Sonderausstellung: „Der Hachinger Bach in Perlach“ am 13.10.2018

Werbung

Kinder baden im Hachinger Bach an der Sebastian-Bauer-Strasse im August 1932
Kinder baden im Hachinger Bach an der Sebastian-Bauer-Straße im August 1932

Am Samstag, den 13.10.2018, lädt der Festring Perlach e. V. von 13 bis 16 Uhr in die Räume des Perlacher Heimatarchivs an der Sebastian-Bauer-Straße 25 ein. Eine Sonderausstellung zeigt historische Fotos vom „Perlacher Wasserl“. Der Eintritt ist frei.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de

Radltour Hachinger Bach – Geschichte und Geschichten (Pressemeldung)

Werbung

Hachinger Bach mit St. Georg in Unterbiberg
Hachinger Bach mit St. Georg in Unterbiberg

Der Hachinger Bach war schon vor Jahrtausenden Quell des Lebens. Römer siedelten sich dort an, Mühlen wurden betrieben, Kinder geboren und Verstorbene beerdigt. Bei Bauvorhaben im südlichen Unterhaching werden immer wieder archäologische Schätze geborgen. Im Zuge der Planung des Stadtteils Neuperlach wurden in München weite Teile des Bachlaufs verlegt. In Altperlach prägt der Bach, offen sprudelnd, das dörflich anmutende Stadtbild, weiter im Süden lässt sich bereits das Zusammenwachsen von Stadt- und Umlandgemeinden erahnen.

Susanne Kurz
Susanne Kurz

Die beiden Kandidatinnen für den Bayerischen Landtag Susanne Kurz (Ramersdorf-Perlach) und Claudia Köhler (Landkreis München) erkunden am Sonntag, den 29.07., ab 10.00 Uhr gemeinsam die Geschichte und Geschichten entlang des Bachs. Mit im Sattel ist Uschi Krusche. Ihr Steckenpferd ist die Archäologie. Krusche wird zur Geschichte der Bachbesiedlung referieren. Bea Katzinger, Mitglied des Bezirksausschusses, kann bei der Tour Fragen zur Gegenwart beantworten.

Susanne Kurz erläutert das gemeinsame Vorhaben: „Unterhaching und München sind nur fünf Radlminuten voneinander entfernt, höchste Zeit für mehr Zusammenarbeit! Das gehen wir an – jetzt und später im Landtag!“

Claudia Köhler ergänzt: „Der Hachinger Bach ist eine Lebensader unserer Heimat in der Stadt und im Landkreis, diese sollten wir bewusst schützen. Er bringt die Menschen zusammen – damals und heute.“

Die Tour startet um 10:00 Uhr an der U-Bahn-Haltestelle Michaelibad gegenüber der Aral-Tankstelle und endet gegen 12:00 Uhr in der Gaststätte Kammerloher in Unterhaching. Wer nicht radeln möchte, kann dort dazustoßen und die beiden Kandidatinnen kennenlernen.

Weitere Infos unter 089/611 33 16 oder claudia-koehler-bayern.de oder sanne2018.de.

Frohes Fest!

Werbung

MannSprichtMitFisch
Kunstwerk „Mann spricht mit Fisch“ (1984) von Emese Zavory am Hachinger Bach, Nähe Krehlebogen. Foto: Andreas Huber

Der stumme Mann am Hachinger Bach scheint auf seine alten Tage zu Späßen aufgelegt zu sein.

Heute trug er eine Mütze des Weihnachtmanns. Von Geschenken ist allerdings weit und breit keine Spur zu sehen. Schade!

Mehr zu der Plastik unter Kunstwerke in Neuperlach.

Vielen Dank für die Einsendung!

Ich wünsche allen Besuchern von Neuperlach.org  ein frohes Fest, ein paar geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

MannSprichtMitFisch
Foto: Andreas Huber

Fasching in Neuperlach

Werbung

MannSprichtMitFisch Fasching2
Eingesendet von Andreas Huber

Neuperlach ist jetzt nicht gerade als Faschingshochburg bekannt. Aber ein klein wenig Närrisches findet sich dann doch.

Das Kunstwerk „Mann spricht mit Fisch“ (1984) von Emese Zavory am Hachinger Bach, Nähe Krehlebogen, war offenbar beim Faschingstreiben. Bronze ist dafür kein Hindernis.

Mehr zu der Plastik unter Kunstwerke in Neuperlach.

Vielen Dank für die Einsendung!

MannSprichtMitFisch Fasching2
Eingesendet von Andreas Huber

Der Naturlehrpfad im Herbst

Werbung

Naturlehrpfad
Bild: Festring Perlach

Zu einer interessanten Führung in unserem „Naherholungsgebiet“ lädt der Festring Perlach ein.

Naturlehrpfad
Bild: Festring Perlach

Wilfried Ebser führt am Samstag, den 1. Oktober 2016, durch den Naturlehrpfad.

