Die Zauberwaldstraße (Unsere Straßen und Plätze, Folge 6)

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Zauberwaldstraße
Bild 1 (04.08.2018) © Thomas Irlbeck

In unregelmäßigen Abständen habe ich bereits Straßen und Plätze in Neuperlach sowie im Münchner Osten respektive im Münchner Umland vorgestellt. Nun habe ich eine echte Serie daraus gemacht, womit wir bereits bei der Folge 6 angekommen sind. Außerhalb der Reihe steht noch der Artikel „Ezähl doch keine Märchen!“, der die besondere, skurrile Straßenbenennung von Waldperlach skizziert.

Unser heutiger Straßenname ist einfach zauberhaft! Es ist die Zauberwaldstraße in der Gartenstadt Trudering. Das ist ein Name, bei dem wohl kaum einer sagen dürfte, er wolle lieber einen Straßennamen, der seinen Ursprung in einem intellektuellen Schriftsteller hat.

Die Zauberwaldstraße ist eine von eher kleinen Wohnhäusern geprägte Straße. Hier ist noch die alte Gartenstadt, die durch Nachverdichtung in einem Wandel begriffen ist, teilweise erkennbar. Die Straße führt von der Batschkastraße in nordöstlicher Richtung zur Königsseestraße und kreuzt dabei die Gartenstadtstraße, auf der die Buslinie 195 verkehrt. An dieser Kreuzung liegt auch die Haltestelle Zauberwaldstraße (Bild 3).

Zauberwaldstraße
Bild 2: Kreuzung Gartenstadtstraße/Zauberwaldstraße (04.08.2018) © Thomas Irlbeck
Bushaltestelle Zauberwaldstraße
Bild 3: Bushaltestelle Zauberwaldstraße  (04.08.2018) © Thomas Irlbeck

Konkret ist die Straße nach dem Geotop Zauberwald bei Ramsau bei Berchtesgaden im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land benannt. Dabei handelt es sich um ein Gebiet von 0,75 km², das durch einen Bergsturz vor 3500 bis 4000 Jahren entstanden ist. Es sind dabei 15 Millionen Kubikmeter aus dem Blaueistal vom Hochkaltermassiv abgegangen. Das klingt jetzt zugegeben wenig romantisch. Beim dem Bergsturz wurde auch die Ramsauer Ache zum Hintersee aufgestaut. Der Zauberwald selbst ist zwischen dem Hintersee und der Marxenklamm zu finden, die Ramsauer Ache fließt hindurch.

Auch wenn ein Bergsturz natürlich etwas Destruktives hat, wurde etwas Neues geschaffen, etwas derart Idyllisches und vielleicht auch Geheimnisvolles, dass sich der Name Zauberwald etablierte. Der Name bildete sich zwischen 1920 und 1930 heraus. Noch vor diesem Zeitraum – 1896/97 – wurde ein Fußweg durch den Wald angelegt. Der Zauberwald wurde mit dem Gütesiegel Bayerns schönste Geotope ausgezeichnet.

Zauberwald
Bild 4: Zauberwald. Foto: Geolina163 / Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ramsauer Ache, Zauberwald
Bild 5: Ramsauer Ache, Zauberwald. Foto: Nikater / Lizenz: CC BY-SA 3.0
Zauberwald
Bild 6: Baumwurzeln an Felsgeröllen des Bergsturzes. Foto: Geolina163 / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Quelle

Zauberwald bei Wikipedia

Zu den übrigen Folgen „Unsere Straßen und Plätze“

Abschnittsweise Komplettsperrung in der Feldberstraße – Busse umgeleitet

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Bauarbeiten Feldbergstraße
Bild 1: Beginn der Feldbergstraße (Kreuzung mit der Zehntfeldstraße und dem Hugo-Lang-Bogen) mit vorübergehend verlegten Bushaltestellen (31.07.2018) © Thomas Irlbeck

