesen, da sich die Stadt weiterhin an ein Bürgerbegehren halten will, das Hochhäuser ausschließt, die höher als die Münchner Frauenkirche sind. Da ändert auch die Tatsache nichts daran, dass das Bürgerbegehren formal längst nicht mehr bindend ist, da es bereits 2004 stattfand. Aber 100 Meter wären weit mehr als die jetzigen 40 Meter. Neuperlach hat jetzt schon Häuser zu bieten, die sich höher gen Himmel strecken, das höchste Gebäude kommt immerhin auf 17 Stockwerke, aber es wurde in einer Zeit gebaut, als man noch auf Wohnhochhäuser setzte.

Ein Entwurf eines Mitbewerbers hat sich immerhin an ein 78 Meter hohes Hochhaus herangetraut, das mit einer für die Allgemeinheit zugänglichen Aussichtsplattform einen sicher interessanten Ausblick ermöglicht hätte. Ich vermisse auch eine weitergehendere Verschmelzung mit dem pep, was z.B. mit einer Überbauung der Thomas-Dehler-Straße möglich gewesen wäre. Das heißt mittels einer Art überdachten Brücke oder eines echten Gebäudes, der Individualverkehr würde dann gewissermaßen im Erdgeschoss passieren. Man muss allerdings berücksichtigen, dass die Vorgaben die Möglichkeiten der Architekten einengten. Genauer waren ein „Bürgerzentrum, eine multifunktionale Marktfläche, Büro-, Gewerbe-, Dienstleistungs- und Einzelhandelsflächen, öffentliche Grünflächen sowie ein eigenes Konzept für Wohnbebauung“ vorgeschrieben, ein Korsett, dem sich nicht entziehen kann, und der Lärmschutz muss auch berücksichtigt werden, die Erschließung, der Anteil an Freiflächen und mehr.

Eine Art „Neuperlach World“ mit Rekord-Wolkenkratzern oder die „hängenden Gärten von Neuperlach“ schieden so gesehen durch dieses Pflichtenheft aus. Vielleicht wäre eine vertikale Stadt im Stadtteil auch dem Stadtviertel, dessen Ruf nicht der Beste ist, nicht angemessen. Die stiefmütterliche Behandlung Neuperlachs schlägt sich auch dergestalt nieder, dass man die Bebauung trotz einiger Anläufe im Grunde genommen über Jahrzehnte hat schleifen lassen. Anderes war wichtiger. Man könnte im Herzen Neuperlachs sicher eine der Hauptattraktionen von München realisieren, aber sie würde wahrscheinlich nicht zum Stadtteil passen. Jetzt schon stehen viele Büros in München leer, also dürfen nicht zu viele neue her, und Luxuswohnungen wollen die Millionäre und Milliardäre offenbar nicht in Neuperlach kaufen, auch wenn sie dann über dem Stadtteil thronen würden. Schade.

Noch müssen wir ohnehin ein wenig warten, die Baumaschinen werden wahrscheinlich erst in drei Jahren anrücken, vorausgesetzt, dass es keine weiteren Verzögerungen mehr gibt. Aber noch mal will ich keine 40 Jahre warten.

Update: Alle ausgestellten Modelle (das heißt die prämierten und angekauften Entwürfe) sind nun online auf meinem flickr-Auftritt.

Update 01.02.2014: Die Pläne sind nicht mehr aktuell. Ich werde in Kürze über die neuen Pläne berichten.

Hanns-Seidel-Platz: Fußgängerzone light?