Treff ist um 15 Uhr am Krehlebogen/Ecke Holzwiesenstraße. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Der ehemalige Wasserturm von Potzham (Das historische Haus, Folge 9)

Werbung

Wasserturm Potzham
Bild 1 (07.05.2016) © Thomas Irlbeck

Mit Neuperlach hat unser heutiges Gebäude wenig zu tun. Aber er liegt immerhin nicht allzu weit von Neuperlach entfernt, und der Autobus 222 fährt daran vorbei – mit Ziel „Neuperlach Süd“ versteht sich.

Zu finden ist das Gebäude in Taufkirchen, Ortsteil Potzham, in der Hochstraße. Letzterer Name dürfte daher kommen, dass die Straße auf dem Hochufer des Entenbachs verläuft, und dieser mündet weiter nördlich in Taufkirchen in den Hachinger Bach, der jedem Neuperlacher ein Begriff sein sollte.

Bei dem Gebäude handelt sich um einen ehemaligen Wasserturm. Die größeren Fenster wurden erst eingebaut, nachdem die Nutzung als Wasserturm beendet worden war. Gebaut worden ist der Wasserturm um 1928. Beim Bau wurde ein Trinkbecher aus der Römerzeit mit der Aufschrift „Lebet glücklich“ gefunden.

Nach der Nutzung als Wasserturm wurde Anfang 1977 von einem DARC (Deutscher Amateur-Radio-Club)-Ortsverein mit dem Umbau des Gebäudes begonnen und im obersten Raum Rohre und Schieber entfernt. Hohe Sicherheitsauflagen für den Umbau in puncto Treppen und Sanitäreinrichtungen ließen den Ortsverein schließlich entmutigt aufgeben. Der Turm wurde dann an einen Privatmann verkauft. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Quellen:

Wasserturm Potzham
Bild 2 (07.05.2016) © Thomas Irlbeck
Wasserturm Potzham
Bild 3 (07.05.2016) © Thomas Irlbeck

Radlexkursion: Antike Stätten im Hachinger Tal

Werbung

Im Festjahr „1225 Jahre Perlach“ führt uns eine Radlexkursion zu antiken Stätten im Hachinger Tal – mit Begehung der ältesten Fundstellen, Siedlungspunkte und Kirchenbauten.

Treffpunkt

Am Samstag, den 11. Juli 2015, um 09:00 Uhr, auf dem Parkplatz am Deininger Weiher.

Route

Kleindingharting → Ödenpullach → Quelle Hachinger Bach → St. Stephanus in Oberhaching – St. Johannes in Taufkirchen → St. Korbinian in Unterhaching – Mittagspause im Gasthof Kammerloher, Heimatmuseum in Unterhaching → St. Georg in Unterbiberg → Perlach (Heimatarchiv Sonderöffnung), Abschluss Pfanzeltplatz. Festring Perlach und Münchner Forum laden ein. Anmeldung/Info mit Name und Handy-Nr. bei Dr. Wolfgang Beyer: Tel: 089/680 15 81, E-Mail: bybc@gmx.de

Ödenpullach, Wegetafel
Ödenpullach, Wegetafel
St. Stephanus, Oberhaching
St. Stephanus, Oberhaching
St. Johannes, Taufkirchen
St. Johannes, Taufkirchen
Gasthof Kammerloher, Unterhaching
Gasthof Kammerloher, Unterhaching
St. Georg, Unterbiberg
St. Georg, Unterbiberg
Hachinger Bach, Hofanger
Hachinger Bach, Hofanger

Der Hachinger Bach: Seine Entstehung – seine Menschen – seine Mühlen

Werbung

Hachinger Bach Perlach
Am Hachinger Bach (Foto zur Illustration, kein Foto aus dem Buch) © Thomas Irlbeck

Der Hachinger Bach war hier mehrmals Thema, kein Wunder, fließt er doch auch durch Neuperlach.

Mehr zum Thema gibt es in dem eben erschienen Buch „Der Hachinger Bach: Seine Entstehung – seine Menschen – seine Mühlen“ von Dietrich Grund und Andreas Huber“, das als gedruckte Ausgabe und als Kindle-Edition verfügbar ist. Die Kurzbeschreibung:

Idylle am Hachinger Bach ?
Ja , es gibt sie noch – trotz Siedlungsdruck! Wandern Sie einmal ein Stück am Ufer entlang. Entdecken Sie die schönsten Stellen zwischen Oberhaching und Berg am Laim. Und lesen Sie in diesem Buch, wie der Hachinger Bach entstanden ist, ob er gefährlich ist, wie es in seinem Untergrund ausschaut, wie sich die Menschen hier ansiedelten und wie viele Mühlen hier einst klapperten.

Mehr Infos/bestellen: „Der Hachinger Bach: Seine Entstehung – seine Menschen – seine Mühlen“

Noch ein neues Neubaugebiet in Neuperlach (Update 16.06.2018)

Werbung

Patrizia Bachquartier
Patrizia Bachquartier (05.09.2014) © Thomas Irlbeck

Nachverdichtung ist das Stichwort. Wohnungen werden in München dringend gebraucht, um die bald 1,5 Millionen Münchner allesamt unterzubringen. Normalerweise verhindern die vielen Tiefgaragen, die unter den Grünflächen untergebracht sind, eine Nachverdichtung. Denn aufgrund der dünnen Betondecke sind diese nicht einmal mit schwerem Gerät befahrbar, geschweige denn bebaubar.