Sommerferien und Bauarbeiten sind in München Synonyme, aber irgendwann müssen die Straßen und Leitungen ja repariert werden. Wegen Bauarbeiten in der Feldbergstraße und St.-Augustinus-Straße (Gartenstadt Trudering) werden die Busse 194 und N79 derzeit über die Friedenspromenade umgeleitet. Die Feldbergstraße ist derzeit abschnittsweise sogar komplett gesperrt, auch für Radfahrer. Mehr zu den Busumleitungen hier: https://www.mvg.de/ueber/presse-print/pressemeldungen/2018/juli/2018-07-26-umleitungen-feldbergstrasse.html

Bauarbeiten Feldbergstraße
Bild 3: Totalsperrung der Feldbergstraße vor der Vogesenstraße (31.07.2018) © Thomas Irlbeck
Bauarbeiten Feldbergstraße
Bild 2: Totalsperrung der Feldbergstraße vor der Vogesenstraße (31.07.2018) © Thomas Irlbeck
Bauarbeiten Feldbergstraße
Bild 4: Totalsperrung der Feldbergstraße vor der St.-Augustinus-Straße (31.07.2018) © Thomas Irlbeck
Bauarbeiten Feldbergstraße
Bild 4: Bauarbeiten auf der St.-Augustinus-Straße (31.07.2018) © Thomas Irlbeck
Bauarbeiten Feldbergstraße
Bild 5: Bauarbeiten auf der St.-Augustinus-Straße (31.07.2018) © Thomas Irlbeck

Friedenspromenade: Kiosk-Erinnerungen und ein altes Schild

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Nach längerer Zeit habe ich mal wieder geschaut, was aus unserem Eck mit dem ehemaligen Kiosk an der Friedenspromenade geworden ist (Neuperlach.org berichtete). Die neuen Häuser nähern sich der Fertigstellung, wie die Bilder zeigen. Zwei Fotos vom alten Kiosk dürfen aber auch nicht fehlen.

In der Nähe – am Hugo-Lang-Bogen – gab es einen weiteren Kiosk, der auch schon längst Geschichte ist. Aber es findet sich noch ein Schild, das mir wohl bislang noch nicht aufgefallen ist. Vielleicht, weil es bislang hinter Edeu verschwunden war und man schon sehr genau hinschauen muss. Auch dieses Schild zeige ich.

Ex-Kiosk, Friedenspromenade
Bild 1: Kreuzung Friedenspromenade/Hochacker. Vom alten Kiosk ist nichts übriggeblieben (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Ex-Kiosk, Friedenspromenade
Bild 2 (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Der alte Kiosk (2013)

Kiosk Friedenspromenade
Bild 3 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Bild 4 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck

Kiosk-Schild am Hugo-Lang-Bogen

Das Schild hängt wenige Gehminuten entfernt am Hugo-Lang-Bogen. Es verweist auf einen anderen Kiosk, den es auch nicht mehr gibt. Er lag am Ende des Hugo-Lang-Bogen, kurz vor der Kreuzung Zehntfeldstraße/Feldbergstraße.

Schild, Kiosk, Hugo-Lang-Bogen
Bild 5 (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Schild, Kiosk, Hugo-Lang-Bogen
Bild 6 (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Abgerissen: Kiosk an der Friedenspromenade ist endgültig Geschichte

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Die Bautafel an der Friedenspromenade (Neuperlach.org berichtete) verhieß nichts Gutes. Nun ist es passiert: Der herrliche Kiosk, an dem viele Neuperlacher und Truderinger früher sicherlich mal ein Eis, eine Zeitschrift oder einen Schokoriegel gekauft haben, wurde dem Erdboden plattgemacht (Bild 1 und 2). Gut, der Kiosk war praktisch seit Jahrzehnten außer Betrieb. Aber der schmucke Holzbau war immer noch schön anzuschauen (wie Bild 3 und 4 aus dem Archiv von 2013 zeigen).

