Griechische Schule: Ein BER in München (Update 25.10.2019)

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Griechische Schule
Bild 1: Dauerbaustelle der Griechischen Schule in München (01.04.2017). Foto: J. W.

Der BER-Flughafen ist nichts dagegen. Zumindest was die Bauzeit betrifft. Denn die Griechische Schule in unserem Nachbarstadtteil Berg am Laim an der Hachinger-Bach-Straße 14a (einige Quellen sagen abweichend Hausnummer 19), Höhe Langkofelstraße (am FC Phönix), wird voraussichtlich nie fertig werden. 2001 übernahmen die Griechen das Grundstück, das neben dem Michaeli-Gymnasium liegt. Aber erst 2014 begannen nach langen bürokratischen Querelen und Stillständen endlich die Bauarbeiten. Im Juni 2016 sollte der Rohbau stehen, aber der Bau ist bis heute nur wenig über das Erdgeschoss hinausgekommen (Fotos). Da Griechenland sämtliche Fristen überschritten hat, gehört das Grundstück nun wieder der Stadt München. Die Stadt will das Gebäude nun abreißen, was aber nun an einem Schloss scheitert. Den Schlüssel dazu wollen die Griechen nicht rausrücken. Die Griechen sagen, sie hätten das Grundstück so lange in ihrer Hand gehabt, dass es weiterhin zu ihrem Hoheitsgebiet zähle.

Sogar der Bis-vor-kurzem-Außenminister Frank-Walter Steinmeier wurde eingeschaltet, der daraufhin den Griechen als Ersatz das Gelände der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein am Leuchtenbergring angeboten hat.

Quelle: Griechische Schule – Bauruine wird zum Krisengebiet (Abendzeitung, 02.02.2017)

Update April/Mai 2017

Nun drohen die Griechen mit dem Äußersten: vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu gehen. Die Stadt München widerspricht der Auffassung der Griechen, das wäre griechisches Hoheitsgebiet, denn es handle sich nicht um ein Botschafts- oder Konsulatsgelände.

Streit um Bauruine – Griechenland droht, München vor den Internationalen Gerichtshof zu zerren (Focus, 24.04.2017)

Griechische Schule
Bild 2 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 3 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 4 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 10 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
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Bild 11 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck

Update 31.05.2018

Nach knapp über einem Jahr habe ich die Baustelle erneut besucht. Es wurde weder weitergebaut noch die Ruine abgerissen. Nur der Himmel ist blauer, weiter Veränderungen sind nicht erkennbar.

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Bild 12 (31.05.2018) © Thomas Irlbeck
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Bild 13 (31.05.2018) © Thomas Irlbeck
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Bild 14 (31.05.2018) © Thomas Irlbeck
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Bild 15 (31.05.2018) © Thomas Irlbeck
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Bild 16 (31.05.2018) © Thomas Irlbeck
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Bild 17 (31.05.2018) © Thomas Irlbeck
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Bild 18 (31.05.2018) © Thomas Irlbeck

Artikel vom 06.05.2018 aus dem Merkur zum Thema:

Für die Griechen läuft das letzte Ultimatum zu ihrem Schulbau in Berg am Laim. Stimmen sie nicht bis Juni einer gemeinsamen Nutzung des rund 17.300 Quadratmeter großen Grundstücks zu, wird die Stadt auf Herausgabe des Grundstücks klagen.

Update 06.06.2019

Schon seit Längeren wird an einem Kompromiss zwischen der Republik Griechenland und der Stadt München gearbeitet. Dabei soll der Rohbau abgerissen werden und auf dem Grundstück ein Neubau entstehen. Dieser soll ein Erweiterungsbau des Michaeli-Gymnasiums darstellen, aber auch bis zu 500 griechischen Schülern Platz bieten. Ein entscheidendes Papier wurde nun am 31.05.2019 von beiden Seiten unterschrieben. Das berichtet die tz. Vorbereitungen für den Abbruch des Rohbaus laufen bereits.