Natürlich könnte man diese Tiefgaragen abreißen und durch stabilere Neubauten ersetze. Bei Eigentumsanlagen werden die Eigentümer dem aber kaum zustimmen. Bei Mietswohnungen kann sich dies aber anders verhalten.

Nawiaskystraße OpenStreetMap
Neubaugebiet Nawiaskystraße. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Die Nawiaskystraße in Neuperlach West ist ein Beispiel, bei dem tatsächlich eine Tiefgarage einem Neubau weicht. Ganz am Ende der Straße (Sackgasse), die südlich an die Ständlerstraße grenzt (siehe nebenstehende Karte), wird der Parkplatz samt darunterliegender Tiefgarage durch drei 8-geschossigen Wohngebäude ersetzt. Es entsteht das Patrizia Bachquartier mit 2- bis 4-Zimmerwohnungen für Kapitalanleger oder Selbstnutzer. Auch hier wird mit „Nähe zum Ostpark“ geworben, der aber ein Stückchen entfernt ist. Der Hachinger Bach liegt aber immerhin gleich um die Ecke, eine eigene Grünanlage ist auch vorgesehen.

Google Maps zeigt, wie es derzeit dort aussieht: Google Maps, Nawiaskystraße

Update 16.06.2018

So sieht es jetzt aus:

Patrizia Bachquartier
Einer der 8-Geschosser (16.06.2018) © Thomas Irlbeck

Das Grüne Klassenzimmer …

Werbung

Grünes Klassenzimmer
Das Grüne Klassenzimmer. Bild: Festring Perlach

… ist eine Station bei der Führung am Perlacher Naturlehrpfad. Wilfried Ebser, Naturlehrpfad-Beauftragter des Festring Perlach, wird am Samstag, 23. August 2014, dieses Kleinod vor unserer Haustür erklären.
Treff ist um 15 Uhr am Krehlebogen/Ecke Holzwiesenstraße. Die Teilnahme ist kostenlos, die Führung endet an der Gaststätte Am Hachinger Bach.

Der geheimnisvolle Hachinger Bach

Werbung

Die Bachmühle in Taufkirchen
Die Bachmühle in Taufkirchen

Der Hachinger Bach trieb in der Vergangenheit, beginnend bei den Römern, zahlreiche Mühlen. Mensch und Vieh tranken sein Wasser. Mal wurde sein Zufluss knapp, mal erzeugte er Hochwasser. Die Kelten wunderten sich und bewunderten den Bach, der mehrmals im Untergrund verschwindet und wieder auftaucht. Warum das so ist und welche Einrichtungen der Müller brauchte, wird der Bauingenieur und Heimatforscher Dietrich Grund unterstützt von Fotos und Zeichnungen erläutern.

Der Festring Perlach lädt herzlich ein zu diesem Vortrag am Dienstag, 12.11.2013, 19 Uhr im Pfarrsaal St. Michael Perlach, St.-Koloman-Straße 7. Der Eintritt ist frei.

Auch in der Neuperlach.org-Reihe „Mystische Orte“ wurde schon einmal über den Hachinger Bach berichtet: Über Neuperlach ins Schwarze Meer: Der Hachinger Bach

Über Neuperlach ins Schwarze Meer: Der Hachinger Bach – Mystische Orte (Teil 8)

Werbung

Hachinger Bach Unterbiberg
Der Hachinger Bach bei Unterbiberg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Auf der Suche nach mystischen Orten in Neuperlach werden wir nun das erste Mal einen Ort finden, der tatsächlich (auch) in Neuperlach liegt und nicht haarscharf daneben. Genau genommen ist es kein Ort, sondern vielmehr ein linienförmiges Gebilde: der Hachinger Bach. An seinem Verlauf gibt es eine ganze Reihe mystischer Orte. Auch als Ort der Ruhe ist der Bach an vielen Stellen mindestens eine Kraftzone. Da auch Taufrituale an Gewässern durchgeführt werden, hat ein Gewässer grundsätzlich einen gewissen mystischen Charakter. Zudem ranken sich noch Sagen und Legenden um den Hachinger Bach, dazu später mehr. Schließlich soll noch ein Experiment den Bach „erfahrbar“ machen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ansichtskarte Hachinger Tal
Ansichtskarte Hachinger- und Gleißental aus der Vogelperspektive (um 1909). Urheber: unbekannt, Lizenz: Public Domain

Zunächst einmal das Wichtigste: Der Hachinger Bach fließt durch Oberhaching, Taufkirchen, Unterhaching, Unterbiberg, Perlach und dann eben auch Neuperlach. Gleich hinter Neuperlach taucht dann der Bach in den Untergrund ab, worauf später noch näher eingegangen wird. Letztlich fließt der Bach über seine Folgegewässer ins Schwarze Meer.