Kiosk Friedenspromenade
Bild 1: Das war’s. Nur noch ein Reklameschild mit … (09.01.2017) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Bild 2: … den am Kiosk erhältlichen Zeitungen lehnt am Zaun (09.01.2017) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Bild 3 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Bild 4 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck

Rost am Kiosk

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Kiosk Friedenspromenade
Bild 1 (13.10.2016) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Bild 2 (13.10.2016) © Thomas Irlbeck

Viele dürften sich noch daran erinnern, wie sie an diesem herrlichen Kiosk an der Friedenspromenade – ganz in der Nähe der Stadteilgrenze zu Neuperlach – Eis und Schoki gekauft haben. Auch wenn der Kiosk seit Urzeiten geschlossen hat, war der niedliche Holzbau noch schön anzuschauen. Doch nun versperrt eine Werbetafel, die auf ein Neubauprojekt an der Friedenspromenade hinweist, den Blick. Aber zum Glück weist das Archiv von 2013 noch zwei Bilder mit freiem Blick auf das idyllische Eck aus:

Kiosk Friedenspromenade
Bild 3 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Bild 4 (20.06.2013) © Thomas Irlbeck

Ist man verpflichtet, einen nicht-benutzungspflichtigen Radweg zu benutzen?

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Die Frage mag sich von selbst beantworten. In manchen Köpfen aber nicht. Denn vor ein paar Tagen bin ich auf der Feldbergstraße von Neuperlach Richtung Wabula gefahren. Der Radweg verläuft auf der linken Straßenseite, was gefährliche Wechsel erfordert. Die Stelle, an der man wechselt, ist in einer Kurve. Man muss zunächst schauen, dass man vom hinter einem fahrenden Verkehr nicht überrollt wird. Den Gegenverkehr kann man wegen der Kurve auch erst spät sehen. Zu allem Übel ist an der Wechselstelle auch eine Einmündung (St.-Augustinus-Straße), und trotz Bodenmarkierung rechnen hier Autofahrer nicht unbedingt mit linksseitigem Radverkehr (siehe Fotos). Von links kommende Fahrzeuge müssen warten, da die Feldbergstraße eine Vorfahrtstraße ist, aber ob sie das tun, ist eine andere Frage. Zudem ist auf der Feldbergstraße auch viel Verkehr (Busse, Lkw …). Und all das für wenige Hundert Meter Fahrradweg, der wegen der Schule und des Sportplatzes auch immer wieder von Scharen an Kindern blockiert wird.

Feldbergstraße/Ecke St.-Augustinus-Straße
Feldbergstraße/Ecke St.-Augustinus-Straße. In der Bildmitte ist die Wechselstelle zu sehen, die eine Bodenmarkierung hat. Hier geht es links rüber auf den Fahrradweg. Verkehr kommt von hinten, von vorne und von links aus der Einmündung – leider genau am Übergang (28.09.2016) © Thomas Irlbeck

Zum Glück ist die Radwegbenutzungspflicht seit Jahren aufgehoben, das blaue Schild abmontiert, es handelt sich ohnehin um eine Tempo-30-Zone, sodass die Radler mehr oder weniger im Verkehr mitschwimmen können.

Linksseitigen Radweg links liegen lassen

Entsprechend entschied ich mich, den Radweg im wahrsten Wortsinn links liegen zu lassen und auf der Fahrbahn zu bleiben – und dort ganz rechts, also nicht mitten auf der Spur. Ich war mit schätzungsweise 25 km/h unterwegs. Auf einmal schiebt sich ein Pkw an mir vorbei, der vermutlich um die 35 km/h schnell war. Er kann mich ohne Mühe überholen. Die Beifahrerin ruft nicht besonders freundlich aus dem Fenster, ich solle auf dem Fahrradweg links fahren und zeigt mit dem Arm in dessen Richtung.