Historisches

Griechische Schule
Bild 19: Langkofelstraße um 1982 ohne FC Phönix und ohne griechische Ruine, die im Bild links wären, stünden sie schon. Der Blick geht etwa Richtung Norden. Foto: Reinhard Veit

Update 11.10.2019

Die Abrissarbeiten haben jetzt begonnen, zumindest räumen Bagger nun den Schutt aus der Ruine.

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Bild 20 (11.10.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 21 (11.10.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 22 (11.10.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 23 (11.10.2019) © Thomas Irlbeck

Update 25.10.2019

Die Arbeiten haben jetzt begonnen, der Zangenbagger zerlegt die Ruine zu Schutt.

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Bild 24 (25.10.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 25 (25.10.2019) © Thomas Irlbeck
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Bild 26 (25.10.2019) © Thomas Irlbeck

Ein kurzes Video von den Abrissarbeiten:

(Link: YouTube)

Was Bayern mit Griechenland zu tun hat – oder „Die Euro-Krise“

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Siesta in Griechenland
Siesta in Griechenland. Foto: jespel / Lizenz siehe: flickr

Nur kurzzeitig war es ruhig geworden um Griechenland, als die Medien sich auf 9/11 und die nicht mehr vorhandenen Twin Towers konzentrierten. Doch jetzt sind sie wieder da, die Schreckensmeldungen aus Griechenland. Dazu muss ich feststellen, dass ich den meisten Ausführungen im technischen Bereich folgen kann, ebenso mathematischen, physikalischen, philosophischen, politischen und vielen mehr, aber die Finanzwelt, sie liegt mir nicht, ich verstehe sie nicht. Ich weiß, dass man mit Aktien Anteile an einem Unternehmen erwerben kann und auf diese Weise vom Erfolg des Unternehmens mit profitieren kann. Das ist die Gegenleistung dafür, dass ich dem Unternehmen mein Geld zur Verfügung gestellt habe, mit dem das Unternehmen dann investiert. Es kann mir aber auch passieren, dass meine Aktien kurzzeitig weniger oder fast nichts mehr wert sind, weil bekannt wird, dass der Firmenboss krank ist oder das Unternehmen gerade einen Patentstreit vor Gericht verloren hat. Es kann aber auch sein, dass meine Bankaktien stark fallen, weil die Märkte Angst haben, dass die Griechenland-Anteilsscheine, die die Bank gekauft hat, bald nichts mehr wert sind, wenn der Staat pleite ist. Das ist mein Risiko, klar. Bei den komplexeren Finanzprodukten hört es dann komplett auf, sie bleiben für mich absolut undurchsichtig. Bei vielen Produkten erinnern mich die Beschreibungen dazu an ein hochriskantes Gewinnspiel. Wahrscheinlich ist es auch nichts anderes.

Ob man eine Staatspleite mit der Pleite eines Unternehmens auch nur ganz annähernd vergleichen kann, unterliegt nicht meiner Beurteilung. Man liest nur, dass es keine Regeln für eine Staatsinsolvenz gibt. Als Laie fallen mir dazu aber ein paar Dinge auf: Ein Land, das im Export nicht so stark ist (Unkenrufen zum Trotz exportiert Griechenland nicht nur Oliven und Wein) und das im Tourismus ein wichtiges Standbein hat, soll nun radikal sparen. Das bedeutet, die Steuern werden erhöht, neue Steuern eingeführt, Vergünstigungen gestrichen, das Rentenalter erhöht und vieles mehr. Also all das, was Masochisten lieben.