Ein Bach ohne eindeutige Quelle – und mit ungewöhnlicher Mündung

Das zwölf Kilometer lange Gewässer beginnt in einer ehemaligen Gletscherabflussrinne zwischen Deisenhofen und Oberhaching. Dabei zeigt sich die erste Besonderheit, der Hachinger Bach hat keine eindeutige Quelle. Die Stelle, wo der Hachinger Bach in Erscheinung tritt, liegt in einem Bereich, in dem das vom Deininger Weiher ausgehende Gleißental zum Hachinger Tal wird. Auf einer Länge von rund 100 Metern tritt stetig mehr Grundwasser aus dem Boden, sodass der Boden immer mehr Feuchtigkeit aufweist, bis tatsächlich eine sichtbare Wasserrinne und damit der Bach entsteht. Da das Grundwasser ständigen Schwankungen unterworfen ist, lässt sich kein genauer Quellpunkt ausmachen. Um zu verhindern, dass das Bachbett ganz trocken fallen kann, wurde neben einem Parkweg ein Rohr installiert, das Wasser einleitet. Die Wassermenge steigt im weiteren Bachverlauf an – durch Grundwassereintritt und Zuflüsse wie den Entenbach in Taufkirchen.

Doch nördlich von Unterhaching ist der Bach in Gefahr, da die Flinzschicht, die das Wasser hält und den Bach vor einem Versickern bewahrt, stark abfällt. Ebenso sinkt das Grundwasser. Doch die Schlammablagerungen, die der Bach selbst geschaffen hat, verschonen ihn vor diesem Schicksal. Dadurch versickerte der Bach nicht mehr wie ursprünglich irgendwo kurz nach Unterhaching in der Münchner Schotterebene, sondern schaffte es noch bis zu einer Stelle, die nördlich des heutigen Ostparks liegt. Doch heute ist alles anders. Der Bach unterquert nach dem Ostpark noch die Heinrich-Wieland-Straße und hat dann noch 120 Gnadenmeter an der Oberfläche, bevor er seit 1933 in einem Einlaufbauwerk mit automatischem Schmutzrechen abtaucht. Neben dem Einlaufbauwerk wurde ein Versickerungsbecken angelegt, das bei Hochwasser Überschwemmungen verhindern soll.

Jetzt wird es unterirdisch

Der Bach fließt ab dem Einlaufbauwerk unterirdisch durch ein profanes Betonrohr bis zum so genannten Hüllgraben, einem künstlich angelegten Kanal, der am Zamdorfer Gleisdreieck beginnt. Von dort geht es oberirdisch weiter zum sogenannten Abfanggraben, der zwischen Johanneskirchen und Aschheim liegt. Dieser führt schließlich zum Mittlere-Isar-Kanal westlich von Neufinsing. Letzterer fließt dann bei Tiefenbach, westlich von Landshut, in die Isar. Diese wiederum mündet bekanntlich in die Donau und diese fließt noch „bekannlicher“ ins Schwarze Meer.

Renaturierung

Der Bach wurde wie viele Gewässer auch an vielen Stellen begradigt. Auch heute noch fließt er an manchen Stellen schnurgerade, oft sogar in einer kanalähnlichen Betonrinne. An einigen Stellen, etwa in einem Teilabschnitt in Unterbiberg, wurde aber inzwischen eine Renaturierung durchgeführt. Inwieweit diese Renaturierungen gelungen sind, zeigen die Fotos weiter unten.

Nach oben kommen!

Forderungen, den Hachinger Bach auch in Berg am Laim, wo er ja unterirdisch fließt, an die Oberfläche zu holen, gibt es immer wieder. Man hat auch eine vorbereitende Maßnahme durchgeführt und vom Einlaufbauwerk bis zum Pavillon der U-Bahn-Station Josephsburg ein Bachbett angelegt. Doch dieses ist bis heute ungenutzt. Update: 2014 soll es nun so weit sein und der Bach hier offengelegt werden.

Legende

Früher versiegte die Quelle des Baches rund alle sieben Jahre, um dann ein Jahr später wieder aufzutauchen. Dafür und auch für das Versickern des Bachs hatte man damals keine Erklärungen. Entsprechend entstanden einige Sagen, in denen dafür dem Teufel die Verantwortung dafür gegeben wurde. Ferner ist eine Sage bekannt, in der von einem Erbschaftsstreit um eine Mühle am Bach zwischen zwei Söhnen die Rede ist. Da sich die Söhne nicht einigen konnten, soll Gott höchstpersönlich die Quelle zum Versiegen gebracht haben, um die Mühle vorübergehend sinnlos zu machen.

Wortherkunft

Der Name Hachinger Bach leitet sich von Hacho ab, einem Bajuwaren, der zwischen dem 5. und dem 8. Jahrhundert Siedlungen entlang des Bachlaufs errichtete.