Feldbergstraße/Ecke St.-Augustinus-Straße
Näher dran an der Wechselstelle. Ein blaues Radwegschild gibt es nicht, sondern nur ein „Radfahrer frei“-Schild (28.09.2016) © Thomas Irlbeck

An der nächsten roten Ampel stelle ich die Beifahrerin und den (männlichen) Fahrer zur Rede. Ich kläre sie auf – ohne Beleidigungen, aber laut, dass der Radweg nicht benutzungspflichtig sei, ich auf der Fahrbahn fahren dürfe und mir ein Wechsel auf die linke Seite zu gefährlich sei.

Man könnte jetzt von beiden eine Entschuldigung erwarten, sie hätten das nicht gewusst und so, doch beide beharrten auf dem Standpunkt, da wäre ein Radweg, also hätte ich darauf zu fahren. Er redete eher leiser, ich habe nicht alles verstanden, aber so viel, dass er mich rhetorisch fragte, ob ich noch einen eigenen Fahrradweg für mich speziell haben wolle (mit einer Logik, als ob Radler auf der Fahrbahn nichts zu suchen hätten).

Sie schrie, habe auch nicht alles verstanden, Beleidigungen gab es vermutlich keine ihrerseits.

Ich hätte den beiden noch gerne gesagt, sie würden die Verkehrsregeln nicht beherrschen, aber da war keine Zeit mehr.

Was kann man tun? Eine Anzeige wegen Nötigung käme zumindest ganz theoretisch in Betracht (wenn ich mir das Kennzeichen gemerkt hätte), auch wenn die erste Zurechtweisung von der Beifahrerin kam, die natürlich keine Fahrerkompetenz hat. Ausgebremst wurde ich nicht.

Generell finde ich es traurig, wenn Autofahrer die Verkehrsregeln nicht beherrschen. Oder wenn sie meinen, Radler hätten vor ihnen zu kuschen.

Ich rege mich so was von auf. Wie sind da eure Erfahrungen?

Das Kruzifix in Trudering – Mystische Orte (Teil 13)

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Kruzifix Trudering
Kruzifix in Trudering (18.10.2013) © Thomas Irlbeck

Viele Orte sind für jeden auffindbar, da man regelrecht darüber stolpert. Bei dem Kruzifix in Trudering an der Friedenspromenade, Höhe Gartenstadtstraße/Markgrafenstraße, ist dies nicht unbedingt der Fall. Wer mit dem Auto vorbeifährt, wird das Kruzifix kaum entdecken, da es hinter Bäumen in einer kleinen Parkanlage versteckt ist. Die Parkanlage befindet sich an der linken Seite der Friedenspromenade, wenn man von Neuperlach kommend Richtung Wasserburger Landstraße fährt (siehe Umgebungskarte). Die Abgeschiedenheit gibt dem Ort etwas Besonderes, Ruhiges, Idyllisches. Durch die Parkanlage führt ein Fuß- und Radweg zur Feldbergstraße. Radfahrer und Fußgänger leben nicht nur gesünder, sondern sie sehen und erleben auch mehr.

Umgebungskarte Trudering
Umgebungskarte Trudering mit dem Kruzifix und dem neuen Gymnasium. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Zur wohl wichtigsten bildlichen Darstellung des Christentums, dem Kruzifix, wurde in Teil 11 der Mystischen Orte schon alles gesagt, daher möchte ich einfach auf diesen Artikel verweisen: Das Kruzifix vor Oedenstockach.

Der Widerspruch mag sein, dass nur wenige Meter vom Kruzifix entfernt das neue Truderinger Gymnasium errichtet wurde. Es befindet sich bezogen auf das Eingangsfoto hinter dem Fotografen. Es sei hier auf den Artikel Die Mauer – das neue Truderinger Gymnasium stellt sich vor verwiesen.