Nach meinem Verständnis führt es dazu, dass die Binnenkonjunktur abgewürgt wird. Das bedeutet also, dass weniger konsumiert wird und Investitionen zurückgefahren werden, da weniger Geld dafür da ist. Das wiederum hat Auswirkungen für alle, die im vor allem im Binnenmarkt ihr Geld verdienen. Sie setzen weniger ab, die zu versteuernden Einnahmen sinken. Letztendlich ist dann nicht mal klar, ob auf diese Weise der Staat überhaupt mehr Geld einnimmt. Man kann sich auch zu Tode sparen. Allerdings muss man das, offenbar wird sonst die nächste Tranche aus dem Hilfspaket Nummer 5-delta oder so ähnlich nicht ausbezahlt. Ohne frisches Geld kann Griechenland dann z.B. im worst case nicht mehr allen Verpflichtungen nachkommen. Man wird vielleicht noch die Renten oder Beamtengehälter überweisen, um Unruhen zu verhindern. Aber viele essentielle Zahlungen können dann nicht mehr geleistet werden. Und die Griechenland-Anleihen könnten dann wertlos sein, Banken, aber auch Privatleute auf diesen sitzenbleiben, und, noch schlimmer, weitere EU-Staaten (sogenannte Pleite-Kandidaten) in einen Abwärtsstrudel geraten, weil gegen sie spekuliert wird.

Dieser anscheinend drohende Untergang ist keine Werbung für den griechischen Tourismus. Wenn Unruhen erwartet werden und viele Griechen einigen Medienberichten zufolge uns deutschen Urlaubern nicht gerade freundlich gesinnt sind, weil sie auch auf Druck der Bundesregierung sparen müssen, dann drosselt das den Tourismus, den Griechenland so dringend braucht. Ein Teufelskreis.

Jetzt wird eine Immobiliensteuer eingeführt. Damit dieser keiner entkommt, wird sie mit der Stromrechnung (!) eingezogen. Die Finanzämter sind anscheinend nicht in der Lage dazu. Es klingt nach einem Verzweiflungsakt. Wie aber die Leute, die nur wenig oder kein Geld auf der hohen Kante haben und ihr Geld in ihre eigene Immobilie investiert haben, diese Steuer entrichten sollen, ist fraglich. Es bleibt noch die Möglichkeit, eine Hypothek auf das Haus aufzunehmen. Wenn nicht der Schönheitsfehler wäre, dass das Haus schon beliehen ist.

Exkurs: Um der Überschrift gerecht zu werden: Es gibt sicher viele Verbindungen von Bayern nach Griechenland. Es sind damit jetzt nicht Flugverbindungen oder staubige Fußpfade gemeint. Aber die Schreibweise „Bayern“ mit Ypsilon, also einem griechischen Buchstaben, geht auf die Liebe des bayerischen Königs Ludwig I. zu Griechenland zurück. Er ordnete 1825 an, dass die bisherige Schreibweise Baiern durch Bayern abgelöst wird. Es gab aber auch zuvor zeitweise schon die Schreibweise mit „y“, aber ohne „e“, also Bayrn.

Und so schaue ich mir weiter die Talkshows an, in denen mir Politiker und Finanzexperten die Finanzwelt erklären. Ich verstehe die Worte, ich verstehe aber nicht ihren Sinn. Vielleicht begreifen aber auch die Profis die Zusammenhänge nicht mehr zur Gänze. Ich frage mich aber die ganze Zeit, ob eine gemeinsame europäische Währung ohne politische Union wirklich so eine gute Idee war. Und wenn sie das war, wer dafür verantwortlich ist, dass das Vertrauen der Märkte nun erschüttert ist. Es heißt, Deutschland habe am meisten vom Euro profitiert. Der Euro sei ein Segen für Deutschland. Wiederum wird behauptet, Griechenland sei selbst schuld an der Misere. Vielleicht hätte man einige Staaten (noch) nicht in die Währungsunion aufnehmen dürfen. Es bleiben viele „Vielleichts“ und divergierende Expertenmeinungen. In der Bundesregierung werden Tabubrüche begangen. Offenbar sollen die Wähler schrittweise auf das vor kurzem noch Undenkbare vorbereitet werden. Mir ist unwohl.