Das Experiment – Entlang am Hachinger Bach

In dem angekündigten Experiment möchte ich den gesamten Hachinger Bach mit dem Fahrrad abfahren und auch das ominöse Wasserrohr an der Quelle lokalisieren. Der Grundgedanke ist, dass wenn ich nach Deisenhofen auf der normalen Straße fahre, ich möglicherweise gar nichts finde, da das Wasserrohr gut versteckt und der Bachverlauf unklar sein könnten. Also fange ich lieber auf der sicheren Seite an (im wahrsten Wortsinne!), das heißt beim Einlaufbauwerk am Michaelibad. Von dort aus taste ich mich gewissermaßen zum anderen Ende der Schnur. Meine selbst gesetzte Vorgabe ist, möglichst immer am Ufer zu fahren, zumindest aber in Sichtnähe zum Bach. An Stellen, wo der Bach durch Privatgrundstücke fließt, sind Ausnahmen möglich, aber zu weit sollte ich mich nicht vom Bach wegbewegen. Alle Bilder sind übrigens in der Reihenfolge streng von der Mündung in Richtung Quelle angeordnet. Der Blick wechselt aber mitunter und geht mal in die eine und mal die andere Richtung (je nachdem, was es zu sehen gibt und auch um Gegenlichtaufnahmen möglichst zu vermeiden). Das Experiment kann beginnen. Werde ich die Aufgabe meistern und am Ende vor dem erwähnten Rohr stehen?

Noch ein Hinweis: In dem nachfolgenden Text mag man mir verzeihen, dass ich den Verlauf Richtung Quelle beschreibe und dabei immer mal wieder die Formulierungen der „Bach unterquert, schlängelt sich (oder ähnlich)“ verwende, obwohl das ja dann quasi flussaufwärts wäre. Natürlich kann selbst der Hachinger Bach nicht Richtung Quelle und auch nicht bergauf fließen. Aber es ließe sich anders nur sehr kompliziert ausdrücken, daher diese sprachliche Ungenauigkeit.

Das Einlaufbauwerk

Hachinger Bach Einlaufbauwerk
Der Hachinger Bach verschwindet im Einlaufbauwerk (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Josephsburg
Das kurze oberirdische Stück des Bachs in Josephsburg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Ich starte am Einlaufbauwerk, das sich an der Kampenwandstraße befindet. Das Kleine Brauhaus Wilder Mann ist hier ganz in der Nähe. Das Gelände mit dem Einlaufbauwerk ist eingezäunt und durch Bewuchs nur schlecht einsehbar. Lediglich den Bach sieht man deutlich verschwinden, der dann auf der anderen Seite nicht mehr auftaucht und sich unterirdisch auf seine Reise gen Norden begibt. In dem kurzen Stück zwischen Einlaufbauwerk und Heinrich-Wieland-Straße hat der Bach immerhin ein würdevolles Bett.

Im Ostpark

Heinrich-Wieland-Straße
Der Bach überquert die Heinrich-Wieland-Straße. Hier ein Blick auf das kurze Stück (Blick nach Norden), das der Bach hier noch bis zum Einlaufbauwerk hat (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Nachdem der Bach die Heinrich-Wieland-Straße unterquert hat (Bild links), geht es ziemlich idyllisch durch den Ostpark. Es gibt diverse Brücken, auch Stellen, wo man nur mit Mühe auf einem kleinen Trampelpfad dem Gewässer folgen kann. Aber es lohnt sich. Ich zeige einfach mal einige der schönsten und typischsten Stellen. Bei einigen Bildern kann man kaum glauben, sich im künstlich angelegten Ostpark zu befinden. Es lohnt sich aber, die offensichtlichen Wege zu verlassen und dem Bach haut-, besser wassernah zu folgen.

Hachinger Bach Ostpark
Der Ostpark: So künstlich angelegt … (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Ostpark
… sieht der Park hier gar nicht aus (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Ostpark
Im Ostpark: Eine der vielen Brücken über den Bach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

In Neuperlach West

Nachdem der Hachinger Bach die Staudingerstraße unterquert hat, fließt er am Adolf-Baeyer-Damm durch Neuperlach West. Das Ufer ist hier schön grün angelegt, aber das Ufer ist nicht so natürlich und wild wie im Ostpark. Hier steht jedoch das Erholungserlebnis der Bürger im Vordergrund, so führen an einer Stelle z.B. Betonstufen runter zum Bach (siehe die ersten drei Bilder). Unter der Ständlerstraße verlässt der Bach schließlich Neuperlach (letztes Bild).

Hachinger Bach Neuperlach West
Der Hachinger Bach in Neuperlach West (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Neuperlach West
Hier führen Stufen runter zum Ufer (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Neuperlach West
Die Stufen nun von der anderen Seite (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Neupelach West
Hier lässt es sich wirklich gut aushalten (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Neupelach West
Auch das gibt es: eine der winzigen Inseln (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Neuperlach West
Hier unterquert der Bach die Ständlerstraße (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Perlach – hier ist die Zeit stehen geblieben

St. Michael, Perlach
St. Michael am Pfanzeltplatz. Foto: Rufus46 / Lizenz siehe: Wikipedia

Nach der Ständlerstraße schlängelt sich das Bächlein durch Perlach, also gewissermaßen Altperlach. Hier findet sich ein extrem abwechslungsreicher Verlauf. Es gibt wilde Stellen, aber auch gezähmte, bei denen der Bach fast schon trostlos in einer schnurgeraden Betonrinne dahinplätschert. Auffällig sind die vielen Brücken, von denen manche speziell nur für den Zugang von Einfamilienhäusern gebaut wurden. Einige der Brücken sind sehr simpel, andere aufwändiger und auch mit schwerem Gerät befahrbar.

St. Paulus Perlach
St. Paulus in der Nähe vom Pfanzeltplatz ist die älteste evangelische Kirche Münchens. Foto: Donaulustig at de.wikipedia / Lizenz siehe: Wikipedia

Die Häuser weisen meist sehr dörflichen Charakter auf, aber auch Neubauarchitektur, die verdächtig nach Einheitsarchitektur von der Stange aussieht, hat sich stellenweise breit gemacht. Einöde wechselt sich mit belebten Stellen ab. Das Zentrum ist natürlich der Pfanzeltplatz, wo auch ein Marktplatz und die meisten Läden angesiedelt sind. Viele der Geschäfte haben ihren ursprünglichen Charakter behalten, bei manchen scheint die Zeit in den 1960er-Jahren stehen geblieben zu sein.

Am Pfanzeltplatz treffen wir auch auf den ersten echten mystischen Ort, die 1728 errichtete barocke römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael (siehe Bild links). Etwas weiter stadtauswärts – der Sebastian-Bauer-Straße folgend – kommen wir noch einmal an einer Kirche und damit an einem weiteren wirklichen mystischen Ort vorbei, der evangelisch-lutherischen St.-Paulus-Kirche (siehe Bild rechts).Es ist keine Kirche wie jede andere, es ist vielmehr die älteste evangelische Kirche Münchens. Sie wurde 1849 nach Plänen des Architekten Georg Friedrich Ziebland (* 1800; † 1873) gebaut. Von ihm stammen unter anderem auch die Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz.

Unter den S-Bahn-Gleisen verlässt der Bach schließlich das eigentliche Perlach. Jetzt geht es weiter durch Perlach Süd (nicht zu verwechseln mit Neuperlach Süd!).

Hachinger Bach Perlach
Eine natürlich wirkenden Stelle mit Insel (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach
Hier wirkt der Bach arg kanalmäßig eingezwängt (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hofangerstraße Perlach
Hier in Perlach fühlt man sich noch fast wie auf dem Dorf (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Pfanzeltplatz Markt
Pfanzeltplatz mit Marktplatz (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach
Besonderes Haus am Bach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Perlacher Hof, Perlach
Der Perlacher Hof – natürlich – in Perlach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Perlach Süd – Idylle und eine geheimnisvolle Kapelle

Obwohl es in Perlach Süd ein Gewerbegebiet gibt, befinden sich am Bach die vielleicht idyllischsten Punkte überhaupt. Der Bach fließt dabei westlich der Unterbiberger Straße und parallel zu ihr. Am Ufer führt ein einfacher Pfad. An einigen Punkten läuft der Bach fast schon spektakulär durch Privatgrundstücke und ganz nah an Privathäusern vorbei. Es gibt viel zu entdecken – interessante Brücken, ein Baumhaus und ganz besonders geformte Bäume.

Am südlichsten Zipfel von Perlach kann ein weiterer echter mystischer Ort bestaunt werden, eine Kapelle gleich neben dem Bach. Leider ist „bestaunen“ schon fast zu viel versprochen, denn das Gotteshaus steht auf einem nicht zugänglichen, eingefriedeten Privatgrundstück. Das Wohnhaus und die Einrichtungen um das Haus herum machen nicht mehr den frischsten, ja fast schon einen verlassenen Eindruck. Dem Besucher bleibt leider nur ein Blick auf die Kapelle (siehe letztes Bild). Vielleicht weiß ja einer der Neuperlach.org-Leser mehr über die Kapelle.

Hachinger Bach Perlach Süd
Jetzt wird es ziemlich privat (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach Süd
Noch mal sehr privat (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinge Bach Perlach Baumhaus
Eine Brücke und ein Baumhaus (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach
Baumhaus und Brücke aus der Nähe (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach in Perlach Süd
Jetzt wird es wirklich ländlich (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach in Perlach Süd
Der Hachinger Bach in Perlach Süd (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach Süd
Zäune sind doch keine Hindernisse für einen Bach! (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach
Ein ganz besonderer Baum (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach Süd
Auch Brücken der einfachsten Art verbinden (06.12.2012) © Thomas Irlbeck
Kapelle am Hachinger Bach
Kapelle am Hachinger Bach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Unterbiberg

Nun führt der Bachverlauf mich nach Unterbiberg, einem Ortsteil von Neubiberg. Hier hat der Bach richtig viel Platz. Es gibt einen Park und große Felder und es ist alles nicht so zugewachsen. Das erleichtert es auch, Bilder zu machen, die nicht wie die bisherigen den Bach vor einem eher unruhigen, grünen Hintergrund zeigen. Als Erstes komme ich an der Grundschule Unterbiberg vorbei, ein sehr farbenfrohes Gebäude, das bezeichnenderweise an der Straße „Am Hachinger Bach“ liegt. Als Nächstes führt mich mein Weg an der barocken römisch-katholischen Kirche St. Georg vorbei, dem bereits vierten mystischen Ort. Das dürfte rekordverdächtig für diese Reihe auf Neuperlach.org sein! Der Bau von St. Georg wurde 1725 begonnen und rund 20 Jahre später abgeschlossen. Der Friedhof ist übrigens noch viel älter, etwa 600 Jahre. Kurz hinter St. Georg verlasse ich den bebauten Teil von Unterbiberg. Nun wird es zunächst auf ein paar Metern fast so was wie wildromantisch, wenn man mal über die steinerne schnurgerade Kanalrinne hinwegsieht. Etwas weiter hinten wird der Bach begradigt über riesige Felder geführt. Hier sind noch keine Baumaschinen angerückt, um eine Neubausiedlung aus dem Boden zu stampfen, immerhin. Der Bach ist Hauptakteur in der Szenerie, ein Blick zurück auf St. Georg darf nicht fehlen. Nur das Rauschen der A8 im Hintergrund trübt die Stimmung.

Bald nähert sich der Bachverlauf der Autobahn. Und der Bach fließt unter der Autobahn durch. Das wäre eigentlich nicht schlimm, doch das Tunnelbauwerk hat nur einen engen Notdurchgang. Natürlich weiß ich, dass es noch andere Unter-/Überquerungsmöglichkeiten in der Nähe gibt, aber ich will ja direkt dem Bach folgen. Nur mit Mühe schaffe ich es, mein Rad in den schmalen Tunnel mit den scharfen abknickenden Mauern einzufädeln. Zum Glück leide ich nicht unter Klaustrophobie. Das gerade Stück lege ich sogar fahrend zurück, am Ende muss ich das Rad wieder ausfädeln. Geschafft!

Hachinger Bach Grundschule Unterbiberg
Die Grundschule Unterbiberg am Hachinger Bach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterbiberg
Der Hachinger Bach in Unterbiberg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach St. Georg Unterbiberg
St. Georg in Unterbiberg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterbiberg
Unterbiberg: Hier wird es fast wildromantisch (06.10.2012)
Hachinger Bach Unterbiberg
Südlich von Unterbiberg, Blick zurück auf St. Georg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterbiberg
Unterbiberg, im Hintergrund die A8 (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterbiberg
Begradigter Hachinger Bach in Unterbiberg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach
Kurz vor der Autobahnunterführung ein Blick zurück (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
Nicht vertrauenerweckend, aber da „muss“ ich durch (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
Unterführung unter der A8: Bequem ist was anderes (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
Schon etwas knapp (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Unterhaching

Nach der unbequemen Tunnel-Tour bin ich nun auf der anderen Seite, die zu Unterhaching gehört. Hier führt der Bach erstmals durch einen Ort, wo sich der Name des Baches auch im Ortsnamen findet. Doch die Freude währt nur kurz, der Bach verschwindet nach wenigen Metern in einem sehr gut eingezäunten Grundstück. Da geht es endgültig nicht mehr weiter, auch nicht so einfach an der Seite vorbei. Ich schaue mich ein wenig um. Ich befinde mich auf einem riesigen Parkplatz, auf dessen Ende das Geothermiekraftwerk Unterhaching liegt. Über den Parkplatz komme ich zu einer Hauptstraße, der Biberger Straße. Würde ich dieser folgen, würde ich sicherlich bald wieder auf den Bach treffen. Doch mir läuft die Zeit davon. Viel zu lange habe ich für die vielen Fotostopps gebraucht. Auch schlägt das Wetter nun so langsam um.

Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
Unterführungsbauwerk für Schlanke: Da kam ich … (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
… tatsächlich raus. Jetzt aber weiter! (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterhaching
Hier geht’s nicht mehr weiter. Und nun? (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Geothermiekraftwerk Unterhaching
Endstation Geothermiekraftwerk Unterhaching (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Fazit

Das Projekt Wasserrohr-Lokalisierung ist daher erst einmal gescheitert, aber gesehen habe ich dennoch eine Menge Interessantes. Einen mystischen Ort auf Neuperlacher Gebiet habe ich allerdings, wenn man strengste Maßstäbe anlegt, wieder nicht gefunden, es sei denn, man lässt den Bach als Ganzes durchgehen, wie ich es am Anfang angedeutet habe. Aber es wird sicherlich eines Tages noch einen 9. Teil der Serie geben. Dann werden die Karten neu gemischt.

Am Ende noch ein kleines Zuckerl:

Das Michaeli-Gymnasium hat gleich zweimal einen Bezug zum Hachinger Bach

Michaeli-Gmynasium
Michaeli-Gmynasium. Foto: Rufus46 (de) / Lizenz siehe: Wikipedia

Das 1971 gegründete staatliche Michaeli-Gymnasium im Stadtteil Josephsburg, der zum Stadtbezirk Berg am Laim gehört, liegt nicht nur in der Nähe des Hachinger Bachs, genauer an dem erwähnten Einlaufbauwerk, sondern hat auch eine passende postalische Adresse. Man würde sich für eine Schule von Weltruf, die rund 1.300 Schüler und rund 100 Lehrkräfte beheimatet, einen Straßennamen wie etwa Heinrich-Mann-Straße oder Albert-Einstein-Allee wünschen, doch der Betonbau liegt an der Hachinger-Bach-Straße 25. Mit etwas Augenzwinkern betrachtet nimmt der verniedlichende Name dem renommierten Gymnasium etwas von seinem Weltstadtflair. Aber München ist ja vielleicht gar keine Weltstadt, sondern eher ein Weltdorf und durch den Straßennamen wird die Schule wiederum etwas Besonderes. Sicherlich wird schon der eine oder andere mit angelsächsischen Wurzeln die Adresse falsch als „Häjtschinger Bach“ ausgesprochen haben.