Die Mauer – das neue Truderinger Gymnasium stellt sich vor

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Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 1 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck

Bereits zu Beginn des neuen Schuljahres 2013/2014 wurde das neue Truderinger Gymnasium eröffnet (Neuperlach.org berichtete von der Bauphase). Höchste Zeit also, den Bau an der Markgrafenstraße (Ecke Friedenspromenade) einmal vorzustellen. Obwohl bereits Schüler unterrichtet werden, wird noch an unzähligen Stellen geschraubt und geschaufelt.

Wie eine Mauer

Der Bau ist wie in der Gegend üblich auf drei Etagen begrenzt. Dennoch wirkt das Gebäude durch seine enorme Länge – es reicht die Markgrafenstraße entlang bis fast an den Truderinger Wald – übermächtig, vereinnahmend. Wie eine Mauer. Trotz Weitwinkelbereich gelang es mir nicht, den Bau an einem Stück in voller Länge zu zeigen.

Womöglich wäre es städtebaulich verträglicher gewesen, ein höheres Gebäude hinzustellen. Dann hätten bei gleicher Gebäudekapazität mehr Freiflächen erhalten werden können. Ausnahmen von der Bauhöhe gibt es bei den Wohnhäusern nebenan an der Felicitas-Füss-Straße. Wie das Gelände früher aussah, zeigen die Bilder ganz am Ende der Bilderstrecke.

Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 2 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 3 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 4 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 5 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 6 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 7 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 8 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck

So sah es früher aus

Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände vor Beginn der Bauarbeiten (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände aus einem leicht anderen Blickwinkel. Ganz rechts im Bild ist die bestehende Grundschule zu sehen (04.05.2011) © Thomas Irlbeck

Das Gesetz der Fahrradstraße – Radler auf die Straße!

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München will Radlhauptstadt sein, aber manche Radfahrer werden den Hauptstadtstatus anzweifeln. Speziell wer durch die Innenstadt fährt, erlebt noch viele Schikanen, das geht an bei Slalomparcours in Gestalt enger Radwege an, führt über eine immer größere Zahl verschiedenster Bauarten von (Fahrrad-)Ampeln, und endet an gewissen Verkehrsführungen, bei denen der Ausdruck „nicht selbsterklärend“ noch euphemistisch ist.

Lobenswerter ist das schon das Vorhaben der Stadt, die Anzahl der Fahrradstraßen deutlich auszubauen. Eine Fahrradstraße ist im Prinzip eine ganz normale Straße, die zum Radweg erklärt wird. Autos und Motorräder dürfen auch fahren, wenn es per Zusatzschild angegeben ist (was in München immer das Fall ist), werden aber eher geduldet. Im Grunde genommen ändert sich nicht viel, außer dass Radfahrer – auch in Gruppen – auch ausdrücklich nebeneinander rollen dürfen. Der motorisierte Verkehr muss ggf. die Geschwindigkeit reduzieren.

Es darf maximal 30 km/h gefahren werden, ebenso ist „rechts vor links“ Vorschrift. Da Fahrradstraßen meist in bestehenden Tempo 30-Zonen eingerichtet werden, bleibt in dieser Hinsicht in der Regel alles beim Alten.

Interessant dürfte es aber vor allem dann werden, wenn ein gut ausgeschildertes Netz entsteht, das weite Teile des Stadtgebiets abdeckt, sodass sich dann große Strecken möglichst durchgehend auf Fahrradstraßen zurücklegen lassen. Radfahrer können dann richtig Tempo machen, zumal man als Radler dort auch andere Fahrradfahrer vernünftig überholen kann, was auf den engen Radwegen kaum möglich oder mindestens gefährlich ist.

Fahrradstraße Friedenspromenade
Die Friedenspromenade Ost ist jetzt Fahrradstraße (20.06.2013) © Thomas Irlbeck

Anfang des Jahres gab es noch 22 Fahrradstraßen, nun sollen es 47 werden.