Werbung

Der Hanns-Seidel-Platz soll bekanntlich bebaut werden – Büros, Wohnungen, Läden, das Bürgerzentrum und mehr sollen entstehen. Seit rund schlappen 30 Jahren laufen bereits Gedankenspiele, wenn nicht sogar Planungen. Dumm nur, dass die vierspurige Thomas-Dehler-Straße zwischen dem Einkaufszentrum pep und dem Hanns-Seidel-Platz liegt. Ein Wechsel der Straßenseite bedeutet für den Bürger derzeit, auf das Knöpfchen der Fußgängerampel zu drücken und lange zu warten, bis das Ämpelchen für kurze Zeit Grün für die Fußgänger gibt, oder das Sperrengeschoss der U-Bahn zu benutzen (aber bitte nicht geradeaus durchlaufen, wenn man nicht im Besitz einer gültigen, gegebenenfalls entwerteten MVV-Fahrkarte ist, denn dabei passiert man einen Bereich, der eine solche voraussetzt, sondern per Slalom dem U-Bahn-Zugang ausweichen). In Zukunft werden noch viel mehr Leute die Thomas-Dehler-Straße überqueren, denn dann spielt sich das (kulturelle, Geschäfts- usw.) Leben nicht nur im pep und seinem Vorplatz ab, sondern auch im zunehmenden Maße auf dem Hanns-Seidel-Platz.

Der Bezirksausschuss möchte den Bereich am Hanns-Seidel-Platz komplett zur Fußgängerzone umbauen lassen, selbst die Busse müssten dann weichen. Die Zufahrt zum Busbahnhof wäre dann nur noch von östlicher Seite über die Fritz-Erler-Straße möglich. Für die Buslinien entstehen Umwege von rund 300 Metern.

Dem Planungsreferat der Stadt München gehen diese Pläne zu weit, das Verkehrsaufkommen des Individualverkehrs und der Buslinien sei zu hoch. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (15.02.2010, Seite 57, Stadtausgabe). Daher macht die Behörde nun zwei eigene Vorschläge:

  • Rückbau der Thomas-Dehler-Straße zwischen Fritz-Schäffer-Straße und Von-Knoeringen-Straße (das ist der Bereich von Höhe der „Deutschen Rentenversicherung“ (früher: LVA) bis zum südlichsten Teil des Parkplatzes auf dem Hanns-Seidel-Platz) auf einen Fahrstreifen pro Richtung und Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h.
  • Sperrung der Thomas-Dehler-Straße auf Höhe des pep-Vorplatzes bis zum südlichen Teil des Marktplatzes. Der Bereich wird Fußgängerzone, eine Busspur verbleibt. Der übrige Teil der Thomas-Dehler-Straße wird auf einen Fahrstreifen pro Richtung zurückgebaut.

Das Planungsreferat präferiert die erste Variante, da die zweite Variante einen Lärmschutz für die Fritz-Erler-Straße und den Hanns-Seidel-Platz erforderlich machen würde.

Kommentar

Alle drei Vorschläge scheinen mir alles andere als ideal zu sein. Je nach Vorschlag ist die Querungsmöglichkeit der Thomas-Dehler-Straße weiterhin nicht optimal oder aber der Linienbus- und Individualverkehr werden zu stark behindert, gegebenenfalls erhöhen sich auch die Fahrzeiten der Linienbusse. Es müssen meines Erachtens auch innovative Lösungen einbezogen werden, die an einer völlig anderen Stelle ansetzen.

Denkbar ist eine überdachte Brücke, über die man z.B. vom ersten Stockwerk des pep auf den Hanns-Seidel-Platz wechseln kann und idealerweise dann direkt in eines der neuen Gebäude oder einen erhöht angelegten Vorplatz gelangt. Natürlich muss auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten alles gut erreichbar und lukrativ sein, etwa durch Belebung des östlichen Ende der Brücke durch gastronomische Betriebe und kulturelle Einrichtungen.

Alternativ zur überdachten Brücke wäre auch ein Überbauen der Thomas-Dehler-Straße denkbar, die Straße wird dabei erhalten, aber im Bereich des pep-Vorplatzes bebaut. Der Verkehr fließt dann durch eine Gebäudedurchfahrt. Das Gebäude selbst dient dann als komfortable Querungsmöglichkeit für Fußgänger und viel mehr, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn ohnehin der Hanns-Seidel-Platz im großen Stil bebaut wird, sollte so etwas „drin“ sein. Man kann auch ja mal ein wenig größer denken. Natürlich könnte die Statik hier ein Problem sein, wegen des darunter liegenden U-Bahntunnels, das muss auch alles berücksichtigt werden. Man sollte aber eine bessere Lösung als die bislang zur Diskussion stehenden Ideen realisieren können.