Eine weitere Eigenheit des Gebäudes ist, dass man aus Gründen der Kostenersparnis das gleichzeitig im Stadtteil Fürstenried entstandene Thomas-Mann-Gymnasium nach exakt den gleichen Bauplänen errichtetet hat. Ähnliches findet man auch in Neuperlach – auch dort sehen sich die meisten Schulen zum Verwechseln ähnlich, etwa die Grundschule am Karl-Marx-Ring, die Grundschule an der Kafkastraße und (früher, vor dem Umbau) die Wilhelm-Röntgen-Realschule an der Klabundstraße. Effizienz ist alles.

Quellen

Der Pflanzeltplatz (Unsere Straßen und Plätze, Folge 1)

Werbung

St. Michael , Perlach
St. Michael. Foto: Rufus46 / Lizenz siehe: Wikipedia

Raus auf die Straße und Platz genommen! Heute geht es in einer neuen Reihe um den Pfanzeltplatz, der wahrscheinlich bekanntesten Adresse in Perlach, da sie zentral im alten Dorfkern von Perlach liegt (dort steht auch St. Michael) und nach der auch eine Autobushaltestelle benannt ist. Diese wird von der Metrobuslinie 55, von der Stadtbuslinie 139 und von der Nachtbuslinie N45 bedient.

St. Michael, Perlach
St. Michael: Gewagte, aber beeindruckende Perspektive. Foto: PriKo8 / Lizenz siehe: flickr

Der Irrtum

St. Michael, Perlach
Ein Innen gibt es auch in St. Michael. Foto: PriKo8 / Lizenz siehe: flickr

Ein hoher hoher Bekanntheitsgrad schützt aber nicht vor Fehlern. Der Irrtum liegt darin, dass der Name Pfanzeltplatz sehr oft als als P – F – L – A – N – Z – E – L -platz ausgesprochen wird. Quasi von Hinz und Kunz. Früher, in der guten alten Zeit, als die Haltestellenansagen noch nicht vom Computerchip kamen, auch von Busfahrern. Eines der Münchner Branchenbücher führt die Eisdiele „Il Gelato Italiano“ am Pflanzelplatz (sic!).

Viele schauen nicht genau hin und schon werden ein paar Wechselbuchstaben verbuchselt. Der Platz wird dann gewissermaßen zu einem Fleischpflanze(r)l-Platz. Vermutlich spielt der Nahrungstrieb hier eine große Rolle, der zu der Fixierung auf das Essbare führt und mitverantwortlich für den Fehler ist. Das Fleischpflanzerl (die Schreibweise Fleischpflanzel hat ebenso eine gewisse Verbreitung) ist aber in Bayern auch beliebt. Im Ausland ist das leckere Gericht aus einem gebratenem Hackfleischkloß als Frikadelle, Bulette, Klops, Fleischküchle oder Brisolett bekannt.

Es sei darauf hingewiesen, dass der Platz als „Pfan-Zelt“ gesprochen (und auch so geschrieben) wird. Die Merkhilfe besteht darin, dass der zweite Wortbestandteil Zelt ist. Für den ersten Wortbestandteil fällt mir nichts Gescheites ein. Der Panflöte fehlt das „f“ und die „Fahne“ ist in Ermangelung des Buchstabens „p“ auch nicht wirklich hilfreich.

Der Namensgeber

Pfanzeltplatz, Hachinger Bach
Der Hachinger Bach am Pfanzeltplatz. Foto: Rufus46 / Lizenz siehe: Wikipedia

Der Platz ist nach Martin Pfanzelt (* 1825; † 1912) benannt, der von 1869 – 1912 Pfarrer in Perlach war. Am Pfanzeltplatz steht die bereits erwähnte Pfarrkirche St. Michael, der beliebte Hachinger Bach fließt hier durch und es gibt Läden, das Wirthaus „Zur Post“, weitere Lokale, ein Hotel und den „Geschichtsbrunnen“. Historische, denkmalgeschützte Architektur steht auch jede Menge rum. Trotz des starken Verkehrs ist es ein Platz zum Verweilen, mit Fußgänger- und Grünbereichen. Wenige Meter entfernt, am Hachinger Bach stadtauswärts, wird es ruhiger und noch idyllischer. Hier kann man leben!

Trotz des Neustarts dieser beiden Artikelreihen war die Bedeutung von Straßennamen in (Wald-/Neu-)Perlach hier schon einige Male Thema. Es sei hier insbesondere der Artikel Erzähl doch keine Märchen erwähnt, der über Waldperlach berichtet mit seinen märchenhaften, vielleicht in dieser Form einmaligen Straßennamen. Märchen gibt es also nicht nur im Märchen.

Zu den übrigen Folgen „Unsere Straßen und Plätze“