Heute habe ich gesehen, dass inzwischen die Friedenspromenade Ost nicht nur einen neuen Asphalt bekommen hat, was aufgrund des katastrophalen Zustandes auch dringend notwendig war, sondern bereits zur Fahrradstraße erklärt wurde. Zwischen dem Beginn (Einmündung „Am Hochacker“) bis zur Markgrafenstraße gilt nun das Gesetz der Fahrradstraße. Zur Kennzeichnung dienen sowohl Schilder als auch auf der Fahrbahn aufgemalte Piktogramme (siehe Abbildungen). Auf der parallel laufenden Straße, gewissermaßen der Friedenspromenade West, ändert sich nichts, sie behält ihren bisherigen Status. Es ist eine der letzten Straßen im Viertel, auf der sogar noch 50 km/h gefahren werden darf.

Eine komplette Übersicht der neuen Fahrradstraßen findet sich hier: Radlhauptstadt München: Fahrradstraßen 2013

Fahrradstraße Friedenspromenade
Friedenspromenade: näher dran (20.06.2013) © Thomas Irlbeck
Fahrradstraße Friedenspromenade
So sieht es an der Kreuzung mit der Vogesenstraße aus (20.06.2013) © Thomas Irlbeck

Bini Gottfried Stutz e Kiosk? – Der alte Kiosk an der Friedenspromenade

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Kiosk Friedenspromenade
Kiosk Friedenspromenade (20.06.2013) © Thomas Irlbeck
Kiosk Friedenspromenade
Ein einfach netter Bau (20.06.2013) © Thomas Irlbeck

Wer erinnert sich noch an diesen herrlichen Kiosk an der Friedenspromenade kurz vor Neuperlach? Er steht an der Kreuzung, an der auch noch die Zehntfeldstraße, der Hochacker und die Friedrich-Creuzer-Straße enden. Seit Urzeiten hat er geschlossen, ich glaube wegen Krankheit des Inhabers. Ich erinnere mich noch, hier Eis und andere Köstlichkeiten gekauft zu haben. Mehr zu Gottfried Stutz: hier klicken.

Schule machen (Update 07.09.2012)

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Gymnasium Markgrafenstraße
Hier an der Markgrafenstraße entsteht das Gymnasium Trudering (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände aus einem leicht anderen Blickwinkel. Ganz rechts im Bild ist die bestehende Grundschule zu sehen (04.05.2011) © Thomas Irlbeck

Im Frühjahr 2011 verschwindet eine der wenigen letzten Freiflächen im Münchner Stadtgebiet. Dieses Mal aber für etwas wirklich sehr Sinnvolles, ein dringend benötigtes Gymnasium in Trudering. Es entsteht an der Markgrafenstraße, einer Querstraße der Friedenspromenade, kurz vor dem Truderinger Wald. Die Bauarbeiten haben eben begonnen. Ab dem Schuljahr 2013/2014 sollen hier rund 1.000 Schüler die wunderbare Welt der komplexen Zahlen und vieles mehr erlernen. Weichen musste auf dem Gelände die Pädagogische Farm von Berufsschullehrer Peter Ruch mit Pony-Farm und Indianerzelt. Die Einrichtung hat an der Thomas-Hauser-Straße in Berg am Laim eine neue Heimat gefunden.

Update 07.09.2012

Jetzt, über ein Jahr später, wird klar, wie eng heutzutage gebaut wird. In der Markgrafenstraße fühlt man sich regelrecht von dem Bau, der nun die endgültige Höhe erreicht hat, erschlagen. Die Anwohner, die aus ihren schmucken Häuschen treten, stehen regelrecht vor einer Betonwand. Alle folgenden Bilder sind in der Markgrafenstraße entstanden, nur das letzte Bild zeigt das Gebäude von der anderen Seite – von der Neubausiedlung an der Friedenspromenade aus.

Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck